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Full text of "Fontes rerum Austriacarum. Österreichische Geschichtsquellen. Zweite Abtheilung, Diplomataria et acta"

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A^sl05A        J^^u^./rrr 


l^aröartr  College  ILihraro 


DENMAN    W,    ROSS, 

OF   CAMBRIDGE, 
Received  löjanuary,  1888. 


FONTES  RERll  AVSTRUCARIl 


(ESTEBREICHISGHB  6ESCHIGHTS-QDBUBH 


HERAUSGEGEBEN 

VON  DKR 

HISTORISCHEN  COMMISSION 

DER 

KAISERUCHEN  AKADEMIE  DER  WISSENSCHAFTEN  IN  WIEN 


ERSTE  ABTHEFLÜNG: 

SCRIPTORES 

I.  BAHD 

JOH.  TICHTEL  —  S.  v.  HERBERSTEIN  —  J.  CÜSPINIAN 
G.  KIRCHMAm 


WIEN 

AUS  DER  KAISERL.  KÖNIGL.  HOF-  UND  STAATSDRUCKEREI 
MDCCCLV 


o 


JOHANNES  TICHTEL'S  TAGEBUCH 


MCCCCLXXVn  BIS  MCCCCXCV 


SIGMUNDS  VON  HERBERSTEIN  SELBSTBIOGRAPHIE 


MCOCCLXrXVI  BIS  MDUII 


JOHANNES  CUSPmiAN'S  TAGEBUCH 


MDII  BIS  MDXXVll 


GEORG  KIRCHMAIR'S  DENKWÜRDIGKEITEN 


MUXIX  BIS  MDLIII 

15-11  -\SS3 


HERAUSGEGEBEN 


TH.  G.  VON  KARAJAN 


WIEN 

AUS  DER  KAISERL.  KÖNIGL.  HOF-  UND  STAATSDBUCKEEEI 
MDCCCLV 


4^t^i^^^^^s^- 


J^iLsK'5.1 


(5> 


^^^^yi^yyia 


•yv 


^2 


c^iA^ 


Die  hier  zum  ersten  Male  yoUstandig  yerSffentlichten  vier 
QaeUensehriften  umfassen  einen  Zeitraum  von  sechsundsieben- 
zig  Jahren.  Allerdings  nicht  viel  mehr  als  ein  Menschenalter, 
gerade  aber  ein  solches,  das  in  einen  der  dunkelsten  Abschnitte 
unserer  Geschichte  föllt.  Denn  es  ist  bekannt,  dass  die  Zeiten 
Maximilians  I.  und  Ferdinands  I. ,  besonders  da  wo  sie  in  ein- 
ander fibei^ehen,  wo  die  Knotenpuncte  liegen  zum  Verständ- 
nisse alles  Folgenden,  an  gleichzeitigen  heimischen  Geschicht- 
schreibern mehr  als  dürftig  zu  nennen  sind,  was  auch  für  eine 
reiche  FfiUe  Yon  Acten  und  Urkunden  unsere  Archive  bergen 
mögen.  Aber  mit  diesen  allein  kann  sich  nur  begnügen ,  wem 
Geschichte  nicht  mehr  ist,  als  trockene  Au&äUung  und  Anein- 
anderreihung belegter  Thatsachen,  wer  keinen  Sinn  hat  für  das 
Gewicht  und  die  frische,  bunte  Färbung  der  jedesmaligen  Zeit- 
«ttsichten,  für  den  geistigen,  häufig  fieberhaften  Pulsschlag  der 
bewegenden  Ideen,  die  der  Vergangenheit  nicht  weniger  zu 
schaffen  gaben,  als  sie  es  der  Gegenwart  thun.  Diese  aber 
sind  in  trockenen  Geschäftsschriften  höchstens  in  ihren  Folgen 
bemerkbar,  während  sie  oft  in  den  iinbedeutendsten  Geschicht- 
schreibern klar  zu  Tage  liegen,  namentlich  in  jenen  ihrer  Schrif- 
ten, die  nicht  für  die  Öffentlichkeit  bestimmt  waren. 

Und  gerade  solcher  Art  sind  die  hier  gelieferten.    Wo 
finden  sich  sonst  so  bedenkliche  Äusserungen  über  Friedrich  III«, 


■•? 


VI 


Mathias  Corvin  und  Maximilian  I.  wie  in  Tichters  taglichen  Auf- 
zeichnungen ,  oder  bei  Kirchmair  über  die  Behandlung  Luther's, 
über  Maximilian  I.  und  Karl  V.,  über  die  spanische  Wirthschaft 
in  Tirol  1523?  Äusserungen  wie  die  Herberstein*s  über  seine 
Standesgenossen,  dieser  über  den  Regenten  1514,  der  Lands- 
knechte über  Maximilian  L,  dieses  letzteren  über  sein  Verhält- 
niss  zu  jenen  und  über  seine  Kriegführung?  u.  s.  w.  Solche 
Dinge  wagte  Niemand  in  Schriften  niederzulegen,  die  in  die 
Öffentlichkeit  treten  sollten.  Darin  aber  liegt  gerade  der  Haupt- 
werth  unserer  hier  erscheinenden  Quellen,  denn  als  schul- 
gerechte Geschichtsbücher  wird  sie  Niemand  ausbieten ,  keiner 
hinnehmen  wollen.  Cuspinian*s  Tagebuch  namentlich  ist  so  wort- 
karg wie  ein  Kalender  und  dennoch  muss  ihm  für  die  Durch* 
Ordnung  der  dort  nach  Tag  und  Stunde  aufgezeichneten  Staats- 
verhandlungen entschiedene  Bedeutung  zuerkannt  werden. 

Hier  nur  noch  Weniges  über  die  Überlieferung  und  bis- 
herige Veroifentlichung  unserer  Quellen. 

Nr^J^-JKchtel's  Tagebuch,  1477  bis  1495,  war  bis- 
her nur  zum  Theile  in  A.  Rauch's  Scriptores  rerum  austriaca- 
rum  2,  533  bis  563  veröffentlicht.  Weniger  die  Lese-  und 
Druckfehler,  als  die  absichtlichen  Auslassungen  dieser  Ausgabe 
sind  es,  die  sie  in  wissenschaftlicher  Beziehung  vSUig  ungenü- 
gend erscheinen  lassen.  Diese  letzteren  gehen  so  weit,  dass 
sich  der  Umfang  jener  früheren  Ausgabe  zur  vorliegenden  ver- 
hält wie  2  zu  5.  Rauch  liess  nämlich  eine  Abschrift  abdrucken, 
welche  ein  Wiener  Gelehrter,  Namens  Hieronymus  Weinhofer, 
von  einer  Abschrift  des  Gustos  der  k.  k.  Hofbibliothek  Joseph 
Benedict  Heyrenbach  genommen  hatte.  Wer  von  beiden,  Hey- 
renbach oder  Weinhofer,  die  Auswahl  der  zu  druckenden  Stellen 
traf,  kann  ich  nicht  entscheiden,  weil  mir  keine  dieser  Abschrif- 
ten vorliegt.  Auch  das  wäre  möglich,  dass  Rauch  selbst  strich, 
was  ihm  minder  anziehend  schien.  Dadurch  aber  hat  die  ganze 


VII 


Besehaffenheit  dieser  Quelle  eine  völlig  reraDderte  Gestalt 
erhalten.  Denn  jeder  musste  nun  glauben,  Tiehtel  habe  bei 
seinen  Aufzeichnungen  mehr  oder  minder  wissenschaftliche  oder 
wenigstens  überwiegend  geschichtliehe  Zwecke  gehabt,  und  an 
unsere  Quelle  einen  ganz  andern  Maassftab  legen ,  als  er  gethan 
hatte,  wenn  sie  ihm  in  ihrer  ursprunglichen  Gestalt  bekannt 
geworden  wäre.  Die  von  Rauch  mitgetheilten  Auszöge  nämlich 
sind  einer  höchst  monotonen  täglichen  Aufzählung  aller  Ein- 
nahmen unseres  Arztes  entnommen.  Dazwischen  finden  sich  die 
wunderlichsten  und  unbedeutendsten  Dinge  eingetragen ,  z.  B. 
der  Ankauf,  das  Anlegen  eines  neuen  Rockes,  die  Krankheiten 
seiner  Kinder  und  Gattin,  die  Preise  der  Lebensmittel,  die  klein- 
sten Geschenke,  die  er  von  seinen  Kunden  erhielt.  Fahrten  in 
die  Umgebungen  Wiens,  das  Beziehen  einer  neuen  Stube  u.  s.  w. 
Alles  das  habe  ich  gewissenhaft  beibehalten,  denn  es  schien 
mir  einen  lehrreichen  Einblick  in  das  Alltagsleben  jener  bedräng- 
ten Tage  zu  gewähren,  und  ist,  wie  ich  schon  oben  bemerkte, 
nothwendig  zur  Erkenntniss  der  Natur  unserer  Quelle.  Diese 
war  aber  ganz  und  gar  nicht  für  die  Öifentliehkeit  bestimmt.  Das 
lehrt  schon  das  Material  der  Handschrift.  Denn  Tiehtel  wählte 
sich  zu  seinen  Aufzeichnungen  nicht  einmal  besondere  oder 
auch  nur  bewegliche  Blätter,  sondern  trug  sie  mit  kleiner,  sehr 
stark  gekärzter  Schrift  in  die  Vorstichblätter  und- Pergament- 
streifen eines  Grossfdliobandes  ein,  der  den  Text  enthielt,  aber 
welchen  er  damals  an  der  Wiener  Hochschule  Vorlesungen  hielt, 
nämlich  das  dritte  Buch  von  Avicennas  Canon.  Am  Ende  des- 
selben findet  sich  die  gedruckte  Angabe: 

^Expliciunt  capitula  libri  tertii  canonum  |  Auiceiie.  die. 

XXin.  decembris.  Anno  Dni.  Mcccclxxij  |  .' 
Eine  Hand  des  fünfzehnten  Jahrhunderts  schrieb  hinzu: 
Impressio  paduana.'     Hain  beschreibt  diese  Ausgabe  unter 
Nr.  2213  ausführlicher. 


VIII 


Auf  das  erste  bedruckte  Blatt  setzte  Tichtel  mit  eigener 
Hand: 

^Hie  liber  est  emptus  tribus  florenis  vngaricis  per  ma- 
gistrum  ioannem  tichtel  ex  grein  medicine  |  baccalario 
in  studio  Viennensi  Anno  domini  1475  in  anno  Jubileo 
deo  sit  gloria  in  excelsis  |  .' 
Auf  das  letzte: 

'Emptus  hie  liber  est  per  Doctorem  Tichtel  ex  greynia  | 
pro  tribus  ducatis  |  .' 
Der  ganze  Band  ist  übrigens  mit  eigenhändigen  Rand- 
glossen TichteUs  übersäet,  die  sich  aber  nur  auf  den  Text 
Avicennas  beziehen. 

Wie  eine  spätere  Aufschrift  des  Buches  lehrt: 

'Collegii  societatis  Jesv  Vienn^B  Catalogo  |  inscriptus 

1662 1 ; 

gelangte  dasselbe  in  die  Bibliothek  des  Jesuiten-Collegiums  zu 
Wien  und  von  da,  wie  sieh  vermuthen  lässt,  mit  vielen  anderen 
Büchern  dieser  Sammlung,  nach  Aufhebung  des  Ordens,  in  die 
k.  k.  Hofbibliothek,  wo  seine  anziehende  Beigabe  dem  scharfen 
Blicke  Heyrenbach's  nicht  entging,  ihn  zur  mühsamen  Abschrift- 
nähme  einlud,  und  wo  der  Band  noch  bis  zur  Stunde  unter  den 
Incunabeln  mit  der  Bezeichnung  III.  A.  5.  verwahrt  wird. 

Bei  der  mir  obliegenden  Beschreibung  der  reichen  Incuna- 
bel- Sammlung  der  k.  k.  Hofbibliothek  gelangte  auch  dieser 
Band  in  meine  Hände  und  liess  mich  allmählich  die  Quelle  von 
Rauch's  Veröffentlichung  wiedererkennen.  Nun  wusste  ich  mit 
einem  Male,  wo  sich  Heyrenbach's  Original  befand,  denn  Rauch 
ander  angeführten  Stelle  2,532  berichtet  nur,  dassHeyrenbach's 
Abschrift  nach  dessen  Tode  in  die  k.  k.  Hofbibliothek  gelangte. 

Das  Original  füllt  folgende  Blätter  des  Bandes:  an  der 
Vorderseite  desselben  einen  14  Zoll  langen,  6  ZoU  breiten 
Pergamentstreifen  und  ein  Papierblatt  von  gleicher  Höhe,  aber 


IX 


10  Zollen  Breite;  auf  der  Rückseite  des  Bandes  die  zweite 
Seite  des  letzten  bedruckten  Blattes  der  Incunabel,  14  Zolle 
hoch,  10  Zolle  breit,  und  darnach  noch  zwei  gleich  grosse 
Blätter.  Über  die  später  noch  hinzugefundenen  beiden  kleineren 
Blättehen  sehe  man  unten  S.  61  und  62. 

In  meiner  Ausgabe  habe  ich  das  Original  möglichst  getreu 
wiederzugeben  gesucht  und  nur  Folgendes,  ausser  der  Beilage 
auf  S.  65  und  66,  hinzugef&gt  oder  geändert.  Nämlich  vor 
Allem  zum  leichtem  Verständnisse  die  Satz-  und  Rede-Zeichen 
und  an  den  Beginn  der  Sätze  grosse  Buchstaben,  da  im  Originale 
alles  ohne  gehörige  Sonderung  wirr  an  einander  gereiht  ist 
Freilich  musste  ich  mich  dabei  oft  für  eine  oder  die  andere 
Trennung  und  Zutheilung  entscheiden,  will  aber  hoffen,  wenig- 
stens in  den  meisten  Fällen  das  richtige  getroffen  zu  haben. 
Alles  unverändert  in  wirrer  Folge  zu  lassen,  wäre  freilich 
bequemer  gewesen,  kaum  aber  zu  verantworten.  Ich  muss  daher 
in  dieser  Hinsicht  alle  Verantwortlichkeit  auf  mich  nehmen,  so 
wie  auch  dafür ,  den  oft  verzweifelt  unklar  geschriebenen  Text 
auch  fiberall  richtig  gelesen  zu  haben.  Völlig  Unleserliches  oder 
Fehlendes  habe  ich,  wenn  ich  es  nicht  ergänzen  wollte  oder 
konnte,  durch  Puncte  bezeichnet. 

Das  hier  von  der  Behandlung  des  Tichterschen  Textes 
Gesagte  gilt  zum  Theile  auch  von  den  übrigen ,  obwohl  keiner 
an  die  Sorglosigkeit  dieser  Aufzeichnungen  reicht. 

Über  die  Persönlichkeit  TichteFs  weiss  ich  nicht  viel  mehr, 
ab  er  uns  selbst  erzählt  und  ich  in  den  Anmerkungen  gelegent- 
lich zu  erläutern  gesucht  habe. 

Nr.  U^JMe  Selbstbiographie  SigmundsFreiherrn 
von  IfSrberstein»  die  Jahre  1486  bis  1553  umfassend,  in 
mancher  Beziehung  von  grosser  Bedeutung,  überall  anziehend 
und  lebensfrisch,  erscheint  hier  zum  ersten  Male,  wie  sie  der 
Verfasser  schrieb,  vollständig  mitgetheilt  aus  der  Originalhand- 


Schrift  des  k.  k.  geheimen  Haus-,  Hof-  und  Staats-Archives.  Diese 
Handschrift  mit  besonderer  Sorgfalt  und  wie  der  Einband  und 
die  zahbreichen  eigenhändigen  Zusätze  des  Verfassers  schlies- 
sen  lassen,  für  die  Familie  selbst  geschrieben,  führt  den  Faden 
der  Erzählung  um  volle  acht  Jahre  weiter,  als  der  durch  M.  6. 
Kovachich  gelieferte  Abdruck,  aus  einer  ebenfalls  mit  Ver- 
besserungen von  Herberstein*s  Hand  versehenen  Abschrift 
der  ungrischen  Landesbibliothek,  jetzt  'National -Museum'  zu 
Pesth,  in  dem  nicht  eben  häufig  vorkommenden  Buche:  Sammlung 
kleiner  noch  ungedruckter  Stücke  aus  der  ungarischen  Ge- 
schichte. Ofen  1805.  8.  S.  111  bis  276.  Dieser  vermag  zudem 
wegen  des  Mangels  gehöriger  Interpunction,  hie  und  da  völliger 
UnVerständlichkeit  des  Textes,  besonders  aber  wegen  des 
Abganges  einer  ganzen  Reihe  eigenhändiger  Zusätze  des  Ver- 
fassers, sämmtlicher  Geschäftsstücke  und  Instructionen,  endlich 
aller  und  jeder  Erläuterungden  Ansprüchen  der  heutigen  Wissen- 
schaft nicht  mehr  zu  genügen.  Ich  hielt  es  also  für  gerathen,  auch 
diese  Quelle  in  ihrer  Vollständigkeit  zum  Gemeingiite  zu  machen 
und  nahm  desshalb  auch  keinen  Anstand,  jenen  kleinen  Theil 
derselben»  welchen  bereits  vor  mir  Chmel  im  ersten  Hefte  seines 
habsburgischen  Archives,  Wien  1846.  8.  S.  2  bis  65,  aus 
unserer  Handschrift  mitgetheilt  hat,  hier  zu  wiederholen.  Um 
endlich  alles  zusammen  gehörige  bei  einander  zu  haben,  setze  ich 
auch  noch  einen  Zusatz  aus  Kovachich's  Ausgabe  S.  273  hie- 
her,  der  den  Schluss  jener  kürzeren  Abfassung  unserer  Lebens- 
beschreibung bildet.  In  dem  Exemplare  des  k.  k.  geheimen 
Haus- Archives  wurde  er  begreiflicherweise  weggelassen,  weil  die 
dort  gegebene  ausführlichere  Bearbeitung,  wie  schon  erwähnt, 
den  Faden  der  Erzählung  weiter  fiihrt.  Er  gehört  zu  Seite  366, 
Zeile  21  unseres  Textes,  und  zwar  hinter  das  Wort  'dennckhen . 
Ton  Hoff  zu  Marhem  gen  Olmutz  ist  ein  guter  weeg. 
Von  Hoff  gen   Reickerstorff  V4  nneil,  gen  Altulos  ^/^  meil. 


XI 


Dombstat    1    meil,    Geb    2    meil,    Tulem    1    meil,    Olmutz 
1  meil/ 

'Nach  aller  weisen  antzeigen  so  khumen  selten  on  sondere 
grosse  Mae  und  Arbeit  vO  Eem  und  belonungen.  Dartzue  so 
bleiben  die  Emsigen  Dienst ,  Vleiss  und  Arbeit  nit  unbelandt, 
also  das  die  Eer  jederzeit  als  ein  mitgeferdt  neben  der  mue 
and  Arbeit  lauft,  Des  mir  (Got  dem  Ewigen  sey  lob  und 
danckh)  zimlichermassen  mitgetaillt.  Hab  den  Muesgang 
geflohen ,  all  erliche  Arbait  willig  und  gern  angenommen ,  die 
GeselsehafFlen,  so  mich  zu  unnutzen  freuden  und  übrigem 
trinkhen  getzogen,  geschiehen  und  so  vil  mir  immer  muglichen 
gemitten;  meinem  Herrn  mit  gantzem  Vleis  gedient  und  so  oft 
mir  muglichen  gewest  mich  (also)  erzaigt ;  des  so  Ich  erlernt  mich 
nit  geschambt,  sondern  noch  fiir  und  an  mer  begert  zu  lernen. 
Aus  dem  mir  die  Gnaden  von  Got  und  meinem  Herrn  eruolgt, 
das  Ich  meinem  Namen  und  Geschlecht  zu  Er  und  nutz  gelebt. 
Der  halben  hab  Ich  solche  meine  Reisen,  dienst  und  Belonungen 
zum  taill  hieyor  beschrieben,  das  meine  Nachkhumen  meines 
Namens  und  Geschlechts  sich  auch  wolten  in  Arbait  und  Dienste, 
und  in  kain  muesgang,  übrige  Geselschaft  ergeben,  und 
gedenckhen ,  das  Inen  durch  die  erhohung  unsers  Geschlechts 
aufgelegt  ist  eben  das,  so  Ich  und  meine  Gebrueder  treulichen, 
Vleissigliclien  und  mit  grosser  begierdt  gethan  haben ;  und  das 
sy  sich  des  Tittel  lind  Stands  nit  benugen  lassen ,  dann  die 
geben  nichts  gen  Küchel  noch  Keller,  sondern  wo  nit  ain 
vleissig^  embsig  und  arbaitsam  Gemuet  darbey  wirdet,  mer  zu 
verderben  und  zu  schänden  reichen.  Als  dann  ain  Zeit  herumb 
gesehen,  das  etliche  von  alten,  Eerlichen  und  allermeist  Herren 
geschlacht  dahin  gedigen  sein,  das  Sy  weder  bey  Irm  leben 
oder  nach  Irem  absterben  nit  haben  gehabt  oder  verlassen ,  da 
mit  Ire  glaubiger  betten  mugen  bezalt  werden,  darumb  dan  Ire 
Namen  und  guetter  offenlichen  an  gerichts  Heusern  und  Kirch* 


XII 


tuern  angeschlagen  sein  worden,  des  pillichen  ein  gantzes 
Geschlecht  schmerzen  soll.  Vor  dem  zu  verhuetten  eriner  und 
bit  Ich  alle  meine  Nachkhumen  meines  Namens ,  wellen  sich 
des  Muesgangs,  der  übrigen  Geselschaft  entschlachen;  Im 
Herren  und  Landsftirsten,  oder  wo  Sy  mugen,  mitEern  treulichen 
dienen;  nit  mer  Klaider,  Pferdt  und  ander  Ausgaben  auf  sich 
legen,  weder  Sy  mit  Irm  Guet  wol  erraichen  mugen;  auf  den 
Hermstandt  annders  nicht  passieren^  dan  das  Sy  umb  ain  tridt 
furpas  geschritten  sein;  und  wo  ainer  derhalben,  mit  wassachen 
das  sey,  mer  auf  sich  l^et,  dann  Er  wol  vermag,  das  Ihme, 
und  dem  gantzen  Namen  mer  spot,  und  schaden  daraus  ervolgt, 
weder  Er  Eern  mag  erraichen.  Wer  da  spardt  wen  er  hat,  der 
nimbt  wan  Er  bedarf.  So  ist  viel  pesser  Ich  verlass  meinen 
Weinden  vil  meines  Guets ;  dan  das  Ich  in  meinen  tagen  mangeln 
soll.  Darumben  haltendt  das  Eur  zusamen,  suecht  und  erdient 
mit  Eern,  Vleiss,  Arbait  und  Mue  merers,  das  Rat  Ich  euch 
treulichen. 

Zu  dem  allem  haben  mich  mein  lieber  Vater,  und  noch 
mer  mein  treuer  lieber  eltister  Brueder  Herr  Jörg  gewiesen, 
und  wegweiss  geben.  Nicht  minder  sein  des  auch  gros  Ursacher 
meine  zwen  Gebrueder  Herr  Hanns  und  Herr  Wilhalm,  die  mir 
so  treu ,  freuntlich  und  bruederlich  gewest ,  das  Ich  nit  allain 
kain  sorg  meines  Guets  Irenthalben  gehabt,  sonder  das  Ich 
warhaftiglichen  gewist  und  befunden,  das  Sy  des  Irigen,  wo  Ich 
des  mir  begerdt,  betten  willig  und  gern  mitgetaillt.  Dieselb 
Ainigkait  auch  bracht  hat,  das  wir  in  seh  warn  offen  kriegen 
mit  unserm  Guet,  auch  in  vil  Rechten  gegen  Cristen  und  Juden 
gestanden,  alles  fiberwunden,  und  der  merer  taill  aus  uns 
Iglicher  mer  einkhumens,  weder  unser  Vatter  gehabt,  erobert. 
Es  hat  nie  kain  Mensch  zwischen  unser  gehandlt,  weder  in  tail- 
lungen  noch  Ichtem  andern.  So  hat  Herr  Jörg  etliche  Haubt- 
mannschafften  und    auch   die  Oberste  der  fünf  Nideroster- 


xin 


reichisehen  Lande  bey  Kayser  Maximilian  und  Khunig  Ferdi- 
nanden gehandlt,  der  Paum  Aufruer  in  Steyr  und  Grain 
fnrderlielien  getempft,  des  nit  on  sorg  und  grosser  Beschwarung 
zugangen;  Herr  Hanns  g^eichwol  den  khriegen  wider  Turckhen, 
Hungern  und  Venediger  Nachgetzogen ;  Herr  Wilhalm  dem 
Romischen  Kayser  Carl  dem  fünften  an  der  fiberfardt  aus  den 
Niderland  in  Hispanien  gedient,  und  nach  andern  Kriegsfibungen 
der  Romischen,  Hungerischen  und  Behamischen  Ehunigin  Rat  und 
Oberster  Stallmaister  yil  Jar  gewest  und  noch;  Hern  Jorgens Sun 
Her  Joi^  ist  mit  mir  durch  das  gantz  Wallischland,  und  dan  in 
Hispanien  und  in  die  Niderlandt  geraist,  bei  der  Schlacht  in 
Maylandt  des  1522.  Jars  gewest,  dan  des  Romischen  Ehunigs  Rat 
und  Landesrerweser  in  Steyr  yetzo  ist;  Herr  Rueprecht,  auch 
Herrn  Joi^ens  meines  Brueder  Sun,  der  Haubtmanschafft  über 
Khunig  Ferdinandes  Kriegs  Volckh  Oberster  gewest,  gleichwol 
im  dreissigisten  Jar  seines  Alters  gestorben;  Herr  Günther 
dem  kriegen  lang  nachgetzogen,  zu  Tokhay  in  Hungern 
erschossen ;  Herr  Jörg  Andre  sein  Brueder  hat  bey  dem  Herre 
Ton  Roys  im  Niderlanndt  lang  gedient,  den  sein  Herr  in  vil 
gefarlichen  raisen  zu  der  Veinde  Heer  gebraucht  und  gleicher- 
massen  in  seiner  Jugendt  gestorben;  Herr  Jörg  Sigmundt  ist 
numals  im  thuen,  Verhoff,  Er  hab  die  Vermanung  zuuor 
emphangen,  dan  Er  sich  vast  darnach  rieht;  Dann  Herrn 
Hansen  Sunn  Herr  Caspar  ist  nunmals  der  Romischen  Khunigen 
fnrschneider  und  wol  gebraucht,  zimlichen  yermondt.  Verhoff 
werde  sich  taglichen  mer  darnach  richten ;  sein  Brueder  Herr 
Cristoff  hat  geuolgt,  sich  in  Arbait  und  Dienste  ergeben, 
gleichwol  under  Ofen  durch  die  Turckhen  neben  vil  andern 
Eerlichen  Rittersleuten  pliben;  den  dritten  Brueder  Herrn 
Sigmunden  hab  Ich  dahin  bracht,  das  der  wol  gelernt  gewest, 
drey  gnetter  Sprach  gekundt,  sich  in  Dienst  geben  mit  Kayser 
Carin  dis  iliiij  Jahrs  in  Frankreich  getzogen,  darnach  als  frid 


XIV 


zwischen  des  Kayser  und  Khunig  zu  Frankreich  gemacht«  hat 
er  den  Dienst  bey  dem  Cardinal  von  Lutringen,  damit  Er  der 
Sprachen  pasz  geuebt  war  worden,  angenomen,  gleichwol  auch 
gestorben.  Die  allso  auf  treue  underweisung  sich  in  Dienste 
und  Arbait  ergeben.  Die  andern  wil  Ich  nochmahls  auf  die 
hievor  geschriebenen  Exempeln  vermondt  haben,  deren  aller 
fuestapfen  nach  zu  tretten,  und  dann  Gott  pitten  das  Er  Ihnen 
sein  Gnad  und  Barmherzikait  mittaillen  welle*. 

Ich  habe  den  TextHerberstein's  wie  jenen  TichteFs  behan- 
delt, nur  mit  dem  Unterschiede,  dass  ich  hier  eine  ganze  Reihe 
eigenhändiger  sogenannter  'Marginalien'  Herberstein*s  weglassen 
musste.  Damit  verhält  sich's  nun  folgendermassen.  Die  Hand- 
schrift des  k.  k.  geh.  Archives  ist  in  ganz  kleinem  Quartformate 
von  einer  zierlichen  Kanzleihand  weitläufig  geschrieben.  Herber- 
stein hat  nun  zur  leichteren  Auffindung  der  durchwegs  deutsch 
geschriebenen  Namen  dieselben-  eigenhändig  am  Rande  wieder- 
holt und  wo  sie  ihm  verfehlt  schienen  oder  einer  Erläuterung 
bedürftig  sie  in  abweichender  Gestalt  hingesetzt.  Im  Drucke 
nun,  der  oft  mehrere  Zeilen  der  Handschrift  in  eine  einzige 
zusammenfasst,  blieb  für  all  diese,  oft  die  Namen  geradezu  nur 
wiederholenden  Marginalien  kein  Raum  mehr,  auch  wäre  ihre 
Anhäufung  statt  die  Übersicht  zu  erleichtem  geradezu  ins  Gegen- 
theil  umgeschlagen.  Ich  Hess  daher  im  Drucke  alle  jene  Margi- 
nalien weg ,  aus  denen  nichts  zu  lernen  war  und  bewahrte  aus 
ihnen  nur  alles  vom  Texte  abweichende,  ihn  ergänzende 
oder  berichtigende ,  wie  ich  selbstversföndlich  alle  eigentiicheo 
Zusätze  Herberstein's  gewissenhaft  beibehielt  und  durch  ein 
beigesetztes  (H)  als  vom  Verfasser  herrührend  bezeichnete. 

Über  die  Persönlichkeit  Herberstein's  verweise  ich  im 
Allgemeinen  auf  das  bekannte  Buch  Adelung*s. 

Nr^Jttl^i»— Das  Tagebuch  Johannes  Cuspinian*s, 
1502  ms  1527,   erscheint  hier  iiberhaupt  zum  ersten  Male 


XV 


gedruckt.  Wir  verdanken  die  Erhaltung  desselben  dem  schon 
oben  erwähnten  Gustos  der  Hofbibliothek  Joseph  Benedict 
Heyrenbach.  Denn  er  war  es,  der  die  Abschrift  fertigte,  welche 
in  der  Handschrift  Nr.  7417^  der  k.  k.  Hofbibliothek  uns 
Cuspinian*s  zwar  nur  sehr  kurzes,  aber  nichts  destoweniger 
wichtiges  Tagebuch  bewahrt  hat.  Wo  das  Original  desselben 
sich  dermal  befinde,  ob  es  überhaupt  noch  erhalten  sei, 
vermag  ich  nicht  anzugeben.  Unter  den  Handschriften 
der  Hofbibliothek  befindet  sich  dasselbe  nicht.  Heyrenbach*s 
Abschrift,  verlässlich  und  deutlich  geschrieben,  wie  alles  was 
von  seiner  Hand  herrfihrt,  füllt  zehn  Papier-Blätter  in  Quarto, 
und  wurde  schon  im  Jahre  1840  von  Chmel  in  seinem  Werke: 
Die  Handschriften  der  k.  k.  Hofbibliothek  u.  s.  w.  Wien  8^. 
und  zwar  1,  473  unter  Nr.  LXXII  beschrieben. 

Personliches  über  Cuspinian  findet  sich  in  Nie  GerbeFs 
Lebendesseiben,  vor  dessen  Werke:  'De  Cssaribus  et  Imperato- 
ribus.  Francofurti  1540,  fol.  auf  Blatt  'A  bis  AUj/  und  vor  den 
späteren  Ausgaben  desselben  Werkes,  z.  B.  ibid.  1601  Fol. 

NrM3L--ßeorg  Kirchmair*s  Denkwürdigkeiten 
seiner  Zeit,  1519  bis  1553,  waren  wie  Nr.  I  und  H  bisher 
nur  auszugsweise  veröffentlicht  und  zwar  in  einem  Buche, 
das  nichts  weniger  als  zu  den  verbreiteten  gehört,  ich  meine  in 
F.  A.  Sinnacher's  Beiträgen  zur  Geschichte  des  Bisthumes  Sähen 
(Brixen).  Brixen  1821  bis  1837,  8^  9  Bde.,  und  zwar  im 
Bande  7  desselben.  Einen  andern  aber  auch  nur  geringen  Theil 
der  anziehenden  Original-Handschrift,  Pap.  4^.  88  beschr.  Blttr., 
welche  in  dem  Augustiner  Chorherren-Stifte  Neustift  bei  Brixen 
aufbewahrt  wird,  veröffentlichte  P.  Theodor  Mairhofer,  Mitglied 
dieses  Stiftes  und  Gymnasial-Professor,  in  einem  Programme  des 
dortigen  Gymnasiums  unter  der  Überschrift :  'Tirols  Antheil  am 
Venedigschen  Kriege  Maximilians  I.*  Brixen  1852  8^  Auch  diese 
Schrift  durfte  aber  nur  sehr  wenig  ausserhalb  Tirols  verbreitet 


XVI 


worden  «ein,  und  Kirchmair's  Anfzeichnongen  verdienten  es 
doch  gar  sehr.   Demselben  Professor  verdankt  die  gelehrte 
Welt  auch  die  hier  gelieferte  Ausgabe/  denn  er  war  es,  der 
unterm  31.  Juli  1853  an  die  kais.  Akademie  der  Wissen- 
schaften eine  sorgfaltige  Abschrift  der  Originalaufzeichnungen 
Kirchmair's  im  Archive  seines  Stiftes  und  zwar  zur  Aufnahme 
in  die  'Fontes'  der  historischen  Commission  einsandte.    Ich 
hatte  damals  schon  vor,  die  erste  Abtheilung  dieses  Sammel- 
werkes endlich  mit  Nr.  I  bis  III  zu  eröffnen,  als  mir  die  hier 
angeschlossene  Quelle    als    eine    willkommene  Bereicherung 
und  Ergänzung  in  die  Hände  gelangte.  Ich  kannte  sie  allerdings 
.frfiher  schon  aus  der  Handschrift,  welche  das  k.  k.  geheime 
Haus-,  Hof-  und  Staats- Archiv  davon  bewahrt,  doch  wusste 
ich  nicht  wo  sich  das  Original  derselben  befand  und  schien 
mir  die  wenig  sorgfaltig  genommene  Abschrift  desselben  nicht 
sehr  lockend..  Ohne  langes  Bedenken  schrieb  ich  daher  an 
Professor  Manrhofer  und  lud  ihn  ein,  mir   seine  sorgfaltige 
Abschrift  des  Originals  zur  Herausgabe  in  den  Fontes  zu  fiber- 
lassen. Er  war  es  zufrieden  und  schickte  mir  zu  dem  eine 
Reihe  von  Nachweisungen  über  die  Person  Eirchmair's,  die  ich 
unten  auszugsweise  mittheile.  Sie  sind  dem  Stiftsarchive  ent- 
nommen. Er  sandte  mir  zugleich  eine  doppelte  Abbildung  des 
Wappens  der  Kbrchmair  von  Ragen  ein,  nämlich  sowohl  des  älteren 
wie  des  jüngeren  derselben,  ferner  eine  Beschreibung  des  Ansitzes 
Ragen  und  einen  sorgfaltig  ausgearbeiteten  Stammbaum  der 
Familie.  Ich  nehme  Anstand,  das  alles  hier  des  Breiten  mitzu- 
theilen  und  auszubeuten,  weil  ich  glaube,  dass  sich  das  besser 
für  eine  besondere  Abhandlung,  vielleicht  in  unserem  'Archive 
zur  Kenntniss  österreichischer  Geschichtsquellen'  eignet,  wozu 
ich  Herrn  Professor  Mairhofer  hiedurch  auffordere.  Er  deutete 
mir  zudem  selbst  in  seinem  Schreiben  an^  dass  er  noch  gar 
manches  zur  Erläuterung   und  Bereicherung  unserer  Quelle 


XVII 


beizübriogeD  yermoge.  Alles  das  wird  sich  am  bezeichneten 
Orte  viel  ausfuhrlicher  und  zweckmassiger  abmachen  lassen, 
als  hier^  wo  nur  die  nothwendigsten  Angaben  Platz  finden  sollen. 

Georg  Kirchmair  gehörte  einer  alten  und  angesehenen 
Familie  Tirols  an.  Er  war  ein  Sohn  Christian  Kirchmair's  zu 
Ragen  aus  dessen  erster  Ehe  mit  Anna  einer  geborenen  Gott- 
fried. Sein  Geburtsjahr  ist  aller  Wahrscheinlichkeit  nach  1 48 1 , 
wenigstens  lässt  dies  eine  eigenhändige  Notiz  Georgs  schliessen, 
die  er  einem  Urbar  im  Stiftsarchive  und  zwar  zum  Jahre  1481 
einzeichnete.  Dort  nämlich  nennt  er  dieses  Jahr  das  für  ihn 
wichtigste  'daz  er  kent\  'aber  noch  wichtiger  sei  ains,  daz  er 
nicht  kent\  womit  er  naturlich  sein  Sterbejahr  meinte.  Den 
ersten  Unterricht  erhielt  Georg  im  väterlichen  Hause,  in  dem  der 
Vater  'strenges  Regiment'  übte.  Im  zweiten  Jahrzehent  seines 
Lebens  mag  Georg  nach  Brixen  in  die  Schule  gekommen  sein, 
welche  unter  Nicolaus  von  Cusa's  Oberleitung  dem  tirolischen 
Adel  als  Yorbereitungsschule  für  die  höheren  Studien  diente. 
Wo  er  diese  zurücklegte,  ist  dermal  nicht  zu  ermitteln,  ja 
es  fehlen  alle  weiteren  Nachweisungen  über  dessen  Leben  bis 
zum  Jahre  1 51 7,  in  wel(5hem  sich  die  nächste  Spur  Georgs  wieder 
verfolgen  lässt.  Damals  erscheint  er  bereits  als  vereheligt  mit 
Barbara  Soll  von  Teisseck  und  als  Ökonomie-Verwalter  des 
Klosters  Neustift  zu  Brunecken.  Nach  zwei  Jahren  schon  hatte 
sich  Kirchmair  die  Zufriedenheit  des  Stiftes  in  seiner  Stellung 
in  solchem  Grade  erworben,  dass  ihn  der  neu  erwählte  Probst 
desselben,  Augustin  Bosch,  im  Jahre  1519  als  Stifts-Amtmann 
nach  Hause  berief. 

Freudig  bezog  Georg  mit  seiner  Familie  das  nur  wenige 
Schritte  vom  Stifte  entfernte  Amtmann-  oder  Hofrichter-Haus. 
Doch  sollte  er  da  gar  bald  nichts  weniger  als  wonnige  Tage 
verleben.  Allerlei  Unfälle,  Überschwemmung  und  Brand,  bilde- 
ten gleichsam    den  Eingang    zu    noch   viel    schrecklicheren 

Fontes.  VIII  b 


xvm 


Bedrängnissen  durch  den  Bauern- Aufruhr,  der  am  12.  Mai  152S 
die  Plünderung  des  Stiftes  auf  Anrathen  eines  Brixener  Bür- 
gers Peter  Lanz  ins  Werk  setzte.  Fünf  Abgesandte  aus  dem 
wilden  Haufen  drangen  ins  friedliche  Gotteshaus  und  forderten 
5000  fl.  Brandschatzung.  Der  Probst  war  früher  entflohen,  und 
nun  gings  über  den  Amtmann  her.  Doch  der  liess  sich  so 
schnell  nicht  einschüchtern,  trat  unter  die  ungestümen  Drän- 
ger, sagte  so  viel  Geld  sei  nicht  im  Entferntesten  vorhanden, 
und  bot  sich  zur  Bekräftigung  seiner  Aussage  als  Geisel  an. 
Da  zieht  der  Haufe  plötzlich  unter  Drohungen  ab  und  Kirch- 
mair  benutzt  die  Augenblicke,  um  mit  den  wenigen  zurück- 
gebliebenen Chorherren  alle  werthvolleu  Kirchenparamente 
zu  vergraben  und  an  verborgenen  Orten  unterzubringen.  Dies 
gethan,  entflieht  alles  bis  auf  den  Dechant,  den  Kellermeister, 
unsern  Georg  und  ein  paar  Knechte. 

Zwischen  5  und  6  des  Abends  kehrt  der  trunkene  Haufe 
wieder,  dringt  in  die  Kirche,  erbricht  die  Thüren  des  Heilig- 
thums,  besetzt  die  Kornkammern  und  den  Keller,  durchsucht 
die  Gemächer  des  Probstes,  der  Chorherren,  der  Handwerks- 
leute, bis  herab  zu  den  Stuben  der  Knechte.  Eine  Stunde  vor 
Mitternacht  entflieht  endlich  auch  der  Dechant  mit  den  noch 
Übrigen,  und  Kirchmair  bleibt  allein  zurück  bei  den  von  Wein 
triefenden  Kanibalen. 

Sein  besonderes  Augenmerk  war  auf  die  Rettung  der 
Urbarial-Bücher  gerichtet,  denen  die  Bauern,  längst  aller  und 
jeder  Abgaben  überdrüssig,  besonders  Vernichtung  geschworen 
hatten.  Schon  beim  Beginne  des  Sturmes  auf  das  Kloster  hatte 
Georg  den  grossen  Unrathcanal  des  Stiftes  durch  seine  Knechte 
mit  Stroh  auf  eine  gewisse  Höhe  anfüllen  lassen,  als  nun  die 
Bedränger  wüthend  die  verhassten  Bücher  zur  Rachenahme 
forderten,  da  tritt  Kirchmair  unter  sie  und  lässt  die  ungefügen 
Folianten  vor  ihren  Augen  vermeintlich  in  den  Unrath  werfen. 


XIX 


zur  ewigen  Vertilgung,  wie  sie  meinen,  denn  in  ihrer  Trunken- 
heit wie  im  Dunkel  der  Nacht  bemerken  sie  die  rettende  Stroh- 
lage nicht.  So  gelang  es  dem  treuen  Diener,  diese  für  den 
Besitzstand  seiner  Herrschaft  so  wichtigen  Bucher  zu  retten. 

Fünf  Tage  lang  verweilten  die  rohen  Dranger  in  den 
Mauern  des  Stiftes,  bß  endlich  der  herzogliche  Hauptmann  zu 
Brixen,  Herr  Anton  von  Brandis,  mit  600  Reitern  zum  Ent- 
sätze heranrückte. 

Im  Auftrage  des  Frohstes  fertigte  nun  Kirchmair  ein 
genaues  Verzeichniss  des  ganzen  Schadens  an,  den  das  Stift, 
wehrlos  wie  es  war,  durch  die  aufruhrerischen  Vorgange  im 
Lande  erlitten  hatte,  und  leitete  es  mit  einem  Entschädigungs- 
Gesuche  an  das  'Regiment'  zu  Innsbruck.  Er  hatte  die  Freude, 
seine  Bemühung  von  günstigem  Erfolge  gekrönt  zu  sehen. 

Bei  Gelegenheit  dieser  Verhandlungen  mit  dem  Frohste 
sandte  Georg  eine  ziemlich  ausführliche  Schilderung  des  sitt- 
lichen Zustandes  seines  Stiftes  während  dieser.  Bedrängnisse 
an  denselben,  die  hier,  da  sie  von  Kirchmair's  eigener  Hand  her- 
rührt und  ganz  seinen  Charakter  trägt,  ans  Licht  treten  mag. 
Sie  lautet : 

'Ehrwürdiger  gnädiger  Her  etc.  Ee  mir  daz  schreiben  von 

Eur  gnaden  zuekomen,  hab  ich  kein  Ruh  mugen  bahn  pey 

den  frawen,  sonnder  Ordnung  geben,  daz  die  Frofantmaiste- 

rey  gen  Mülpach  abgevertiget  ist.  Die  Hern  hab  ich  herab  in 

daz  Konfent  getaidingt,  da  sy  doch  dennocht  ain  priesterlich 

Loben  fueren  vnd  aine  guete  Comodität  haben  zum  gotsdienst. 

Richte  auch  imer  mer  bettgwandt  zue,  bit-  vnd  bettlweiss,  daz 

ich  sy  wider  in  Ir  zell  bring;  darzue  her  Sebastian  vnd  her 

Stephan  trewlich  hellfen.  Die  täglich  horas,  prim,  tertz,  sext, 

non,  vnnser  frowen  Mess,  hab  ich  erbettelt  vnnd  erbethen. 

Etliche  sind  willig,  etliche  vnwillig,  wofür  man  muess  vergnue- 

get  haben.    Wir  haben  für  war  an  Essen  vnd  tringken  von 

b* 


XX 


gots  gnaden  kainen  mangl,  aber  der  gotsdienst  ist  kalt,  mit 
dem  Mundt  vnd  nicht  von  Willigkeit  des  Herzens^  Die  Metten 
komt  hernach.  Ich  hab  genueg  gesagt,  daz  mit  vollen  Kann- 
deln,  auch  spatzieren,  Missiggang  nicht  ale  ding  aussgericht 
sind ;  aber  waz  ich  sage,  pring  ich  mer  zu  Ungunst.  Ich  pitt  got 
alle  Tage  vnnd  nacht,  daz  er  Eur  gnadenn  herein  kumen  last. 
Wird  man  den  fleis  des  Gottsdienst  mit  Vass  von  Hof  schaffen 
muessen,  wirts  nit  wol  sten  (?).    Ich  bitt,  Eur  Gnaden  wellen  sy 
auch  zum  gottsdienst,  zucht  vnnd  Erbarkait  ermanen.  Sy  may- 
nen  sunst  mir  lieg  sovil  an  irer  Geistlichkait,  vnd  werden  sy 
nit  volgen,  so  werden  sy  ainen  bekumen,  der  Inen  nit  in  daz 
gotshauss,  sondern  herauss  raten  wirdt.  Ich  ess  alle  tag  mit 
Inen   im  Reiicktorium.     Jeder  hat  ain  Trunkl  Wein.  Ich  hab 
weder  Triinkgschir  noch  Löffl,  arme  Tischtücher  vnnd  hölzerne 
Schussl.    Ich  hab  Herrn  Sebastian  die  53  fl.   geben  wollen, 
aber  nachdem  es  jetzt  nit  wol  guet  ist  mit  gelt  vmbgen,  man 
maynt  ohnedaz  es  sey  noch  voll  gelts  in  allen  Mauren  in  der 
Newenstift,  so  hat  er  mir  daz  gelassen.  Heute  hab  ich  daz  heu 
in  Sehalders  selbs  lassen  mehen,  aber  ich  sorg,  man  wird  es 
stehlen.  Es  ist  noch  kain  gotsfurcht  im  Volk,  man  hats  mir  im 
tapfern  Gaissmayrischen  Regiment  auf  der  Würzen  wellen  ver- 
kaufen.   Der  Eysackfurst  Michl  Gaissmair  ist  nämlich  jetzt  in 
Innsbruck;  will  sich  mit  Eur  Gnad  vmbs  Sigl  vertragen.    Bitt 
Eur  gnad  wellen  mir  schreiben,  wie  man  In  empfangen  sint. 
Bruder  Peter  ist  am  Soldner  zu  Bruneck,  ich  wolt  er  war  ain 
Graf  vnnd  halb  mer.    Frater  Paulus  ist  ain  Krieger  zu  Botzen 
hör  ich.  Aber  ich  dengke  es  werde  ain  Ordnung  werden,  daz 
sy  Eur  Gnaden  als  Prälaten  folgen  muessen  oder  im  Land  nit 
gelitten  werden.  Das  Placitum  von  1523  ist  alles  zerbrochen 
gewesen,  wol  30  Blätter  daraus  gerissen,  doch  ist  es  ganntz 
vnnd  gar  zusamen  kumen.  So  ist  auch  das  alte  rechte  Urbar 
gantz  unbemacklet  wider  in  mein  Gewalt  kumen'. 


XXI 

lo  den  hierauf  folgenden  friedlicheren  Zeiten  lebte  Kirch- 
mair  ganz  seinem  Berufe  als  Amtmann  und  beschäftigte  sich 
in  freien  Stunden  aus  besonderer  Liebe  mit  der  Ordnung  des 
Stifts -Archiyes  und  der  Ergänzung  der  im  Bauern -Aufrühre 
geraubten  oder  zerstörten  Urkunden  über  die  Besitz?erhalt- 
nisse  seines  Stiftes.  Er  brachte  alle  wichtigeren  Urkunden  in 
getreuen  Abschriften  in  zwei  FoliobSnde  zusammen,  jeden  bei 
500  Blatter  stark.  Der  erste  derselben,  heute  noch  der  'Kirch- 
mair  genannt,  beginnt  folgendermassen : 

'Hiernach  sind  verzaichnet  etwoviel  brief,  die  in  dieses 
pnech  abgeschrieben  sind,  nit  das  darumb  rerstanden  vnnd 
gedacht  werde,  das  alle  hier  Inn  geschrieben  brief  noch  ganntz 
vnnd  besigelt  vorhannden  seyen.  Layder  man  findet  sy  nymmer 
alle :  dann  sy  sind  in  dem  funnffzehnhundertisten  vnd  funff  vnd 
zwaintzigisten  Jar  in  der  empörung,  da  man  daz  gotshans  wider 
alle  pilligkait  Tberfallen  vnd  geplündert  hat,  zerrissen  vnd  ver- 
tragen worden.  Aber  umb  desselben  willen  sinnd  dennocht  die 
abschriften  in  diesem  puech  nit  valsch.  Etlich  brief  sind  vor- 
handen vnnd  vberpliben;  Etlich  brief  sind  widerumb  verneuert 
vnnd  sein  yetz  wider  guet.  Etlich  sind  nit  muglich  wider  auf- 
zurichten, dann  Ire  sigler  gestorben.  Doch  ist  derselbigen 
Copey  zu  guettem  bericht  hier  Inn  begriffen.  Aber  es  gilt  hie 
sueehens  vnnd  aines  grossen  vleiss,  sunst  wurt  man  lang  nit 
gewar  werden,  zu  woy  dieses  puech  vnnd  ain  Yeder  brief  darinn 
begriffen  nutz  ist.  Joerg  Kirchmair  v.  Ragen'. 

Der  zweite  Band  enthalt  auf  dem  ersten  Blatte  folgende 
von  Georgs  Hand  geschriebene  Verse: 

'Wer  da  suecbt,  on  zweyfl  er  findt, 
Darumb  die  puecher  erdacht  sindt; 

Vnd  ob  man  es  nit  pald  finden  kan, 
so  sol  man  nit  vom  sueeben  lan. 

Dan  wer  verhart,  thuet  nit  verwinden, 
der  thuet  zu  letseht  doch  etwas  vinden\ 


xxn 


Die*  Zeiten»  wie  schon  bemerkt,  besserten  sich  allmählich 
und  Kirchmair  hatte  die  Freude  nach  Ableben  seines  Gönners, 
Probst  Augustin,  der  am  2.  November  1527  heimgegangen 
war,  den  Wohlstand  seines  Stiftes  unter  den  folgenden  beiden 
Prälaten  Ulrich  und  Hieronymus  I.  immer  mehr  und  mehr  zu- 
nehmen zu  sehen.  Das  Stift  konnte  sogar  schon  in  wenigen 
Jahren  durch  kluge  Wirthschaft  dem  durch  die  Zeitläufe  in 
arge  Geldklemme  gerathenen  Landesfarsten  wiederholt  mit  nicht 
unbedeutenden  Darlehensummen  beistehen  und  zugleich  den 
Besitzstand  nicht  unbeträchtlich  vermehren. 

Es  musste  dem  treuen  Diener  dieses  Wiederaufblfihen 
der  geliebten  Körperschaft  doppelt  erfreulich  scheinen,  weil 
er  das  Bewusstsein  in  sich  trug,  dazu  nach  seinen  besten 
Kräften  beigetragen  zu  haben. 

So  rückte  der  Abend  seines  Lebens  heran  und  Kirchmair 
fühlte  endlich,  dass  seine  sinkenden  Kräfte  den  vermehrten 
Geschäften  nicht  mehr  gewachsen  waren.  Er  bat  daher  um 
einen  treuen  Gehfilfen  und  erhielt  ihn  in  der  Person  seines 
Sohnes  Christian,  der  aber  seinem  geliebten  Vater  nur  kurze 
Zeit  zur  Seite  stehen  sollte,  denn  Georg  starb  nur  zu  bald,  nach 
kurzem  aber  schmerzlichem  Krankenlager,  drei  und  siebenzig 
Jahre  alt  im  Jahre  1554.  Monat  und  Tag  nannte  wohl  ein 
seine  Verdienste  ehrendes  Denkmal,  das  sein  Stift  ihm  ohne 
Zweifel  wird  gesetzt  haben.  Dermal  ist  aber  ein  solches  nicht  mehr 
vorhanden.  Sicher  theilte  es  mit  einer  ganzen  Beihe  von 
Denkmälern  der  Stiftskirche  gleiches  Schicksal,  die  zur 
Zeit  des  Umbaues  derselben,  1730  bis  1737,  spurlos  ver- 
schwanden. 

Mehr  noch  aber  als  durch  ein  Denkmal  ehrte  das  Stift 
seinen  Wohlthäter  durch  die  freiwillig  eingegangene  feierliche 
Verpflichtung,  aus  den  Nachkommen  desselben,  jedem  der 
Priester  würde  den  'titulus  mensae'  zu  gewähren,  'ne  claris- 


XXIII 


simus  Iudex  Georgius  Kirchmair  umquam  Collegii  neocellensis 
Capitolo  memoria  exciderif. 

Dass  Georg  seine  Denkwürdigkeiten  noch  über  den 
12.  September  1553  hinaus  fortsetzen  wollte,  lehrt  S.  534 
Zeik  15  unseres  Druckes.  Der  Tod  bat  ihn  daran  verhindert 
Seine  Hittheilungen  sind  allenthalben  von  wohlthuender  Wärme 
und  Anschaulichkeit  durchdrungen.  Oberall  erkennt  man  den 
wahrheitsliebenden  Mann,  dem  das  Wohl  seines  Vaterlandes, 
das  Gedeihen  seines  Stiftes,  die  Erfüllung  seiner  Pflichten 
über  Alles  ging. 


Ich  habe  in  den  unsere  vier  Quellen  begleitenden  Anmer- 
kungen zu  erläutern  gesucht ,  was  mir  einer  Erläuterung 
bedürftig  schien  und  ich  zu  erklären  verstand.  Das  Register 
hab  ich  selbst  ausgearbeitet.  Es  dient  neben  den  Anmerkun- 
gen zum  Theile  als  Commentar  zu  den  im  Texte  unvollständig 
oder  entstellt  vorkommenden  Namen.  Wusste  ich  die  jetzigen 
Bezeichnungen  der  Orte,  so  habe  ich  auch  diese  eingetragen. 
Bei  einigen  während  des  Druckes  hinzugefugten  Anmerkungen 
schien  Vervollständigung  und  Berichtigung  nothig,  die  dann 
im  Register  ihren  Platz  fand.  Ich  muss  desshalb  um  Entschul- 
digung bitten,  es  war  aber  bei  meinen  wirklich  gehäuften 
Geschäften,  ohne  den  Druck  noch  mehr  zu  verzogern,  un- 
möglich, überall  gleich  das  rechte  zu  treffen ,  und  auch  jetzt 
noch  wird  manches  zu  berichtigen  bleiben.  Wer  aber  alles 
vollenden  will,  wird  mit  nichts  fertig. 

Wien,  am  29.  August  1855. 


Th.  (lg.  TOI  RaraJM. 


LIES:  S.  20,  Z.  6  ?.  o.  superbum. 
^   48    ^  19  ^   „  Sit. 
„   65    n  n  „   n   Conrado. 
„71    ^  23  «   „   Schreiber, 
n   86    ft    S  „    „    demnach. 
„103    „  29  „   „   Yertrfige.  Khaiser  mit. 
„  105    „  19  „   „   Abwerti. 

„  107    „13  „    „   Am  17  drey  geen  Hörn.   Dafür  ist  in  der  vorausge- 
henden Zeile:  drey  geen  zu  tilgen. 
„  133    „    6  „   „  noch  danoocht  Die  Anmerkung  entßllU  dadurch. 
„137    „  18  „   „   G.  Vogt 

„  224    „  14  „   „   von  Bejer;  Printz  von  Yisiran;  Conto  de  Gauer  de  etc. 
„    17,  Anmerkung^)  Zeile  1  li<'s:  Achtel. 

„  »       »     6      „     Weinbuch. 

„131  „  »)      „     1      „     Sigmund  1. 

„358  r,         *)      „     1      „     Albrecht  erster  Herzog  von  Preussen. 


I. 


°  TAGEBUCH 


DE8 


WIENER  ARZTES  JOHANNES  TICHTEL 


AUS 


DEN  JAHREN  i477  — i49ß. 


Foatet.yiIL 


1477. 


14T7. 

(Pag.  1.)  Item  quarta  feria  post  epifanie  domini»    8.  jan. 
Anno  domini  1477,  Jacobus  pepert  plebanus  in  fancto 
loeo    dedit   unum    florenum    yngariealero.   Item    sexta 
feria    post   epifanie    eadem   ebdomade    Dominus  Her-  i^o.jui. 
mannus  dedit  unum  florenum  vngaricalem  ^. 

Item    fabato    post    epifanie    prepofitus    ex    Neu-  ii.jan. 
burga   clauftrali  3  flo.  rng.  Ex  parte  Dorothee  Kchu* 
Digfpergerin  monialis  ibidem. 

Et   alias  ufque  hodie  yj  fz.  d.    Item  3  fl.  ante  georgii  u.  apr. 
1  flor.  renensem  Lempekin.    Item  ufque  georgii  circa  xi  fz.  d.  in  mi- 
nuta  pecunia.  Item  in  yigilia  afcenfionis  dedit  mihi  pernharduf  Balffen-    4.  maj. 
reitter  rnum  flor.  vng.  Item  in  minuta  pecunia  hactenuf  circa  xij  fz.  d. 
tem  in  die  penthecoftes  vnum  florenum  vngaricalem  a  dorothea  preu-  25.  mig. 
enrin.   Item  in  minuta  pecunia  hactenuf  circa  septem  fz.  d.  Item  3  feria 
ante  corporis  xpi,  hoc  eil  die  Erafmi  martiris,  duos  flor.  ungar.,  dedit    3.  jun. 
pernhardusWolfTenreitter.    Item  minuta  pecunia  hactenus  4  fz.  7  d. ; 
et  quidam  calceator  par  ynum  rubeorum  calceorum. 

Item  hactenus  ufque   ad  feftum  vdalrici  3  ^  d.  in   4.  jui. 
minutapecunia.   Item  secunda  feria  post  Vdalrici  vnum  flor.  yngar.    7.  j«i. 
a  quodam  ciue  de  praga,  in  brahio  ante  caftrum  eberßarff  a  racenif ») 
uulnerato»  afmatic».     Item  in  minuta  pecunia  hactenus  4  fz.  d.  cum 
dimidio.  Item  quarta  feria  ante  margarethe  magnum  florenum  vnga-   9.  jai. 
ricalem  a  domina  Holenprunnerin.    Item  quinta  feria  ante  margarethe  10.  jui. 
vnum  flor.  renenfem  a  domino  de  Zelking.    Item  hactenus  in  minuta 
pecunia  84  d.   Item  eodem  die  a  quodam  domino  Conrado,  quafl  afma- 
tieo,  ö2  d.    Item  in  die  Jacobj  apostoli  Dedit  quidam  monacus  de  25.  jui. 
monaco  ynum  flor.  renenfem.  Item  hactenus  in  minuta  pecunia  9  fz. 


*)  Mit  gesperrter  Schrift  gedroektes  in  der  Handschrift  rotk. 

*)  Offenbar  sind  Ratzen  (Rasoiani)  vom  Heere  Mathias  Corrins  gemeint 


^  1477. 

xj.  d.  Item  eodem  die  3  fz.  d.  a  quodam  egidio  hundt,  ftipendiario. 
Item  in  die  panthaleonif  Tnum  flor.  yngaricalem  de  caftellano  in 
28.  jui.  pokflyefz  roölhamer.  Item  bactenus  in  minuta  peeunia  7  fz.  d.,  preter 
2  d.  Item  in  Vigilia  fteffani  prothomartirif  Iftius 
1.  aug.  noftre  ciuitatis  biennenfis»  patroni  eximij,  Vnum 
plauftrun^  lignorum  a  carnifice  Scbonher.  Hactenus 
in  minuta  peeunia  vj.  fz.  13.  d. 

Summa  11  flor.  vngar.  3  flor.  renenfes  3  8^  d.  Deus  bene  vertat. 


Item  in  vigilia  gloriofe  rirginif  marie  alTumptionis  rnum  flor. 

14.  aug.  vngar.  cum  vno  pari  cirotecarum  contextarum  subtilillime  a  quodam 
egregio  viro,  magiftro  petro  HaniffogU  de  zwetll.  Item  hactenuf  in 
minuta  peeunia  13.  fz.  d.   Item  hactenuf  ufque  ad  feriam  quintam  ante 

21.  aug.  bartbolomei»  — in  qua  quidem  feria  quinta  primam  meam  difputationem 
ordinariam  in  medicina  feci,  —  recepi  6  fz.  d.  et  17  d.  Item  bactenus 
ufque  ad  diem  exaltationis  fancte  crucis  non  plus  quam  vnam  libram 

14.  sept.  d.  et  12  d.  et  vnum  magnum  panem  fimilagineum  a  quadam  piftricct 
quem  panem  ideo  bic  pofui,  quia  tunc  panif  bienne  carior  nobif  erat 
quam  peeunia,  propter  obfidionem  ciuitatif  biennenßf»  incipientem  a 
vigilia  affumptionis  marie  (lä,  auguat),  et  confirmatam  poftridie 
bartbolomei  (25.  auguat),  per  lucrationem  pontif  medii  in  bardea,  a 
rege  Vngarie  matbia.  Quam  quidem  obfldionem  quamdiu  paciemur 
deus  nouit!  Item  bactenuf  ufque  ad  matbei  fex  folidos  d.;  item  duof 
1.  aug.  magnof  panes  filigineos:  item  octo  denariata  fimilaginea,  quorum 
quodlibet  decem  babebat  latones,  a  quodam  magiftro  flgifmundo 
Frofcbell  ex  grein»  cooperatori  ad  fanctum  mihaelem  bienne.  Quorum 
quatuor,  dum  minftem  germano  meo,  magistro  bartbolomeo  Tichtell 
ex  grein,  tbeologie  licenciato»  collegij  ducalis  feniori  coUegiato,  hujus 
ahne  nostre  vniuerfitatis  Rectori»  per  quendam  famulum  meum  ioannem 
Andree  ex  grein,  sibi  in  via  sunt  receptiper  ftipendiatos.  Item  unam 
quartam  vine  lini,  coloris  lazurej  pro  femorali.  Hactenus  ufque  ad 
feftum  fanctorum,  et  martirum  et  medicorum,  cofme  et  damiani,  S  fz.  d. 

27.  sept.  Hactenus  ufque  ad  Francifci  4  fz.  23  d.  et    propinam   de  fcroffa, 

4.  oct.    cum  quodam  pane  ümilagineo  valore  decem  d.  Item  bactenus  quatuor 

fz.  d.  ufque  colomanni,  noftre  nationif  patroni,  et  30  Auiculas  ex  noua 

13.  oct.   ciqitate,  putridas  tamen,  propter  nuncii  tarditatem  ex  noua  civitate 

18.  oct.    buc.     Item   ufque  ad  luce,   medici,   S  fz.   d.     Item   duof  cuneof 


1477. 


5 


pamf ,   yalore   20   d.     Hactenus    oTque   ad  YrAile,   86   d.      Item  zi.  oct. 
unus    florenus    renenfls,    roUsus    mihi   de   noua    eiuitate,    pridie 
Trfule»    per    Titrieuro    ecelesie    ibidem    cum    duobus    quarfalibus 
agni  et  oeto  panibus  nmilagineif.  Noftri  enim  eo  die  muita  ex  nora 
civitate  per  vim  efculenta  adduxerunt  Hactenus  ufque  ad  omnium 
ranctorum  3  fz.  d.  11  d.  Hactenus  ufque  ad  diem  fabatinum  ante  mar-    i.  nor. 
tini  3  fz.  d.  et  6  d.,  tarnen  unum  panem  farine  volatüif  ex  quadam    8.  nor. 
molitrice,  raiore  20  d.   Item  hactenus  ufque  ad  diem  fabathi  post  mar-  18.  nor. 
tini  7  fz.  d.  4  d.  et  unum  flor.  renensem  ab  ipfo  Wolffgango  Hollen- 
prunner,  nomine  yidue  dietzin»   consanguinee  prepofiti  pofonienßs. 
Item  a  magiftro  Andrea  Rofmulner  ex  Rufpach,  collegiato  in  burfa  rofe, 
ynum  panem  fimilagineum  raiore  16  d.   Item  hactenus  fex  fz.  d.  cum 
dimidio  fz.  d.    Item  rnum  panem  fimilagineum,  yalore  16  den.»  a  quo- 
dam  apötecario  Laurencio »  ex  parte  iudicij  yrine  filij  fui »  yfque  ad 
fabathum  diem  ante  Katherine  yirginis.  Item  hactenus  ufque  ad  yigi-  tz,  nor. 
liam  Andree  apoftoli  unam  libram  d.  et  18  d.   Item  unum  panem,  ya-  29.  nor. 
lore  6  d.,  a  domino  Vdalrico  Rafz.    Item  a  domino  fubcantore,  Thoma 
Krenzpek  ex  prope  grein,  duas  auef,  yalore  18  d.    Item  ynam  auem  a 
magistro  fteffano  ex  bienna,  yalore  8  d.  Item  duas  aues  a  mathia 
appotecario,  yalore  14  d.   Item  hactenus  ufque  ad  Nicolai  duof  florenos   «.  dec. 
ungaricales,  quorum  ynus 

mihi  dabatur  ab  IngeUletter,  alter  a  focio  fuo  fwerdt- 
yel,  ut  diligentior  essem.  Item  ynum  renenfem  a  jam  dicto  fwertyel, 
nomine  cujusdam  georgii  infirmi.  Verum  in  minuta  pecunia  yij  fz.  d. 
Item  hactenus  ufque  ad  feftum  lucie,  oblidione  ciuitatis  biennenfis  13.  dec. 
adhuc  dnrante,  ynum  panem  fimilagineum,  yalore  20  d.  Item  femorale 
unum.  Item  in  minuta  pecunia  duas  libras  d.  et  tres  fz.  et  1 3  d.  Item  hac- 
tenus ufque  ad  diem  16  mends  decembris  exclufiue  64  d.  et  quatuor  16.  dec. 
paruos  panes  ex  fanctae  dorothee  bienne  conuentu,  quorum  dominorum 
factusfum  medicus,  per  ipforum  preces  yictus  et  amicitiam,  quam  erga 
eos  gero.Qui  quidem  1 6°'dies  jam  jam  nominatus  dies  eft,  in  quo  Anno  do- 
mini  1476,  in  ecclesia  fancti  (leffani  hie  bienne,  et  licenciam  et  inßgnia 
doctoralia  recepi  a  magiAro  pangratio  Kreiczer  ex  traifmaur,  patre  et 
genitore  magiftri  ChrUloferi,  doctoris  medicine  et  lectoris  in  eadem, 
preceptoris  mei  adamandi.  14  libras,  tref  florenos  ungaricales,  tres 
renenfes.  Tota  fumma  27  libras,  14  florenos  yngaricales,  6  renenfes. 
(Pag.  2.)  Item  Anno  dni.  1477,  die  16'  menfis  decembris  —  qui 
dies  eft  initinm  et  primus  fecund!  anni  doctoratus  mei,  quia  anno  dni. 


6  1477  et  1478. 

1476  in  eo  die  infignia  doctoralia  recepi,  per  quem  annam  lucratas 
fum  per  practicam  bienne  ea ,  que  a  tergo  iÜüus  carte  funt  (ignata» 
de  quibus  deus  fit  benedictus.  —  anoo  aatem  isto»  a  die  16  menfis 
20.  dec.   deeembris  ufque  ad  Yigiliam  faneti  Thome  apostoli  ynum  florenum 
Yngaricalem  a  quodam  baccalario  blafio  Eogelftetter.    Item  S  fz.  d. 
fine  2  d.  Quo  quidero  die,  videlicet  16  decembris,  ego,  pro  tune  fa- 
eultatis  medicine  decanus,  legere  ineepi  3"*"  librum  canonis  Au  (icenne). 
27.  dec.  Item  hactenus  ufque  ad  diem  ioannis  euangelifte  10  fz.  d.  et  7  d.  Item 
a  vitrico  ecclesie  ex  nova  ciritate  ynam  gaiiinam  et  medium  agnum. 
27.  dec.   Id  quo  quidem  die,  videlicet  ioannis  euangelifte,  preterito  anno  pri* 
mam  vrinam  habui  in  practica.  Obfidio  civitatis  biennenfis  finita  eft  in 
vigilia  thome  apostoli  (20.  dec.').  De  quo  domino  deo  gracie  fint 
immortales,  quod  Vngarus  ille  nihil  in  civitate  biennenfi  obtinuit;  imo, 
quod  neque  fepes  fuburbiorum  agredi  aufus  eft,  quamvis  in  orbe  ter- 
rarum  princeps  et  rex  fit  bellicofifllmus.  Ouravit  antem  obfidio  ebdo- 
1478.        madibus  decem  et  octo.  Item  hactenus  ufque  ad  octauam  ioannis  euan- 
3.  Jan.    gelifte,  anno  domini  1478,  17  fz.  d.  12  d.    Item  unum  florenum  vnga- 
rialem  ab  Auguftino  pottenftayner,  vitrico  ecclesie  ad  novam  civitatem. 
Item  hactenus  ufque  ad  diem  fabathi  post  erhardi  (10.  jänner) 
8.  Jan.    15  fz.  et  10  d.   Item  in  die  erhardi,  hora  fexta,  mortuus  eft  ante  rae- 
ridiem  Excellentifiimus  vir,  ciuis  biennenfis,  artium  et  medicine  doctor, 
facultatis  nostre  medicine  fenior,  magifter  pangracius  Kreiczer  ex 
traifmaur^  cujus  anima  deo  viuat  in  eternum.  Vale  itaque ,  optime  mi 
pater,  in  pace,  qui  mihi  pacis  ofculum  et  infignia  doctoralia  dedifti,  et 
17.  Jan.    in  baccalarium  medicine  creafti!    Item  ufque  ad  antonii  vnum  florenum 
24.  Jan.    vngaricalcm  et  düas  libras  d.  Item  vfque  ad  vigiliam  pauli  vnum  flo- 
renum vngaricalem  a  capitaneo  regis  Vngarie  in  fortalitiis  cum  ponte 
22.  Jan.    medio  9-  I^G"^  ^^'^^  14  fz.  d.et  14  d.  Item  in  die  vincentii  feci  con- 
gregationem  pro  computo  et  legendis  ftatutis  et  pro  multis  articulls 
de  duobus  protervis  doctoribus  ioanne  grul  ex  felfgenftat  et  georgio 
fchebell.    Item  hactenus  duos  florenos  vngaricales  abAguftino  poten- 
ftayner,  vitrico  ecciefie  in  noua  ciuitate.    Item  vnum  a  capitaneo  forta- 
litii  medii  pontis,  dicto  peni  bemifchs;  et  in  minuta  pecunia  duas  libras 
31.  Jan.    d.  et  40  d.  ufque  fabatho  ante  efto  mihi,  uel  ante  purißcationis,  in  die, 
2.  febr.  qui  erat  secunda  fcria  post  efto  mihi.    Item  ufque  poftridie  dorothee» 


^)  Soll  wohl  heissen:    ^in  fortalitiis  circa  poDiem  medium,*'   worunter  die 
Taber  aa  der  mittleren  Donaubrucke  xu  verstehen  sind. 


1478.  • 

preter  21  d.»  tres  libras  d.    Item  afque  ad  YalentiDi,  qui  füit  Tabatho  14.  febr. 
ante  ReminUeere,  tres  fl^  d.  et  4  fz.  d.    Item  oTque  ad  profeftum  petri 
ad  rincula  a  fteffano  Heyner  rnum  flor.  romanum ,  et  preter  26  d.  tu  febr. 
qnatuor  libras  d.    Item  nfque  ad  fabathum  ante  letare  duos  flor.  vnga-  ts.  febr. 
rieales,  tres  libras,  5  h.  7  d.   Item  ufque  fabatbo  ante  Judica  duos   7.  n«rt 
flor.  vngaricales  et  nnuro  renenfem  et  quinque  libras  et  laus  deo.   Item 
ufque  fabatbo  ante  palmarum  tres  libras  d.  et  6  fz.  et  IS  d.     Item  14.  nart 
ufque  ad  diem  benedicti,  qui  fuit  in  yigilia  pafee»  tredeeim  fz.  d.  et  21.  mart 
12  d.   Item  ufque  fabatbo  post  pafce  17  fz.  d.    Item  ufque  pridie  am-  28.  mart. 
brofii  tres  S*  d,  4  fz.  18  d.  Sabatho  ufque  ante  tibureii  vnum  florenum   3.  aprO. 
mgariealem,  quatuor  libras  d.  74  d.   Item  fabatbo  post  Tibureii  duos  11.  et  is.  apr. 
flor.  mgaricales»  quatuor  libras  d.  67  d.    Item  ad  georgii,  qui  fiiit  u.  aprU. 
sexta  feria  ante  afcenfionif,  duos  flor.  mgar.  et  duos  flor.  renenfes  et 
quatuor  libras  d.  Item  ufque  poftridie  pbilippi  et  iaeobi  duos  floren.    2.  rntj. 
ungaricales  et  duas  libras  d.  et  27  d.    Item  ufque  ad  vigiliam  pentbe-    0.  mij. 
eoftes  tres  florenos  yngaricales  et  tres  tt  den.  Item  ufque  fabatbo  ante 
corporis  chrifti  duos  flor.  mg.  ab  episcopo  forlivienfl,  Alexandro  16.  m^. 
legato.    Item  alias  duos  Vngaricales  flor.  et  vnam  libram  d.  et  S  fz.  et 
iS  d.  Item  a  predicto  episcopo,  forliujenfi  legato,  duos  florenos  vnga- 
ricales.   Item  a  monaßerio  fancte  dorothee,  quia  eorum  medicus  fui, 
duos  flor.  yngaricales.    Item  usque  fabathum  post  corporis  christi  23.  mig. 
unum  flor.  yngar.  et  noyem  fz.  d.   Item  fabatbo  ufque  post  octavam  so.  mig. 
corporis  cbristi  duos  flor.  yngaricales,  duas  libras  d.,  qainqne  fz.  d. 
Item  ufque  ad  erafmi ,  in  quo  iyi  ad  termas  ^ ,  tres  flor.  yngaricales,    3.  juo. 
ynam  libram,  6  fz.  14  d.  Veni  die  barnabe.     Item  ufque  fabatbo  post  ü.  juo. 
yiti  tres  flor.  yngaricales ,  duas  libras  d.,  47  d.    Item  ufque  fabatbo  20.  jan. 
ante  petri  et  pauli  duos  flor.  yngaricales,  quos  dedit  legatus  supra-  27.  juu. 
nominatus.  Et  Hc  ab  eo  habui  noyem  flor.  yngaricales  et  12  fz.  d.  et  6  d. 
Item  ufque  ad  Vdalrici  1  flor.  yngaricalem,  duas  libr.  d.,  6  fz.  27  d*    4.  jui. 
Item  ufque  fabatbo  ante  margaretbam  unum  flor.  yngar.  et  duas  libras  ü*  jui. 
d.  et  2  d.    Item  ufque  fabatbo  post  diyiGonem  apostolorum  duas  libras  is.  jui. 
d.,  quinque  fz.  26  d.  Item  ufque  ad  iaeobi  duas  libras  d.  78  d.   Item  25.  jui. 
usque  fabatbo  ante  ftefiani  ynam  libram  fex  fz.  3  d.  Item  fabatbo  ante    i-  eng- 
laurencium  ufque  ynum  flor.  yngaricalem  et  duas  libras  d.,  preter   ^-  «ug. 


^)  D.  L  nach  Baden,  5  Stunden  ?on  Wien.  Vergleiche  die  Anmerkung  Eum 
30.  Sept.  1478. 


8  1478  et  1479. 

15.  AQ^.   19  d.  Item  ufque  ad  affuroptionem  Marie  TDum  flor.  yngaricalem, 
22,  aug.  duodecim  fz.  d.  13  d.  Item  fabatho  ante  bartholomei  duas  libras  4  d. 

29.  aug.  Item  fabatho  post  Auguttini  duas  libras  4  fz.,  ynum  flor.  yngaricalem. 

5.  et  12.  sept.  Item  ufque  fabatho  post  Egidi  duas  libras  d.  3  fz.  17  d.  Item  fabatho 

19.  sept.  ante  tempora  12  fz.  d.  Item  ufque  fabatho  ante  mathei  ynum  flor. 

26.  sept.  yngaricalem,  14  fz.  d.,  preter  1  d.  Item  fabatho  ante  mihaelis  10  fz. 

30.  sept.  17  d.  Item  die  iheronimi  iui  ad  balneum  naturale  9-  Habuiitaque  ufque 
17.  oct.  ad  fabathum  ante  luce  duas  libras  d.  cum  tertia  dimidia.  Item  ufque 

24.  oct.    fabatho  ante  Simonis  et  iude  unam  libram  24  d.  Item  ufque  fabatho 

31.  oct    yel  yigilia  omnium  fanctorum  11  fz.  d.  7.  d.  et  unum  flor.  renenfem. 

Summa  1'  talenta,  46  yngaricales  flor.,  renenfes  flor.  4  et  13  fz.  27  d. 

7.  nov.  Item  ufque  fabatho  ante  martini  14  fz.  22  d.  Item  ufque  fabatho  post 

14.  noT.  martini  ynum  flor.  yngaricalem,  13  fz.  5  d.   Item  ufque  fabatho  ante 

21.  noY.  katherine  ynum  flor.  yngaricalem  et  ynam  libram  d.  preter  6  d.  Item 

25.  noT.  ufque  fabatho  ante  Andree  quinque  fz.  et  quinque  d.  Laus  deo  1  Item 

5.  dec.   fabatho  ante  Nicolai  duos  flor.  yngaricales  duas  libras  d.  et  12  d.  Item 

12.  dec.    ufque  fabatho  ante  Lucie  duas  libras  d.  et  29  d.    Item  ufque  ad  pri- 

mum  diem  exclufiye  anni  tertii  mei  doctoratus  in  medicina,  id  est 

16.  dec.   ufque  ad  16  decembris  excIuHye,  decem  folidos  d.  IS  d.  Deo  laudes 

Hut  immortales  Amen!   Summa  secundi  anni  mei  doctoratus  preter 
propinas  eft:  flor.  yngaricales  60,  libre  112,  denarii  79,  Renenfes 
flor.  4. 
16.  — 26.  dec.  Item  a  16  die  decembris  ufque  fabatho  ante  Thome 

1479.        apostoli4fz.  12d.  Item  ufque  fteSani  unum  flor.  yngar.,  zwitarin, 
2.  Jan.    9  fz.  6  d.  Item  ufque  fabatho  post  circumcifionem  ynum  flor.  renen- 
9.  Jan.    fem  et  14  fz.  20  d.  Item  ufque  fabatho  post  erhardi  fiorenum  renen- 
16.  Jan.    fem  11  fz.  12  d.  Item  ufque  fabatho  ante  Antonii  duos  florenos  ynga- 
ricales, quos  dedit  conyentus  ad  1  S.  Dorotheam.  Item  alias  14  fz.  4  d. 
23.  Jan.    Item  ufque  fabatho  ante  pauli  ynum  florenum  yngaricalem,  planer, 
30.  Jan.    IS  fz.  8  d.  Item  ufque  fabatho  ante  purificationis  ynum  flor.  yngari- 

6.  febr.  calcm,  planer,  2  libras  3  fz.  9  d.  Sabatho  post  purificationis  IS  fz. 

13.  febr.  14  d.  Item  Sabatho  ante  Valentini  14  fz.  preter  1  d.  Item  ufque  fa- 
27.  febr.  batho  post  Mathic  ynam  libram  19  d.  Fui  in  termis.  Item  ufque  faba- 

6.  et  13.  mart.  tho  ante  gregorü  13  fz.  14  d.  Item  fabatho  post  gregorii  13  fz.  16  d. 


^)  D.  i.  Baden  bei  Wien.  Yergl.  oben  S.  7  unterm  3.  Juni  1478,  und  unten 
unterm  27.  Febr.  1479,  11.  Febr.  1480,  23.  Mai  1481  und  16.  Mai  1484. 


uro  et  1480.  tf 

Item  fabatho  ante  annonciationem  duas  Ubras  d.  21  d.  Item  fabatho  2o.  mart. 
post  annuneiationem  duas  libras  preter  12  d.    Item  fabatho  ante  Am-  27.  mart. 
brofii  ynam  libram,  a  tiboltim.  Alias  vero  20  fz.  et  20  d.    Item  faba-    3.  apr. 
tho  ante  tiburtii  13  Tz.  25  d.  Item  fabatho  post  tiburtii  12  fz.»  preter  lo.  et  17.  apr. 
6  d.  Item  die  tiburtij  nupd.  Item  Sabatho»  qui  fuit  georgii  12  fz.  15  d.  14.  et  u.  apr. 
Item  fabatho  philippi  vnam  flor.  renenfem,  3  libras  d.  40  d.  Item    i.  mu* 
ofque  fabatho  post  floriani  florenos  yngarieales  quatuor  a  doctore  Har-   8.  miu. 
tung.  Kem  unum  yngaricalem.  Item  3  libras  d.  4  fz.  18  d.  Item  ofque 
fabatho  ante  afcenfionem  3  libras  d.  6  fz.  d.  Item  fabatho  ante  yrbani  is.,  tt.  mig. 
13  fz.    Item  fabatho  post  yrbani  11  fz.  13  d.  Item  fabatho  bonifacij  29.  miu.,  s.jun. 
ynum  flor.  yngaricalem,  duas  libras  d.    Item  ufque  fabatho  post  cor-  i2.  jun. 
poris  Christi  tres  flor.  yngar.  12  fz.,  17  d.  Item  fabatho  post  yiti  duos  19.  jan. 
flor.  yngar.,  duas  libras  6  fz.  9  d     Item  fabatho  post  baptifte  tres  2«.  jim. 
libras  d.,  preter  9  d.  Item  ufque  fabathum  ante  Vdalrici  20  fz.  8  d.,    8.  jui. 
duos  flor.  yngarieales.  Sabatho  ante  Margarethe  duas  Hb.,  ynum  flor.  lo.  jui. 
yngaricalem.    Item  fabatho  post  diyisionem  apoftolorum  19  fz.  d.  17.  jui. 
Sabatho  ante  jacobi  duas  libras  d.,  34  d.  Sabatho  ante  fteffani  12  fz.  d.  24.  et  3i.  joi. 
Sabatho  post  fteffani  ynum  flor.  yngaricalem,  2  libras  denariorum,  24  d.    7.  an^. 
Sabatho  ante  alTumplionis  7  fz.  d.  Item  Sabatho  ante  bartholomei  ynum  14.  et  2i.  aug. 
flor.  yngaricalem  13  fz.  Sabatho  post  bartholomei  17  fz.  Sabatho  post  28.  au^.,  4.  spt. 
Egidj  18  fz.  Item  Sabatho  ante  tempora  2  libras  denariorum.  Sabatho  ii.  sept 
ante  Hathaei  22  fz.  Sabatho  post  mathaei  ^  mihaelis  6  fz.  d.^  Luce  is., 25., 29.  sept. 
2  libras  denariorum,   Mathei  S  talenta.    In  fine  7  flor.  yngarieales,  is.  oct 
8  libras,  preter  33. 

(Päg.  3.)    Item  a   16  die  decembris  Anni  domini  1479  ad  ^^*  ^^* 
1 6  Januarii  4  flor.  yngarieales,  älteres  renenfes^  feptem  libras  d.  Annus  •)  ^g  • 
domini   1480,  quem  deus  nos  in  fua  gratia  et  gloria  faciat  termi- 
nare  *).    Item  Anno  domini  1480,  Sabatho  ante  purificationis,  4  libras  29.  jan. 
d.  1  d.  4  flor.  yngarieales.  Scolaftice  tres  florenos  yngarieales,  20  fz.  d.  lo.  febr. 
Eo  ad  termas  fequenti  die,  id  eft  feria  sexta  ante  cinerum.  Feria  u.  febr. 
quarta  ante  gregorii  4  libras  d.  44  d.  ynum  florenum  yngaricalem.   8.  mart. 
In  yigilia  Annunciatiom's  Marie  4  libras  d.  ynum  flor.  renenfem.   Item  24.  mart. 
sexta  aprilis,  yel  quinta  feria  post  pafca,  quatuor  libras  d.  22  d.  duos    «.  apr. 


^)  Hier  sind  entweder  etliche  Worte,  wenn  nicht  lieber  Ziffern,  in  der  Feder 

gehlieben»  oder  es  ist  «mihaelis''  zu  streichen. 
')  „Anni''  die  Handschrift 
')  „terminari''  die  Handschrift 


10  1480. 

u.  apr.    flor.  yngaricales.  Georgii  unum  flor.  yngaricalem,  1  flor.  renensem 

5.  maj.   quatuor  librasd.,  3S  d.  Item  gothardi,  in  quo  die  dux  georgius  de 

bauaria  pro  feudo  reeipiendo  biennam  intravit,  4  libras  d.  6  d.    Item 

13.  miu'.  Servatii  vnum  flor.  vngaricalem,  duas  libras  d.,  32  d.  Item  oetava  Ter* 

20.  m^'.  vati],  qui  fuit  vigilia  penthecostes,  2  libras,  10  d.  Item  postridie  Vr- 

26. maj.  1.  jun.    bani  2  übras  d.  8  d.  Nicomedis»    id  est  corporis  ebristi,  duas  libras 

d.,  1  flor.  renenfem,  30  d.     Item  20.  Item  pridie  bonifacii»  hoc  eft 

4.  jun.    4  die  JUDÜ,  in  quo  natus  est  filius  meus  primogenitusLeopoldu«,  bora 

seeunda,  Minute  tertio,  post  meridiem,  et  fuit  dies  folis  infra  oetavas 

corporis  chrifti,  10  fz.  4  d.  In  die  bonifacij  baptizatus.  Sabatho  ante 

Yiti  duos  florenos  renenfes  ab  Holaprunnerin  morbillata.    Et  ynum 

florenum  Vngaricalem  a  guidein  leczelterin^  et  vndecim  fz.  d.  et  26  d. 

Yiti  unam  libram,  4  d. 

In  octava  Yiti  vel  achacii   3  libras  d.  26  d.     Petri  et  pauli 

13    fz.     d.,   ynum    florenum   yngaricaiem   Huebfchreiberin.     Item 

Ydalrici  unam  libram  d.,  preter  4d.  Item  in  profefto  Margaretbe  10  £z. 

d.,  finitur  puerperium.  Item  diyisionis  apostoiorum,  que  fuit  die  fabatbi» 

et  fuit  ultima  dies  sex  feptimaniarum  puerperii  uxoris  mee,  ynum  flor. 

yngaricaiem  a  domino  paulo  plebano  ad  S.  Martinum  in  neuburga. 

Item  7  fz.  d.  Magdalene  11  fz.  10  d.,  flor.  1  renenfem.    Anne  libram 

unam  d.,  4.  d.    Sabatho  ante  ftefiani  duos  florenos  a  fpiczbeklin, 

5  fz.  d.  Laurentii  20  fz.  12  d.     Bartholomei  tres  libras  d.»  preter 

2  denarios.  Tertia  feria  ante  Egidii  tres  florenos  ungaricales,  prukner 

drukfacz^  presbiter  ex  tulna.   Item  tres  libras  d.,  preter  7  d.  Item  Yi- 

3.  sept.  gilia  natiyitatis  marie  1  flor.  yngaricaiem,  1  flor.  renenfem,  duas  libras, 

u.  sept.  d.4fz.  d.  13d.  Item  crucis  facerdos  malhinger  1  flor.  yngar.,  2  libras, 

20.  sept.  16  d.  In  yigilia  mathaei  duos  flor.  yngar.  Kramer.     Item  tres  flor. 

yngar.  dominus  iohannes  plankenftainerus  ex  tulna,  duas  libras  d.  17  d. 

27.  sept.  Martirum  fanctorum  Cofme  et  damiani  ynum  flor.  yngar.  greiczenftain, 
duas  libras  d.  5  fz.  10  d.  Iteiü  seeunda  feria  ante  colomanni  duos  flor. 

0.  oct.    yngaricales,  Salomon  ex  egenburga.   Fiereklin  duas  libras  d.  16  d. 
16.  oct    Galli  duos  florenos  yngaricales,  Salomon.    Item  ynum  florenum  ynga- 

28.  oct.   ricalem,  fiereklin,  ynam  libram  d.  13  d.  Simonis  et  iude,  apostolorum 
meorum,  ynum  flor.  yngaricaiem,  Heblicher.  Item  vnum  florenum  Yn- 

11.  noT.  garicalem,  Huncz  haymer,  ydropisia.   Item  14  fz.  d.  Martini  unum  flor. 

yngaricaiem,  fiereklin,  duas  libras  d.  46  d.  Eo  die  postprandium38, 

25.  nov.  item  decem  yrnas  mufti,  Hynderpach.  Katherine  tres  libras  d.,  unum  d. 

30.  nov.  Andree  2  libras,  68  d.     Item  ufque  ad  finem  Anni  doctoratus  mei. 


5.  jun. 

10.  jun. 

15.  jun. 

22. 

et  29.  jun. 

4. 

et  12.  jul. 

15.  jul. 

22. 

et  26.  jul. 

29.  jul. 

10. 

et  24.  ang. 

30.  aug. 

i480  et  1481.  1 1 

videlicet  16  diem  decembris,  unum  flor.  yngar^  duas  Kbras  d.,  33  d.    16.  dec. 
Lausdeo! 


IHC.  A  16  decembris  ufque  Silveftri  2  libras  6  Ts.  d.  8  d.  An-        i48i. 
tonii  UQum  flor.  yngaricalem.  DomiDUS  Albertus  unam  flor.  rngariealem.  17.  jan. 
Jacoba  3  libras,  66  d.  Pauli  unum  florenum  yngaricalem,  miles  Aych-  vi.  jan. 
perger,  eompater  meus.  Item  3  libras  d.  36  d.  Apolonie  unum  flore-    9.  febr. 
num  uDgaricalem,  gneiftlin.     Item    4  libras   denariorum.     Matbie  u.  febr. 
unum  flor.  yngaricalem.  Itemtres  libras  d.  10  d.  Gregorii,  nix  ingens,  12.  mart. 
3  iibras  d.  16  d.  Item  benedicti  2  florenos  yngaricales,Heytel,13(k.  d.  2i.  mart. 
8.  d.    Prima  aprilis»  id  eft  Letare»  duas  libras  d.,  unum  flor.  renen-    i.  apr. 
fem,  Sniczerin.    Tiburcij  et  in  yigilia  palmarum  4  libras  d.  12  d.  u.  apr. 
Georgii  10  (z.  24  d.  fuit  tertia  feria  in  pafcalibus.  In  profefto  pan-  u.  apr. 
cratü,  quod  fuit  altera  dies  flebotomie  mee,  ynum  florenum  yngarica-  ii.  maj. 
lern,  Angrerin.   Item  quinque  libras  d.  4fz,  d.  26  d.  In  profefto  Helene,  22.  miü- 
id  est  22  Haji,  ynum  florenum  yngaricalem,  ynum  renenfem,  6  libras  d. 
Laus    crucifixo!     Sequenti  post  Helene   6  fz.    21  d.     Vado  hodie  23.  miu- 
termas  yersus.  Vnde  yeni  in  yigilia  afcensionis.     Item  Bonifacii,  die  30.  mfy. 
quinta  Junij,  quo  baptizabatur  anno  preterito  fliius  meus  Leopoidus,    5.  jun. 
Vnum  florenum  Yngaricalem,  duas  libras  d.  minus  13  d.  Item  ufque 
ad  10.  Junij,  qui  fuit  dies  pentecoftes,  in  quo  die  postmeridiem  hora  10.  jun. 
oetaya,  duas  libras  d.  quinque  d.  Item  21.  Junij,  qui  fuit  corporis  21.  jun. 
Christi,  tres  libras  d.  42  d.  Petri  et  pauli  3  libras  d. ,  ynum  florenum  29.  jun. 
renenfem,  balneatrix  de  ftain.    Margarethe  ynum  flor.  yngaricalem,  13.  jni. 
mulbangerin,  -ynum  renenfem,  Kremfer,  due  libre  d.  4  fz.  1 1  d.  Mag-  22.  jui. 
dalene  duas  libras  d.  98  d.  Stephani  ynum  flor. yngaricalem,  auriga   2.  aug. 
quartanaicus,  duas  libras  d.  7  fz,  d.  Laurencij  ynum  florenum  yngari-  10.  aug. 
calem.   Item  quatuor  yngaricales,  mulbangnerin.    Item  ynum  florenum 
renenfem,  Pifcator.  Item  duas  libras  d.,  preter  3  denarios.  Afsump-  15.  aug. 
tionis  gloriofe  yirginis  et  matris  duas  libras  d.  42  d.  Bartholomei  24.  aug. 
ynum  florenum  yngaricalem,  prepofitus  neunburgenfis,  tres  libras  d. 
6  fz.  d.  Auguftiui  duas  libras  d.  94  d.    Item  quinta  feria  post  Augu-  28.  aug. 
ftinitertiam  feci  difputationem  ordinariam,  30  Augusti.  Item  ufque  ad  30.  aug. 
natiyitatis  marie  quatuor  libras  d.  3  fz.  13  d.    Item  crucis  ynum  flor.    s.  et  14.  sept. 
yngaricalem,  magister  ydalricus.  Item  ynum  flor.  yngaricalem,  Slefita 
rauendt.  Item  ?num  flor.  renenfem,  flefita  reuendt.  duas  libras  d.  1 1  d. 
Item  Mathei  1  flor.  renenfem,  balneator,  1  flor.  renenfem,  Stadler,  21.  sept. 


12  1481  et  1482. 

1  flor.  renenfem,  cliens  tortuofus,  1  flor.  renenfem,  dominus  albertos 
magnus.  Duas  libr.  d.  6  d.  et  modium  flliginis  a  milite  aichperger. 

27.  sept.  Item  Cofme  et  damiani  martirum  duas  libras  d.,  Tex  fz.  2S  d.  Colo- 
13.  et  18.  oct.    manni  quinque  libras  d.  28  d.  Luce  hiftoriographi,  evangelifte  et  me- 

diei,   vnum   flor.  renenfem,  Kehunternpavm ,  duas  libras  d.  28  d. 

28.  oct.    Simonis  et  iude,  apoftolorum  meorum,  tres  libras  d.  12  d.  Item  fequenti 
2.  uov.   post  animarum  quatuor  libr.  d.  28  d.   Intravi  majorem  inferiorem 

ftubam  propter  invalefeentiam  peftilentie,  que  tertia  egidi  (28.  aug.) 
ineepit.    Deus  fua  gracia  nos  cußodiat!  Amen.     Fiat  tua  voluntas, 

19.  nor.  domine!  Item  EHzabet  duos  flor.  yngaricales, de  campo  liliorum.  Item 
vnum  flor.  vngaricalem,  Haynfchuefter.    Item  vnum  renenfem ,  fcriba 

23.  nov.  cellerarij  imperatoris»  feptem  libras  d.  4  d.  Clementis  quinque  flor. 
vngar.,  frater  iohannes  fubprior  mellicenfis.  Vnum  Haynfchuefter 
vngaricalem,  vnum  renenfem  quidam  nobilis  in  taymprofthoff  9»  vnam 

4.  dec.  libram  d.  6  fz.  12  d.  Barbare  vnum  renenfem,  dominus  de  polham. 
Item  vnum  vngaricalem,  plebanus  in  peternel.  Item  quatuor  libras  d. 

16.  dec.  Item  ufque  16  diem  decembris  exelufive  tres  florenos  vngaricales, 
Conventus  ad  S.  dorotheam.  Jacob  wegxler  vnum  flor.  vngaricalem. 
Scriba  comitis  Hugonis  vnum  flor.  vngaricalem.  Vxor  Krapner  1  flor. 
renenfem.  Item  fex  libras  d.  69  d.  Et  ex  magna  dei  gratia  finitus  est 
feliciter  quintus  annus  mei  doctoratus,  et  per  confequens  primum 
luftrum,  de  quo  quinque  Christi  vulneribus  laus  fit  et  gloria  in  excelfis. 
IHC.  Incipiamus  in  nomine  iefu  crucifixi  primum  annum  luftri  fecundi, 
hoc  eft  Anni  fexti  noftri  dectoratus.   Quem  deus  pro  fu9  mifericordia 

1482.        feliciter  vivere  concedat. 
1.  Jan.  Anno  nativitatis   domini  1482,   prima   Jannuarij;    vnum    flor. 

vngaricalem,  Krapner.  Vnum  flor.  vngaricalem,  Kcbersperger,  marcus. 
Vnum  flor.  renenfem,  famulus  olim  doctoris  Härtung.  Item  octo  li- 
bras d.  63  d.  Puer  circumcife,  meimiferere!  Hunc  annum  pro  tua  volun- 

16.  Jan.  täte  et  gloria  verte!  Item  ufque  ad  16  Januarij,  id  est  profeftum  antonii, 
vnum  florenum  vngaricale,  leprofus.  Item  vnum  florenum  vngaricalem, 
Krapner.     Item  vnum    flor.  vngaricalem,   famulus  ymagicide.    Item 

10.  Jan.  6  libras  d.,  preter  lö  d.  Item  pauli  vnum  florenum  ungaricalem,  famulus 
imagicide.  Duos  florenos  renenfes,  Thomas  mercator  quidam.  Vnum 


^)  D.  i.  „Tuomprobsthof^.  Jetzt  Nr.  891  in  der  Singerstrasse  und  auf  dem 
Franciscaaerplatze. 


1482.  13 

florenum  renenfem,  quidam  dominus  lobannes  octenarius ').  Item  qaa- 
tuor  libras  d.  83  d.  Item  pridie  dorothee,  id  est  Agathe,  ynum  flor.  5.  febr. 
YDgariealem,  quidam  Tutor.  Vnum  renenfem  florenum  quidam  dominus 
woirgangus»officialis  ipsius  Heller.  Item  tres  libras  d.  fex  fz.  quinqued. 
Item  ufque  ad  kathedre  petri  ynum  flor.  renenfem ,  Hollaprunner.  22.  febr. 
Vnum  yngaricalem  florenum  quidam  filius  Leonardus  ipsius  gold.  Item 
Tex  libras  d.  46  d.  Item  eo  die,  kathedre  petri,  tres  Tz.  d.  29  d.  Item 
ynum  florenum  renenfem  ab  ipso  domino  Anbaldo  in  Auftria.  Et  eo 
die  ante  medium  noctis,  hora  feptima,  in  caftro  Vienne,  preftiti  iura- 
mentum  Inyietiflimo  imperatori  Friderico,  duci  auftrie,  fuper  lecturam 
in  medieina  ftudii  Viennenfls,  quam  mihi  ea  nocte  manu  propria  eon- 
tulit  graciofe.  Quam  quidem  lecturam  refignayit  propter  me  in  manus 
Imperatoris  Yenerabilis  et  egregius  Vir  magifter  Chriftoferus  Kchrei- 
czer,  pater  et  preeeptor,  director  mihi  Angularis.  Quibus  graeie  fint 
immortales.  Amen.  Gracia  fpiritus  fancti  me  adiuyet!  Sine  enim  fuo 
munimine  nihil  eft  in  homine.  Laus  tibi,  Christo,  rex  eterne  gloriel 
Presentes  autem  in  confilio  fuere  Vifealis  et  multi  alii  de  confiliariis. 
Item  eardinalis  Hefler,  Vifealis  barbatus ,  qui  proponebat  yerba  iura- 
menti.  Et  ego  barbatus  affumpfl.  Extenfis  brachio  et  digitis  porrexit 
manum  imperator,  cum  acceffifsem  fuam  maieftatem  cefaream,  et  cum 
abfcefsissem,  tenendo  fortiter  manum  meam  et  conquaciendo.  Soli- 
eitatormeus  fuit  lobannes  Wemfelfer,  adolefcens  profecto  bone  indolis. 
Quam  quidem  lecturam  yoluit  cefarea  majestas  mihi  conferre,  secunda 
feria  post  Scholastice.  Ea  tarnen  conditione,  quod  esset  confensus  et  ü-  tthr, 
yoluntas  doctorum  facultatis  medicine.  Qui  quidem  doctores  omnes 
concordi  yoce  in  meam  perfonam  confenferunt,  et  eis  placui,  et  dede- 
runt  mihi  fub  figillo  facultatis  literas  confensus  et  promotionis  ad 
cefaream  majeftatem.  Quas  litteras  legit  imperator  fequenti  nocte,  et 
fibi  placuerunt,  et  folicitatori  meo  refpondit,  quod  Obi  placerem,  et 
yellet  ex  me  habere  juramentum,  quando  proxime  habitura  esset  fua 
cesarea  majestas  condlium,  quod  habuit  in  die  kathedre  petri  ad  ^-  f^^r. 
noctem.  Amen,  Amen,  deo  laudes! 

Item  ufque  ad  octayam  diem  Martii  tres  libras  d.  13  d.  In  quo  -^*  mart. 
quidem  octayo  die  martii,  qui  iuit  fexta  feria  ante  gregorii,  natus  est 


^)  Eigentlich  „oetoniariu8'<  „octuraarlas^  i^Presbyteri,  CaDODicis  et  Gapellanis 
iDferiores  id  Ecclesia  S.  Stephan!  Viennensis  in  Austria.^  Yergl.  Du  Gange 
Gloss.  unter  ^Oetornarius.** 


14 


1482. 


mihi  fecandogeDitus  filius  gregorius,  hora  prima  de  mane,  post  medium 
noctis,  minuto  fere  tertio.  Eo  die,  hora  quarta  post  meridiem,  bapti- 
zatus,  videlicet  fexta  feria«  Compater  baptifans  eft  magifter  flgismun- 
dusfrofehel  ex  grein,  octenarius  ad  fanctam  ftepbanamVienne.  Levans 
compater:  Wilhelmus  Aicfaperger,  miles;  alter leyans  etmanutenens: 
magifter  Thomas  Vienner  ex  Neuburga  forend ,  collegiatus  collegii 
civium  ad  sanctum  Jacobum  Vienne,  confefTor.  Commatrix:  relieta 
Chriftoferi  de  potendarfT,  vidua  derota  et  honeftiCFima.  Qui  gregorius 
21.  apr.  deo  in  gloriam  et  proximi  edificationem  Yiv(at)!  Item  in  octavo  Ti- 
burcii,  in  cujus  craftino  electus  fum  in  decanum,  unum  floremim  unga- 
1.  miu.   ricalem.    Item  tres  iibras  d.  66  d.    Item  prima  maij  3  libras  d.  S8  d. 

4.  jun.    Yrbani  5 Item  quarta  Junij ,  qui  est  natalis  primogeniti  fiüi 

mei  Leopoldi  unum  flor.  renensem,  tres  libras  d.,  4  fs.  d.  16  d.    Item 

24. jun.,  4.  jui.    Waptifte  1  ior.  renenfem,  6  libras  d.  6  fz.  d.  Vlrici (p^ff-  ^0 

13.  jui.    Margarethe  quatuor  libras  d.  24  d.    Item  fabatho  ante  Magda- 
20.  jui.    lene  quinque  florenos  renenfes.      Item  unumflorenum 

25.  jui.    uugaricalem.      Item  fex  libras  d.  60  d.  Jaeobi  4  renenfes, 

26.  jui.    41ibr.d.  7  d.  Anne  tres  ungaricales  florenos,  duos  renenfes,  item  unum 

renenfem  florenum,  unam  libram  d.,  preter  unum  d.  Item  (tadler  duos 
florenos  renenfes.  Item  2  libras  d.  12  d.  A  quoquidem  ftadler,  infecto 
miferabiliter,  ego  fui  infectus  et  peftilentus  apoßema.  In  collo,  in 
finiftra  parte,  tumor  magnus  per  totam  finifti'am  mediam  partem  colli, 
et  finißri  brachii,  et  colli  poft  nucham,  et  in  toto  dorfo  ufque  ad  ein-* 
gulum.  Vicit  natura,  in  feptima  aperiendo  apoftema  per  fputum  faniei, 
quod  duravit  tribus  ebdomadibus,  in  quibus  nihil  exspui  nifi  faniem  et 
flegma.   Tandem  et  aperto  aposftemate  fluxit  ex  duabus  aperturis, 

13.  oct.  ufque  in  hodiernum  diem  cbolomanni.  Et  fic  durayit  undecim  ebdo- 
madibus, in  quibus  nihil  practicavi,  niß  amicis  et  eonfvetis,  ex  quibus 
lucratus  fum  ufque  hodie,  fcilicet  colomanni,  2  florenos  ungaricales, 
2  renenfes,  3  libras  d.  4  fz.  9  d.  Et  eo  die  refignavi  decanatum  in 
facultate  medicine.  Sit  deus  benedictus,  quod  fpeciali  fua  gratia  me 

28.  oct.  vita  fungere  voluit  diutius.  Utinam  meliorel  Simonis  et  iude  fluxit 
adhuc  apoftema.  Et  flc  a  prineipio  egritudinis  ufque  ßmonis  et  iudae 
funt  13  ebdomadae,  et  quod  Zizimus,  magni  turci  Ottomani  filius,  iter 
cepit  ad  rhodum  ex  cilicia.  Item  Monafterium  neuburge  clauftralis 
dederunt  3S  urnas  optimi  mufti.  Dominus  gallus ,  canonicus  ibidem, 
plebanus  ad  sanctum  Martinum  ibidem,  quatuor  urnas.  Dominus  Nico- 
laus, plebanus  in  fancto  loco,  octo  urnas  mufti.  Plebanus  fub  calro 


1482  et  1483.  IS 

monte»  magifter  petrus  de  Hafelpaeh»  norem  urnas  mufti  optimi. 
Plebanus  in  fuffring  quatuor  urnas  muAi.   Prepofitus  ad  sanctam  Do- 
rotheam  fex  libras  d.  Quorum  predictorum  omnium  medicus  fui.  Item 
haetenns  ufque,  videiicet  flmonis  et  iude,  2  florenos  renenfes,  fex 
libras  d.,  preter  7  d.  Laus  deo  omni  potenti  t    Item  Martini  1  florenum  ii.  hot. 
renenfem,  S  libras  d.  79  denarios.  Katherine  unum  florenum  renen-  25.  noT. 
fem,  4  talenta,  16  denarios.  Et  in  imediato  die  fequenti  post  Eliza-  zo.  nor. 
beth  cautrizatos  adualiter  fum  circa  locum  apoftematis  peftilentie,  et 
die  Katherine  non  cum  tenta,  fed  flne  tenta,  pofuit  cyrurgus  cuplam. 
Item  Barbare  unum  florenum  ungaricalem,  unum  renenfem,  duas  libras  d.   4.  dec. 
1  d.     Item  ufque  ad  16  diem  decembris   excIuTiye  tres  libras  d.  is.  dec. 
preter  14  d.  Sic  finitus  est  cum  gracia  dei  sextus  docto- 
ratus  mei  annus.   Tum  itaque  omnipotens,  deus,  qui  ex 
maxima  tua  et  speciali  gracia  yita  complere  mibihunc 
annum  dedisti,  si  dignabaris  ex  magna  me  pestilencie 
egritudine»  tamquam  mortuum  et  vere  femimortuum, 
liberare  et  viTificare,  mihi  repetere  ritam  digneris, 
oro  melior  fit  illa  priorel  IHC  Hinc  omnem  presentem» 
huc  refer  exitum.   Incipiamus  itaque  in  nomine  ejus,  qui  fanarit 
onmes,  Annum  feptimum  doctoratus,  cujus  principium  deus  bonum 
annuat,  medium  melius  faeiat,   et  optime  feliciterque   terminetur.        1483. 
Amen.  Anno  itaque  domini  1483»  pridie  epiphanie  domini,  quatuor   5.  jan. 
flor.  ungaricales,  unum  renenfem,  4  libras  d.,  6  d.    Item  Yincentii  23.  Jan. 
duos  florenos  renenfes,  quinque  libras  d.    Item  fequenti  die  post  Vin-  23.  jao. 
eentii,  qui  erat  quinta  feria  ante  Pauli,  6  fz.  d.  3  d.  Et  eodem  die  emi 
domum  magistri  iobannis  de  feligensfat  in  Weihenpurk,  ex  opposito 
fancti  Jheronimi,  yel  domus  de  plaben  Illingen  9*  pi'o  ducentos  et 


*)  liD  Grondbuche  des  Wiener  Magistrates,  Buch  der  Kaufe  E.  141,  findet  sich 
unterm  3.  Februar  1483  folgende  Gewere:  ,,Maister  Ranns  Tichtel,  lerer 
der  Erceney,  tnd  Margreth,  sein  Hausfraw,  Haben  Empfangen  nuoE  md 
gwer  ains  Hawss,  gelegen  in  der  Weichnpurgk,  hie  Eunagst  weilent  Hern 
Absolan  Tnczinger  selign  Haws  an  ain  tail,  vnd  an  dem  andern  zunagst  dem 
6«ssl,  do  maa  lue  der  Himlporten  get,  als  des  von  dem  Ersamen,  Hoch- 
gelerten  Maister  HtBsen  Ton  der  Seiingstat,  lerer  der  obgenanten  Erczney, 
Tmb  ij*  md  Lxii  gülden  Tngr.,  mit  kauf  an  Sy  komen  ist,  rt  litra  sonst, 
actum  an  Montag  nach  vnser  liebn  frawntag  der  Lichtmess  anno  zc.  83\ 

Das  Haus  ist  wahrscheinlieh  das  jetzt  mit  derNumer  919  bezeichnete 
tm  Franeiscanerplatze. 


16  1483. 

octuaginta  florenos  ungaricales ,  et  domine  uxori  ejus  duos  florenos 

pro  bibalibus  9*  Det  deus  oro,  ut  sub  fuis  divinis  preceptis  me  meam- 

1.  febr.  que  familiam  regam.  Amen.  Item  ufque  ad  yigiliam  purifieationis  unum 

florenum  ungariealem,  quatuor  florenos  renenfes,  duas  libras  d.    Item 

7.  febr.  fequenti  die  post  Dorothee,  in  quadam  fexta  feria,  media  bora  ante  ter- 

tiam  post  meridiem,  folvi  medietatem  pretii  pro  domo  a  felingftat 
empta,  et  tunc  in  librum  fundi  feripti  fumus,  ego  (et)  uxor  mea  mar- 
garetha,  als  gefamter  bant  reebt  ift.  Pro  literis  et  aliis  dedi  tres  libras 
et  dimidiam,  et  9  d.  Et  ufque  in  eum  ex  practica  babui  3  libras,  3  h. 

10.  febr.  d.  12  d.  Item  die  fcbolaftice  tenui  actum  cuidam  licentiato  in  med!- 
cina,  fcilicet  magistro  iobanni  pilgram  ex  enczefdarff  majori.  Etinügnia 
doctoralia  (ibi  tradidi,  qui  ultra  piretum  et  cyrotecas  dedit  mibi  decem 
florenos  ungaricales. 

17.  febr.  Item  ufquc  fequenti  post  Juliane  duas  libras  d.,  unum  florenum 

8.  mart.  ungaricalem»  tres  flofenos  renenfes.  Item  octava  martü^quiestfequens 

dies  post  thomae  de  Aquino,  qui  dies  eft  natalis  gregorii  filii  mei  ticbtel» 
in  quo  annum  nunc  egit ,  babui  ex  pratica  quinque  libras  d.  4  fz.  d. 
12.  mart.  IS  d.  Item  benedicti  unum  florenum  ungaricalem,  4  libras  d.  2  d* 
Eo  die  propinavit  mibi  quidam  paciens  duas  menfuras  farine  electe 
pro  fimilagineis ,  et  qußdam  mulier  ex  zwetl  duo  octalia  fegiminis  *), 
que  ideo  fignavi  bic,  quia  funt  munera  jam  preftantifCma.  Sumus  enim 
jaro  hie  Vienne  quodammodo  in  obfidione  pofiti.  Nibil  alimentorum 
nobis  adduci  permittitur,  niff  quod  aliquando  furtim  yel  yi  apportatur. 
Sed  quid  inter  tantos !  Et  revera  alteram  jam  a  matbia  rege  ungarico 
obsidionem  patimur,  a  tempore  quo  Humburgum  *)  captum  eft  et  in 
'  manus  regis  ri  acceptum.  Statim  enim  post  deditionem  Hamburkch 
yerfus  nos  duxit  exercitus,  et  loca  circa  Viennam  occupans,  nihil  ufque 
modo  adduci  finit  Dura  res  nobis  cariftia^  peftis»  gwerre!  Quamris 


*)  D.  i.  «Leitkoof.« 

')  »Segimeo''  soyiel  wie  ^saginien,''  welches  Schmali  bedeutete.  Man  ver- 
gleiche die  Stellen  bei  Du  Cange  Gloss.  6,  22,  b. 

')  D.  i.  Heimburg  an  der  Donau.  Obige  Form  erinnert  an  die  beliebte 
Ableitung  ron  den  Hünen,  Hiunen.  Diese  hat  aber  keine  geschichtliche 
Berechtigung,  denn  die  urkundlich  fiberwiegende  Form  des  Namens  ist 
„Heiroburc''  ^Heiroenburc.''  Auch  in  den  Nibelungen,  1316,  1  der  dritten 
Ausgabe  Lachmann's  begegnet  sie.  Die  gleich  in  den  nftchsten  Zeilen 
TichtFs  erscheinende  Form  „Hamburkch**  schliesst  sich,  den  landes- 
fiblichen  Wechsel  von  ei  mit  a  erwogen,  der  urkundlichen  Form  an. 


1483.  17 

peftis  declinare  jam  videator»  Ted  cariftia,  gwerre  augentar.    Item 
afqoe  in  die  coene  domini  unam  libram  d.  6  fz.  d.  24  d.    Item  in  27.  mart. 
magna  fexta  feria  transtoli  me  ad  domom  meam,  quam  emi,  post  pran-  28.  Bart, 
dium  hora  prima»  de  mane  prios  fumpto  facramento.  Et  in  rigilia  pafce  29.  mart 
ipae  dominus  georgius  eyeinger  et  dominus  iohannes  gradner»  barones, 
Tulnerati  in  capite»  dederunt  mihi  decem  fiorenos  renenfes,  et  post 
prandium  qnidam  cifis  unum  fiorenum  renenfem  et  14  d.  Tiburei  tres  li.  apr. 
fiorenos  renenfes,  quinque  libras  d.  4  tz.  et  agnellum.    Item  ufque 
georgii  unum  renenCran»  tres  libras  d.  4  fz.  14  d.  Anulum  aureum  cum  24.  apr. 
zaphiro,  ralentem  9  fiorenos  ungaricales.     Item  unam  margaritam, 
Talentem  unum  fiorenum  ungaricalem.  Crucis  unum  fiorenum  ungari-    8.  dmü. 
caiem,  duos  renenTes»  tres  libras  d.  6  Ix.  16  d.    Item  zway  fpenferl. 
Item  ein  aynrufligs  fueder  hey  9*  AfcenConis  unum  fior.  ungaricalem»   s.  biu'. 
unam  libram  d.  25  d.  md  ain  lunglpratten  *).    Item  pentheeoftes  is.  auu. 
unum  fiorenum  ungaricalem»  tres  libras  d.  3  fz.  3  d.»  plauftrum  ligno- 
rum»  duodecim  latos  piperis.  Item  quarta  Junii»  que  eftnatalisprimo-   4.  jnn. 
geniti  mei  leopoldi»  unum  fiorenum  ungaricalem»  unum  fiorenmn  renen- 
fem» quinque  libras  den.»  quinque  (z*  S  d.  et  unam  quartam  zinziberis 
Drupizati  *)  et  item  unam   quartam.     Viti  tres  fiorenos  renenfes  15.  jon. 
12  £z.  22  d.    Item  eodem  etiam  die  unum  fiorenum  ungaricalem  et 
56  d.    Item  eo  die  fex  fz.  22  d.    Item  Vidtationis  marie  unum  flore-   2.  jai. 
num  renenfem»  quinque  libras  d.  3  (z.  9  d.  et  porcellum.  Hargarethe  13.  jui. 
tres  "libras  d.  31  d.  Perdix,  4  libre  efocis»  octaya  rirolii  ^)   pro- 


')  Eine  einspfinnige  Fahre  HeD.  Schroeüer  bair.  Wbeb.  3,  137. 

*)  In  Wien  so  viel  wie  LendenbrateD. 

*)  In  Zacker  gekoebten  Ingwers. 

^)  leh  yerraathe:  Ein  Aehtl  Rainfal  d.  i.  ein  Achtel  Eimer  des  anter  dem 
Namen  nvinam  rifoliam"  bekannten  Weines  ron  Proseeco  im  Gebiete  von 
Triest.  Scbmeller  bair.  Wörterb.  3,  95  nennt  ihn  »^Wein  yon  Rivoglio  in 
Istrien«"  In  Istrien  gibt  es  aber  kein  „Riroglio.*'  Auch  Johannes  Rasch» 
ein  Diener  des  Schottenklosters  zu  Wien,  erwähnt  dieses  Weines  in 
seinem  Weinbrach,  Bf  flachen  (1583),  4.,  Blatt  48^  mit  folgenden  Worten: 
„Der  Rainfall  ist  allweg  der  best.  Vor  allen  sQssen  weinen  gwest.**  (Jeher 
das  Mass»  die  oben  erwähnte  „octava,"  ist  sa  vergleichen  Stephan  Sixsey  s, 
Unter-OesterreichischerLand-Compass.  Wienn  1673,  4.,  nndzwarS.  46: 
„ein  Emmer  hat  vier  Yiertlen,  ein  Viertl  swey  Achtl  oder  Staaffen» 
ein  Staaffen  hat  fQnff  Aechtring  md  ein  Seitl,  hat  also  ein  Vierti 
sehen  ein  halbe  Aechtring,  ein  halb  Emmer  aber  21 ,  ein  gantzer  Emmer 
42Aeehtring.« 

Fontes.  Tin.  2 


18  1483. 

pine.  Magnas  predas  a  yicinis  Vienna  adyexit  Ti,  ferro  et  igne»  jam 
per  octo  dies  quotidie.  Cum  nihil  nobis  adducitur  alimenti,  vi  nos 

17.  jsiii.  apportamus.  Similis  predoni  facta  est  Vienna !  Alexii  unum  fiorenum 
ungaricalem »  duas  iibras  d.  minus  1 1  d.  Eo  die  venit  petrus  pum, 
ftipendiatus  et  reiiqui,  et  civitatenfes,  trieentos  fere  currus  frumento 

28.  joUi.  oneratos  addueentes.  Die  pantlialeonis ,  hoc  est  secunda  feria  post 
Jacobi,  in  qua  jam  hodie  agitur  annus  quo  peltem  habere  incepi,  et 
gratia  dei  ex  ea  mifericorditer  liberatus,  habui  tres  Iibras  d.,  tres  fz. 

5.  raff.  13  d.  ynd  ain  tafchenmefler  mefsing»  dedit  Laibacher.  Marie  nivis 
10.  aug.  mane  fatis  forte  frigus,  4  Iibras  d.  4  d.  Laurencii  duos  florenos 
16.  Mg.   renenfes,  duas  Iibras  d.  92  d.  Sequenti  post  afumpcionis  roarie ,  qui 

erat  dies  rochi  in  quo  agitur  annus  quo  apoftema  peftilentie  in  collo 
23.  «Hg.   mihi  aperiebatur,  duas  Iibras  d.  6  fz.  d.  8  d.  9  panes.  In  vigilia  Bar- 
tholomei  quatuor  flor.  ungaricales,  ab  eyczingerin,  fupra  fcripti  domini 
georgii  muliere,  et  unum  cafeum  yalore  medii  floreni  ungaricalis. 
Item  quatuor  Iibras  d.  ex  ftipendio,  propter  lecturam,  pro  media  An- 
garia  anno  domini  1482.  Et  funt  primi  denarii,  quos  nomine  ftipendii 
lecturae  accepi.   Item  tres  Iibras  d.  3  fz.  d.  24  d.»  panes  septnn.  Item 
eo  tempore:  ain  meczen  haberen  ymb  Ixxx  d.  kcharen  ymb  3  (z., 
1.  sept  waiez  ymb  4  fz.,  mel  peitlocz  <)  ymb  S  fz.  Egidi  unum  florenum  unga- 
ricalem, quatuor  Iibras  d.  S  fz.  23  d.,  panes  yalore  70  d.    Item  perdix. 
2.  et  3.  sept.  Item  fcrophula.    Item  eo  die  11  ab  axelpek.  Duobus  fequentibus  post 

6.  sept  Egidii  unum  florenum  ungaricalem,  1  libram  34  d.  Sabatho  antenati- 

yitatis  marie  unam  libram  d.  3  fz.  In  quo  die  iyi  ad  altenburg,  ad 

molaticam  *)  comitiffam  de  pofing,  que  ex  gratia  dei  fanata.  In  die 

21.  oct    yrfule  reyeni,  portans  mecum  quadraginta  florenos  ungaricales»  item 

28.  oct.    propinas,  yaieutes  florenum  unum  et  medium.    Item  Simonis  et  iude, 

apoftolorum  meorüm,  3  florenos  renenses,  unum  ungaricalem,  unam 

libram  d.,  quinque  folidos,  13  d.  Ciyitas  Viennenfis  yindemiayit,  quia 

fecit  huldam  et  treugas  pro  3  millibus  florenorum  ungaricalium  ad 

13.  oct    7  ebdomadas,  que  incipiebant  octayo  die  ante  Urfule.    Item  fequentibus 

post  Simonis  et  iude  tres  florenos  renenfes  68  (d.).    Item  fequenti 

unum  florenum  ungaricalem,  5  fz.  18  d.  et  panem  20  denariorum; 


^)  D.  i.  gebeuteltes,  dureh  den  Muhlbeutel  vod  den  Kleien  gesondertes,  somit 

feineres  Mehl,  in  Oesterreich  noch  jetzt  Beutelmehl  genannt 
*)  Wahrscheinlich  an  einer  Gebfthrroutter-Mole  leidend. 


1483  et  1484.  1^ 

daas  eetayas  optimi  yini  et  duos  panes,  qiiorani  quilibet  valet  24  d. 
Item  feqaenti  post  Leonard!  fex  fiorenos  renenfes,  prepolitns  ad  fane*   7.  mot. 
tarn  Derotheam.   Item  unam  fiorenum  reneofem  10  fz.  d.    Item  pre- 
pofitns  neoenbm^enfis  triginta  qoatuor  yrnas  mofti  pro  falario  meo 
annuali.  Gratie  fint  tibi  et  glorie  omnipoteiis»  pro  me  passe  deus !  Amen. 
Seqnenti  post  martini  tres  florenos  renenTes»  duas  libras  denariorum.  12.  mot. 
Hizabeth  tres  renenfes,  nnam  libram  d.  31  d.    Qninque  nmas  yini  19.  nor. 
fambucini  ^),  Hemel.  Andree  tres  florenos  nngarieales.  Nicolai  renen-  so.  iioT.,6.dec. 
fem  unum,  duas  libras  d.  9  d.,  duos  caseos,  duas  urnas  mufti  et  lato- 
nan  faffarani.     Item  tres  libras  denariorum,  ludwerger.    Ufque  ad 
finem  anni  feptimi  mei  doctoratus,  preter  10  d.,  quatuor  libras  dena- 
riorum   tibi domine  fempiterne   laus   honor   et 

gloria  fonper!  Amen.   fl.  57  ungaricales ,  44  Renenfes,  libras  58, 
5  Cb.  23  in  dono.     Ifta  folum  in  pecunia. 

(Paff.  S.)  IHC,  a  qno  omne  felix  eft  prineipium,  et  per  feliciora 
media  ad  felieiflimum  finem  folet  perrenire.    Incipit  itaque  in  ejus 
benedicti  nominis  honorem  annus  mei  doctoratus  oetarus,   16  die  16.  dec. 
decembris  1483,  a  quo  die,  ufque  pridie  epiphanie  domini  anni  1484        1434. 
deus  dedit  in  practica  lucrari :  primo  a  bolfgango  grafenberder,  domino   5.  jan. 
in  ebergefling,  duos  florenos  ungaricales,  quinque  trutas,  careum 
unum,  aucam  unam,  fafianum  *)  unum.     Item  duos  florenos  renenfes. 


^)  Hollwiderwein.  J.  Coler  in  seiner  Oecononia  oder  Haathnch,  Wittenberg 
1600^  4.,  und  iwar  Tbeil  2,  Blti  K.  ? erso,  beschreibt  die  Bereitung  des- 
selben folgendermassen:  „Ebenso  (wie  den  Rosenwein)  machet  man  auch 
den  Hollunderwein,  wenn  man  die  Blüthe  abbricht,  ynd  ddrret  sie  in  der 
Luilt,  ynd  henget  sie  in  die  Lufft,  das  sie  nicht  schimlicht  werden,  bis  in 
den  Herbst,  rnd  thue  den  Baissen  Most  in  ein  Fass,  vnd  lass  ihn  gehren, 
n»d  wenn  er  in  der  gehrung  ist ,  so  hange  die  Blumen  in  das  Pass,  oder 
schütte  sie  drein,  so  wird  der  Wein  gar  köstlich  und  gut.** 

»Dieser  Hollunderwein  ist  gut  ror  den  Geschwulst  und  Wassersucht, 
öffnet  die  yerstopffung  der  Leber,  Miltz  vnd  Nieren,  yertreibt  febriii)  ter- 
tianam,  stercket  den  Bfagen,  vnd  reiniget  alle  MelanchoUsehe  FUfsse.^ 

')  Der  Oesterreichisdie  Landherr  von  Hohberg  in  seinem  „  Adeligen  Land- 
lebeB,'«  Nirnberg  1701,  M.,  und  zwar  Bd.  2,  780,  sagt  yom  Phasane: 
„Er  ist  yor  diesem  in  unseren  Lftndem  ganti  unbekannt  und  fremd  gewesen, 
jRmnehr  aber  ist  er  allealhalben  in  Oeaterreieh  und  sonderlieh  in  Böhmen 
md  Milien  in  allen  Auen  bekamt.^  Dem  echeiBt  unser  Tiehtel  su  wider- 
spreeben.  In  Frankreieh,  wie  die  Stellen  bei  Du  Cange  Glots.  t.  ?.  lehren, 
war  dieser  Vogel  noch  frfiber  bekannt.. 


20 


1484. 


duas  libras  denarionim.  Et  fuit  ftipendium  medium  propter  leeturam, 
pro  angaria  media  1482,  a  quadragefima  ad  pentecostem.  Itempanem 
fimilagineum,  yalore  40  d.,  paryos  panes  13.  Item  florenum  ungari- 
calem  unam,  florenum  renenfem  unum,  quatuor  libras  d.  46  d.  et  eaput 
vituli.  Item  ad  fefta  natalia  omoes  apoteearii  medicinarum  pro  folito 
more  mihi  propinas  dederunt,  preter  infirmum  bemhardinum  et  fuper-* 
eum  perenhardum,  qui  ductus  eft  invidia  erga  me,  propterea,  quod 
eum  non  mecum  reeepi  ad  curam  comitiffe  de  poOng,  quorum  comitum 
prius  femper  ut  plurimum  fuit  apotecarius. 

%%.  jAD.  Item  ufque  ad  Yiocentii  duos  florenos  renenfes ,  fex  libras  d^ 

fafianum  yalore  60  d.,  panes  panros  cirea  20.  Quo  die  dedi  nonaginta 
libras  d.  et  3  fz.  d.,  ultimam  yidelieet  folutionem  ipsi  doetori  iohanni 
falingllat,  qui  redidit  mihi  literas  debiti  et  impignorationis  domus^ 
(guas)  ex  libro  fundi  fecit  deleri.  Item  moniales  ad  sanctum  Ihero- 
nimum  fareimina,  aCsaturam  nuehe  etc.  Ot  et  panes  valore  80  d.  Item 
3.  febr.  die  BlafUunum  florenum  renenfem,  tres  libras  denarionim,  preter  13  d. 
Item  noYum  annum  ex  monialibus  ad  coeli  portam :  iocalia,  etiam  pro 
uxore  et  pueris  Leopolde  et  georgio.  Item  tres  bacculos  ^)  uvarum 
terre  «postre  paffarum  ').  Item  fportam  pl^nam  pirorum.  Item  et 
unam  gallinam  yiyam  cum  oyo ,  quod  inter  portandum  ad  biennam 
peperit  in  (ilya  Viennenfium,  yalentem  quadraginta  d.  Tali  enim  pretio 
gallina  emebatur,  et  oyum  pro  duobus  d.  Mulier  autem  portans  per 
fQyam  yiennenfem  ab  aliis  comitibus  acriter  fuit  increpata  propter 
clamorem  galline  post  partum  oyum,  timebant  enim  ipsorum  prodi- 

16.  febr.  tionem  per  clamorem.  Item  ufque  iuliane  unum  florenum  renenfem, 
duas  libras  d„  S  d.,  portionem  urfi,  metretam  raparum,  pedem  porci. 
Item  longum  panem  fimilagineum,  yalore  40  d.  Item  placentam,  panes 

19.  Jan.    paryos  9.  Sex  diebus  ante  conyersionem  pauli  ciyitas  pruk  auff  der 

25.  Jan.    leitay  obfidetur^    Item   pauli  Viennenfes  mittunt  yiyoä  nuntios  ad 


^)  Schopf-  oder  Kamm-Braten.  Du  Gange  unter  ^nncba.*' 

*)  Du  Gange  Glosa.  8.  y.  weist  ,,Baeca8''  als  eine  breitere  Gattimg  yon  Flnss- 
schiffen  nach.'  Baceulus  wftre  demnach  ein  Ueineres  Schiff  dieser  Art,  in 
Oesterreich  ZflUe  genannt. 

')  9>Wenn  man  die  weinber  in  einen  warmen  offen  iegt  md  dert  sj  darinn,  die 
heissen  zno  latein  ^Vaa  passa,"  das  seind  gerdsst  weinber.**  .Konrads  yon 
Megenberg  Buch  der  Natur,  Augsburg  bei  Bftmler  1481,  foL,  im  Ab- 
schnitte „Yon  den  Weinreben"  auf  Blatt  187^. 


i484.  21 

cesarem  ingrecz,  utrefpondeat  cefar  literis  a  GiTitate  Viennenfi  mifsis 
circa  martini.    (Hirabile,  qQod  sie  cefar  curat  de  Vienna,  ot  ejus 
literas  jn  13  ebdomadibus  non  admittat!)     Item  oetava  marci,  hoc   s,  mart 
est  die  thome  aquinatis»    qui  natalif  eft  filii  mei  gregorii,   quatuor 
libras  d.  S8  d.,  tres  aves.  Quarta  marcii  inimiei  ducentos  et  amplius   4.  mu-t. 
homines,  dorfo  commeftibilia  huc  portantes.  captiuayenint,  et  ne  dum 
illos,  sed  et  14  equites  nostros  et  pedites  36,  qui  obriaro  portantibus 
auxiliando  egrefli  funt.     Item  cefar  refpondit  literis,  et  nuneii  vene- 
runt  parum  fpei  afferentes.  Cefar  ex  grecz  versus  lincz  dirigit  iter, 
et  fua  chunigundis  filia.  Pruk  fuper  leita  regem  mathiam  dominum 
affumunt,  die  mathiae  (25.  febr.),  verum  caftrum  civitatis  usque 
hodie  fibi  refiftit.  Emi  mediam  metretam  ordei  pro  quinque  d.  et  4  tz.  d., 
oetavam  metrete  piforum  pro  45,  duas  metretas  avene  pro  medio 
floreno  ungaricali,  octavam  metrete  milii  pro  32  d.,  fimiliter  et  griefz. 
Octavam  canapis  pro  22  d.  Hodie  tamen,  fcilicet  die  thome  aquinatis,   7.  mart 
fere  centum  perfone,  dorfo  ferentes  victoalia,  trans  danubium  venerunt 
Item  fequenti  post  thome  theologie  doctor  magifter  bartholomaeus   s.  mart 
tichtel,  eeclesie  eathedralis  viennenfis  canonicus,  incepit  legere  in 
theologia,  accepta  lectura  ab  imperatore.  Pridie  gregorii  pape  caftrum  11.  nart 
in  pruk  auff  der  Leyttav  vi  capitur.  Die  gregorii  cepi  ex  parte  lecture  12.  mart. 
mee  in  medicina  octo  libras  d.  pro  angaria  a  fefto  pentecoftes  ad  crucis 
anni  1482.  Filia  Imperatoris,  ut  fupra  fcripfi  <)>  f^  habet,  fed  hodie, 
hoc  eft  die  Benedicti,  (in  quo)  *)  nuncius  ex  grecz  venit,  de  certo  21.  man. 
dieens,  adhuc  imperatorem  in  grecz  effe.     Item  die  Benedicti  habui 
duas  libras  d.  69  d.,  et  ex  propina  medium  octauale  griefz  et  triginta 
pira  ex  regula  nomen  aeeipiencia  *).  Et,  0  male  multum !  in  vigilia 
benedicti,  que  erat  fabatho  ante  benedicti  et  oculi,  una  metreta  tritiei  20.  mart. 
Visa  est  emi  pro  una  libra  d.  Caulis  caput  imperialis,  quod  aliquando  emi 
potuit  pro  obulo,  emptum  eft  pro  d.  Quinque  immo  fexRape  oblonge,  que 
empte  funt  aliquando  pro  obulo,  emuntur  pro  7  d.   Item  fequenti  post 
benedicti  emi  metretam  plenam  panis ,  infud  et  madefaeti  in  aqua  22.  mart 


^)  Hier  fehlt  offenbar  die  Angabe  des  ADfenthiltsortes.  Verrouthen  Iftstt  sieh 

„Lincii.^ 
^)  Ist  wohl  KU  streichen. 
')  Anf  der  Tafel  Bischofs  Rupert  Ton  Strassburg  erscheinen  im  Jahre  1449 

als  Descrt  „Regeis -Biem.*'   Man  sehe  die  Aufzählung  lA  Schilter*s  The- 

sanros  3,  69. 


22  1484. 

danubii,  pro  qaatuor  d.  Tiennenfibu.s  quia  ifii  in  neunburga  claustrali, 
cum  bambardis  Tagittando  ad  navem  plenain  panibus  buG  ire  Tolentem, 

28.  mari.  deftruxerunt.  Item  ufque  ad  28  marci»  in  quo  agitur  annus,  quod  banc 
domum  intravi,  in  quo  die  preterito  anno  fuit  magna  fexta  feria,  hoc 

15.  apr.  yero  anno  fuit  letare,  fepfem  Tz.  d.  9  d.  Item  ufque  ad  diem  coene 
domini,  qui  fuit  quinta  feria  post  tiburtii,  duas  libras  d.  4  fz.  8  d.  et 

11.  apr.  unam  anguillam  yalentem  20  d.  Item  die  palmarum  aput  mautaren, 
ex  opposito  ftain,  oetingenti  invasi  sunt  in  quadam  insula  danubii.  A 
militibus  regis  trieentis  fugati  noftri,  fubmerfi  multi,  interfecti  molti, 
capti  fere  centum  et  quinquaginta.  Ex  ftipendiatis  noftre  civitatis 
Yiennenfis  49.    Difcamus  itaque  fefta  diligentius  obfervare !     Item 

13.  apr.  tertia  feria  post  palmarum  emi  decem  metretas  frumenti  pro  feptem 
libris  d.  et  media  libra  d.  Item  quatuor  metretas  farine  cribrate  pro 
tribus  libris  et  media.  Item  quatuor  pro  tribus  libris  d.  FnH  enim 
mihi  nulla  fpes  de  conducendo  comitatu  nayium  oneratamm  viotualibus 
ex  kchrems  ad  Viennam,  prefertim  fupradictis  octingentis  Aigatis  et 
fparsis-  In  quibus  frumenti  fatis  habebo  ufque  ad  tempus,  in  quo  nobis 
fubvenire  auxiliis  fuis  vult  Imperator.  Nuntii  enim  yiui  ex  Vienna  ad 
grecz  miffi,  dominica  ante  Invocavit  (28.  febr.)  venientes  dicebant, 
caefarem  dixifse:  „quod  ufque  ad  pentecoftes  refiflerent  r^i,  tunc 
auxilio  venire  vellet*'  Item  dedit  Privilegium  Yiennenfibus,  quod  ipsi 
(int  liberi  ab  omnibus  taxationibus  vinorum,  quo  vellent  ad  Bavariam 
ducere  infra  hinc  et  feftum  pentecoftes  (ß.ßini),  fic  tarnen  quod 
inimicis  non  grande  commodum  ex  vinis  cedat.  Inimici  voluerunt 
habere  de  vase  fex  libras  d.  et  dimidiam  et  24  d.  Hodie  iterum  cefari 
nunciatum  est,  an  fibi  placeat?  Sed  nee  hodie  refponfum  habemus ! 
iam  dimidium  temporis  privilegii  transivit  0  quanta  fatuitas  et  cecitas ! 
Nemo  potest  in  aquis-  descendere,  quomodo  ergo  afcendet?  Dare 
licentiam  loquendi  elingui,  et  tempus  licentie,  etiam  si  loqui  posset, 
4.  apr.  negligere  et  impedire  I  Dominica  Judica  exercitus  regis,  capto  et  habito 
ftemelftarir,  ipso  relicto,  caftra  metati  funt  prope  neuburgam  forenfem 

15.  apr.    usque  ftokarau.    Item  in  coena  domini  obfidetur  caftrum  in  calvo 

monte,  et  hora  secunda  post  meridiem  lucratum  est.  Et  post,  in  dua- 
bus  fequentibus  horis,  duo  apad  danubium  fub  calvo  monte  fortalicia. 

16.  apr.    Item  in  magna  fexta  feria ,  mane  hora  quinta ,  fit  ingens  in  civitate 

rumor  de  venturis  navibus  ex  ftain  et  khrembs.  Et  eas  hora  fexta 
vidimus  ingentoß ,  plenas  victualium ,  bellicum  ad  modum  preparatas, 
„mit  erkcher,  thueren  vnd  auswerffund  wer,**  quales  danubius  nun- 


1484.  23 

quam  portavit,  cum  panneryf  et  armatis.  Hiram  noyitatem  oculi  nostii 
admirabantur.  Et  cum  exercitum  regis  fupra  neuburgam  forenfem     ^ 
tres  dicte  naves  pertranflrent,  innumeris  machinis  fagitate  funt,  quibus 
mortui  funt  e  veftigio  numj^ro  decem ,  quorum  feptem  corpora  jacere 
yidi,  lacerata  miserabiliter,  hie  per  medium,  hie  detruncatis  pedibus, 
hie  mauibus,  hie  ano.   Quibus  tota  ciritas  magna«  exequiaa,  secunda  19.  apr. 
feria  post  pafee,  fecit,  quales  vife  sunt  numquam  ad  S.  Stephanum. 
Que  quidem  naves  littora  non  liquissent»  fl  que  acta  erant  in  caivo 
monte  fcinfsent.  Immo  dum  ad  calyum  montem  yeniflent,  applicare 
yolu^unt,  et  nifi  dominus  deus  euftos  fuisset,   tam  prope  eas  perdif- 
femus.  Lachrimas  emiflsses,  fi  fanguinem  humanum  tam  late  in  parie- 
tibus  nayium  et  teetis,  et  portiones  carnium  humanarum  fparsas  tam 
habnndanter  yidisses!    Verum  hec  infortunia  prima  nayis  sustinuit, 
fequens  fere  nihil.  In  yigilia  pasee  exercitus  regis  a  danubio  ad  ciyi-  17.  apr. 
tatem  neuburge  forensis  castra  posuit,  et  secunda  feria  post  pafce  19.  apr. 
machinis  eam  eiyitatem  cepit  demolire,  et  quidem  die  noctuque.  Nos 
^lim  hie  Vienne  tonitrua  machinarum  perfaciie  audiyimus  fere  femper. 
Item  ufque  georgii  quinque  f.  d.  IS  d.    Item  quamdam  anguillam  24.  apr. 
valentem  20  d.     Item  pellem  rubram  (?)  yalore  60.     Item  ufque 
fextam  feriam,  que  fiiit  fequens  dies  post  iohannis  ante  portam  latinam,   7.  mai. 
duos  fl.  renenfes  ex  fchrat,  regis  yngarie  capto,  qui  fiiit  capitaneus  in 
caftro  in  ciyitate  prukch  fupra  leytta.     Item  unus  fi.  renenfis,  due 
libre  d.,  quinque  f.  8  d.  Eo  die  yenere  nayes  undecim  magno,  immo 
alique,  et  major  pars  ita  grandes,  quales  non  funt  yife  fupra  danubium. 
Omnes  egregie  munite  et  ad  bellum  ordinate,  mit  „tueren  wer,*^  ficut 
fuperiores  quatuor.  In  magna  fexta  feria  et  he  nayes,  etn  innumeros 
paffe  fint  („yonXIII  pefeczung,  da  fuer  fi  faren  haben  mueffen^)  ictus 
bambardarum,  unus  tamen  tantum  in  mautaren,  et  alter  in  neunburga, 
ietu  est  interfectus.  De  quo  laus  deo  I  Vidirous  eas  nayes,  fexta  feria, 
feptima  Mayi,  usque  noctem  post  meridiem  hora  octaya,  magna  cum    7.  mai. 
exultatione  et  plausu  totius  nostre  civitatis  Viennensis,  afferrentes  de 
frumento  mer  den  taufent  mutt,  mer  den  zway  taufent  feitten  fweinens, 
mel,  finalcz,  pratt  ynd  fleifz,  fine  numero  et  alia  yite  necefsaria. 
Bened ictus  dominus  deus,  cujus  misericordia  est  fupra 
nos!  Sequenti  die,  yidelicet  Sabatho,  yenit  huc  duodecima    8.  mai. 

nayis,  que  ex  comeatu  predicto  nayium  yn  Holenburg  relicta  mansit, 
quia  terram  in  danubio  4angens  ftetit  ibidem,  yenitque  majori  admira- 
tione,  preteromniumfpem,  maximis  multis  tentata  ictibus,  et  inimicorum 


24  1484. 

nayibus  quinque  ufque  ad  calyum  montem  persecuta.  Secunda  feria^ 

10.  mtl.   immediate  fequenti,  in  ecclesia  S.  Stephan!  dicte  deo  funt  gratie  de 

illa  mifericordia.  Ingens  populus  inoffertorio  ofGcii  de  trinitate  faneta. 

Qua  secunda  feria,  hora  feptima,  inimici  fturmam  fecerunt  in  civitatem 

neuburge  forensis,  fed  multum  lesi.   Coaeti  etiam  de  muro  ciritatis, 

quam  (L  quem)  nunc  confcenderant»  funt  terga  dare.     Item  usque 

16.  mai.   fequcnti  post  fophie»  que  erat  dies  dominica»  duas  libras  d.  5  f.  13  d., 

panes  magnos  tres  ex  neuburga,  parvos  tres  ex  neuburga.  Item  unum 

magnum  et  placentam ,  ralentem  quadraginta  octo  d.     Item  mediam 

malwafie.  Ea  nocte  Wulffendarffer,  eapitaneus  Cefaris,  post  libera- 

tionem  caftri  (nove  civitatis)  ^  ex  obfidione,  irit  ad  padam,  ciri- 

tatem  termarum,  cum  fere  octingentis.    Et  vi  ingrediens ,  padanos 

depredat  et  captiyat,  et  ne  ineenderet  domos  magnam  ex  padanis 

accepit  pecuniam.  Et  Hc  recefsit  ad  novam  civitatem.  Rerenit,  secunda 

31.  mai.   fcria  ante  penthecostes,  cum  300  equitibus  et  300  peditibus,  vadens 

2.  joD.   quarta  feria  ante  penthecostes  ad  tulnam,  inde  iturus  yersus  neubur- 

gam  forensem  cum  exercitu,  qui  ex  patria  mea  fupra  Anafum  congre- 

gatur,  ut  exercitus  regis  Ungariae  circa  neuburgam  forensem  obsessam 

depellantur.  Dens  det  ita  fieri !  Item  ufque  fextam  feriam  ante  pen- 

4.  jua.    thecoftes,  id  est  quarta  junii/natalis  primogeniti  iilii  mei  Leopoldi, 

quatuor  florenos  ungaricales,  renenfes  tres,  libras  d.  3,  octo  d.»  par- 

vum  panem  et  maximum.   Eo  die  indui  tunicam  novam  et  capucium, 

yalore  undecim  florenorum  ungaricalium.  (p.  6.)  Item  usque  ad  diem 

15.  Jon.    Yiti,  diem  inquam  toti  Austrie  deflendam  <),   duos  florenos  ungari- 

cales  a  prepofito  S.  dorothee.  In  yigiüa  Viti  iterum  duos  florenos  un- 

garicaies  a  molatica  gruenpekchin.     Item  unam  libram  d.  90  d.    Item 

29.  jun.  ufque  ad  petri  &  pauli  tres  florenos  renenfes,  tres  libras  d.,  ein  ftrich 

mells.  Quo  quidem  die  filius  gregorius  in  mortem  fere  infirmabatur. 

2.  jui.    Item  yifitationis  marie  unum  florenum  ungaricalem  &  medium  ab 

examinato  ad  licentiatum  in  medicina ,  magistro  Ulrico  ex  neuburga 


^)  Die  ErgSnzuog  ist  dorch  das  Folgende  gesichert,  lässt  sie  sieh  auch  nicht 
'  aus  unseren  bisherigen  Quellen  festigen.  Diese  sind  aber  auch  in  hohem 
Grade  mangelhaft  zu  nennen. 

^)  Diese  merkwürdige  Stelle  lehrt  uns ,  dass  durch  mehr  als  zwei  Jahrhun- 
derte der  Jahrestag  der  Schlacht  an  der  Leita  dem  Gestenreicher  ein 
Tag  der  Trauer  blieb.  Ein  ehrenvolles  Zeugniss  för  das  Herrscherhaus 
der  Babenberger! 


1484. 


25 


clauArali.    Item  usque  margarethe  duos  florenos  ungaricales»  duas  13.  jui. 
libras  d.  7  f.  12  d.»  agnellum  nignim.   0!  io  hoc  die  moritur  filius 
gregorius!  Dolcis  mi  puerl    Item  ufque  ad  diem  inyeiitionis  fte-   2.  aig. 
phani,  noftre  ciyitatis  advocati  apud  altifsimum,  feptan 
libras  denariorum ,  duos  florenos  ungarieales ,  plures  parros  panes 
Talorequadragintadenariorom.  Item  osque  undecimam  aogusti,  que  fiiit  ii.  aug. 
dies  quarte  ferie»  immediate  Laureneij  diem  fequens,  in  qao  hora 
quinta  de  mane»  quartale  unius  höre  ante  fextam»  ex  dei  gratia  nasci- 
tor  Cosmas,  filius  meua  tertius,  etbaptizatur  eo  die  hora  tertia  post 
m^idiem,  duos  florenos  ungarieales,  tres  libras  d.,  unum  florenum 
renenfem,  quatuor  f.  denariorum.  Super  quibus  benedictus  fit  deus 
gloriofus  in  exceUis.  Amen.     Item  usque  bartholomei  duos  florenos  u.  aog. 
ungarieales,  quinque  libras  d.,  quatuor  f.,  duos  denarios.  Debilis  fui 
eo  die.  Deus  nobifcum!  Amen.  Amen.  Item  uTque  fabatho  ante  natiyita-   4.  tept 
tis  gloriofe  Tirginis  marie,  cui  me  commendo,  4  libras  d.  quadraginta 
denarios,  unum  florenum  renenfem,  duos  magnos  eafeos,  et  unum  et  alte- 
rum  dimidium  paruos.  Item  duos  cacabos  viridi  yitreatos  pro  ortulis  ^). 
Quo  die  iui  ad  neuburgam  clauftralem,  yoeatus  per  prepofitum  ibidem. 
Deus  iter  felicitet!  Amen.  Reveni  ex  gratia  dei  letus,  illefus,  quinta 
feria  post  natiyitatis  marie^  (que  fit  benedicta !)  portans  meeum  octo   9.  sept. 
florenos  renenfes»  fex  fz.  d.,  feapham  segis  *),  duof  eafeos,  decem 
panes  dominorum  danonicorum,perdicem,  leporem,  flabellum  ex  pennis 
pauonis,  Antilucem  '),  Sudatorium.   Benedictus  deus  gloriofiis!    In 
yigilia  quoque  natiyitatis  marie,  (7.  sept)y  circa  horam  yesperis,  yidi 
neuburgensesforenfes,tunc  obfefsos,  exire  ciyitatem  neuburge  forenfis, 
(me  exeunte  in  neunburga  clauftrali),  cum  tribus'cumulis  et  tribus  pan- 
neriis.  Et  irruerunt  in  exercitum  regis,  cireupn  circa  per  totam  ciuitatem 
currentes,  miferabiliter  inyicem  confligentes.   Hoc  fepe  fepius  nunc 
fecerunt  Eo  die  ynus  eciam  ex  capitaneis  regis  bombarda  interfectus 
et  alii  multi.    Item  yfque  in  vigiiiam  mathei  tres  fl.  yngaricales,  quin-  zo.  sept 
que  libras  d. ,  quinque  fis.  d. ,  6  d. ,  rubeum  coreum  pro  calceis,  item 
eafeolum.  Durat  nunc  obfidio  ciyitatis  neunburge  forensis  ultra  yiginti 
duas  ebdomadas.  Que  quidem  ciyitas  neuburga  forenfis.  Anno  domini 


^)  Grfin  gltsirte  BlumeDi5pfe. 

')  1.  segetis,  nach  Du  Cange  Gloss.  6,  161  b.  Nr.  2.  „Granum  quod  inoleDdum 

defertur.« 
')  Wohl  ein  Lichtschirm. 


26 


1484. 


1477  in  die  mathei,  fefe  regi  Yngarie,  eandem  obfidenti,  dederat. 

27.  sept.  Item  ufque  ad  diem  fanctoruni  martirum  Cofme  &  damiani  fex 
libras  d.,  unum  fl.  yngaricalem,  vnum  reneofem,  22  d.   Lucios  tres  et 

4.  oct  piscem  a  menijs  (?)  nomen  aeeipiens.  Item  ufqae  ad  octauam  fane- 
torum  colmae  &  damiani  ynum  flor.  yngaricalem ,  fex  libras  d. ,  preter 
20  d.  Item  manutergium  pulcrum  per  dominam  monialium  in  nen- 
burga  clauftrali.  Item  cafeum  ex  dono  graffenwerder  de  ebergefling. 
Item  pulcerrimum  pergameneum  libellum  orationum»  propinatum  a 
domino  Wolfgango  rietentaler,  canonico  in  neuburga  clauftrali»  yalen- 
1.  oct,  tem  2  fl.  yngaricales.  Item  prima  octobris  1484  omnes  yinee  per 
pruinam  in  botris  fnnt  anibilate»  ac  ß  botri  elTent  elixate.  Fuit  enim 

2S.  eept.  dies  frigidifsima,  ufque  ad  glaces  fpiflionis  ynius  digiti.  Sequenti  post 
cofme  perit  melior  pars  ciuitatis  neuburge  clauftralis  per  ignem ,  et 

11.  oc(.   eciam  arx  eiusdem.   Secunda  feria  ante  cholomanni  prima  nix  cum 

magno  frigore.  Iterum  yinee  frigore  periclitate.     Item  ufque  in  diem 

12.  oct.   maximiliani»  uel  in  profefto  fancti  cholomanni,  tres  fl.  yngaricales, 

1  fl.  renenfem,  fz.,  fex  libras  d.,  69  d.  et  cafeum  cruciferum.  Laudes 

IS.  oct.    domino  iefu  chrifto  fi(n)t  fempiteme!  Amen.  Item  ufque  luce,  &  euan- 

gelifte  et  medici,  duos  fl.  yngaricales,  ynum  renenfem  12  fz.  9  d., 

13.  oct.    rephain.  Item  die  cholomanni  tercia  iam  yice  eligor  in  decanum  facul- 
23.  oct.    tatis  medieine.     Item  ufque  ad  diem  feuerini,  id  est  22  octobris,  habui 

ex  quodam  ciye  ydropico  ynum  fl.  renenfem  et  ynum  ciphum  argen- 
teum,  deauratum  intus  et  extra,  habentem  neuem  fere  latones.  Alias 
ex  quodam  famulo  cuiusdam  fabri  mundatorium  dencium  et  lingue, 
argenteum,  deauratum,  fuprafcriptio:  „cafpar  Walthafar  melhart,**  fi- 
ne  quinta  latonis  1  latonem  ponderans.  Alias  ynam  libram  denariorum, 

10.  oc(.  64  denarios.  Item  dominica  ante  Cholomanni  Cefar  ex  grecz  iuit  ad 
prouinciam  fupra  Anafum,  patriam  meam.  Ibidem  de  amouenda  obd- 
dione  ciuitatis  noui  triticiburgi  ^  difpofiturus.  Que  quidem  ciuitas, 
iam  fefTa  per  yiginti  feptem  ebdomadas  obfidione,  ßne  fale,  corio, 
lignis,  nutare  yidetur  et  deficere.  Yindemias  noftras  Viennenfes  nemo 
curat.  Raptim  furtimque  importamus  hoc  qualecunque  ex  yineis  prope 
ciuitatem.  Cum  tarnen  difpendio  yindemiantium,  fepUIime  abductorum, 
yirorum  et  mulierum,  cum  quibus  inimici  yineas  et  nostras  et  fuas  coli- 

2s.  oct.   gunt,  laidt  ynd  pottingen  mit  moft  zuhakcht.     Item  Simonis  et  Jude, 


^)  Das  ist  Korneuborg. 


1484. 


27 


apoftolorom  meorum*  ynom  fiorenum  yngarieaiem,  doos  renenTes,  duas 
libras  denarionim.    Item  cafeum  vniiin  geimnicalem  (?)  ex  capris. 
Item  qaataor  libras  denariorum,  9  denarios  ufque  martini.    Item  in  ii.  nav. 
qnarta  feria  poft  omnium  fanetormn  thobias,  cäpitaneus  regia,  magnum   3.  dot. 
damnum  feeit  in  rindemiatores ,  bambardarios  nostros  captiuando, 
ecelesias  in  Aterkohring»  ecciesias  dieo  fancti  lanperti  et  fancti  Wol- 
fangi,  facramentom  eiiciendo,  comburendo.  Fugam  enim  noftri  ad'  eaa 
dedere»  et  cum  prior  arderet»  aquam  ex  baptinerio »  ex  ruis,  ex  yrina 
colligentes,  jgnem  extinxerunt.  Item  cnriam  ipsius  marottinger,  ciois 
Viennenfis,  eeiam  igni  dedenint.  Poft  quem  diem  tota  rindemia  caflata 
eft^etceflamus.  Nunc  25Tngaricales,  22  renenfes,  SSIibras 
denariorum,20denarios  ab  i]lorigno«(/eA/(}*Summaindo- 
mino  TngaricaIes86,Renenre873,librasdenariorum  178, 
nifi  omnia  in  pecunia,non  rebus, Summa 400 talenta,  10 talenta, 
fine  KO  denariis.  Item  ufque  ad  Aduentum  domini  tres libras  denariorum, 
Tnum  fiorenum  vngaricalem,  3B  denarios  et  rephain.    Item  die  Katbe-  Vi,  nov. 
rine  venit  rex  Vngarie  in  propria  perfona  ad  exercitum  ante  neunbur- 
gam  forenfem,  et  fexta  feria,  que  fuit  dies  immediate  fequens  diem  26.  nov. 
Katherine,  jpfe  per  danubiuro  congelatum  iuit  ad  neunburgam  elau- 
stralem.  Et  die  dominieo,  in  aduentu  domini  dominica  prima,  mint  2S.  nov. 
tbobiam,  yt  eapitaneum  puerchardum  chienberger,  militem  in  ciuitate 
neuburge  forenfis,  feriofe  alloqueretur,  ut  fe  in  dedieionero  regis  daret, 
uel  rex  Teilet  omnem  rim  fine  mifericordia  ipfis  impendere,  fine  omni 
graeia  futura.      Item  fequenti  poft  Andree  compaetatum    i.  dec. 
eft  inter  kehienberger  et  regem  rngarie   de   (o  acres 
milites,  etnos  miferos  auftrales!)  deditione  ciuitatis 
neunburge  forenfis.  Et  in  profesto  barbare  rex  intra-   3.  dec. 
uit   predietam   ciuitatem.     Die  vero  barbare   yidimus   4.  dec. 
exercitum  regis  renientem  in  bardeam  noftre  ciuitatis 
per  danubium  congelatum,  hora  nona  de  mane,  et  ante 
primam    eiusdem   diei  poftmeridiem   pudendam    dedi- 
cionem  in  duobus  fortalicijs  eitra  danubium,  vnum   ad 
ponfem  medium,  alterum  pey  dem  neyn  pruch,  hoceft 
alueum  factum  per  riiennenfes  et  completum  die  marci 
1483,  fecerunt    Fortalicium  rero  tertium  tranf  danu- 
bium  adbuc  fweyucer  cäpitaneus  tenet,   quod  tamen 
inimici,  poft  vefperam  in  die  barbare,  fortiter  inbel- 
laueruttt,  fed  fruftra.    Et  multis  interfectis,  ea  nocte 


28  1484  et  1485. 

recefferunt  ex  bardea,  fortalicijs  prius  cum  militibus 
yngaricalibas  optime  conftipatis  et  firmatis.  Eaque 
nocte  hij,  qui  fuere  in.  fortalicio  „Symanyn  flaut** 
fugam  fine  yi  dedere,  relictis  rebus  omnibus  in  for- 
talicio, nuUo  yifo  inimico,  Alfo  das  der  chunig  ayn 
teber   mer  gebungen  hatt,   den    er  hatt  geweft.     Item 

«.  dec.  ufqüe  Nicolai  ynumflorenum  renenfem,  duas  libras  denariorum,  7  fz. 

7,  dec.   denariorum,  repphain.  Tercia  die  poft  barbare  reuerfi  funt, 

qui  fugam   dederant   ex   fortalicio   fimaning.      Lucie 

13.  dec   depredatur  grinczing  et  yicini  eorum  et  neuburgenfes. 

6.  dec.   In  feste  Nicolai  prouifum  eft  in  necefsarijs  fortalicium 

10.  dec.   in  lupo  prope  pontem.    Feria  fexta  ante  Lucie  in  cre- 

pufculo  rex  prouidit  duobus  fortalicijs  in  bardea  in 

multis  neceffarijs  in  propria  perfona.  Venerunt  circa  bos 

dies  duo  prefbiteri,  a  cefare  multas  fpes  nos  adiuuandi  in  fcriptis  et 

yerbis  apportantes.  De  facto  expectamus !  Qui  quidem  facerdotes  fpem 

hanc  bodie  in  confulatu, '  prefentibus  confulibus  et  nominatis  yiennen- 

ßbus,  promiferunt.  Hecque  cum  fcriberem ,  yenerunt  ex  La  ad  yien- 

18.  dec.   nam,  hora  tercia,  quarta  feria  poß  Lucie,  15  Decembris,  ducenti 

equites,  tricenti  bambardarij  feiaginta  baliftarij.  Vfque  ad  eum  diem 

tres  libras  denariorum  minus  7  denarijs,  rukpratten,  fwaifburft,  prat- 

wuerft,  propina  .  .  laus  deo  omnipotent!,  cuius  mifericordiam  cantem 

iuetemum:  amen!  amen!   cum  meo  filiolo  gregorio.  Inidipfum.  (?) 

Sicque  cum  laude  dei  finem  accepit  annus  doctoratus  mei  octauus. 

16.  dec.    Dens  craftino  die  16.  Decembris  det  felix  principium  noni! 

IHC.  Hinc  omne  principium  et  exitus  omnis  buc  eft  referendus. 

Incipit  ergo  in  benedicti  dei  nomine  annus  doctoratus  mei  nonus,  quem 

deus  pro  fua  mifericordia  et  remiffiori  ira  fuper  hanc  ciuitatem  yien- 

^^g        nenfem  feliciter  terminare  dignetur.  Amen.     A  16  ergo  decembris 

5.  jin.  1484,  ufque  in  yigiliam  epiphanie  anni  148S,  duof  florenos  yngari- 
cales,  ynum  renenfem,  10  grofsos  bohemicales,  83denarios,  ain  ftricb 
mei,  quinque  propina  de  mactata  fue,  repphain,  3  Koppayn,  de  apro 
filuefti'i  magnum  fruftum.  Benedictus  deus !  pleni  fint  ceii  et  terra 
gloria  fua !  Inidipfum.  (?)  Et  tres  libras  detiariorum.  Iftis  diebus  facta 
funt  multa  et  mira  in  hac  ciuitate.  Danubius,  fortiflime  et  diu  conge- 
latus,  foluitur  in  yigiiia  thome  apoftoli  (20.  dec.  1989.).  Mutatur 
confulatus  et  in  numero  augetur.  Innouatur  modus  electorum  et  electio 
ofBcialium.  Rem  yidiffes  inauditam,  per  yifcalem  mifliiro  huc  ad  Vien- 


im  29 

nun^  fere  defieientem  auctoritate  Imperatoris»  cuius  auctoritate  Yienna 
nouam  faciem  accepit.  Longa  e&ent  rerba,  eciam  11  per  compendium 
fcriberentur.     Item  ufque  Antonij  tres  floreDOS  yngaricales,  vouin  17.  jan. 
reoenfem,  onam  libram  denariorum,  6  fz.,  25  denarios,  propina :  fau- 
geflecht  9.    Ex  domo  Sancti  iheronimj  magnus  panis  Hmilagineus. 
Item  fexta  feria  poft  pauIi  duas  libras  denarionim,  7  denarios,  rnua 
paruus  paniC  qui  olimyno  denario,  iam  quatuor  yenditur.  Item  10  oua, 
ynum  yalet  tres  denarios.    Ea  die  •  fcilicet  6  feria  poft  pauli ,  rex  %s,  j«d. 
vngarietres  exercitus  poAiit  ante  yiennam.  Hora  quidem  12'  machinis 
et  bambardifl  in  cinitatem  et  fubm*bia  minatmr,  fagittauit.  Eaque  noete 
aput  nouum  alueum  fortalieiam  incepit  (pag.  7)  edificare,  noftris  tum 
fagittis  ex  bambardis  ferpentibus  fruftra  .renitentibus ,  cum  tamen 
morte  multorum  laboraneium  aput  fortalicium.  Prius  exercitus  aput 
„hunczmul,*'  alter  ad  Tanctum  bartholomeum,  tereius  in  Wering,  ufque 
fere  ad  danubium.  Eo  die  mittitur  ad  cefarem  nuneius :  geir.  Premiili 
funt  plures.  Vifcalis  eo  die  mane  fpeificat  ciuitatem  in  confulatu  de 
meiioracione  in  14  diebus.    Item  dominiea  fequenti,  que  fuit  Septua-  so.  jan. 
gefima,  duos  florenos  renenfes.     Item  precedenti  quinta  feria  ynum  t9,  jan. 
florenum  yngarical^n  et  medium  a  magistro  friderico  grefler»  quem 
ad  licenciam  pridie  prefentaueram.  Examinayimus  ad  gradum  liceucie 
in  medicina.     Item  fequenti  poft  fcolaftice  ynam  libram  denariorum»  11.  febr. 
26  denarios.   Multi  a  cefare  yenere  nuncii,  a  nobis  mi(Ti,  non  nifl 
yerbalem  fpem  afferentes»  yerum  firma  fpe  res  expeetamus.  Perfecta 
funt:  fortalicium  „pey  dem  neupruch**  et  pons  fere;  item  fortalicium 
„auff  dem  fpercbenpubl;**  item  fortalicium  in  gumppendarff. 

Mirabiles»  die  yafchangi  15.  februarij»  litere  15.  febr. 
cefaream  per  maieftatem  ex  Lintz  agathe  A9iie,(5.febr.) 
nobis  Viennenfibus  attulere  eonfolationem,  narrantes 
prineipis  Maximilinni  noftri  adyentum  propediem, 
inFrankfordia  iam  exiftentis  cum  electoribus  imperij. 
Haetenus  ynum  florenum  yngaricalem,  4foIidos,  14  denarios.  Die 
dnerom  rex  Mathias  Vngarie  cum  octingentis  equitibus  iuit  de  exercitu  16.  febr. 
»zyrering*^  ad  neyburgam  forenfem,  ybi  expectatus  fuit  a  legacione 
jmperatoris  turcormn,  larga  munera  regi  Vngarie  oblatura»  decem 


>)  Gewiss  mclits  ab  Lunge,  Leber  und  Gekröse  eines  Schweines.  Vergleiche 
,,Iiigeschlechi<*  und  „EingesChlacht,''  bei  Schmeller  bair.  Wb.  3,  427- 


30  im 

camelis  uel  drumedarijf  adducta.  Eoque  die  Cineroin,  ad  noctem  hora 
fere  nooa,  magiater  ciaium,  dominoa  ftephanus  en,  exrait  cum  quin- 
gentis  equitibus  verfus  nouam  ciuitatem»  Lintz  yfque  oefarjeam  petendo 
maieftatem,  eidem  neceCTaria  huic  ciuitati  declafando,  confcriptum 
populum  huius  ciuitatis,  et  cibum»  et  euacüatas  burfaa  iam 
fere  per  triennium!  Hunc  et  fuos  comitea  dens  concomiteturl 
Haetenus    tres    florenos    renenfes    a    prepofito    sanete   dorothee» 

23.  febr.  item  41  denarios.  Item  ufque  in  yigiliam  mathie  apoftoli  3  folidoa 
denariorum,  6  denarios,  vnum  florenum  renenfem,  a  prepofito  sancte 
dorothee.  Item  vnum  yngaricalem,  banf  rerber.  Item  eo  die  yenere 
nouitates,  ducem  Sigismundum  in  atbafi  mortuom  ^).  Item  Maximi- 
lianum  electum  in  regem,  romanorum.  Item  eo  die  exioit  edictum 
ciuitatis,  quod  nullus,  fub  pena  y  talentorum,  yendat  pifces  in  foro 

26.  febr.  pifcium.  Res  tres  mirabiies !  Item  fabato  ante  reminifcere  ynum  flo« 
renmn  yngaricalem,  hanf  y erber,  4  folidos  denariorum«  Item  dnos 
florenos  yngaricales  a  doctore  ioanne  pilgram  ex  enczefdarff  maiori, 

1«.  mart.  cuius  medicus  fui,  ipfo  manico  et  paralitico  exiftente.  Item  16.  marci, 
que  fuit  quarta  feria  poft  letare,  ynnm  florenum  yngaricalem,  zwitarin. 
Item  y^or  magiftri  ciuium  panes,  yalore  40  denariorom.  Item  9  fz. 
denariornm,  3  denarios.  Et  eo  die  fuit  edipzatus  fol  integraliter.  Quam 
yidi,  bora  precedenti  eclipfln  fui  confeflus.  Eo  die  inyeni  florenum 
yngaricalem.  Eo  die  maxima  machinarum  yi  rex  yngarie  demolitus  eil 
fortalicium  aput  lupum  prope  medium  pontem,  et  in  dedicionem  coegit 
pridie,  ineipiens  circa  meridiem.  Hodieante  meridiem  yi  obtinuit,  inye- 
niens  quatuor  oneratas  frumentis  et  alimentis  naues,  nobif  adducendas, 
quas  quidem  naues  cum  alimentis  yidimus  quidem,  fed  non  guftauimus, 
quia  de  predicto  fortalicio  ad  nos  duci  non  poterant  pre  inimicorum 
potencia.  Eoque  mane  in  crepufculo  quatuor  ftipendiarios  bobemos 
hereticos ,  homicidas ,  qui  ipforum  capitaneum  eciam  hereticum  occi- 
derunt,  iudex  ciuitatis  decapitari  fecit  per  quintum  ex  ipforum  focijs» 
qui  propterea  iiberatus  fuit  a  morte.  Non  enim  üctorem  babuimys, 
Eoque  die  ad  noctem,  yerfus  mediam  noctem,  ex  noua  ciuitate  yenere 


^)  War  aber  eine  falsche  Nachricht;  denn  Sigismund  mit  dem  Beinamen  der 
-     Reiche,  seiner  vielen  Besitzungen  an  der  Etsch  wegen  oben  ^^Sigismundua 

m  athas!^  genannt,  starb  erst  am  4.  Min  1496.  Vide  Herrgottes  Monmn. 

T.  IV,  P.  1.  S.  a09  mid  «10. 


1485.  31 

eentum  eqoites  et  xl  currus  cum  aUmentis»  KO  boues«  Decima  septima  it.  mart 
rero  ouurci  idem  rex  ineepit  iterain  de  noao  edificare  fortaliciuin  in 
wardee,  in  loeo  qai  wolgari  lingua  dieitur  »ym  hongynden  art.**  Eoque 
die  ad  noctem  obfedit  eaftrum  eberfdarff,  fagittando  tota  noete.  Et 

18.  mard,  que  fuit  fexta  feria  poft  letare»  id  fibi  datum  eft  per  ridaam  18.  mart 
et  reUetani  yiti  de  Ebersdarff  circa  meridiem.    Nos  autem  eo  die» 
ridelicet  18.  marci,  ante  decimam  cum  ftipendiarijs  noftris  et  fapra- 
dietia  eqnitibas  tentanimus  impedire  Edificacionem  fortalicij    »ym 
hangiinden  art,**  et  gladio  cecidere  ex  inimicis  fexaginta.  Capti  autem 

fönt  dacenti  et  mdecim,  Yulnerati  23,  quomm  uulnera  ego  ligari  vidi 
et  nüferieordia  motos  non  paraa.  Scbaafil,  Krampen  und  bayn,  als  yn 
dy  tuna?  gwarffenl  gloria  in  omnibus  flt  deo!  Item  17.  marei  aput  17.  mart 
edificacionem  fortalicij  »ym  hangerart^  ex  turri,  qui  nomen  babet  ex 
caftore,  globo  bambarde  in  latere  regis  mgarie  interfectus  eft  quidam 
nobilis  capitaneua,  nomine  permencco.  Supradicti  autem  equites  cen- 
tmn,  peraeta  inpedicione  fortalicij»  e  ueftigio  aput  portam  fancti  Nicolai 
exi(e)re»  deeem  equites  regis  ceperunt,  et  duos  currus,  ducentes 
radorem  mille  florenörum.  Tandem  19.  marei  fortalicij  noui  edificacio  19.  mart 
igai  datur  ufque  in  terram.  Item  fabatbo  ante  pafce  13  fcbillingos  %,  apr. 
xi  denarios,  panem  ralore  40  denariorum.  Item  4  panes  Talentes  24. 
Item  ynum  florenum  renenfem»  jtem  Youm  rngariealem.  Eo  die,  mane 
bora  prima,  renit  cum  eentum  equitibus  magifter  ciuium  infperate» 
fme  inimicorum  lefione  yeniens  a  cefare,  paucas  afferens  confolaciones 
reales,  verbales  credo  multas.  De  maximiliano:  propriam  eius  maxi- 
milkni  manum,  venturi  cum  alijs  principibus  Imperij.  Dens  det  nobis 
faam  pacem,  faciat  mundus  fieut  Tohierit!  Amen.     Item  ufque  ad 

19.  aprilis  vnum  florenum  vngaricalem,    vnam  libram  denariorum,  19.  apr. 
3  (z.,  9  denarios.   Eo  die  noftri  vi  adduxerunt,  furfum  ab  art,  tres 
naues  travnales  frumentorum  et  fiarine,  fumma  14  mutt.    Noftri  cum 
inimicis,  ab  bora  quarta  mane  ufque  ad  octauam,  certare  aput  naues, 
ufque  ad  Viennam.    Cecidere  ex  inimicis  longo  plures  quam  eentum, 

en  noftris  vnus  tantum.  Rex  Yngarie  a  longo  eonfpiciens,  yadum  quod- 
dam  Yolens  tranfire  ynacum  equo,  merfus  eft  in  danubium,  fed  tarnen 
releuatus,  eaftrum  eberftarff  bene  madefactus  petiuit.  Poftridie  forta-  20.  apr. 
lidum  prope  fanctum  paulum  et  fanctum  marcum  ineepit  edificare, 
penes  danubium.  Item  ufque  georgij  1  florenum  renenfem,  82  denarios. 
£0  die  rex  yngarie  exercitum  pofuit  ad  fanctum  marcum.  De 
aduentu  maximiUani  defperatur,  et  de  omni  oeforis  auxilio.  Tantum 


32  1485. 

5.  mig.  habemus  fpei  qoantum  eommederel  Item  fequenti  poft  floriani  ex 
practica  habui  nouem  fz.  denariorum.  Item  ex  ftipendio  lecture  daos 
florenos  renenfes,  propter  (quod)  angariam  amii  domini  1482,  a  cracis 
ad  aduentum  domini.  0  famem  magnam!  Hodie  in  domo  mea  earnes 
equinas  comedimus.  Yaccarum  caro  iam  non  eft  confueta,  bouina  modo 
non  reperitar.  Libra  carnis  raecine  14  denariis  renditur,  eqiiine  fex 
denarijs,  vituline  quadraginta  denarijs!  Gallina  pro  tribus  folidis, 
ouum  pro  quinque  denarijs  •  metreta  auene  4  fchillingos  denariorum, 
metreta  farine  cum  furfuribus  14  fcbillingos  denariorum.  Longum 
effet  omnium  precia  confcribere. 

4.  m^u*.  Eo  die  floriani,  in  ejus  bonorem,  ad  eius  ymaginem,  bec  metra 

compofui: 

Auftria  fuperior,  floriani  fangaine  fdix. 

Et  ciuitas  ÄDDaAim,  hac  femper  ymagine  gaude. 

Eoque  die  floriani  ad  noctem  rinculis  datur  et  captiuatur  anti- 
quus  magifter  eiuium  huius  ciuitatis,  laurencius  Haym,  miles  auratus. 
Camerarius  ciuitatis  Tenkcb  etiam  yinculatus  ferro  fuit  ante  10  dies 
(24i.  apr.).  Ambo  a  ciuitate  ifta,  propter  malam  traetacionem  rerüm 
8.  miy.  ciuitatis  in  annis  precedentibus  in  fuis  officijs.  Dominica  ante  afcen- 
ßonem  domini,  ad  noctem  fere,  tota  ciuitas,  mulieres,  monacbi  et  mo- 
niales,  fuere  aput  rubeam  turrim,  expectantes  tres  nauef,  venturas  in 
danubio,  afferentes  in  faccis  farinam,  littora  petiture  in  medio  forta- 
liciorum,  fcilicet  lanteber  et  aluei  noui  marci  ^).  Sed  frullra  tota  nocte 
expectantes,  nemo  venit.  Verum  circa  medium  noctis  clamor  factus 
eft,  naues  venilTe.  Occurrunt  omnes,  Ted  fruftra  ufque  ad  ripam 
danubij.  Vltimus  labor  bic  fuit.  Pro  alimentis  defperati  itaque  ciues 
cogitant,  quid  et  qualiter  cum  rege  tractent,  et  fit  conclufio  prima 

10.  m^i,  fuper  tractatu  de  ciuitatis  dedicione.  Sequenti  die,  tercia  feria,  con- 

clufio predicta  deuoluitur  ad  prefidem  ciuitatis,  yifcalem  imperij,  qui 
graui  animo  audiuit.  Eaque  nocte  iterum,  ficut  precedenti,  expecta- 

11.  m%).  uimus  naues,  fed  gratis.   Tandem  in  vigilia  afcenConis  decapitatur 

tbomas  tenkcb,  ciuis  in  vienna ,  et  camerarius  olim  et  judex  ciuitatis, 

12.  mig.  propter  furtum, quodfecit ciuitati.  Die afcenOonis,  poft nonas, maxima 

fit  congregatio  eiuium,  que  numquam  fuit,  vnanimiter  petentes  presidem, 
ut  paciscatur  cum  rege  de  liberacione  ciuitatis  ex  tanta  fame.    Sed 


<)  Der  Taber  bei  der  „Anlende,*'  und  jener  am  Neubruche  zu  St  Marx. 


14Stt. 


33 


reiiiiit  conftanter,  cooaicia  aliquando  ciaibos  dicens,  et  ipG  fibi:  „Quia 
princeps  nofter»  FVidericos  Imperator  fereniflimus,  nihil  fuffragii  et 
auxilij  foeit  eiaitati.''  Et  in  loeo»  in  qnem  naues  renturas  fperaoimus» 
rex  fortaHciom  incepit  confbmere»  tertia  feria  ante  afcenflonis.    Item  lo.  mi^*. 
feria  fexta  pofl  afcenflonis,  mane  poft  mediom,  hora  prima,  rex  ex  13.  mij. 
quatuor  mondi  partibus  magnos  per  bambardas  lapides  in  eiuitatem 
fagittat  In  quatuor  loeis  sturmam  in  fepibus  faeit  fuburbij.  In  fuburbio 
tarnen  fancti  Nicolai  rictoriam  habuit.  Sequenti  die,  fabbatho  fcilicet,  14.  mi^* 
in  quo  ftrit  eoniunctio  felis  et  lune,  fub  coniunctione  congregata  rni« 
uerfitas  fcribit  litteras  ad  regem  pro  faluo  conductu  aliquibus  de  yni- 
uerfltate ;  ut  ipfl  cum  aliis  prelatis  et  clero  orent  regem  et  placent 
animum  iratum  eius  in  eiuitatem.    Die  afcenflonis  miles  Hayn,  olim  iz.  mig. 
magister  ciuium ,  ad  domum  furum  ducitur,  infra  decimam  et  vndeci- 
mam  ante  medium  noctis,  ut  ad  cordas  tractetur  ^),  Hactenus  in  prac- 
tica 7  fchilliqpos  denariorum,  1  i  denarios.  Nostri  legati  die  dominico  is.  miu- 
erant  et  placare  animum  eius  incipiunt  et  ut  det  ciuibus  terminum  ad 
mittendum  nuncios  ad  jmperatorem.   Sed  fruftra.   Eo  die ,  et  tercia 
finria,  et  quinta  feria  laborauerunt ,  verum  inducias  predictis  feptem 
diebus  dedit  rex  ciuitati ,  in  quibus  a  bello  celTatum  eft.  Hactenus  in 
practica  xi  fchillingos  denariorum,  unum  florennm  ungaricalem,  qua- 
tuor libras  camis  yaccine  et  quartam  partem  ex  ubere  yaccino,  a 
domina  de  pottendarff.  Empta  fuit  Tacca  14  florenis  yngaricalibus, 
roetreta  farine  communis  cum  furfuribus  duobus  florenis  renenflbus. 
Ipfa  vero  quinta  feria  ad  noctem  omnis  in  armis  fuit  ciuitas  in  fepibus  lo.  miu'. 
fabyrbij,  non  aliud  cogitantes ,  quam  quod  rex  ftuermam  ea  nocte  fit 
facturus.  Omhis  homo  yiriliter  ea  nocte  et  animofe  hoc  idem  expectauit, 
ymo  et  deflderauit.  Mane  facto,  hora  quinta ,  congregatur  yniuerfltas.  2o.  mig. 
Venit  ad  eam  magifter  ciuium  et  multi  ciues,  apportantes  multos  arti- 
eulos  in  cedula  confcriptos,  dicentes  nobis ,  0  quid  eis  addere  uel  ex 
eis  deponere  yellemus.   Continebant  autem  condiciones ,  fub  quibus 
noflram  eiuitatem  Yiennenfem,  fame  compulfam,  regi  darent.  Refpon- 
fum  fuit  eis :  bene  elTe  compofltos,  et  eis  placere,  et  eis,  fcilicet  ciuibus. 


^)  Das  ist  am  „geseilt^  su  werden.  „Domus  furum^  das  alte  „Deuphaus''  lag 
in  der  «Rauhensteingatae,*^  nicht  „Himroelpfortgasse^  wie  es  allenthalben 
beisst,  und  trSgt  jetst  die  Nummer  933.  Vergl.  Scblager*s  Wiener  Skiszen, 
4,  181. 

Fontes  VIII.  3 


•     34  im. 

21.  nm'.  affiftere  perfonaliter«    Et  ia  Tigilia  penthecoRes  cum  eifdem  exeunt 

articulis  ad  regem ,  cum  quo  tractauerunt  tota  die  ufqae  ad  noctem. 

23.  mfu*.  Secunda  feria  in  feßibus  iterum  exeunt  ciues  ^i  eoncludunt,  eiuitatem 

effe  regia,  H  imperator  eam  non  defenderit,  et  intromittere  eum  velint 
in  Tigilia  .corporis  chrifti  (l.jun,),  Huius  tractatus  littere  a  eiuitate 

22.  miy.  mittuutur  ad  jmperatorem »  die  penthecostes  hora  seouada.  Liltere, 

jnquam,  plene  lacrimarum,  cefareamque  maieAatem  fere  ralediceyitefl. 
Vale  itaque  mi  cefar!  qui  omnibus  auftrie  prindpibua  tua  negligencia 
et  pecuniarum  amore  magnam  maculam  inieciflL  Paolfti  noA  Terbia, 

24.  mij.  Don  fequentibus  fignis.  Hactenu^  in  profesto  yrbani  unam  libram  dena- 
27.  m^j.  riorum,  23  denarios.  Sexta  feria  ante  corporis  cbrifti  cefarei  officiales 

Yiennam  exeunt,  arce  claufa  relicta,  quam  aperuerunt  ciuef^  ut  mnn- 

25.  mig.   dareturpro  rege  Vngarie.  Sabbatbo,  in  quo  die  hora  decima  intrauit 

Yiennam  dux  ioannes,  filius  regis  matbie  yngarie,  primo  ad  eceleOam, 
tandem  yn  das  praghauGs,  tandem  ad  balneum,  propter  quod 
est  ingreflfus,  et  alij  quam  plurimi.    Iterumque  ad  caßra  fua  ante 

29.  miy.  occafum  folis  rediere.     Hactenus  dominica  trinitatis  6  fchillingos 

deaaciorum 12   denarios.     Item  ufque  fecundam  feriam 

6.  Jon.  poft  corporis  Cbrifti,  que  fuit  fequenti  poft  bonifacii,  tres  übras  dena- 
riorum«  unum  florenum  yngaricalem»  tres  fchillingos,  feptem  deoarios, 
panes  sine  numero.  In  quo  predioto  ciuitas  Vienivenfis  iurauit  regi,  et 

K.  Jon.    Aio  filio,  et  regno  Vngarie,  et  eorum  fequacibus  fidelitatem.  Bonifadj 

1.  Jon.  intrat  eiuitatem  regina,  rex  in  vigilia  corporis  Cbrifti  (cum}  octo 
milibus  hominum  electorum,  tribus  exercitibus,  non  in  omnibus  bene 
.rounitis.  Predictisque  diebus  mittuntur  littere  a  rege  ad  totam  austriam, 
ut  lue  ad  feftum  iohannis  baptifte  (29.jmn.)  compareant  omnes  et 
perfonaliter.  lUC. 

(p^8.)  ^Imponit  finem  fapiens  et  rebus  honeftis.* 

14.  juo.  Post  oaptam  Yiennam,  in  vigilia  riti,  babui  ex  practica  quatuor 

libras  denariorum,  tres  fchillingos  denariorum ,  mum  florenum  vnga* 

22.  jDD.  ricalem.  Achacij  vnum  florenum  vngaricalem,  duas  libras  denariorum, 
tres  fchillingos,  viginti  denarios.  Quo  die  achacii  congregatis  omnibus 
yniuerfitatis  lectoribus  retulit  magifter  ille,  quem  habuimus  in  muta  ybs  9» 


>)  Die  Wiener  UnirersHftt  hatte  damals  aus  der  Mauth  zu  fps  jährlich  800 
Pfunde  Pfennige  zu  beziehen.  Yergl.  den  im  Sinne  des  Testamentes  H. 
Albreebts  lU.  abgefassten  Stiftbrief  H.  Wilhelms,  dto.  Wien  am  4.  Juli 
140S,  in  R.  Kink*s  Geschichte  d.  Univers.  I,  2,  30  mit  1, 1, 137. 


±4»%.  35 

qooddomitttts  dixerit Imperator:  »oullum  fe  nobis  Toluere  de  preteritis 
ftipeadiif  Teile»  G  oboiam  regi  TDiuerfitas  dedUTet  in  introit«  huius 
chiitatis.*'  Die  feptem  dorDiieneium  dias  libras  denariorum»  et  rex  27.  joi. 
Viigarie  tulnam  eaptam  intrat  Et  reuereadus  pater,  compater  meus  ad 
eedoMMi  iUuoi  meiun,  prepoßtas  ia  neubarga  clauftralj ,  mortem  obijt, 
iaannea  HechteL  Sub  quo  canoiiizatiis  eft  Leopoldas,  auftrie  marcbie» 
die  trium  regom  (6.  j^fu)  148K.  Margarethe  trea  florenos  yngaricalea»  13.  jui. 
ex  ^bufl  Yiuia  ftut  a  laonaAerio  fanete  dorothee.    Item  qualuor  libras 
deaarioriiBi.    Item  Tnum  Ciogulum  a  prepofito  farichtenauer  Werdenfl. 
Item  rmirn  cafeum,  eingulum»  videlicet  vnus  fiorenus  renenfis,  cafeus 
riginti  denarü.     Item  vifitacionis  marie  vnum  florenum  vngariealem   z.  jm. 
ex  diiobus  waccalariaBdis  in  medioina  examinati»  et  promotis.     Item 
quinta  feria  poat  margarethe  ex  leetura  duas  libras  denariorum,  fex  14.  jui. 
denarios»  ia  angariam  a  crucis  ad  lacie  amni  dominl  1482.    It^m 
feqnentipoftmagdalene  trea  libras  denarioram^rnam  florenum  renenfem.  23.  jui. 
Eo  die  incepi  dueillare  ^  vas  rini  42  rrnarum,  pro  14  denarijs  rnam 
oetauam,  quod  emi  1482  i&  vindemijs  eiusdem  anni  ex  ealuo  monte. 
Dens  bene  faueat  oro!  Ebibitur  feria  Texta  poltiacobi.  Recepi  libram,  20.  jui. 
80  deoarios.Ufquead  illum  diem  quinque  libras  denariorum  et  paruum 
equom  ex  prepofito  werdenfi  farichtnaur.  Laas  deo.     Item  ufque  ad 
YigUiam  laurencij  quinqoe  libras  denariorum»  vnum  florenum  renenfem.   9.  aug. 
Ib  qua  yigilia  Laurencij  termaf  petiui  et  reueni  fabatho  ante  bartho*  20.  aug. 
lomei.    Haboi  interea  vnum  florenum  renenfem»  13  fchillingos.    In 
proüesto  Auguftinj  tres  florenos  vngaricales,  vnum  florenum  renenfem»  27.  aug. 
quatnor  Ubras  denariorum»  74  deaarioa.  Ipfo  die  Auguftini  tres  libras  28.  aug. 
denariorum  9  45  denarios.  In  profesto  Egidj  tres  libras  denariorum»  3i.  aug. 
duos  florenos  vngaricales.  Eo  die  ablactatus  eft  filius  meus  Cofmas 
tiebtel»  qut  eo  die  egit  ynum  aaaum»  tres  ebdomadas.  Dens  benedietus 
pveeibos  fancti  egidj  patroni  in  grein»  patria  mea»  fit  nobis  pröpieius 
et  benignus  I  0  bncte  Egidi»  lactatos  cerua»  tu  ablactatum  refoue 


>)  Dtft  iM:  anMpfem  D«  Cange  Glese.  3,  11  htt  «edseillare.«'  Verg).  ibid. 
%  947  »Ducillus,''  welches  den  Zapfen  des  Fasses  bedeotet»  „dueilla,<<  wie 
man  sieht,  im  Allgemeinen  eine  Quantität  Wein,  ein  Fass  im  Allgemeinen» 
welche  erst  durch  den  Beisatz  des  Preises  näher  bestimmt  wird.  Auch  die 
späteren  Stellen,  zum  7.  März,  30.  Juli  und  9.  Sept.  1487,  geben  keine  be- 
atiramte  Awlnuift,  sondern  lassen  „docilla''  nur  ris  „Gebande«  im  All- 
gemeinen erkeanen. 

3* 


36  1485. 

cofroaml   Eodem  die  mum  florenum  yngaricalem ,  youm  florenam 

renenfem,  quinque  fchiilingos  denariorum,  undecim  denarios.    Bene- 

4.  tept.  dictus  deus !   Dominica  poft  Egidj  quatuor  libros  denariorum ,  tres 

7.  sept.  fchiilingos  denariorum.  Item  ofqoe  ad  vigiliam  natiuitatis  gloriofe  rir- 

ginis  marie  vnum  üorenum  r^nenfero»  daas  libras  denariorum,  quatuor 

fchiilingos ,  undecim  denarios  et  camifellam  pulcram  a  domina  de 

.14.  sept  puechaym.    Item  exaltacionis  fancte  Cr  u eis  tres  libras  denariorum, 

16.  sept  feptem  fchiilingos,  quatuor  denarios.     Item  die  eufemie  duaf  libras 

denariorum  et  medium  florenum  yngaricalem  a  ioanne  nerman,  arcium 
magiftro,  eo  die  ad  gradum  baccalareatus  in  medicina  admiffo,  et 
examinato»  et  promoto.  Eoque  die  Imperatoris  turcorum  legati  intra- 
uerunt,  yidendi  gracia,  eccieflam  fancti  ftephani^  qui  ante  tres  dies 
huc  Teuere,  midi  ad  regem  mathiam  yngarie,  qui  tunc  fuit  in  eaftris 
18.  sept.  ad  nouam  ciuitatem  obfidendam.  Dominica  poft  eufemie  moritur  iohan- 
nes  fleber,  ciuis  Viennenfis,  euius  fiUam  duxi  et  habeo  quod  deus 

27.  sept  Toluerit!   Die  fanctorum  martirum  Cosme  et  dam iani  quinque 

libras  denariorum,  vnum  florenum  renenfem,  KO  denarios.  Eo  die, 
hora  octauamane,milites  jmperatoris  ruunt  in  obfldentes  caftrum  grueb, 
prope  melicum.  Capti,  interfecti  funt  multi  milites  regis.  Verum  eo 
die  regis  yngarie  militef,  refurgentes  predictos  imperatoris  milites  in 

8.  oct   caftro,  circumdederunt  obfidione  potenti.     Item  ufque  fabatho  ante 

Cholomanni  quatuor  florenos  yngaricales ,  quatuor  libras  denariorum, 
K7  denarios,  uxore  mea  in  termif  decimum  diem  nunc  agente.  Bene- 

28.  sept  dictus  rex  regum !   Die  wenczeflai  magifter  iohannes  newman  ex 

yienna  determinauit ,  deditque  mihi  duof  florenos  renenfes.     Item 

13.  oct    Colomanni  quatuor  libras  denarioruni,  preter  octo  denarijs.  Quo  die 

reuenit  uxor  mea  ex  termis.  Antiquum  caftrum  wald  fturma  lucratum. 

17.  oct   Item  pridie  luce  euangelifte  yenit  yerus  rumor,  quod  obfefli  in  gnieb 

dederint  fe  regi.  Canitur  »te  laudamus  deum  !**,  ignis  incenditur, 
omnes  campane  pulfantur.   Euere  autem  dediti  mille  et  trecenti.  Die 

18.  oct    luce  rex  a  non  iuratif  ciuibus  recipit  iuramentum  in  curia  prepofiti, 

hora  decima  mane.  Eo  die  in  practica  feptem  fchiilingos  denariorum, 
14  denarios.  Item  eo  die  a  doctore  Chreicznach,  Nicoiao,  yiro  egregio, 
21.  oct.  tres  libras  denariorum.  Vrfiile  monafterlum  S.  dorothee  fex  libras 
23.  oct  denariorum.  Dominica  ante  Hmonis  et  Jude,  apoftolorum  meorum, 
unam  libram  denariorum,  fex  fchiilingos,  neuem  denarios.  In  quo  die 
yidimus  in  yiennam  adduci  captos  in  grueb  cum  pompa,  et  neuem 
currus  plenos  armis  ipforum.  Res  mifera,  in  arcem  olim  jmperatoris 


1485.  37 

et  dueis  Aaßrie  fabditos  doci  Auftrie  per  regem  mgarie  in  eandero 
eapthiof  dueere!  Quamdiu  eftu  negligeos  dux  Auftrie? 

Enibefeere,  embefeere  et  miferere  pauperum  tuomm! 

Item  24.  oetobris,  io  hac  eifioiani  dictione  Ve,  Rex  et  deminas  u.  oct 
Dofter  Mathias  ridendi  gracia  yenit  ad  reliquias  sancti  Stephan!  Vienne. 
Et  interea  cadit  grando  et  nix  prima  haius  anni.  Talifque  nix  ea  fuit 
noete,  nt  faliees  mihi  laniaret  et  omnes  fere  arbores  in  orto  meo  ad 
terram  traheret.  In  yigilia  martini  tres  libras  denariorum»  tres  fchil-  lo.  oov. 
lingofl,  20  denarios.  Et  monaßerium  in  neuburga  claaftrali  mam  Kar- 
ratam  mufti,  propterea,  quod  eorum  roedicus  verus.  Preterito  anno 
nihil  dedernnt,  fed  adhuc  obligantur.     Item  yfque  ad  diem  Sancti 
Leopol di,  Aoftrie  marhionis,  (Benedictus  deus  in  fua  deifica  maie-  1$.  bot. 
ftate!  Hoc  anno  Auftria,  uel  fedes  prineipum  Auftrie  (per)  principem 
terrenum  coacta,  declinat  turbata.  Et  leta  quidem  fanetum  iftum  Leo- 
poldnrn  aflumit  Auftrie  principem.    Non  potuit  Auftrie  fedes  elTe  Tub 
dominio  Imperij  et  habere  hune  fanetum  eius  principem?  Hoc  anno  ab 
Imperio  eecidit  primo»  alias  ante  numquam.  Hoc  anno  habet  principem 
fanctom  primo,  alias  ante  numquam.  Quid,  o  bone  deus,  fecerunt  in 
te  Imperium  et  princeps  Auftrie  quod  fub  manibus  eorum  hie  fanctus 
non  fiierit  eanonifatus?)  quinque  libras  denariorum  a  monafterio  fancte 
dorothee.  Alias  duof  florenos  renenfes,  duas  libras  denariorum,  78  de- 
narios. Clementif  duof  florenos  renenfes,  duas  libras  denariorum.  Eo  23.  nor. 
die  fiima  de  morte  fratris  regine,  cardinalis  cuiufdam  9*  Andree  vnum 
florenuro  renenfem,  quatuor  fchillingos  denariorum.     Item  ufque  ad 
octauam  co'ncepcionis  virginis,  gloriofe  concepte  fine  originali,  duof  15.  dec. 
florenos  renenfes,  duas  libras  denariorum,  fex  fchillingos  denariorum. 
Quo  die  fepelitur  yereflaus  de  xernaho,  fabatho  poft  concepcionis  10.  dec. 
deeollatus,  ea  hora,  qua  rex  mathias  exiuit  ciuitatem  vngariam  verfus, 
ftetit  fupra  terram  ad  feptimum  diem  poft  decollacionem ,  vixit  eciam 
loquens  tribus  horis.   Et  Hc  flnitur  ex  dei  maxima  gracia  annus  doc-  le.  dec. 
toratus  mei  nonus.      Vtinam  in   eius  anni  predicti  tribulacionibus 
vitam  meam  melioraffem,  in  laudem  dei  et  faneti  Leopoldi,  auftrie 


*)  Johannes,  Statthalter  Ton  Tarent,  Cardinal  und  Erzbischof  Ton  Tarceto, 
ist  gemeint,  gestorben  den  17.  October  148$.  Er  war  ein  Sohn  Ferdi- 
nands I.  Ton  Neapel,  dadurch  Bruder  Alphons  11.  und  Beatnce*s,  der 
Geraahlia  Matthias  Corvios» 


38  1485  et  1486. 

markionis.  Jesus  xpc.  Hinc  omne  prindphiin.  Hue  refer  exitom.  In 
cuius  benedicta  nomine  incipit  annus  mei  doetoratus  decimus,  quem 
deus  pro  fua  pietate  et  mifericordia  bene  vertat.  Et  maximiliani  adaen- 
tum,  deos  det,  pacienter  expeetemus,  qni  amleus  non  uenit  defideratus, 

21.  dec.  iam  inimicum  venire  timemus.    Item  tbome  13  fchillingos  denariormn. 

24.  dec.  Item  in  vigilia  natiuitatis  a  monafterio  sancte  dorothee  12  fchillingos. 

13.  dec.  Pro  angaria  lucie  aliaf  duof  florenos  vngaricales,  fex  fchillingos» 

12  denarios.  Benedictus  deus  omnipotens  iefus  chrifitas  amen.  In 
31.  dec.  vigilia  circumcifionis  duof  florenos  vngaricales,  unam  libram  denario- 
^^.^jan.    ^^^f  ^  fchillingos,  16  denarios.   Erhardi  quatuor  libras  denarionim, 

14.  Jan.    4  fchillingos  denariorum.     Item  fabatho  ante  Antonij  quatuor  libras 
10..  Jan.    denariorum,  vnnm  florenum  renenfem»  23  denarios.  Pauli  tres  libras 

denariorum,  tres  fchillingos,  feptem  denarios.  Dies  gruppt  9>  ventus» 

nubes.  Aqua  clara  »).   1486  circa  epiphanie  habui  carbunculum  jn 

3.  febr.  latcrc  finiftro.     Item  BlaQ  vnum  florenum  vngaricalem,  tres  libras 

19.  febr.  denariorum.   Reminifcere  unum  florenum  renenfem,  quatuor  libras 

denariorum,  12  fchillingos  ex  sancte  dorothee  monafterio.    Item  tres 

2.  mart.  fchilUngos  donariorum.     Item  Salus  populi  duos  florenos  vngaricales, 

tres  libras  denariorum,  50  denarios,  plaußrum  lignorum,  genter  *), 
medium  pannum.  Exdomino  plebanoexcaftenjntegrumpannum.Cüftfm} 
explebano  magiftro  Erafmo  in  weis.  Quem  pannum  attulit  rwelantin.  Eo 
die  finem  habui  egritudinis.    Meus  tanabefchel  incipiente  dominiea 

3.  mart  ocüH  ^)  (26.  febr.).  Sabatho  ante  floriani  venam  dorfi(?).  Item  fexta 
10.  mart  feria  post  letare  quatuor  libras  denariorum,  28  denarios.  Eo  die  fui 

confeffus  antiquo  confeffori  meo,  magiftro  flgismundo  frofehel  ex  grein, 
21.  mart  compatri  meo  et  amico  dilecto.  Item  benedicti  duof  florenos  vnga- 
ricales, quinque  libras  denariorum,  quinque  fchillingos  denariorum, 
quinque  denarios.  Item  tres  florenos,  duos  denarios.  Item  caponem 
et  gallinam.  Item  eo  die  benedicti  recepi  ftipendium  meum  angarie, 
2.  apr.    a  crucis  ad  lucie  82.    Item  42  denarios  eo  die.  Item  in  ootaua  pafce. 


^)  „Gruppt^  so  Fiel  wie  „graupet^  d.  i.  hagelig.  Wie  das  Folgende  lehrt  ein 
trüber  Tag  voll  Hagel  und  Wind.  Ueber  „grauppen"  für  hageln  vergl. 
Schmeller  bair.  Wb.  2,  116. 

')  Soll  wohl  die  Beobachtung  am  Wasserglase  angeben. 

*)  Das  sind  Balken,  welche  nach  der  Rundung  der  Ffisser  gehöhlt  diesen  als 
Unterlage  dienen.  Vergl.  Schmeller  1.  ci  2,  88. 

^)  Darunter  wohl  £0  verstehen:  „6nem  habuit  aegritudinis.'' 


1486. 


39 


in  dedieacione  eceleße  ßincti  ftephani,  tres  libras  denariorum,  tres 
fehillingos  denariorum.  Monftrate  funt  eo  die  prima  vice  reliquie  m 
noua  altana  lapidea,  nondum  plene  eompleta  9-  Tiburcii  qaataor  flo-  14.  apr. 
reoos  renenfes,  goatner  libras  denariorum  et  qainque  rehillingos.   Eo 
die  iui  ad  S.  Leopoldum.    Item  gotthardj  miim  florenom  renenfem,   5.  miö. 
TiiQin  florennm  vngariealem,  qnatuor  libras  denariorum,  feptem  fehil- 
lingos denariorum.   Renenit  ?xor  mea,  pregnans  feptimo  menfe,  ex 
terauf  pridie  pbilippi.    Item  vnum  florenum  vngariealem,  74  denarios  so.  apr. 
doroinica  ante  penthecoftes.  Quo  die  ego  et  primogenitus  meus  iuimus    7.  miu*. 
ad  termas.  Dens  iter  hoc  felicitet  oro.  Reueni,  (quatuor  fiorenos  in 
feftiuitatibus  pentheeoltes)  faluus.    Deo  gracias.    Quo  die  primum  14.  mig. 
publicum  officium  in  Yienna  et  neuburga  claustraii  cantatum  est  in 
eeclesiis  de  sancto  Leopolde.  De  qua  re  iterum  atque  iterum  gracie 
immortales  ab  omnibus  dicantur.  Amen.  In  practica  habui  X  fi.  d.  17d. 
Dominica  post  penthecoftes  12  fa.  a  monafterio  S.  dorottee.    Item  zu  m^j. 
alias  3  fz.  d.    Item  fabatho  post  corporis  Christi  iui  ad  SanctumLeo-  27.  mig. 
poldum  cum  filio  meo  Leopolde.  Habui  14  fz.  d.    Item  ufque  secunda 
feria  ante  Viti  quinque  libras  d.  12  d.  Quo  die  natus  est  mihi  quartus  12.  jan. 
filins  Lucas.   Deo  gracias  et  iterum  deo  gracias.  Qui  quamuis  partu  17.  jun. 
non  normali  partus,  illefus  foit.  Moritur  Lucas  secunda  feria  post  yiti  19.  jun. 
ad  nutum  dei.     Item  feptem  dormientium  unum  florenum  renenfem,  27.  jan. 
tres  libras  d.  10  d.    Item  diuifione  apoftolorum  tres  florenos  renenfes,  is.  jui. 

3  libr.  d.  3  fx.  d.  Jacobi  ynum  fl.  renenfem,  3  iibr.  d.   AflBre  fui  ad  25.  jai.  7.au^. 
Sanetum  Leopoldum,  ynum  fl.  mgaricalem,  duos  renenfes,  tres  libras  d., 

18  d.      Item  Tiburcij  die»  videlicet  natalif  cofme  filij  mei,   1   fl.  li.  tag. 
renenfem,  1  libr.  d.  3  (z.  d.  12  d.    Bertholomei  3  fl.  mgaricales, 

4  libr.  d.  Aegidi  vnum  fi.  vngariealem,  tres  renenfes,  quinque  libras  d.    1.  sept. 
Item  fequenti  post  mathei  fedecem  fi.  vngaricales  ex  lectura  in  medi-  zz.  sept 
cina.  Quos  dedit  .Vngarie  rex  mathias,  qui  feliciter  viuat  in  eterna 
patria.  Aliaf  in  practica  quinque  libras  d.  7  fz.  d.  Laus  Christo  Jefu. 
Amen.  Secunda  feria  post  mihaelis  duos  florenos  Vngaricales.  Item   2.  oct. 
duof  renenfes  a  conventu  8.  dorothee.    Item  yj  eilen  lindifch  tuech  *) 


')  D.  i.  im  sogeaannten  rHeilthumsstuhle.** 

*)  „Liodisch,  lundisch  Tuech**  auch  „Schep tuech**  genannt,  war  ein  feines 
Toeh,  das  von  London  in  Sduffen  nach  Hamburg  und  andern  SetsUdten 
gelangte.  Es  war  auch  in  Baiern  bekannt.  Yergl.  die  Belegsttlkn  bei 
Schmeller  l.  c.  2,  480. 


*0  1486  et  1487. 

a  kchranperger.     Item   1    libram   d.   3  fz«  12  d.  Laus   ei,    qui 
fanat  omnes !    Item  eadem  2^'  feria  ynum  florenum  vngaricalem,  K4  d. 
27.  oct   Item  pridie  Simonis  et  iude  duos  fl.  mgarieales  et  tres  libras  d.  Item 
pridie  luee  monafteria  nowborgenfia  9  dedenint  mihi  in  folario  tri- 
ginta  quinque  Vrnas  mufti.    Item  aliaf  ex  donis  predicti  monallerii 
15.  oct.    quinque  vrnas  mufti.    Item  domjnica  ante  luee  ego  et  rxor  emimus 
u.  oct.    yineam  dietam  „tuerefl  am  nufperg**  pro  80  libras  d.    Item  pridie 
erifpini  emimus  vineam  paruam  pro  fedeeim  libr.  d.,  ein  leytel  hunder- 
halb  der  heyling  (tat  Deus  bene  faneat 

15.  Qor.  Item  ufque  ad  diem  festum,  ymo  folemnem,  et  primo  nobif  feM- 

uari  indietum  per  Tedem  apoftolieam,  SANCTI  LEOPOLDI  Auftrie 
marehionir,  vnum  florenum  yngaricalem,  duas  libras  d.,  tres  fz.  d. 
.  Item  a  magiftro  petro  ekehl  ex  haflpach,  theologie  baccalaureo  for- 
mato ,  amico  meo  fingulari ,  duas  yrnas  mufti.  Item  ex  quodam  alio 
facerdote  duas  yrnas  mufti.  Laus  deo  et  fancto  leopoldo.  Amen.  Ad 
euius  feftum  comparaui  mihi  tunieam  rubeam,  fchamloteam,  pellibus 
25.  noT.  madrufijs  fubductam»  eonftantem  circiter  florenos  viginti.  In  Katherine 
yirginis  fefto  yeni  ex  neynburga.  Duos  florenos  yngaricales,  duos 

16.  dec.   renenfes»  fex  Tz.  d.,  ynam  libram  d.    Item  ufque  16.  deeembris  ynum 

florenum  yngariealem,  ynum  renenfem,  quinque  libras  d.  3  fz.  K  d.  Et 
flc  finita  funt  ex  dei  gracia  doctoratus  mei  luftra  duo ,  id  est  anni 
deeem.  Pro  quo,  hone  deus,  pleni  sint  cell  et  terra  gloria  tua! 
1487.  IHC  XRC,  in  euius  nomine  fuper  benedieto  annum  fue  natiuitatis  1487 
incipiamus.  Qui  fua  gracia  et  mifericordia  concefsit  finire  priorem, 
concedat ....  fuam  .  .  .  niam  feliciter  iqeipere,  tranfire  et  terminare 
6.  Jan.  in  fuam  glorjam.  Amen.  Item  ufque  epiphanie  quinque  libras  d.« 
6  fz.  6  d.  Vnum  fl.  yngaricalem,  duas  libras  ex  (mona)Rer\o  Sanete 

22.  Jan.    dorothoe.  Vincencij  ynum  florenum  yngariealem,  ynum  renenfem,  tres 

23.  Jan.    libras  d.,  24  d.    Item  23.  Januarii  exiui  ad  termas  fulphureas,  yltima 
31.  Jan.    eiusdem  reueni  ab  eif.   Inter  balneandum  (grticia)  regis  dedit  mihi 

in  ftipendio  lecture  in  peeunia  fex  florenos  yngaricales.    Item  alias  in 
u.  febr.  practica  7  fz.  d.,  ynd  ayn  mader  palkch.  Mathie  quatuor  florenos  Yn- 
garicales ,   duof  Renenfes 50  d.  Ex  foldwein  in  neuburga 


^)  Nimlich  das  Cborherrnstift  selbst,  dtan  jenes  der  regulirten  Chorfrauen 
bei  Maris  Magdalena.  Vielleicht  auch  das  Kloster  der  beschuhten  Augustiner 
daselbst. 


1487. 


41 


dneillam  <)  Texaginta  librarumd.»  thomede  aquino.  Item  anunciatioais   7.,  25.  mart. 

marie  duos  florenos  Renenfes ,  angaria  eineram  ex 

Item  alias  ynom  florenum  renenfem,  item  ynum  yngaricalem  et  fedecim 
libras  d.,  3  (x.  17  d.  Laus  ehrifto  ihn.     Item  floriani  1  florenum   4.  mi^- 
TDgarieaiem«  6  renenfes,  18  libras  d.  Laos  ehrifto.  CP^-  ^0    ^^^^ 
usqae  ad  yrbani  habui  ex  practica  ynum  mag^um  florenum«  ponderan-  u.  m^. 
tem  tres  florenos  yngaricales.    Item  aliaf  quinque  florenos  Tugarica- 
les,  duos  renenfes  et  fedecim  libras  d.  Deo  fit  gloria.  Amen.    Item 
ufque  ad  Yiti  duof  florenos  Yngaricales,  duos  florenos  renenfes,  ynde-  15.  jno. 
eim  libras  d.,  3  tz,,  23  d.  Lauf  deo.    Item  ufque  ioannif  baptifte  tres  n.  jao. 
florenos  yngaricales»  fex  libras  d.,   K  fz.  d.  Laus  tibi  chrifte.    Item 
margarethe  quatuor  florenos  yngaricales,  vnum  florenum  renenfem«  19.  jni. 
octo  libras  d. ,  70  d.  Benedictus  iefus  christus.  Interea  noua  ciuitas 
pactata  eft  cum  rege  mathia,  eam  obfidente.    «Si  dominus  Imperator 
uel  fui,  non  yenerit  in  auxilium  ipsis ,  infra  ViOtationem  marie  usque   t.  jui. 
ad  fequentem  diem  post  ^ümptionis  marie,  tunc  yelit  fe  dare  in  manus  15.  ang. 
r^s  mathie.  **  0  pudendam  Imperatoris  defidiam !  Magisque  pudenda 
nostra  peccata,  propter  que  talia  in  hac  patria  patimuri  Mifericordia 
maxima,  maxima !  Videamus  an  yeniat  et  liberet  eam. 

In  profeßo  margarethe  fchadwien  yi  aregecapitur.  Die  margarethe  I8.  jai. 
graffenekcher  bambarda  interficitur  ab  Vngaris     Eoque  die  inyitatus  19.  jm. 
incidi  in  diflenteriam,  a  qua  liberatuf  fum  dei  gracia  magdalene.  n.  jui. 
Qttoofque  habui  in  practica  4  libras  d.  Laus  deo.  Item  ufque  ad  diem    1.  aug^. 
Sancti  petri  ad  Vincula  neuem  libras  d. ,  duos  florenos  yngaricales, 
ynum  renenfem.  Et  secunda  feria  precedente  exhauftum  eft  mihi  yas  so.  jai. 
yini  de  quinto  anno,  fdlicet  1482,  empti.  Ex  quo  habui  circa  feptua- 
ginta  libras  d.,  ducillam  pro  16  *).  Gloria  in  excelsis  deo. 

Laurencii  tres  florenos  Yngaricales,  octo  libras  d.,  duof  renenfes.  10.  wg. 
Laos  deo  omnipotenti.    Item  fexta  feria  poft  afl'umpcionis  marie  Rex  17.  aug. 
yngarie  mathias  in  manus  fuas  yi ,  fame  accepit  nouam  ciuitatem.  0 
maria!  Interea  habui  tres  florenos  Yngaricales,  duos  renenfes,  feptem 
libras  d.  6  fz.  x.  d.  Deus  miferere  nobis.    Item  fequenti  post  natiui-    9.  sept. 
tatifl  marie  duciliam  *),   yas  yini  pro  fedecim,  habui.    Ex  eodem 


')  Vergleiche  oben  die  Anmerkang  zum  tB,  Juli  1485. 
*)  Vergleiehe  oben  die  Anmerkung  xum  23.  Juli  1485. 
')  Yergl.  oben  com  23.  Jnli  1485. 


42  1487. 

37  libras  d.,  alias  ex  phictica  tres  florenos  vngaricales»  vnum  renen^ 
fem,  decem  libras  d.»  4  fz.  d.  Gloria  patri  et  filio  &e.    Item  fecuodt 

24.  sept  feria  ante  diem  Cofme  et  damiani ,  martirum  et  medioorum ,  quinque 
florenos  Yngarieales,  duof  renenfes.  Aeooventu.  S.  dorotfaee  8  libras  d. 

13.  oct  74  d.  Gloria  patri.  Item  die  Saneti  Colomanni  martiris,  bnias  mifere 
noftre  patrie  patroni  digoiffimi,  ynmn  florenum  renenfero,  nooem 
libras  d.  Item  ynam  karrataro  Mufti  ex  nerbarga  clauftrali,  quam 
couTentus  debebat  mihi,  eorum  medico  Anno  domini  1484,  in  quo  ad 
hanc  eiuitatem  nihil  ex  locif  remocioribur  in^oducere  potuimus.  Item 
ex  domino  eelerario,  pro  propina,  feptem  rmas  mulli.  Gloriofus  et 
benedictus  deus,  propieius  efto  nobis  peceatoribus.     Item  predieto  die 

22.  oct.    vnum  florenum  yngariealem  ad  fero.     Item  die  fequenti  poft  rrfule 

Ynum  florenum  renenfem,  6  fz.  d.,  16  d.  Item  eo  die  a  rege  noftro 
fereniffimo,  pro  ftipendio  lecture  in  medicina,  decem  florenos  yngari- 
cales  4  fz.  26  d.  Benedictus  deus  in  omnibus  operibus  Alis.  Amen. 

30.  oct.  Item  pridie  Tigilie  omnium  fanctorum  ex  caluo  monte  conuentus  bot- 
burgenfis,  pro  hoc  anno  mihi  eius  medico,  pro  ftipendio  mittit  mam 
karratam  mufti  et  tres  yrnas.  Benedictus  deus  et  Sanctus  Leopoldus. 

11.  nov.  Item  alias  quinque  libras  d.  14  d.  Item  Martini  quinque  libras  d.  27  d., 
tres  vmas  mufti  a  ciue  heyndl.  Laus  deo  fancti  martini ,  conpatriote 

15.  Qov.  fancti  L  e  0  p  0 1  d  i ,  cuius  feftiim  fequenti  qmnta  feria  peragemus  votiae. 

23.  noT.  Item  Clementis  tres  florenos  Vngaricales,  quinque  libras  d.,  28  d. 
20.  noT.  Tertia  feria  ante  Clementis  Incipiunt  9  trenge  plenarie  fex  hebdoma- 

darum  inter  imperatorem  et  regem  yngarie.  Deus  benedictus  felicitet 
30.  BOT.  omnia.  Amen.  Item  Andree,  hora  undecima  circa  meridiero,  nafdtur 
mihi  filius  quintus.  Hora  quarta  diei  eiusdem  baptizatur  per  magiftrum 
chori,  dominum  Leonardum.  Leuantes:  Doctor  Andreas  ex  pottenpmn, 
Vniuerfitatis  Vicecancellarius,  canonicus  ad  S..Stephanum,  theologie 
doctor.  Item  quidam  ciuis  biennenfis,  Sitaver,  et  domina  de  potten* 
darffl  Vocatusque  est  Andreas.  Qui  deo  viuat  in  gloriam  et  proximi 
confolacionem,  fi  deo  placuerit.  Qui  fit  benedictus  femper.  Amen. 
Item  hactenus  Vnum  florenum  Vngaricalem,  1  florenum  .renenfem, 

16.  dec.   quatuor  libras  d.,  K  fz.  d.    Item  ufque  ad  sedecimum  diem  decend>ris 

exclufive  duos  florenos  renenfes,  feptem  libras  d.  4  fz.,  7  d.  Sicque  ex 
dei  omnipotentis  gracia  et  immenfa  mifericordia  finitur  annus  mei 


^)  „Incipit^  die  Handschrift. 


1487  et  1488.  43 

doctoratus  yndedmns,  et  Indpit  deo  bene  fauente  annus  duodeeimoa, 
quem  deos  glorioTus  Toper  Cemperqne  benedictas  in  Tni  Dominis  gloriam 
et  proximi  Ttilitatem  et  confolationefn  finat  feliciter  pertranfire.  Amen. 
Amen.  Amen.  IHC.  IHC.   Hinc  omne  prineipium ,  hoc  refer  exitam. 
Item  ufqoe  ad  thome  apoftoli  duas  Kbras  d.  a  conrentu  ad  S.  doro-  21.  dec. 
theam.   Aliaf  ynom  florenum  renenfem ,  8  libr.  d.,  3  fi.,  9  d.  Bene- 
dicamns  domino.  In  Vigilia  thome  rumor  erat  de  eonclufa  iam  pace  20.  dec. 
tnter  ceTarem  et  regem  Yngarie ,  per  doeem  Albertom  et  reg^n  Vn- 
garie  in  markeherftarff»  in  medio  melici  et  ciYitatis  S.  ypoliti  ^»  ufqoe 
ad  saneti  egidij  feflum ,  interea  finaliter  et  integraltter  concludenda. 
Amen,  bone  ihefu»  Amen.  „Mifericordias  domini  in  eternum^  eantabo 
pfahno  88.  Anno  88.  Snb  anno  itaque  88*  ufque  ad  diem  faneti  An-    -    1493. 
tonii  neuem  libras  d.»  7  fz.  d.,  4  d.  et  ynum  florenum  renenfem.  Et  17.  jan. 
iterum  alterum  In  profesto  Antonij  ex  prepofito  ad  S.  dorotheam,  pro  I6.  jan. 
nouo  Anno.     Item  in  profefto  uel  vigilia  epiphanie  iui  ad  termas.    5.  jan. 
Reueni  tertia  feria  ante  Antonii.  Laus  deo  eiusque  genetrici,  yirgini  is.  jan. 
marie.  Amen.  Amen. 

Item  dominus  georgius,  magifter  georgius  gundel»  frater  matris 
Txoris  mee,  filie  (leberin,  dono  mihi  dedit  vnum  peecarium  ofeulatum, 
ponderans  riginti  quatuor  marcas  argenti,  intra  deauratis  ofeulis»  extra 
vero  Omnibus  veftibus  »).  Velit  deus ,  ut  ex  fua  paraliO  dextro  latere 
liberetur.    Item  ufque  ad  pauIi  quinque  libras  d.,  S  fz.  d.  In  quo  die  25.  jan. 
pauIi  dietatum  et  eonelufuni  eft  per  doctorem  medieine  iohannem  ex 
feligenftat,  quod  ego,  ut  fenior  lector»  legam  hora  feeunda  et  magifter 
georgius  fehebl  hora  duodecima »  quamuis  fenior  doetor.    Laus  tibi 
bone  ihefu.  Et  fequenti  post  pauIi  incepi  legere  hora  seeunda.  Deus  26.  jao. 
bene  legere  mihi  coneedat  Amen.     Item  ufqne  ad  13  februarii,  in  13.  febr. 
profesto  Valentini,  qua  die  iui  ad  S.  Leopoldum  cum  afSne  meo  ma- 
gistro  georgio  gundel  et  ralentini  reuenimus,  et  ferrea  eiuitas  et  14.  febr. 
caftrum  farichtenftain  in  manus  regis  Yngarie  traditur»  Ynum  florenum 
rngaricalem,  ynum  florenum  renenfem,  decem  libras  d.   Laus  deo  et 


0  Ueber  diese  Verhandhing  ist  su  vergleichen  J.  F.  Keibliager*s  Geächicbte 

Melks,  1,  681,  Anmerk.  Nr.  4. 
^  Das  ist  ein  24  Mark  schwerer  silbenker  Becher  mit  SchnSbelchen,   welche 

innen  Tergoldet  waren,    wie  die  Verxieningen  ode^  Verkleidungen  der 

Aussensette. 


44 


1488. 


28.  febr.  Sancto  Leopoldo.  Amen.  Item  ufque  quinta  feria  post  mathie  vnum 
florenum  renenfem,  tres  libras  d.,  fex  fz.  d.  Item  eo  die  examinatus 
e(t  magister  martinus  ftainpeifz  ex  Vienna  et  promotus,  a  qao  habui 
25.feb.,-3.  märt  medium  florenum  yngaricalem.  Item  inira  oetaaas.  mathie  apostoli 
Mathias  rex  yngarie  dedit  pro  (tipendiatis  lectoribus  yniuerfitati^  Yien- 
nenGs  mille  libras  d.  Ex  quibus  ego  ioannes  tiehtel  habui  et  reeepi 
quadraginta  libras  d.  Item  tune  temporis,  pro  angaria  cinerum,  ex 
conventu  S.  dorothee  dußs  libras  d.  Dominus  ihefus  ehriftus  predicto 
regi  liberaliter  donare  dignetur  fuam  graciam  et  nobis  fuis  fubditis. 

18.  mart.  Amen.  Item  ufque  ad  diem  fequentem  post  gerdrudis  duos  florenos 
yngaricales  ab  haflerin.     Item  duos  a  lukehner  ex  medling,  item  oeto 

18.  mart.  llbras  d.  et  32  d.  Item  eo  die,  fcilicet  fequenti  post  gerdrudis»  duas 
libras  d.  ex  magiftro  ftephano  ex  patauia »  qui  eo  die  examinatus  fuit 
et  promotus.  Pro  qua  pecunia  emi  coclear  rnum  argenteum,  ponde- 
rans  tres  latones  et  mediam.    Benedictus  deus  et  mater  eins  virgo 

11.  apr.  maria.  Amen.  Item  ufque  ad  quintam  feriam  infra  octauas  pafce« 
12  libras  d.  Eo  die  ineepit  frigus  et  ventus.  Item  proclamatum  eft, 
ut  treuge  inter  imperatorem  et  regem  Vngarie  ufque  ad  diem  Egidi 
(1,  sept)  prolongerentur,  ea  condicione,  qua  ftabant  ad  Maij  finem, 
an  fcilicet  cefar  pactata  per  ducem  albertum  faxonie  Yelit  tenere  et 
affirmare.  Item  interea  vox  erat  et  rumor  et  fama ,  maximilianum, 
friderici  cefaris  filium,  in  regem  romanorum  electum,  eflfe  detentum 
et  captum  a  ciuibus  de  brugis  in  flandria,  -et  philipum,  primogenitum 
maximiliani,  mortuum  ^).  Deus  pro  fua  misericordia  agat.  Amen.  Deo 

20.  apr.  gracias,  deo  gracias !  Dominica  ante  georgii  ynum  florenum  yngari- 
calem, fex  libras  d.,  4  fz.  d.  Eo  die  rumor  fuit ,  quod  rex  mathias 
preparet  se  ad  iter  faciendum  cum  exercitu  ad  flefiam.  Deus  det  nobis 
fuam  graciam,  et  fit  flbi  gloria.  Amen.  Item  quinque  fz.  eodem.  Item 

27.  apr.   ufque  dominica  post  georgi  1  libram  d.  et  decem  florenos  yngaricales, 

ex  uxore  ipsius  hemerici  fpan  in  pofonio,  ad  quam  iui  secunda  feria 

21.  et  26.  apr.    ante  gcorgü,  et  fabatho  post  georgii  reyeni.     Item  predicta  dominica 

per  bullam  pape  Innocencii ,  iam  kathedram  petri  tenentis,  publicata 

eft  adminiftracio  noftri  epifcopatus  Viennenlls  folemniter.   Laus  deo 


^)  Ersteres  war  Lichtmesse  1488  geschehen,  letzteres  nur  ein  falsches  Ge- 
rücht, denn  Philipp  starb  erst  achtzehn  Jahre  darnach,  am  25.  September 
1506  in  Spanien  zu  Borges. 


1488.  *S 

ihesa  christo.     Item  inveneionis  crucis  duofflorenos  vogaricales,  tres    8.  miü- 
florenos  renenfes,  yndecim  libras  d.  Laus  et  gloria  in  ligno  yineente. 
Amen.     Item  secunda  feria  ante  Afeenfionis,  que  foit  dies  pangraeii,  n,  mig. 
doos  florenos  yngaricales,  decem  libras  d.  Gloria  (it  patri  et  filio  et 
fancto  fpiritui.  Amen.     Item  dominiea  ante  penthecostes  doodecim  is.  m^j. 
florenos  renenfes ,  ex  bafler  capitaneo  in  neuburga.     Item  alias  ex 
eine  ibidem  lindmair  1  florenum  renenfem.     Item  fex  libras  d.  Gloria 
laus   et  honor  ibefu  chrifto»  deo  omnipotenti.  Amen.  Amen.     Item 
quarta  feria  ante  penthecoftes  1  florenum  yngaricalem,  unam  libramd.  2i.  miu* 
Iterum  atque  iterum  deo  gracias.     Item  in  vigilia  corporis  chrifti  tres    4.  jno. 
florenos  yngaricales»  tres  florenos  renenres,  decem  libras  d.,  duos  fz. 
Et  fom  folutus  in  angaria  ad  fanetam  dorotbeam.  Item  eo  die  exhauftum  • 
eft  mibi  ras  rini»  quod  habui  ex  neuburga  pro  folario  meo.  Ex  quo  habui 
quinquaginta  libras  d.  Laus  omnipotenti  deo  et  fancto  Leopolde.  Amen. 
In  octaua  corporis  chrifti  Teptem  libras  d.,  80  d.  Genitori»  genitoque  iz.jw. 
procedenti  ab  rtroque  Laus  quam  maxima.  Amen. 

Item  yltima  Junij ,  id  est  secunda  feria  ante  visitationis  marie  so.  Jqb. 
gloriofe ,  quo  die  iui  ad  S.  Leopoldum,  vnum  florenum  vngaricalem, 
duos  florenos  renenfes,  decem  libras  d.  Laus  ei»  qui  facit  fterilem 
matrem.  Amen.     Item  in  rigilia  rifitationis  unum  florenum  renenfem.    i.  jui. 
Et  in  die  yifltationis  quatuor  florenos  rngaricales  a  pofpier.  Laus  vir-   2.  jui. 
gini  gloriofe.   In  profefto  Kiliani  mag^us  ignis  oritur  post  ecclesiam    7.  jai. 
fancti  pangracij  9*  Exuritur  turris  ad  fcotos,  cecidere  campane  &c. 
Item  magdalene  duos  florenos  renenfes,  feptem  libras  d.,  60  d.  In  ».jui. 
rigilia  magdalene  ad  patibulum  muratum  de  nouo  in  monte  yiennenll 
tres  fufpenduntur  *).  Maximilianus  circa  feftum  afcenfionis  ex  captivi-  21.  jai. 
täte  liberatus  eft,  ciuesque  de  brugis  yeniam  petiverunt  in  colonia  ex 
eefare,  patre  eins,  et  gracinm  obtinuerunt.    Ciues  vero  de  gundauo 
obfidentur  per  cefarem  fridericum  et  imperium,  vna  cum  Maximiliane. 
Incepit  obfidio  gundauorum  presente  eefare  et   rege   maximiliano 
corporis  christi  (S.  jun.).     Item  die  Jacobi  vnum  florenum  renenfem,  25.  jui. 


*)  Die  Häuser  in  der  Mitte  der  jettigen  Naglergasse  heissen  auf  A.  Hirsch- 
fogers  Plan  von  1547  „Hinter  St  Pongres.'' 

*)  J.  E.  Schlager  weist  in  den  Wiener  Skissen  4,  154  schon  zum  Jahre  1362 
die  U5h6  des  Wienerberges  als  RichtstStte  nach.  Desshalb  auch  der 
Ausdruck  „muratum  de  no?Oy^  welcher  übrigens  schliessen  ISsst,  dass 
auch  der  frflhere  Galgen  auf  einer  gemauerten  Erhöhung  stand. 


46  i489 

u.  jai.    vnam  libram  d.     Item  in  vigilia  Jacobi  minor  venit  de  venieutibuB 

turcis  per  croaciam  ftiriamque  fupieriorenu    Et  non  looge  anteactis 

diebtts  boemi  heretici  fere  duos  exercitus.  mathie  in  flefia  vicerunt, 

profugarunt.  Yideamus  boni  quid  fiet  I  Dif&eile  erit  et  turcos  et  bereticos 

et  Imperium  habere  pro  inimicis.  Magna  mibi  tarnen  eft  tCpes),  omnia 

cedere  in  magnam  mathie  regis  gloriam  et  yictoriam.  Amen  bone  iefn. 

26.  jui.    Amen.    Item  Anne  quinque  fz.  d.  Laus  cbrifto. 

1.  aug.  Item  prima  augufti,  in  qua  feci  penoltimam  lectionem  in  aphoris* 

mis,  quos  legere  incepi  Martini  1487,  tredecim  libras  d«,  quideeim  d« 

11.  aug.  Laus  cbrifto  iefu.     Item  requenti  post  Laurenoii  duof  fiorenos  ynga* 

4.  aug.  ricales,  fex quatuor  Iz.  d.     Item  fequenti  post  Ilephani  incepi 

14.  aug.  legere  libros  prognofticorum.    Item  in  vigilia  afumptionis  Marie  vnam 

libram  d.,  8  d.  Et  hodie  agitur  vicefimus  quintus  annus  adyentus  mei 

ad  ftudium  Viennenfe,  fcilicet  1463.  Laus  gloriofifljrao  deo  et  fue 

14.  augv  matri  marie.  Amen.      Item  quarta  post  Laureocij  vnum  florenum, 

quinque  libras  d.,  duos  florenos  renenfes,  2$  d.  Quo  die  iui  ad  neu- 

1.  sept  burgam.  Egidi  octo  libras  d.,  vnum  florenum  renenfem.  Ad  marie 

17.  sept.  gloriam.     Item  die  lamperti  duodecim  \(ibra9d.),  vnum  florenum 

vngaricalem.   Quo  die  iterum  condufa  eft  pax  inter  baronef  auftrie 

fupra  anafum»  item  ftirie,  item  earintbie  et  regem  mgarie»  ufque  ad 

20.  sept.  Vrbani  (2S.  tnai.).  Lauf  cbrifto.    Item  Tabatho,  id  est  vigilia  matfaei, 

obiit  magifter  georgius  gundel,  afBnis  meus  carifllmus»  Tepultus  in  noua 

21.  sepL  cinitate  aput  fuum  altare.  Tandem  diemathei  iui  ad  (termas)^  vocatus 

a  regtna,  que  erat  in  termis  &c.  Hactenus  duos  florenos-  vngaricales, 
unuro  renenfem,  tres  libras  d.,  75  d.  Gloria,  lauf  et  bonor  tibi  Gt  rex 
cbrifte.  Miferere  noftri!  Monafterium  (Sancte  Boro)  theo  dedit  pro 
14.  sept.  12.  oct.  angaria  crucis  duas  libras  d.  Item  die  Maximiliani,  martiris  huius  terre 
gloriofi,  tres  florenos  renenfes,  octo  libras  d.  Laus  cbrifto,  corone 

21.  oct.    martiris  et Amen.  Vrfule  tres  libras  d.,  triginta  octo 

Yrnaf  mufti,  ex  monafterio  in  neuburga.  Laus  deo»  ihefu  cbrifto,  fem* 
per  benedicto.  (jp^*  ^^0 

30.  oct.  Item  in  profefto  fancti  Boifgangi  fex  libras  d.  Quo  die  magifter 

iohannes  nerman  ex  Vienna  a  facultate  medicine  admifsus  est,  con- 
Gorditer  ab  omnibus  doctoribus  eiusdem,  äd  examen  pro  gradu  licencie 
in  medieina.  Super  quo  benedictus  fit  deus  in  fecila  feeultonmL  Amen. 

8.  noT.  Amen.  Et  fiibato,  que  fiiit  octaua  omnium  fenctorum.  examinatus  et  pro- 
motus.  Qui  dedit  mihi  ij  florenos  yngaricales,  pro  quibus  emi  coclear 
argenteum.  Alias  ex  practica  duof  florenos  renenfes»  2  libras  d.    Item 


1488  tt  1489. 


47 


^  mmatlario  camfitilionuD  duts  TeaOas  fegiminis,  quatuor  cafeos. 
Benedietus  deus  in  feeula  fecoWnun.  Amen.    Item  in  vigilia  martmi  lo.  nor. 
petkii  termas*  Reoem  feqaenti  poat  «ttiDari.    Item  j  talentum.  Laus  17.  no?. 
Christo,    Item  Andrea,  quo  die  reeeffit  doetor  gregorius  Kuntftokh,  so.  nor. 
meeom  anno  domini  1476promotus,  portans  mihi  muneria  (sie)  ?alore 
deeem  dneatorum«  AHaf  tref  Ubrar  d.  ex  praetica.  Ad  marie  gloriam. 
Amen.    Item  Coioqicionif  virginif  gioriofeqne  matris  Vnum  florenum   s.  dec. 
YBgaricalem»  dnos  florenos  renenfes»  doas  Ubraf  d.  Eoqne  die  tota 
Vniuerntas  fnit  com  rege  Boßro  mathia,  qui  ex  fua  innata  clemencia 
ad  ornntm  oaftram  Yoliutatem  annuit,  et  exaudiuit  defiderata  ab  vni^ 
nerfitate.  Laos  deob  yirgini  denique  marie.  Amen.  Eoque  die  rendidi 
Tina  pro  fexaginta  libris  d.     Item  ex  quodam  yafe  18  libras  d.    Item 
ofi]ue  ad  16.  decembris,  qui  dief  eft  principium  tercii  decimi  Anni  16.  dee. 
mei  doctoratus,  in  quo  felix  princqMum  fequatur  ex  dei  omnipotentis 
gracia  et  miTericordia»  bonum  medium»  finis  laudabilifl  Amen,  tres 
libras  d.  Laus  tibi  mittendo  et  milsuro»  qui  ?enit  Amen.   IHC.  Hinc 
omne  principium»  huo  refer  exitum,  qui  nt  benedietus  in  feeula  fecu- 
loram!  Hactenus  in  praetica  ex  domina  de  pottendarff  vnum  quadran- 
gulam  eburneum  mire  preeioaitatis  ^),  in  die  natali  domini  pro  nouo  25.  dec. 
anno.  Sed  deo  iubente  die  ioaanil^  bor»  nona  mane,  migrauit  ut  bona  27.  dec. 
ehrilliana  ad  dominum.  Que  mihi  commater  fiiit  ad  quinque  filios. 
Viuat  deo  in  etemum!  Amen.    Alias  duas  libras  d.     Thome  can*  29.  de«. 
tuarienfis  ex  monafterio  S.  dorothee.  Aliaf  ?nam  libram  et  6  (z.  d. 
Quo  die  ego  et  Txor  fcripti  fumus  in  Itbrum  Aindi»  pro  medio  iugere 
Vinee  in  Wering,  quam  propinauit  nobis  Martha,  ridua  conradi  apo- 
teearij.  Que  quidem  martha  eo  die  nouicia  ex  monaflerio  S.  iheronimi 
exuut.  0  bone  ihefu,  fac  secondum  tuam  magnam  misericordiam ,  ut 
hunc  annum  in  felici  tuo  benedieto  nomine  felidter  terminemus,  tibi 
ad  gloriam»  proximi  edifieationem!  Amen.  Amen.  Item  Sabatho  post       14S9. 
^phanie  iui  in  curru  ad  neuburgam  forenfem,   ad  defponTacionem  lo.  jan. 
eonfanguinee  mee»  vidoe  ipfius  lorifman,  ciuis  ibidem.    Item  in  prac- 
tica nnum  florenum  renenrem»  quinque  libras  d.»  12  d.    Laus  tibi 
ekriAe.    Item  Aga&e  rndeeim  libras  d.»  tres  fz.,  14  d.»  ?num  flore-   5.  febr. 
MMD  Tngariealem»  rmim  reneufem.  Benedietus  dominus»  deus  nofter 
ihefus  chriftus.  Amen.  Apolonie  pin  ich  nucz  ynd  gwer  chommen  ains   ^-  f<Bbr. 


^)  leh  Terroutbe :  ein  viereckiges  SchniUwerk  aus  Elfenbein. 


48 


1489. 


halben  Jeiich  Weingarten  zu  fandt  Veit.   Am  fadern  Bolkchenfperg» 

gechauflFt  odenweifz  0  ^^  ^cht  talente  d.   Ad  dei  et  marie  gloriam. 

1.  maH.  Item  dominica  efto  mihi,  que  Aiit  prima  marci,  vnam  fiorenom  renen- 

fem,  neuem  libras  d.,  36  d.  Gloria  tibi  domine.  Amen.     Item  ad  an- 

4.  mart.  gariam  cinerum,  a  conventu  S.  dorothee,  duafiibras  d.    Item  aliaf 
11.  mart.  ad  profeftum  Taneti  gregorii  quatuor  libras  d.,  20  d.,  6  fz.  d.  Bene- 

dictum  sit  dulce  nomen  domini  noftri  ihefu  chriftil  Amen.  Item 
1.  apr.   ufque  ad  primam  Aprilif  duof  florenos  yngaricales,  Tndecim  libraf  d.» 

15.  mtrt.  8  fz.,  6  d.  Quo  die  fum  eonfeffus.  Dominica  riminifcere  rex  iuit  per 

16.  mart.  aquas  ad  Vngariam,  littora  linquens  seeunda  feria  post  reminifcere,  in 

meridie,  ma  cum  regina.  Dens  det  feliciter  pergant.  Amen.  Sanctus, 

fanetus,  fanetus  deus  fabaoth,  fis  benedictus.  Amen.  Item  in  vigilia 
18.  apr.    pafee  feptem  libras  d.,  et  eo  accepi  eukariftiam.  Laus,  honor  chrifto 

vendito  et  fine  caufa  prodito,  paflb  mortem  pro  populo  in  afpero  pati- 
3.  mig.  bulo.  Deus  miferere  mihi  peccatoril  Amen.  Amen.  Item  erueis  decem 

libras  d.,  rnum  florenum  renenfem.  Gloria  patri  et  filio  et  fpiritui 
7.  miu*.  faneto.  Amen.     Item  fequenti  post  ioannis  ante  portam  Regia  maieftas 

dedit  lectoribus  füpendium,  videlicet  quingentos  florenos.   Ex  quibus 

ego  habui  viginti  florenos  yngaricales.  Benedictus  fit  nofter  rex,  cuius 

gloria  hie  in  terris  et  in  celif  femper  magnificetur.   Amen.  Amen. 

Alias  ex  practica  ynum  florenum  vngaricalem ,  ynum  florenum  renen- 
22.  mig.  fem  et  quinque  libras  d.     Item  fexta  feria  ante  Vrbani  ynum  florenum 

yngaricalem,  tres  florenos  renenfes,  quatuordecem  libras  d.,  4fz., 
25.  miy.  24  d.  Beucdicte  fis  ihefu  chrifte.  Amen.  Item  Vrbani  tres  libras  d., 
20.  miu'.  xl.  d.  Iterum  atque  iterum  laus  deo.  Amen.     Item  sexta  feria  post 

Afcenfionis  tres  libras  d.  Bone  ihefu  accipe  laudef  femper.     Item 

5.  juD.   29.  maij  iui  ad  termas.   Bonifacii  feliciter  reueni.  •  In  practica  habui 

6  fz.  d.  Benedictus  dominus  deus  nofter  ihefus  chriftus.  Amen. 

16.  jun.  Item  poftridie  Viti  fex  libras  d.   Item  duas  ex  monafterio  S.  Do* 

rothee.  Eoque  die  fub  me  determinauit  Magifter  martinus  Aaynpeüz 

ex  Vienna.  Deo  gracias  ago.  Ex  ftaynpeis ,  eadem  die  post  yefperas, 

ynum  florenum  yngaricalem.  Laus  domino  noftro  ihefu  ehrifto.  Amen. 

7.  jui.    Item  in  profefto  kiliani  ynum  florenum  yngaricalem,  unum  florenum 

lo.jui.    renenfem,  octo  libras  d.,  66  d.  Tercio  die  minui  pultam  finiftram. 


^)  Das  heisst:  der  Weingarten  war  yer&det,  angepflegt  und  ist  desshalb  als 
.oede**  yerSussert  worden. 


148».  *9 

timens  babandaneiam  fanguinis ,  et  bene  ex  dei  graeia  (quainuif  malo 
leonis  afcendente)  contulit  9*  Benedietus  ihefus  ebriftus,  falus  noftra. 
Amen.     Item  magdalene  vnum  fiorenura  renenfem»  fex  libras  d.,  7  d.  22.  juL 
Item  a  magiftro  mihaele,  baccalaureando  in  medicina,  examinato  in 
profefto  braxedis,  qoinque  fz.  d.«  x.  d.  Benedietus  deus.  Amen.  Amen.  20.  joi. 
(Die  nächsten  beiden  Warte  mit  grOner  Tinte.)  Ihrima  Augufti    1.  ang. 
unnm  florenummgaricalem»  unnm  florenum  renenfem,  quatuor  libras  d., 
Septem  d:  Laus  cbrifto »  domino  noflro.    Item  Affre  tres  libras  d.»   7.  aog. 
3  (z.  d.  Laus  tibi  chriAe  et  matri  tue  marie.  Amen.    Item  Aflump-  15.  aag. 
eionis  virginis  gloriofe  unum  florenum  renenfem,  tres  libras  d.,  68  d. 
Laus  yirgini  gloriofe»  aflumpte  fuper  tronof  angelorum.  Amen.   Aue 
maria  &e.  Quo  die  obiit  dominus  Bartholomeus  Seyberfpekch,  eon- 
fanguineus  meus »  yicarius  in  loftarff,  Hngularif  beate  virginis  glori- 
fieator,  qui  annuatim  per  totum  fuum  faeerdocium  vouit  beate  marie 
orare  eurfum.  Quapropter  et  eum  bonorifieat,  et  eiusdem  diei  fefto  in 
auroracelos  feeit  vifitare  et  afeendere.  Laus  fit  gloriofe  yirgini»  que 
laudantes  eam  glorificat.  Amen.  In  octaua  affumpeionis  ynum  florenum  22.  aug. 
renenfem,  fex  libras  d.  Laudem  tibi  et  matri  dico,  rtinam  in  eternum  die» 
turus.  Amen.  DecoUationis  ioannis  duosflorenos  yngaricales,tres  libr.  d.  20.  aug. 
Laus  tibi  chrifte,  rex  eterne  glorie.  Amen.  Amen.  Quo  die  exhaulhim 
eft  Tinum  ex  neuburga,  a  dominis  canonicis  pro  ftipendio  ex  anno 
domini  1487,  pro  anHo  1484.   Ex  quo  vino  babui  56  talenta  d.  Laus 
chrilto.    Sabatbo  ante   natiuitatis  marie  tres  florenos  vngaricales,    $.  sept. 
quinque  libras  d.    Item  heri  emi  domum  in  Weinhaufz  pro  quatuor   4.  aept. 
libris  d.  et  Ix  d.  Laus,  gloria,  honor  tibi  fit  rex  ihefu  ebrifte.  Sabatbo  12.  sept. 
post  natiuitatis  marie  vnum  florenum  vngariealem,  vnum  florenum 
renenfem  libras  denariorum  quatuor,  et  quatuor  fz.  d.,  et  14d.  Bene- 
dietus dominus  deus  nofter  ihefus  ebriftus.  Amen.  Eaque  die  fabatina  12.  8«pt. 
inferiptus  fum  una  cum  vxore  mea  pro  domo  in  Weinhaufz,  quam  emi 
quarta  feptembris.  Gloria  patri  et  filio  et  fpiritui  faneto.  Amen.  Amen. 


^)  Das  heisst:  Hchtel  liess  sich  am  Pulse  des  linken  Annes  zur  Ader,  um  den 
Ueberfluss  des  Blutes  abzuleiten,  und  es  gelang  durch  die  Gnade  Gottes, 
obwohl  die  üble  Zeit  des  aufsteigenden  Ldwen  bereits  vorhanden  war. 
„Vnd  sonderlich  sol  man  sich  der  Artzney  md  des  Aderlassens,  in  subjectis 
Leoni  membris,  enthalten ,  wenn  der  Mond  in  Leone  ist**  warnt  Heister 
Johannes  Coler  in  seinem  „stets  werenden  Calender.*  Wittenberg  1600, 
4.,  S.  133.  Dies  ist  aber  im  Juli  der  Fall. 

Foates.  VIH.  4  . 


50  1489. 

19.  sept.  Sabatho  ante  Maihei  decem  florenos  Tngaricales  ex  quodam  ciue 

ex  brunna.    Item  dnos  florenos  renenfes,  duas  iibras  d.,  6  fz.  d.,  26  d. 

26.  sept.  Gloria  tibi  benedicte  domine  ihefu.  Sabatho  in  profefto  Coline  et  Da- 

miani  („Cosme**  grün  f^Dafniani*^  roth)^  et  martirum  et  medicorum, 

duas  Iibras  d.  ex  conventu  S.  Dorothee.     Item  anum  florenum  Tnga- 

ricalem»  unum  floreniim  renenfenit  duas  Iibras  denariorum,  xl.  d. 

3.  oct.    Laus  trino  et  vno.  Amen.  Sabatho  ante  franeifei  ynum  fiprenum  m- 

10.  oct    gariealem  ,  duaf  Iibras  d.  Deo  graeias.    Item  Sabatho  ante  eolomanni 

martiris,  in  außria  glorioO,  unam  libram  d.  Gloria  tibi  domine  fiat, 

u.  oct.    fiat.    Item  Sabatho  post  Yrfule  ynum  florenum  renenfem,  tres  Iibras  d., 

18.  oct.    4  fz.  d.     Item  ad  feftum  luce  37  vrnas  mufti  boni  ex  monafteriis  do- 

minorum  et  dominarum  in  neunburga.  Laudef  innumere  tibi  Hut  deua 

27.  sept.  et  fanete  Leopolde.  Amen.     Item  in  fefto  cofme  et  damiani  inferiptus 

Tum  in  librum  fundi»  ego  et  yxor,  pro  vinea  in  peezelfiarff»  ^yn  der 
Wiegen,  zu  nagft  eines  Weingarten»  der  da  haift  der  kallenperger.'' 
In  alio  latere  gundel.  Pro  qua  dedi  xl  Iibras  d»  et  12  Tz.  yxori  glaez. 
Et  hoc  anno  habui  exeadem  vinea  17  yrnas  mufti.  Laus  deo.  In  eadem 
vinea  indieata  (l  indicatum)  eft  mihi  circa  Sittauer  (d)  compatre 
meo  torcular  venale»  quod  emi  ab  eo  pro  sex  lib.  d.  Et  reliqua  pro 
eiusdem  reformacione  addidi,  ut  fumma  conftaret  torcularis  ad  decem 

7.  noT.  Iibras  d.    Iterum  atque  iterum  laus  deo.    Item  Sabatho  ante  martini 
12.  Dov.  tres  Iibras  d.»  45  d.  Laus»  virtus  deo  omnipotenti.  Amen.  In  profefto 

briccij  unam  libram  d.,  59  d.  Quo  die  emi  vineam  rafenpuchel  pro 
18.  noT.  36  libris  d.  Et  in  die  briccij  ego  et  vxor  in  librum  fimdi  infcripti. 
21.  nor.  Laus,  gloria  deo  femper.  Amen.     Item  Sabatho  poft  Sancti  Leopoldi 

unam  libram  d.,  6  fz.,  22  d.  Gloria  patri  et  filio  et  fpiritui  fancto.  Amen. 

28.  nov.  Sabatho  ante  adventum  domini  noftri  ihefu  chrifti,  qui  fit  benedictus» 

Amen,  duas  Iibras  d.,  2  fz.,  4  d.    Eo  die  danubij  inundacio  maxima. 
5.  dec.   Item  Sabatho  ante  Nicolai  duas  Iibras  d.  Laus  chrifto.     Item  feftum 

8.  dec.  concepcionis  marieinceptum  est  in  Vienna  celebrari  hoc  anno,  jubente 

hoc  episcopo  Yrbano,  huius  noftri  episcopatus  adminiftratore.  (Der 
voranstehende  Satz  grösser  und  mit  grüner  Tinte  geschrieben.) 
21.  dec.  Item  thome  vnam  libram  d, ,  7  d.  Laus  tibi  bone  hefu.  Amen.  Item 
ufque  ad  finem  Anni  precedentis  fex  florenos  vngaricales,  et  cociear 
argenteum  ex  ptifica  trevin.  Item  ex  magiftro  Vdabrico  ftädelmair  ex 
Vienna  tres  florenos  Vngaricales,  Item  ex  doctore  Andrea  Voberger 
ex  Vienna  vnum  florenum  vngaricalem,  ex  vefte ,  mihi  data  in  incep- 
cione  et  recepcione  infignium,  tamquam  altero  patri.  Reliquos  feptem 


1489  et  1490.  51 

mihi  adhuc  obligatur,  ut  habet  fua  recognicio  >).     Item  alias  quatuor 

libras  d.    Honor,  laus  et  graeianim  actio  tibi  fit  ihefu  chrifte.  Amen. 

Finitus  est  ergo  Annos  doetoratus  mei  tredecimus.  Incipit  in  nomine 

iheAi«  benedietj»  IHC.  (grün)  in  eternum.  Amen,  annus  14.   Tu,  qni 

es,  ut  dixisti ,  alpha  et  o ,  bene  termina  et  bene  incipe  in  t«i  nominis 

gloriam  Annum  fequentem.  Amen.  Haetenus  in  practica  Vnum  flore- 

num  yngaricalem  a  ftedehnair  et  duas  libras  d.  Laus  puero  ihefu,  iam 

nato.     Item  Valentini  12  fz.  d.,  xi  d.  Honor  tibi  fit  ihefu.   Inidipfum.  25.  dec. 

Item  xi  Januarij  mirai  florenum  renenfem  pro  nouo  Anno  ex  mona-        149Q 

fterio  S.  dorothee,  et  par  cultellorum,  et  aflaturas^  et  farcimina  porci.    7.  et  11.  jtD. 

Item  Tnum  florenum  ungaricalem  ex  ßedelmair.   Alias  tres  libras  d., 

36  d.  Benedictus  deus ,  docens  in  templo.  Amen.    Antonii  quinque  17.  jan. 

libras  d.  Laus  chrifto.     Item  fequenti  fancfe  prifce  ynam  libram  d.  is.  jaa. 

Gloria  altillimo.  Eo  die  magifter  mihael  determinat,  ego  y^ro  iui  ad 

neuburgam,  ad  Hendlin.     Item  pauli  ynum  florenum  yngaricalem ,  et  25.  jm. 

tres  libras  d.,  34  d.  Laus  enixe  filij  ihefu,  qui  fit  benedictus.  Amen. 

Item  fequenti  post  pauli ,  qui  fuit  Anniuerfarius  recepcionis  infignium  ze.  jan. 

doctoralium  in   medicina  doctoris  iohannis  neuman,  recepi  yeftem 

rubeam  de  fcharlaco.  Benedictus  deus.  Eoque  die  quoque  feci  pactum 

pro  yineis  Liechtel  et  grebel,  pro  trecentis  libris  d.    0  bone  ihefu, 

felicita  fecundum  tuam  immenfam  mifericordiam,   pro   tui  nominis 

gloria.  Amen.     Item  fabatho  ante  purificacionis  ynum  florenum  ynga-  so.  jan. 

ricalem,  duos  florenos  renenfes,  due  libre  d.,  28  d.  Gloria  in  excellis 

deo.  Amen.     Item  fabatho  post  purificacionis  ynum  florenum  yngari-   6.  febr. 

calem,  ynum  florenum  renenfem,  quatuor  libras  d.  Gloria  deo.     Item 

fabatho  in  profefto  Valentini  tres  florenos  renenfes,  quatuor  libras  d.,  13.  febr. 

4  fz.  22  d.  Gloria  deo.  Amen.   Item  fabatho  ante  kathedre  petri  tres  20.  febr. 

florenos  renenfes,  quinque  libras  d.  Laus  deo.  Amen.     Item  Mathie  24.  febr. 

quatuor  florenos  renenfes,  tres  libras  d.  Laus  tibi  dulcis  ihefu.  Amen. 

Amen.    Quarta  feria   post  Inyocauit  Salarium  duarum  librarum  ex    3.  mart. 

(monaste)T\o  S.  dorothee.   Aliaf  duos    florenos  renenfes,  quatuor 

libras  d.,  4  fz.  Omnipotent!  deo  fit  gloria  in  fecula.  Amen.  Oculi  unum  14.  man. 

florenum  renenfem,  quatuor  libras  d.  Laus  deo.   Item  ufque  ad  (pr) 

imam  Marcij  ynum  florenum  renenfem,  vnum  yngaricalem,  fex  libras  d.    1.  mart. 

Eo  die  quoque  fum  confessus.    Laus  tibi  ihefu  dilectifsime.  Amen. 

Item  dominica  palmarum,  post  meridiem  (hor)ik  quinta,  Yngarie  rex   4.  apr. 


^)  Das  heisst:  Wie  dessen  schriftliche  Schuld-Erkeanuags-Urkande  lautet 

4* 


52  1490. 

mathias  letaliter  infirmatus  est,  et  mortuus  ex  ea  egritudine  mifera- 

biliter,  (ioe  teßamento,  (ine  facramentis.  Ramores no 

7.  apr.  mortis  multiplices.  In  rigilia  cene  domini«  in  nocte,  in  danubio  duci- 
13.  apr.   tur,  ut  dicunt,  corpus  ad  yngariam,  et  in  feftiuitatibus  (pasc)e.  Tertia 

feria  pompam    funeralem  cum  veretro  vacuo  fecimus  et   exequias 

bienne.  Sed  regina  non  fequebatur  yeretrum,  Ted  (solum)  dux  ioanncs. 

Nullum  pannerium,  nullus  tubicen,  ut  mos  huius  patrie  habet,  yisus  et 

auditus  est.  Dens  nostri  omnium  (miserere).  Amen.  Vfque  ad  pro- 
30.  apr.   feftum  philippi  et  iacobi  tres  florenos  yngaricales,  octo  libras  d.,  62  d. 

Laus  tibi  ihefu  chriße,  benedicte  in  fecula.  Amen.  (Pa)(ce  igms 
11.  —  13.  apr.   magnus  in  Yienna.    Item  per  Maijum  tres  florenos  mgaricales,  quin- 

que  renenfes,  riginti  libras  d.  Gloria  fummo  ihefu  chrifto  in  fecula. 
23.  miu'.   Die  dominica  ante  (penthecosiea  que  f)\ixi  23.  Maij,  mane  hora  fere 

fexta,  quarta  parte  höre  ante  fextam,  nafcitur  Anna,  filia  mea  prima. 
1.  jui.    Gloria  et  iterum  gloria  altiflimo.  (bem  usque)  primam  Julij  quinque 

florenos  rngaricales,  14  libras  d.,  tres  florenos  renenfes.  Gloria  altif- 

1.  aug.  simo.  Amen,    Item  ad  primam  Augufti  duos  florenos  yngaricales» 

2.  aug.  undecim  libraa  d«  Gloria  deo  (pag.  11).     Item  secunda  Augusti 

confessus  sum,  ad  graciam  iubilei,  hora  media  post  primam  post 
merediem,  (Magistro  Sigismundo)  Froschel  ex  grein,  octonario, 
compatri  meo  et  patri  amando.  Et  pro  parentibus  impofui  (dimidiatn 
libram  denariorum,  et  pro  domino)  Bartholomeo  Seyberfpekch, 
defunctis,  dimidiam  libram  d.,  et  pro  confefllonali  pro  me  et  Txori 
80  d.  Item  pro  confefllonali,  pro  tribus  filiis,  Leopolde,  colma, 
andrea  et  Glia  Anna,  80  d.  Predictoque  die  vifitaui  feptem  ecclefias: 
S.  petri,  item  crucis,  item  marie  maioris,  S.  Laurencg,  item  latera- 
nensem,  item  S^baftiani,  item  S.  Pauli  9*  luit  mecum  filius  mens 
primogenitus  Leopoldus.  Yxor  impofuit  pro  fe  duas  libras  d.,  pro  eins 
patre  mortuo  dimidiam  libram  d.,  pro  eins  priore  marito,  georgio 
silberprenner,  dimidiam  libram  d.  Ego  pro  me  duas  libras  d.,  pro 
parentibus  dimidiam  libram  d.,  pro  domino  Bartholomeo  Seyberfpek 
dimidiam  libram  d.  Dominus  deus  fua  mifericordia  nos  fuaque  pietate 


')  Es  sind  folgende  Kirchen  der  Stadt  and  Vorstädte  gemeint:  S.  Peter  and 
die  Minoritenkirche  an  den  gleichnamigen  PUtzen  der  innem  Stadt ,  die 
Schottenkirche  auf  der  Freiong,  S.  Laurenz  auf  dem  alten  Fleischmarkt, 
S.  Dorothea  in  der  gleichnamigen  Strasse,  S.  Sebastian  und  Rochus  auf 
der  Landstrasse,  endlich  S,  Paul  in  Erdberg. 


1490.  53 

refpiciat.  Sibi  in  gloriam»  nobis  in  graciam.  Amen.  Amen.  Et  in  pacem 
temporalem  pro  nutu  dei  mifericordis.    Deo  (int  gracie  iromortales 
pro  tali  magna,  ymo  maxima  gracia ,  in  terris  noftris  nunquam  uifa. 
Amen.  Amen.  Sed  quia  populi  princeps  eft  ad  populi  bonitatem,  itaque, 
cum  yniuerfus  populus  mundatus  fuisset  in  quadragesima,  abftulit  in 
die  palmarum  regem  mathiam»  cuius  corpus  et  anima^juo  perrenerit 
nefcitur.  Item  mundatus  est  secundo  hoc  tempore  jubileo.  Quapropter 
dedit  populo  deus  omnipotens  fua  gracia  iuftillimum,  caftiffimum, 
ftrenuiflimum ,  bellicofifTimum  Maximilianum ,  Maximilianum,  Maximi- 
lianum^  (dieser  Name  ist  einmal  schwarz,  einmal  roth  und  ein» 
mal  grün  geschrieben ;  das  nächste  Mal  aber  schwarz  mit  nochmal 
so  grosser  Schrift)  Maximilianum,  Romanorum  Regem  Vngarieque, 
quamuis  inrite,  secundum  eiusdem  regni  indpientiam  (von  Roma^ 
norum  bis  hieher  roth  geschrieben  und  grün  unterstrichen).  Pro 
cuius  parte  tota  yniuerfitas  Viennenfis  concorditer  conclufit ,  ipsum 
iure  optimo  Regem  esse  Vngarie.    Qui  misit  fuos  oratores  decanum 
brixienfem  (et)  Comitem  de  Anhaldt,  in  yigilia  Laurencij  Viennam    9.  ang. 
hora  quarta  intrantes ,  die  Laurencij  hora  octaua  Viennam  poftulantes  lo.  aug^. 
regi  maximiliano.  Ciues  vero  prefertim  de  comunitate  deliberantes, 
concluferunt  aflirmatiuam :  ,,quod  Teilent  hora  prima.**  Tandem  hora 
terciadictiT  oratoribus  concorditer  dicunt :  ^h  velle  jurare  regi  quan- 
docunque  Tenerit.*'  Yenit  autem  19.  AuguTti,  in  die  Sancti  ludowici,  lo.  ang. 
ciuitatis  murum  intrans  in  occafu  folis,  cum  quatuor  milibus  hominum 
magnifice  ex  nora  ciuitate.  In  quam  ingreflTus  est  in  octaua  laurencij,  17.  ang. 
hora  quarta.  Jurauerunt  autem  Viennenfes  nedum  Maximiliane,  fed  et 
Imperatori  friderico  fereniflimo.  (An  den  Rand  des  Blattes  über 
quer  geschrieben:  Jurant  in  yigilia  Bartholomei,  terciale  post  octa-  23.  aug. 
uam  mane,  Viennenfes.)  Arx  yero  yngaris  munita  renuit.  Quapropter 
maximilianus  machinis  bellicis,  mirabile  dictu«  in  24  horis  ita  demolitus 
est,  üt  flurme  fit  preparata.    Incipiendo  dominica  ante  Egidi,  post  ao.  aug. 
yefperas  hora  fexta,  et  cum  fturme  fe  fuifcum  militibuTpararet,  dede- 
runt  fe  Vngari  in  fuam  graciam,  centum  et  24,  quof  in  yigilia  Egidi  ai.  aag. 
in  turrim  Mcherherthuernn**  deponi  iuffit,  hora  octaua.  Gloria  altiTHmo 
regi,  qui  fit  benedictus  in  fecula.  Amen.    Hactenus  in  practica  per 
Auguftum  quatuor  florenos  Vngaricales,  duof  renenfes,  fedecem  librasd. 
Et  ex  quodam  medicinebaccalaureo,  examinato  et  admisso,  et  promoto, 
decem  d.  5  fz.  in  yigilia  Egidi,    hora  fecunda.  Lauf  tibi  doinine ,  mi 
ihefu  chrifte,  qui  Auguftum  ita  letifice  et  gaudiofe  fecifti  peragere. 


54 


1490. 


29.  aog.  Item  domimca  ante  Egidi  Auctoritate  papali  solutum  eft  juramentum 
omniumÄuftralium»  factum  regi  mathie,  tamquam  bello  iniuUto  exactum, 
f.  sepf.  fub  pena  excomunicacionis  contradicentibus.  Item  in  die  Egidi  incepi 
ducillare  vas  vini  32  vrnarum  et  femis,  pro  viginti.  Quod  rinum  emi 
Anno  domini  1487,  yrnam  pro  5  fz.»  ymo  minori  precio,  ex  neuburga» 
ex  Tinea  domini  erbardi  plebani  in  meydiing,  ex  vinea  fua  pueebperg» 
ex  qua  babui,  preter  yngeltum,  7^  libras  d.  Dolo  aliquaflibras  perdidi. 
Item  per  feptembrem   babui   duos    florenos  mgarieales  tres 

16.  sept.  renenfes.  Item  duas  libras  ex  monasterio  S.  Dorothee.  Item  eupbemie 

ex  examinato  ad  lieeneiam  in  medicina»  Magistro  martino  Stainpeifex 
Vienna»  vnum  florenum  yngaricalem  et  medium,  et  ex  comuni  practica 
14  libras  d.  Item  ex  compatre  meo,  Magistro  tboma  Vienner,  cano- 
nico  ad  S.  Stephanum,  tapetam  fuper  menfam  et  piretum,  et  quatuor 
9.  sept  facileta.  Item  fequenti  post  natiuitatis  capitur  ciuitas  ad  S.  Leopoldum, 

17.  sept.^  neuburga,  prius  bene  machinis  demolita,  a  maximiliano.  Tandem  fexta 

feria,  in  Angaria  lamperti  fcilicet,  maximilianus  cum  magno  exercitu 
personaliter,  Yngariam  perGdam  yerfus,  iter  cepit  et  post  captum  gunf 

28.  sept.  et  fupronium  in  Yigilia  micbaelis  ad  dietam  reuerfus.    Cui  obuiauit 

dux  georgius  de  bauaria,  qui  paucis  diebus  ante  Viennam  in  aquis 
venerat,  cum  octingentis  equitibus  et  curribus  centum  et  yiginti.  Item 
19.  sept.  dominica  post  crucis  Bladislaus  rex  boemie,  vasallus  perfidus  Imperii, 
coronatus  est.  Duxitque,  prob  dedecus!  relictam  matbieVngarie  regis, 
fratre  fuo  Alberto  contra  eum  tunc  ducente  magnum  exercitum  in 
yngaros,  bladidao  adherentes,  prefertim  in  episcopos,  qui  bladiflaum 
elegerunt,  interyeniente  aftucia  relicte  regine  mathie,  beatricis  nomine. 
Sic  fere  femper  magna  mundi  difturbia  per  feminam  oriri  folent.  Timeo 
beatricem  in  infelicem  verti  et  in  damnatricem.  Adherent  maximiliano 
ex  epifcopis:  quinqueeclefieniis.  De  epifcopo  coUacenTi  dubitatur. 
Adberet  Wayvoda  moldauenOs,  Dux  laurencius,  dominus  regni  bofne. 
Item  ipse  de  elderpach  et  multi  alii  nobiles  feculares.  Ymo  ciuitates 
libere,  yocate  ad  recuf,  sed  non  audite  in  yotis,  non  refutant  maximi- 
lianum,  fed  ad  fe  exTpectant.  Item  tbobias  cum  exercitu  aput  herczo- 

29.  sept.  burgam,  hodie  in  die  mibaelis,  obfefsum  fortalicium  aynädt  recipit  in 

fuas  manus.  Item  exercitus  aput  fortalicium  fupra  fluuium  anafum, 
dictum  ernfthoffen,  a  baronibus  supra  anafum  fortiter  obfidetur«  For- 
talicium in  reyCTenftain  captum  nunc  eft,  et  Vngari  ex  eo  fugam  dede- 
runt.  Item  fortalic^im  in  Hollenburg  bodie  noftrum  est,  per  yiam 
concordie,  item  ftain  et  caftrum  eins  fcilicet  arx;  item  aliud  caftrum 


1490.  55 

prope  krembs,  item  maataren  paucis  diebus  ante  natiuitatis  raarie 
(circ.  8.  9ept)  per  milites  dictos  lanczkchneeht.  Verum  caftrura  et 
arx  in  prukeh  fupra  leytam  et  caftrum  geczendarff  yna  ti  ftuerme 
capiuntur,  per  lanczkneeht  et  boemos  aliquos »  in  profefto  ludobici 
(18,  augJ).  Item  ciuitas  ad  S.  Hipolitum  fequenti  post  lamperti 
{18,  sept.)  ad  manus  roaximiliani  thobias  reeepit.  Sed  quid  multa? 
Ita  miferabiliter  fieut  rane  in  paueo  tempore  Yngari  funt  ex  auflria 
eiectL  Ferrea  ciuitas  iam  obHdetur  per  exercitum  maximiliani.  Deo 
omnipotenti  fint  gracie,  glorie  in  feeula  feeulorum.  (Von  hier  an  bis 
^ettnso**  mit  grüner  Tinie,  mit  Ausnahme  desNamens  Elizabeth  wel* 
eher  gelb  geschrieben  iatj  und  der  Worte  »Item  quarta  feria  ante^, 
die  imY  schwarzer  Tinte  nachgetragen  sind.)  Item  per  octobrem 
tres  florenos  renenfes,  feptem  libras  d.  Item  galli  40  vrnas  mufti  ex  le.  oct. 
monafterio  neunburgenll.  Laus  tibi  domine.  Item  per  nouembrem 
onum  florenum  mgaricalem»  tres  renenfes,  oeto  libras  d.  Item  quarta 
feria  ante  Eiizabet  maximilianus  gladio  cepit  albam  regalem,  plurimo  17.  nov. 
Tanguine  effuTo.  Item  ufque  ad  fedeeimam  diem  decembris,  qui  dief  is.  dec. 
inieium  anni  doctoratus  mei  in  medieina  eompleti  funt.  Ergo  ex  dei 
gracia  anni  decimi  quarti.  Ineipit  ergo  in  g\o(rioso  nomine  ihesu) 
annus  doctoratus  mei  quindecimus.  Quem  annum  in  feeula  feeulorum 
benedictus  deus  concedat  feliciter  in  ria  mandatorum  fuorum  mihi  ter- 
minare.  Amen.  Hactenus  in  practica  tres  florenos  renenfes,  fex 
libras  d.  Laus,  gloria  altUfimo  ihefu,  domino  noftro,  cui  in  euum  ytinam 
fim  dictus.  Sanctus»  fanctus,  fanctus.  Amen.  (Von  hier  an  habe  ich 
einiges,  dasjet%t  in  der  Handschrift  fehlte  tu  Rauchs  Zeit  aber 
noch  vorhanden  war,  aus  dessen  Abdruck  ergänzt  Man  kann 
es  an  der  stehenden  Schrift  zwischen  den  tUammern  erkennen, 
während  von  mir  Ergänztes  überall  durch  liegende  Schrat 
bezeichnet  wurde.)  [Hijs  diebus  fama]  fuit,  Yngaros  se  congregare 
contra  maximilianum ,  quapropter  heri,  in  octaua  concepeionis  marie,  15.  dec. 
habita  et  celebrata  est  procefsio  ad  monafterium  S.  J[heronimi  pro 
yictoria»  que]  non  nifi  ex  Deo.  Tu  ergo»  bone  ihefu,  non  ducibus 
Auftrie,  nee  nobif,  fed  Imperio  tuo  da  gloriam.  lAe  romanorum  rex 
tuuf 9  ^^  Omnibus  regibus  terre.  Non  flbi  ergo,  fed 


')  Da  Rauch  den  Text  Tichters  nur  auszugsweise  mittheilte,  erkISren  sich 
die  hier  noch  gebliebenen  Lücken  Ton  selbst.  Man  sieht  zugleich,  wie 
solche  halbe  Mittheilungen  auch  nur  halben  Nutzen  gewähren. 


56  1490  et  1491. 

nomini  tuo  da  gloriam,  qui  iterum  atque  iterum  fls  benedictas  in  fecula 

23.  dec.   feculorum Item  quinta  feria  ante  natale  chrifti  reuenit 

rex  maximilianus  in  nouam  cioitatem,  locnm  suum  natiuum.  Ibidemque 

25.  dec.  ex  rege  [Anglie»  per  medium  oratorum  Änglie  Regis],  in  die  natalis 
chrifti  aecepit  veftem  focietatis  et  literas  (igillatas  perpetue  pacis  ^- 

27.  dec.    Laus  ihefu  chrifto.  Die  [Joannis  venit  ad  Viennam  fero  ante  Teptimam.] 

(pag.  12. )[^ Pr]incipium  referre  exitum.   Quia  ipfe  ihefus 

eft  alpha  et  o.  Cui  fit  honor»  laus  et  gloria  in  fempiterna  fecula.  Amen. 
Amen pro a  et  noftra  miferia  de Annum  nouum, 

1491.  nonageßmum  primum,  feliciter  incipere  et  terminare  in  fui  nominis 
gloriam.  Amen.  fiat.  Amen.  Hactenus  tres  fiorenos  renenfes,  fex 
libras  d.  Quarta  feria  ante  ßlueftri  (29,  dec.  1^90)  regi  maximi- 
liano  yeniunt  litere  de  Alberto  duce  faxonie,  obfidente  ciuitatem  brugis. 
quod  dederit  fe  in  obedienciam  maximiliani,  adiuncta  damnacione 
centum  et  quinquaginta  millium  florenorum  ^).  Item  dictis  diebus 
tractatur  de  pace  inter  Bladislaum  regem  boemie  et  maximilianum  de 
et  fuper  regno  mgarie  pofTidendo  et  regnando  et  regendo.   Dens  det 

31.  Jan.  faluum  finem.  Amen.  Amen.  Item  ufque  ad  ultimam  Januarii  decem 
fiorenos  renenfes»  quindecim  libras  denariorum,  5  fz.  4  d.  Gloria 
excelfo  domino  noftro  ihefu  chrifto,  una  cum  patre  et  fancto  fpiritu  in 
et  31.  Jan.  fecula  bonedicto.  Erhardi  vifa  eft  cometa.  Vltima  Januarij  laxenburg 
dat  fe  ia  manus  maximiliani,  et  post  paucos  dies  merchenftain  flmiliter. 
Amen.  Item  per  februarium  ynum  florenum  yngaricalem,  quatuor 
fiorenos  renenfes,  septem  libras  d.  Item  duas  libras  ex  fancte  dorothee 
monafterio,  et  6  fz.  18  d.  Laus  deo  altifsimo.  Item  per  Marciumduos 
fiorenos  yngaricales,  octo  fiorenos  renenfes,  quindecim  libras  d.»  cen- 

31.  mart.  tumd.,qui  finitur  in  cenadomini  hodie.  Dens  det  ut  fuum  paffionis  tem- 
pus  cum  deyocione  celebremus.  Qui  passus  est  pro  nobis  pecatoribus 
parcat  pecatis  nostris  secundum  magnam  misericordiam  fuam,  orante 
pro  nobis  yirgine  matre  maria.  Amen.  Item  per  aprilem  quatuor 
fiorenos  yngaricales,  unum  renenfem,  yiginti  quatuor  libras  d.  Item 
duos  fiorenos  yngaricales,  quinque  libras  d.»  80  d.  Laus  deo  quam 
maximo  in  fecula  feculorum.  Amen. 

^)  Wie  man  aus  Heuter  rer.  austr.  libb.XY  und  zwar  in  dessen  Opera.  Loyanii. 

1649.  2,  106'*  sieht,  die  Abzeichen  des  1350  gestifteten  Hosenband-  oder 

S.  Georgs-Ordens.  Der  Vertrag  dtto.  Oking  12.  Dec.  1490,  mit  Heinrich  VII. 

wird  gemeint  sein.  Georgisch  Regesta.  2,  1367  Nr.  48. 
')  Dies  war  am  6.  December  1490  geschehen.    Yergl.  das  Regest.  Nr.  1479 

bei  Lichnowsky»  Bd.  8,  S.  DCLXXUI. 


1491. 


57 


Per  Maium  ufque  ad  yrbani  feptem  florenos  yngaricales»  quiode-  25.  maj. 
eim  renenfes,  21  libras  d.,  4  fz.  d.  Gloria  altiCsimo.  Amen.  21.  Maij  21.  mivj. 
ablaetator  filia  mea  Anna.     Item  ad  finem  maij  duos  florenos  rngari- 
eales,  quinque  libras  d.,  fex  fz.  d.  Laus  tibi  quam  optime  ihefu,  marie 
filio.  Benedietaque  fit  fancta  trinitas.  Amen.  Amen. 

Per  Junium  yndeeim  florenos  mgaricales,  oeto  florenos  renenfes,      jun. 
trig^nta  doas  libras  d.  Laus,  honor  et  gloria  omnipotenti  domino  ihefu 
ehrilto.  Amen.     Item  per  Julhim  quatuor  florenos  yngaricales ,  duo-      jui. 
deeim  renenfes  florenos,  duodecim  libras  d.»  6  fz.»  26  d.  Laus  tibi 
deo  gloriofo  in  exeelfis.   Amen.    Item  per  Augustum  fex  florenos       »ug. 
Yngaricales  et  ynum  vng^ricalem  ponderatum  rnum  et  alterum  dimi- 
dium,  quos  habui  ex  doctore  ehreuznach,  compatri  meo  ad  lueam. 
Item  neuem  florenos  renenfes  et  duodeeem  libras  d.  Gloria  in  excelfls 
deo.  Amen.  Amen.    Item  Albam  r egalem  cepit  Maximilianus  17.  17.  nov. 
nonembris»  quam  perdidit  29.  Julij.     Item  per   Septembrem   tre-       sept 
deeem  libras  d.,  tres  florenos  renenfes.  Gloria  in  exeelfis  deo,  aceu- 
ratissime  humanum  genus  diligenti  et  amanti.  Amen   Amen.     Item 
per  oetobrem  ynum  florenum  yngaricalem,  quatuor  renenfes,  oeto       ort. 
libras  d.   Laus  tibi  ebriße,  omnium  fanctorum  merces  eopiofiHima. 
Item  in  profefto,  yigilia  S.  Simonis  et  Jude,  ego  emi  bibliam  et  doctor  n.  oct. 
Bartfaolomeus  duxit  yxorem  Gliam  trey.  Quibus  fit  falus,  pax  et  caritaf, 
bic  et  in  etemum  femper.  Amen.  Amen. 

Item  quartanouembris  recepi  32  yrnas  mufti  ex  roonafierijs  fancti     4.  oor. 
Leopold!  ex  neuburga  elauftrali.   Gloria  tibi  domine.   Amen.     Item 
fequenti  post  martini  in  bienna  prociamata  eft  pax,  pax,  pax  (einmal   12.  nov. 
schwarzj  einmal  grün  und  einmal  roth  geschrieben)  inter  prin- 
eipes  litigantes  pro  Vngaria. 

De  quo  deo  omnipotenti  et  beate  marie  yirgini  et  omnibus  fanctis, 
qui  earo  paeem  nobis  exorauerunt.    Amen.   Amen. 

Andree  quindecim  libras  d.    Benedictus  dominus  deus  nofier.  30.  nov. 
Amen.     Item  ad  fedecimum  decembris  duaf  libraf  d.,  4  fz.,  26  d.  is.  dec. 
Nunc  ineipit  annus  doctoratus  mei  in  medicina  fedecimus,  eompletis 
nunc  ex  optimitate  dei  luftris  tribus.  Pro  qua  gracia  gloria  fit  deo 
immortali.  Amen.  Amen. 

-|Wt|^  Maria  Hinc  omne  principium,  buc  refer  exitum.  Finitus 

(pi)      <»Mh)     ®®*  annus.  Ineipit  in  dei  nominis  gloriam  nonage- 

simus  fecundus  per  decembrem,  ergo  a  16eiu8dem.  In  practica  habui 

tres  yngaricales,  quatuor  renenfes  florenos»  Septem  libras  d.,  74  d. 


58 


1491  et  1492. 


25.  dec.    Grates  nunc  omnes  reddamus  domino  deo,  qui  fua  natiuitate  nof  liberat 

de  dyaboliea  potestate.    Nunc  oportet  ut  canamus  cum  Angelis: 

„Semper,  Temper,  femper  gloria  in  excelGs  deo."   „Sit  tibi  maieftas» 

laus,  fama,  potentia,  virtus»  imperiuml^  refonet  fpiritus  omnis.  Amen. 

1492.        Noßros  ut  dirigat  grefTus  in  limite  pacis,  in  yiam  mandatorum  fuorum. 

Jan.  Fiat,  fiat,  bone  ibefu,  a  &  et  o.  Item  per  Januarium  quindecim 
florenos  renenres,  duo  de  viginti  libras  d.»  Atz.,  15  d.  Gloria  tibi 
domine.  Quibus  diebus  fama  fuit  facinoris  turpifsimi  regis  francie  circa 
fponfam  et  filiam  maximiliani  regis  romanorum  9*  ^^^  februarium 
17.  florenos  renenfes»  32  libras  d.  Deo  gracias,  deo  gracias.  Item  vnum 
7.  mart.  rencnfem.  Die  cinerum  iurat  regnum  Yngarie  ducibus  Auftrie  fideli- 
tatem,  fub  condicione,  (i  rex  bladiflaus  decefserit  flne  legiptimis  here- 
dibus  *).  Item  per  Marcium  octo  florenos  yngaricales,  trefrenenfes, 
21.  mart.  17  Hbras  d.,  5  fz.,  9  d.  Gloria  deo.  Item  benedicti  fufpenditur  con- 
radus.  Petitus  pro  anatbomia  a  medids,  in  curru  ductus  ad  domum 
medicorum,  rifus  eß  opera  vite  demonftrare,  adiutus  per  medicos 

apr.  faluus  factus  eft  >).  Laus  deo.  Per  Aprilem  duos  florenos  vngaricales, 
octo  renenfes,  21  libras  d,  Laus  crucifixo  et  refurgenti  domino.  Item 

mig.  per  Mayum  fex  florenos  renenfes,  26  libras  d.  jGloria  in  exceUis  deo. 
Amen.  Item  per  Maium  vnum  florenum  vngaricalem,  vndecim  renen- 
res,  18  libras  d.,  60  d.  Gloria  deo.  Hijs  predictis  diebus  con- 
gregatus  eft  exercitus  in  lecbreld,  16  milia  yirorum 
ex  Imperio  electifsimor um.  Quorfum  nefcitur^).    Item 


')  Ueber  die  Entführung  der  Herzogin  Anna  durch  Konig  Karl  VIIT.  vergl.  die 
bei  Lichnowsky  8, 170  angeführten  Quellen.  Wegen  der  der  Tochter  Maxi- 
milians Margare tha  zugefügten  Schmach,  ebenda  und  S.  168. 

')  Die  Consensual-Urkunden  der  Stände  des  Reiches  zu  den  Erbfertrags- 
Stipulationen  des  Pressburger  Friedens  yom  7.  Nofember  1491,  neun  an 
der  Zahl,  und  ausgefertigt  unterm  7.  März  1492,  sind  jetzt  veröffentlicht  in 
dem  Archive  der  bist.  Commission  der  kais.  Akademie  der  Wissenschaften, 
Bd.  3,  S.  511  bis  528,  unter  Nr.  LXXXIV  bis  XCIII,  und  zwar  durch  das 
corresp.  Mitglied  derselben  Fr.  Firnhaber,  dessen  Erörterungen  S.  379  bis 
391  ebenda  über  dieselben  zu  vergleichen  sind. 

')  Er  wurde  ^von  zwei  Doctoren  durch  einen  an  beiden  Cephalicis  gemachten 
Aderlass  und  andere  Mittel  wieder  belebt.^  A.  E.  v.  Rosas  kurzg,  Gesch. 
der  Wiener  Hochschule,  1,  165. 

^)  Es  war  Kriegsvolk  des  schwäbischen  Bundes,  das  sich  gegen  Herzog 
Albrecht  von  Baiem  sammelte.  Vergl.  P.  v.  Stetten*s  Gesch.  ?.  Augsborg, 
1,  234. 


1492. 


59 


quarta  Jung  daDtur  ex  cefare  ad  imperium  litere,  ut  fequenti  post  sie-   4.  jan. 
phani  (3.  aug.)  fint  in  annis  personaliter  eontra  Regem  francie» 
propter  raptom  fponfe  regis  romanorum  et  eriroen  lefe  maieftatis  in 
imperium  ^).    Item  hijs  diebus  redijt  ad  imperium  Ratifbona,  que  de- 
fecerat  imperium  '),  aflomens  albertum  dneem  bauarie.    Laus  deo. 
Item  per  Junium  tredecem  florenos  renenfes,  18  libras  d.  Laus  optimo       jod. 
cbrifto.  Amen.     Item  per  Julium  oeto  (?)  renenfes,  21  iibras  d.       jui. 
Gloria  in  exceifis  deo.  Amen.     Item  per  Auguftum  quatuor  florenos       aug. 
mgaricales  a  nouo  doctore  mibade.    Sixti  pape        tres  florenos   6.  w^^. 
renenfes,  22  libras  d.  Decus  et  gloria  Deo  alti&imo.  Amen.     Item 
per  feptembrem  unum  florenum  mgaricalem ,  oeto  florenos  renenfes,       «ept. 
14  libras  d.,  SO  d.  Ex  cefare  pro  angaria  crucis  oeto  libras  d.  Sancti-  u.  M|»t. 
fieetur  nomen  domini  noflri  ihefu  cbrifU»  Amen.  Per  octobrem  triginta       oct. 
duas  Trnas  mufti  ex  monafterijs  neuburge.  De  quo  gloria  omnipotenti 
et  faneto  Leopolde.  Amen.  Valor  enim  earum  erat  32  florenorum  vnga- 
riealium  ymmo  amplior.     Item  per  nouembrem  unum  florenum  mga-       »«t. 
ricalem,  oeto  renenfes,  19  libras  d.,  crocum  pro  libra  d.  Gloria  tibi, 
qui  folus  Jura  monarebie  primi  potentis  habes,  ibefu  ebrifte.  Amen. 
Amen.  30  talenta,  6  fx.  IHC.  In  boe  nomine  falutari  dei  completus 
eft  annus  doctoratus  mei  16.  In  cuius  nomine  incipit  deeimus  septimus»  I6.  dec 
qui  fit  benedietus«  In  fua  pietate  dignetur  mihi  bomuncioni,  peeatori 
non  paruo»  largiri  miferieordiam»  mirericordiaro,  mifericordiam !  Amen. 
Amen.Hactenus  in  practica  per  medium  deeembrisvnum  florenum  mgari-  iS-  dec. 
calem»  quatuor  renenfes,  vndecim  libras  d.,  22  d.  Gloria  omnipotenti 
deo.  Amen.  Hactenus  per  alteram  decembris  medietatem  oeto  florenos  si.  dec. 
renenfes  a  cefare  in  ftipendio.     Item  aliaf  quatuor  renenfes.     Item 
7  libras  d.  Gloria  cbrifto  ihefu.  (Von  hier  bis  ^^oracione**  alles  grün.) 
Itaque,  ihefu  chrifte,  inchoandum  Annum  tua  gracia  incipere,  dirigere, 
finire  dignerif.  Amen.  Marie  matris  oracione.  Et  fuus  filius  benedictus 
fit  in  eternum  et  nomen  dulcis  ihefus.  93  (diese  Zahl  roih).  Nomen 
adhuc  ihefus  in  celis,  terrif  et  abiflls  cuncta  genuflectunt,  tentacio 


^)  Die  Urkiinde  scbebt  bisher  nicht  gedruckt  lu  sein.  Sie  fehlt  in  den  Re- 
gesten £ti  Lichnowskyt  wie  in  Maller*s  Reiehstagstheatrom,  in  welchem 
1, 157  nur  das  Verlangen  des  Kaisers  am  Reichshölfe  gegen  Karl  Vlll.  auf 
dem  Reichs-Con?ente  10  Cobleni  erseheint. 

*)  ^lmperium^  ist  wohl  zu  streichen. 


60  1492  ei  1493. 

Jan.    diffugit  omnis.    Item  per  Januarium  habui  ex  practica  deeem  florenos 

11.  Jan.    renenfes  a  domina  druxfleczin  in  fteez,  ad  quam  iui  sexta  feria  ante 

17.  Jan.    Antonii.  Antonij  reueni.     Item  vnum  florennm  vngaricalem  pro  nouo 

anno  a  prepofito  S.  dorothee.  Aliaf  vnum  florenum  yngaricalem,  item 

tres  renenfes,  item  fedecem  libras  d.  3  fz.,  14  d*  Gloria,  laus,  honor 

febr.  nt  tibi  bone  ihefu,  Amen.  Item  per  februarium  tres  florenos  ynga- 
ricales,  tres  renenfes,  decem  et  nouem  libras  d.,  80  d.  Bone  ibefu, 

rnart.  laus  tibi  ctcma.  Amen.  Item  per  Marcium  duof  florenos  renenfes, 
unum  florenum  rngariealem,  undecim  libras  d.  a  magiftro  et  medieine 
doctore  Stainpeif,  pro  iure  paterno.  Item  octo  libras  d.  ftipendii  ex 
cefare.    Gloria  tibi  femper  domine.      Item  nouem  libras  d.,  3  fz. 

apr.    Item  per  Aprilem  tres  florenos  vngaricales,  duos  renenfes  15  libras  d., 

mig.  3  fz.  d.  Gloria,  lauf  fit  deo.  Amen.  Item  per  Maium  unum  florenum 
vngaricalem,  duos  renenfes,  • .  •  •  libras  d.,  4  fz.  d.  Gloria  deo  noftro 

7.  mig.    ihefu  chrifto.  Amen.     Item  gloriofa  victoria  tertia  feria  rogacionum 
juD.    füpra  teya  <)•  Laudetur  deus.  Amen.  Per  Junium  duodecim  libras  d. 

8.  jun.    Lauf,  honor,  gloria  tibi  fit  deus  omnipotens.     Item  8*  Junij,  mane 
jui.    hora  quinta,  deponitur  pes  finifter  cefari.  Per  iulium  unum  florenum 

vngaricalem,  unum  florenum  renenfem,  decem  libras  d.  Lauf  tibi  ihefu 
chrifte,  fili  dei.  Amen.  Item  ex  cefare  pro  angaria  penthecoflies  octo 
libras  d.  Gloria  deo.  Per  Auguftum  fex  florenos  renenfes,  undecim 

19.  ang.  libras  d.  His  diebus  Augufti,  die  XIX.  Augufti  post  Auguftum 
primum  maximus  Augustus  et  cefar  fridericus  tercius 
obijt meridiem,    infra    octauaf  Affumpcionis    in 

28.  ang.   Hucz.  Sepultus  Vicune,  die  Auguftini,  fepultura  prin- 

cipum  Auftrie.  RegnavitAutem  Annis  S3  et  medio.  Gloria 

in  excelfisdeo,  quod  tam  religiöse,  tam  devote  mortuus 

sept.    eft.     Item  per  feptembrem  fex  florenos  vngaricales,  nouem  renenfes. 


0  ^org^l*  ^^^  Bericht  eines  Augenzeugen  über  diesen  Sieg  der  landesfiirstli- 
chen  Söldner  über  die  böhmischen  und  mfthrischen  Räuber  oberhalb  Thayaim 
V.  0.  M.  B.,  nächst  Waidhofen  an  der  Thaya ,  in  Linck*s  Annales  Clara- 
vallenses.  2,  311.  Dieses  Gesindel,  Ueberbleibsei  der  Soldner  Matthias 
Corvins  in  Oesterreich,  welche  die  alte  Uebersetzung  der  Kaisergeschi  übte 
Cuspinians  Fon  1541,  Theil  2, 110  bezeichnend  „kriegsgurglen"  nennt,  ^die 
viel  mehr  mdrder  zu  nennen  waren  (sonst  hiessen  sie  sich  selbst  den 
schwartzen  hauffen)*'_hau8te  fürchterlich,  namentlich  im  nördlichen  Theile 
des  Herzogthums. 


1493  ei  1494. 


61 


13  talenta,  4  fz.  d„  22  d.  Laus  chrifto,  domino  noftro.  Amen.    Item 

per  oetobrem  quinque  florenos  renenfes, libras  d.»  31  d.    Die         oct 

dyonifij  Romanorum  rex  maximilianus,  flne  tubif  et  timpaDif,  yeftitus     9.  oct. 
Digro,  yenit  Yiemnam  infra  duodeeimam  et  primam.    [Die  yero]  9 
MaiimiliaDi  ipse  Maximilianus,  infra  undeeimam  et  duodeeimam»  exiuit   12.  oct 
Viennam  contra  tur cos.   Dens  det  g^aciam.  Amen.     Item  per  nouem- 

brem 1  pbuntner»  quinque  talenta,  3  (z.,  14  d.  Gloria  chrifto        bot. 

femper.  Amen.  Lini  yenit  rex  Viennam »  quo  die  oracionero  feci  ad   26.  nor. 

monacenfes decembrif  tref  florenos  renenfes  ex  balczhoffer»  et 

ynum  ex  abbate  campililiorum.  Item  treflibraf  d.  Ex  dei  gracia  finitu$    I6.  dec. 
[eft  anous  doctoratus]  mei  decimus  septimus.    (^Dfu  folgende  bU 
»feliciter*"  grün.)  Incipit  itaque  ex  dei  gracia,  0  bone  ibefu,  feliciter 

decimus  octauus aria  gloria  tibi  domine,   ihefu  cbrifte.        1404. 

Amen.     Item  ufque  ad  circumcifionis  quinque  libras  d.,  4  fz.  Sicque     1.  jtn. 

finitus  eft  dei  gracia nunc  benedictus  in  eternum  nomine 

IHC  annus  1494,  quem  deus  bene  yertat  cum  gracia  in  laudem. .... 
ferratur.  Amen.  Amen,  ihefus  maria.     Item  fequenti  post  circumci-     2.  jtn. 

fionis  a  comite  thoma  de  pofing  17  libras unum 

florenum  renenfem,  quindecim  libras  d.     Item  a  ruelantin  septem  ta- 

lenta  d.  Gloria  deo.    Item  per  februarium  octo  florenos  renenfes,        febr. 

noyem  libras  d.  Lauf  cbrifto renenfes. .  •  •  libr.  d.  item 

ftukch  leinbat,  Welhifcb.     Item  ex  mufto  a  neuburga  quadraginta 

quinque  florenos  renenfes.  Gloria  cbrifto  ibefu 

Dorothee  21  r. 


Hiemit  enden  die  Aufzeichnungen  TichtetM  in  dem  in  der 
Einleitung  unserer  Sammlung  näher  bezeichneten  alten  Drucke. 
80  viel  hatte  ich  vor  vier  Jahren  aus  den  engbeschriebenen  Vbr- 
stichbWttem  dieses  Bandes  sorg  fältig  wieder  zu  geben  versucht. 
Ich  prüfte  damals  auch  den  übrigen  Inhalt  des  Bandes^  der 
allenthalben  mit  Randglossen  von  TichteVs  Hand  bedeckt  war. 
Nirgends  wollten  sich  aber  noch  weitere  geschichtliche  Auf" 
Zeichnungen  finden  lassen^  die  Glossen  galten  nur  dem  Avicenna. 


')  Aus  Rauches  Abdruck  ergänsi,  so  wie  das  uoieo  Folgeode,  swiseben  Klammern 
in  Steheoder  Schrift  Erseheioende. 


62 

Und  doch  enthielt  der  Band  wirklich  noch  ein  ganzes  Blatt 
eines  älteren  Tagebuches^  das  aber  nur  der  Zufall  konnte  auf" 
finden  lassen.  Als  nämlich  kurze  Zeit  nach  meinem  Abgange 
von  der  HofbibKothek  der  sehr  schadhafte  Einband  dieses  in^ 
cunabels  durch  einen  neuen^  ihn  zugleich  vor  Motten  schützen^ 
den,  ersetzt  wurde,  zeigten  sich  an  der  inneren  Wand  des  vor» 
deren  Deckels,  unter  der  Verkleidung  desselben,  ein  grösserer 
und  ein  kleinerer  beschriebener  Papier  streifen,  dessen  Inhalt 
wie  Aufzeichnungsart  unwillkürlich  auf  unseren  IHchtel  wiesen. 
Der  Scriptor  der  Hofbibliothek  Ernst  Birk  war  so  gütig,  mir 
diesen  Fund  mitzutheüen ,  wofür  ich  ihm  hiemii  schuldigen 
Dank  sage. 

Das  grössere  Blatt,  10%  Zoll  hoch  und  bei  9  Zoll  breii, 
zeigte  sich  als  ein  Bruchstück  eines  Tage-  oder  Rechnungs' 
Buches,  unserem  eben  mitgetheilten  ähnlich  ;das  kleinere,  3  Zoll 
breit,  bei  2  Zoll  hoch  ,  enthielt  den  Schluss  eines  Briefes ,  den 
kaum  jemand  Tichteln  absprechen  wird,  der  den  zweiten,  von 
mir  unien  aus  einer  anderen  Handschrift  angeschlossenen  gelesen 
hat. 

Es  musste  mir  vor  Allem  darum  zu  thun  sein,  das  hierfol» 
gende  Bruchstück  eines  zweiten,  durch  Format  und  Papier 
wesentlich  verschiedenen  Tagebuches  einem  bestimmten  Jahre 
zuweisen  zu  können,  weil  dadurch  erst  dessen  Daten  an  Be^ 
deutung  gewinnen.  Eine  Jahreszahl  war  nirgends  zu  entdecken. 
Ich  hatte  daher  nach  anderen  Anhaltspuncten  zu  sehen,  die  zum 
Glücke  sich  finden  Hessen. 

Es  ist  nämlich  erstens  aus  der  letzten  Zeile  der  Stirnseite 
des  Blattes  zu  entnehmen,  dass  in  dem  Jahre  seiner  Aufzeich^ 
nung  der  2.  December  auf  einen  Mittwoch  fiel,  was  im  Umkreise 
der  Jahrzehente  des  Tichtelschen  Tagebuches  nur  in  den  Jahren 
1972,  li78,  li95  und  1506  der  Fall  war.  Einem  dieser 
vier  Jahre  wird  es  also  mit  vieler  Wahrscheinlichkeit,  so  war 
von  vorne  herein  anzunehmen,  zuzutheilen  sein.  Da  aber  zwei» 
tens  auf  derselben  Seite  des  Blattes  der  Verwandte  unseres 
Tichtel,  der  Vicar  zu  Loosdorf,  Bartholomaeus  Seybersbeck, 
als  noch  lebend  erscheint,  während  der  15.  August  1989 
unseres  oben  mitgetheilten  Tagebuches  dessen  Ableben  meldet, 
so  lässt  dies  scUiessen,  dass  unser  Blatt  weder  dem  Jahre 


im.  63 

li9S  noch  irgend  einem  epäteren  angehören  könne.  Da  femer 
drittens  die  Einnahmen  des  Jahres  1478»  von  Tichtels  eigener 
Hand  verzeichnet^  bereits  in  obigem  Tagebuch  enthalten  sind^  so 
entfalltauch  dieses  Jahr  ^  und  es  bleibt  nur  noch  1912  als  mög- 
lieh  über.  An  ein  früheres  Jahr  aber  %u  denken^  verbietet  die 
Wahrnehmung,  dass  Tichtel,  wie  unser  Blatt  entnehmen  lässt, 
bereits  ausübender  Arzt,  n^enn  auch  noch  nicht  ^Doctor^  war, 
was  er  erst  durch  die  Verleihung  der  Lehrkanzel  an  der  Vni" 
versität,  also  ganz  richtig  «a  docendo**,  und  zwar,  wie  er  selbst 
erzählt,  unterm  16.  December  1977  wurde. 

l. 

(f  1\) ctam 

8.  vici 

ftuli  cum  rubeis  rappis. 

Item  die  Bartholomei  ynum  par  24.  aug. 

cultelorum  a  prefecto  ex  tulnerfeld. 
Item  poftridie  Bartholomei»  in  qua  die  fuit  25.  aug. 

Vocacio  omnium  faeerdotum  ad  biennam»  yj  pullos 

per  dominum  figifmundum  rud»  canonicum  in  balthauflen. 
Item  plebanus  Ituk  fleifs  iij  gallinas. 
Item  quidam  rufticus  ij  •gal-  (sie)  pullos. 

Item  Scbedlin  dimidium  lat  croci,  in  yigilia  Egidii.  3j.  «ug. 

Item  micbelin»  circa  Laurencium  appotecarium»  cafeum  B  \,  5.  gept. 

fabatho  poft  Egidi. 
Dominica  autem  natiuitatis  Conradus  appoteearius  in  curia  8.  »ept. 

prepofiti  zway  rebheyner. 
Item  yigilia  natiuitatis  marie  par  cultellorum  7.  sept. 

de  Waidhoffen»  per  flekell,  canonicum  biennenfem. 
Eialtacionis  crucis  Fridericus  Raufcher  14.  ^pt. 

magnam  falis  cuppam,  cum  parua  rota 

fignatam»  habente  in  fe  crucem. 
Item  pridie  lamperti  egregium  et  magnum  par  16.  sept. 

cultellorum»  Krefliing,  prefectus  in  klingberg 

prope  grein. 


6*  14TÄ. 

12.  oct.   Item  Vigilia  colomani  dominus  Bartholomeus 

Seyberrpek»  conTobrinus  meus,  propinauit 
mihi  Tnum  pannum  lineum,  Herbein. 

Item  duos  pannof  lineof,  ruphn.     Item 
duodeeim  difcos  ftanneos  et  tres 
fcutellaf  ftänneas  paruas  cum  referuaeulo 
coreo. 

Item  plebanus  ftukfleyfs  rnam  aucam. 

Item  quidam  quatuor  aues. 

Item  quedam  domina  poma  et  pira. 

Item  quedam  domina  ex  buda  ein  par  guidein  spreyrs. 

Item  dominus  Lampertus  duos  cafeos. 

Item  magifter  Ludobicus  Keboltrer  ynum 
luceum  fatis  magnum. 
7.  noT.  Item  quidam  faeerdos  in  curia  melicenfl,  fabatho 
ante  martini»  quinque  lueeos. 

12.  nor.  plebanus  ftukfleifs  ynum  gibifs,  fequenti  post  martini. 

13.  nor.  Item  fexta  feria  poft  martini  Certell  ynum  plauftrum 

lignorum  falicum,  yalore  60  den. 
Item  Aurifaber  noftre  domus  S  centring  fleifcs. 
Item  quedam  Inftitrix  duas  Ylnas  panni  Italici, 
2.  dec.            quarta  feria  ante  barbare»  Id  eft  feeunda  decembris. 
(fol.  1\)  Item  die 

a  raufeber  prepof . ... 
s.  dec.   Item  In  yigilia  Nieolaj 

auche  et  pedef  ynius  apre. 
Item  maifter  Hanfs,  mal  er  yon  Werd, 
tres  Aues  ynum  fafianum.  Item  iij  tall. 
hyet  ich  mueffen  ymb  ein  glafz  geben, 
hat  er  mir  gefchenkt.  Item 
Quidam  faeerdos  propetraifmawrjlotum 
faffran. 
Item 


1478. 

n. 

Irapieit  eiaes  Iriefes  Tlektelt. 

firis  adf  9  carmina  et  orationem  eo  libencius 

(perlegi),  quod  et  inter  difficiles  res  mihi  follacio  fuit. 
(Ceterum)  inter  ref  a  me  lectas  nouitatem  pre  fe 
(ferun)t  ingenuam.  Sed  ubi  deuf  uolet  hee 
. . . .  .ira  fallt»  et  ubi  mendofus  fatis  emen- 
(dab)itur  orbis.  Literas  yestras  emendare  non 
(p)otui»  quippe  ex  immundo  fpecalo  nemo  purgabitur. 
Val. 


65 


Bii  trief  «ehters  ai  ieirad  Celles  dto.  Wiei,  littweeh  dei  6.  febriar 

14f 8.  Ai9  der  laidsehrift  der  k.  k.  lefbibliethek.  Neie  Nuer  S448. 

Yergl.  Wieier  Jakrbb.  d.  LUeratir  Id.  4S,  142  ud  IH  ff. 

Pro  domino  Conrado,  Amico  fuo. 

(foL  2U*.)   Joannes  Tichtl,  Artis  mediee  et  liberalium  doetor» 

amico  fuo  Conradi  Celti  protutio»  poete  Laureato,  Alma 

noriimglorie  et  yirohumanissimo  doctoque  Salutem  plurimam  dieit.  Cum 

ex  Yienna  nuper  iuifses»  subtristis  mihi  animus  fuit,  ita 

ut  etiam  me  tue  Yaledictioni  fubtraxifsem.  Timui  enim 

mihi,  qui  yir  effe  debeam,  de  lachrimis  emittendis.  Nee 

abs  re.  Fortuna  namque  tam  uariä,  quod  tibi  contrarij,  yt  non  reuenire 


^)  Ist  wahrscheinlich  niemand  anderer,  als  der  von  Denis  in  den  Merkwürdig- 
keiten  der  Garellischen  Bibliothek  S.  71  aufgefOhrte  Dichter,  dessen  unter 
dem  Titel :  Fratris  Ade  Genueosis  carminibus  edita  Passio  D.  N.  J.  Ch. 
S.  1.  e.  a.  4®.  Denis,  1.  c.  S.  IZ  erwfthnt  Dadurch  erklärt  sich  auch ,  wie 
diese  Gedichte  unserem  Tichtei  in  seinen  Leiden  Trost  gewährten.  Dus 
übrigens  „ade*  nichts  Anderes  ist,  als  ein  gesuchter  Genitiv  von  „Adam," 
braucht  wohl  nicht  erinnert  zu  werden. 

Pontes.  VIII.  S 


66  UTA. 

pofTes,  moliri  poflet,  in  animo  yerfabar.  Nee  me  mea 

fefellit  opinio.  Non  enim  (ine  caufa  tarn  tarde  ad  nos 

puerum  tuum  Nicolaum  miflfti.  Nee  hiis  eontentus  ultra 

fpem»  quam  nobis  cum  eodem  promififti,  addidifti,  non  uenire, 

decima  fere  fcribens»  nam  ßne  doctorum  literis  ad  te  datis  venire 

Teile.  Doetori  fteber  literas  dedifti»  me  neglecto.  Quid 

(foL  29 ,)  ßbi  Tue  Iitereyoluerint,me  fugit.  Si  collegium  difeipulorum 

tuorum  congregatum  fuilTet»  forte  ex  illo  literas  babuifses. 

Quid  flniftri  in  re  fit,  nefeio.  Sed  pro  te  caufas  fingam. 

Turper  annum  a  nobis  conductus,  deerefeentibus  diebus  inieium  faeere 

noiuifti.  Nos  tamen,  terentiano  confilio  ducti,  debitum  a  te 

et  promifTum  doctrina  amieis  (?)  etiam  ydibus  deeembris  accepifsemus. 

Sed  et  proBcientibus  diebus  tardus  in  boc  fuisti.  Speraui   . 

tamen  omnino,  quod  principium  Arietis  non  efses  omifsurus  in 

tua  doctrina,  in  quo  et  mos  eft  fcolaribus  feolas  petere, 

ymo  retentoribus.  Sed  uideo,  dolenter  quidefti,  nunc  omnia 

negleetum  iri,  et  te  non  nifi  ad  kalendas  greeas  aduenturum. 

Tu  tamen  dignitatis  tue  fidei  nobis  date  et  pollicite  confulere 

debebas.  Sed  quidem  ,,precio  parata  yincitur  preeio  fides**  tragieus 

inquit  Seneca.  Plura  fcribere  de  multis  et  de  ipfo  doetifsimo 

mathematico  Joanne  ex  eperies,  qui  mihi  in  tua  abfentia 

plurimam  confolationem  interea  dedit,  non  pofTum.  Sie  enim  grauatur 

animus,  cujus  grauati  animi  tu  causa  es.  Datum  ex  Yienna,  die 

Dorothee  93.  Ex  tuo  neglecto  difcipulo  Joanne 

tiehtl.  Tu  quidem  uale,  et  quidem  feliciter,  mei  aliquantum 

memor. 


n. 


SELBST-BIOGRAPHIE 


SIEGMVNDS  FREIHERRN  VON  HERBERSTEIN. 


1486—1553. 


69 


(BL  1\)  Alle  menschen  sollen  billichen  dermassen 
auf  erden  leben,  damit  sy  mugen  ynnd  sollen  Raittung 
geben  Ires  thuns  ynnd  wesens,  damit  man  mQg  spre- 
chen, das  ainer  gelebt  habe.  Das  hat  mich  bewegt» 
sölichmein  Raittung  meines  lebenns  zu  beschreiben. 
Ob  yemandt,  ynnd  sonnderlichen  meines  namens, 
ichtes  daraus  nemen  wolte,  dem  nachzuuolgen,  oder 
merers  ynnd  Eerlichers  fQr  sieh  zu  nemen,  ynnd  nach 
seinem  thQn  den  nachkhomenden  ein  pessere  anwei- 
sung  zu  geben  9- 

Erstlichen  khan  ich  nit  ynnderlassen ,  meine  Eerliche  Yor- 
elltem  zw  erzellen,  yon  denen  ich  mein  anfanng  genomen.  Den  EUtern 
yon  Herberstain  find  ich,  das  der  Herr  Ott  genannt  was.  Der  hat  ain 
Gemahel  gehabt,  Matz  oder  Machtild  genennt.  leres  geschlächts  hab 
ich  nit  gefunden. 

Von  Herrn  Otten  ist  gebom  Herr  Gedrg.  Der  bette  Alhain  «) 
Freinpergerin.  Von  dem  Herrn  Georgen  ist  gebom  Herr  Ott.  Dem 
ist  yermähellt  gewest  Elizabeth,  Herrn  Hannsen  yon  Hollnegg 
tochter. 

Von  dem  Herrn  Otten  ist  gebom  Herr  Anndre.  Sein  Gemahel 
was  Vrsule,  Herrn  Hannsen  yon  TeufTenpach  Tochter. 

(BL  1^,)  Von  Herrn  Anndreen  ist  Herr  Lienbardt  gebom.  Sein 
Gemahel  was  Barbara ,  Herrn  Niclasen  Burggrauen  zu  Luenntz  ynnd 
zum  Lueg  tochter.  Dauon  bin  ich  ynnd  neben  mir  Herr  Georg  ynnd 
Herr  Hanns,  yor,  ynnd  Herr  Wilhalbm  nach  mir  gebom.  Die  all  hab 
ich  nit  darumb  herzue  beschriben ,  das  ich  mich  des  Adels  yon  der 


^)  Mit  dorcfaschassener  Schrift  Gedrucktes  ist  im  Originale  ans  grösserer, 

sogenannter  CanxeUei-Schrift. 
^)  Wohl  aus  AIcuina,  d.  i.  abd.  AIahwinj4  =  templi  amica  entstanden. 


70  1486—1495. 

I  geburt  so  h'och  Ruemen  wollte.  Dann  der  lob  des  Adls  ist  nuer  deren, 
die  dem  namen  vnnd  Adelichen  herkhomen  im  thun  rnnd. leben  sieh 
vergleichen.  Darumb  ^  ain  Jegelieher,  ob  der  gleich  yon  Adelichem 
Stamen  herkhombt,  sich  selbs  Edl  macht,  das  ist  mit  seinem  thun 
ynnd  wesen  sich  dermassen,  alls  Adelichen  geburt,  hallt  *). 

Hein  Vatter  hat  von  Khaiser  Friderichen  dem  dritten  Adlsperg 
ynnd  Wippach  am  Kharst  gehalltenn.  Bin  daselbstn  zw  Wippach  ge- 

1486.  born,  wie  ich  von  meinen  EUtem  bericht  bin  worden,  im  1486.  Jar, 
am  abent  oder  nahendt  vor  bartholomey.  Daselbstn  bin  ich  der  zeyt 
nach  meinem  Alter  zw  Schnell  gelassen  worden.   Wie  ich  auch  in 

r  '^'  meiner  khindthait  vasst  khranckh  bin  gewest,  hat  mein  Mueter  Iren 
trost  zw  dem  Höchsten  geseczt,' vnd  mich  Khirchferten  oder  Wal- 
farten  geen  Laret  oder  Racanat  <)  versprochen.  Dahin  ich  dann  woU 
Junger  geraist  mit  meinem  Bruedern,  Herrn  Hannsen.  Seib  also  zw 
(Bl.  3^9  Laran  in  Tsterreich  ^)  auff  das  Mör  gesessen,  geen  Ancona 
gefaren,  vnnd  soliche  walfart  verriebt.  Vnnd  denselben  weeg  wider 
auff  Ancona,  vnnd  von  dannen  auf  Laran  genomen. 

Da  zw  Wippach  hab  ich  Teutsch  vnnd  Windisch,  baid  Sprachen 
gelernnet.  Die  Windisch  hat  mir  vill  muee  in  meiner  Jugenndt  ge- 
macht. Vill  zuenamen  muessen  hören:  „Sclaf,**  „Khadrotz^  vond 
dergleichen,  Dannocht  hat  mich  niembt  von  der  Sprach  abtreiben 
mugen,  des  mir  hernach  in  vill  sachen  genutzt  hat. 

Vngeuärlich  im  Achten  Jar  meines  Allters  hat  mich  mein  lieber 
Vatter  geen  Gurckh  in  Khärndten,  zw  Herrn  Wilhalbmen  Weltzer, 
alls  Thumbbrobst  daselbstn,  der  auch  von  ainer  von  Herberstain 
geboren  was,  geschigkht,  der  aus  seiner  angebornner  tugent  vill  des 
.    Adels  in  derselben  Jugennt- erzogen,  zw  schuel  geen ,  auch  Ime  zu 
^  Tisch  dienen  lassen,  damit  man  baide  die  Lernung  vnnd  die  Hofzucht 

bekhomen  hat.   Seines  gleichenns  in  allen  Eerlichen  sachen  hab  ich 
zw  mein  zeiten  khain  vber  Ine  gesehen.   Das  möcht  nun  im  1495. 


*)  „Dammb  aich^  die  Handschrift. 

«)  „hallten'^  die  Ha. 

')  Das  ist  Loreto  und  weatlich  davon,  etwa  eine  halbe  Stunde  entfernt,  Recanati, 

beides  in  der  Delegazion  Macerata  des  Kirchenstaates. 
*)  Das  ist  Lorano  am  Meerbusen  ?on  Fiume,  südwestlich  Ton  dieser  Stadt. 

Lorano  hiess  zu  den  Zeiten  der  Römer  der  vielen  Lorbeerbiume  wegen 

„Laura^. 


1497— 180«.  71 

gewest  sein,  das  ich  sterbenns  halber»  widerumb  geen  Wippach 
gesehigkht  bin  worden  <), 

(Bl.  2^9  Im  ain  Tausent  rier  hundert  ynnd  Siben  ynnd  neun- 
tzigisten  bin  ich  von  meinem  lieben  Bruedern»  Herrn  Georgen,  f  auf  f  penWien(H 
die  Schuel,  aus  beueleh  meines  Vattern,  gefuert  worden.  Im  99.  bin 
ich  auf  der  Vniuersitet  oder  hohen  Schuel  eingeschriben  worden« 
alls  der  gebrauch  ist.  Dazumal  Rector  was  Maister  Oswald  Beikher-  ^  ^ 
storffer  <).  Im  1502.  Jar  bin  ich  Baccalaureus,  wie  mans  nennt,  wor- 
den. Dazumal  was*  Rector  Doctor  Hanns  Khaltenmarkhter  ^).  Die  zeyt 
bin  ich  bey  Sanndt  Steffan  in  der  Schuel  gewest.  Maister  Paul 
Rockhner  was  Schuelmaister,  Maister  Georg  Rätznperger  sein  gehilff. 
Der  hat  die  maist  Arbeit  mit  der  Lernung  gehabt.  Bin  allsdann  mer 
dann  zway  Jar,  in  dem  namen  der  lernung,  zu  Wienn  beliben,  vnnd 
aus  meiner  maister  zucht  ynnd  gewallt  khomen.  Wollt  Got  das  ich 
nit  so  frey  gelassen  wSr  worden ,  ich  bette  vill  merers  gelernet.  Der 
Almechtig  welle  mit  gnaden  meinen  lieben  Vattern,  auch  meinen 
Zucht  ynnd  Schuelmaistern,  lerer  treue,  die  sy  an  mir  gethan  haben, 
reichlichen  begaben.  Sy  haben  ye  treulichen  an  mir  gethan  I 

Der  Schuel  halben  muest  ich  aber  yon  den  yngeschikhten  yill  LtUieinSpoM 
Spotwort  anhören.  Nennten  mich  ain  Doctor,  Waclaureum,  Vossn  9»  ^ 
Schreiber,  Schueler.  Die  mich  (Bl.  3*.)  ain  Doctor  nennten,  den 
gab  ich  Anntwurt:  „mir  wäre  laid,  das  ich  khainer  war,  das  ich  aber 
was  gelernnet,  ynnd  pass  dann  der  Schreiben  ynnd  merers  khund 
dann  er,  ymb  souil  deucht  ich  mich  pesser  sein.**  Söliches  mir  bey 
den  yerstäandigen  yill  Ruembs  bracht  hat. 


^)  «1495.  Hoc  anno  Ines  igwintria  cnientissima  toto  aevieni  orbe  atrayit  mor- 
talea  et  ubi  incipiebat  durabat  mensibua  tribus.  Urbe  qua  regnabat  primo 
et  tertio  mense  rariuB,  medio  yero  grassatur  aeerbius,  et  annis  hüs  in 
tribus  consimiliter.  Et  nunc  hie,  jam  alibi  seviebat,  et  ai  quem  pertransisset 
locum,  post  aliquot  tempua  ad  conyicinas  repedabat  percuciendo  urbes.^ 
Annales  Mellicensea.  Perts,  Monnm.  SS.  T.  9,  526.  Es  war  die  Luatseuche, 
in  Deutschland  „die  boea  blättern,''  „das  lembt  der  glid,''  „malzei''  u.  s.  w. 
genannt  Vergl.  Fr.  Sehnurrer's  Chronik  der  Seuchen.  2,  46. 

^)  Mit  (H)  ist  im  Abdrucke  alles  bezeichnet,  was  Herberstein  eigenhfindig  bei- 
geffigt  hat 

')  „D.  Oswaldus  Ludorici  ex  Weiekersdorf*  nennt  ihn  Lochers  Spec.  acad. 
S.  17  und  19. 

*)  Nach  Locher,  S.  20,  war  Kaltenroarckter  im  Jahre  1501  Rector. 

^)  Vergl.  Da  Gange,  Gloss.  unter  Vassus  und  zwar  6, 143.  sp.  c. 


72  1502-1505. 

Im  funffzehenhundert  ynnd  sechsten  Jar  fuert  Khaiser  Maximilian 

1506.         den  khrieg  geen  Hungern ,  nachdem  Khunig  Wladislaus  aine  aus 

Franckhreich  genomen  hefte.  Dieselb  geperte  hieuor  ain  Tochter.  Da 

ward  ain  hanndlung  fSrgenomen ,  das  die  Hungern  den  Khaiser  ynnd 

seine  Erben,  wider  Ire  gegebne  yerträg,  von  der  Erbschafft  des  Khu- 

nigreichs  stossen  weiten.  Alls  man  im  khrieg  yor  prespurg  lag ,  ist 

f  viasit  (H.)  dem  Khunig  f  sein  Sun  Ludwig  geborn.  Mit  dem  griff  man  wider  zw 

ainem  frid.  Mein  Treuer  ynnd  yerständiger  Brueder,  Herr  Georg, 

Erste         namb  mich  yon  Wienn,  rüsst  mich  mit  fönff  seiner  phärdten,  mit  denen 

Rostigung  (H.)  ich  in  ainer  Ersamen  landtschafft  in  Steyer  Russtigung,  die  sy  Kay. 

Maj.  in  khrieg  schickhten,  ynnder  herrn  Hannsen  yon  Reyhenburg, 

herizog  wiihaim  haubtman,  gcdicundt  hab.  Mein  Brueder  schickht  mich  darnach  an 

TonGuUchwaso.  des  Khaisers  Hoff,  ettliche  seine  sachen  zw  Soliicitiern ,  allermaist 

Teidhauptm.(H.)  jg^unab,  (BL  3^.)  das  ich  mich  des  Hoffswesen  erlernnen  ynnd  die 

leuth  erkhennen  soll.  Hab  lani^  dem  Hoff  nachgeraist.   Dann  wider 

haim  khomen,  meinem  lieben  Vatter  in  seinen  Rechtfuerungen,  die  er 

yor  dem  filrstlichen  Cammergericht  zw  der  Newstat,  auch  im  Lanndts- 

rechten  in  Steyer  gefuert,  gehilfflich  gewest.  Vnnd  warden  mir  alle 

dieselben  RechtfQerungen  ybergeben. 

Im  ain  tausent  fünffhundert  ynnd  achten  ward  zwischen  Khaiser 
Maximilian  ynd  den  Venedigern  khrieg.  Sy  ybereylten  Gortz ,  Triest, 
Mitterburg  ^,  Sannd  Yeyt  am  Phlaumb  ^),  ynnd  was  Innhalb  der 
Wälder  am  Carst,  Ysterreich  ynnd  Fryaul  der  Khaiser  bette.  Darunder 
6.  Janj.       v^s  auch  Adlspcrg,  das  muesten  sy  wider  geben,  nachdem  ain  An- 
venedigerNamen  stanudt  wardt  enzwischcn  betaidingt.   Vnnd  nach  beschlus  des  An- 
G^Kx^^^tet^To  ^*^"^"^^  betten  sy  dasselb  eingenomen.    Vnnder  denen  was  auch 
sios  17  (H.)   '  Marnfells  *),  meines  Vatter  Schloss,  das  mein  Brueder  Herr  Hanns  der- 
selben zeyt  Innhette.  Der  was  gedrungen  sich  zw  ergeben,  weill  er 
in  Isterreich  sass,  ynnd  alles  ymb  Ine  in  der  Veindt  Hennde  was.  Sy 
fieibs  erben  (H.)  gaben  aber  allein  Ime  ynd  sein  Manndlichen  f  dasselb  Schlos. 

Im  funfzehenhundert  ynnd  Neunten  schikht  mich  mein  Vatter 
geen  Venedig,  zu  hanndlen,  damit  (BL  4^^  sölich  Schlos  nit  allain 


^)  D.  i.  Pisino  in  Istrien. 

*)  D.  i.  Fiume. 

3)  D.  i.  Gemona  in  Friaul. 

*)  Siehe  die  Anmerkung  zu  Mamfels  auf  der  folgenden  Seite. 


1509. 


73 


meinem  Brueder,  sonder  meinem  Vatter  vnnd  seinen  Erben  yolgte. 

Derselben  zeyt,  als  am  yierzehennden  Marty,  yerprann  das  Zeugbaus» 

des  sy  Arsenal  nennen  zw  Venedig.   Der  Kbaiser  yertrueg  sieb  mit 

Kbunig  Ludwigen  zw  Frannekbreieh,  damit  der  wider  die  Venediger 

den  kbrieg  annamb.  Das  macbte  sy  lerr.  Derbalben  ward  mir  von 

ainem  Erlicben  Man  der  bescbaid ,  es  wäre  souil  zu  tbun ,  das  icb 

gewislicben  khain  Anntwurt  erlanngen  wurde.    Mit  dem  zobe  icb 

widerumb  heimb.  Palld  damaeb  scblueg  der  Franzoss  die  Venediger  18.  Miy.  (h.) 

sebwfirlieb.  Auff  solicb  erscbreekben  baben  sie  yasst  alle  Fleggen 

im  Lannd  yerlassen:  Bressa,  Fern,  Viueentz,  Padua  9»  Görtz»  Triesf»  Gorts  3i.  Miy. 

Mitterburg  ynnd  was  sy  dem  Kbaiser  bieuon  genomen  betten.  Mitter-  ^"'^ 

bürg  stelten  sy  meinem  obgemelten  Brueder  in  des  Kbaisers  namen 

zue.  Die  funff  Niederösterreiebisebe  Lannde  sebigkbten  dem  Kbaiser  Nideroeterreichi- 

ansebenlicbe  Russtung,  dergleicben  zuuor  ynnd  bemacb  nit  geseben  ^^^  nwüguDg. 

,         .       ,  ^  ,,   ,  .         ,  ,  _       Die  sleyrerische 

ist  worden.  In  der  yon  Steyer  anzall  bm  icb  aucb  gewest,  ynnder  ^^ytter  ugo  vast 
Herrn  Hannsen  yon  Reibenburg  Haubtmanscbafft.  Mit  derselbigen  tin  Manat  zue 
Rfisstigung  zobe  man  fflr  (BL  4*.)  Sibidat «)  ynnd  Weyden,  die  wider  Liibach,d.khm. 

"      *^                               ^               -^                   ^                    ^  nerische  tzugen 
fup  Neamarkhtl, 

Am  27.  July  rucbtn  wir  für  die  weydn.  \  ***•    ^®    "^" 

A/v  .     n       .      1       ^1     .         X  •eben   MontToI- 

Am  30.  gewanen  wir  Rosatz  das  Closter  «).  j  ^^on     nennen 

Am    2.  Augusti  stürmten  wir  yergebns  Cibidad.  [  Tettn  ain  Tnna- 

Am    3.  Sept.  gewanen  wir  Tulmein  *).  )(H.)    «»«>  «t«»-™- («0 

Am  26.  Octob.  bab  den  micbel  Markes  de  Grauisis  geslagen. 
Am    8.  Nouember  gewanen  Venediger  wider  Raspurg  *). 
Am    6.  für  Marnfels  *)  getzogen,  Nicbts  gescbaffn. 


^)  D.  1.  Breacia,  Verona,  Vicenza  und  Padua.  Nach  diesem  letzteren  Namen 
und  vor  dem  darauffolgenden  Görtz  standen  in  der  HS.  noch  Teruis  und 
Weyden,  d.  i.  Treviso  und  Udine.  Beide  Namen  sind  aber,  wahrscheinlich 
durch  Herberstein,  durchstrichen. 

^)  D.  i.  Cividale,  nordöstlich  von  Palma  nuova  am  Nadisone.  Hiess  unter  den 
Römern  Forum  Julii,  im  Mittelalter  Civitas  Austriae. 

')  D.  i.  Rosazzo  zwischen  Ci?idale  und  Cormons,  zu  H*8  Zeiten  eine  Benedic- 
tiner-Abtei,  welche  schon  1132  urkundlich  erscheint. 

^)  D.  i.  Tolmezzo  am  Tagliamento.  Zu  H*8.  Zeit  im  Besitze  des  Patriarchats 
TOD  Aqufleja. 

^)  D.  i.  Raspo,  nördlich  yon  Pinguente  in  Istrien. 

*)  D.  i.  Marenfels  bei  Lupoglayo  in  Istrien,  nftchst  Colmo  und  Dolegna?a8,  am 
sOdwestlichen  Abhänge  des  sogenannten  Tschitschenbodens.  Eine  mächtige 
Burg,  abgebildet  in  Valvasors  Ehre  des  Herzogthums  Crain,  3,  355. 


74  1JM)9. 

Im  Juiio.  (H.)  abgefallen  warn.    War  grosse  yngewönndliehe  Hytz.    Mein  Vatter 
Ruffl  mich  darzne  mit  Siben  phärdten ,  vnd  darzue  mit  ainem  Wagen 
wollgespannt.  Vill  khnecht  vnnd  annder  fiellen  Ton  Pbärdten»  Hytz 
halben,  das  machte  Ir  trinckhen,  des  sy  bei  allen  pächern  ynnd  PrQnnen 
phlegten.  Vasst  yill  Ross  seindt  verfüettert  worden ,  dann  man  den 
Habern,  des  wir  gewont  sein  gewest,  nit  haben  mögen.  Zw  dem,  das 
Ir  vill  soliche  khnecht  gehabt  haben,  die  sy  mer  fiir  lere  gesellen, 
dann  diener  gehallten.  Vnnd  weder  Herr  noch  khecht  lerer  Phärdt 
geacht.  Got  lob  I  mir  hat  die  Hytz  khain  beschwärnus  geben,  hab  auch 
zw  Pf&rt  nit  getrunckhen.  Das  ain  Wagenphärdt.hab  ich  verlassen. 
Ich  hab  neben  vnnd  mit  meinen  dienern  die  gezellt  auf  vnnd  abge- 
zogen, dergleichen  die  Pärn  aufgericht  9»  damit  die  vberigen  diener 
dester  zeitlicher  vmb  die  fuetterung  gesehen,  vnnd  dann  den  Phärdten 
lere  recht  thun  mögen.    Alls  der  Lanndtschafflen  diennst  verriebt 
was,  zohe  ich  in   Isterreich   zu   meinem  Brueder,  weill   er  etwas 
schwach  was,  damit  er  den  Luflft  möchte  verkhern.  Vnnd  er  zohe  in 
1509.  (H.)      das  Lannd  zu  Crain.  (Bl.  5*.^  In  dem  so  zeucht  Hertzog  Erich  von 
Die  Ton   steyr  Braunschweyg,  Oberster  Veldhaubtman,  für  Neuhaus  ^  vnnd  Raspurg, 
Schikhtenierra-  jj^  ^^  gewau.  Hey  croberung  Raspurg  bin  ich  auch  gewest  Darnach 
HMan^^BruedTr   ^^  al>*ug  bin  ich  in  Khaiserlichen  dienst  angenomen  worden.  Innhallt 

bernGeorgen,die  der  Copoy: 

ortflekhenjnwin.  Wir  Erich  von  gottcs  gnaden  Hertzog  zw  Braunschweig  vnnd 

Derwhikht^mich  Luncuburg,  Romischcr  Kay.  Maj.  etc.  Oberster  Velldhaubtman  der 
in  Maerbarg  *)  Niderösterreichischeu  Lannde  etc.  Bekhennen,  das  wir  vnnsern  be- 
mit  i3pfertn,3a  gQ|,ujg,.jj  Ueben    Sigmunden    von   Herberstain  mit  Acht  gerussten 
"**^  (R)   Phärdten  in  Kay.  Maj.  diennsten  aufgenomen  vnnd  bestellt  haben, 
wissenntlich  in  Krafft  des  bri^ffs.  Also,  das  er  seiner  Kay.  Maj.  vnnd 
Vnns,  alls  seiner  Maj.  Obersten  Veldhaubtman,  oder  wem  sein  Kay.  Maj. 
oder  wir  an  seiner  Maj. stat  zuegeben  werden,  mit  solichen  Acht  ge- 
russten Phärdten,  biss  auff  seiner  Kay.  Maj.  oder  vnnser  wolgefallen, 
getreulichen  dienen,  damit  gehorsam  vnnd  gewärtig  sein,  vnnd  alles 
das  thun,  das  ain  getreuer  diener  seinem  Herrn  vnnd  Haubtman  schuldig 
ist  wider  menigclich,  niemandts  ausgenomen,  inmassen  er  vnns  dann 


*)  Das  sind  die  Barren  oder  Wannen,  in  welche  den  Pferden  das  Fatter 

geschüttet  wird. 
*)  Castel  nuoTO,  nördlich  von  Raspe  in  Istrien. 
')  Marburg,  die  Kreisstadt  an  der  Drau. 


1K0»-1510. 


76 


dannnb  gelobt  hat.  Dargegen  sollen  wir  in  mit  dem  Soldt  ynnd  scha- 
den hallten,  in  massen  wir  es  mit  anndern  geraisigen,  so  wir  (Bl.  S^J) 
jetzt  khortzlichen  gleieherweiss  in  Kay.  Maj.  dienst  aufgenomen 
haben,  halten  werden.  Alles  on  genärde.  Mit  yrkhundt  dits  brieffs, 
mit  Tnnser  hanndt  vnndterschriben  ynnd  fnrgetruckhtem  ynnserm  pedt- 
schadt  verfertigt  Beschehen  im  Feld  zw  Grftdiseh  9>  ^^  vierten  tag 
des  monats  Oetobris,  Anno  etc.  im  Neunten. 
Hertzog  Erich. 

WAtsch. 

Darnach  yersamblet  sich  Michel  Markes  de  Grauisis,  ynnd  zohe 
zwischen  Rasparg  ynnd  Marnfells  yber  die  Butzkha  ynd  f,  namb  ain  tptyntkbsXH.) 
grosse  anzall  yiechs  ymb  Khesta  ynnd  Veprinetz,  des  die  aus  Ister- 
reich hinüber  geflehnet  betten.  Am  widerzug  hab  ich  meine  ynnd     1509.  (h.) 
annder  Leut  aufbracht,  und  die  am  Mittersjiill  >)  in  die  Flucht  bracht,  im  26.  oct  (H). 
alles  yiech  erhalten. 

Im  Nouembry  am  funfften  zugen  die  Yenediger  f&r  Raspurg 
ynnd  gewanen  dasselb  den  nagsten  tag.  Damach  zugen  sy  fllr  mich     e.  Nou«mb. 
geen  Marnfells,  weiten  mich  mit  Hultzen  Pfichsen  schreckhen,  tai-  Mtmfeis    beie- 
dlngten  den  ganntzen  tag,  ynnd  den  anndern  auf  Mittag.  Alls  sy  aber  ^^^^' 


Als  ich  dem  Michel  Markhesn  das  yiech  abgedrungen ,  ynd  der 
seinigen  etliche  gefangn,  die  ich  nit  all  im  sloss  behalten  mögen,  hab 
'die  ausser  lands  zw  meinen  freunden  ynd  yerwandtn  geschikht,  das 
also,  wie  mich  die  yeint  belegerten,  nit  mer  dann  drei  gesunter  khnecht 
im  haus  gehabt.  Mich  allain  meiner  ynderthanen,  die  mein  brueder 
woll  gehaltn,  getrost,  die  sich  auch  treulich  ertzaigtn.  (H.) 


^)  Gradisch  am  Karst,  eine  Viertelstunde  von  Wippaeh  entfernt 
')  Also  xwischen  Marenfels  bei  Lupoglavo  und  Raspo  fiber  die  Gebirge  Utzka 
und  Paynak  nach  Veprinaz,  nördlich  von  Lovrano,  westlich  von  Volosca» 
ganz  nahe  am  Meerbusen  von  Fiume.  Das  Utzka-Gebirge  reichte  bis  zum 
Schlosse  Marenfels,  vergl.  Valvasor  1.  c.  3,  355  a.  Unter  dem  Berge  Papak 
wird  woM  der  auf  der  österr.  General-Stabs-Karte,  westlich  von  Marenfels 
erscheinende  Berg  Planik  zu  verstehen  sein,  welcher  wie  die  Utzka  demsel- 
ben Gebirgs-Systeme  des  Tsehitsehen-Bodens  angehört.  Unter  Khesta  ist 
Castus,  nordwestlich  von  Fiume,  östlich  von  Veprinaz,  zu  verstehen. 
')  Vielleicht  Colmo,  wenn  man  dies  fOr  Colmeizo  gelten  llsst. 


76  1510. 

nichts  khunden  ertaidingen ,  zohen  sy  widenimb  ab.    Dann  auch  Ir 

Vorhaben  was  fiir  Ferrär  zu  ziehen,  Alls  auch  geschach. 

Das  ist  nun  im  (BL  6".^  Ain  LanndtschaiR  in  Steyer  schickht  abermals  ain  ^} 

1510.  (H.)         Russtigung  dem  Khaiser  auf  Görtz,  in  abwesen  des  Obersten  Veld- 

haubtmans.  Mein  Brueder  Herr  Georg  was  Haubtman.  Zw  dem  khamb 

ich  geen  Görtz.  Da  ward  ain  Anschlag  auf  Grfidisch  gemacht,  dasselb 

Paul  Ratnperger  abzueillcn,  das  aber  nit  eruolgte.  Dazumal  ward  Pauli  von  Rottnperg 

1510.         erschossen,  der  zuuor  vill  tag  ganntz  schwärmüetig  gewest  ist.  Vnnd 

u  y  »m   •  i  .    nachdem  er  ainer  Lanndtschaffi  gellt  bette,  zw  bezallung  der  diennst- 

leüt,  vnnd  er  alls  ein  khriegsman  sich  am  Raiten  nit  verstüennde,  des 

abennts  alls  wir  auf  bemelte  Rais  aufzugen,  bat  er  mich,  „ob  er  nit 

widerkhäroe,  ich  soll  mir  sein  Raittung  lassen  beuolhen  sein.*'  Nach 

solichem  schickht  mich  mein  brueder  geen  Grätz  vmb  gellt,  vnnd  hab 

also  das  Khriegsvolkh  zallt  vnnd  die  Raittung  gehalten,  die  mir  ain 

schwäre  Arbait  gab,  weill  ich  hieuor  auch  khain  Raittung  gethon  noch 

gesehen  hette. 

Das  ist  noch  im  Hcmach  hat  aiu  Lanndtschain  in  Steyer  widerumb  ain  Anzall 

1509.  geschehn.  Rhricgsvolkh  mit  meinem  Brueder  geschikht,  Görtz,  Triest  vnnd  Mit- 

Ain  Rais  was  angeschlagen  für  Alban  >),  vnnd  kham  an  den  tag 
in  der  wochen,  daran  aller  Khinndlstag  gewest  was.  (D.i.  23.  bis 
29.  December  1509  y  der  25. zahlte  aber  schonzum  Jahre  1510.) 
Eshueb  Sich  ain  red,  welches  fueglicher  war,  denselben  tag  mit  dem 
ausszug  oder  mit  dem  angrif  zumeiden?  (Des  Christfestes  wegen.) 
Ward  beschlossen  mit  dem  ausszug. 

Als  das  Viech  angeschlagen  was ,  dem  laffen  .die  aus  der  Stat 
nach,  da  wir  aus  der  Halt  prachen,  vnnd  verrenntn  Inen  den  weg.  Die 
flohen  in  ain  Khirchen.  Die  Chrabatten  sagtn  von  guetten  gefanngen, 
„ob  Ich  wolt,  die  Khirchen  war  Pald  zuerobern.''  Denen  sagt  ich: 
„Ich  riete  man  liess  vnnsers  Herrn  Haus  vnbetruebt,  (Gott  werd)  vnns 
in  annder  weeg  erstattn.**  Dem  volgten  Sy  auch,  vnnd  ist  vnnsyeder 
Zeit  glükhlichen  ergangen. 


^)  „schickht  mich  abermals  in  ain^  die  Hs.  mitdurchstricheDem  „mich^  und  „in". 
^)  Albona  im  sOdlichen  Theile  Istriens,  unweit  des  Hafens  Rabacz  und  des 

Arsa-Fiusses  nahe  dem  Ufer  des  Canale  di  Farasina,   welcher  die  Insel 

Oherso  vom  festen  Lande  trennt. 


1510.  77 

terburg  zubesetzea.  Hat  mir  m Ai  BrQeder  zwelf  phärdt  ynnd  riertzig 

Fueskhnecht»  damit  Mitterburg  zubesetzen»  zuegeordnet.  Bio  allso  zw 

Blitterburg  beliben  (BL  6\Jf  alls  luog  die  besoldung  gewert  hat 

Bald  darnach  wie  ich  abgezogen  bin,  hat  ein  Venedigischer ,  mit  na- 

men  Damian  dfi  Tarsia,  ain  Völckhle  yersamblet,  vnnd  ist  auf  die  Tfiber 

oder  Castelle  geen  Mitterburg  gehdrig  gezogen »  der  etliche  einge- 

nomen.  Derhalben  schreibt  mir  der  verwallter  der  HaubtmanschaSl 

Mitterburg,  Andre  Wlasitz,  ain  Allter  Crabatischer  diennstman,  mit 

soliehem  anzaigen:  f  ^ich  solle  zu  dem  Hertzogen  geen  Gdrtz  reitten»  j-oer  Damian  de 

die  geuärlichait  mnd  ynuersehenhait  der  Stat  vnnd  Schlos  anzaigen»  Tarsia  hette  mit 

damit  er  ftrsehung  thöte."  Derhalben  ich  mich  mit  meinem  Brueder,  ***"**!  ^®"»"" 

^  lung  Rakhl   vnd 

der  widerkhomen  was,  beredte.  Vnnd  weill  ich  wisste,  das  der  ver-  Borban ')  einge- 
walter  dem  Stat-  vnnd  diennstvolckh  ganntz  widerwärtig  was,  darumb  nomen,vndname 
niembt  bey  Ime  bleiben  würde,  bin  ich  Yon  Marnfells  hinabirezoffen,  1'°  ^^*®*  ^^,^^ 

^  ,  ,  .  ©       ©     »  xaber    oachein- 

das  YÖlckhle  zw  erhallten.  Ich  wisste  auch  woU,  das  ich  mit  meinem  ander  ein ,  vnd 

Ritt  nach  Gdrtz  in  solicher  Eill  nichts  verrichten  wurde,  vnnd  mir  nit  t»«««  ^^^  "»»t«»-- 

loblich,  (80  ich)  von  veinden  vmb  mer  volckh  (wie  man  sagt)  Raison  ^*"*^*  ^*^ 

sollt  Ich  nam  den  weeg  von  Marnfells  vber  den  hohen  Perg  zu  fuess 

ab  mit  Zwelf  Pferdtn.  Der  Lucas  Vladeschitz,  —  ain  eerlicher  Chra- 

bat,  hat  Sich  vil  bey  vnns  zu  Marnfels  enthalten  —  zoch  mit  mir. 

Ich  erhiczt  mich  im  Harnasch  am  geen.  Als  Ich  zu  der  ebne  khäm 

gerittn,  was  ain  frischer  luflFl,  dauon,  vnnd  das  Ich  pald  gesülzt  Mör- 

visch  geessen  hette,  ist  mir  in  der  nacht  so  wee  worden,  das  Ich  mich 

des  lebens  nahe  verwegen  hette.  Des  bekhumert  mich  am  Höchstn,  das 

Ich  sorgte,  man  möchte  gedacht  haben.  Ich  were  von  angesicht  der 

veindt  in  solche  sorg  vnnd  khrankhait  gefallen.   Got  gab  gnad.  Wie 

ich  khamb,  fragt  mich  der  verwallter:  warumb  ich  khomen  wfir? 

Alls  er  verstuennd,das  ich  bey  Ime  bleiben  wollte,  sagte  er  mir  grossen 

(BL  7\)  dannkh.  Alls  ich  meine  Ross  morgns  wollt  wider  von  mir 

schickhen,  khumbt  verwallter  wider.  Sagt:    »Ir  habt  nur  ain  grossen 

diennst  thon,  das  ir  khomen  seyt.    Ir  thuet  mir  aber  hinwider  ain 

grosse  beschwärdt,  das  Ir  Eure  Ross  verschickhen  wollt.  Darumb 

wellen  die  Crabaten  auch  mit  allen  Iren  Rossen  hinwegkh.**  Sagt: 


^)  Barbona  liegt  nahe  an  der  Ausmüadung  des  Arsa-Flusses  in  dem  Canale 
dell*  Arsa,  sfidweatlich  von  Albona.  Zu  bestimmen,  welcher  Ort  unter  dem 
Namen  Rakhl  gemeint  sei,  muss  ieh  Andern  überlassen. 


78 


1510. 


„ich  bette  das  danimben  fOrgenome^  weill  wir  khain  Fiirtrung  haben 
werden.  So  die  belegerang  ain  khlaine  weill  weren  sollt.  Vnnd  das 
menigclichen  wisse»  das  ich  hie  will  beleiben  ynnd  mich  da  finden 
lassen  will.  Das  soll  aber  anndern  khain  rrsach  zum  abzug  geben. 
Will  meine  phärdt  auch  da  behallten.  **  Damach  khamen  die  Crabaten» 
Dnncouiiz.  (H.)  —  aluDunkhoftitz  was  Haubtman,  —  Sagten:  »sy  warn nit trabm 
^y  (das  ist  fueskhnecht),  das  sy  die  Mauer  selten  verhüetten»  Sonnder  im 

Veld  wäre  Ir  ambt  zuhanndlen.**  Die  ich  aber  mit  dem  trost»  alls  bette 
der  Hertzog  mir  in  mein  Hanndt  gelobt»  eillennd  zu  khomen  ynnd 
vnns  zw  enntsetzen»  erhallten»  vnnd  dannocht  bewegt,  das  sy  lere 
phärdt  mit  wenig  Iren  khnechten  auch  von  sich  geschikht  haben.  Die 
veindt  Eyllten  ynns  zue.  Der  verwallter  wesste  den  ynwillen  wider 
sich,  khamb  ynnd  erböte  sich,  mir  allen  gwallt  zw  ybergeben.  Den 
ich  aber  nit  annemen,  sonnder  neben  (BL  7K)  Ime  was  ich  yerstQend 
thun  wellen.  Die  yeindt  schössen  ain  gross  ort  der  Mauer,  da  der 
Traid  Cassten  gestannden.  Wir  pauttn  enntgegen,  dermassen  ,  so  die 
Mauer  gefallen  ist,  das  werch  so  guet  da  alls  die  Mauer  gestannden. 
Man  fiell  an  ainem  Suntag  aus  der  Stat»  erstachen  etliche  Puxenmai- 
ster,  nach  demselben  seind  die  Veind  in  der  nacht  abgezogen.  Der 
Hertzog  khamb  dannocht  hintz  auff  der  Schilhertäber  9»  ^^^^  U^^ 
das  Aufpot  geen.  Alls  ich  dahin  kham.  Setzte  mich  an  sein  seitten^ 
da  doch  Eerlicher  Allter  drey  ilitter  warn:  Herr  Wernhardin  yon 
i  und  Hans  von  Rau^^ch  vuud  Herr  Hainrich  yon  Elach  f.  Der  Hertzog  legt  mir  für, 
Nenhans.  (H.)  ynnd  spricht:  „du  hast  es  woll  yerdienndtl*'  Mag  ain  Eerliebender 
gedennkhen,  ob  mir  das  nit  woU  gethan  hat.  Derhalben  namb  ich  ain 
yrkhundt  solicher  meiner  diennst  halben  yon  dem  Hertzogen,  wie 
hernachuolgt :  . 

Wir  Erich»  yon  Gottes  genaden  Hertzog  zw  Braunschweig  ynnd 
Lunenburg,  Rö.  Kay.  Maj.  Obrister  Velldhaubtman  der  Nideröster- 
reichischen  Lannde  etc.  Bekhennen  mit  disem  offen  brieue»  das  ynnser 
besonnder  lieber  Sigmund  yon  (BL  8*.)  Herberstai'n  in  R5.  Kay.  Maj. 
Diennst  mit  ainer  anzall  phärdt  aufgenomen  ist  worden,  nach  lautt 
seines  bestalbrieffs,  Ime  darumben  geben»  sich  redlich  ynnd  woll  bis 
auf  den  heuttigen  tag  gehalten  hat.  Darfür  yersprechen  wir  Ime»  in 


1)  Der  „Schilhertäber''  lag  in  Crain  im  Poikthale,  an  der  Strasse  tod  Laibach 
nach  Flame,  nördlich  yon  Sagurie,  sfidlich  yon  Adelsberg. 


1513- iK14. 


79 


Crafil  dits  brieffs,  an  atat  vnnd  in  namen  berorter  Kay.  Maj.»  seiner 
diennst  halben  zalhafit  zemaeben.  Auch  was  er  mit  der  obbenannten 
Anzall  phärdt»  so  er  bisher  gehabt  hat,  hinfür  diennen  werd»  daselb 
frid  zostellen,  doch  biss  auf  ?nnsers  widerruffen  Tnnd  rerrern  be- 
schaidt  Mit  vrkhund  ditz  brieffs »  auch  ynnsers  Hanndtzaichen  ynnd 
zw  Rugkh  f&rgetrdckhten  Secret.  Datum  zw  Schilcherperg  am  vierten 
tag  des  monats  Marty»  Anno  Dominj  etc.  decimo. 

Uertzog  Erich  etc. 

Nach  solichem  zohe  ich  wider  anheimbs.    Nit  lanng  darnach 
Starb  mein  lieber  Vatter  zw  Grfitz,  im  1  Sil  Jar.   Darnach  beualhen  Mein  Täter stfirb 
meine  lieben  gd)raeder  mir  alle  Wierdtschafflen,  die  ich  nach  treuem  ^^^^*  (^O 
Terricht,  ob  ^  ^^^  gleichwoll  nit  Till  darzue  khundt  hab. 

Im  1S13.  Jar  Ritt  ich  abermalls  an  Khaiser  Maximilian  Hof  ge- 
schikhet»  ynnd  yerharrt  bis  in  das  vierzehend.  Im  abzug  zw  Wienn 
beualch  der  Khaiser  mir»  meinem  Bruedern  Herrn  Geoi^en  zusagen, 
CBL  ^.)d9LS  er  etliche  hundert  Steyerischephärdt  vnnd  fQnffzehenhun- 
dert  khaecht  aufneme»  dann  sein  Maj.  wolte  seine  treue  in  Maran  *)  bele- 
gerte  diennstleut  nit  veriassen ,  die  so  lanng  her  so  redlichen  sich 
geballten  —  das  waren  teutsch  vnnd  Märherisch  khnecht  —  „vnnd 
solt  ain  Lannd  darumb  versetzt  werden.**  Die  Reytter  vnnd  Khnecht 
warden  beschriben.  Der  Khaiser  lies  mit  meinem  Brueder  zw  Veld- 
khirch»  ein  meill  vnnder  Grätz,  dahin  sein  Maj.  khomen  was,  vnnd 
sich  zw  Mittag  in  Ruee  gab,  vmb  sein  Haubtmansbesoldung  hanndlen. 
Mein  Brueder  wollt  nichts  begern.  Setzt  soliches  seiner  Maj.  zw  Irem 
gefallen,  „was  Ime  fürgeschlagen  das  nämb  er  an**.  Dann  Spricht 
Maister  Hanns  Renner,  der  gehainmisten  Secretarj  ainer:  „sein  Maj. 
wollt»  das  ich  auch  mit  dem  Volckh  zug.^  Des  ich  mich  on  all  weiter 
begern  bewilligte.  Darauff  spricht  Renner;  „mit  dergleichen  leuten 
war  guet  zu  hanndlen."  Der  Khaiser  kham  genCili,  vmb  den  Sibenn-  Kayserkhamgen 
den  Juny,  vnnd  zohe  gar  geen  Laibach,  der  mainung  vnnd  namen,  Laibach,  (h.) 
Alls  wellt  sein  Maj.  selbs  hinein  ziehen.  Wir  verrichten  des  Khaiser 
willen ,  zugen  den  Veindten  zue.  Ich  fuert  den  Streitfan.  Sy  wichen  speysang  Maran 
.  vnnd  Hessen  vnns  Speyssen  *).  In  dem  was  die  zeyt  aus.  Also  zugen  (h  ) 


^)  „Terricht  hab  ob''  die  Hs.  mit  durehttrichenem  „hab.'^ 

")  Marano  am  linken  Ufer  des  Tagliamento,  westlich  Ton  Aquileja. 

')  Das  heisst:  den  festen  Punet  Marano  mit  Proviant  verseheA. 


80  1514. 

Herr  Hanns  von  Auersperg »  der  die  Oberst  Veldhaubtmanschafil  hat 
verwalten,  auch  die  Khärnerische  Reyter,  vnnd  mein  Brueder  (BL  9*.) 
mit  seiner  Person  ab.  Vnnd  Graf  Nielas  yon  Salbm,  den  die  Venediger 
^den  Haubtman  mit  der  Eisnen  hanndt^  nennten,  ward  zw  obersten 
Haubtman  verordennt  Vnnd  mir  warden  Sechsvnndachtzig  Steyerische 
phärdt  beuolhen,  ynnd  beliben  bey  dem  Grauen.  Mein  Jüngster 
Brueder,  Herr  Wilhalbm,  belib  auch  bey  mir.  Die  yeindt  haben  sich 
zustundan,  nach  beschehner  Speisung,  für  den  Tham,  daran  man  in 
Maran  vnnd  sonnsten  von  andern  orten  nindert  khomen  mag,  gelegert 
Damit  ward  die  Stat  vnnd  das  ganntz  khriegsvolckh,  alls  ob  sy  gar  an 
der  Stat  gelegen  warn,  belegert.  Der  Graf,  alls  ein  erfarnner,  wol- 
geuebter  Haubtman,  namb  den  Zug  wider  die  Veindt.  Vnnd  haben  die 
am  zweimen  July  des  1S14.  Jars  geschlagen,  den  Zwan  ^  Victurin, 
■obersten  der  Venediger  Haubtman,  gefanngen,  Ir  geschütz  genomen, 
fuesTolckh  auch  vill  gefanngen.  Naehmalls  ward  ynnser  zeyt,  wie  wir 
bestellt  waren,  aus.  Wir  erboten  vnns,  allain  ymb  Flösse  Vnndter- 
halltung  oder  Profanndt  bei  dem  Grauen  zubleiben.  So  aber  der 
khains  bewilligt,  zugen  wir  mit  vnser  Passporten,  hie  nachgestellt, 
zu  Haus : 

Wir  Nidas  Graue  zu  Salbm,  Römischer  Kay.  Maj.  Obrister  Veld- 
haubtman  in  Fryaul,  Bekhennen,  dasSigmundt  von  Herberstain,  Haubt=- 
man  vber  die  Steyeriscben  Reitter,  mit  Sechsvnndachtzig  gerussten 
phärdten  in  Kay.  Maj.  diennste  Alhie  ein  monat  ianng,  auf  herm 
Hannsen  von  Auersperg  zuesagen  für  den  monat  Solid,  sy  vor  auf- 
gang  desselben  monat  zubezallen,  gedienndt,  vnnd  dasselb  monat, 
heut  dato  ausganngen,  vnnd  nit  mer  dan  vier  gülden  Reinisch  in 
Soldin  —  ye  für  ain  gülden  funflvnnd  Sibentzig  Soldin  angeschlagen 
—  auf  ein  phärdt  emphanngen  vnnd  bezallt  sein.  (BL  9*.JDieweil  sy 
aber  furter  Irer  bezallung  halben  von  Rö.  Kay.  Maj.  khain  beschaidt  ge- 
habt, haben  der  obgemellt  von  Herberstain  vnnd  sein  geseischafft 
an  vnns  begert.  Inen  desshalben  ain  khundtschafft  vnnd  Passbrief  zu- 
geben. Vnnd  dieweil  sy  Ir  zeit  ausgediendt,  auch  redlich  vnnd  wol- 
gehallten  haben,  Geben  wir  Inen  samentlich  vnnd  sonnderlich  dise 
khundtschafft  vnnd  Passbrief,  Gebiettenndt  in  namen  R5.  Kay.  Maj. 
allen  vnnd  yeden,  denen  diser  Passbrief  fürkhumbt,  das  Ir  die  obge- 


<)  D.  i.  GiovaDiii. 


1B14.  81 

schiibnen  StejerischcD  Reyter»  wo  die  an  Eur  rerwesungen  ynnd 
Pässen  khomen  worden»  allennthalben  frej  ynnd  sicher  anhaimb 
ziehen  ynnd  Passiern  lasset.  Des  wellen  wir  vnns ,  in  namen  Eege- 
melter  Rd.  Kay,  Maj.»  zothun  bey  Eueh  allen  vnnd  yeden  versehen. 
Geben  zu  Gradisch  am  letzten  tag  July.  Anno  etc.  decimo  Qnarto.  1514. 

Steffan  Aigner. 

Hier  findet  sich  auf  einem  besondem  Blatte  Kaiser  Maximilians  Bild- 
Diss,  radirt  von  Angnstin  HirschTogel,  eingeschaltet,  in  kreisrunder 
Form,  mit  der  Umschrift:  Maximilianos.  Roma.  bnp.  Archidni.  Anstriae. 
Aetatis  sne.  LV. 

(BL  10\)  Ich  bin  nit  flinff  tag  anhaimbs  gewest,  Schigkht  die 
Kay.  Maj.  mir  ain  beuelch»  laut  also: 

Maximilian,  von  gottes  gnaden  erweiter  Römischer 

khaiser  etc. 

Getreuer  lieber.  Wir  emphelhen  dier  mit  Ernnst,  das  du  dich, 
angesicht  dits  ynnsers  brieffs,  zw  vnns  an  vnnsem  Hof  verfQgest,  vnnd 
mit  dier  deines  Brueders  Raittung,  des  Emphanngs  vnnd  Ausgabs, 
mitbringest.  So  wellen  wir  solich  Emphang  vnnd  Ausgab  besichtigen. 
Vnnd  so  wir  darfon  erfinden,  das  wir  deinem  Brueder  der  Reytter 
halb  etwas  zuthun  schuldig  sein,  AUsdann  dir  soliches  Enntrichten 
vnnd  zwfriden  stellen.  Daran  thuest  du  vnnser  Ernnstliche  mainung. 
Geben  in  vnnser  Stat  Gmunden,  am  dreyzehenden  tag  Augusty.  Anno 
etc.  decimo  Quarte.  Ynnsers  Reichs  im  Neunvnndzwaintzigisten  Jare. 
Per  Regem  proprium. 

Comissio  Cesaree  Maj.  propria: 
H.  Vinsterwald. 
Vnnserm  getreuen,  lieben 
Sigmunden  von  Herberstain. 

Alls  ich  geen  Innsprugg  an  Hoff  khamb ,  ward  ich  mit  gnaden  zu  Ritter  go- 
emphanngen.  Schlueg  mich  auch  (BL  10^.)^  Herrn  Hannsen  Apfaltrar  »<•«:»•  O«-) 
vber  die  Schützen ,  vnnd  Herrn  Hanns  Wolffen  von  Emershofen  vber 
die  fueskhnecht  haubtieut,  zw  Ritter,  am  Sechs vnndzwaintzigisten 
Septembris.  Vnnd  nach  Kay.  Maj.  beuelch  ward  mit  mir  gehanndlt, 
seiner  Kay.  Maj.  am  Hof  zudienen,  weite  mich  zw  Commissionen 
brauchen.  Des  ich  mich  bewilligte.  Vnnd  dazumall  hab  ich  nit  gewist, 
FoBt4M.  nii.  6 


82  1514. 

was  der  Commissariea  Ambt  oder  thun  wäre.  Man  fragte :  „was  ich 
aia  Jar  begerte.*"  Sagt :  y,Ich  khuade  nichts  begern,  dann  ich  wesste 
nit,  was  ich  verdienen  khundt.^  Warden  mir  dreyhundert  gülden  fur- 
geschkgen,  die  ich  Annamb.  Darüber  ward  mir  ein  bestalbrief  gefer- 
tigt» laut  also : 

Wir  Maximilian»  Ton  gottes  genaden  Erweiter  Römischer  Khaiser» 
zw  allen  Zeiten  merer  des  Reichs,  in  Germanien,  zw  Hungern,  Dalma- 
tien,  Croatien  etc.  Khünig,  Ertzhertzog  zw  Österreich ^  Herzog  zw 
B&rgundy,  zw  Brabannt  ?nnd  Pballtzgraue  etc.  Bekhenien,  das  wir 
vnnsern  getreuen,  lieben  Sigmunden  von  Herberstain  zw  vnnserm 
dienner,  vnns  an  vnnserm  Hof  mit  dreyen  Phärden  zudienen ,  aufge- 
nomen  vnnd  bestellt  haben.  Dergestallt,  das  er  vnns  an  vnnserm  Hof, 
wie  annder  vnnser  Hofgesinnd,  getreulich  diene,  auch  in  vnsern  dieniv* 
sten  vnnd  geschäilten,  dahin  wir  Ine  dann  (Bl.  IV.)  ye  zw  Zeiten 
schigkhen  vnnd  brauchen  werden,  sich  in  solichem  gehorsamblich 
erzaig,  dem  nachkhome  vnnd  voUennd.  So  sagen  wir  Ime  dagegen 
fQr  solich  sein  diennst,  in  Crafft  dits  brieffs,  hiemit  zue ,  das  wir  Ime 
alle  Jar  Järlich,  bis  auff  vnnser  widerrueffen,  an  vnnserem  Hoff  drey- 
hundert gülden  Reinisch  geben  vnnd  raichen  lassen  wellen.  On 
geuärde.  Mit  vrkhundt  diss  brieffs.  Geben  in  vnnser  Stat  Inns- 
prugg,  am  Anndern  tag  Octobris,  Anno  etc.  decimo  Quarte.  Vnnserer 
Reiche :  des  Römischen  im  Neunvnndzwaintzigisten,  vnnd  des  Hunge- 
rischen im  iUnffvnndzwaintzigisten  Jare. 
Per  Regem  proprium. 

Commissio  Cesaree  Maj.  propria: 

Sernteiner. 
Rc«*^.  M.  Püchler. 

Woiff  von  Win-  ^i^  ^^^'^  anhaimbs  erlaubt.  Alls  ich  wider  kbanb,  hiellt  man  mir 

dUchgnitx,    ain  die  Ratsptlipht  f&r,  vnnd  Setzt  mich  in  Hoffrat,  am  dreyzebennden 
Decembris. 


crlicher      Land 


Als  der  Khaiser  bey  aim  halben  Jar  zu  Innsprugkh  gelegen  was» 

vnnd  verrukhen  wolt»  da  was  der  Prauch,  das  man  das  Hofgesiiiad 

ituseeaprochen.  angesprochen,  f  vnnd  die  wiert  mit  der  Zeit  bezalt  hat.  Als  man  oiit 

(H.)     den  Wiertn  vnnd  Hofgesinndt  gehanndlt,  bin  ich  auch  im  Finanz  Rat* 


1»i5. 


83 


Zusamenkunnfft  der  Khaiser  vnnd  Khunig  zu  Wienn.    mtn, hielt suttes 

tUI  geselschafft. 

Im  IKlS.khamen  zw  Khaiser  Maximilian  geen  Wienn:  Viadislaus  sprach  sw  mir: 
KhOnig  zw  Hungern  vnnd  (Bl.  IP.)  Behaim,  Ludwig  sein  Son,  auch  »DwUmmbstnit 
gekhröttter  Khunig,  mnd  Sigmund  Khunig  zw  Polin.   Beschlossen  *^^^g^^ ^^i*lJ^ 
dazumal  lere  freundtschafflen ,  vnnd  das  Khunig  Ludwig  des  Khaiser  Rayser     Rat!« 
Enigkhie»  Khiinigin  Maria,  vnnd  aber  des  Khunig  Vladislaj  tochter  staendnitainJar 
Anna  des  Khaisers  Enigkhle  Carolus  oder  Ferdinandus,  oder  aber  der  "^p^Jn^Wo.  ch.) 
Khaiser  selbs  Eelichen  nemen  sollen.  Dazumal  khamen  dem  Khaiser 
zw  Eern  vnnd  diennst  vill  fursten.   Vnnder  denen  Hertzog  Cristoff 
von  Braunsehweig,  Ertzbischoue  zu  Bremen.  Dem  ward  ich  durch  den 
Khaiser  zuegeordnet,  mein  Aufseben  aufsein  gnad  zu  allen  notdurflten 
zu  haben.  Wie  auch  anndern  Forsten  gleichermassen  solich  personen 
zuegeordennt  gewest  sein. 

Raiss  zw  dem  Ertzbischoue  zw  Saltzburg. 

Von  Wienn  aus  schickht  die  Kay.  Maj«  mich  vnnd  Herrn  Niclasen 
Ziegler,  Obristen  Hof-Secretary,  zw  dem  Ertzbischoue  zw  Saltzburg. 


80  man  ytzo  Camer  Rat  nennt,  verordent  gewest.   Vnndter  dem  Hof- 

gesinnd waren  eüiche,  die  Inen  nichts  gefallen  Hessen,  vnndter  dem 

Zechen  f  retten,  wenig  dientn.  Den  erlaubt  der  Khaiser  anhaimbs,  f  tu.  (h.) 

hinczt  man  S  j  wider  wurde  berueffen.  Wie  Es  Sieh  so  zuetragen  hat, 

das  Ich  auf  ain  Zeit  zu  Grüitz  neben  Herrn  Hannsen  von  Stubenberg 

in  ainem  Wiertshaus  geessen,  vnnd  vom  Hofwesen  geredt.  Er  ver- 

mainte:  „khain  Eerlich  man  bette  daselbstn  Platz. **   Ich  sagte:  „wo 

ich  zu  diennst  khame,  verhofil  mich  daselbst  zuerhalten.  "*  Derzue 

sprach  er:  „Ja  du  nftmst  ainen  Kharnier  9  &"  Arm,  als  ain  Schreiber  !** 

Darüber  sagt  ich :  „schämbte  mich  nit  aines  Römischen  Khaiser  f  sein.  *^  f  Schreiber,  (h  ) 

Nun  kham  ich  an  Hof,  vnnd  nit  wie  ain  Schreiber.  Eben  der  Zeit  was 

dem  durch  mich  vnnd  annder  anhaimbs  von  Hof  erlaubt. 


^)  Camiera,  Camiero,  Camiere,  Foggia  di  tasca,  propria  de*  cacciatori,  per 
riporri  la  preda.  Yocabulario  della  Cmsca.  Firenxe  1729.  1,  572.  Also  eine 
anbäDgende  Tasche  für  das  Schreibgerftthe. 

6« 


84 


1515. 


Den  fanndea  wir  zw  Mautterdorf  im  Lungaw.  Nach  Verrichtung 
ynnsers  beuelchs,  namen  wir  den  weeg  nach  Innspragg,  da  wir  auch 
den  Khaiser  fannden.  Ich  ward  widerumben  am  fQnfiten  Octobris, 
neben  Herrn  MelichiernPfintzing,  geen  Saltzburg  zw  dem  Ertzbischoue 
mnd  Capitl  abgefertigt.  Alles  (BL  12\)  den  Cardinall  vnnd  Bischoue 
zw  Gurgkh,  Herrn  Matheusen  Lanngen,  Coadiutorj  da  zw  Saltzburg, 
belanngendt. 

Raiss  geen  Vlbm. 

Alls  ich  zum  annder  mal  von  Saltzburg  geen  Innsprugg  kham, 
ward  der  Khaiser  nach  Vlbm  verrugkht.  Den  Hofrat  sambt  Hofmaister 
ynnd  Hof  Canntzler  zw  Innsprugg  gelassen.  Da  Seilen  genöttig  sachen 
fOr,  derhalben  schickhten  Hofmaister»  Canntzler  vnnd  Hofräte  mit 
solichen  sachen  zw  dem  Khaiser,  am  Neunten  Nouembris  15. .,  Graf 
Hoyrn  von  Mannsfeld  ynnd  mich.  Die  Regierung  zw  Innsprugg 
fHuiirichn.(H.)  schickhten  den  Lannd  Comenthur  .n.f  von  Khnoring  vnnd  Herrn 
Carln  Trappen  auff  Pisein  ^),  vnnd  erraichten  den  Khaiser  zw  Vlbm. 

Am 9. Nov. (H.)  Geen  Aychstet. 

Von  Vlbm  aus  schickht  mich  der  Khaiser,  am  21.  Nouembris, 
geen  Aichstetzw  dem  Bischoue.  Was  dn  wolgelerter,  Eerlicher, 
alter  Herr,  den  der  Khaiser  geen  Osterreich  zuschigkhen  begerte,  des 
geschlächts  von  der  Eyb.  Dazumal  warden  die  Aidgenossen  in  Mail- 
lanndt  geschlagen,  die  dem  Kaiser  dazumal  gedienndt.  Sagt  der  Bi- 
schoue: „wiewol  die  Aydgenossen  dem  Khaiser  yetzmalls  gedienndt 
betten,  dannocht  soll  ainer  zwo  nacht  vngeschlaffen  ligen,  (Bl.  IZ^.) 
Ee  ainer  das  nützte  möcht  finden ,  wann  sy  gesigt  betten ,  oder  das 
die  geschlagen  sein!  Dann  selten  die  gesygt  haben,  sy  wären  so 
stoltz  worden,  das  niemanndts  mit  Inen  vberain  khumen  khOnnen.^ 
Von  Aystet,  so  an  der  Altmül  ligt,  bin  ich  nach  Neuburg  an  der  Thu- 
naw,  auf  Augspurg  vnnd  fuessen,  da  ich  den  Khaiser  fanndt, 
geraist. 


*)  D.  i.  Pisino  oder  Mitterburg  in  Istrien. 


1615-^1516.  85 

Zw   flertzog    Ludwigen    vnnd    der    Lanndtschafft    i  n  im  Dec.  8.  (h.) 
Bajra,  die  zw  Lanndtshuet  ainen  Lanndtag  hielten. 

Zu  Fuessen  was  bey  dem  Khaiser  Hertzog  Wilhalbm  Yon  Bayrn. 
Vnnd  nachdem  Hertzog  Albreeht  in  Bairn  in  seinem  Testament  ver- 
ordennt  hatte,  das  albeg  der  Elltiste  Son  Hertzog  in  Bayrn  ynnd  die 
Anndern  Grauen  genennt  vnnd  sein  sollen ,  derhalben  auch  ain  zwi- 
tracht  zwischen  den  zweyen  gebruedern,  Hertzog  Wilhalbm  vnnd 
Hertzog  Ludwigen,  entstuenndt,  ynnd  die  gebrueder  nit  woll  beyein- 
annder  warn.  Hertzog  Ludwig  bette  Lanndtshuet  in  seinem  gwallt. 
Darumb  schickht  der  Khaiser  Herrn  Hieronimus  von  Stauffen »  Frey- 
herm  zw  Emfells,  vnnd  Herrn  zw  Valckbenstain,  Hertzog  Wilhalbms 
Hofmaister,  vnnd  mich,  bey  ainer  Lanndtschaift,  die  da  zw  Lanndts- 
huet versamblt  was,  Hertzog  Wilbalbmen  seines  Ausbleibenns  zw 
enntschuldigen.  (BL  13*.)  Man  hiellt  mich  Eerlichen  vnnd  woU. 
Herr  Hieronimus  was  vasst  verhasst,  der  dann  zw  letzt,  alls  die  zwen 
Brueder  sich  verainigten,  ennthaubt  ward,  vmb  das  er  solicher  Vnai- 
nigkhait  ain  vrsacher  was ,  wann  er  ainem  yegclichen  von  dem  ann- 
dern vill  zuegesagt  bette.  Von  Lanndtshuet  Ritt  ich  geen  Munichen 
daselbstn  ich  Hertzog  Wilhalbm  mein  ausrichtung  enntdeckhte.  Vnnd 
von  dann  geen  Augspurg,  da  ich  den  Khaiser  fannd. 

Die  Raiss  in  Denmarckht  vnnd  zw  etlichen  Chur  vnnd 
furssten  am  weeg.  1S16. 

Cristiern  Khunig  in  Denmarckht  bette  zw  Gemahel  Elizabeth, 
Khunig  Philips  in  Hispanien,  Ertzhertzogen  zw  Osterreich  tochter, 
bey  der  er  sich  nit  gebOrlichen  hielt,  von  wegen  ainer  seiner  zuuor 
jerwanndten.  Darumb  sich  dann  Khaiser  Maximilian,  alls  Anherr, 
vnnd  Ertzhertzog  Carl  printz  in  Hispanien,  alls  Brueder  der  Khunigin, 
sieh  enntschlossen,  Ire  potschafften  zusennden.  Darzue  ich  dann  von 
dem  Khaiser  verordennt  was»  mit  nachuolgunder  Instruction: 

Maximilian,  von  gottes  genaden  erweiter  Römischer 

Khaiser  etc. 

Instruction,  was  vnnser getreuer,  lieber  (^J3.  13^.)  Sigmund 
von  Herberstain»  vnnser  Rat,  mit   dem   Durchleuchtigen  Cristiern 


86  1516. 

Khunig  zw  Denmarckh,  viinserm  lieben  Son ,  Okaim ,  Brueder  vnnd 
Fürsten,  von  vnnsern  wegen  hanndlen  vnnd  ausrichten  soll. 

Anfenngclich  seiner  lieb  sagen  vnnser  Bruederlieh  vnnd  vätterlich 
lieb  Tnnd  freundtschaiil. 

Vnnd  demnaeh  erzellen,  das  vnns  glaubliehen  anlanng,  wie  der- 
selb  vnnser  Sun  sein  Alte  Puelsehafit,  die  er  vor  seiner  Heurat  gehabt, 
noch  bei  Im  offennlich  hellt,  vnnd  lass  sy  Regieren.  Dieweil  nu  soliches 
ain  vngeschickhter,  vnredlicher  hanndl,  der  im  nit  Eerlich  vnnd  vnns 
vnnd  vnnserm  Son  Ertzhertzog  Karin  von  Österreich,  printzen  zu 
Hispanien,  vnnd  allen  vnsern  freundten  nit  leidlich  wäre,  vnnd  vnns 
alls  dem  Vater,  der  des  Suns  Eer  lieb  hette,  gebürte,  darinn  zuhannd- 
len,  damit  sölich  vnredlieh ,  vngeschickht  vnnd  vnkhunigclich  wesen 
abgestellt  würde.  Demnach  so  sey  an  denselben  vnnsern  Sun,  den 
Khunig  von  Denmarckh,  vnnser  vätterlich,  freundtlichs  vnnd  Ernnst- 
lichs  begern  vnnd  bitt,  sein  lieb  welle  sich  der  gemellten  seiner  Puel- 
schaiil  genntzlich  (Bl.  H\)  enntschlahen,  vnnd  die  von  im  thun, 
vnnd  widerumb  inHolannd  zw  Irem  Vatter  oder  Freundten  schickhen  ^). 
Vnnd  ob  der  gemelt  Khunig  anzaigen  würde,  das  er  dieselb  sein  Puel- 
sehafit verlassen,  vnnd  ainem  in  seinen  Khünigreichen  verheuratten 
wollt,  SqU  der  gemellt  vnnser  Rat  seiner  lieb  dagegen  sagen,  das  wir 
vnnd  vnnser  freundtschaff't  des  in  khainen  weeg  zufrieden  sein  werden, 
sonnder  Ine  auf  das  Höchst  ermonen,  Sy  widerumb  haimbzuschickhen 
vnnd  sy  daselbs  verheuratten  zu  lassen.   Dann  wir  wol  gedenckhen, 
khönden,  wo  sy  in  seinen  Lannden  belibe.  So  möchte  sich  die  Alt  lieb 
leichtlich  widerumb  ernewem.  Damit  so  würde  die  letzt  Irrung  vill 
pöser,  dann  die  erst.  Vnnd  das  sein  lieb  hierinn  Got  zuuor,  vnnd 
darnach  sein  Eer  vnnd  vnns  vnnd  all  vnnser  vnnd  sein  freundtschafit 
hierinn  bedennckh,  vnnd  sich  hallt,  wie  Ime  alls  ainem  Cristennlichen 
Khunig  woU  gehurt  vnnd  zuesteet.    Dagegen  wellen  wir  im  auch 
destlieber  thun  vnnd  beweisen  alle  vätterliche  vnnd  Bruederliche  lieb, 
trew  vnnd  freundtschafit. 

Der  gemellt  vnnser  Rat  soll  auch  seiner  lieb  anzaigen,  das  er 
von  vnns  in  beuelch  hab,  (BL  i4^.^bey  seiner  lieb  zubleiben,  vnnd 


^)  Es  ist  bekannt,  dass  ^dat  Duiveke,*'  das  TSubchen,  so  Amsterdam  1488 
geboren  war  ?od  Sigbritte  Wylms ,  einer  Sehenkwirihin.  Sie  zählte  also 
damals  acht  und  zwanzig  Jahre. 


1516.  87 

von  dannen  khaineswegs  zuuerruckhen ,  bis  er  sehe»  das  sy  hinwegg 
ynnd  haimbgechickht  sey. 

Verrer  so  soll  der  gemellt  Tnnser  Rat  ynnserm  lieben  Oheim» 
Charf&rsten,  Rat  Tond  Stathallter,  Hertzog  Frideriehen  zw  Sachssen 
diese  ynnser  Instraetion  sehen  lassen,  rnnd  sein  lieb  bitten,  das  er 
auch  ain  Potsefaafil  zw  dem  rorgenannten  ynnserm  Sun,  dem  Khunig 
von  Denmarckh,  mit  im  schickhen,  vnnd  gleieherweis  bitten  ynnd  be- 
gern  welle,  sölicb  sein  yngötlich,  ynkfaOnigclich  wesen  abzustellen« 
ynnd  die  Puelscbaft  yon  im  zuthnn. 

Wir  versehen  ynns  auch,  der  gemelt  ynnser  Sun,  Ertzhertzog 
Kharl,  werde  desshalben  auch  sein  Potschafft  zum  Khunig  von  Den- 
marckh  schigkhen.  Dieselb ,  mit  sambt  des  gemelten  ynnsers  lieben 
Oheim  ynnd  ChurfOrsten  Hertzog  Friderichs  Potschafit,  sol  derselb 
ynnser  Rat  auch  zw  sich  nemen ,  ynnd  dise  mainung  samenntlich  mit 
dem  Khunig  hanndlen. 

Vnnd  söliches  alles  sol  der  gemelt  ynnser  Rat  an  allen  ortten 
mit  guetem  yleys  hanndlen,  (BL  15'.)  vnnd  was  im  allenthalben 
begegennt  vnns  wider  berichten.  Daran  thuet  er  vnnser  ernnstliche 
mainung.  Geben  in  ynnser  vnnd  des  Reichs  Stat  Augspurg,  am  Siben- 
zehennden  tag  January.  Anno  etc.  decimo  Sexto,  ynnsers  Reichs  des 
Römischen  im  dreissigisten  Jare. 


Per  Regem  proprium. 


Ad  mandatum  dominj 

Imperatoris  proprium ; 

U.  Sernteiner. 


January. 

Am  letzten  bin  ich  zw  Augspurg  ausgeritten  geen  pibrach,  Schlos 
ynnd  Stat,  weliche  der  Kbaiser  von  den  Marschalchen  von  Poppen- 
haim  erkhaufft.  Drey  meill. 

Dann  geen  Hochstetten  an  der  Thunaw,  dem  Phaltzgrauen  ge-  Febr.  i  (h.) 
hörig,  das  Graf  Hang  von  Hontfort  in  verwalltung  bette ,  mit  dem  ich 
auch  Credenntz  vnnd  beuelch  hette  zuhanndlen.  Ich  fände  den  aber 
nit  da.  Zwo  meil. 

Darnach  geen  Schwabischen  oder  Thunawwerdt,  ain  Reichsstat.  z,  (h.) 

Vier  Meill.  Dann  geen  Monhaim,  ist  wider  Phaltzgräuisch.  Vnnd  zw- 


88  1516. 

nächst  vor  (BL  15^,)  Werdt  wonndt  der  Phaltzgrauisch  glaitsman. 
Zwo  meill. 
Febr.  3.  (H.)  GecD  Weissenburg  im  Norca  9»  ^iQ  Reichsstat.    Daselbstn  ymb 

beglaitten  die  von  Poppenhaim.  Drey  meill.  Von  dann  sein  funff  meill 
geen  Sehwabach,  der  Marggrauen  zw  Brandenburg.  Die  beglaitten 
mich  hintzt  an  Nürnberg. 
4.  (H.)  Nürnberg,  dieReichsstat  vnnd  vasst  die  Reichiste  vnnd  geschickh- 

test,  von  Schwabach  zwo  meil.  Da  bin  ich  den  Vaschanng  beliben, 
da  mir  auch,  von  Kay.  Maj.  etc.  wegen,  vill  Eeren  bewisen  vnd  dar- 
zue  von  sonndern  personen  guete  freundtschaift  erzaigt. 

7.  (H.)  Von  dannen  geen  Pairstorf  vier  meill.  Darnach  durch  Vorcham 

8.  (H.)  vnnd  Bamberg  vber  den  Maen  geen  Radistorf,  Darumb  souerr  die  tag- 

reiss  genomen,  damit  ich  aus  den  sorgilichen  Reittern  ^  khumen. 
Siben  meill. 

An  dem  flum  Maen  hebt  sich  der  Hertzogen  von  Sachssen  Lannd 

9.  (H.)  an.  Vnnd  von  Radlstorff  geen  Khoburg,  Schlos  vnnd  Stat,  vier  meil 

Furter  geen  Ebenthall  zwo  meil.  Vnnd  vier  durch  den  ThOringerwalld 

10.  (H)  geen  Grafentall  in  Thüringen. 

Von  Grafentall,  des  den  Marschalchen  zw  Poppenhaim  zuegehört, 

11.  (H.)  geen  Sallfelldt,  ligt  an  der  Saal,  drey  meill.    Da  befanndt  ich  ain 

grosse  Veränderung  (Bl.  16'.)  der  Speis  vnnd  des  Lanndteswesen. 

12.  (H.)  Darnach  geen  Jen,  ain  Stätl^  auch  an  der  Saal,  ftinf  meil.  Von  dannen 

13.  (H.)  Raist  man  neben  der  Neuburg,  dem  Stiiil  an  der  Saal.  Ich  aber  geen 

V^eissenfells,  ligt  im  Osterlanndt,  ain  schön  Schlos  vnnd  gueter  fleggen, 

14.  (H.)  sechs  meil.    Geen  Leiptzig,  die  Haubstat  in  Osterland  Meichssen, 

fünff  meil.  Da  Schiede  Hanns  von  Perlips,  des  Churfursten  zw 
Sachssen  Rat  vnd  Dienner,  von  mir,  der  gar  von  Augspurg  mit  mir 
khomen  was.  Der  ritt  den  nechsten  nach  Turga  *). 

15.  (H.)  Ich  namb  mein  weeg  nach  Hai  in  Sachssen,  da  der  Churfurst  von 

Mentz,  alls  Ertzbischoue   zw  Magdenburg,  Hoff  hiellt,  Marggraf 


^)  D.  i.  Nordgau. 

*)  Das  sind  Wegelagerer  und  vom  Ritterstande  solche,  die  ihre  Fehden  gegen 

einzelne  Stfidte  auf  eigene  Faust  hin  schlichteten.  Man  vergl.  Götzens  Ton 

Berlichingen    Selbstbiographie,   Ausgabe  Steigerwaids,    S.  136  ff.  und 

Ranke*s  Gesch.  d.  Reform.  3.  Ausg.  1,  156  ff. 
')  D.  i.  Torgau  an  der  Elbe,  5  Meilen  von  Leipzig.  Es  ist  derselbe  Hanns  von 

Berlepsch,  der  filnf  Jahre  spftter  Lutbern  auf  die  Wartburg  geleitete. 


1M6. 


89 


Albrecht  ?on  Brandenburg.  Ich  was  zw  len  krannckh  ynnd  mocht  nit 
f&r  der  f&rsten»  mein  werbang  anzubringen.  Darumb  warn  zw  mir  in 
mein  Herberg  die  Räte  geschickht,  solicfa  mein  Werbung  anzuhdren. 
Graf  pott  von  Stolbiirg,  Hofmaister;  Herr  Leuinus  von  yeldhaim» 
Thuembbrobst  zw  Hildeshaim,  Stathallter  zw  Halberstat,  vnnd  Doctor 
N.  Zoeh,  Canntzler.  Des  anndern  tags  pessert  sich  mein  sach,  muest 
mit  dem  ChurfÖrsten  essen.  Setzt  mich  an  die  Obriste  Stell,  Hess  mir 
fürstlichen  Credenntzen. 

(Bl  16K)  Hall  hat  ain  sch5n  Schlos  ynndguete  Stat,  ligt  an 
der  Sali.  Darjnnen  sein  prunnen,  die  man  tag  ynnd  nacht  schöpift, 
ynnd  Salltz  daraus  Seudt,  das  man,  mangl  halb  des  Holltz,  vill  mit  Stro 
sieden  muess.  So  hat  es  sein  zeyt  im  Jar,  das  die  prfln  ybersich 
steigen,  ynnd  durch  die  Stat  ansrinnen.  Daher  yon  Leyptzig  sein 
f&nff  meill. 

Geen  Piterfeld,  ain  beschlossnes  Flegkhle  Sächsisch,  ligt  an  der  Febr.  is.  (h.) 
Mulla,  drei  meil.  Darnach  geen  Turga,  Sechs  meil.  Ligt  an  der  Elb, 
da  der  ChurfÖrst  yon  Sachssen  Hof  hiellt,  bey  dem  ich  auch  mein  wer-  Der    churfürst 
bung  yerrichte.  Schickht  auch  ainen  Jungen  Dennen,  Michel  Raid,  ,**'^.  "****"**" 

9  o  '  In  seinem  tzimer, 

mit  mir  zw  dem  Khunig,  der  dann  seiner  Schwester  Sun  ist  ^*  seut  mich  gar 

Zoch  also  nach  Wittenberg,  ynnd  ward  im  Schlos  behaust  ynnd  whent  zw  seiner 

Eerlich  gehallten.  Fünff  meil.  Da  was  ain  Schöne  khirchen  im  Schlos  ^**"*"^    ^"V 

^  Lieas     mir     in 

erpauen ,  mit  yill  zierlichen  Silber  zw  Gottes  ynnd  der  Heiligen  Eer  meiner  Herberg 
berait,  yill  Altar  in  der  khirchen  mit  Costlichem  gemäll  ynnd  allen  fnrstiichn    wtr- 
Ornaten  geziert.    Von  yil  frembden  Lannden  bracht  man  Hailtumb    ^^'  ^  '^ 
dar.  Die  gelertisten  ynnd  Eerlichisten  in  Teutschen  Lannden  warden         23.  (h.) 
daher  beruefll  ynnd  bestellt,  die  man  Reichlich  in  dem  Stiffl  yersach. 
Wie  palld  aber  hat  es  sich  yerkherdt,  ynnd  daaelbsten  angefanngen! 

(Bl.  17*.)  Von  Wittemberg  aus  zoch  ich  yber  den  Fläming.  Ist  ^^-  ("•) 
die  gegönnt  also  genannt.  Da  stossen  yill  Gränitzen  zue,  darmit  man 
ymb  souil  dester  mer  aufsehenns  bedarff.  Namb  ain  glaitsman,  so  ich 
doch  in  allen  der  yon  Sachssen  Lannd  khain  gebraucht.  Der  fuert  mich 
geen  Treupretzkhen  *)  in  des  Marggrauen  yon  Brandenburg,  des 
ChurfDrsten,  Lanndt.  Es  bekhamb  mir  auch  ain  glaitsman  des  yon 


^)  König  Cbmtian  II.  von  Dfinemark,  aus  dem  Haase  Oldenburg»  war  ein  Sohn 
König  Johannes  und  Christinas ,  einer  Tochter  des  Churfarsten  Ernst  zu 
Sachsen. 

*)  D.  i.  Treuenbrietsen. 


90 


1516. 


Brandenburg ,  der  fuert  etlieh  khauffleut  ain  anndere  strass  naeh 

Wittemberg.  Die  Pursten  sein  so  Terglicben»  das  der  SScbsiseh  geen 

Febr.  26.  (H.)  Treupetzkhcn ,  vnnd  der  Marggräfisch  geen  Wittenberg  beglaitten. 

Vier  Meyl.  Geen  Brandenburg  in  die  Haubtstat»  ligt  an  der  Hafl,  Rindt 

27.  (H.)  durch  die  Stat,  funff  meill.   Vnnd  geen  Ratna  *)  vier  meil.  Darnach 

28.  (H.)  geen  Tangermundt  drey  meil.   Vnnd  daselbstn  zuuor  vber  die  Elb 

29.  (H.)  gefaren  Nach  Standl  *),  ain  meill,  ynnd  fuert  geen  Osterburg  drey 

meill.  Da  fanndt  ich  den  Churftirsten ,  der  am  widerhaimbzug  was. 
Marcy  1.  (H.)  Mit  dem  ich  wider  geen  Tangermundt  raisen  muest.  Daselbsten  be- 
hiellt  mich  im  Schloss.  Nach  meiner  Werbung  namb  ich  den  weeg 
Der  Mar-  3.  (H.)  auf  Werben  fünf  meil.  (BU  17^.)  Des  morgenns»  nahenndt  vor  der 
graffhori  gtat,  schifft  ich  widcr  vber  die  Elb.    Zw   nechst  darob  feilt  die  Hafl 

hejseia  ^^  ^^^  ^^^'  ^^^  "^^^"  oberhalb  ligt  der  Stifft  Haflburg.  Darnach  zoch 

der  rat-  4.  (H.)  ich  ZWO  meill  durch  Welschnackh  *),  vnnd  zwo  meill  geen  Perlaperg» 
te.   Er  alles  Brandenburgisch. 

'«"nein^  Darnach  khamb  ich  in  das  Fursstenthumb  Meckheinburg,  in  die 

tisch,  6.  (H.)  Stat  Parcham,  f&nff  meill.  Vnnd  aber  fQnfr meill  geen  Schwerin,  ain 
Setzt  mich  an  ein  jgtat  an  aioem  See,  der  vier  meil  lanng  vnnd  ain  meill  prait  sein  soll 
vierschriedtvon  '^***  **"  Schloss  im  See,  darein  man  nach  ainer  lanngeu  Pruggen 
sich.  Gieichwou  zcucht.  Hertzog  Hainrich  von  Meckhelnburg  wonnte  da,  vnnd  hört 
beym  essd  sass  mich  in  der  Stat.  Die  Förssten  schreiben  sich  Grauen  da  zw  Schwerin. 
IC    a  *»n»«»n«r  £g  j^jj  «g^^  Schwerin  khamb,  auf  ein  meil,  sähe  ein  Schlos,  nit  son- 

linkenSejtQ.(H.)  ^ 

ders  erpawen,  das  Meckhelnburg  genannt  ist.   Von  dannen  geen  der 


Am  Raisen  von  Osterburg  nach  Tangermund  Spricht  der  Chur- 
fürst  zw  mir:  „Warumb  der  Khaiser  seine  SQn  vnnd  Enenckhl  nit 
zw  sich  name,  damit  sy  sich  des  Teutschen  wesen  vnndernamen? 
Dann  so  der  Kaiser  sturb ,  damit  man  wider  ain  Römischen  Khunig 
bette.  Es  wäre  sonnst  niembt  im  Reich  darzue.**  Dargegen  sprach 
Ich:  «was  geet  meinem  genedigisten  Churftirsten  zw  Brandenburg 
ab?"*  Sagt  er:  „Es  ist  vnnser  khainer  im  Reich,  der  die  Possten 
vnnd  Jägerey  oder  Valckhnerey  wie  der  Khaiser  vnnderhallten 
möchte.** 


1)  Rathenow  an  der  Ha  fei. 

*)  Stendal. 

*)  WiUnack,  nördlich  von  Werben. 


isie. 


91 


Wbmar,  vier  meill,  ain  schöne,  wolerpante  Stat,  ligt  hart  am  M5er,      ^-  ^•^^y- 
das  man  -derorten  die  See  haisst.     Da  was  Hertzog  Albrecht  yon  g^|^"*|!  voikher 
Mftekheinburg,  dann  die  Stat  auch  Ir,  der  Brueder,  ist.  Da  yerricht  obotritorum  ge- 
ich  mein  letzten  beneich  bey  den  Tentschen  FQrssten.  weit«ein.Erp«uet 

(Bl.  18*.)  Darnach  loch  ich  geen  GrotmSU  0  drey  meill.  Ist   ^^^      ""^  ' 

^  -^  o  y  ^  nom,  grauen  toh 

auch  noch  Meekhelnburgisch.  swerde.  (h.) 

Am  funffzehennden  Marty,  was  der  Palmabennt,  khamb  ich  geen  Maroy  14.  (h.) 
Labegkh»  filnff  meill»  ain  Reichsstat,  die  auch  Reich  ist.  Da  belib  ich 
die  heilig  Zeit.  Da  khamb  zw  mir  ain  Pot  aus  Brabannt,  bracht  die 
Zeittung  des  Khunig  Ferdinanden  in  Hispanien  todt  *).  Zobe  dann  mit 
mir  in  Denmarckht. 

In  Osterfeyrtagen  zoch  ich  aus  Lubegkh  geen  der  Neustat,  ge-  rs.  (h.) 

hört  demHertzogthumbHollnstain,  vier  meill,  schlecht  die  See  hinzue  *) 
Albo  das  man  yber  ain  Pruggen  hinein  muess.  Daselbstn  hat  der 
Haubtman  ain  Römischen  Cortisan  vberab  in  das  wasser  geworffen  ^). 
Darumb  ward  in  der  Stat  khain  Gottesdienst,  allain  in  ainem  Frauen 
Closter,  mit  versperrter  thur.  Vnnd  dann  geen  heiligen  Hafen ,  auch  ^6.  (h.) 

yier  meill,  ligt  hart  an  der  See,  ain  offner  fleggen. 

Am  achtvnndzwaintzigisten  Marty  bin  ich  daselbstn  zw  heiligen 
Hafen  auif  die  See.  gesessen  mit  zwayen  schiffen.  (BL  18^,)  In  dem 
ainen  waren  die  Pfaftrdt  von  Lannd  gefaren.  Der  Windt  sterckht  sich 
seer.  Das  Schiff^  mit  den  Phärden  fuer  huntzt  in  Lollanndt,  die 
Innsel  ^).  Ich  muest  mit  meinem  Schiff  in  der  Innsel  Femern  bleiben. 


^  J6tst  GrevisinahleD,  swisehen  Wismar  und  Lübeck. 

')  FerdioandV.,  derKatholiiche,  starb  im  64.  Jahre  seines  Alters, am  23.  Jftaner 
1516,  zu  Madrigalejo.  Die  Todesnac bricht  hatte  also  bis  Lübeck  acht 
Wochea  gebraacht. 

')  Neustadt,  nördlich  Ton  TraTemflnde,  mit  einer  Rhede. 

^)  Zum  Jahre  1508  begegnet  ein  pfipstlicher  Legat,  Namens  Raimundus  zu 
Labeck.  Archiv  f.  Staats-  und  Kircben-Gesch.  Schleswigs,  Holsteins  u.  s.  w. 
2,  564.  Zum  Jahre  1516  selbst  ein  zweiter,  Namens  Johannes  Angelus  Ar- 
cimboldus,  dessen  Unter-CommissSr  Antonius  getödtet  und  „in  einem  Sod 
in  der  Dankwartsgruben^  aufgefunden  wurde.  J.  R.  Becker,  Gesch.  von 
Lübeck  1,  499.  Doch  wird  letzteres  von  Lübeck  gemeldet.  Über  eine  Töd- 
tung  eines  ^römischen  Cortisans*^  zu  Neustadt  konnte  ich  keine  Spur  auf- 
finden. Vielleicht  ist  in  den  „Nordalbingischen  Studien'' ,  die  mir  dermal 
nicht  zur  Hand  sind,  Aufschluss  zu  finden. 

^)  D.  i.  Laaland,  nördlich  von  Femern. 


92  1516. 

drey  meill.  Da  standen  wir  aus,  gienngen  auf  drey  Yiertl  weegs  geen 
Peterstorff.  Da  assen  wir  bei  dem  Pharrer.  Nit  ferr  von  dem  Dorff 
ligt  ain  Schlos  vnnd  SUütl,  genannt  Porgkh.  Wir  sein  desselben  tag 
wider  zw  ynnsern  Schiffen  khomen.  Dar  Innen  ?ber  nacht  gelegen. 
Zw  Mitternacht  Rieht  sich  der  Windt  zw  vnnserm  gefallen»  vnnd  fuern 
Marcy  29.  (H.)  hin  gegen  Lollanndt.  Mochtn  doch  nit  anfarn,  do  man  gemainigclichen 
Anfert,  muessten  zw  Reby  aussteen  ^»  i^^  ^^^  dorff»  ynd  ain  halbe 
meill  im  gewässer  vnnd  wässerigen  Sanndt  geen.  Das  Mör  was  abge- 
loffen.  Darnach  durchrit  ich  Lollanndt,  vier  meill,  vnnd  khamb  an  die. 
Innsel  Falster  genannt.  Dar  Inn  ligt  Neuckhoping,  Schloss  mnd  Stat. 
Die  zwo  Inseln  schaidt  das  Möer.  Ist  nit  Prait,  nahenndt  wie  ain  zimb- 
lieh  gross  fliessenndt  wasser.  Ich  khamb 

Hier  findet  sich  auf  einem  besondem  Blatte  des  Kdnigs  von  Dänemark 
Bildniss  eingeschaltet,  in  Zirkelform  mit  der  Umschrift:  ^Cristernus 
Rex  Danie  et  Norvegie.** 

(Bl.  19*.^  denselben  tag  hinüber,  aber  meine  phärdt  nit,  ymb  das  das 

Mör  abgeloffen  war,  vnnddie  phärdt  khunden  nit  in  die  Schiff  abtretten. 

Zw  Neuckhoping  war  die  Khunigin  etwas  wenigs  vor  mir  ankho- 

men.  So  fannd  Ich  da  Hertzog  Carls  von  Burgundy  PottschaiR,  Monsor 

de  Bulon  vnnd  Maister  Jan  Penning  von  Amsterdam.  Die  Khunigin 

schickht  zw  stundt  an  Ire  Hofmaister  ynnd  den  Khuchlmaister,  Hess 

mich  empfahen. 

Lies  mich  diesmal  Den  aundem  tag  darnach  khamb  der  Khunig  auch  dar.  Schickht 

fragn,ob  ich  offne  mir  sein  Camerdieuner  Anthony,  geselschafflt  zulaisten,  huntzt  ich 

audienU  oder  jn  ^^„^^j^^t  würde. 
g^h.  begerte.(H.) 

Apriiis  1.  (H.)  Am  ersten  tag  Apriliis  ward  ich  berueffen ,  vnnd  durch  den 

Canntzler,  in  das  parfuesser  Closter,  das  zwnächst  meiner  Herberg, 
f  gefüert  vuud  der  Khunig  von  Schlos  dahin  khomen  was,  f. 

Der  Khunig  hört  mich  steennder.  Als  ich  die  Scharffen  wort 
muesst  aussprechen,  las  ich  die  ab  ainerZetl,  damit  ich  nit  zuuil,  noch 
zw  wenig  redte.  Dazumal;  vnnd  alls  der  Credenntzbrief  gelesen  ward, 
Schloss  der  Khunig  die  Henndt,  Sach  oflfl  ?ber  sich.  (Bl.  19^.)  Des 
f  Karl.  (H.)  Printzeu  in  Hispanien  mnd  Hertzogen  f  zw  Burgundy  potschafilen 
Stunden  mir  an  der  Seitten,  vnnd  Sprachen :  „was  ich  geworben,  das 
wäre  Ires  Herrn  auch  gleichermassen  begern.*' 


^}  Rodby  an  der  nördlichen  Küste  Laalands. 


1516. 


93 


Der  Khunig  namb  im  ain  bedacht  zw  Antworten»  Hess  mich  wider 
3SW  Herberg  beglaitten.  Nach  tisch  ward  ich  zw  der  Khünigin  gefuert. 
Die  was  auf  Niderlendisch  ynnd  noch  Cläglich  beclaidt  9*  ^^^^  ge- 
sagtem grues  vberanntwort  ich  den  Credenntzbrief  vnnd  die  Ver- 
Eemog.  Mnest  mich  zw  der  Khünigin  nidersetzen  auf  ain  Khuss  am 
Fletz,des  ich  nicht  gewonndt  was.  DieNiderlenndischen  Rätekhnieeten 
vor  der  Khnnigin,  vnnd  Retten  der  sachen  halben,  darumb  wir  gesanndt 
warn.  Damach  ich  wider  aus  dem  Schlos  zw  Herberg  Eerlichen  be- 
glaitt.  Da  waren  auch  bey  Sechzehen  Frauen  vnnd  Junckhfrawen, 
alle  weiss»  falb.  Aber  khaine  die  mit  der  Khünigin  darkhomen  was« 

Alls  wir  wider  zw  Hanndlungen  beruefft  warn ,  Eruolgt  vnns  ain 
Anntwort,  die  zweiflich  geacht  ward.  Darumb  verneutten  wir  die  auf 
Tnnsem  mnd  dem  Pessten  yer(J7/.  SO^^stanndt.  mit  frag:  „ob  es 
die  mainung  wäre?**  Da  es  aber  nit  was.  Sagt  ich  von  ynnser  aller 
wegen :  „der  Anntwort  yersähen  sich  der  Khaiser,  noch  der  Printz  in 
Hispanien  khainsweegs.  Ire  Maj.  etc.  würden  ?nns  des  auch  nit  glau- 
ben, das  sein  Khunigcliche  gnad  sein  gewissen  vnd  die  gebot  gottes, 
sein  Eer,  die  Cristlich  Ordnung,  die  freundtschaSt  ringer  achtet,  dann 
ain  gemain  weib !  Darumb  begereten  wir  der  Anntwort.  Wo  wir  ye 
khain  aunder  gehaben  möchten ,  vnns  die  in  schriffl  ynnder  des  Khu- 
nigs  Innsigl  zugeben.**  Er  wolte  aber  nit.  Liess  sagen :  „Es  wäre  der 
brauch  nit,  den  Pötten,  so  mit  Credenntzbriefen  hanndleten,  die  Annt- 
wort in  schriflft  zugeben.^  Was  wir  Termonten,  half  nichts,  belibe 
rngeuärlichen  bey  dem :  „Wollt  sich  Khunigclichen  hallten,  wie  auch 
sein  yater  ynnd  voruordern. "  Der  Khünigin  Hofmaister,  Herr  Albrecht 
Gibs,  yerEerte  mir  ain  Henngst  yon  des  Khünigs  wegen,  sambt  dem 
Sattl.  Daran  was  ain  gerädt  *)  vnnd  yon  Messing  ain  frauen  Pilld, 
das  khert  die  Press,  darinn  ain  Herz  lag  etc.  Da  erkhanndt  ich  Seuerin 
Nortwed  >),  des  Khunigs  Haubtman  am  Moer,  der  all  sein  thun  in 

Ich  was  bey  ainem  pfarrer  glosiert.  Aisdan  jr  die  yon  hoiTgesint 
mit  mir  geessn,  fragtn  sy  mein  wierdt:  „warumen  Er  nit  mit  mir 


0  Wegen  des  Ablebens  K.  Ferdinands  des  Katholischen  von  Spanien ,  ihres 

Grossyaters  yon  mütterlicher  Seite. 
*)  D.  i.  ^gereite''  =s  Reitzeug. 
')  Severin  Norby  ist  gemeint,  der  Feind  der  Hansestädte,  der  endlich  im  Heere 

Karls  y.  vor  Florenz  1530  erschossen  wurde. 


94  1516. 

Teuffels  namen  (Bl.  2(f'.)  thette,  yddcI  hernach  vill  Wunders  gestifit, 
zwietzt  in  die  Mosqua  mit  seiner  geselschafft  sich  gethan,  mnd  durch 
Khaiser  Carln  daselbstn  wider  erbeten,  vnnd  vor  Florennti  er- 
schossen ist. 

Am  zehennden  Aprilh's  sein   wir  von  Neuckhoping  rerruckht. 

Zwo  mein  am  Lannd  geraist,  dann  zw  Schiff  ain  meill  in  Sialannd, 

Roppnhafn.  (u.)  die  lunsel,  dar  Inn  Khoppenhagen ,  die  Khönigclich  Haubtstat,  Itgt. 

warnburg.  (H.)  Mit  beschwärlichcm  wind  gefarn  vnnd  in  ainem  Schloss  Warrenburg 
gehaust  9-  ^^^  ^^S^»  ^i^  i°  dasselb  Innder  Schloss,  alls  auch  in  das 
Schloss  Gera,  khain  Khunig  thur  khumen,  darunib  ist  heruor  ain  Zim- 
mer für  die  Khunig  zuegericht.  Man  sagt  auch  das  in  ainem  Schlos, 
Sunderpurgkh  genannt,  in  ainem  Zimer  ain  Jungkhfraw  gesehen  wierdt, 
mit  Pursten  vnnd  Petten  ^).  Darain  tarff  niemanndt  geen.   Soll  aines 

Apriiis  11.  (H.)  Khuuigs  Tochtcr  sein,  die  sich  selbs  erstochen.  Des  anndern  tags 
Raisten  wir  vier  meill  in  ain  Stat  genannt  Nestnigkh  *).    kt  ein 

Soiin  C^l-  21".)  schöne,  guete  Stat,  mit  ?il  khirchen.  Ist  nit  ymbgemaurt. 

auch    12.  (H.)  Von  daunen  aber  ain  tagrais,  vier  meill,  geen  Anndershoff,  ain  Closter 

'^*^  Sanndt  Johanns  Orden  Ton  Rodis  ^.  Dann  aber  zwo  meil  am  Lannd 

Closter  -^ 

sein,  in  *^'  ("'^  geen  Corscc  *),  Ist  ain  Schlos  ynnd  Stat.   Da  sassen  wir  wider  zw 
igiichem  Schiff  Yund  fucrcu  vier  meill  aus  Sialanndt  in  die  Innsel  Fun.   Haben 

sich  ain  ^lj  ^i^erwärtigs  windt  gehabt  Khamen  dann  mit  muee  vnnd  sorgen 

zw  ge-  ^»*»"»'&-  geen  Neuburg,  ain  Schloss  vnnd  Stat.  Da  beliben  wir  vber  nacht  Im 
seuter  C^')  schloss  da  zaigct  man  den  Gessten  ain  Hörn,  des  soll  ain  Ediman, 
stond  selbs      g^^annt  Saltzer,  dem  Teufel  ab  dem  Khopf  gerissen  haben.   Mich 


lateinisch   redte?**     Sagt:    „Ich    rette    oberlendisch   Latein,    das 
verstuende  er  nit**.  (H.) 


^)  Wohl  Wordingborg,  die  Burg  Waldeinars,  am  sfidliehen  Ufer  Seelands. 

^)  D.  i.  mit  einer  anhängenden  Börse,  fOr*s  UebeÜihoch,  und  mit  dem  Rosen- 
kranze. „Über  Bürsten  f.  cassidile,  bursa  siehe  Schmeller  I.  c.  1, 202 ;  über 
Betten  f.  Rosenkranz  ebenda  1,  217.  Noch  bis  zur  Stunde  heisst  ein  Haus 
in  Wien,  Nr.  1146  am  Kohhnarkt,  an  dessen  Ecke  ein  goldener  Rosenkranz 
als  Haasschild  zu  sehen  ist,  „zur  Betten.*^ 

')  Vielleicht  Nest?ed,  nordwestlich  Ton  Wordingborg  ? 

^)  Anderskow  bei  Slagelse. 

^)  Korsor  an  der  Sfidwestküste  Seelands,  Nyborg  auf  der  Insel  Ffinen 
gegenOber. 


1K16.  »5 

daucht  dasseib  aio  khuehorn.  Von  dannea  khamen  wir  vier  meill  ge-  i4.(h.) 
raist  am  Lannd  geen  Ottnsee,  ain  gar  wolerpaute  Stat  mit  schönen 
khirehen.  Da  ist  auch  ein  Bisstumb.   Dar  Innen  wonte  des  Khunigs 
Muetter.  Lag  khrannckh,  liess  mns  flir  sich  khomen,  ligennde  im 
Pett.  Da  namen  auch  die  Burgundischen  Pötten  drey  Jungkhfrauen 
mit  sieh,  die  mit  der  (Bl.  2P.)  Jungen  Khunigin  in  das  Khünigreich 
khomen  warn.  Die  verschickht  der  Kbunig,  ymb  das  sy  ye  vill  Redten 
Ton  seiner  ynschickhlichait  9-   Damach  Raisten  wir  aber  vier  meil  Apriiu  le.  (h.) 
geen  Assens,  ain  khlain  Stätl  an  der  See  *).   Vnnd  morgenns  sassen 
.  wir  wider  xw  Schuf,  foern  aber  mit  grossen  Sorgen  vnnd  geßir  zwo 
meil  vber.  Khamen  in  SonnderJuchtlanndt,  ynnd  muesten  yier  meil 
am  Lannd  raisen  hintz  geen  Oplro  >),  ain  Schloss.  Ein  khlaines  Phärdt 
hat  ich  bei  mir  im  Schiff»  die  anndern  khamen  erst  den  andern  tag  17.  (h.) 
nach  mns.  Von  Oplro  Raisten  wir  mer  yier  meil  in  ain  Stat,  Fiens-  ig.  (h.) 
borg.  Ist  zimblich  weil  erpaut,  hat  ain  Schloss  hoch  an  ainem  Perg 
ob  der  Stat.  Wir  zugen  des  anndern  Morgenns  nach  Schleswickh,  to.  (h.) 
ain  zimbliche  Stat  vnnd  Herzogthumb.  Da  wonndt  auch  der  Bischof 
der  Stat,  ynnd  ist  ain  alH  Herzogthumb. 

Juchtlannd  ist  das  man  yor  Zeiten  Lateinisch  Cymbricam  Cher- 
sonesum  gehaissen.  (BL  22'.)  Vnnd  ist  gethaillt.  Das  thail,  so  an 
das  Herzogthumb  Schleswigkh  stosst,  wierdt  sonnder  Juchtlannd 
genennt. 

Wie  man  yon  Schleswigkh  ain  khlain  weeg  furter  Raist  khumbt 
man  zw  dem  Schloss,  Cotrop  genannt,  da  der  Hertzog  gemainigcli- 
chen  hoff  hielU.  Geet  die  Strassen  nahent  am  thor  hin,  ist  Scheind- 
lich  erpaut  gewest.  Nahenndt  daselbstn  geet  ain  graben  Denenwerch  oennenberch. 
genannt,  ain  Lanndtgeschaidt  zwischen  Sunder  Juchtlanndt  ynnd  Holn-  C^) 

stain.  Vnnd  dann  zoben  wir  drey  meil  geen  Rensperg,  ain  khlain  21.  (h.) 
StäLtle,  hat  der  Khunig  für  sich  geballten.  An  dem  Ritt  sein  wir  nuer 
ain  meil  neben  Dietmars  hingeraist,  da  die  Friesischen  Paurn  sein, 
ynnd  khainem  Herrn  gehorsamen.  In  dem  Stfttl  sache  ich  aines  Brie- 
stershoehzeyt  seiner  Ersten  Mess.  Der  nimbt  sein  Muetter,  Schwester, 
oder  ein  anndere  nächste  freundtin  mit  der  Rechten  hanndt  ynnd  her- 
nach die  annder  freundtsehafft  ynnd  geladnen»  alle  mal  zway  mitein- 


^)  D.  i.  des  Dfiyecke  wegen. 
*)  Am,  UeiDeD  Belt. 
')  Apeorade. 


96 


1516. 


annder.  Geen  ain  gassen  auf,  die  annder  ab»  (Bl.  22\J  mit  Pfeiffern 
Tnnd  Drumelsehlahern,  oder  wo  sy  annders  nit  haben,  mit  ainem 
Pegkh,  darauff  gesehlagen. 

22.  Abermals  fttnff  meil  geen  Nenmünster,  ain  khlains  Stätle. 
Nemnfinster  top  HOntzt  her  Yon  Flonsswerg  ist  es  haidig,  Vasst  hoert  vnnd  mösig, 
dert^Tnatt*  fH )  ^^^^S  erpaut,  gehört  dem  Hertzogen  zw  Hollnstain.     Wiewol  die 

gebiet  der  fursstenthumber  Schleswigkh  vnnd  Holnstain  gethaillt, 

23.  (H.)  So  nennt  man  doeh  gemainclich  mit  ainem  Namen  geen  Holnstain 

gehörig.     Des   morgens  naeh  Seeperg  >),    ain  Schloss  an  ainer 

sigbergrechtge-  Höhe,  das  man  der  orten  fiir  seer  vesst  acht.  Ain  Stätl  darunder, 

nent.  (H.)  j^  ^j^  beherbergten.   Wir  sein  allain  das  Schlos  zu  sehen  dahin 

geßert,  ist  nit  der  neehste  vnnser  weeg  gewest.  Wur  haben  den- 

noeht  ynnser  gellt  gezollt,    sein  drey  meill   geraist.      Da   feilt 

die  Trafl,  das  wasser  so  fQr  Lubegg  fleüsst,  in  die  See.     Von 

dann  sein  yier  meill  geen  Lubegkh.     Vnnd  wir  Raissten   nach 

Hainburch.  (H.)  Hamberg,   ain    schöne  Stat,   Siben  meil.     Wir   betten  yon  Neu- 

24.  (H.)  münster  nit  mer  dann  (Bl.  23*.)  Acht  meil  dahin  gehabt.    Dise 

Stat  ligt  an  der  Elb.  Dasselb  wasser  Rindt  durch  die  Stat,  vnnd 
khomen  yUI  Schif  mit  den  Seglen  aus  der  See  dahin  mit  khauff- 
manschaflften.  Fleust  nach  Achzehen  meil  von  der  Stat  in  die 
See.  Wachst  vnnd  feilt  von  Sechs  zw  Sechs  Stunden  wie  die 
See  oder  das  Mör.  Die  Stat  ist  etlichermassen  dem  Hertzogen  zw 
Hollnstain  verwandt.  Wann  der  dar  khumbt,  hallten  den  etliche 
tag  vnnd  nacht  Cosstfrey,  mnd  thun  im  ain  yerEerung.  Sy  Ruemen 
sich,  ein  Reichs  Stat  sein,  gleichwol  ist  das  ganntz  FOrsstenthumb 


Kunig  Cristiern  oberkham  Stockhobn»  die  haupstat  jn  Schwedn, 
hielt  ain  grosse  maltzeit  vnd  pot  *)  bey  70  personen  enthauptn. 
In  der  wochn  Allerheyligen  tag,  im  1520  Jar.  Darumb  das  Land 
wider  von  Ime  abgefallen.  Vnd  den  Dennen  solhs  yerkhundt,  vnd 
dergleichen  gewamet.  Die  Dennen  rittn  an  etlichn  ortn  zwsamen. 
Das  macht  dem  Khunig  ain  graus,  derhalben  das  reich  verlassn, 
daraus  getzogn.  Sein   kunigin  nachgeuolgt.  (H.) 


')  Segeberg. 

*)  »pakl*'  die  Handsehrifl. 


1516.  97 

HoUstain  lehen  vom  Römischen  Reich.  Das  Pier»  so  man  da  Prent,  HoUnsuin.  (h.) 

ist  in  grossem  Ruef  vnnd  werdt,  allenthalben,  da  man    von  dem 

gueten  Pier  waiss  zusagen.    Alls  Lubegkh  mit  dem  khrieg  gegen. 

Denmarckht  yill  Zeit  gestannden,   ist  des    khauffs   handlung  rill 

daher   khomen,  vnnd   die  Stat  aufgenomen.     Alda  verliessen  wir 

das  dennisch  gebiet  gar.  Der  guet  Khunig  hat  khlaine  Acht  seiner 

gneten  freundt,  treuer  Vermonung,  sein  selbst  vnnd  gottes  gebot 

Dammb  ist  es  Ime  auch  also  erganngen.     Er  zohe  jn  Schweden, 

drang  sy,  das  (BL  23^.)  sy  sich  ergaben,  da  er  aber  dasselb 

Reich  Tberkhamb,   da  verlur  er  nit  allain  dasselb,   Sonnder  auch 

damit  Denmarckh  mnd  Nortweden.     Vnnd  zwletzt  gefanngen.  Also 

das  seiner  erlösung  khain  Hoffnung  ist.  Des  Khfinigs  Anherr  Cri- 

stianus,  oder  Cristiernus,  ist  ain  Graf  von  Oldnburg  gewest,  vnnd 

zw  khunig  erwellt.     Verliess  zwen  Sun:  Hannsen,   des  Khfinigs 

Tatter,  vnnd  Friderichen,  Hertzogen  zw  Hollnstain. 

Von  Hamburg  furn  wir  nach  der  Elb  ab,  fünff  meil,  in 
ain  Stätl ,  genannt  Stad  ^  gehört  dem  Ertzbischouen  zw  Premen.  sud.  26.  (h.) 
Vnnd  fnrtbas  Ritten  wir  drey  meil  geen  Veerden,  ain  Schlos  vnnd  veerdo.  27,  (h.) 
Stalle,  da  der  Ertzbischoue  von  Premen  gemainigdichen  Hoff 
hiellt.  Alda  schieden  die  Burgundischen  Rftte  von  mir  nach  Premen. 
Ich  belib  ettlich  tag  da  Rastundt.  Am  Ersten  May  fuerten  mich 
des  Ertzbischoue  leuth  geen  Befarn  ^).  Da  was  ein  grosse 
Versamblung  des  volckhs ,  alls  bey  ainer  KUrchfardt.  Dann  da 
stundt.  (BL  29\)  ain  gross  Creutz,  das  soll  vill  wunderzaichen 
gethon  haben. 

Am   dritten  May   Ruckht   Ich  fiinff  meill  geen  Rotenburg  *),    3.  (h.) 
ain  fleggen  vnnd  Schloss,  dem  Stifft  Vierden  zuegehörig.  Denselben 
Stiffl  bette  auch  der  Ertzbischoue  von  Premen,    der  was  Hertzog 
Cristoff  von  Braunschweig.     Den  anndern  tag  Rit  ich  drey  meil  vierden.  4.  (H.) 
geen  Vierden  in  die  Stat,  ligt  nahenndt  an  der  Weeser. 

Darnach  khamb  ich  geen  Eesl  *),   vier  meill,   ligt  an  ainem  Eesi. 5. (h.) 
wasser  genannt  die  Alder.    Die  fleusst  für  Zell,  da  die  Hertzogen 
von  Lunenburg  Hof  hallten.    Das  Dorff  gehört  denselben  Furssten, 
ligt  vier  meill  von  Zell. 


^)  Be?erstedt,  westlieh  Ton  BremerTdrde. 
•)  An  der  Wümme. 

*)  Egsel,  zwischen  Niemburg  und  Celle  an  der  Aller. 
Fontes.  VI!!. 


98 


iSi«. 


Newstat  9>  Schlos  vnnd  Stat,  Hertzog  Erichs  von  Braun- 
schweig, drey  meill  von  EesI»  ligt  an  der  Leen.  Die  fleusst  aus 
dena  Hartz,  neben  Gorslar,  durch  den  StiSt  Hildeshaim,  vnnd  mnder 
EesI  in  die  Alder.  ler  Fürst  was  wenig  Tor  mein  aus  Frieslannd 
daselbstn  zw  seiner  Geroahel  khomen.  Hielt  mich  (BL  2ä^.) 
f&rstlichen,  liess  mich  ain  meil  geen  der  Pluemnaw  *),  ain  Schlos 
alls  sein  Mairhof,  nahenndt  bey  dem  Stätle  Wundtstorff,  fuern. 
Aber  zwo  meil  geen  Honofer,  ain  yesstes  Stätle,  gehört  auch 
denen  Fürsten  von  Braunschweig.  Sy  lassen  aber  auch  Ire  Herrn 
mit  ainer  mass  ynnd  Anzall  yolckhs  ein.  •  Ligt  auch  an  der  Leen. 
Dasselb  Lannd  nennt  man  Desterleen,  von  dem  Perg  Dester  vnnd 
dem  Wasser  Leen. 

HUde8ham.9.(H.)  Gecu  Hildeshaimb  sein  dann  drey  meill,  ain  schöne  Stat.  Da 

ist  auch  ain  Bisthumb.  Der  Bischof  was  ain  gebornner  Hertzog 
von  Laubnburg  >).  Von  dann  sein  ßinff  meill  geen  Embigkh,  da 
man  das  beruembtist  Pier  in  Teutschen  Lannd  Prent. 

Gorslar.  10.  (H.)  Gccn  Gorslar,  ain  Stätle  wol  erpauen,  khamb  ich  am  zehenn- 

den  May.  Was  der  Phingstabennt.  Sein  Sechs  meill.  Da  nahenndt 
an  der  Stat  ist  ain  Silber  Pergkhwerch,  ligt  am  Harts.  Da  am 
heilligen  (BL  25*,)  Phingstag  hab  ich  vill  mir  frembds  ge- 
schmugkhs  an  frawen  vnnd  Junckhfrauen  gesehen.  Auch  wie 
Khunigcliche  Cronen  an  den  Junckhfrauen. 
Haibersut.  12.  Nach  Halbcrstet  sein  Sechs  meil.  Ist  ain  Stat  .vnnd  Bistumb, 

(H)  da  Herr  Leuinus  von  Veldhaim  Stathalter  des  Ertzbischo^fs  zw 
Meetz  vnnd  Maidenburg  gewest,  wie  oben  gesagt.  Der  hiellt 
mich  Eerlichen  vnnd  woll. 

stasfurt.  i4.(H.)  Aber  vier  meil  geen  Stasfurt  ^),  ain  Stätle,   darinn  vill  Adls 

wonndt.  Haben  ain  Saltzsieden,  gehört  dem  Ertzbisthumb  Maid- 
burg, ligt  vier  meill  dauon.  Von  Stasfurt,  reittenndt  auf  zwo  meill, 
khumbt  man  geen  KhaliT  »),  ain  Stätle  vnnd  ain  Burgkh  darinn, 
des  Ertzbischoue  zw  Magdeburg.  Da  Reitt  man  vber  die  Saall. 
Vnnd  dann  fürter  zwo  Meill  geritten,  khamb  ich  an  die  Elb.  Fuer 


* )  Neustadt  an  der  Leioe. 

^)  Sudlich  von  Neustadt,  nördlich  von  Wunsdorf. 

')  Johann  IV.  Herzog  ?on  Sachsen-Lauenburg,  resignirte  1527. 

^)  Bei  Änhalt-Bemburg. 

^)  Kalbe,  nördlich  ?on  Bemburg. 


1516. 


99 


da  vber.  Ain  yiertl  weegs  ob  dem  Vrfar  ist  Barben  <),  ain  Stätl 

der  Grauen  *).  Ain  wftlbische  meill  ob  demselben  Stätl  feit  die  Sal 

in  die  Elb.     Pald  khamb  ich  geen  Zerbst»  rait  aller  saeben  fünff  Cserbit.  15.  (h.) 

meill.     Gehört  dem   Gefürsten   Grauen  von   (BL  2S^J  Anhallt. 

Ich  khundt  khain  Herberg  haben,  yederman  was  nach  Irem  brauch 

aus  ymb  Mayen.  Am  Donnerstag  nach  Phingsten,  mit  ainem  fanen 

in  ainer  gassen»  nennt  man  die  Pruechgassen,  hengt  man  ain  Vnn- 

darmans  Hemet  auf  *).     Daselbstn  feilt  die  Mulla  in  die  Elb  &c. 

Geen  Wittenberg  khamb  Ich  den  Sechzehenden  May.     Sechs  Wittnberg.  I6. 
meill.     Was  der  Abennt  der  Heiligen  Driualtigkhait.      Da    fannd  ^"'^ 

ich  den  Churfursten  von  Sachssen  ^).  Da  Enntdeckht  ich  seiner 
gnaden,  was  ich  gehanndelt,  vnnd  was  mir  begegnet  wä^.  Muest 
bey  der  Vesper  vnnd  morgenns  bey  dem  Ambt  vnnd  Predig  blei- 
ben. Hiellt  mich  gar  woll  mit  grossen!  genedigem  erbieten.  Das 
ist  die  Haubtstat  der  Sachsischen  Chur.  Von  dannen  Bit  Ich  geen 
EiUnburg,  Schloss  vnnd  Stat  an  der  Mulla,  Sechs  meill.  Ligt  Eyiinbar?.  19. 
nuer  bey  vier  Meilln  in  Meissen.     Von  Eillnburg    sein  zwo  meil  ^"'^ 

geen  der  Aich,  ain  schöne  khirchen  Anthonier  Ordens.  Vnnd  dann 
geen  Alltenburg,    noch  yier  meill,  Schloss  mnd  Stat.     Von  dann  Aitiiburg.2o.(H. 
geen  Zwickha  vier  meil,   ain  schöns  (BL  26".)  Stätle.  Belib  da  czwicka.2i.(H. 
am  Gotzleichnambstag.     Das   Stätle  ist  mit  dem  Perkhwerch  am 
Sehreckhenperg  aufgewachssen,    ligt    an     der   Molda.     Die   solt 
Heissen  vnnd  Voitlannd  schaiden.  Demselben  nach  wäre  Zwickhaw 
in  Meissen.      Damach  geen  Plaw,    ain  Stat  vnnd  Schloss,  vier  pua.  23.  (h.) 
meill.     Huntzt  her  yon  Wittenberg  aus  ist  alles  des  fOrsten  Yon 
Sachssen  ynnd  Margf  grauen  zw  Meissen.  f  Land,  (h.) 

Zum  Hoff,  ain  Stätle,  ligt  an  der  Saal,  Marggräuisch ,   drey  Hoff. 24.  (h.) 
meil  Ton  Plaw.     Gehört  nunmalls   den  Marggrauen  yon  Branden- 
burg zw  Anspach.  Vnnd  geen  Parreydt  Sechs  meill,  Schloss  vnnd  Parreit.  25  (h. 
Stat     Entzwischen  ist  ain  Schloss,   Pernegg  genannt,   am  Maen,  ÄmeiiTonhoff 
der  noch  vasst  khlain  daselbstn  ist.     Khumbt  aus  dem  Khienperg, 


»)  Barby. 

•)  Yon  Bemburg. 

*)  In  welcher  Beziehang  das  ausgehfingte  KleidungsstQck  zur  Laubeinkleidung 
des  Pfingstfestes  oder  den  sonstigen  Festlichkeiten  des  Sommer-Eintrittes 
stehe ,  will  ich  nicht  entscheiden.  In  Grimms  Mythologie ,  2.  Ausgabe, 
S.  744—749  wird  diese  Sitte  nicht  erwfihnt. 

*)  Friedrich  der  Weise,  f  5.  Mai  1525. 

7» 


100  1516. 

nimbt  seinen  yrsprung  zwo  meil  oberhalb  Pernegg  *).     Dann  Reyt 
man  drey  meilU  ist  ain  fleggen   vnnd    hoch  darob  ain   Schloss, 
Pottnsuin.  26.  Potfaistain  genannt.  Von  Hoff  huntzt  beer  ist  alles  Marggräuiseh. 
^"*)  Darnach  sein  noch  drey  meill  geen  Grafenberg,   ain  gueter 

flegg*    Gehört  ainem  Borger  zw  (Bl.   26^)   Nfimberg,    ist  yon 
der  Cron  Behaim  zw  Lehen. 
Nürnberg.  27.  Nfirnb^g  ligt  vier  meil  danon.     Von  der  Stat  findt  man  vill 

^"•^    geschriben.     Die  Pegnitz  Rindt  dardorch. 
juniua.  (H.)  ^m  Sechsten  Juny  Bit  ich  geen  Schwabach,  zwo  meill,  dann 

Schwabach.  6.  j  o  »  » 

(H.)     geen  Weissenburg  im  Norckha,  funff  meill.     Vnnd   furter  geen 

arg.   .  Thunaüwerdt.  funff  meill.     Damach  geen  Augspurg,   Sechs  meill, 

Au**»"u7**9 m^  *"*  Lech.     Den  ganntzen  weeg  hab  ich  verriebt,  das  mich  niembt 

gerechtfertigt  oder  angesprochen  hat,  ausserhalb  des  glaitsman  am 

Fläming.     Des  sich  Ir  rill   der    Ennden    bekhanndte    verwundert 

haben. 

Landsperg.  10.  Gocn  Lanudsporg,  Sechs  meill,  ligt  am  Lech,  ist  Bayrisch. 

Pernpeurn.il.  Dann  geen  PemPeurn  *)j   ain   markht  des  Bischof  von  Augspurg, 

Fueasn.  (H.)  vier  meill,  Vnnd  für  Fuessen,  auch  des  Bischofs,  vnnd  geen  Tan- 

Tanhaim.i2.(H.)  haim  »),  ist  Tirolisch,  vier  meill. 

Daselbstn  zw  Tanhaim  khamb  ich  wider  zw  dem  Khaiser. 

Den  Anndern    tag.  Buckht  sein  (BL  27\)  Maj.  geen  Imb- 

13.  Juni,    stat,  drey  meil,  gehört   dem  Grauen   von  Montfort.     Ain  Stätte, 

darob  ligt  das  Schlos  Bottenfells  ^).  An  der  Baiss  hört  der  Khaiser 

mein  Aasriehtung.     Von  Imbstatt  Bitt  der  Khaiser  den  anndern  tag 

auff  Botnfels,  dem  Grauen  zw  Eeren.     Belib  etlich  Stundt  vnnd 

spült  mit  des  Grauen  Hausfraw  vnnd  Tochter.  Balthasar  Meichsner 

vnnd  ich  spillten  auch  mit.     Das  Nachtmall  namb  der  Khaiser  im 

Schloss.    Ich  ward  verordennt,  die  zwo  Gräuin  zw  dem  Tisch  zu 

hellen  vnnd  mit  dem  anndern  Frauenzinmier  zw  essen.  Nach  dem 

staaffn.  14.  (H.)  Nachtmal  vemickht  sein  Maj.  geen  Stauffen,  ain  meill.     Gehört 

Wangen.  15.(H.)  auch  Graf  Haugn  von  Montfort.     Dann  geen  Wangen ,  zwo  meill, 

ain  Beichsstdtl.   Von  dannen  vber  die  Hier,  die  schaidt  Schwaben 

Tetnam.  16.  (H )  vnnd    Alga ,    gceu    Tethnam,    ain    Stätl,     gehört    dem    Grauen 


^)  „Zwo  meil  oberhalb  Pernegg  Dimbt  seinen  rrsprung''  die  Handschrift. 

*)  Südlich  ?on  Schongau  am  Lech. 

')  Zwischen  Rentte  und  Immenstadt. 

*)  Vergl.  unten  zum  2.  November  1516,  S.  105.  Anmerkung  *). 


1516. 


101 


TOD  Hontfort.  Stuenndt  sein  Maj.  ab.  Besoecht  auch  denselben 
Grauen  Vlriehen»  ynnd  Ritt  dannocbt  denselben  tag  geen  Puechorn, 
ain  Reiehstätle.  Daruor  ligt  ain  Franen  Closter,  Lebntall,  baide 
am  Podnsee. 

(BL  2T.)  Vber  den  Podnsee  fuer  der  Khaiser  geen  Cost-  Cottoiu.  17.(h.) 
nitz.    Halt  man  zwo  meiU   daran  man  fünf  ganntzer  Stundt,  mit    ^ ;     , 
guetem  Wetter  mnd  mit  zwen  mnd  dreissig  starekhen  Ruedern, 
gefarn  ist.  Die  Phftrdt  warn  geen  Pregnitz  besebieden.    Das  was  n.  joni. 
am  Sibenzehenden  Juny. 

Am  Acbtmndzwaintzigisten    tag    ward  ich  geen    Vberlingen  vWriio^M.  2s. 
zw   Kay.    Maj.   eruordert ,    vnnd   da   mit   anndem  weitter  abge-  ^"-^ 

fertigt. 

Potschafft  in  die  Aidgenosschaft. 

1516. 

Am  Neunvnndzwaintzigisten  Jnny  warden  Herr  Wolff  Ton  Khlin-  29.  (h.) 
genberg,  Lannd  Chnmentheur  zw  der  Mannaw ,  Herr  Wilhalbm  von 
Reichenpach  vnnd  ich  in  PotschaSt  zw  den  fttnff  örtem  der  Aidgenos- 
schafft  gefertigt.  Vnnd  faern  nach  dem  See  denselben  tag  geen  Arbon« 
funff  meil  ^  gehört  dem  Bischof  zw  Costnitz.  Den  (BL  28*.)  ann- 
dem tag  geen  Raschach  <)»  ain  meil,  da  fanden  wir  die  Gesanndten.  Raschach.  so. 
Sy  verhörten ,  fertigten  ynns  gar  Palld.  Also  das  wir  denselben  tag 
wider  geen  Lanngnarg  *)  fuern.     Ist  ain  Schloss  vnnd  Stätl  der 
Grauen  von  Monntfort.  Wir  muesten  Windtshalben  dahin»  sein  zwo  Jaiiut.  (h.) 
meil.  Des  tags  darnach  geen  Puechorn,  ain  meil.  Da  was  der  Khaiser.  puechorn.i.(H.) 
Vnnd  muesten  mit  seiner  Maj.  wider  geen  Langn  Arga,  ynnd  dann 
noch  ain  meil  geen  Linda,  ain  Reichstättl  am  See»  vnnder  dem  Oster- 
reichischen schiermb. 

Zw  Lynnda»  am  dritten  July»  fertigt  der  Khaiser  Herrn  Wilhalbm  3.  Jnii. 
von  Reichenpach  ynnd  mich  wider  ab,  nach  Zfirch.  Vimd  Ritten  vber 
diezway  wasser  Arga  vnnd  Schussa.  Khamenzwo  meill  geen  Puechorn, 
dann  zwo  meill  geen  Morsperg  >),  ain  Schlos  vnnd  Stätl  des  Bischoffs 


*)  Rohrsehach. 

^)  Bei  Friedrichshafen  am  Bodensee. 

')  Nörsbnrg  am  Bodensee. 


102 


1516. 


zw  Costnitz«  Da  fuern  wir  vber  den  See,  ain  halbe  meil,  vnnd  noch 
ein  halb  Ritten  wir  geen  Costnitz.  Da  fannden  wir  Herrn  Haugen  von 
Lanndaberg,  Bisehoue  zw  Costnitz,  der  auch  ain  Comissarj  was.  Mit 
dem  Ritten  (BL  28^,)  wir  yon  Costnitz  ain  halbe  meil,  vnnd  khamen 
in  den  Wald,  genannt  Schwaderloch.  Vnnd  fürpas  ein  meil  an  ain 
Pach,  genant  die  Teur,  nahennd  bey  Frawnfeld,  vnnd  noch  zwo  meil 
geen  Winterthuer.  Das  Lannd  haisst  man  in  Tui^.   Darnach  geen 

Tesa.  5.  (H.)  Tcss,  ain  gross  Frauen  Closter ,  da  vill  leut  zuegeriten  sindt.  Darob 
ligt  das  Schloss  vnnd  Grafschafft  Khiburg.  Huntzt  her  Rait  man  von 

Czurch.  6  (H.)  Costnitz  funf  meil.  Den  anndem  tag  zwo  meil  geen  Zürch,  ain  schöne 
Stat.  Dardurch  Rindt  die  Limackh,  so  aus  dem  See,  hart  an  der  Stat 
ligenndt,  fleust.  Da  yerrichten  wir  souil  wir  mochten  in  vier  tagen. 
Das  volkch  was  der  Zeit  so  Andechtig,  alls  ye  ains  in  Teutschen 
Lannden.  Der  brauch  was,  das  der  Burgermaister,  gerichtsdiener 
vnnd  gemaine  Weiber  mit  den  Gesanndten  assen.  Darzue  annder 
Person,  wer  zw  dem  Tisch  möcht,  der  offt  nit  ain  guet  wort  von  vnn- 
serm  Khaiser  die  ganntz  malzeit  geredt  hat.  Sonnsten  ist  vnns  ge- 
bfirliche  Eer  vnnd  (BL  29"}  gueter  willen  erzaigt.  Von  dann  Ritten 

Te»8.ii.i2.(H.)  wir  wider  nach  Tess  vnnd  Costnitz.  Ich  verliess  Herrn  Wilhalbm 
daselbstn,  vnnd  Raiste  nach  Morsperg,  vnnd  noch  zwo  meill  geen 

Marchdorff.  14.  Harckhdorf ,  ligt  in  Lintzkha  0 »  des  Bischoffs  zw  Costnitz.  Dann 
^  '^  durch  Rauenspurg,  ain  Reichsstat  an  der  Schussa  gelegen.  Zwnächst 
darob  ligt  das  Schloss,  die  Lanndtvoggtey  in   Schwaben,  Österrei- 
chisch. Vor  der  Stat  ligt  Weingarten,  das  Reich  Closter.  Vnnd  also 
Leokhirch.  15.  funff  meil  gcraist  geen  Leokhirch  an  der  Eytra  *) ,  ain  Reichsstätl. 
^  '^   Nachmails  geen  Khembten,  ain  Reichs  Stat  an  der  Hier  im  Alga,  funff 
meill.  Vnnd  geen  Nesslwanng  >),  zwo  meil,  ain  marckht  des  Bischofs 

Fronu.  16.  (H.)  zw  Augspurg.  Vnnd  noch  ein  meill  geen  Fronta  ^),  ain  Dorff  an  der 

vuit.  17.  (H.)  Vulss,  die  von  Thanham  herfleusst.    Darnach  Rit  ich  durch  Vulss, 

ain  khlainen  fleggen,  geen  Fuessen,.ain  meil.   Ein  schönes  Stätl, 

auch  wolerpauts  schloss  des  Bischofs  zw  Augspurg,  da    ich   den 

Khaiser  fanndt. 


^)  Markdorf,  nordöstlich  von  Mdrsburg.   Der  Linzgau  zwischen  dem  Tburgau 

und  Rhfitigau  um  Pfullendorf  und  Linz. 
')  D.  i.  Leutkirch,  nordöstlich  von  Ravensburg. 
^)  Nordwestlich  von  Füssen. 
^)  Zwischen  Nesselwang  und  Vils. 


1516.  103 

Den  anndern  tag,  den  20.  July  darnach »  (BL  29^.)  muest  ich  18.  (h.) 
hmwider.  Rit  den  tag  Sechs  meill  geen  Khembten.  Darin  durch  Isna 
ynnd  Wangen  genn  Tetnam  9 »  Sechs  meil.    Fuert  ain  meil  geen  19.  (h.) 
Pueehem»  vnnd  in  ainen  grossen  marckht  Hagena  ^),  das  von  Costnitz 
drey  meill»  ynnd  geen  Costnitz.  Da  biendlen  *)  der  von  Reichenpach  2o.  (h.) 
mnd  ieh  mit  dem  Bisehoue  ynnd  Capitl,  der  Abbtey  halben  in  der 
Reichenaw.  Des  anndern  tags  Ritten  wir  baid  geen  Frauenfeld,  zwo  21.  (u) 
meill.  Geen  Wintertheur  zwo,  vnnd  geen  Zürch  drey  meill,  bann-  22. (h.) 
delten  Sechs  tag.  Darnach  wider  geen  Frauenfeld.  Vnnd  dann  geen  28.  (h.) 
Costnitz.     Hab   etlich    wochen    daselbstn   müessen   auf  beschaidt  29.  (h.) 
wartten. 

(Hier  folgen  3  leere  BUtter.) 

(BL  33*.)    Die  Raiss    zw   Kbunig  Sigmund    in  Polin, 
Grosfürssten  in  Litten,  ynnd  zw  dem  Grosfürsten  in 

die  Mosqua. 

Khaiser  Maximilian  Stuennd  ain  guete  Zeyt  mit  Kbunig  Sig- 
munden zw  Polin  in  Widerwillen,  wie  man  sagt  beurat  halben.  Dann 
der  Kbunig  yermäbellt  sich  mit  Graf  Steffanos  im  Zips  tochter.  Der- 
selben Brueder,  Graf  Hanns,  ward  durch  sein  mueter,  die  aid  ge- 
bornne  Hertzogin  von  Teschen  gewest,  ain  Sinreiche  Fraw,  dahin 
gewisen,  nach  der  Hungerischen  Cron  zutrachten.  Die  zobe  an  sich 
die  ansehnlichste  yom  Adl  in  allen  Spanscbafflen ,  mit  Prouisionen 
vnnd  Artgolascb,  das  ist  Jar  oder  Diennstgellt.  Vnnd  der  Kbunig 
Viadislaus  on  Erben  was,  ynnd  alls  derselbe  Khinder  yberkhamb, 
tracht  er,  Graf  Hanns,  ymb  des  Khünigs  tochter.  Vnnd  weil 
die  zwen  Kbunig  zw  Hungern  ynnd  Polin  leiblich  BrQeder  warn, 
hat  Khaiser  Maximilian  gedacht,  Kbunig  Sigmund  würde  seinem 
Schwager  Graf  Hannsen  zw  seinem  fumemen  beftirdern,  das  dann 
wider  die  Ver  träge ,  die  der  Khaisermit  Hungern  (^BL  33^.^ 
bette,  der  Erbschaift  oder  Succession  halben  zum  Khunigreich 
Hungern,  wäre. 


')  D.  i.  durch  Isni  und  Wangen  nach  Tettntng. 
')  Hagnau  bei  Mdrsburg  am  Bodensee. 

')  Die  Handschrift  hat  'binden*.    Zu  vergleichen  ist  unten  S.  126.    Auch  die 
Pesther  Handschrift  hat  »hiendl«^.  Kovachieh  I.  c.  S.  134. 


104  1516. 

Derhalben  schickht  der  Khaiser  zw  Basilio ,  dem  Grosf&rstei^ 
in  die  Mosqua»  der  dann  ein  Eewiger  Veindt  der  Khunig  xw  PoUn 
vnnd  GrosfOrsten  in  Lytten  ist.  Macht  mit  dem  Freundtschafft  So 
stuende  auch  der  Hochmaister  in  Preussen,  der  auch  rast  ein 
Khunigcliche  macht  hette,  hart  wider  den  Khunig  zw  Polin.  Des 
alles  dem  Khunig  auch  nit  wol  gefiell,  dann  er  was  zw  kbriegen 
nit  genaigt.  Suecht  nuer  Ruee  vnnd  iTrid.  Also  ward  dvrch  ril 
hanndlungen  die  Sachen  dahin  gedigen,  das  Khaiser  Maximilianns 
Enigkhle»  Khunig  Philips  aus  Hispanien  Sun  ainer»  des  Khünigs 
Vladislay  tochter,  vnnd  herwider  desselben  (Sun),  Khunigs 
Philipps  tochter  Eelichen  nemen  sollen.  Darumb  auch  baid  gebrue- 
der,  Vladislaus  sambt  seinem  Sun,  der  auch  numalls  zw  Khunig 
gecrönndt  was ,  vnnd  der  Tochter ,  auch  Khunig  Sigmund  geen 
Wienn  zw  dem  Khaiser  khamen,  sich  da  (BL  3^'.)  miteinander 
verainigten,  yerbunden,  die  Heuratn  beschlossen,  vnnd  die  Tochter 
dem  Khaiser  in  Sanndt  Steffan  khirchen  offennlich ,  an  stat  seiner 
Enengkhle  ains,  vermähelt  ward.  Dermassen:  .wo  derselben  khai- 
ner ,  die  nSime ,  soll  der  Khaiser  die  beschlaffen  mnd  behallten, 
wie  zum  tail  in  derselben  Zusamenkhunffl  angeruert  ist  worden. 
Daselbstn  hat  der  Khaiser  dem  Khunig  zw  Polin  bewilligt,  sein 
Potschafft  zw  dem  Grosfürsten  in  die  Mosqua  zuschigkhen,  ynnd 
vmb  frid  zuhanndlen.  Darzue  ward  fürgenomen:  Herr  Cristoff 
Bischoue  zw  Laybach  &c.  Mir  ward  beuolhen,  die  Sachen  zw 
Solicitiern,  Alls  ich  dann  mit  allem  rleys  thäte.  Vnnd  aber  der 
Bischoff  so  lanng  damit  ymbgienng,  veränndert  der  Khaiser  sein 
gemuet,  vnnd  legt  solich  Purd  auff  mich  ynnd  Petem  Mraxj,  seiner 
Maj.  Phleger  zw  Günnss.  Der  was  gleichwol  dem  Bischoue  auch 
zuegeordnet  ynnd  darumb  geen  Crackhaw  yerritten.  Vnnd  alls  sich 
die  sach  yerzohe,  khert  wider  anhaimbs.  Ich  khunde  auch  nit  so 
Palldt  (Bl  3V.)  fertig  werden.  Der  Khaiser  zohe  yon  Augspurg 
hinwegkh. 
20.  Ociobep.  Am  zwaintzigisten  Octobris  des  funfzehenhundert  ynnd  Sech- 

zehennden  Jars  muest  ich  dem  nachuolgen.  Liess  doch  die  maisten 
Phärdt  ynnd  Dienner  zw  Augspurg.  Vnnd  Ich  erhub  mich  am  yierten 
tag  hinach  geen  Eyrstorff,  ain  dorff,  Siben  meil.  Geen  Fuessen,  funff 
meil.  Da  Errit  ich  den  Khaiser.  Darnach  Raist  der  Khaiser  geen 
Reytta,  ynnder  Ernburger  Clausen,  zwo  meil.  Geen  Thonhaim,  drey 
meil.  Geen  Fluechenstain ,  ain  Schloss  des  Bischofs  yon  Augspurg. 


1516. 


105 


Das  Hofgesindt  lag  zw  Santhofen  ^)j  drey  meill.  Am  anndern  tag  2.  Norember. 
Nottembr  durch  Imbstat  Da  stiindt  der  Khaiser,  dem  Grauen  zwEem, 
ab  YQBd  sprach  Ime  Tmid  seiner  Gemahel  zue.  Sy  khamen  ab  dem 
Schloss  herab  *).  Vnnd  Ritt  darnach  geen  Stauffen,  drey  meil.  Geen 
Pregnitz  am  Podnsee»  drey  meil.  Geen  Lynnda,  ain  meil.  Geen  Vber- 
lingen,  fünff  meil.  Geen  Saknasweyl»  ain  Reich  Closter»  (Bl.  SS"".) 
ain  meil.  Herwider  durch  Yberling^  vnnd  geen  Costnitz,  zwo  meill. 
Vnnd  dann  geen  Zell  am  Vnndersee,  zwo  meil.  Ligt  im  Hegaw»  des 
sich  bey  Costnitz  an  der  Reinpruggen  anhebt  Darnach  geen  Enngen, 
drey  meil,  der  Grauen  Yon  Lupfen.  Da  hebt  sich  an  die  Grafschaffl 
Parr.  Vnnd  dann  fttr  Islingen,  Furstenberg»  vnnd  vber  die  Thunaw 
geen  Hufingen»  Schlos  vnnd  Stat  deren  von  Scheinberg»  zwo  meill. 
Vnnd  haist  die  gegent  „yor  dem  walld.**  Ain  halbe  meill  dauon  ent- 
springt die  Tunaw.  Von  dann  geen  der  Newstat,  ain  marckht»  ist 
Österreichisch»  vor  dem  Schwartzwald.  Vnnd  durch  den  Wald »  zwo 
meill»  ain  pöser  weeg.  Zw  ainem  Wiertshaus»  genannt  im  Himelreich» 
Tnnd  dann  wider  drey  meil  geen  Freyburg  in  Breyskhaw»  Österrei- 
chisch. Raint  an  die  Marggrafschaffl  Baden.  Darnach  geen  Preysach 
am  Rein»  österreichisch»  ynnd  dann  rber  den  Rhein.  Ahwertz  ist  das 
Lannd  Elsas.  Das  ober  wirdt  genannt  Sunckha.  Zoch  nahenndt  neben 
Kulmar»  ain  Reichs  Stat»  geen  Perckham»  zwo  meil,  ain  (BL  3S^.) 
Stätl  österreichisch.  Dabey  nahenndt  ligen  Schlos  Rapoldstain  vnnd 
Stfttl  Rapersweil  *).  Da  Rindt  die  111  durch  das  Lannd  ab.  Geen 
Obernehnam  *)  fiir  Sletstat.  Neben  hin  ligt  auch  Sannd  Otilia  Perg. 
Vnnd  sein  auch  f&r  hochKhunigsperg  ^)  gezogen»  drey  meil.  Der. 
Khaiser  zoch  geen  Neuweiler  •)»  Sechs  meil.  Darnach  geen  Inweiler ')» 


^)  Das  ist  Sonthofen  tn  der  Dler,  sfidlich  von  Immenstadt.  Das  Schloss  Flue- 
ehenstem  mag  an  einem  der  Gebirgsabhinge  um  die  Ostrach  zu  suchen  sein. 
Auf  unseren  Karten  erscheint  es  nicht  mehr. 

^)  Hugo  Graf  von  Montfort  der  Ältere  und  dessen  Gemahlin ,  eine  geb. 
GrSfin  V.  Bitsch.  J.  N.  t.  Vanotti  Gesch.  d.  Gfn.  v.  Montfort  u.  Werden- 
berg S.  147.  Die  oben  S.  100  erwähnte  zweite  Gräfin  wird  wahrscheinlich 
Apolofiia,  €remahlin  Johanns  des  älteren  t.  Montfort,  sein. 

*)  Ribeauviller,  südwestlich  yon  Schietstadt. 

^)  D.  i.  Ober-Enheim,  sudwestlich  ?on  Strassburg. 

')  Hohen-Kinsberg»  westlich  von  Schietstadt. 

*)  Neuviller,  westlieh  von  Hagenau. 

^}  Ingweiller,  nordwestlich  von  Neuviller. 


106 


1516. 


ain  meil,  ynnd  geen  Hagenaw  zwo  meil.  Ich  aber  Ritt  von  Obernehnam 
geen  Strasburg,  vier  meil,  die  schön  ynnd  mächtige  Stat  zubesehen. 
Da  Rindt  ain  Armb  vom  Rein  durch  die  Stat  ynni  zw  nächst  der 
Stat  khomen  die  zway  wasser  111  rnnd  die  Freys  zusamen.  Vnnd 
von  Straspurg  geen  Hagenaw  vier  meill.  Da  zw  Hagenaw  ist  die 
Lanndvogtey  in  Vnnder  Elsass.  Der  Khaiser  lihe  am  tag  Sanndt 
Catrein  dem  Abbt  von  Weissenburg  im  Elsass.  An  Sanndt  Andreas 
LeboLutriag.  tag,  lihe  dcs  Hcrtzogeu  von  Lotringen  Räten,  alls  gewalttragern. 
^  '^  Dergleichen  dem  Bischof  zw  Metz.  Am  Achten  Decembris  schwuer 
der  Khaiser  die  Püntnuss  mit  Khunig  (Bl.  36\)  Carln  in  Hispa- 
nien  vnnd  mit  dem  KhOnig  Hainrichen  in  Enngellanndt,  zw  der  whör 
wider  menigclichen. 

14.  December.  Am  vierzehenndcn  Decembris  hat  sein  Maj.  mich  abgefertigt  in 

Polin  vnnd  Mosqua.  Vnnd  hintzt  am  Rein  drey  meil  geritten.  Da  vber- 
gefarn.  vnnd  dann  wider  ain  meil  geriten  geen  Rastat,  in  der  Marg- 
grauen zw  Baden  Liannd.  Geen  Erlingen  zwo,  vnnd  aber  zwo  geen 
Pfortzach.  Dann  noch  aines  thaills  der  Marggrauen  Lannd.  Darnach 
in  Wirtenberg,  geen  Constat  an  Neckher,  vnnd  noch  ain  meill  geen 
Eslingen,  ain  Reichstat.  Nach  dem  Neckher  vber  sich  zwo  meil,  vnnd 
der  linckhen  hanndt  zue  nach  der  Fils  geen  Gepingen.  Vnnd  fürt  noch 
ain  meill  ist  es  noch  Wirtenbergerisch ,  vnnd  aber  ain  meill  geen 
Geislingen.  Darob  ligt  ain  Schlos  helfenstain ,  die  Grafschaft,  deren 
von  Vlbm  gebiet.  Vnnd  noch  drey  meill  in  die  Stat  VIbm  an  der 
Thunaw,  ain  habhaffte  Reichsstat. 

Dann  fllr  Gunsperg  geen  Burgaw,  Schlos  (iS/.  36^.)  vnnd  Stat, 
die  Marggrafschaft  mit  dem  eigenthumb  Österreichisch,  des  Bischoffs 
zw  Augspurg  PhanndtschaiR.  Darnach  geen  Augspurg.  Da  fannd  ich 
Hannsen  Dantiscum,  Doctor,  des  Khunig  zw  Polin  Secretarj  vnnd  Soli- 
citator;  den  Gregor  Demetry  Sagrewskhy,  des  Moscouitter  Poten ; 
Crisostomum  Columnum,  der  Hertzogin  von  Maylannd  vnnd  Bary 
Gesanndten;  Hannsen  vom  Tbury,  der  mir  alls  ein  Ausgeber  zuege- 
ordennt  was ;  vnnd  Georgen  Raumschüssl,  der  mit  mir  an  die  Mos- 
couittisch  Granizen  Raison  solt,  dann  er  erst  heraus  was  khomen. 
Zw  Augspurg  bin  ich  mit  den  obgenannten  allen,  ausserhalb  des 

27.  December.    Polnischen  Gesanndten,  am  27  tag  vorritten.   Vber  den  Lech,  ain 
meil,  Geen  Fridberg,  ain  Stätl  Bayrisch.  Den  28  tag  vier  geen  lu- 

28—31.  Decem.  derstorf.  Am  29.  nach  Freising  vber  die  Amber ,  vier  meil.  Am  30. 
geen  Lanndtshuet,  vier,  den  31.  geen  Genckhofen  vier  meil. 


1517. 


107 


(Bl.  37\)  1517. 


Am  Ersten  January  geen  Pharrkirchen,  drey  meil.  den  anndern       i.  Jiaoer. 
geen  Schärding  am  Tn,  vier.  Ist  hintzther  alles  Bayrisch. 

Osterreich. 

Den  Dritten  geen  Enngelhartz  Zell,  drey  meill,  in  Osterreich  ob      3. 
der  Enns,  an  der  Thuna.  Den  5.  vier  meil  ab  geen  Aschach.    Den      s. 
Sechsten  tag  drei  geen  Lintz  in  die  Haubtstat.  Am  ZwelSten  vber  die  6.  u.  is.  Jinner. 
Pruggen  geen  Galneukhirchen,  ain  meil.  Aber  aine  geen  Pregarten. 
Den  13,  zwo  meil  geen  PierPach.   Den  14.    aine  geen  Khflnigs-  i3.  a.u.     n 
wisen.  Den   15.  zwo  geen  Arbaspach,  aine  geen  Rapoldstain.    Den  15. 
16  aine  geen  Zwetl,  ain  Stfttle  in   Österreich  ynnder  der  Ennss.  le.  ^ 

drey  geen  Von  dann  ain  meil  geen  Rastenberg,  oder  Rastenfeld  ^). 
Am  17.  Hörn,  vnnd  am  18.  tag  flinff  meil  geen  Retz,  alles  öster-  17.  a.i8.     ^ 
reichisch. 

Den  19.  zwo  meill  geen  Znämb  <)  in  Märhem.  Vber  die  Teya.  19. 
Dasselb  wasser  ist  der  merer  thaill  des  Geschaidt  zwischen  Öster- 
reich ynnd  Märhern.  Doch  an  etlichen  orten  hat  Österreich  (BL3V.) 
hinüber.  Aber  an  anndern  orten  hat  Märhern  herwider  Scbloss  vnnd 
fleggen.  Da  erinnderte  ich  mich  meines  mitverwonndten  absterben  *). 
Ich  was  ferr  von  dem  Khaiser,  vnnd  schickbt  derhalben  geen  Wienn 
zw  dem  Regiment  rmb  rat:  „ob  ich  allain  die  Raiss  verrichten  soll?** 
Mir  ward  geanntwort:  „sy  wessten  mein  beuelch  nit.  Darumb  wissen 
sy  mir  auch  nit  zuraten.**  IchRaiste  in  gottes  namenhin,  vnndRuckhte 
am  24  tag  geen  Wolfarnitz  ^),  drey  meil.  Den  2S.  geen  Prun,  drey  n.u.zs.  „ 
meil.  Entzwischen  rindt  die  Igla  bey  prelas  ^).  Dann  geen  Wischa  *), 
nennt  man  Märherisch  Wischoua,  drey  meill.  Hierinn  bey  Wischa 
muess  ich  auch  mein  Vnscbigkhlichait  bekhennen.  Ich  bracht  meinem 


^)  Rastenberg,  Herrschaft  und  Schloss,  Rastenfeld  der  dazu  gehörige  Markt- 
flecken mit  einer  Pfarre,  am  Kampflusse. 

')  D.  i.  Znaim. 

')  Nftmlich  Peter  Mraxi*8,  der  zu  Znaim  gestorben  war.  Vergl.  Fr.  Adelungs, 
Herberstein  S.  50. 

^)  Wolframitz,  nordöstlich  ron  Znaim. 

*)  Pralitz. 

•)  Wiachaa. 


108  1517. 

Veter  Georgen  RaumsehOssl  ain  starckhen  trunekh.  Der  Hertzogio 
von  Bary  gesanndter,  ain  allter»  Eerlicher  Briester,  so  mit  zoch, 
hette  den  brauch,  was  er  fttr  sonnder  nambhaffls  in  ainer  Her- 
berg sach  oder  erinnderte»  Nach  dem  schrieb  er  sein  Reymb, 
an  die  Wanndt.  Darumb  schrib  (Bl.  38^.)  er  dazumal:  ^Talern 
te  presta,  qualis  haberj  yelis.**  Das  ist  teutsch:  „Hallt  dich 
dermassen,  darfttr  dw  gehallten  willt  werden.  **  Er  erzOrnndt 
mich  dazumal  damit.  Aber  Palld  hab  ich  mich  erinndert,  das  er 
Recht  vnnd  ich  Vnrecht  was.  Darumb  danckht  ich  Ime  von  Hertzen, 

ts,  jinner.  Yund  daunckb  im  noch  darumb.  Am  28.  geen  ProRonitz  ^  >  zwo 
mein,  ynnd  geen  Olmflntz,  zwo  meill.  Da  fieüsst  die  march 
für.  Das  sein  die  drey  haubtstet  in  Märhern:  Olmüntz,  Prfln  ynnd 
Znämb. 

Von  Wischa  ist  auch  ain  nächner  weeg  nach  Olmüntz,  auif  Grä- 
litz.  Den  zeucht  man  aber  wann  es  wol  truckhen  ist.  Sein  gleich  Tier 
meill,  aber  khlainer  vnnd  Ebner. 

30.  Januer.  Am  drcissigisten  von  Olmüntz  durch  Vistriza  *)  Raist  ich  drey 

meil  durch  Holtz  vnnd  Zimbliche  Hoch.  Geen  Leipnickh,  drey  meill. 
Ist  ein  New  erpaut  Stätle,  des  Herrn  von  Pernstain,  ynnd  hoch  gegen 
yber  Helffenstain  *),  bemellts  Herrn.  Dann  fürt  auff  Annderthalbe 
meill  geen  Weissenkhirchen,  das  man  Märherisch  nennt:  Hranitza, 
Schloss  ynnd  Stat  Pernstaineriseh.  (BL  3^J  In  dem  Tall  fleust 
Wetzwa.  Aber  fürbas  Annderthalbe  meill  geen  Titzschein,  Märherisch 
Itzin  genannt  ^),  ain  Stätle  ynnd  hoch  am  Perg  ain  yesst  Sehloss  der 
Herrn  yon  Scheretin.  Darnach  sein  yier  meil  geen  der  Ostra ,  Mär- 
herisch Ostraua,  des  Bischoffs  yon  Ohnüntz  Stätle.  Ligt  hart  am 
wasser,  mit  dem  Namen  aber  Märherisch :  Ostrawitza.  Feit  ain  meil 
ynnder  dem  Stätl  in  die  Oder  bey  RotPer»).  Da  Enndet  sich 
Märhern. 


*)  Prosnitz  auf  halbem  Wege  von  Wischau  nach  Oimätz. 

^)  GrosS'Wisternitz,  östlich  von  Olroutz. 

•)  Am  jenseitigen  Ufer  des  Beczwa-Flusses. 

*)  Alt-Titschein,  mithrisch  Stary-Giczin.  Das  befestigte  Schloss  war  damals 
im  Besitze  Victorins  von  Zierotin,  aufweichen  es  von  seinen  Bi-üdern  Georg, 
Bartholomäus  und  Bernhard  durch  Kauf  oder  Erbschaft  gelangt  war.  Vergl. 
Wolny,  die  Markgrafschaft  Mähren.  1,  37. 

*)  Beim  Dorfe  Priwoz. 


1517.  109 

Sopalld  man  yber  die  Praggen  khumbt  ist  man  in  der  Schlesien 
Dann  auf  ein  grosse  meil  khumbt  man  zw  ainem  Schlechten  Cioster 
oder  Abbtey,  genannt  Orlo.  Hat  gleichwoll  grosse  Obrigkhait  vber 
vill  Clöster,  ynnd  gar  in  Polin.  Da  ynndemamen  sich  etliche,  ain 
Salltz  Sieden  aufzurichten.  Der  ainer  ward  Paldt  ermördt.  Also  ist  es 
ansteen  beliben. 

Februarij. 

Den  andern  tag  furbass.  Ain  meil  geen  Freystätl,  dem  Hertzogen  t.  Febmar. 
von  Teschen  gehörig.  Ob  dem  Stätl,  (Bl.  39* ^)  zwo  meil  gegen 
dem  gepfirg»  ligt  Teschen   das  ffirsstenthumb.   Da  feilt  herab  das 
Wasser  die  Elsa,  ?nnd  feilt  zw  Oderburg  in  die  Oder.  Von  Freystätl 
sein  zwo  meil  in  der  Nesse,  Pöser  weeg,  geen  Schwartzenwasser,  das 
man  Märherisch  oder  Polinisch  Strumen  nenndt.  Am  dritten  tag  aber  s.       ^ 
zwo  meill  geen  der  Pless,  ain  Schloss  ynnd  Stfttl.  Wierdt  ein  Fürs- 
stenthumb  genennt,  Märherisch  oder  Polnisch  Pczina.     Die  Turso 
haben  des  von  Hertzog  Casimiem  Ton  Teschen  eriihaufiL  Dann  so 
Raist  man  noch  zwo  meill,  das  merer  thaill  im  Wald  rnnd  Sanndt, 
khumbt  man  zw  der  Pruggen  vber  die  Weyxl.   Da  schaiden  sich  die  '^«»   poinischn 
Schlesien.  Der  thaill  disshalb  gehört  zw  Behaim ,  der  thaill  Jenbalb  gr«n»crckh.  (h.) 
gehört  geen  Polin.  Die  Weyxel  nennt  man  Polnisch  Visla.  Enntspringt 
bey  dem  Geptirg,  so  Hungern  ynnd  Schlesien  thaillt,  zwo  meil  yon 
Teschen,  gleich  souerr  yon  Freystfttl.  Die  Elsa,  dauon  oben  gesagt, 
entspringt  ain  halbe  meill  daruon.     Ist  gleichwoll  ein  Perg  ennt- 
zwischen. 

Polnisch. 

Darnach  ist  noch  ain  meill  geen  Auschwitz,  auch  ein  solich 
Fflrsstenthumb,  des  man  PoUnisch  (Bl  39^.)  Oschwentzin  nennt. 
Ee  man  hintzue  khumbt,  aufiT  ain  Wälbische  meill,  khumbt  aber  vom 
GepQrg  ain  zimblich  wasser,  genannt  Szola.  Nit  ferr  von  dem  Stätl 
feilt  dasselb  wasser  in  die  Weyxel.  Von  Auschwitz  ist  ain  Strassen 
nach  Craekhaw.  Reit  man  bey  ainer  wälhischen  meill  vom  Stätl  yber 
die  Pruggen  an  der  Weixl.  Ob  derselben  Pruggen,  vngeuärlichen 
zwen  hanndt  POxenschuss,  fleusst  das  wasser  Premsa  in  die  Weixl. 
Die  ist  das  gemerckh  an  derselben  seitten  zwischen  den  zwayen  thailn 
der  Schlesien,  vasst  Acht  meil  yber  sich.  Damach  Reit  man  nahenndt 
dritthalbe  meill  ynuder  das  Schloss,  Lipouetz  genannt.   Das  ist  der 


110  1517. 

Geistlichen  Fennekhnuss.  Darunder  sein  woll  Poilnisehe  herbergen. 
Von  dann  sein  f&nff  meill  geen  Crackhaw. 

Die  annder  Strass  von  Auschwitz  auf  Satur  ^.  Da  Rindt  die 
Skaua.  Ist  auch  dergleichen  Förstenthumber  eins»  Schlesisch.  Zwo 
meil.  Vnnd  thaillt  sich  wider  die  strass.  Man  ferdt  ain  meiU  darunder 
vber  die  Weixl,  Oder  Raist  nach  demselben  Lannd  gar  ab.  Denselben 
(BL  40'.)  Hertzog  zw  Satur  hat  Lorenntz  Miescowskhy  erstochen  *)• 
Hat  vill  Jar  nach  diser  meiner  Raiss  gelebt,  on  allen  scheuch  ge- 
wanndlt. 

Craccaw,  die  Haubtstat  in  Polin,  ligt  an  der  Weyil.  Ich  fannd 
den  Khtknig  daselbsten  nit  *).  Herr  Hanns  Bonar,  der  des  Khflnigs 
geliebter  diener  was,  hiellt  mich  woll.  Gab  mir  treuen  Rat,  das  ich  mein 
Wagen  rerliess,  Vnnd  ROsst  mich  auf  Schlitten.  Er  yermiet  mirainen  ^) 
mit  zwayen  Phärdten,  der  mein  Schlitten  fuert.  Hintzt  geen  der  Wilde 
Rait  man  hundert  vnnd  zwaintzig  meill.  Vmb  Acht  Pollnisch  gülden, 
fueter  vnnd  mall.  Mein  wälhischer  geferte  het  annderstwo  Rat.  Legt 
sein  wagen  auf  den  Schlitten,  vnnd  liess  ain  wälhischen  khnecht  fuem. 
Ee  wann  er  aus  derStatkhamb,  warffin  dreymall  ymb.  Darumb  muest 
ich  Ine  in  meinen  Schlitten  nemen. 
11.  Februar.  Am  Aindlifitcu  February  yerruckhte  Ich  aus  Crackhaw  geen 

Prostouitz,  vier  meill.  Geen  Wislitz  Sechs  meil,  geen  Schidlow  fiinff, 
(Bl.  90^.)  geen  Oppatow  Sechs,  geen  Sauichost  yier  meil  ^).  Da 
fert  man  vber  die  Weixl.  Damach  geen  Vrsendorff  •),  fQnff,  vnnd 
Siben  meill  geen  Lublin.  Ain  gemaurt  Stätle,  dahin  etliche  mall  im 
Jar  aus  der  TQrggey,  Mosqua  vnnd  anndern  vill  orten  grosse 
Khauffmanschafft  bracht  vnnd  besuecht  wierdet.  Acht  meill  geen 
Kotzkho''),  die  Raiss  vber  den  Viepers  fluss.  Aber  Acht  geen 
Meseritz  ^).  Noch  sein  zwo  meill  furauss  an  ain  Pächl,  die  Littisch 
Gränitzen. 


*)  D.  i.  Zator. 

*)  Herzog  Johanoes,  -{-17.  September  1513. 

')  Sigmund  I.  befand  sich  damals  zu  Wilna.  Adelung  I.  c.  52. 

^)  D.  i.  einen  Kutscher. 

^)  Jetzt :  Proszowice,  Wislika,  Szydlow,  Opatow,  Zawichost. 

•)  Urzedow. 

^)  Kock. 

•)  Miedzyrzyc. 


i517. 


Litten. 


111 


Von  dem  Pächel  vnnd  Gränitzen  sein  noch  Sechs  meill  geen 
Melniekh,  ain  Schloss  vnnd  etliche  Heuser.  Darunder  ain  wasser 
BOh  9  genannt.  Aber  Acht  meill  geen  Bielskho  *),  ain  Schloss  mnd 
gemaurter  flegkh.  Vier  meill  geen  Nareff  *),  ain  geroaurter  flegkh. 
Das  wasser  hat  auch  den  namen,  fleusst  aus  ainem  grossen  gemöss 
rnnd  See  *)  gegen    dem   Preüssischen  M5er.     Darnach  Acht   f 


-|-  Hier  ist  in  der  Handschrift  ein  besonderes  Blatt  eingeschaltet  mit 
dem  Bildnisse  des  Königs  Sigismund  ?on  Polen ,  in  zirkelrunder  Form ,  mit 
der  Umschrift:  Sigismundus  Primus.  Rex  Polonie  Magnus.  Dux  Lituanie.  Aetatis 
sue  XXXIXX. 

Auf  der  Rückseite  dieses  Blattes  ist  von  der  Hand  Herbersteins 
geschrieben : 

Isabelia  De  Aragonia,  Ducissa  Mediolanj  Barijque  etc.  Tibi 
Magnifico  domino  Sigismundo  De  Herberstain»  amico  nostro  Dilectis- 
simo  Salutem.  Decet  munificos  principes ,  non  modo  hijs ,  a  qnibus 
aliquid  seruicij  acceperunt,  sed  Ulis  eciam,  a  quibus  accipiendum 
sperant,  se  gratos  et  liberales  exhibere.  Ea  propter,  cum  Intellexerim, 
Te»  prefatum  dominum  Sigismnindum ,  A  Cesarea  Ma^  oratorem  ad 
Seren""""  Regem  polonie  destinatum,  Inter  Cetera  mandata  Dlud  etiam 
ex  benignitate  eiusdem  Mai^  non  In  vltimis  habuisse,  rt  cum  eo 
ipso  Seren"^  polonie  rege  conjugium  Illustr""'  Domine  Bone,  filie 
dilectissime  nostre,  tractare  debeatis,  quamquam  pro  certo  scimus, 
TOS  ex  bonitate  yestra»  Et  ex  eiusdem  Ces.  Mai^  Jussu,  omnia 
diligenter  et  studlosissime  esse  tractaturos»  Tarnen,  yt  nos  grate 
principis  fungamur  officio,  et  yos  tanto  alacrius  huius  predicti 
connubij  tractandi  et  conficiendi  suscipiatis, 
Vobis  sponte  et  ex  mera  nostra  liberalitate ,  (st)  talem  operam 
cum  ipso  Rege  adhibueritis,  yt  ipsum  connubium  Inter  prefatum 
regem  Polonie  Et  filiam  nostram  certum  et  indubitatum  sorciatur 
effectum.  In  premium  yestre   opere    ac  studij  Et  nostre  erga  yos 


0  Der  Bug. 

^)  Bjelsk. 

')  Nordöstlich  ?on  Bjelsk. 

^)  Die  ungeheueren  SGmpfe  um  Pinsk. 


112  i517. 

(BL  4i'.^  meill  ain  walld,  ist  khain  Haus  an  der  Strass,  geen 
Grincky  ^),  ligt  vor  dem  walld,  ain  fleggen.  Daher  schiekht  der 
Khunig  seine  Leuth ,  mich  in  sein  Cossten  anzunemen.  Nenndt  man 
den  Gesandten  Pristaw,  alls  ein  zuegeordneter,  der  ymb  Herberg  rnnd 
alle  notduriR  zusehen  vnnd  zuschaffen  hat. 

Von  dannen  nach  Grodno  sein  Sechs  meill.  Ist  ain  zimbliche 
Stat  nach  der  Lanndart,  ynnd  ain  Schloss.  Ich  ward  in  den  Hoff 
gelegt,  darinn  Herr  Jan  Sauersinskhy  durch  Hertzog  Micheln  Linskhy 
erschlagen  was  *).  Da  Rindt  das  wasser  die  Mümel  *)»  nach  Teut- 
scher  sprach,  Dan.  Die  Rindt  durch  Preyssen  ah.  Litisch  nent  mans 
Nemen  ^).  Mag  woll  Lateinisch  der  Cronon ')  sein.  Nahenndt  sich  mit 
27.  Februar.  Groduo  oder  Crodno  vergleichet  •).  Den  27  geen  Preuolkha  "^)  den 
2B.  Febmar.  28.  geen  Meretz  ^).  Von  dann  zwo  meill  geen  Prelay  *),  den  ersten 
Marty. 


beneuolencie  ac  gratitudinis  Signum,  fiorenos  Rhenenses  mille 
Tobis ,  Tel  alteri  yestro  nomine  legitime  comparenti ,  Venecijs,  rel 
Rome  Ad  vestram  electionem  persoluendos  (destinavimus).  In 
cuius  rej  certitudinem  et  Cautelam  presens  nostrum  Albaranum  ^*) 
fieri  fecimus,  nostro  sigillo  et  manus  subscripcione  munitum,  pro 
amplissima  quoque  caucione  valiturum.  Datum  In  ciuitate  nostra  Barij\ 
25  octobris  M.  D.  XVj.     Isabella  de  Aragonia  manu  propria. 


^)  Krynki,  nordöstlich  von  Bjelostok,  «Qdlich  tod  Grodno. 

*)  Michael  Glinsky,  ein  Abkömmling  der  alten  russischen  Herzoge,  erschlug 
den  Woy woden  von  Troki,  Johannes  Zabrzezinsky,  im  Jahre  i  507.  S.  Sta- 
nisl.  Samicii  Annales  Polen,  zu  diesem  Jahre  bei  Dlugos  Histor.  Poloniae. 
FVancof,  1711.  Fol.  2.  i«Ot. 

>)  Memel. 

*)  Niemen. 

*)  Chronus. 

•)  Die  Handschrift  hat:  „vergleichen**. 

'')  Przywalka  am  Niemen. 

^)  Merecz,  am  Einflüsse  des  gleichnamigen  Flusses  in  den  Niemen. 

*)  Przelaje,  nordöstlich  von  Merecz  am  gleichnamigen  Flusse. 
^®)  So  viel  wie  Anweisung.  Vergl.  Du  Gange  unter  Albaranum.   Dass  übrigens 
diese  Anweisung  Herber  stein  schon  nach  Linz  geschickt  worden  war,  be- 
hauptet Adelung  a.  a.  0.  S.  55. 


1517. 


113 


Martius. 

(BL  4P.)  Darnach  den  anndern  nnATmeillgeenVolkonickh^). 
Den  dritten  rier  geen  Rudniekhy  •),  vnnd  den  vierten  tag  aber 
Yier. 

Ee  wann  ich  geen  der  Wild  *)  khamb,  Emphiengen  mich  des 
Khunigs  Haubtieute  vnnd  R&te,  die  mir  auf  ein  halbe  meiilenntgegen 
geschiekht  worden,  mit  zierlichen  werten,  sezten  mich  in  des  Khunigs 
Schlitten,  wot  geziert  mit  gülden  rnnd  Sametten  Stügkhen.  Schöne 
Henngst  die  zohen.  Der  Hertzogin  Gesanndter  Sass  auch  im  Schlitten, 
gegen  mir  vber.  Vill  Eerlicher  Personen  stunden  an  den  Khueffen, 
den  Schlitten  zuhallten,  alls  ob  der  Khunig  selbst  darinn  Aier.  Des 
tags  daruor  khame  ain  TArggische  Potschafit.  Für  der  Herberg  faert 
man  mich  hin,  mnd  dann  in  mein  Erliche  Herberg,  darinn  mir  aRe 
notdurffl  herrlichen  zueberait  was.  Der  Vice  Cantzlervon  Polin,  Herr 
Peter  Tomitzkhy,  derselben  zeit  Bischoue  zu  Premisl,  ward  zw  stun- 
den mich  zwempbahen  geschigkht.  Ich  wardPalldgebdrt,  (BL  42^,). 
Auch  bald  abgefertigt,  in  die  Mosqua  zuraisen,  ain  friden  Tersuechen 
zumachen.  Dann  des  Khfinigs  hefirat  halben  mit  der  Hertzogin  von 
Maillannd  vnnd  Bary,  Bona  genannt,  ward  da  bewilligt.  Der  Khünig 
Hess  mir  in  seiner  gegenwurt  sagen;  „Hett  sich  ain  mall  bewilligt  vnnd 
ergeben,  nach  des  Khaiser  Rat  sich  zu  beheurattn,  darbey  belibe  sein  Maj. 
nochmalls.^  Mir  sein  vill  verEerungen  durch  die  Littischen  Herrn  be- 
schehen.  Am  AindlefRen  ist  mir  vergundt  worden  zw  den  obersten  ii. 
des  moscouiters,  Jan  Zeladin  ^)  vnnd  zwayen  anndern  gefanngen,  die 
am  Achten  tag  Septembris  im  1K14  Jar  bey  Orsa  nidergelegen  vnnd 
geschlagen  worden ,  zugeen ,  vnnd  sy  zutr5sten  vnnd  anzusprechen, 
weill  ich  zw  Irem  Herrn  gezogen.  Lihe  Inen  zwaintzig  gülden.  Am 
vierzehennden  Marty  bin  ich  wider  von  der  Wild  verruckht.  Da  ver-  14. 
liess  ich  Crisostomum  Columnum,  der  Hertzogin  von  Bary  Gesanndten. 
Die  erste  tagraiss  geen  Nementzin  ^),  vier  meill.  Den  fQnffzehenden  ts. 
(BL  42^.)  geen  Sumtraua,  Acht  meill.    Den  tag  vber  das  wasser 


'j  Olkeniki,  ebenfalls  am  Merecz. 
')  Rudniki,  sOdlich  ?on  Wilna. 
»)  D.  i.  Wilna. 
^)  Iwtn  Tscheltdin. 
^)  Neinenezin  an  der  Wilna. 
Föntet.  VlII. 


114  1517. 

Schamena  9  gezogen.  Aber  Sechs  meill  geen  Dissa  oder  Disla »  ligt 
an  ainem  See  desselben  namens  >),  yier  meill  geen  Drisset  *).  An 
dem  ort  khamb  der  Moscouitisch  Pot  wider  zw  mir,  den  ich  zw  Gradno 
mOest  nach  beuelch  des  Khunigs  verlassen.  Vnnd  Georg  Raumschüssl 
hat  sich  da  auch  wider  zw  Rugkh  gewenndt.  Darnach  zugen  wir 
geen  Brasslaw  *),  vier  meill,  an  ainem  See  Nauer  genannt,  ainer  meill 
lanng.  Aber  funfif  meill  geen  Dedina  &),  dann  Siben  meil  geen 
.  Dryssa  •).  Ee  wann  wir  daher  khomen,  sein  wir  zw  Wetta  auf  dem 
Fluss,  den  die  Leyfflennder  Duna,  aber  die  Lytten  Dwina  nennen, 
der  dann  yberfrorn  was,  gefaren.  Dann  die  Strassen  im  winter  darOber 
gepanndt  was.  Vnnd  allso  Sechzehen  meill  daran  gefarn.  Das  Eyss 
begab  sich  nahenndt  fauU  zu  werden.  Ich  schickhte  mein  Littischen 
Khochzw  ainem  Haus,  nahenndt  am  Gestatt,  vmb  den  weeg  (BL  ^3".) 
zufragen,  weill  sich  die  Strassen  thaillte.  Der  iiell  nahenndt  bey  dem 
Gestatt  ein,  das  der  mit  müee  vnnd  Arbait  widerbracht  was.  An  ainem 
ort  fannden  wir,  das  das  Eyss  gar  hin,  ynnd  das  wasser  ganntz  Ploss 
was.  Allain  die  Strassen,  so  weit  die  Schlitten  begriffen,  also  erhert- 
net,  noch  hiellt  bey  vier  oder  fllnff  Schriet  lanng.  Darüber  wir  nit  mit 
khlainen  sorgen  vnnd  grauss  mit  souil  Schlittnen  vnnd  Pbfirden 
khamen..Es  ist  auch  nit  lanngst  daruor,  das  etlich  hundert  Mosco- 
uitter  allso  an  demselben  wasser  winter  Zeiten  geraist,  mit  denen 
das  Eyss  Prochen,  vnnd  ertrunkhen  sein. 
Auff  der  Dwina.  ^^^  Dryssa  Scchs  mcil  geen  Doporoskhy,  vnnd  dann  Sechs 

(H.)     geen  Polotzkho  '). 


Zw  Polotzko  bin  ich  am  24.  Marcij  gewest,  daselbstn  aus  ge- 
schribn.  Bin  dahin  am  21.  khomen.  So  Rait  man  von  Polotzkho  gen 
Velikj  lukj  »)  36  meil,  nach  Opotzko  •)  26  meil.  (H.) 


')  Weder  den  Ort  Sunitraut  noch  den  Fluss  Schamena  vermag  ich  zu  deuten. 

^)  Einen  See  Disna  finde  ich  sudlich  ?on  Danaburg. 

»)  Vielleicht  Dreswjaty? 

^)  Sfidöstlich  Yon  Dunaburg. 

A)  Dedma,  östlich  ?on  Braslaw. 

*)  Drissa,  an  der  Dwina,  nordöstlich  von  Dedina. 

')  Polock. 

^)  Wohl  Ljucin,  nördlich  yon  Drissa* 

*)  Opocska,  nördlich  Ton  Polock. 


iB17. 


115 


Polotzkho  ist  ain  Yaiuodschafil,  Schlos  rnnd  Stat  am  Pacb  Po- 
lotzkha.  Wie  der  Lanodtabrauefa  ist  alles  von  Holltz.  Man  Rait  in  der 
gemain  von  der  Wild  bieher  f&nfflzig  meili.  Es  sein  rasst  yill  See 
ynnd  Gemöss  (BL  i^.)  Enntzwischen,  das  man  also  vmbziehen, 
vnnd  nit  den  geraden  weeg  halten  mag.  Etlich  yermain,  es  wäre  sonnst 
nindert  sonerr.  Ligt  an  dem  wasser  derDuna  oder  Dwina.  Darbey  feilt 
der  Pacb  Polotzkha  ein.  Das  flefisst  fttr  Dunenburg  in  Ley fflanndt,  vnnd 
nabenndt  bey  Ryg,  der  Haubtstat,  in  das  Teutseb  M5er.  Von  dannen 
auss  was  es  allenntbaiben  msicber ,  weil  der  offen  kbrieg  zwischen 
Lytten  ynnd  Mosqua  schwebte,  yrob  souil  schlechter  warn  die  Herbergen. 

Von  Polotzkho  acht  man  geen  Harbsle  9»  ^^  wenig  leuth 
wonndten»  sein  grosse  wälder,  vier  meill.  Geen  Milenckhy,  ain  vischer 
Hauss.  Ee  ich  daher  khamb,  verliess  mich  der  Ldttisch  Glaidtsman. 
An  den  orten  warn  die  leath  baiden  herrn  gehuldigt.  Es  ist  zw  der 
msicherhait  ganntz  Pöser  weeg  hintzt  her  gewest  Grosse  wftlder, 
Till  See  ynnd  gemöss.  An  der  Plosse  g^os  scbneewftden  rnnd 
tieffe  löcber  darinn.  Darnach  geen  Nischa  *),  bey  ainem  See,  auch 
allso  genannt,  ynnd  yier  meill  (BL  ü*.)  geen  Qaadasen.  Den  tag 
auch  yber  ain  See  gezogen.  Danndrey  meill  in  ain  Paurnhoff.  Daselbstn 
hin  bracht  man  Speis  ynnd  trannckh  yon  den  Moscouittischen  fleggen. 
Der  Pot,  so  mit  mir  zoch,  het  nun  fUrgeschickht.  Ich  hab  khain  Grä- 
nitzen  an  den  orten  zw  der  Zeit  mich  da  erlernen  mugen.  Jegclicher 
beglaittsman  hat  seinem  Herrn  zuegelegt.-  Wir  Raisten  noch  ain  meill 
fürbas.  Da  kharoen  wir  geen  Korsola,  ist  on  widerred  Moskouisch 
gewest.  Vnnd  yber  zway  wasser  gezogen.  Das  ainhaisst  Velikhareka, 
(souil  geredt  alls :  das  gross  wasser),  das  dann  nit  ferr  yon  dann  sein 
yrsprung  hat,  das  annder  wasser  haisst  Ostemitza.  Damach  wider 
zwo  meil  geen  Opotzkho.  Ain  Schloss  auf  ainem  hohen  PQhel,  gerat 
wie  ein  KhegU  gespitzt,  darunder  ain  grosser  flegkhen,  sy  haissen  es 
ain  Stat.  Da  Rindt  auch  dieVelikarekha  Aer.  Die  Pruggen,  darüber 
wir  geriten  sein,  ligt  hart  am  wasser  ynnd  Schwimbt.  Ist  an  baiden 


^)  Von  hier  ab  mass  ich  die  Nachweisung  der  einselnea,  besonders  kleineren 
Orte  bis  Moskau  anderen  überlassen.  Unsere  deutschen  Karten  reichen  zur 
Bestimmung  derselben  nicht  aus,  und  die  grosse  Karte  des  rassischen  Ge- 
neralstabes gibt  die  Namen  mit  russischer  Schrift,  in  welche  die  Schreibung 
Herbersteins  nmiusetzen,  oder  Tielmehr  umzurathen,  ich  nicht  im  Stande  bin. 

')  Nischa,  auf  halbem  Wege  zwischen  Polock  und  Opocka. 

8* 


116  J547. 

gestatten  angeheflt.  Von  dann  geen  Yoronetz  ^,  acht  meil,  ain  Stat 
vnnd  yessten  {BL  44^^  an  ainem  wasser,  genannt  Sbreth.  Vnnd 
ynnder  der  ressten  khumbt  ain  annder  wasser,  Yoronetz  genannt, 
fallen  gleich  daselbstn  znsamen,  Ynnd  auf  ein  halbe  meill  ynnder  dem 
Stfttl  in  die  Yelikarekha.  Aber  f&nf  meil  geen  Fiburg,  ynnd  drithalbe 
meil  geen  Yolodimeretz,  ain  Stätl  ynnd  yessten.  Ynnd  wider  drey 
meil  in  ain  Paiimhoff,  genannt  Brod. 

Aprillis. 

Am  Ersten  Aprillis  geen  Parcho  *),  ain  Stätl»  darinn  ein  gemaurt 
Schloss,  Seehsthalbe  meill»  ligt  an  dem  wasser  Scholona  *).  Ee  wir 
daselbstn  hinkhamen,  maesten  wir  yberdas  wasser  Yssa  Prugkhnen  ^). 
Dasselb  felldt  auch  in  die  Scholona.  Aber  funff  meill  geen  Opockha, 
ain  dorff  bej  äinem  Oden  Schloss ,  an  der  Scholona.  Daselbstn  feilt 
auch  das  wasser  Yidocha  ein.  Darnach  funff  meil  ynnd  yber  Siben 
PScher  geen  Reisch  &),  ain  (Bt.  US\)  dorff.  Aber  funff  meil  in  ain 
dorff  Dherenbutig.  Ain  halbe  meill  neben  dem  dorff  rint  Pscfiega  in 
die  Scholona.  Darüber  sein  wir  in  ainer  ZQlln  gefarn.  Bei  dem  dorff 
Rindt  Strupin  in  die  Pschega.  Ynnd  noch  yber  yier  Pächer  geraist, 
die  all  in  die  Scholona  fallen.  Aber  in  aines  Paurn  hoff,  haidt  Sotoky «), 
funff  meill.  Ynnd  dann  yier  geen  Grossneugarten.  An  dem  tag  zehen 
Pächer  yberzogen.  Es  ist  an  den  orten  yon  Natur  wässerig,  gem5sig, 
ynnd  sonnderlichen  zw  der  Zeit  was  es  beschwärlichen  zuraisen, 
dann  der  Schnee  was  im  zerschmeltzen. 

Newgarten  das  gross  ist  yor  Zeiten  der  Reyssischen  Fürsten 
gesäss  ynnd  Haubtstat  gewest.  Es  was  ain  gar  yasst  grosse  Stat,  aber 
nit  mit  gemeflr  oder  Gräbnen  ymbfanngen.  Die  was  yor  etlichen  Jaren 
ausprunnen,  das  sy  nit  so  gross  zw  mein  Zeiten  gewest.  Ain  halbe 


^)  IV^oronicz,  nördlich  von  Opocka,  am  Zusammenflusse  zweier  Flusse ,  num- 

lieh  des  Soret  und  Voronez. 
*)  Porebow. 
<)  Fluss  Szelon. 

^)  Der  Fluss  Uza,  der  oberhalb  Porehow  in  den  Szelon  Allt 
^)  Raiey  bei  Solcy,  westlieh  vom  llmen-See. 
*)  Sutoki,  dermal  letzte  Poststation  vor  Nowgorod,  welches  H.  durch  Gross- 

Neugarten  bezeichnet 


1517. 


117 


meil  oberthalb  ^)  ist  ain  grosser  See»  genannt  Dmen  oder  Hmer.  Aus 
dem  fleusst  ain  gross  wasser  durch  (Bl.  95^.)  die  Stat»  genennt 
Yolchow.  Vnnd  nit  gar  seer  rnnderhalb  feilt  das  in  ain  noch  grossem 
See,  wie  man  sagt,  Seehtzig  meil!  lanng,  wierdt  Ladoga  genennt.  Aus 
demselben  See  fleusst  ain  wasser,  genannt  Neua.  Fleusst  khaumb 
swo  oder  drey  meill,  ynnd  fleusst  in  das  M5er  *),  Das  Leyflannd  ynnd 
dieselben  des  Moseouitter  anrainunde  Lannd  Yon  Schweden  schaidet, 
bey  ainer  Stat  Oreschackh,  nach  Moscouittischer  sprach.  Aber  Leyf- 
lendisch  Nittenburg  genennt  wirdt  *).  Von  den  Seen  rnnd  wassern 
haben  nit  yill  geschriben.  Die  Stat  wierd  Moscouittisch  genant  Noui- 
gorod.  Auf  teutsch  ausgelegt  haist  es  Neustat  oder  Neuschloss.  Da- 
selbsten  haben  die  Teutschen  khauffleut  Ire  leger  ynnd  ain  khirchen, 
der  R5mischen  gehorsame.  Die  erbatten  yon  mir  mein  Schlitten,  den 
ich  yon  Augspurg  aus  gefuert  ynnd  dahin  bracht.  Setzten  den  in  Ir 
khirchen  zw  ainer  gedSchtnuss.  Da  liess  man  mich  sehen  ain  kupfe- 
rene  khirchthur,  die  aus  Grieehenlanndt  solte  gebracht  sein  worden 
(BL  46".^  Yor  yiU  hundert  Jaren,  Alls  man  aus  derselben  gegenndt 
gezogen,  ynnd  ain  Stat,  die  sy  Corsun  nennen,  belegert,  Siben  Jar 
aushüben,  ynnd  Ire  weiber  sich  der  nit  mer  getrösst  ynnd  Ire  khnecht 
genomen.  Alls  aber  die  aus  Griechenlannd  widerkhomen,  setzten  sich 
die  khnecht  wider  Ire  herrn,  ynnd  sehluegen  sy  ain  mall.  Darnach 
gid)  ainer  ain  Rat,  sy  selten  nit  Schwerter,  sonnder  nuer  PrQgl  nemen 
ynnd  gegen  Iren  khneehten  ziehen,  so  wurden  sy  an  die  Allt  diennst- 
berkhait  gedennckhen,  ynnd  khnechtaforcht  wierd  sy  angeen.  Das 
dann  also  erganngen.  Die  khnecht  auf  ain  ort  geflohen,  sich  da  he- 
uesstnet  ynnd  gew5ret  Das  auf  heüttigen  tag  die  khneehtsstat  oder 
Schloss  genennt  wierdet,Chlopigorod.  Ligt  bey  yiertzig  meill  disshalb 
der  Mosqua.  Aa  demselbnn  ort  ist  der  grosst  maigkht  ynnd  Hannd- 
lung  des  ganntzen  Moscouittischen  gebiets,  yon  manicherlay  Nationen : 
Schweden,  Nortweden,  Leyfi'lennder,  Tartem,  wilde  Lapen,  ynnd  aus 
den  Lannden,  da  des  Prots  noch  gellts  khain  gebrauch  ist.  Danunb 
auch  bey  dem  gemainen  man  das  GoUd  in  khainer  Acht-  (BL  ^6^.) 
perkhait,  Sonnder  alles  aufi"  den  Stich  ynnd  Tauseh:     Gemachte 


^)  Das  ist  sddlieh. 

'}  NSrolich  den  fiDoischen  Meerbusen. 

')  Das  ist  Schlfisselburg  am  Ausflusse  der  Newa  aus  dem  Ladoga-See. 


118  i5ir 

Paurn  Claider,  Hembder»  Schuech,  Messer»  nadl,  faden,  löffl»  huet, 
Spiegl»  GOrtelo.  Ynnd  vmb  dergleichen  Gattung  findt  man  z5bU 
Mäder,  Hftrmbl  ynnd  vecb  in  geringem  khauff.  Ich  muest  meine  phftrdt 
ynnd  das  maist  Gesindt  da  zue  Gross  Newgarten  verlassen,  ynnd  an 
den  Posst  Pbärdten  Reiten.  Den  Ersten  tag  yier  meill  geen  Brodnitz  ^ 
Alls  wir  auff  ainer  wisen  Renndten,  so  feilt  mein  Lyttische"  Pueb,  der 
mir  mein  Gepmigkh  fuert,  mit  seinem  Phärdtle,  Also  das  der  Pueb 
ynnder  dem  Phärdt  lag.  Vnnd  das  Phftrdtle  ybergab  sieb  yber  den 
Kbopff  ynnd  mitganntzem  leib,  das  es  wider  auf  die  fuess  khamb. 
Sass  ain  weill  auf  den  Hindern  fuessen  wie  ain  hundt,  ynnd  fiell  auff 
khain  seitten.  Der  khnab  stundt  auff  ynnd  hannekh  etwas  wenigs. 
Ynnd  nuer  wider  auff,  das  nahenndt  ynglaublieb  ist.  Ynnd  Ritten  den 
ganntzen  tag  neben  dem  wasser,  Msta  (BL  47'.^  genannt,  ist  Schiff- 
reich. Enntspringt  aus  ainem  See ,  der  haist  Sambstin.  Dann  yber 
Sechs  meill  geen  Seitzkhow  >),  yber  ain  wasser,  haist  Nischa.  Ynnd 
aber  Siben  meill  geen  Harostzy  *),  yber  ain  wasser  Kalacha  ^).  ynnd 
Siben  meill  geen  Oreat  Rechelwitzkha  *),  an  dem  wasser  Palamit  *). 
Ynnd  den  tag  yber  Acht  Pacher  ynnd  ainen  See.  Neben  der  Strassen 
was  auch  ain  See  ^).  Den  tag  bin  ich  auff  das  Sechste  phärdt  khumen. 
Dann  an  den  Posthöfen,  die  man  Jama  nennt,  bringt  man  nahenndt 
dreymall  souil  Phärdt,  alls  man  der  bedarff.  Nimbt  yegclicher  weliches 
er  will.  Fmdt  gleich  so  Palld  ain  Pöses,  alls  ain  guetes.  YtTann  aines 
postrerer  gwait  Phärdt  nimmer  mag,  nimbt  ainem  Jegclichen,  der  im  begegnet,  sem 
("•)  Phärdt,  souer  derselb  nit  auch  in  des  Furssten  diennst  auff  der  Posst 
Reyt.  Oder  der  Ynit  dem  mfieden  Phärdt  Reyt  zw  den  nech- 
sten  Heusem,  nimbt  ain  Phärdt,  wo  er  ains  findt,  Reyt  darauff 
auf  den  nagsten  Posthof.  Ist  allennthalben  (BL  47*.^  yer- 
ordnet,  wie  es  damit  gehallten  wierdet.  Jegclicher  mQess  sein  selb 
Satl  ynnd  Zämb  haben.  Mit  dem  besattelt  ynnd  zämbt  er  alle  phärdt, 
ynnd  so  Palld  man  an  Posthof  khumbt,  nimbt  Jeglicher  sein  Sattl 
ynnd  Zämb,  lässt  das  Phärdt  geen.  So  sein  Personen  yerordennt,  die 


*)  Bronnicy,  erste  Poststation  yod  Nowgorod  in  sfiddstlieher  Richtung. 

*)  Zaicowa,  zweite  Poststation. 

')  Krestcy,  dritte  Poststation. 

^)  Der  Flnss  Chalowa. 

^)  Jacelobicy,  fttnfle  Poststation  ron  Nowgorod. 

*)  Der  Fluss  Polomed. 

^)  Bei  der  Poststation  Rachino. 


i517. 


119 


treibenns  aüff  ain  Schnee  oder  anndern  Platz.  Wisehpelln  denen  zue. 
So  legen  mnd  waltzen  sich  etlich  mall,  darnach  treibt  er  die  in  ain 
liren  Stall,  darinn  muessen  sy  vngessen  bleiben,  hintztsyeriLhuellen, 
als  warn  sy  nie  geritten  worden.  Dann  so  gibt  man  den  ain  Hey 
abzttPeissen»  ynnd  treibt  die  geen  wasser.  Vnnd  darnach  gibt  man 
den  Ir  gewonndlich  notdarfFt.  Ynnder  souil  Phftrdten  ist  khein  Galligs 
gesehen  worden. 

Am  Kharfreitag  Yber  drey  See.  Der  ain,  Yolday  <),  ainer  meill  lo.  AprU. 
Prait,  zwayer  lanng.  Der  annder,  Lutinitz,  ist  nit  gross.  Der  dritte 
Ihedra  genannt,  daran  ligt  das  Dorff  desselben  namens,  sein  Acht 
meil  *).  Es  (Bl.  98*.)  ist  ain  mnede  ynnd  sorgcliche  tagrais 
gewest  Die  Strassen  sein  vber  das  Eiss  triben  gewest,  vnnd 
das  Eiss  marb.  Das  wasser  stundt  mer  dann  Spanntieff  darob. 
Von  dann  geen  Choytiloua  *).  Ynnd  Siben  geen  Yolotzackh  ^).  Yber 
^ay  wasser,  Schlingoa  vnnd  Snay  ^),  die  Rinnen  zusammen,  Ynnd 
dann  in  die  Msta,  dieselb  in  die  Yolga.  Zw  Yolotzagkh  belib  ich  den 
Ostertag  (den  12.  April),  ynnd  was  mit  denen  zw  khirchen.  Sy 
haben  Ir  geweichtes  in  der  khirchen  geessen,  steenndt  nach  dem 
Ambt. 

Yon  dann  Raisten  wir  Siben  meill ,  vber  ain  wasser  Tfertza  •), 
geen  Yedra  Pasta  ^),  wider  zw  dem  wasser.  Ynnd  aber  Siben  meill 
geen  Daorsagkh  «),  ain  Stätl  an  der  Tfertza.  Zwo  meil  an  das  wasser 
Schegima,  vnnd  wider  vber  Ossega  mit  ainem  fluss  vbergefarn ,  vnnd 
also  den  tag  gerasst.  Da  sassen  wir  in  ain  Schiffel,  vnnd  fuern  nach 
der  Tfertza  ab,  Siben  meil  geen  Medna  *),  zw  dem  fruemal.  Ynnd 
dann  wider  Siben  meil  in  das  gross  wasser,  genannt  Yolga ,  das  man 


^)  Neben  der  Stadt  Wtidti,  welche  ganz  nahe  bei  der  sechsten  Poststation 
Zimogorje  liegt. 

')  Jetzt  die  siebente  Posistation  von  Nowgorod,  Jedrowo. 

')  Chotilowo,  achte  Poststation. 

*)  WysK.  Woloczök,  neunte  Station. 

^)  Die  Flüsse  Szlina  und  Cna ,  ersterer  von  Westen ,  letzterer  von  Süden 
kommend. 

•)  Der  Fluss  Twerca. 

')  Wydropusk,  zehnte  Poststation. 

»)  Tonok,  eilfte  Station. 

')  Mjednoje,  zwölfte  Station.  Der  Fluss  macht  eine  grosse  doppelte  Krüm- 
mung, daher  die  Ifingere  Fahrt. 


120 


i5i7. 


sonasten  Rha  nenndt,  Geen  Tfer  oder  Olfer  i).  Tfer  (Bl.  98^.)  isl 
ain  Nambhafln:  Furstenthumb  gewest,  vnnd  noch.  Aber  ist  alles  d^s 
Grossf&rsten  in  der  Mosqua.  Es  ist  gleicbwol  nuer  ain  bultzeii  schldss 
Ynnd  Till  Heuser  an  baiden  Gestatten.  Da  standen  aucb  etliche  grosse 
schiflf,  mit  den  mau  ab  in  das  Möer,  das  die  Moscouitter  Chualinskho^ 
lateinisch  Caspium  oder  Hircanum  nennen,  mit  khauffinanswaar  auch 
herwider  aufschifft. 

Des  morgenns  sassen  wir  in  ain  grosser  Schiff,  woUtea  etliche 
meill  abwertz  nach  der  Volga  faren,  vnnd  ain  nah  enndt  der  P5sen 
Strassen  nach  suechen.  Dann  da  was  alles  Eys  yerrannea.  AUs  wir 
auf  ein  halbe  meill  gefam  betten,  fannden  wir  yill  Eys  an  baiden  Ge- 
statten ligen.  Vnnd  dann  ain  khlains  furbas  an  ein  Reyd  *),  da  ersahen 
wir  woU  spat,  das  an  demselben  ort  das  Eyss  noch  gar  vbergestossen 
was.  Da  hueb  sich  ain  Arbait,  damit  wir  mit .  dem  Schiff  durch  die 
grossen  Eysschielln  ains  nach  dem  anndem  ledigten  vnnd  hin  Rinnen 
Hessen,  (bis  wir)  zw  dem  Gestat  khamen.  Giengen  darnach  zw  ainem 
Paumhaus,  ynnd  beliben,  hintzt  man  etliche  Paurn  Ross  brachte.  Vnnd 
(BL  M\J  Ritten  allsdann  in  ain  Closter,  Sanndt  Ilia.  Da  beliben  wir, 
hintzt  der  Gesanndt  Pot  von  dem  nächsten  Posthoff  phärdt  brachte. 
Der  Pristaw,  das  ist  der  mir  zuegeordnet  was  auff  den  weeg  mit  der 
Prouiandt  ynnd  annder  notdurfit  zuuersehen,  schueff  mit  den  Munichen 
alls  mit  anndem  gemainen  Leuten.  Wann  sy  das  nit  gleich  sustundt 
thetten,  zaigt  Inen  droenndt  mit  der  Gaisel  den  Straich,  so  war  es 
palld  gethon.  Alle  Munich  derselben  orten  sein  Sanndt  Rasilius  Orden 
in  schwartz,  darumb  nennt  man  sy  nit  Münich,  sonnder  dietzerntzj, 
das  ist  „die  Schwartzen.**  Sy  Essen  nimmer  khain  fleisch.  Man  nimbt 
khain  Jungen  in  das  Closter.  Von  dem  Closter  drey  meill  geen  Ge- 
rodin s),  ain  Stätl  an  der  Volga.  Aber  drey  meill  an  ain  schiffi*eich 
wasser,  Schosa  ^)  genannt,  darüber  wir  gefarn.  Vnnd  wider  drey 
meill  geen  Dschoma,  ain  Jama  oder  Postboff,  vnnd  Sechs  meill  geen 
Klyn  ^),  ain  Stätl  an  dem  wasser  Januga.  Aber  Sechs  geen  Pieschackh, 


')  Twer,  an  der  Mündung  der  Twerca  in  die  Wolga,  dreizehnte  Station. 

')  Das  ist:  Windung  des  Flusses. 

^)  Gorodaja,  vierzehnte  Poststation  tou  Nowgorod. 

*)  Der  Fluss  Szosza,  von  Westen  nach  Osten  seinen  Lauf  nehmend. 

^)  Klin,  sechzehnte  Station. 


1517. 


121 


ain  Jama,  vnnd  wider  Secha  geen  Sehorna  0>  ^^  aiaem  wasser  mit 
gleichem  namen.  Vnnd  dann  drey  meil  in  dieMosqua.  Aprilisam  18. 
(BL  99*.)  Der  mir  enntgegen  gesehigkht  ward,  auch  mein 
zoegeordennter ,  den  sy  Prystaff  haissen.  der  mir  alle  notdorfll  ver-  TWmophe  con- 
sehueff  zageben,  durch  den  ich  auch  alle  meine  aacben  m5cht  an  •uatiaoiitz.(H.) 
Forsten  begern,  alls  verhdr  vnnd  dergleichen  gemain  sacben»  der 
bracht  mir  zway  Ross  enntgegen,  die  mir  der  Fflrsst  schennckhte. 

Mir  ward  ain  Öd  Haus  eingeben,  darein  bracht  man  erst  Penngkb,  < 
Tisch  ynnd  Schliemb  für  die  fennster  *).  Das  Haus  was  nach  Irer  ge- 
legenhait  guet.  Da  stellt  man  mir  ainen  Schreiber  fiir,  der  mir  alle 
tag  mein  Speiss  ynnd  Tranngkh  hat  bringen  lassen.  Nftmblichen  ain 
gross  Stugkh  Rindtfleiseh,  ain  Stuckh  spegkh,  ain  lebendig  Schoff, 
ain  lebendigen  mnd  ain  Todten  Hasen,  Sechs  lebenndiger  Hfiener, 
khraut,  Gerssten,  Khäss.  Salltz  aber  in  der  wochen  ain  mall.  Allso 
auch  Pheffer  ynnd  Saffrian  gantz  genueg.  Das  alles,  so  man  tfiglichen 
bracht,  wierdt  auff  ainem  Wagen,  wie  sy  die  haben,  gefueri  An 
yischtfigen  haben  sy  mir  Todte  yisch  (bracht)  ynmd  yill  grosser,  in 
luflt  on  Salltz  geselchte  Staer  »)  (BL  50^.).  Dann  ain  khändelein  mit 
pranndtem  Wein,  den  sy  yeder  Zeyt  am  tisch  yor  dem  Essen  trinckhen. 
Auflf  ainem  anndern  wagen  dreyerlay  gueten  Meth  vnnd  zwayerlay 
Pier.  Das  ain  ist  woll  sfless. 

Sy  stellten  mir  leuth  in  das  Haus,  die  man  alls  Edl  hellt,  das  sy 
mich  ynnd  das  Haus  yerwardten  ynnd  yerwachten,  ynnd  Recht  zusagen, 
zuuerhQetten,  damit  niembt  zw  mir  oder  yon  mir,  on  Ir  yorwissen, 
gienng.  Dann  annder,  die  das  Haus  sperrten,  kherrten,  haitzten.  Aber 
annder  im  Stall,  ynnd  annder  zw  Holltz  hagkhen  ynnd  in  der  khuchel 
zuhelffen.  - 

Was  ich  sonnst  mit  mir  hab  gebracht,  das  hab  ich  gehabt,  Alls 
Pethgewanndt,  Trinckhgeschierr  vnnd  dergleichen.  Fuetter  vnnd  alle 
notdurffl  zw  den  phärdten  hat  man  mir  auch  ain  vberfluss  geben.  Alls 
ich  ain  mall  lebenndig  yisch  khauifte,  darumb  zürnten  sy,  alls  wäre 


^)  Vielleieht:  CMmaja  grjtz,  letzte  PostsUtioD  vor  Moskau. 

*)  Wahrscheinlich  eine  Art  dann  gegerbter  Haut,  um  in  den  Fenstern  das  Gla» 
KU  ersetzen.  Vergl.  Sfftmeller  bair.  Wh.  3,  449. 

')  Aeipenser  sturio  Linn.,  jene  Art  Störe,  die  unter  dem  Namen  Hausen  bekannt 
sind  und  im  caspischen  Meere  ,  in  der  Wolga  und  anderen  Flössen  Russ- 
lands Torkommen. 


122  1517. 

es  Irem  fÜrsteD  schmftcfalich,  rund  gaben  mir  f&ro  lebendig  yisch 
für  mich. 

Alls  mir  anzaigt  wardt,  mein  beuelch  zw  verrichten,  khamb 
des  Abennts  der  Tolmätsch   (Bl.  ßO\),  vnnd  spricht:   „morgen 

Gregor  istumen.  wierst  do  fUr  dcQ  Herren  khomen.**  Morgenns  zeitlichen  khumbt  er 
0<')     wider  ynnd  sagt:    „dw  wierst  heut  für  den  Herrn.*"    Zum  dritten 

^i.apriUs.  (H.)  khumbt  er  etwas  vor  denen»  die  mich  beglaitten»  ynnd  sagt;  „es 
khomen  grosse  leuth,  vmb  dich  zubeglaitten.  Dw  muest  Inen  auch 
Eer  beweisen  vnnd  Enntgegen  geen.^  Monndt»  mich  zuberaitten 
Ynnd  zufUrdern.  Dann  so  khomen  etliche  wolbeclaidte  mit  Till  mit- 
lauffennden  dienern  geritten,  ynnd  alls  die  abstunden,  yermonndt 
mich  der  Tulmfitsch  on  ynnderlass,  denen  enn^egen  zugeen,  alles 
Iren  herrn  zw  Eern.  Das  ich  dennocht  mit  massen  thet,  damit 
meinem  Herrn  auch  was  yorbehallten.  Die  Stiegen  all  haben  ain 
absatz,  da  man  die  Gesst  emphficht  ynnd  wider  hin  beglaitt  Liess 
die  etwas  herauff  Pass  tretten,  da  ich  Inen  enntgegen  khamb.  Den- 
selben tag  wierdet  ab  dem  Harckht  gebotten,  alle  Läden  zusperren, 
ynnd  treibt  das  Volckh  alles  yon  dem  Margkht,  damit  das  zw  dem 
Schloss  lauffen  ynnd  den  (BL  Sl\)  Pötten  sehen  sollen,  damit 
auch  ain  gross  Volckh  yon  dem  Pötten  gesehen  würde.  Alls  dann 
ain  gross  Volckh  da  zuelauffl,  Allso  das  man  wider  yon  einannder 
treiben  mues,  damit  man  Platz  habe,  zu  reitten,  ist  alles  mit  weissen 
heubtern,  Ire  Huetl,  die  sy  Kolpackh  nennen.  Selten  ist  ain  Phafi 
zwischen  Inen,  die  nit  weisse  hüetl  tragen. 

Alls  man  in  das  Schlos  khumbt,  (soll  billichen  ain  Stätl 
haissen,  ist  yrobgemaurt),  khumbt  man  yon  ainem  zw  dem  anndem 
Volckh.  Jeder  Zeyt  pesser  bekhlaidt.  Nfichner  hin  zw  der  Stiegen 
stunden  die  frembden  diennstleut.  Litten  ynnd  annder,  die  betten 
nit  weisse  hüetl,  sonnder  wie  ain  Jegclicher  ains  mit  sich 
bracht  hat 

Zw  der  Stiegen  wollten  mich  die  Dienner,  so  meines  phärdts 
wartetten,  nit  gar  hinzue  lassen  Reitten,  dann  soliches  allein  dem 
Grosfiirsten  gebürdt.  Ich  aber  wollt  des  nit  versteen,  dranng  das 
Phärdt  so  nahenndt  Ich  möcht  zw  der  Stiegen.  Dann  fQerten  sy 
mich  auff  neben  Sanndt  Michaels  khirchen,  ist  gar  an  der  Stiegen. 
Wie  die  den  Absatz  hat,  geet  (BL  Sl*.)  die  thür  in  die  khir- 
chen. Alls  wir  yber  den  Absatz  gienngen,  khamen  mir  zwen  aus 
des  fürsten  Rat  enntgegen.  Pötten  mir  die  hanndt,  vnnd  Khüssten 


1517. 


123 


mich.  Dieselben  zween  gienngen  neben  mir,  die  anndern,  so  mich 

aus  der  Herberg  beglaitt  hetten ,  tratten  hinder  sich  ynnd  gienngen 

mns  nacb.  So  wir  aber  gar  vber  die  Stiegen  khamen,  ynnd  nach- 

neten   zw   den    Zimmern,   gienngen    aber   zwen     annder,    oberr 

dann  die  nächsten,  emphienngen  mich  wie  die  anndem.  Die  nächsten 

aber  tratten  hinder  sich.  Auff  demselben  platz  stunden  vnnd  sassen 

die  Edelleuth  vnnd  derselben  khinder  in  gueten  Duehern  Claidern. 

Rdert  sich  khain  mennsch  mit  Eererbiettung,  noch  in  annder  weeg. 

Dann  geet  man  in  das  erste  Zimmer,  sein  in  Seiden  ynnd  gülden 

stuckhen  bekhiaidte  leuth.  Vnnd  aber  in  das  annder  Zimer.  Das  ist 

nun  das  nächste  yor  des  itirssten  Stuben.  Sein  die  Jungen  herzogen 

Camer-,  Tisch-,  ynnd  annder  des  (Ürsten  Dienner.  Aber  pass  beclaidt, 

mit  Perb  ynnd  anndem  geschmuckhen  an  Iren  Kolpagkhen.  Dann 

so  geet  (BL  52^.)  ^  ^^^  '^^  d>^  Stuben,  darinn  der  Grossfttrst  sitzt» 

ymb  ain  Spann  höher  wann  die  anndem ,  so  auch  darinn  sitzen.   Es 

sassen  zwen  seiner  Brfleder,  der  ain  an  der  rechten,  der  annder  an 

der  linckhen  hanndt  Darzue  aines  Tarterischen  Khunigs  Sun,  der  Georg,  symeon, 

getaufll  was,  mnd  het  des  Grosfursten  Schwester  zw  ainem  Weib.  '**^*'-  ("•) 

Der  Sass  nach  dem  Brueder,  zw  der  Rechten  hanndt.  Sonnsten  sassen 

yill  hertzogen,  dann  die  Rfitt  ynnd  Ambtieutte,  Rundt  herumb  in  der 

Stuben.  Die  all  stunden  auff,  wie  ich  hinein  gienng,  ausserhalb  des 

f&rssten  seiner  gebrQeder  ynnd  seines  Schwager. 

Alk  ich  nun ,  nach  gebflrlieher  erzaigter  Eererbiettung ,  hintzt 
zw  dem  fürssten  trette,  stundt  ain  Schamel,  aUs  Annderthalbe  Spann 
hoch  yon  der  Erden.  Ward  mit  Tepich  bedeckht  Da  zaigt  mir  der 
Grosfttrst  selbst  mit  der  hanndt,  ynnd  spricht:  „Daher stee,  neben  den 
Schämeln.*"  Alls  ich  den  grues  anhueb  zusagen.  So  palld  ich  den 
Maximilian  nennte,  steet  der  itirst  auff,  ynnd  tritt  yber  das  Schämel, 
(Bl.  ß2\)  so  er  ynnder  sein  Fuessen  bette,  ynnd  spricht:  „wie 
gesundt  ist  ynnser  Braeder  Maximilian,  Erwellier  Römischer  Khaiser 
ynnd  höchster  Kbunig?"*  Alls  ich  den  gesundten  gelassen  anzaigte. 
Setzt  sich  dann  wider  nider,  ynnd  hört  den  grues  gar  aus.   Vnnd  ich 


0  Zwischen  S.  ^i^  u.  52*  ist  ein  Blatt  eingeschaltet,  auf  welchem  desGross- 
ffirsten  Bildniss  in  der  beschriebenen  Stellung  in  Kupfer  radirt  erscheint, 
und  zwar  ebenfalls  ?on  Aug»  Hirschvogels  Hand.  Das  Bild  trägt  die  Jahr- 
zabl  1547. 


124 


1517. 


yberaDiitwort  den  Credentzbrieff.  Dann  so  spricht  er:  ^gib  n^  dein 
hanndt.  Wie  gesundt  bist  du  geraisst?^  Darzue  so  geburdt  sich  zu 
sprechen,  nach  Irem  gebrauch :  »Aus  Barmherzigkhait  Gottes  ynnd 
deiner  gnaden  gesundt.  Got  geb .  das  dein  gnad  lanng  in  gesunadt 
seye.*"  Dann  haist  er  mich  sitzen.  Palld  darnach  Ruefit  er  dem  Tul- 
mätsch  Tnnd  sagt  Ime  was  haimbliches.  Der  spricht  dann  zw  mir  in 
gehaimb;  »was  ich  zusagen  hab,  das  mug  ich  thun.*"  Also  stundt  ich 
auff,  ynnd  sagte  mein  Werbung.  Liess  mich  stäts  steen.  Der  Tulmfitseh 
namb  vb^r  zway  oder  drey  wort  nit  an  zw  Tuhnätschen.  Darnach 
muest  ich  wider  sitzen.  Spricht  der  furast:  „Sigmundt.  dw  wierst 
mein  Prot  mit  mir  (BL  53*.)  Essen.  Etlich  warn  verordennt,  die 
meinen  Vettern  vom  Thurn  auch  zum  Tisch  lueden.  Nachmalis  liess 
mir  der  f&rst  durch  den  Tulmätsch  sagen»  in  ain  annder  Zimmer  zu 
geen.  Alls  wir  darkhamen,  warn  aber  annder  verordennt,  die  meine 
Diener  zw  Tisch  lueden.  In  dem  warn  die  Taffelln  bedeckht,  ynnd 
das  Essen  berait,  ynnd  mir  eruordert.  Der  fürst  sass,  seine  Brüeder 
ynnd  Schwäger ,  auch  die  Rftt»  wie  die  im  Rat  gesessen  warn.  AUain« 
das  die  Rät  gegeneinannder  sassen,  ynnd  die  gebrueder  souer  yom 
Fürssten»  alls  er  ain  woll  erraichen  möcht. 

Gegen  dem  flirssten  yber  stundt  auch  ain  lannge  Tafel.  Die  ward 
für  mich  ynnd  meine  leuth  geornndt.  Doch  das  albeg  ain  Moscouitter 
gegen  der  ynnsem  ainem  ybersass.  Mein  Vetter  muest  auch  nit  gar 
an  mich»  sonnder  etwas  hindan  sitzen.  Auffden  Tischen  stunden  albeg 
zw  yiem  etliche  güldene  geschierr.  Darinn  Essich»  Pfeffer  ynndSaltz» 
die  on  ynnderlass  am  tisch  steen.  Der  först  ynnd  die  anndern  all 
sassen  wie  (BL  53K)  ich  hinein  gienng.  Jederman»  ausserhalb  des 
Fürsten  ynnd  seiner  Brueder  ynnd  Schwäger»  stunden  auff.  Der  filrst 
zaigt  mir  selbst  mit  der  hanndt»  wo  ich  sitzen  soll.  Vnnd  dann  muest 
ich  mich  gegen  dem  f&rsten»  ynnd  hernach  allen  denen»  so  aufge- 
stannden  warn»  mit  dem  khopff  naigen  ynnd  dannckh  sagen.  Dann  so 
Ruefft  der  Forst  dem  Tischdiener»  ynnd  gibt  Ime  drey  Schnitten  prots» 
die  nach  lenngs  geschnitten  yor  sein  etliche  lagen.  Gibt  die  dem  auff 
die  flach  hanndt»  Beuilcht  Ime  die  »,dem  Sigmunden»  ynnsers  Brue- 
ders  Maximilian»  Erwellten  Rdmischen  Khaiser  ynnd  höchsten  Khü- 
nigs  Pötten  zugeben. **  Der  geet  zw  mir»  ynnd  Ruefft  dem  Tulmätsch» 
der  on  ynnderlass  yer  dem  Tisch  steet,  vnnd  spricht  lautt:  »,Sig- 
mundt»  der  Gross  herr  Basilius»  Khünig  vnnd  herr  aller  Reussen»  vnnd 
GrosfQrst»  thuet  dier  die  gnad»  vnnd  schiekht  dier  das  Prot  von  seinem 


1517.  125 

Tisch.*"  Soliches  mueat  derTuImatschallea  nachreden.  So  (Bl.  ßi\) 
nfanb  ich  das  Prot,  legs  fQr  mich  nider,  mnd  naig  mich  gegen  dem 
f&rssten  ynnd  anndem  allen,  die  mit  mir  aufstanden,  damit  imdanckhen. 
Allsdann  bracht  man  die  Speyss.  Etliche  gepratne  Schwanen,  der 
man  zwen  oder  drey  fiir  den  ftirssten  setzte.  Darein  stach  er,  vil- 
leicht  znuersuechen,  welicher  der  mörber  wfir.  Dann  schueff  er  wider 
aufzuheben,  ynnd  gienngen  alle  damit  zw  derThQr  hinauss.  Daselbstn 
hat  man  die  zerlegt,  ynnd  alle  mall  zwen  flflgel  ynnd  zway  Diebel  ^) 
in  ain  khlain  SchQssel  gelegt.  Der  hat  man  yill  bracht,  fllr  den 
Fflrssten  f&nff  oder  Sechs  gesetzt.  Damach  fQr  die  Brueder,  Rftt, 
ynnd  dann  für  mich.  Was  die  Khryppen  *)  ynnd  Stoss  *)  gewest, 
hat  man  anndem,  so  auch  in  der  Stuben  sassen,  f&rgesetzt. 

Der  Airst  Isst  ye  ain  Pissen  auss  ainer  Schfissel,  Gibts  aUsdann 
seiner  Bmeder  ainem  oder  Schwager,  auch  seiner  obersten  Rfiten, 
ynnd  dann  zw  mir  geschickht,  wie  yor  mit  dem  Prot.  Dergleichen 
ymbschickhung  ist  Ir  f Ä/.  54^.)  yillen  (?)  gewest  Also  hat  yeder- 
man  muessen  aufsteen,  den  anndem  zw  Eera,  das  ich  ganntz  mfiedt 
mnd  machtloss  in  Khnyen  bin  worden.  Es  werdte  in  yier  oder  flinff 
Stundt 

So  dann  das  mall  ein  Ennde  het,  Hess  man  mich  aufsteen.  Zaigt 
der  Fürst  mit  der  hanndt,  das  ich  mein  weeg  nemen  solle.  Vnnd  ward 
mit  denen,  so  mich  brachten,  wider  haimb  beglaidt.  Vnnd  dann  bracht 
man  yOl  trannckh  ynnd  Silber-Assach  *).  Da  setzten  sy  sich  zw  mir, 
ynnd  wollten  mich  gar  antrinckhen.  WiewoU  ich  zuuill  bette  trun- 
gkhen»  doch  noch  bey  der  yernunffl.  Alls  ich  Inen  sagt:  „ich  m5cht 
furwar  nit  mer,  wftre  ganntz  foll**,  so  yeriiessen  sy  mich. 

Nachmails  ward  die  hanndlung,  frids  halben  mit  dem  Khunig  zw 
Polin.  Sy  wollten  khainsweegs  auff  ain  dritte  stat  schigkhen,  sonnder 
sprachen:  „Schigkht  der  Khünig  zw  mnss  ymb  frydt,  als  yor  be- 
schehen,  so  wellen  wir  mit  Ime  den  frid,  wie  sich  ynns  gefuegt.^ 
Muest  zw  dem  KhOnig  schigkhen,  damit  er  sein  Potscbaffl  schigkhte. 
(BL  55*.)  Das  thet  der  Kht&nig,  Aber  gleich  damit  sein  höer  auff 
ainer  anndem  Strassen  in  das  Lannd.    Darumb   sy  yasst  mit  mir 


*)  Schenkel. 
*)  Brustbein. 
*)  Steiss. 

^)  So  Tiel  wie  Silbergeschirr.    Deutsches  Wörterbuch  der  Brfider  Grimm. 
1.  587. 


126  1517. 

hiendlen.  Das  h5er  zoch  spat  an,  riebt  nichtes  auss.  AIIso  beschlossen 
wir  auch  mit  dem  friden  nichts.   Hab  allso  offl,  sambt  den  Littiseben 
Pottschaflften  ynnd  sonnst,  mit  den  ftirsten  geessen. 
18.  Mai.  Mir  ward  ains  Abennts»  den  Achzebennden  May,  angesagt,  ich 

soll  morgen  mit  dem  f&rsten  auff  das  gejädt.  Man  schickbt  morgenns 
bey  yiertzig  Phärden  mit  etlichen  Eerlicben  Personen,  die  mich  yber 
das  wasser  die  Mosqua,  daran  ain  Prugkh  ligt  oder  schwimbt,  hintzt 
zw  dem  Fürsten  belaiten.  Ich  muest  woll  herdan  absteen,  vnnd  hin 
zw  dem  Furssten  geen.  Der  sass  auf  ainem  schönen  Tfirggischen 
Phärdt,  sy  nennen  die  Argamackhen,  ynnd  Peut  mir  die  hanndt 
Spricht:  „wir  sein  auf  ynnsem  lust  herauszogen,  ynnd  dich  eruor- 
dert,  das  du  auch  mit  ynns  frdlich  seyest,  ynnd  ynnsem  Brueder 
Maximilian,  Erwellten  Römischen  Khaiser  (B/.  J5^)  ynnd  höchsten 
Khünig,  sagen  magst,  das  du  mit  ynns  an  ynnsem  freyden  gewest 
seyest.  Sytz  auff.^  Nachmalis  Ruefft  er  mich  wider  ynnd  spricht: 
«wir  haben  den  gebrauch,  wann  wir  dermassen  zw  ynnserm  lust  khu- 
men,  das  auch  die  gueten  leuth  hundt  an  Ire  henndt  nemen  ynnd 
hetzen  mit.^  Da  stunden  zwen  JSger  khnecht,  yegclicher  mit  ainem 
hundt,  damit  sy  hetzen,  die  nennen  sy  Curtzen.  Hie  bey  ynns  haisst 
man  sy  Türggische  hundt.  Mit  Rauhen  Schwftntzen.  Die  baid  muesten 
auf  mich  wartten.  Vnnd  spricht:  „Da  nymb  die  zwen  hundt.  Reyt 
mit  mir.^  Die  erzellung,  das  auch  die  gueten  leuth  die  hundt  zw 
Iren  hannden  nemen,  ist  darumb  beschehen,  das  bey  Inen  khain  Eer- 
lich  man  khain  hundt  mit  Plosser  hanndt  anrOert.  Ich  was  angestellt 
da  die  meisten  Hasen  lanffen  sollen.  Es  sein  khlaine  Schüchl  9»  ^^^ 
ain  halbe  ynnd  ganntze  meil  yon  der  Stat,  da  ist  die  Hasen  hetz 
allennthalben  hemmb.  Zw  dem  so  Erzeucht  man  yill  Hasen  in  den 
gärtnen  (0/.  J6*.)  ynnd  in  Heusern.  Die  bringt  man  in  Seckhen  dar, 
wiewoll   yasst  yill  Hasen  sich  derselben  ort  ennthalten,  dann  gar 


Herrn  Hansn  yon  Thurn  schickht  ich,  am  Erstn  den  28.  Aprilis, 

Zum  andern  mall  am  23.  July, 

Zum  dritn  mit  der  potschafil  auss  der  Mosqua  am  20.Nouember.  (H.) 


^)  Einzeln  stehende  Stucke  Waldes.  Schmeller  3»  315. 


1517. 


127 


khainem  menschen  erhobt  ist  der  orten  zw  hetzen.  So  dann  das 
geJftd  angienng»  Namb  ich  den  ain  hnndt  mit  dem  Strickh.  So  khamb 
dann  ain  Hftsle  gegen  mir  geloffen  So  schreit  Jederman.  ich  soll 
hetzen,  des  ich  nitthfitte.  Sy  fl*agten  mich:  «wanimh  ich  nit  hetzte ?*" 
Den  gab  ich  zw  Anntwort :  „Ich  wisste  das  bey  meinem  Herrn  nit 
zQueranntworten,  das  ich  den  Armen  gesellen»  dem  souil  hundt  nach- 
eiltn,  so  ynnder  Augen  hetzen  soUt!^  das  sy  yasst  lachten.  So  mir 
aber  ain  Hass  zuthaill  wardt »  dem  Hess  ich  ain  gueten  yorsprung, 
dann  erst  hetzt  ich  nach.  Hab  gleichwoll  derselben  wenig  gefanngen. 
Die  hnndt  harren  nit  in  die  weyt.  Wann  dann  ain  Hass  gefanngen 
ward»  so  schrieen  sy  all:  »,0  ho !  ho !  ho!**  alls  hette  man  ain  grossen 
Hierschen  gefeilt.  Der  warn  (Bl.S6^.)  nnnyill  gefanngen.  Bracht(^ 
die  znsamen  in  dreyHauffen.^ Man  fragt  mich:  »»wieuil  der  wäm?^  Ich 
sagte :  „mer  dann  Tausennt.**  Das  gefiell  in  woll.  Ir  sein  aber  nit 
drey  hnndert  gewest  Es  warn  auch  des  Grosfürsten  drey  gebrueder 
am  geJaid:  Demetry»  Anndre  ynnd  Semen»  das  ist  Simeon»  Recht 
genennt 

Da  hab  ich  yasst  schöne  Argamackische '  phärdt  gesehen»  ir 
yiertzig  oder  funflzig.  Darnach  yill  Gerfalckhen  9#  die  sy  »»kretzet** 
haissen»  schon  ynnd  gros.  Wie  sy  sagen»  so  fahen  sy  Schwanen  dar- 
mit.  Ich  habs  aber  nit  helffen  fahen.  Nachdem  Rit  der  Grosftirst  zw 
ainem  hohen  hOltzen  Thurn»  der  ain  halbe  Teutsche  meill  yon  der 
Mosqua  ist»  da  waren  grosse  gezollt  aufgeschlagen»  ynnd  namen  da 
dasfruemallmitder  Ceremoniwie  yorsteet.  Darnach  liess  mich  wider 
haimb  wie  heraus  beglaitten. 

An  ynnser  frauen  schiedung  tag  (15.  Augunt)  begert  ich  in 
die  gross  khirchen»  zw  dem  Gottsdienst.  Das  ward  mir  yergundt.  Der 
Grosf&rst  (BL  57\)  stuenndt  hinder  der  thür»  die  yon  seinem  pallast 
hinein  geet»  ynnd  laindt  sich  mit  dem  Rflckhen  an  die  maur»  ynnd  mit 
der  ain  Axel  an  ainen  Stab»  den  sy  Possoch  nennen»  der  oben  ain 
Creutz  oder  ain  khrump  ^)  hat.  Vor  sein  stuenndt  ain  dienner»  der 
hette  sein  Ermbl  ftlr  die  Finger  zogen»  ynnd  hiellt  dem  Forsten  sein 


^)  Friseh's  deutsch.  Ut.  Wörterb.  1,  347,  Spalte  o,  leitet  den  Namen  ?on 
geren  =>  rerlangen  ab  und  stellt  daselbst  unter  Geir-falk  die  verschiedenen 
▼ersuchten  Ableitungen  des  Wortes  zusammen. 

*)  So  fiel  wie  Krtapen  =»  KrOmmung.  Schmeller  2,  386. 


128  1517. 

Hüetl»  das  sy  Kholpackh  nennen.  Die  Räte  stuennden  an  den  Seilln 
in  der  khirchen.  Man  hat  khain  Stuel  in  Iren  khirchen.  Der  Ertz- 
bischoff  stundt  mitten  in  der  khirchen  auf  ainer  Pün.  Der  hette  auch 
ain  Stab,  darauf  Er  sieh  mit  der  ain  Axel  lainte.  Sein  huettl  ist  nichts 
den  Tnnsem  Bischofhuetten  gleich.  Es  ist  ain  hohes  Heubl»  darauff 
etliche  Pildel  yon  goUd  vnnd  Seiden  gehefil.  Vnnden  herurab  ist  es 
mit  HärmbI  prftmbt»  alls  zwayer  Zwerchfinger  Prait.  Zierliche  Ornat, 
gleich  auch  die  Leuitten  oder  khirchdienner.  Man  hette  die  khirchen 
bestrftet  mit  grossen  groben  Essten.  Alls  der  E^tzbisehoff,  (den  sy 
Metropolitn  nennen),  gegen  dem  Chor  gienng,  Muest  er  die  fuess  in 
den  lanngen  Claidern  hoch  (BL  S7^.)  aufbeben,  damit  Er  rber  die 
grossen  Esste  tradt.  Darnach  wider  aus  dem  Chor  gienng  die  Brie- 
sterschaffl  wollgeziert  mit  Iren  Ornaten  durch  das  khlain  thurl,  an 
der  seitten  des  Chor,  mit  der  Process  heraus,  ynnd  truegen  etliche 
Pildnussen  gehefift  rnnd  gemallt,  Alls  saundt  Peter,  Sanndt  Nicla,  ain 
ErtzEnngl.  Dargegen  Seilen  die  leuth  mit  den  Hiem  auf  die  &d, 
Schrieen  vnnd  waindten  vnnd  Petteten,  erzaigten  grosse  Andacht. 
Damach  trueg  man  die  Pateen,  auff  des  Diacon  Haubt,  mit  dem  Prot, 
so  verwanndelt  solt  werden,  vnnd  binden  nach  den  Khelch  mit  wein. 
Das  haben  sy  auch  also  geerdt,  alls  war  es  verwandlt,  vnnd  sindt  allso 
herab,  vnnd  dann  in  mitten  der  khirchen  wider  auf,  vnnd  durch  die 
thflr  in  Chor  ganngen,  vnnd  das  Ambt  gehallten.  Es  ist  khain  khir- 
chen, die  mer  dann  ain  Alltar  het.  In  khainer  khirchen  bellt  man  im 
tag  mer  dann  ain  Mess.  Khain  khirchen  ist  on  ain  Briester ,  khain 
Briester  ist  on  ein  Diacon,  vnnd  list  khainer  khain  Mess  oder  anndern 
Gotsdiennst  in  der  khirchen ,  es  sey  dann  der  Diacon  darbey.  Khain 
Briester  (BL  58',)  oder  Munich  verriebt  sein  aufgeseczt  gebet  on 
ain  Pildnuss. 

Khainer  wierdt  zw  Diacon  geweiht.  Er  hab  dann  aine  zw  Weib 
fUrgenomen,  vnnd  nimbt  die  sambt  der  Weich.  Wo  aber  die  filrger 
nomen  Praut  nyt  ain  es  gueten  geruechs  ist.  So  gibt  der  Bischoff  dem 
die  nit,  sonnder  ain  anndere,  die  ain  gueten  namen  hat.  Vnnd  dann 
gibt  er  sy  zusamen,  vnnd  weiht  den. 

Der  Grossfiirst  hat  weitte  Lannd  vnnd  gebiet.  Von  dann  geen 
Grossneungarten  Rait  man  hundert  vnnd  zwaintzig  meill.  Von  dann 
geen  Pleskhow  funfRzig  vnnd  noch  mer  meilln  hintzt  an  die  Leyff- 
lenndische  Gränitzen.  Aber  von  der  Hosqua  geradt  in  mitte  nacht 
geet  das  gebiet  mer  dann  drey  hundert  meiln  an  das  gefrorn  oder 


1517.  129 

Eysig  H5er.  Durch  das  Lannd,  Dwina  genannt »  Nach  dem  grossen 
wasser.  So  daselbstn  durch  das  Lannd  in  das  Eisig  Möer  Rindt.  Vnnd 
haist  darumb  Eisig,  dieweill  ynsSglich  vill  ynnd  grosse  flQss  darein 
Rinnen»  die  bringen  nach  der  Zeyt  vill  Eyss  mit  sich.  (BL  S8^,) 
Das  bleibt  lanng  der  orten.  Dann  zwischen  Mittemacht  vnnd  aufganng 
der  Sonnen  Rait  man  nit  nach  den  Meilin,  So  khan  man  nit  annders» 
dann  nach  den  Tagraisen  Raitten.  Durch  die  wälder  vnnd  im  Summer 
mues  man  nach  den  pächern  ab  ynnd  wider  auffarn,  ynnd  ye  die 
Schiff]  yber  Lannd  auf  ain  halbe  oder  ganntze  meili  ziehen.  Durch 
das  gross  Permia  ^ ,  ynnd  yber  ain  gross  wasser  ynnd  GepQrg »  die 
baide  sy  petzora  nennen ,  ist  yill  mer  dann  vierhundert  meill  dahin 
zuraitten.  Vnnd  dann  khumbt  man  zu  den  Jugritzen.  Das  sollen  die 
rechten  Hungern  sein »  dauon  sy  Iren  yrsprung  haben.  Vnnd  dann 
furaus  zw  dem  grossen  Chan  von  Cathaia.  Chan  ist  nach  derselben 
Lanndtsort  sprach  ain  Khfinig  genennt.  Herab  bass  gegen  dem  Auff*- 
gaang  ist  ain  Lannd»  genannt  yiatka  *)»  das  ist  in  seer  grosser  wild- 
nuss.  Raint  an  etliche  Tartern:  Tumenskhy,  Schibansky  vnnd 
Casantzkhy  etc. 

Dann  gerad  in  Aufganng  der  Sonnen  fliessen  die  wasser  ab. 
Volga  vnnd  Mosqua  (?)  khumbt  (BL  SO"".)  darein  för  Casan»  ist  aim 
Tarterischen  Khunig  *).  Rait  man  von  der  ^osqua  hundert  vnnd 
Sibentzig  meill.  Darnach  gegen  dem  Mittentag  ist  nit  vill  vber  Sechs 
ynnd  dreissig  meill  bewonndts  Lannd  zw  dem  fursstenthumb  Resan  ^). 
Ist  noch  Reissisch.  Darnach  geet  vber  den  Nambhafllen  fluss  Tanais  ^ 
das  willd  velld»  darinn  niembt  Heuslichen  wonndt»  hintzt  an  Asoph, 
dem  TQrggen  Zinsspar.  Die  Stat  am  Tanais,  den  die  Moscouitter  Don 
vnnd  die  Tattern  Edl  nennen,  nahenndt  da  der  in  das  gemöss,  Meottis 
genannt,  feilt,  vnnd  herumb  pass  geen  Precop  die  Tartarey. 

Aber  nachner  gegen  dem  Niderganng  ist  ain  Lannd,  genannt 
Seuera,  dem  GrosfÜrsfen  zuegehörig,  vnnd  Raint  auch  an  die  Wilden 


^)  £in  ehemaliges  Herzogihum  an  der  Grenze  ?on  Sibirien,  die  jetzige  Provinz 

Permi en  im  asiatischen  Russland. 
*)  Die  jetzige  Prorinz  Wifitka  oder  Wiäzk. 
')  ^ist  ain  Tarterisclier  Khunig''  die  Handschrift. 
*)  Das  Gourerneroent  Rjfisan  mit  der  Hauptstadt  gleiches  Namens  am  Flusse 

Oka. 
^)  Das  ist  der  Don  und  die  kalmückischen  Steppen. 
Fontes.  VIII.  9 


130 


i517. 


relder.  Von  der  Mosqua  an  dieselb  Gränitzen  bey  hundert  vnnd 
Seehtzig  meillu.  Dann  noch  vesster  gegen  dem  Niderganng  ist  das 
wasser  Boristhenes  Lateinisch,  Aber  Reissisch  Dnieper  genannt.  Ain 
ferren  weeg  yber  sich,  die  Gränitz  zwischen  Moseouitter  vnnd  Lytten, 
hintzt  an  Dobrowna  0-  D^^  Schloss  nahenndt  ob  Orssa.  Von  dann 
geen  Polotzkho  (Bl.  59^,),  ist  auch  Lyttisch,  an  dem  wasser  Duina, 
dauon  yorgeschriben  ist.  Vnnd  dann  mit  Leyflanndt  nach  der 
lennge.  etc. 

Am  abennt  Symonis  ?nnd  Jude  (37.  October)  was  ich  mit  den 
Lytten  am  morgenns  zu  hanndlen  geen  hof  eruordert.  Was  yasst 
Nass  ynnd  khotig.  Alls  wir  wider  zw  Herberg  Ritten ,  was  so  hart 
gefrorn,  das  wir  ganntz  truckhen  betten  zureitten. 

Belib  allso  in  der  Stat  Mosqua  Ainynnddreiasig  wochen.  Fertigt 
mich  woll  ab  mit  Zobelln,  Härmln,  Schonberg*),  Costlichen  geselchten 
yischen,  Beluga  genant,  Rossen,  Schlitten.  Muest  mein  weeg  auf 
Schmolenskho  nemen.  Meine  phärdt  zugen  yon  Grossnewgarten  hinder 
sich  durch  Leyfflanndt,  ynnd  khamen  geen  der  Willd  zw  mir.  Mein 
weeg  aus  Mosqua  was  nach  Mosaysco  *)»  Achzehen  meill;  geen  der 
Viesma*),  Sechsynndzwaintzig;  geen  Drohabusch»)  am  Nyeper,  Ach- 
zehen, ynnd  geen  Smolenskho,  Achzehen.  Noch  füren  zwelf  meill,  ist  die 
Gränitz  an  ainem  Fach.  Da  lagen  wir  die  annder  Nacht  ynnder  dem 
Himmel  (BL  60""),  in  grossem  Schnee  ynnd  Khellten.  Der  Fach 
bette  khain  Eyss,  alls  wir  Abennts  khamen,  am  morgenns  füert  ich 
all  mein  Schlitten  yber  das  Eyss.  doch  nuer  mit  den  Leuten,  die  Ross 
trib  man  an  ainer  Clingen  <)  yber,  do  das  wasser  nit  gar  yberfrom 
was.  Hintzt  her  hat  man  mich  aus  Smolenskho  mer  dann  mit  zwey 
hundert  phärdten  beglaitt.  etc. 

Darnach  zoch  ich  Acht  meill  geen  Dobrowna  in  Litten,  ynnd  yier 
geen  Orssa.  (Die  baide  ligen  am  Nieper.  Zwischen  den  zwayen 
fleggen  ist  die  Schlacht,  wie  die  Moseouitter  erlegt  sein,  am  Achten 


0  Dubrowna  am  Dniepr  im  GourernemeDt  Mohilew,  nieht  weit  ¥on  Ortht,  am 

nämlichen  Flusse  gelegen. 
'^)  Vielleicht  Felle  von  Wieseln.  Yergl.  Schmeüer  1.  e.  3,  369. 
^)  Mozaisk,  vierte  Poststation  von  Moskau. 
^)  Wiazma,  achte  Poststation. 
^)  Drogobus,  die  eilfte  Poststation. 
')  Eine  enge  Schlucht,  ein  schmaler,  tiefer  Graben.  Sehmeiler  t,  359. 


1517etlM8.  131 

tag  Septembris  1514.  Jar,  geballten)  0  ^^^  dannen  geen  Borisow, 
an  dem  wasser  Beresina.  Dann  am  15.  geen  Bielsko.  Am  16.  geen 
Crastinowsky;  den  17.  geen  Marcbouo;  am  18.  geen  Desebinawo. 
An  dem  Neunzebenden  Decembris  geen  der  Wildt  *) »  da  ieb  meiner 
Pbftrdt  erwart  bab.  Der  KbQnig  was  yerrugkbt  etc. 

Am  dreissigisten  tag  geen  Trockby  »),  vier  meill  von  der  Wildt, 
Allain  die  Auroxen  in  dem  Tbiergarten  zubeseben.  Da  lued  (BL  6&.) 
micb  der  Voiuode,  Herr  Gregor  Radonil  *),  ynd  Ass  mit  dem  Scbeacb- 
met,  dem  Tateriscben  Kbonig  Sauolsky  »)»  der  da  Enntballten  ward. 

1518. 

January. 

Am  Anndern  geen  Moroscbopi;  Am  vierten  geen  Grodno;  Am 
f&nfilen  geen  Grinkj  •);  Am  6.  geen  Narew;  Bielsko;  Briesti;  Lamass. 
Geen  Partzow  in  Polin;  Labiin;  Vrsendorff;  Sandomier;  Polonitxa; 
Newstat-Gortzin.  Den  24.  geen  Prostouitz,  vnnd  am  fünff  vnnd  zwain- 
tzigisten  January  geen  Crackbaw.  Da  bat  micb  der  KbQnig  wol  ge- 
ballten vnnd  Eerlicben  abgefertigt.  Von  der  Mosqua  bintzt  Crackbaw 
bin  icb  auff  kbain  Boss  kbomen.  Am  Secbsten  febmary  zocb  ieb  noch 
mit  allen  meinen  Scblitten,  die  icb  zw  der  Mosqua  aufinerte,  vnnder 
das  Scbloss  Lipouetz ;  Auscbwytz ;  (Bl,  6V,)  Pless ;  Scbwartzwasser ; 
FreystAtl;  Ostra ;  Titzein;  Weissenkbircben;  Lipnickb.  Alls  icb  auf 
Andertbalbe  meill  Yon  Obnuntz  kbamb,  Enntgegnet  mir  ain  wolbe- 
zecbter.  Der  vnndterstuenndt  sieb  selb  dritter  meine  leutb  zuscblaben. 
Ime  ward  sein  tbaill  9*  Darumb  ich  vill  muee  zw  Olmuntz  bette. 


0  D.  i.  die  Schlacht  swisehen  Cztr  Basih'us  und  König  Sigmund  II.  von  Polen. 

»)  WUno. 

»)  N.  Troki,  westlich  ron  Wilno. 

^)  D.  i.  Radsiril.  Adelung  S.  98. 

^)  D.  i.  dem  ehemaligen  Chan  der  Sawolskischen,  d.  i.  jenseits  der  Wolga 
wohnenden  Tartaren.  Adelung  S.  99. 

*)  Krynki,  sfidlich  ?on  Grodno.  Von  da  nach  Narew  am  gleichnamigen  Flusse, 
nach  Bielsk,  Brest,  Lomazy,  Parczow,  Lublin,  Urzedow,  Sandomirz,  Pole- 
niec,  Nowemiasto  Korczin,  Proszowice  and  Krakau»  alles  in  sfldwestlicher 
Richtung  ron  Krynki. 

^)  Nicolaus  Tschaplitz  ron  Altendorf,  ein  mfthrischer  Edelmann,  der,  als  er 
durchaus  nicht  weichen  wollte,  ron  einem  aus  Herbersteins  Gefolge  mit  der 
Armbrust  rom  Pferde  geschossen  wurde.  Adelung  1.  c.  S.  101. 

9* 


132  1518. 

AUain  ymb  der  Moscouittischen  Potschaflft»  die  ich  mit  mir  fürte»  mit 
denen  muest  ich  sicher  Raisen.  Rit  also  mit  glaidt,  das  ich  hart  vber- 
khamb,  nach  Wischa  vier  meill.  Wistemitz  fünf  meil,  mnd  Niools- 
purg  ain  meill.  Ist  noch  Märherisch»  Wiewol  das  vber  die  Teya  gegen 
Österreich  ligt.  Von  dann  geen  Histelbach  drey  meih  Tnnd  geen 
Wienn  Sechs  meill»  dahin  ich  am  Zwaintzigisten  January  khomen 
bin.  Meine  Schlitten  mit  mir  auB  der  Mosqua  darbracht. 

Derselben  Zeyt  was  es  nit  gar  sicher  in  Österreich  ynnd  den 
anligunden  Lannden  zuraisen.  Von  Niclspurg  hintzt  geen  Wienn  Riten 
nebenher  etliche  verdachte  Personen.  Zw  Wienn  merckht  man  die 
auch  in  etlichen  (BL  61^.)  Heusem.  Darumb  ich  aber  in  die  New- 
stat ?nnd  auch  für  Neunkhireben  mit  sicherhait  geraist  bin.  Zw 
Schadwienn  beualch  ich  die  Thor  am  Marckht  zuschliessen.  Mit  dem 
laMarcio.  (H.)  khamb  ich  in  das  Gepürg»  vnnd  zohe  nach  Muerzueschlag,  Prugkh 
an  der  Muer,  Leobm,  Mauterdorff,  Rottenman,  Schladning.  Vnnd  dann 
in  des  von  Saltzburg  Latmd :  Rastat,  Weruen»  Saltzburg,  Vdhingen. 
Durch  das  Bayrlanndt:  Albersham  vnnd  Rosenham.  Damach  in  die 
Grafschafil  TyroU»  nach  dem  Yn,auff  Khuefstain,  Rotenburg»  Schwatz, 
Hall  im  Yntall.  Vnnd  am  zwenvnndzwaintzigisten  Marty  geen  Inns* 
prugg,  da  der  Khaiser  dazumal  was.  Nach  Verneroung  der  Werbung 
27.  Marcj.  (H.)  an  dem  Palmabennt  het  der  Khaiser  die  Potschafil  gern  zw  khirchen 
gehabt»  damit  sy  die  Ceremonien  gesehen  betten.  Aber  der  Bischof 
zw  Brychssen,  ainer  von  Schrouenstain»  dazumal  zw  Innsprugg» 
khundt  das  bey  sich  vnnd  seinen  Riten  nit  fiaden^  das  die  alls  Sds- 
maticj  in  die  khirchen  sollen  gelassen  werden.  Darumb  (BL  62''.) 
zohe  der  Khaiser  geen  Hall»  vnnd  beualch  mir  die  PottschaflRen  auch 
dahin  zubringen.  Damit  die  in  seiner  Maj.  Capellen  bey  dem  Gotts- 
diennst  warn.  Die  Cantrey  sanng  mit  halber  Stimb»  des  Inen  ganntz 
angenämb  was  zuhören. 

Die  Moscouittische  Raiss  nutzt  mir  höchlich^  dann  mein  ausrich- 
tung  vnnd  anzaigen  der  frembden  Nation  sitten»  wesen  vnnd  Ceremo- 
nien waren  dem  Khaiser  angenämb,  Allso  das  Herr  Matheus»  Cardinal 
zw  Saltzburg,  darnach  zw  mir  sprach:  «Ich  wäre  in  grossen  gnaden. 
Er  wollte  mir  weeg  vnnd  weiss  geben  ^  damit  ich  in  soltcher  gnad 
bleiben  möchte. **  Setzt  mich  Ime  an  sein  Rechte  hanndt,  sagt:  „wollt 
mein  gueter  freundt  sein.**  Mir  ward  auch  die  PhlegClam  «)  dasmalls 


*)  Bei  Schottwien  um  Fasse  des  Semroering. 


ISIS. 


133 


gegeben.  Ich  muesste  wider  geea  Hungern»  ward  allso  zw  Innsprugg 
abgefertigt,  den  zwaintzigisten  Aprillis»  sambt  der  Moscouittischen  20.  Aprii. 
Potschafft,  mit  der  ich  naeb  dem  In  ynnd  dann  der  Tbunaw  ab 
bintzt  geen  Wienn  gefarn,  vnnd  die  daselbstn  gelassen. 

Vnnd  wiewol  die  Moscouitter  sieb  der  Weiber  (Bl  62K) 
wenig  acbten,  dannoebt  *)  yergundt  der  Pot  seinen  leuten  zw  den 
gemainen  diernen,  die  dem  Hoff  naebraisten,  bey  tag  vnnd  nacbt 
zugeen.  Das  aber  daromb,  damit  sy  m5cbten  Poxenmaister  erfragen. 
Vnnd  erfragten  aneb  fhnff  derselben  Person«  die  sy  bestellten»  vnnd 
scbickbten  die  nacb  Lnbegg,  damit  sy  nacb  der  See  bin  geen 
Reff  *)  in  Leyflanndt  fuem,  von  dannen  in  das  Moscouitter  Lanndt. 
Vnnder  denen  was  ainer,  den  beredt  sein  Brueder,  der  zuuor  in 
der  Mosqua  aueb  ain  Puxenmaister  was»  ynnd  yasst  woll  gebalten. 
Noeb  traebtet  er  dauon  ynnd  ist  enntrunnen,  das  docb  wenigen 
zw  tbaill  ist  worden,  damit  er  denselben»  alls  zu  glauben  ist» 
dahin  bracbte  ynnd  sieb  seiner  widerkbunfft  nit  derffle  besorgen. 
Der  Pott  braebt  guete  gesebribene  glaidt.  Dieselben  sein  wider  in 
Teutscbe  Lannd  kbomen»  Aber  die  Puienmaister  nit,  ausserhalb 
aines»  der  war  Erplindt 

(Hier  folgen  zwei  leere  Blfttter  Fol.  63  und  64.) 

(BL  6S\)  Raiss  in  Hungern. 

Dieweil  ich  mit  der  Moseouittiscben  Pottsehafft  durch  das 
Lannd  Steyr»  Saltzburg  ynnd  Bayrn  Raiste,  ynnd  zw  Innsprugg 
yerharrte»  zobe  des  Khunigs  zw  Polin  Praut»  Bona»  Hertzogin  zw 
Mailanndt  ynnd  zw  Bary»  durch  Crain»  Steyer»  Österreich»  ynnd 
fort  durch  Märhern.  Marggraf  Casimirus  yon  Brandenburg  was 
durch  den  Khaiser  auff  die  Hochzeyt  geomndt.  Mit  dem  zoben 
auch  die  gemainclichen  in  Hungern  geschickht  sein  worden.  Die 
Hungern  aber  betten  ain  Rackhusch  yersamblt»  zw  Ofen.  Der 
baimblich  Anschlag  was:  Nachdem  der  Khunig  Jung  etc.»  ainen 
Gubernator  zusetzen.  Das  sollte  Graf  Hanns  yon  Zyps  sein  ge- 
west.  Dem  aber  furzukhomen»  schickht  der  Khaiser»  alls  ain  Mit- 
gerhab»  neben  dem  Khunig  zw  Polin,  sein  PotschalR:  Herrn  Veiten 


^)  „Noch  dannocht*'  die  Handschrift. 
«)  Reral. 


134 


1518. 


Strein,  Herrn  zw  Schwarzenaw ,  mich,  ynod  VIrichen  Pernegger 
zw  Khonig  Ludwigen  in  Hungern.  (Bl.  65^.)  Ich  vnnd  Pernegger 
20.  April,  schieden  von  Innspnigg  am  zwaintzigisten  Aprillis.  Fuern  allso  sambt 
der  Moscouittischen  Potschafft  ab  geen  Wienn ,  da  wir  ynnsem  mit- 
yerwonndten  fannden»  ynnd  mit  ynns  namen.  Füem  auf  Cotschy- 
wägnen,  die  man  allso  nennt,  nach  ainem  Dorffbey  zehen  meilln  diss- 
halb  Ofen,  die  mit  dreyen  phftrdten  neben  einannder  lauffenndt  ge- 
ftiert  werden.  Ynnd  derselben  zeyt  khain  Eisen  oder  gar  wenig  daran 
was.  Fuern  yier  Personen  sambt  dem  Fuerman ,  ynnd  lauffen  in  tag 
ynnd  nacht  yon  Ofen  geen  Wienn.  Sein  wol  gemessner  zwo  ynnd 
dreissig  meilln.  Ynnd  fuettern  doch  alle  mall  nach  fttnff  oder  Sechs 
meillen.  Ynnd  zw  Rah,  am  mittl  des  weegs,  namen  sy  anndere  Phftrdt. 
Ynnd  ist  ain  gar  bequeme  fiter,  das  ainer  sein  Pett.  Claider,  Speiss 
ynnd  trannckh,  des  man  der  Ennden  notdurfftig,  mit  fuern  mag.  Khain 
schwäre  fuer  thun  sy  nit 

(Bl.  66'.)  Da  zw  Ofen  hiellt  man  ain  Rackhusch,  das  ist  ain 

yersamblung  alls  ain  Lannd  oder  Reichstag.  Allso  genannt  yon  ainem 

Platz  nahenndt  bey  Pescht,  So  gegen  Ofen  yber  ligt,  da  man  gemai- 

fDerstiad.  (H.)  nigclicheu  die ycrsamblung d 0 8  A  dels  f  gehallten,  ynnderdemHimel. 

Derselb  platz  hiess  Rackhusch  9« 

Der  Babst  schigkht  ainen  mflnich,  prediger  ordenns,  Brueder 
Niclas,  ain  Edlman  aus  Meissen,  gebornner  Schonberger.  Yom  Khunig 
zw  Polin  was  herr  Anndre  Tantzinskhy,  der  nachmalls  durch  mein 
befurderung  mit  allen  seines  Namens  Gegräuet  ward,  ynnd  ain  Brobst 
Carnocowsky  mit  Ime.  Wir,  die  Khaiserischen  ynnd  Polnischen, 
hiendln  ain  sach  ynnd  yertreulich.  Der  Bäbstisch  erzaigt  sich  so  guet, 
das  wir  Achteten,  Got  bette  den  gesanndt.  Er  hiendl  ynnsere  sachen 
Pass,  dann  ynnsere  Herrn ,  ynnd  wir  gedacht  betten  oder  hanndlen 
khündten.  Zwletzt  sagtn:  „Er  bette  die  sachen  nach  ynnserm  willen 
beschlossen.**  Ynnd  was  doch  das  widerspill.  Alls  nfimblichen 
(BL  66^.)^  bot  er  die  sachen  dahin  bracht,  das  sein  Herr  ain  Haubt- 
man  in  Hungern  setzen  wollt,  der  Ime  ynnd  sonnst  niembt  gelobt  ynnd 
yerpunden  sein  sold,  des  wider  ynnsere  beuelch  was.  Er  torste  ynns 
allen  ynnder  Augen  sagen :  « wir  betten  das  mit  Ime  allso  beschlossen, ** 
Ynnd  alls  wir  guetlichen  yerwandten:  „das  er  sich  des  ennthiellt 
zureden ,  dann  wo  wir  das  gethon ,  betten  wir  wider  ynnser  beuelch, 

<)  Rikos. 


1S18.  135 

Aid  vnnd  phlichten  gethan.  So  sein  wir  noch  nit  von  sinnen  khomen, 
das  wir  ain  soliehes  thun  solten.**  Er  was  so  torst  vnnd  verharrt, 
daromb  ich  Ime  sagte:  „solt  sieh  Pass  bedennckhen  was  er  Redte» 
dann  so  wir  ynnser  selbst  nit  versehonndten,  ymb  das  wir  zw  baiden 
thailln  so  grosser  vnnd  mfiehtiger  herm  Potsehafilen  warn,  Ime  wurde 
ain  billiehe  Anntwort  eroollgen.** 

Dem  Khaiser  was  asuuor  geschriben,  das  sich  der  Brueder  Nicias 
so  woll  hielit.  Darumb  der  Khaiser  mit  demselben  brieff  vor  villen 
Leuten  sprach:  „Da  hab  ich  khundtschaffl ,  (BL  67".)  das  der 
Hunich  fnimb  ist,  Tor  dem  man  mich  aus  Rom  gewarnnet  hat.**  Alls 
aber  die  nachhanndlung  zw  dem  Khaiser  khamb ,  sprach  der  Khaiser 
wider:  ,»Der  Munich  ist,  wie  er  mir  zuuor  aus  Rom  geschriben  ist 
worden.*'  Des  Munichs  hanndlung  khamb  in  khain  volzug.  Es  ward 
auch  khain  Gubemator  ftirgenomen. 

Ach  Gottl  was  grosses  wesenns  vnnd  Pomp,  oder  ob  man  die 
wahrhait  dörfile  sagen,  grosser  Hochfart  dazumall  in  Hungern  gesehen 
was.  Das  maiste  von  den  Bischouen ,  vnnd  gleichwoll  auch  von  ett- 
lichen  weltlichen  Ambtleutten.  Wie  sy  mit  grosser  Anzall  der  Phärdt, 
gerttsst  vnnd  Hussarisch,  mit  Silber  ynnd  Gold  geziert»  da  eingeritten 
sein!  Wie  Ire  Trumetter  zw  den  Malzeiten  in  allen  Gassen  gehört 
sein  worden !  Wie  grosmechtige  Panckhet  vnnd  Mallzeit  sy  gehallten ! 
Ire  rill  dienner  da  woll  geclaidt  gestannden.  Mit  yill  vnnd  grossen 
Hauffen  sy  geen  hof  ynnd  vber  die  gassen  ganngen,  oder  geritten. 
(BL  67^)  Ir  Khunig  ofil  nit  gehabt  sein  notdurffti  Wann  die  Pot- 
schaSlen  sollten  mit  khlainer  verEerung  abgefertigt  werden,  hat  man 
erst  mit  Wuecher  soliehes  muessen  aufbringen  ynnd  aufschwern.  Es 
hette  ein  soliche  gestallt,  alls  sollte  Es  nit  lanng  geweren. 

Wie  Ich  wider  khamb  zw  dem  Khaiser  geen  Augspurg,  do  dann 
der  letst  Reichstag  durch  sein  Maj.  gehallten  ward ,  gleichwoll  von 

Am  6.  Decembris  15S6,  ynd  am  4.  aprilis  1557,  hat  mir  Don 
Diego  Lasso  gesagt:  „Der  herr  Nicias  von  Schonberg,  Ertzbischolff 
zu  Capua,  hat  dem  Neu  Erweitem  Pabst  Paulo  dem  (IV.)  die  vnder- 
weisunggebn:  „Soll  vast  redn.  Damit  die  Cristn  furstn  einig  sein 
soldin.  Aber  alln  yleiss  haben»  die  In  Zwitracht  zu  erhalten.  Derglei- 
chen ymb  haltung  des  Concils,  aber  khaumb  gestatn.  Soll  sich  auff 
khain  parthej  seczn.  So  wurde  er  ain  mitler,  Dan  sein  sachn  schafTn. 
Von  dem  wurd  sein  macht  vnd  hohait  wagsn.**  (H.) 


136  i518. 

seines  Enengkhlen  Hertzog  Carln,  Khunig  in  Hispanien,  wegen,  den 
zw  Römischen  Khunig  zw  erwellen.  So  khamb  doch  Hertzog  Virichs 
zw  Wirtemberg  Sachen,  Alls  Ludwig  von  Uuetten  erschossen  vnnd 
gehennckht  ward,  da  zuhanndlen.  Der  Hertzog  ward  in  die  Acht 
erkhanndt.  Durch  den  Khaiser  selbs,  am  Rathaus  zwAugspurg,  dabey 
Ich  mit  anndern  seiner  Maj.  Räten  auch  gesessen  bin.  Ain  Bischof 
von  Refl,  gebornner  von  Plannckherfeld,  bracht  dem  Ertzbischof  zw 
Mentz  ain  gnad  von  Rom.  Die  verpot  der  Khaiser  dun^  mich,  die  zw 
öfihen  ynnd  zuuerkhflnden.  Da  khamb  auch  Marthin  (^BL  68*.) 
Luther  auff  glaidt,  ynnd  zoch  auch  sicher  wider  haimb.  Ich  ward 
krannckh,  vnnd  lag  im  HoUtz  Guaiacano  ^),  yasst  der  Ersten  ainer, 
vnnder  Ir  yier  oder  flinffen.  Die  Ertzney  ward  erst  in  brauch  khomen. 
Der  Khaiser  zoch  dann  geen  Innsprugg.  Daselbst  hin  khamb  ich  am 
Ersten  Nouembris.  Von  dann  zoch  der  Khaiser  geen  Wells,  Inns  Land 
ob  der  Enns.  Dahin  warn  eruordert  Die,  so  auf  beger  der  Lanndt- 
schafilen  zw  Hofräten  aufgenomen  selten  werden.  Der  Khaiser  wardt 
schwach,  Ee  wann  Er  geen  Wells  khamb. 

Raiss  geen  Saltzburg  mit  nachuolgender  Instruction: 

Maximilian,  yon  gottes  genaden  Erwellter  Römischer  Khaiser. 

Instruction  auff  ynnsern  getreuen,  lieben  Sigmunden  yon 
Herberstain,  vnnsem  Rat,  was  (BL  68^,)  Er  yon  ynnsern  wegen 
hanndlen  ynnd  ausrichten  soll. 

Er  soll  yon  stundan  ziehen  zw  ynnserm  lieben  Freundt  ynnd 
furssten,  dem  Cardinall  yon  Gurckh,  ynnd  seiner  lieb  anzaigen: 
Nachdem  wir  yernemen ,  das  sein  lieb  in  den  Irrungen,  so  sich  zwi- 
schen ynnserm  Fürsten,  dem  Ertzbischoue  zw  Saltzburg,  Auch  Techannt 
ynnd  Cappitl  daselbs  hallten,  zw  guetlicher  handlung  ainen  tag  ange- 
setzt. So  haben  wir  nit  ynnderlassen  wollen,  zw  Fürderung  guetlicher 
hinlegung  solicher  Zwispallt,  ainen  ynnsern  Rat  sambt  seiner  Lieb 
ynnd  derselben  Räten  zw  den  Sachen  zuschigkhen ,  ynnd  allso  obge- 
nannten  yon  Herberstain  darzue  yerordennt. 

Der  soll  auf  den  angesetzten  tag  ynnserm  Furssten  dem  Ertz- 
bischof, Auch  Techannt  ynnd  CapitI,  ynnd  darzue  dem  Ausschuss  yon 


^)  Das  heisst:  erkrankte  an  der  Lnstsenche,  gegen  welche  man  lignnm  guaiaci 
zu  verordnen  begann. 


1518. 


137 


gemainer  Lanndtschafil  Sallfzburg  Yonsere  Credenntzbrief  yberannt- 
Worten.  Darauff  ynnser  gnad  rnnd  alles  guet  sagen. 

(BL  69''.)  Vnnd  darnach  mit  sambt  dem  Cardinall,  oder  seinen 
geordennten  Räten  die  Irrungen  zwischen  dem  Bischof  vnnd  Capitl, 
Tnnd  nämblieh  was  hieuor  darinn  gehanndelt,  vnnd  wie  sy  noch 
heuttigs  tags  gestallt  ynnd  gelegen  sein ,  yememen.  Vnnd  aaf  Tor- 
beschehen  handlungen»  zw  guetlicher,  yolkhomner  hinlegung.  Austrag 
▼und  Ruee  aller  derselben  Irrungen»  mit  gebürb'chem  Reden  ynnd 
Persuasion  in  rnnserm  namen  das  Pesst  ynnd  nutzist  zuhanndlen  mnd 
zuschliessen  yerhelffen. 

Sich  auch  sonderlich  solicher  hanndlung  zuuor  mit  dem  Cardi- 
nall ynnd  seinen  Räten  yergleichen,  ynnd  sich  nach  derselben  ynnder- 
rieht  hallten.  Das  ist  ynnser  Ernnstliche  mainung. 

Geben  zw  Vockhlaprugkh  am  xyj  tag  Nouembris,  Anno  etc.  im 
Achzehennden,  ynnsers  Reichs  im  dreyynnddreissigisten  Jare. 

Per  Regem  Proprium.  Commissio  Cesaree 

Maj.  Propria. 
Y.  Vogt. 

(BL  69K)  Matheus»  yon  gottes  genaden  Cardinal  yon  Gurckh, 
Coadiutor  des  Stiffts  Saltzburg,  Legat  in  Germanien. 

Vnnsern  günstlichen  grues  zuuor.  Edler»  Ernuester  ynnd  hoch- 
gderter»  besonnder  lieber.  Vnnsere  Räte,  so  wir  in  der  jetzigen 
hanndlung  zw  Saltzburg  gehabt,  wie  Ir  wisst,  haben  ynns  für  ynnd 
(br  schrifiUich  bericht  Eurs  hohen»  grossen  ynnd  getreuen  yleiss»  so 
Ir  jetzt  alls  Kay.  Maj.  Gesanndter»  in  der  hanndlung  zwischen  ynn- 
serm  lieben  herrn  ynnd  Vatter,  dem  Ertzbischof  zw  Saltzburg,  ynnd 
dem  Capitl  daselbs  gethan»  ynnd  an  Euch  nichts  Erwinden  haben 
lasst.  Des  sagen  wir  Euch  hohen,  genedigen  dannckh.  Mit  Erbiet- 
tung»  des  khunfftigclich  auch  gern  ymb  Euch  zubeschulden.  In  massen 
Euch  dann  obgedachte  ynnsere  Räte,  yon  ynnsern  wegen,  weitter 
anzaigen  werden.  Die  wellet  also  yernemen,  ynnd  Euch  alles  gueten 
zw  ynnss  yersehen.  Datum  Muldorff  am  28  tag  des  monats  Nouembris. 
Anno  etc.  im  Achzehenden. 

Dem  Edlen,  Ernuessten  ynnd  hochgelerten,  ynnsern  besonnder 
lieben  Sigmunden  yon  Herberstain,  Ritter  ynnd  R5.  Kay.  Maj.  etc. 
Rate. 


138  1518. 

(Bl.  70\)  Ain  Hoffrat,  als  ain  Steyrer. 

Vnnser  freundtschafil  ynnd  besonnder  gaetwillig  dieiinst  zuuor. 
Lieber  Herr  Sigmund,  Euch  ist  moerporgen,  das  die  R5.  Kay.  Maj., 
vnnser  Allergenedigister  Herr,  enntschiossen  ist,  ainen  geordenten 
Hoffrate  zuhallten,  darinn  ynnder  anndem  ein  Steyrer  sein  soll.  Nun 
haben  wir  Euch  Irer  Kay.  Maj.  etc.  neben  anndem  angezeigt,  ynnd 
sonnderlich  gebeten.  Euch  f^r  annder  darfilr  anzenemen.  Alls  dann 
Ir  Kay.  Maj.  ainer  Lanndtschafft  ynnder  annderm  genedigclich  zu^e- 
schriben,  ynnd  in  Euch  bewilligt  haben,  etc.  Ist  ynnser  freundtlich 
ynnd  yleissig  bitten,  wellet  Euch  der  Sachen  nit  setzen,  noch  widern, 
sonnder  guetwillig  darinn  beweisen,  auch  ainer  Lanndtschafft  sachen, 
ob  die,  (allsdann  zw  zelten  beschehen  möchte),  an  Euch  lanngen 
wurden,  souil  Euch  geburet,  mit  dem  Pessten  befurdern  ynnd  be- 
uolhen  haben,  Alls  sich  dann  dieselb  Lanndtschafft  freundtlich  zw 
Euch  yersiecht.  Vnnd  nämblich  wellet  die  Kay.  Maj.  monen,  das  Re- 
giment geen  Bruckh  an  die  Muer  zulegen,  wie  sich  dann  Ir  Kay.  Maj., 
nach  lauft  der  Jungst  aufgerichten  (BL  '70^.)  Libell,  genedigclich 
bewilligt  haben.  Dann  wo  das  nit  beschdhe,  war  zubesorgen,  es 
möchte  Ir  Kay.  Maj.  an  der  anndern  bezallung  des  bewilligten  hilff- 
gellts  Irrung  ynnd  nachtaill  bringen.  Item  die  Kay.  Maj.  begert 
zuwissen,  wer  die  Comissarien  sein,  so  yon  denen  Ausschüssen,  zw 
Valuierung  der  Einreissennden  Müntz  gegen  der  österreichischen 
furgenomen  worden.  Darauff  wellet  Irer  Kay.  Maj.  anzaigen,  derselben 
Comissarien  sein  yon  der  Grafschafft  TyroU  Acht  erkhiesC.  Nämblich : 
Vnnser  genediger  herryon  Trienndt,  Dechanndt  yonBrichssen,Lanndt- 
hofmaister,  Lanndtshaubtman  ynnd  annder.  Ynnd  demnach  Ir  Maj. 
anhallten,  damit  solich  yaluierung  der  MQntz  mit  dem  furderlichisten 
beschehe. 

Item  die  Kay.  Maj.  ist  enntschiossen ,  das  die ,  so  yon  Irer  Kay. 
Maj.  Phanndtschafflen  haben,  auch  schuldig  sein  sollen  yon  denselben 
Iren  Phanndtschafften,  neben  denen  Lanndtleuten,  gleichmfissig  ROss- 
tung,  alls  yon  zway  hundert  Phundt  gellts  ain  Raisig  Phftrdt  ynnd  zwen 
fuess  khnecht  zuhallten  etc.  Darinn  wollet  Ir  Kay.  Maj.  (Bl  71'.) 
auch  ermonen  ynnd  bitten,  mit  dennselben  Phandtschafftern  gene- 
digclich zuhanndlen,  damit  es  zw  seiner  Zeyt  an  berurter  ROsstung 
khain  mangl  noch  Zerrüttung  bringe,  wie  Ir  dann  soliches  alles  zuthun 
woU  wisst.  Warinn  Euch  dieselb  Lanndtschafft  hinwiderumb  freundt- 


1518. 


139 


schafft,  gueten  willen  ynnd  diennst  beweisen  khOnden,  des  werdet  Ir 
sonnder  Zweifl  auch  muertzigen  sein.  Ynnd  wir  wellen  das  allzeyt 
fireundtlich,  willig  Tiind  gern  verdienen,  ynnd  allzeyt  thun  was  Euch 
liebet.  Datum  Grätz,  Mittichenns  nach  sanndt  Liucas,  des  heiligen 
Euangelisten,  tag.  Anno  etc.  im  Achzehenden. 

N.  die  Herrn  vnnd  Lanndtleut  in  Steyer,  yetzo  alhie  bey 

dem  Hofthaiding  yersambellt. 
Dem  Edlen,  Gestrenngen  Ritter,  Herrn  Sigmunden  von  Herber- 
stain,  R5.  Kay.  Maj.  etc.  Rate,  ynnserm  besonndem  lieben  ynnd  gueten 
freunde. 


(BL  71K)  Maximilian,  yon  go tt es  genadenE.  Romischer 

Khaiser. 

Getreuer  lieber.  Auff  dein  schreiben,  darinn  du  ynns  mit  etwas 
beschwfirung  anzaigst.  Wie  dier  vnnser  Lanndtschafll  Steyr  geschri- 
ben,  das  sy  dich  vnns  zw  ainem  Hoffrat  angezaigt,  vnnd  wir  dasselb 
bewilligt,  darauft'  sy  an  dich  begert  haben,  soliches  anzunemen,  Geben 
wir  dier  zuuersteen ,  das  es  nit  die  mainung  hat,  Alls  ob  dw  deines 
diennsts  bey  vnns  vnnd  in  ynnserm  Rat  enntsetzt  sein  sollest,  Sonnder 
wo  dw  ynns  yon  ainer  Lanndtschaffl  gleich  nit  angezaigt  wärest,  dw 
wie  Yorhere  beliben.  Aber,  alls  ynns  yegclich  Lanndt  etlich  Rftt,  die 
ynnser  Lanndtleut  sein  sollen,  angezaigt  haben,  daraus  wir  yon  yedem 
Landt  ain  Person  in  ynnsern  Hofrat  furzenemen  bewilligt,  ynnd  dann 
die  Steyrer  dich  ynnder  annderm  Nominiert,  So  haben  wir  dich  fikr 
annder  gekhiesst,  damit  der  Steyrer  stat  zw  ersetzen,  ynnd  allso  dier 
zw  Eern  ynnd  gnaden.  Das  wollten  wir  dier  nit  yerhallten. 

(Bl.  72*.^  Verrer  Emphelhen  wir  dier  Ernnstlich,  das  dw  dich 
an  deinem  zug  zw  ynns  herab  geen  Lynntz  ynnder  wegen  zw  ynnserm 
lieben  freundt  ynnd  f&rsten,  dem  Cardinal  yon  Gurckh ,  geen  Müldorf 
fQegest,  Also,  das  dw  auff  den  Neunzehennden  tag  dits  Monats  dsiselbs 
seyest,  ynnd  an  ynnser  stat,  neben  ynnd  mit  sambt  seinen  Räten  ynnd 
yerordennten,  zw  guetlicher  hinlegung  der  Irrungen  zwischen  dem 
Ertzbischoffe  yon  Salltzburg  ynnd  Dechanndt  ynnd  CapitI  daselbs  zw 
hanndlen  yerhelffest  Wir  fertigen  dier  auch  darauff  ain  Instruction 
ynnd  notwenndig  Credenntzbrief,  die  dw  bey  dem  Cardinal  finden 
wierdest.  Das  wollten  wir  dier  nit  yerhallten.   Vnnd  dw  thuest  daran 


140 


1518. 


vnnser  Ernostliche  maiaung.  Geben  zw  Khuefstain,  am  Neunten  tag 
Nouembris.  Anno  etc.  im  xviij  ynnsers  Reichs  im  jinif  Jare. 

Vnnserm  getreuen,  lieben  Sigmunden  yon  Herberstain» 

ynnserm  Rate. 


Daher  gen  weis 
wardn  beschiedn, 
die  den  hoffrat 
hettn  solin  be- 
sitzn  von  Reichs 
wegn. 

Herr  PauJs  von 
ObersUin,  probst 
zw  Wien. 

Doctor 

Lamperter , 
von  Osterreich. 
Herr  Cristoffvon 
Ludmostorff, 
von  Steyr. 
Herr       Sigmund 
von  Herberstain, 
von  Kharntn. 
Herr  Philips  von 
Wixnstain , 
von  Crain. 
Herr    Peter   bi- 
schouezwTriest. 

Ob  der  Enns : 
Graff  Georg  von 
Scbaunburg. 

Von  TypoU  : 
Herr  Oswald  von 
wolkhnstain. 
Herr  Jörg    von 

Freundsperg, 

von      vordern 
Landn      desha.lb 
Rheins.  * 

Herr  walthasar 
brobst  zw  wait- 
khirch ,  enthalb 
Rheins. 

Herr     Symon 

Sigmund    von 

PfOerdt. 


(Bl  72^  Dieae  ganze  Seite  von  Herbet$iein9  Hand,)  Am 
Erstn  Jeners  hat  der  Kayser  noch  die  Englisch  potschafit  gehört 
Am  Neintn  Sich  mit  dem  Sacrament  versehn. 
Am  tzehnden  sein  Testament  yerzeichent.   Die  nacht  darnach 
wollgewest. 

Am  Aindlefflen  gar  schwach,  vnd  nimer  zeichnen  mugn.  Die 
Yolgund  nacht,  gegn  dem  zwelfften  tag,  zwischn  dreien  ynd  riem ,  In 
got  Terschiedn. 

Am  Sechtzenden  tag  habn  die  Nachyolgenden  die  ieich  gen 
khirchen  getragn : 

Graff  Georg  von  Scbaunburg. 
Graff  ....  yon  Westerburg. 
Graff  Georg  von  Helfnstain. 
Herr  Jan  von  Caniza. 
^^err  Osswald  vpn  Wolkhnstain. 

Herr  Schenckh  Philips  von  Limpurg,  Semperfrej. 
Herr  Cristoff  von  Ludmostorff. 
^Herr  Georg  yon  Freundsperg. 
Herr  Symon  Sigmund  von  Pfierd. 
Herr  Wolff  Jorger,  Landshauptm.  ob  der  Ens. 
Herr  Georg  von  Emershofn,  Stalmaster. 
'Herr  Veyt  von  Thurn. 
^  Herr  Sigmund  von  Herberstain. 
Herr  Frantz  von  Khastlalt 
Hanns  Meixner,  Furschneyder. 
Casper  vnd  gregor  Rauser. 
Zwen  Hessn. 

Herr  Andre  yo(|t  Liechtnstain,  von  Tyrol. 
Herr  Tilman  von  premen. 
Herr  Symon  von  Pfierdt  vnd  Her  Jörg  von  Freuntsperg  wordn 
furgenomen,  die  beglaittung  zu  verordnen.  Tailtn  die  klainater  zw 
tragn.  Steyr,  Karntn  vnd  Crain  nichts  verordent  Das  widersprach  ich, 
derhalben  wardn  die,  ausser  des  schwerdt,  alle  auff  die  paar  gelegt. 


1519.  141 

1519, 

(BL  73*,)  Khaiser  Haiiinilian  hat  im  verganngenen  Jar  den 
Reichstag  sw  Augspurg  gehallten.  Zoche  darnach  geen  Ynnsprugkh 
wider,  dann  an  aller  Seeintag  den  anndern  tag  Nouembris  ward  etwas 
schwach  worden.  Ich  khanib  gleichwoU  geen  Innspmgkh,  aber  gienng 
nicht  geen  hof,  sonnder  zw  Strasswalhen  errith  Ich  sein  Mt.  Gienng 
ich  neben  der  SenniRen  vnnd  yerricht  mein  sach.  Da  sähe  Ich  sein 
Mt.  schwach,  die  Augen  warden  alls  gelb  zu  sehen.  Da  sein  Mt  geen 
Wells  khamb»  ward  ye  lennger  ye  schwecher,  ynnd  am  zwelfilen  tag 
Jenners»  ymb  die  dritt  stundt  Tor  tags,  Todts  yerschiden.  Des  Leych 
Ich  neben  anndern  hab  geholffen  in  die  khirchen  zw  tragen.  Got 
waiss,  das  mir  mein  hertz  ynnd  Leyb  beschwort  was !  Da  warde  auch 
ain  Zwisth  yon  w^en  der  Clainater,  alls  Cron,  Zepter  ynnd  apfil  zu- 
tragen. Nachdem  yon  den  fQnflf  Lannden  Personen  eruordert  worden, 
den  hofirat  zu  besetzen,  ain  yegclichs  (BL  73^.)  Lannd  wollt  auch 
das  seynig  haben.  Alls  man  sich  aber  nit  khundt  yergleiehen ,  ward 
färgenomen,  das  die  drey  Claynater  auff  die  Paar  gelegt  ynnd  getra- 
gen worden.  Allain  der  hofraarschalch  Herr  Lieuihardt  Rauber  trueg 
das  Schwerdt  in  der  Schayden  ynnder  dem  armb. 

Seift  Mt  het  ain  Testament  yerhssen,  darinn  ynnder  anndern 
yerordennt  das  die  Regiment  in  Lannden  in  iren  wesen  ynnd  wierden 
bleiben  ynnd  regieren  sollen  wieuor,  hintzt  der  Fürssten  ynnd  Erben 
znekhiinft.  Man  fuerdt  die  Leich  auff  Wienn  ynnd  in  die  Newstat  zw 
der  grebnus. 

Nach  solichem  Absterben  hat  yegclichs  Lannd  flir  sich  selbs 
Lanndtag  gehallten,  ynnd  flirtraehtung  gethon,  wie.sy  beleiben 
möchten,  hintzt  an  der  Erbf&rssten  ankhunffl  ynnd  nach  yedes  Lanndts 
freyhaitten.  Österreich  hat  sich  aller  Forstlichen  hohait,  daneben 
peindlichem  gericht  Einnemung  alles  Camerguets,  MOntzen,  (BL  7i\) 
Enntsetzung  der  ambtleftth,  auch  des  Regiments  (angenumen),  darein 
aber  etüiche  Grauen,  Uerm,  Rytter  ynnd  Edl,  auch  die  Neustetter 
Burger  nit  bewilligen  wellen,  ynnd  sich  also  gezwayet.  Doch  der 
roerer  thaill  dem  neuen  wesen  anhengig  beliben. 

Die  yon  Steyer  haben  iren  Lanndtag  palld  nach  Lieehtmessen 
gehallten,  ynnd  bedacht,  (alls  yielleicht  auch  Khärnner  ynnd  Crainer), 
das  sy  kb»nem  herm  schuldig  sein  die  gehorsamb  zuschwören ,  der 


142 


1519. 


Fürsst  hab  Inen  dann  zuuor  geschworen.  Haben  das  Regiment  vnnd 
Testament  in  dem  Fall  auch  nit  angenomen,  aber  in  khain  Einkhomen 
griffen,  khainen  Ambtman  yeränndert.  Alle  Gericht  sein  stil  gestann- 
den,  sy  haben  aber  beschlossen ,  innhallt  der  yerzaichnuss  wie  volgt. 

Erstlich  ist  beratschlagt:  denen  von  Österreich  zuschreiben,  ob 
Inen  gemaint  wftr,  das  sich  die  Niderösterreichische.  Lannd  durch  Ir 
AusschOss  f&rderlich  zusaroen  thfttten,  in  (Bl.  IW',)  abwesen  der 
jungen  FOrssten  vnnd  biss  auff  Ir  zuekhunfft»  von  ainer  Regierung  zw 
hanndlen,  damit  dieselben  jungen  Forsten  bei  denen  Lannden  ynnd 
hinwiderumb  die  Lannd  bey  Iren  fOrsstlichen  Gnaden  beleiben  möch- 
ten. Darneben  ain  Potschafft  zw  denselben  ynnseru  jungen  Fürsten 
fürzenemen  etc.  Wie  dann  das  schreiben  ynnd  Instruction,  desshalb 
aufgericht,  mit  mererm  Innhallt  ausweisen* 

Ist  beratschlagt:  dem  Regiment  diso  anntwort  zugeben  ynnd  in 
gemain  zustellen,  wie  dann  die  in  schrifilen  yerfasst 

Anntwort  an  das  Regiment  zw  Wienn. 

Wolgebomn  Herrn,  Edl,  gestrenng,  hochgelert,  yesst,  besonnder 
lieb  herm  ynnd  guet  freundt.  Euch  sein  ynnser  freundtlich  willig 
diennst  zuuor. 

Wir  haben  Eur  schreiben  ynnd  Instruction,  ynns  durch  die 
Edlen,  yessten  (BL  7ß\)  Liennharden  yon  Ernnaw,  Vitzdomb  in 
Steyr,  Hainrichen  yon  Traupitz  ynnd  Cristoffen  yon  Waydeckh  fürge- 
hallten,  irer  Innhallt  yemomen,  ynnd  sagen  Euch  des  getreuen, 
freundtlichen  anzaigenns  besonnder  freundlichen  ynnd  yleissigen 
dannckh,  mit  Erbietung :  was  ynnsern  genedigisten  Hermen,  denen 
jungen  Fürsten,  Khunig  Carolen  ynnd  Khunig  Ferdinannden ,  ynnser 
genedigisten  Herren,  ynnd  Lannden  ynnd  Leutten  zw  wollfart  ynnd 
guetem  khomen  soll,  das  wir  vnns  des  allzeyt  mit  dem  höchsten  be- 
fleissen  ynnd  darinn  an  ynns  nichts  erwinden  lassen  wellen ,  alls  wir 
dann  soliches  noch  zw  yerganngen  Lanndtag  bedacht,  auch  yetzo 
abermalls  darumben  yersambleth  ynnd  in  hanndlung  sein,  die  ange- 
zaigten  ynnd  anndern  notdurfflen,  souil  ynns  gehurt,  mit  dem  pessten 
zuberatschlagen  ynnd  zuschliessen.  Ynnd  so  aber  soliches  ausser  der 
anndern  Lannd  (BL  75^.^  zuethun  nit  woll  erschieslich  sein  khan, 
haben  wir  ainer  Lanndtschaft  in  Österreich  geschriben,  auch  yetzo 
den  anndern  Erblannden ,  auff  mainung,  das  ynns  f&r  guet  ansfthe. 


1519.  143 

dasselb  der  Lanndyersamblung  durch  Ir  ausschüss  fiirzunemen,  in 
zuuersicht,  sy  werden  es  nit  abschlagen.  Ob  es  aber  ye  nit  stat  haben 
wollte,  des  wir  ynns  nit  versehen,  wellen  wir  demnach  f&rnemen  ynnd 
hanndlen,  das  wir  benannten  ynnsern  genedigisten  herrn  aus  rnnder- 
thftniger  gehorsanib  rnnd  Lannden  Tnnd  Leutten  su  thun  schuldig 
sein.  Wollten  wü*  Euch  freundflicher  gueter  mainung  ynnd  zw  allem 
Pessten  nit  yerhallten. 

Ynnd  ob  die  yon  Österreich  sich  yetzberflrter  besamblung  nit 
einlassen  wollten,  nichts  weniger  will  fiir  guet  angesehen  sein,  das 
sich  die  drey  Lannd  miteinander  bereden,  ynnd  der  notdurffl  yon 
obermellten  Artickln  (BL  16*,)  ratschlagen  ynnd  schliessen,  auch 
die  yom  Lannd  ob  der  Enns  zw  sich  beschreiben. 

Es  will  yon  noten  sein,  dem  Lanndtshaubtman  ynnd  yerweser  zw 
täglichen  f&rfallenden  Sachen. LanndrSite  zuezeordnen,  mit  beuelch 
oder  gwallt,  wie  die  Jungst  yerordennten  gehabt  haben.  Ynnd  sein 
dissmalls  Argenomen:  Herr  Georg  yon  Herberstain,  Walthasar 
Gleyntzer,  Yitzdomb  yonLeybnitz,  Cristoff  yon  Räckhnitz,  Wolffganng 
yon  Sauraw,  ynnd  ainer  oder  zwen  yon  Stetten.  Die  mügen  auch  den 
Yitzdomb  alhie  zu  sich  eruordern,  ynnd  ob  not  sein  will  auch  die 
hernach  benennten  herrn  ynnd  Lanndtleut  oder  etlich  aus  Inen.  Oder 
ob  die  sach  so  gros,  noch  annder  mer,  oder  ain  ganntze  Lanndtschafll 
zw  sich  beschreiben.  (Bl.  76^.)  Ynnd  nftmblieh  für  zuereyttenndt 
Lanndtrftte  seindt  benennt:  Bischoue  zw  Segkhaw,  herr  Cristoff 
Rauber,  Yalltin  Abbt  zw  Sanndt  Lamprecht,  Graf  Georg  yon  Montfort, 
Herr  Erhardt  yon  Polhaim,  Herr  Caspar  yon  Stubenberg,  Herr  Hanns 
yon  Reychenburg,  Herr  Georg  Winckhler ,  Herr  Wilhalbm  Schrott, 
Herr  Rueprecht  Weltzer,  Thoman  yon  Mosshaimb,  Cristoff  yon  Min- 
dorff,  Erasm  yon  Sauraw,  Marschalch,  Bemhart  Stadler,  Lassla  yon 
Ratmanstorff,  Achatz  Schrott,  Georg  Tryebnegkh,  (BL  IT.)  Bern- 
hardt Hertzenkhrafit,  Hanns  Hofman,  ynnd  drey  yon  Stetten. 

Tetz  obbenannten  Lanndrftten,  wann  die  in  hanndlung  sein,  oder 
sy  auff  Emorderung  ankhomen,  solle  für  Lfiferung  gegeben  werden: 
auff  ain  Phftrdt  ain  wochen  zway  Phundt  Phening,  bringt  ainen  tag 
sibenzehen  khreutzer. 

Ynnd  s5lich  Lyferung  soll  gegeben  werden  dem  Bischoff  zw 
Seggaw  auff  siben  Phftrdt,  ainem  Prelaten  ynnd  Herrn  auff  fünff 
Phftrdt,  ainem  Ritter  auf  Wer  Phftrdt  ynnd  ainem  Ediman  auf  drey 
Phftrdt. 


144 


1519. 


Es  ist  auch  dauon  geredt,  das  solich  Lifergellt  diser  zeyt  halbs 
von  der  Fürssten  Cammerguet,  vnnd  halbs  yon  wegen  gemainer 
Lanndtschafil  bezallt  soll  werden.  Doch  nit  aus  gereehtigkhait,  sonn- 
der  denen  (Bl.  77^J  jungen  Fürssten  zw  rnnderthenigem  gefallen, 
vnnd  ainer  Lanndsehaft  an  Iren  freyhaiten  ynuergriffen.  Der  ?origen 
Lanndräte  Zerung  soll  auch,  wie  yetz  yernomen,  bezallt  werden. 
Hannsen  Hofraans  Zerung,  yon  wegen  der  Sylberlosung  beschehen, 
soll  ain  Lanndtschafil  bezallen,  vnnd  zw  seiner  zeyt  den  jungen  Für- 
sten anzaigen  ynnd  abziehen.  Von  wegen  der  Ausstftnndt ,  so  bisher 
ynbezallt  sein ,  soll  meniglich  souil  der  alhie  ynnd  noch  nit  bezallt 
haben  ermanet  ynnd  gewarnnet  sein ,  das  solich  ausstänndt  ynuerzo- 
genlich  bezallt  werden.  Welicher  aber  darüber  yerzuge,  dem  wurde 
man  durch  Phendtung  oder  einziehung  seiner  güetter  zw  sdlicher 
bezallung  bringen  müessen.  Weliche  aber  schuldig  vnnd  yetzo  nicht 
alhie  wären,  den  soll  geschriben  werden ,  sich  yetzberürter  massen 
in  bezallung  zu  schickhen. 

(BL  78*.)  Die  Rüsstung,  dauon  zu  Ynnsprugkh  beschlossen  ist, 
soll  ynuerzogenlich  ausgericht,  ausgeschriben  ynnd  geballten  werden. 
Nftmblich  yon  zwayhundert  Phundt  Phennig  ain  Raysig  Phdrdt  ynnd 
zwen  Fuesskhnecht. 

Vnnd  soll  mem'gclich  mit  solicher  Rüstung,  wie  Inen  zuege- 
schriben  wirdet,  all  stundt  gefasst  ynnd  geschickht  sein.  Also  wann 
der  Lanndtshaubtman  ynnd  sein  zuegeordennt  ainem  oder  mer 
eruordern ,  das  sy  yon  stundan  ankhomen  ynnd  in  albeg  gehorsamb 
sein. 

Ob  sich  aber  zuetrueg,  das  ain  Zug  oder  Vberfall  beschehen 
wollte,  ynnd  yetzermellte  Rüsstung,  den  yeinden  widerstanndt  zu- 
thun  zu  schwach  oder  nit  f&rträglich  wären ,  so  soll  ynnd  mag  der 
Lanndtshaubtman  sambt  seinen  Zuegeordennten ,  wie  sy  für  guet  an- 
sehen will ,  aufbietten  nach  gelegenhait  der  sachen.  Vnnd  wo  es  die 
notdurfil  eruordert,  so  sollen  die  yon  der  (Bl.  78*.^Ritterschaffl  ynnd 
Adl  in  aigner  Person  zueziehen ,  ynnd  die  yon  Prelaten  ynnd  Stetten 
die  Iren  schickhen,  in  massen  die  Ynnspmggerischen  Libell  aus- 
weisen. 

Die  Mussterung  soll  durch  den  Lanndtshaubtman  ynnd  sein  zue- 
geordennt bestellt  werden ,  im  Jar  ains  oder  zwier  zuhallten,  ynnd 
ob  es  die  notduHFt  eruordert,  Viertlmaister  furzunemen,  ynnd  ymb 
ainen  zimblichen  Solid  mit  Inen  abzubrechen. 


1519.  145 

Welicher  an  der  Mussterung  nit  woll  gerüsst  erschine  oder 
auabeleib»  dem  soll  die  Rüstung  benomen  oder  aufgebebt,  ynnd  ainem 
anndem  zuegestellt  werden. 

Item  von  der  Jungen  Fürsten  Remanentz  soll  gleichmässig  Rüss- 
tung  geballten  werden,  wie  dann  in  berürten  Libellen  dauon  be- 
schlossen ist. 

Der  Lanndtsbaubtman  vnnd  sein  zuegeordennt  sollen  allzeyt 
goet  kbundtschafft  ballten  an  den  orten»  davon  bescbedigung  zu  sor- 
gen sein. 

(BL  19^.)  Ob  ainem  Lanndtman  oder  sonnderen  Personen  ynn- 
dert  Ton  anndem  schaden  zuegefliegt  wurde»  ynnd  solicher  schaden 
an  frischer  that  nit  möchte  gerochen  werden»  so  soll  der »  so  schaden 
emphanngen»  Terror  on  willen  ynnd  wissen  des  Lanndtsbauhtmans 
ynnd  seiner  zuegeordennten  kbainerlay  Räch  noch  that  f&memen»  bey 
yenneidung  schwerer  yngnad  ynnd  straff. 

Ynnd  namblich  sollen  all  hftsslich  ynnd  ynainig  sachen  zwischen 
denen  Herrn  ynndLanndleuten  ynnd  anndern  Inwonern  diser  zeyt  aller- 
ding angestellt  sein  ynnd  yermitten  bleiben ;  welicher  aber  solichen  an- 
stanndt  ye  nit  leiden  wollte»  so  soll  der  Lanndtsbaubtman  sambt  seinen 
zuegeordennten  auff  sein  anrueffen  die  Partheyen  für  sich  eruordern, 
sy  gegeneinannder  yerhören»  ynnd  flirter  solich  ynainigkhait  guetlich 
hinlegen.  Wo  es  aber  nit  stat  bet»  ynnd  die  sachen  nit  ßr  das  Lanndts- 
recbt  gehörten»  (Bl  79K)  f&rter  der  Herrn  ynnd  Lanndtleut  ainen  zu 
sich  eryordern»  ynnd  allsdann  darinn  erkhenhen  lassen«  wie  sich 
gebflrt.  Ynnd  was  also  erkbenndt  wierdet»  das  soll  on  mittl  yngewai« 
gert  yolnzogen  ynnd  yon  khainem  thaill  abgeschlagen  werden.  Alles 
bey  yermeidung  scbwftrer  yngnad  ynnd  straff. 

Zw  Ausschflssen»  so  neben  ynnd  mit  der  anndern  Lannd  Aus- 
schüssen yon  gueter  Regierung»  auch  wie  man  ain  Potschafll  zw  den 
Jungen  Fürsten  schickben  soll»  banndien  ynnd  schliessen  sollen,  seindt 
färgenomen : 

Abbt  zw  Sanndt  Lamprecht»  Graf  Georg  yon  Montfort» 
Herr  Lienhardt  yon  Harrach»  yerweser»  Herr  Hanns  yon  Reyhenburg» 
Herr  Wilhalbm  Schrott»  Herr  Sigmundt  yon  Herberstain»  Wal- 
thasarGleyntzer,  Yitzdomb  yon  Leybnitz»  yon  Stetten  ainer  oder 
zwen. 

(Bl  80*.)  Ynnd  soll  ain  gwallt  aufgericht  werden»  das  sy 
samenntlicb»  oder  der  merer  thaill  aus  Inen  neben  anndern  der  Lannd 
FoBte«.  yni.  10 


146 


1510. 


Ausschüssen  hanndlen  rnnd  schliessen  sollen ,  wie  man  guet  recht 
vnnd  Regierung  aufrichten  vnnd  hallten  welle. 

Item  wie  es  mit  der  Jungen  Fürsten  Cammergut  steen»  vnnd 
wemb  man  das  beuelhen  soll. 

Item  wie  die  PotschaiRen  zw  denen  Jungen  Fürsten  abgefertigt 
werden  sollen. 

Item  ob  denen  Lannden  durch  (oder)  ^)  annder  widerwftrtig- 
khait»  angriff  oder  einzug  begegnen  wurden»  wie  ains  dem  anndem 
zw  hilff  khumen,  vnnd  wess  sy  sich  gegeneinander  vertrösten  sollen. 

Item  wie  es  mit  dem  Eer  oder  hilffgeUt,  ynnd  von  wegen  der 
Silberlosung  gehallten  soll  werden. 

Item  der  Lanndtshaubtman  sambt  denen  yerordennten  sollen  in 
der  Fürssten  Zeughaus  Püchssen,  Puluer  vnnd  annders  he'(BLSQ^.) 
steUen,  damit,  so  es  die  notdurflR  eruordert,  daran  khain  manngl 
erscheine. 

Die  Gewüllt  auff  die  yerordennten  sollen  aufgerichtynnd  bestellt 
werden  durch  den  Brobst  zw  Seggaw,  Herrn  Wolffen  yon  Stubmberg, 
Herrn  Philippen  yon  Trautmanstorff,  Wolffen  von  Weyssenegkh  ynnd 
die  Stat  Grätz.  Alle  Pass ,  Reyterey  ynnd  ynnderhalltung  dersdben 
sollen  hinfQron  ganntzlich  yermitten  bleiben ,  wie  dann  die  yor  aus- 
ganngnen  Generali  clarlich  anzaigen,  welicher  aber  dieselben  aus- 
ganngen  generali  in  ainem  oder  mer  articln  yberfuer,  der  soll  durch 
den  Lanndtshaubtman  ynnd  sein  zuegeorndt  fürgeuordert,  gehört  ynnd 
nach  gelegenhait  der  sachen  on  alle  gnad  gestrafft  werden. 

Nachdem  aus  dem  gejaid  etwo  vill  Widerwillen  (Bl.  81 'y^ 
khrieg,  ynainigkhait  ynnd  aufruer  ersteen  möchte»  ynnd  namblich  zu 
sorgen  sein  will,  wo  das  Rotwylld  gejagt  wurde,  möchten  die  Jungen 
Fürsten  gedennekhen,  es  beschfihe  Inen  zu  uerachtung,  ynnd  yielleicht 
dardurch  gegen  <lem  ganntzen  Lannde  ein  yngnad  ynnd  Widerwillen 
fQrnemen,  ynnd  soliches  alles  zuuerhüetten ,  ist  der  Herrn  yon  Aus- 
schuss  besonnder  yleissig  ynnd  freundtlich  ermanen  ynnd  bitten ,  ein 
Ersame  Lanndtschafft  welle  mit  dem  gejaid  diser  zeyt  geduld  tragen, 
ynnd  das  in  Ruee  ansteen  lassen,  biss  inndert  der  Jungen  Fürsten 
ainer  zw  Lannd  khumb ,  oder  aber  ein  Regiment  in  denen  Lannden 
aufgericht  wurde.  Das  wierdet  on  allen  zweifl  derselben  Lanndtschafft 


*)  Ist  wohl  zu  streichen. 


1519.  i4T 

bey  den  Jungen  Fürsten  «w  grossem  Rnemb  gedeihen,  jnnd  sy  die 
Forsten  herwiderumb  mit  gnaden  ^khennen,  rnnd  menigclieh  dest 
pesser  in  ainigkhait  sein  mugen.  Dann  so  ainer  jagen ,  wurde  der 
annder  yermainen,  es  beschäch  auff  seinen  gründen  oder  auff  seinem 
(Bl.  81*.)  gejaid  etc.,  vnnd  allso  durchauss  zwischen  den  Lannden 
khain  guete  ainigkhait  besfeen  mugen.  Dem  allen  nach  gar  yüI  pesser 
sein  will,  solich  gejayd  diser  zeyt  zw  ynnderlassen.  Ist  auch  bewil- 
ligt, bis  auff  die  ausschüss  aller  Erblannd,  die  sollen  Terror  dauon  rat- 
schlagen, wie  es  damit  gehallten  soll  werden. 

Zw  Potschafil  zw  den  Jungen  Fürsten  seindt  fürgenomen :  Herr 
Sigmund  yon  Herberstain  ynnd  Hanns  Hofman. 

Darauff  Credenntz  an  yeden  Fürsten,  sonnderlich  aqch  an  Frauen 
Margaretn. 

Denen  von  Tyroll  ires  anzaigenns  ireundtlichen  dannckh  ze- 
sehreiben,  mit  yermeldung,  was  sonnst  allhie  im  Lanndtag  beschlossen 
ist.  Nftmblich  besamblnng  der  Lanndaussehuss,  ynnd  was  alda  durch 
die  Ausschüss  Airgenomen  wurde,  sy  weitter  zw  erinndern.  Das  auch 
(BL  82\)  für  guet  angesehen  sey,  das  sy  Ir  ausschüss  auch  darzue 
yerordennten,  ynnd  so  yon  denen  yon  Österreich,  denen  man  desshalb 
geschrjben,  anntwort  herwider  khftme,  wolte  man  Inen  den  Tag  ynnd 
maistat  solicher  besamblung  ynuerkhündet  nit  lassen ,  mit  bitt  ynnd 
beger,  soliches  den  yorderen  Landen ,  so  Inen  anhenngig  sein ,  auch 
zuuerkhünden. 

Eben  gleich  solle  denen  yon  Khftrnndten  ynnd  Crain  auch  ge- 
schriben  werden. 

Darneben  wollt  auch  für  guet  angesehen  sein,  ynnser  genedigist 
Herrn,  die  Jungen  Fürsten  ynnder  anndern  zw  ersuechen  ynnd  zuuer- 
monen,  mit  Inen  den  Venedigern  einen  enntlichen  frid  zu  beschliessen, 
das  auch  Ir  Kw.  gnaden  bey  denen  anliegennden  Khunigreichen, 
alls  Hungern,  Behaimb  ynnd  Polin,  yon  brüederlicher  ainigkhait 
zw  tractieren  oder  zu  hanndlen  bedennckhen  ynnd  fttmemen,  wie 
dann  weillend  die  Kay.  Mt.  hochloblicher  Gedftchtnuss  gethon 
haben. 

(BL  82^.)  Dem  Ertzbischoue  zw  Saltzburg  zuezeschreiben, 
nachdem  sem  Fürstlich  gnaden  nicht  das  wenigist  in  disen  Lannden 
hab,  ynnd  sich  ain  Lanndsehafft  albeg  bey  seinen  ffirstl.  gnaden  sonn- 
der  genaden  ynnd  genaigten  willenns  yersehen  haben  ynnd  noch,  das 
sein  Fürstl.  gnad,  wo  es  die  notdurfft  eruorderen  wurde,  genedigclich 

10» 


148 


1519. 


vnnd  getreulich  zw  ainer  LanndtschaflFt  steen,  ynnd  sy  mit  Rat»  hilff 
rnnd  beystanndt  nicht  yerlassen  welle. 

Das  Lanndtsrecht  zubesitzen  khan  diser  zeyt  in  Rat  nit  befunden 
werden,  doch  sollen  die  Ausschuss  aller  Lannde  daruon  ratschlagen, 
ob  weeg  gefunden  wurden,  damit  das  Recht  wieuor  aufgericht  vnnd 
besessen  werden  möeht«  oder,  wo  es  Ar  guet  angesehen  wurde,  die 
Jungen  Fürsten  deshalb  zubesuechen. 

Dem  Canntzler  vnnd  Herrn  Gabriellen  Vogt,  von  wegen  der 
hanndlung  zw  Ynnsprugkh  f&rgenomen ,  zugeben  f&r  Eerung  zway- 
(Bl.  83'.^  hundert  Phundt  Phening,  mit  bitt  vnnd  beger,  nachdem  sy 
mit  disem  Lannd  gegen  der  anndern  Lanndt  sachen  zu  raitten  die 
wenigist  müee  gehabt  haben,  das  sy  daran  guetlich  zufriden  sein. 

Schreybern  zu  Trinckhgellt  vier  vnnd  zwaintzig  Phundt 
Phening. 

Der  Tui^gen  halb  sollen  auch  aller  Lannd  Ausschuss  berat- 
schlagen, wie  man  Inen  begegnen,  vnnd  weitter  Einzug  verbfiett  wer- 
den mögen.  Vnnd  soll  roitler  zeyt  dem  Weychsiberger  geschriben 
werden,  für  sich  selbst  bei  dem  Raan  zw  erkhunden,  was  hilff  die 
Räbstlich  Heilligkhait  vnnd  Venediger  thun  wollten,  vnnd  was  auff 
dise  Lannde  gefielle,  damit,  ob  vielleicht  bey  denen  Ausschflssen  hilff 
befunden  wurde,  allsdann  ein  Lanndtschafft  ganntz  begierig  vnnd  ge- 
naigt  wäre,  das  man  sich  darnach  zurichten  hette. 

(BL  83^.)  Der  Lanndtshaubtman  vnnd  verordennt  sollen  Ord- 
nung f&rnemen,  damit  von  dem  Camerguet  Raittung  gehallten  werde. 

Von  wegen  der  Tausent  gülden,  so  Vitzdomb  zw  Wells  aufbracht 
soll  haben,  vnnd  das  Schmutzer  begert  bey  der  Mautt  zw  Rotenman 
zubleiben,  soll  dem  Lanndtshaubtman  vnnd  verordennten  beuolhen 
werden,  nämblich  das  Vitzdomb  yetzo  geduld  hab,  in  ansehung  das 
khain  gellt  vorhannden  sey;  wo  Er  aber  soliches  nicht  thun  möchte, 
so  wollte  man  Ime  ee  von  hunderten  jarlich  filnff  gülden  zynnss 
geben. 

Des  Obristen  Veldhaubtmanns  halben  ist  beratschlagt,  das  sich 
die  Ausschflss,  so  die  zusamen  khomen ,  aines  obristen  Velldhaubt- 
manns  verainen  vnnd  vergleichen  sollen. 

Der  Personen  halben,  so  in  das  Regiment  verordennt  sollen  wer- 
den, ist  beratschlagt  (Bl  89*,) :  Herr  Wilhalbm  Schrot  vnnd  zw  bne 
Hanns  Hofman .  Souer  aber  derselbig  in  Hispanien  geschickht  wurde,  soll 
Lassla  von  Ratmanstorff  an  sein  stat  geschickht  vnnd  verordennt  werden. 


1M9. 


149 


Der  Provisiooer  halben  ist  beratschlagt»  das  der  Herr  Haubtman 
mit  sambt  seinen  zuegeordennten  sy  mit  Iren  verschreibongen  emor- 
dem,  ynnd  was  darinnen  abzustellen  ynnd  yncosstenns  yerhüett  mag 
werden,  soll  besehehen. 

Den  Comissarien  an  den  Ortflegkhen  im  FryauII  aaff  Ir  schrei- 
ben anzuzaigen,  ainer  Lanndtschafft  Rat  sey,  das  sy  in  albeg  guet 
Ordnung  ynad  f&rsehung  thun ,  dieselben  Ortflegkhen  vor  yerrätterey 
mnd  annder  geuftriichait  mit  höchstem  vleiss  zu  verhOetten,  vnnd  ob 
gleich  ein  fürschlag  beschfthe,  sollen  sy  alls  die  getreuen  (Bl.  8V.J 
mü  guetem  widerstanndt  die  flegkhen  hallten.  So  werden  die  Lannd 
yetzo  durch  Ir  Ausschuss  ain  besamblung  hallten,  ynnd  in  dem  ynnd 
anndem  besehlieslich  hanndlen,  yngezweiffellt,  wo  es  daran  khamb, 
sy  wurden  sy  mit  hilff  ynnd  rettung  nicht  yerlassen. 

Schlädning  halben  ist  beratschlagt,  man  soll  sich  erkhunden 
wie  ynnd  was  massen  sich  der  Perckhrichter  gehallten,  auch  die 
Raittung  yon  Ime  angenomen ,  ynnd  souer  Er  ynfttrmblich  erfunden 
wurde,  ainen  anndern  an  sein  stat  zusetzen. 

Der  Irrung  der  dreyer  Lannd  halben  jst  beratschlagt,  das  die 
Sachen  iren  anstanndt  hab,  biss  die  Lannd  durch  Ir  Ausschuss  zu- 
samen  khomen. 

Valltein  yon  Mann  ynnd  Aygners  Raittung  halben  ist  berat- 
schlagt, das  die  Irer  Raittung  halben  mit  fQrsehrifft  an  das  Regiment 
zw  YnnsprugUi  yersehen  werden,  damit  daselbs  (BL  8S*.)  mit 
Inen,  alls  da  man  der  Sachen  wissen  hat,  raytt  ynnd  beschliesse. 

Hit  denen,  so  yerschiner  zeyt  yiertlmaister  gewesen  sein,  soll 
geraitt  werden ,  das  sy  dissmalls  in  ansehung  der  manigfeltigen  Aus- 
gab gedulld  tragen. 

Der  Lanndtshaubtman  ynnd  yerordennten  sollen  dem  Schrann- 
schreiber,  Weisspoten  ynnd  Payrstorffer  auff  ir  eingelegt  Supplication 
ynnd  anzaigen,  ainem  jeden  nach  gestallt  der  Sachen,  zufriden  stellen, 
wie  sy  zuthun  wissen. 

Der  RQsstung  halben  ist  fürgenomen,  das  die  yom  adl,  denen 
solich  Rfisstung  aufgelegt  ist^  in  aigner  Person  auf  sein  ynnd  zue- 
ziehen  sollen,  oder  aber,  wo  Ir  ainer  oder  mer  selbst  darzue  nit  ge- 
schickht  waren,  so  sollen  dieselben  annder  yom  Adl,  so  dan  geschickht 
sein,  an  Ir  stat  stellen;  ob  auch  ainer  ynnder  den  anndern  nit  sein 
wollte,  so  mag  (Bl.SS^.)  er  selbst  in  aigner  PersOn  mit  seiner ROsstung 
zueziehen,  doch  das  Er  soliches  yetzo  alhie  den  yerordennten  anzaige. 


180  isi». 

Von  wegen  der  Mfintz  sollen  der  Lannd  Ansschuss  ratachlagen» 
damit  ein  yede  Müntz  nach  irem  werdt  geschfttzt  werde,  ynnd  namb- 
lieh  sollen  die  Neuen  Sehweitzeriseheu  Khreutzer»  so  yetzo  in  das 
Lannd  khomen,  hinf&ron  nach  Sanndt  Georgentag  sehierist  nicht  mer 
genomen  werden,  dann  zw  dreyen  Phening. 

Mit  dem  Rüden  vnnd  Hertzenkhraffl  sollen  reyten  die  vier ,  so 
dem  Lanndtshaubtman  zuegeordennt  sein,  Tnnd  Polhaim  mnd  Mar- 
schalch. 

Von  wegen  der  Freyhait  sollen  anzaigen  annemen:  Brobst  zw 
Polan,  Balthasar  Gleynntzer,  Woll^ng  von  Sauraw  vnnd  Lassla  Ton 
Ratmanstorff,  Abbt  im  Neuenperg. 

(BL  86',)  Auff  des  Stainpeiss  Supplication ,  belanngendt  das 
Sehloss  Pernegkh  am  Uartperg,  desshalb  er  nach  weillennd  Kay.  Mt. 
absterben  zw  der  behuet  hilff  ynnd  färsehung  begert,  ist  durch  die 
Herrn  vom  Ausschuss  auff  dem  Lianndtag  nach  Liechtmess  Anno  im 
xvü^^",  beratschlagt,  Ime  anzuzaigen,  woll  zuhallten.  Das  ist  Ime  dem 
Stainpeiss  also  zw  abschied  zugeben. 

Der  Supplication  halben,  so  von  denen  Ortflegkhen  dits  FOrssten- 
thumbs  Steyer  fürbracht,  ynnd  xlarinn  mit  geschOtz  ynnd  Robat  zw 
den  gebenen  hilff  ynnd  färsehung  begern^  ist  beratschlagt,  den  Par- 
theyen  anzuzaigen,  das  sy  geduld  tragen,  dann  es  werden  khurtzlich 
yon  allen  Lannden  Ausschuss  zusamen  khomen,  so  der  Lannd  obligen 
ynnd  notdurfft  in  solichem  ynnd  aundem  fiirnemen  ynnd  betrachten 
sollen.  Doch  sy  auch  selbs  in  albeg  guet  hauswiert  sein  ynnd  guete 
f&rsehung  thun.  (BL  86^.)  Wo  aber  mitler  zeyt  ainicherlay  Einzug 
oder  Empörung  (iQrfiellen,  werde  sy  ain  Lanndtsehafft  mit  rat,  hilff 
ynnd  rettung  nicht  yerlassen.  Die  yon  Stetten  mügen  auch  die  yom 
Adel  ynnd  ire  ynndersässen  ymb  Geschütz  ynnd  Robat  mitlerzeyt  bit- 
lich ersuechen.  Sey  man  yngezweiflt,  sy  werden  guete  hilff  ynnd 
nachtparschaflt  befinden. 

Dann  auff  die  Supplication  des  Stainpeiss,  das  Sehloss  Pemegkh 
am  Hartperg  betreffenndt,  darinnen  er  zw  behuet,  hilff  ynnd  fiirsehung 
begert,  ist  beratschlagt,  Ime  anzuzaigen,  dieweil  man  hör,  das  er 
gerechtigkhait  auff  ain  behabt  Recht  zw  dem  Sehloss  zu  haben  yer- 
maindt,  sey  er  die'behuettung  Lannden  ynnd  Leuten  auch  Ime  selbst 
zw  guet  zuthun  schuldig ,  ynnd  wo  Er  in  ansefaung  der  notdurfil  auff 
gebew  des  Sehloss  was  anlegt,  wisse  Er  sieh  aUs  ein  innhaber  gegen 
den  Erben  darinn  woll  zu  hallten. 


151».  151 

(Bl.  87\)  Auf  den  brief ,  so  von  den  TestameDtarien  ainer 
Lanndtschaft  vorgebenlich  zuegeschickht,  ist  beratschlagt»  dieweill  die 
Testamentarii  khainen  Poten  mit  solichem  brief ,  der  ymb  Anntwort 
angebauten,  geschickht,  Sy  auch  mit  namen  nit  ynnderschriben«  dess- 
halben  man  nit  waiss ,  wer  sy  sein  oder  wo  sy  zabesuechen  wären, 
"so  sey  nicht  vonnöten,  Inen  ainieherlay  Anntwort  diser  zeyt  zugeben. 

Die  Herrn  wollt  auch  flir  guet  ansehen,  das  denen  von  TyroU 
geschriben  wurd ,  das  die  Posst  herabgelegt  vnnd  der  cossten  halb 
auff  sy,  ynnd  der  annder  halb  thaill  auff  die  herindern  Lannd  geraitt 
mnd  gelegt,  damit  ditz  Lannd  Irer,  auch  sy  derherinderenhanndlung 
fürderlich  Tnnderricht  emphahen  möchten. 

Nachdem  der  gefanngen,  mit  namen  Sperckh,  auff  ettlich  be- 
khenndt,  die  dann  durch  den  Lanndtshaobtmann  eraordert  (BL  87^,) 
ynnd  zum  thaill  erschinen,  denselben  angezaigt,  das  sy  sich  zw  disem 
Lanndtag  flir  ain  Lanndtschafffc  stellen  sollen,  weliche  dann  da  wären, 
das  sy  alda  ainer  Lanndtschafil  erkhanndtnusß  geduldetn;  weliche 
aber  nicht  erscheinen ,  das  dieselben  nochmallen  fltr  den  Lanndts- 
haubtman  vnnd  den  grossen  ausschuss  eruordert  wurden,  ynnd  der- 
selben erkhanndtnuss  geduldeten. 

Der  yerbottnen  Wein  halben  ist  beratschlagt,  denen  zu  schrei- 
ben, so  derselben  ort  sitzen,  das  sy  die  Wein  nach  hdchstem  irem 
yermugen,  alls  sy  dann  das  inen  selbs  ynnd  gemainer  Lanndtschafft 
zuthun  schuldig  sein,  ynnd  nämblich  solichWein  sambt  Ross  ynnd 
wagen  zunemen  ynndersteen. 

Dessgleichen:  weliche  yber  ynnd  wider  ainer  Ijanndtschafflt 
jungst  yerwilligung,  belanngenndt  das  gejaid,  yerbrochen  haben,  die 
sollen  desshalben  der  Herrn  ynnd  Lanndtleut  Erkhanndtnuss  gedulden. 

(Bl  88  leer.)      


(BL  89^.)  Instruction,  was  die  Edlen  Gestrenngen  yessten:  lo.  Febr. 
Herr  Sigmund  yon  Herberstain  ynnd  Hanns  Hofman  yon  wegen  ge- 
mainer Lanndtschafil  in  Steyer  bey  den  Durchleuchtigisten,  gros- 
mächtigen Fürsten  ynnd  Herren,  Herrn  Carolen  ynnd  Herrn  Ferdi- 
nannden  gebruedem,  der  hispanischen  Reich  Khunigen,  Ertzhertzogen 
zw  Österreich,  Hertzogen  zw  Steyer,  zw  Burgundy,  zw  Brabannt 
ynnd  Phalltzgrauen  etc.,  ynnsern  genedigisten  Hermen,  werben  ynnd 
hanndlen  sollen. 


1Ö2  1519. 

Erstlichen ,  nach  vberanntwortang  der  Credenntz  Iren  Kw.  gna- 
den, ainer  Lanndtschafft  tnnderthenig  gehorsamb  ynnd  willig  diennst 
sagen. 

Vnnd  furter  Iren  Ku.  gnaden  mit  sonndern  elSglichen  gebärden 
ynnd  werten  anzaigen,  Iren  Kn.  gnaden  sey  vnnuerporgen  der  laidig 
ynnd  betrfleblich  Todtfall,  so  6ot  der  Almeehtig  an  des  Allerdurch- 
(Bl.  89*.^  leucbtigisten,  grosmfiebtigisten  Fürsten  Tnnd  Herrn,  Herrn 
Maximilian  Römischen  Khaisers,  Irer  Ku.  gnaden  Een  ynnd  Vatters, 
ynnsers  allergenedigisten  Herrn,  hochlöblicher  gedächtnus,  Person 
laider  yerhengt  hat,  den  billich  alle  Cristenhait,  alls  den  Todtfall  Ires 
allergetreuisten,  gQetigisten  Regierer,  haubt  ynnd  yorfechter  bewai- 
nen,  auch  hertzlichen  beclagen  soll;  noch  yill  mer  dises  ynnd  annder 
Ir  Mt.  Erblannd,  dann  sein  Kay.  Mt.  durch  seiner  Mt.  hohe  ynnd  zu 
reden  ybermennschliche  Weisshait,  Mannhait,  Sterckh  ynndTugenndt, 
mit  Irguetigenynnd  gerechten  Regierung  nicht  allain  das  Römisch  Reich 
bey  dem  löblichen  Haus  Österreich  erhallten,  sonnder  auch  dasselb 
Haus  Österreich  dermassen  erhebt  ynnd  erweittert,  also  das  sich 
seiner  Mt.  Regierung  ynnd  gwallt  (BL  90\)  yon  ainem  mör  an  das 
annder  raichet  ynnd  erstreckht,  ynnd  die  mächtigisten  Khunig  ynnd 
Fürsten  darob  ain  Erschreckhen ,  enntsetzen  ynnd  yerwunderung 
haben;  darzue  mit  seiner  Mt.  Manhait  ynnd  Sig  Hungern  Venedig  etc. 
mit  yill  glückhlichen  Streitten  ynnd  Sigen  bezwungen  ynnd  seinem 
willen  gewalltig  gemacht,  ynnd  allso  dardurch  seiner  Mt.  Erblannd  in 
Ruee  ynnd  frid  gesetzt,  ynnd  darinn  behallten  hat;  Vnnd  yber  das 
auch  den  graussamen  Tyrannischen,  ynnsers  heilligen  Cristenlichen 
glaubenns  ynersettigten  Erbfeindt,  den  Turggen,  nicht  allain  begert 
zuzaumen  ynnd  zustillen,  sonnder  denselben  gar  zuuertreiben ,  ynnd 
damit  die  ganutz  Cristenhait  zu  berueeigen  in  embssiger  ynnd  stfitter 
Arbayt  ynnd  yebung  gewesen  ist ; 

(Bl.  90^.)  So  aber  nun  der  almeehtig  Got  disem  Lannd,  ja 
auch  aller  Cristenhait,  solichen  Iren  getreuisten  Herrn  Vatter  ynnd 
beschirmer  aus  seinen  götlichen  willen  mit  dem  Todt  abwegkh  geno- 
men,  so  hab  das  Lannd  in  solichem  laydigen,  betrueblichen  fall  nicht 
annder  ergetzlichait,  dann  das  Ir  Kay.  Mt.  ain  solich  cristennlich, 
yemunfftig  ynnd  andächtig  Enndt  genomen,  dergleichen  khaumb  mer 
yon  ainem  mennschen  erhört  oder  gesehen  worden  ist. 

Vnnd  das  Ir  Mt.  den  Lanriden  zw  höchstem  trost  hindter  Ir  yer- 
lassen  hat  die  benannten  Irer  Mt.  Enickhl,  die  durchleuchtigisten 


1519.  153 

Ffiresten  mnd  Herrn,  Herrn  Carolen  rnnd  Herrn  Ferdinanden,  der 
hispanischen  Reich  Khonigen,  Ertzhertzogen  zw  Österreich,  Hertzo- 
gen  zw  (BL  9VJ)  Stey er  mnd  Burgundy  etc. ,  die  bayd  das  Lannd 
nach  Irem  gebrauch  vnnd  heerkhomen  für  Ir  genedigist  ynnd  recht 
natflriich  Erbherrn  mnd  Lanndtsf&rsten  erkhenndt :  der  ainer,  nfimblich 
KhnnigCarl,yber  das  Ine  der  almechtig  mit  weisshait,  yernunffl,  mannhait 
mnd  Tagennden  yber  annder  mennschen  begabt,  hat  die  hispanischen 
Reich  glQckhlichen  eingenoroen ,  ynnd  allda  mit  gerechtister  Regie- 
rung mnd  höchster  lieb  mnd  gehorsamb  seiner  Ku.  gnaden  ynnder- 
thonen  herrscht  ynnd  regiert,  darzue  den  benannten  Tyrannischen 
cristenlichen  Pluets  Erbfeinden,  den  Hay den  mnd  Turggen,  mit  etli- 
chen glQckhsaligen  Streytten  obgesigt,  mnd  allso  sein  ersts  Ritter- 
spillalls ein  gprosser,  khunfftiger  Vorfechter  ynnd  beschirmer  cristenn- 
lichs  glaubenns  wider  die,  (Bi  9V.J  mnd  desselben  malls  glQckh- 
lieh  eerlich  mnd  sftligdich  bewart,  geOebet  ynnd.yolbracht. 

Ebengleich  seiner  Ku.  gnaden  Brueder,  Khunig  Ferdinandus, 
mit  allen  Tugennden  wie  seiner  gnaden  Brueder  yon  dem  Almechti- 
gen  fllrgesehen  sein,  allsdann  alle  anzaigen  aines  jungen  gerechtisten, 
redlichisten  mnd  mannlichisten  Fürsten  f&rgeben  mnd  erscheinen. 
Vnnd  dieweil  nun  ainErsameLanndtschaffltdisezwendurchleuchtigist 
Fürsten  f&r  Ir  recht  natürlich  Erbherrn,  wie  obuermellt  ist,  erkhenndt, 
auch  Yon  Irer  gnaden  loblichen  yoruordem  allzeyt  mit  sennfRmuetiger 
gerechter  milder  Regierung  gehallten;  auch  bey  Iren  freyhaiten  mnd 
allten  herkhomen  genedigclich  gelassen  sein,  darzue  ein  (^BL  92*,) 
Ersaaie  Lanndtschaflft  ynnd  Ir  yoruordem  bey  Irer  gnaden  yoruordem 
sich  allzeit  mit  darstreckhung  Ires  leibs  mnd  guets  mnd  Pluetyer- 
giessung  alls  die  getreuen  mnderthonen  gehallten,  erzaigt  mnd  zwen 
grosmSchtig  Fürsten,  nftmblich  Khunig  Adolffen,  des  Römischen  Reichs 
Regierer,  mnd  Khunig  Otockharn  yon  Behaimb  in  Velldstreitten  zu- 
uberwinden  ynnd  zw  Todt  zw  erschlahen  yerholffen  haben ,  sollen 
die  gesanndten  Ir  Jedes  gnaden  mit  aller  ynnderthenigkhait  bitten, 
das  sy  baid,  oder  Ir  ainer,  wie  sy  sich  dann  desselben  bruederlichen 
woll  zuuerainen  wissen  ynnd  wellen ,  in  dieses  Lannd  auffs  furder- 
lichist  yerfuegen,  das  jhen ,  so  Irer  gnaden  yoruordem  gethon  ynnd 
des  Lanndes  freyhait  ausweisen,  f&rnemen  mnd  (Bl.  9V.)  thun,  so 
sey  ain  Ersame  Latindtschafit  yrbittig,  Iren  Ku.  gnaden  Ir  schuldige 
Phlicht  ynnd  alle  gehorsamb»  wie  yon  Allter  herkhomen  ist,  zu  thun 
ynnd  zw  erzaigen. 


184 


1519. 


Verrer  sollen  die  gesanndten  Iren  Ku.  gnaden  ftrbringen:  wie- 
woll  mitler  zayt,  bis  auff  Irer  gnaden  zuekhunfil,  diaes  ynnd  anndere 
Lannd  guet  Regierang «  Ordnung,  yerainigung  ynnd  gegenw^»  das 
alles  die  gesanndten,  wie  es  gehanndlt  ist,  anzaigen  sollen,  wid^ 
menigclieb,  der  sj  yberziehen,  beschedigen  oder  yon  Iren  Ku.  gna- 
den, darbey  sy  sieb  dann  hanndtzuhaben  nach  Irem  höebsten  yer- 
mugen  Ires  leibs  ynnd  guets  ganntzes  willenns  ynnd  färsatz  sein, 
dringen  wollt,  so  muessten  sy  doeb  aus  der  nabendt  des  mergemellten 
grossen,  ersehreckhlicben  yeinnd,  der  TOrggen,  so  dann  Irer  Ku. 
gnaden  Erblannden  yon  seinen  Lannden  in  zwayen  (Bl.  93*,)  tagen 
erraieben  mugen,  aueb  disem  ynnd  andern  Lannden  in  yersebiner 
zeyt  etwo  yill  graussamer  besebedigung  mit  beraubung  mordt,  Pranndt 
ynnd  hinfilrung  etwo  yill  Tausent  mennseben  zuegefuegt  bat,  darzue 
aueb  aus  geuerlichkbait  darinnen  yon  den  anligennden  Lannden,  alls 
Hungern,  Bebaim,  Venedig,  Scbweytzer  ynnd  anndern  begegnen 
möcbten,  in  grosser  sorgfeltigkbait  steen,  das^  aueb  das  Lannd  des 
Reebtenns,  so  d^nn  in  Iren  gnaden  abwesen  ansteen  mueste,  nicbt 
enntperen  kbundt ; 

Vnndaus  erzeilten  yrsaeben,  nicbt  allain  diser  ynnd  annder  Ir 
gnaden  Erblannd,  sonnder  aueb  des  ganntzen  eristenlicben  glaubenns 
notdurfil  ynnd  nutz  eraiscbt  ynnd  eruordert,  das  der  obangezaigten 
Kbunig  ainer  oder  bayd  sieb  auff  das  peldist  in  dises  oder  anndere 
österreiebisebe  Lannd  yerf&egen,  ynnd  darinn  Ir  loblieb  Regierung 
ynnd  bofballtung  yolfuern; 

(BL  93^.)  Darauff  sollen  die  gesanndten  Ir  Ku.  gnaden  aber- 
malls  auffs  diemuetigist  bitten ,  das  sy  solicbes  wie  vermellt  getreu- 
lieb zu  tbun  geruecben,  ynnd  dises  Lannd  in  Ir  gnaden  scboez  ynnd 
sebiermb  ballten  ynnd  genedigclicb  beuolben  baben,  so  wellen  ain 
Ersame  Lanndtsebafft  zw  Iren  Ku.  gnaden,  alls  Iren  genedigen  Erb- 
herrn, getreulieb,  yngespart  Irs  leib  ynnd  guets,  wie  yon  allter  ber- 
kbomen  ist,  setzen,  ynnd  solicbes  alles  ymb  Ir  Ku.  gnaden  in  aller 
ynndertbanigkbait  geflissen  sein  zuuerdienen. 

Item  ob  sieb  zuetrueg,  das  die  gesanndten  zw  Kbunig  Ferdi- 
nannden  ee,  alls  zw  Kbunig  Carln  kbomen,  allsdann  sieb  mit  pessten 
yleis  bey  Kbunig  Carlen  sambt  anudern,  wie  sieb  dann  zuetragen 
wierdt,  enntscbuldigen,  ynnd  nämblicb  anzaigen  ,*  das  dieses  Lannd 
bayd  Fürsten,  dem  allten  berkbomen  nacb,  für  Ir  Erbberrn  erkhenndt 
ynnd  desshalb  sy  baid  ersuecht. 


1519.  188 

(BL  94'.^  Item  ob  sieh  auch  zuetrueg,  das  die  gesaondten  zw 
der  aliten  Khunigin  Ton  Hispanien»  der  jungen  Forsten  muetter,  auch 
zw  Irer  Schwester»  firauen  Margarethen,  khomen,  sollen  sy  denselben 
Iren  genedigisten  Frauen»  nach  yberanntwortung  Ires  Credentzbrieffs, 
Ir  Tunderthänig  diennst  sagen»  ynnd  bitten»  ain  Lanndtschafil  bey 
Iren  genaden  SQnen  mnd  Brueder  genedigclich  beuolhen  zu  haben» 
wie  dann  sy  die  gesanndten  zu  thun  woll  wissen. 

Item  wo  sich  auch  fiieglichkhait  zuetragen  wurd,  den  Lanndt- 
sehafllen  der  Hispanischen  Khunigreich,  auch  der  Burgundischen 
Lannden,  der  LanndtschaiH  in  Steyer  guetwilligkhait  vnnd  freundtlich 
naigung  ynnd  beuelhung  f&rzubringen. 

Dessgleichen  auch  die  FOrssten  am  weeg  hinab,  vmb  furderung 
ynnd  belaittung,  wo  es  stat  hat,  zw  ersuechen,  ynnd  die  Lanndtschafil 
Iren  f&rstlichen  gnaden  der  Türggen  halb  zubeuelhen. 

(BL  94\)  Wo  sich  auch  die  gesanndten  diss  Lanndts  mit  den 
anndern  Lannden ,  der  Potschafft  oder  Werbung  halb ,  nicht  khundt 
yergleichen,  allsdann  desselben  den  Khunigen  ynnder  anndern  fQr 
yrsach  erzellen,  das  die  Lannd  mit  den  rechtlichen  hanndlungei, 
gebreuchenynndfreyhaitten  aneinannder  nicht  gleich,  sonnder  ynnder- 
schidlich  sdn. 

Die  gesanndten  sollen  auch  in  khain  weeg  noch  weiss,  yon  wegen 
ainer  Ersamen  Lanndtschafil,  nichts  annders  hanndlen,  dann  was  dies 
Instruction  yermag  ynnd  innhellt. 

Sy  sollen  auch  bey  den  Khunigen  oder  Iren  Rftten,  we- 
der in  selb ,  Iren  ireundten ,  noch  yemanndts  annderen  nichts 
hanndlen  oder  sollicitiern  zw  aigen  Eeren  oder  nutz,  in  khainem 
weeg. 

Ob  sich  aber  begab,  das  sy  durch  die  Khunig  oder  Ire  Rfit,  oder 
annder  in  disen  sachen  ymbRat  ersuecht  werden,  oder  sich  yemanndts 
derselben  mit  Inen  in  disputatz  (BL  9S\)  einlassen  wurd,  so  sollen 
sy  yon  ainer  Lanndtschafil  wegen  allen  Rat  ynnd  disputation,  ausge* 
nomen  diser  Instruction  innhallt,  yermeiden,  aber  fQr  sich  selbs  mugen 
sy  Ir  guetbeduackhen  ynnd  dasjhenig,  das  sy  für  ynnser  genedig 
herm  ynnd  auch  Lannd  ynnd  Leuth  das  nutzlichist  ynnd  fruchtbarist 
ansiecht,  woll  anzaigen. 

Item  die  Jungen  Fürsten  zuermonen,  das  sy  ainen  dreisiigisten, 
wie  sich  dann  ainem  solichen  hochlobliehen  Fürsten  gezimbt,  yer- 
ordnen  zu  hallten. 


156 


1519. 


Item  die  gesanndten  mugen  auch  bey  Khunig  Ferdinanden  Ires 
zugs  tnnd  belaittung  halben  hanndien. 

Item  die  gesanndten  sollen  auch,  so  es  stat  haben  mag»  Iren  Ku. 
gnaden  anzaigen :  damit  dises  vnnd  annder  Irer  gnaden  Lannd  dest 
pass  in  frid  ynnd  ruee  beleiben  möchten,  wollt  ain  Ersame  Lanndt- 
schafil  fbr  guet  ansehen ,  (BL  9SK)  das  Ir  Ku.  gn.»  souer  es  Irer 
gnaden  gelegenhait  war,  mit  den  Venedigern  ain  beständigen  frid 
annfimen. 

Das  auch  Ir  Kw.  gn.  den  Khunigen  zw  Hungern,  Behaim  nmd 
Polin,  alls  Irer  gnaden  gesippte  freundt,  durch  Potschafft  oder  sehriff- 
ten  ersuechet,  damit  sy  mit  Iren  gnaden  ynnd  Irer  gnaden  Lannden 
ynnd  Leuten  in  gueter  ynnd  freundtlicher  Nachperschaffl  beliben. 

Soliches  alles  ynnd  Jedes  sollen  die  gesanndten  bey  baiden 
KhOnigen  mit  dem  allerpessten  yleys  werben,  hanndien  ynnd  sollici- 
tiern,  wie  sy  dann  zu  thun  wissen,  ynnd  sieh  yertreulich  zw  Inen  zu- 
yersehen  ist. 

Datum  Grätz,  Phintztag  Scolastice,  den  zehennden  tag  Februarii, 
Anno  etc.  im  Neunzehennden. 

(Die  alte  Seitensihlong  fpraft  hier  toi  B1.  9V>,  a«f  BI.  100«.) 

(Bl.  lOO^J    Articcl,    in    Crafft   der   Instruction    zu 

hanndien. 

Nachdem  die  Potschafilen,  so  zw  ynnsem  genedigisten  Herren 
Khunig  Carlen  ynnd  Ertzhertzog  Ferdinannden  f&rgenomen,  so  lanng 
anhaimbs  aufgezogen  ynnd  nit  abgefertigt  sein,  ynnd  sich  mitler  zeyt 
ettlich  Sachen  yerftnndert,  haben  die  Verordennten  in  Steyer  Iren 
gesanndten  zw  yoriger  Instruction  dise  nachuolgende  Articl  aufge- 
zaichenndt  ynnd  beuolhen  zu  hanndien: 

Item  nachdem  Inen  die  Instruction,  so  sy  haben,  zuegibt,  den 
Ersten  Articl  Irer  Werbung  mit  wortten  auszubraitten,  wo  Inen  nun 
mitler  zeyt  die  mär  khämen,  das  Got  welle,  das  ynnser  genedigister 
Herr  Khunig  Carl  zw  Römischen  Khunig  erwellt  war ,  so  sollen  Herr 
Sigmundt  ynnd  Hofman  mit  den  anndern  gesiinndten  daruon  ratschla- 
gen, damit  sy  dasselb  auch  mit  frolockhung  (Bl,  100^,)  in  Irer  Wer- 
bung ausstreichen. 

FOr  das  annder  so  sindt  etlich  Articl,  die  darauff  gestellt  sein, 
so  es  stat  haben  khan,  dieselben  anzuzaigen,  alls:  mit  dem  Vice  Re 
zuhanndlen,  dessgleichen  mit  den  Khunigen  zw  Hungern  ynnd  Polen, 


im.  157 

sollen  ynnser  gesaDodten  mit  denanndem  daruon  hanndlen»  souil  der- 
selben nach  gelegenhait  der  saehen  nicht  not  thäte  anzubringen»  ob 
dieselben  ynnderlassen  wurden. 

Ffir  das  dritt  wollt  den  Ausschuss  itir  guet  ansehen»  das  ynnser 
gesanndt  mit  der  anndern  Lannd  gesanndten  daruon  redten»  damit 
der  Articll»  belanngenndt  die  Vinantzen  vnnd  Procureyen»  der  Ku. 
Mt.  allain  durch  wenig  Personen  oder  in  schriflK  anbracht  wurdt 

FOr  das  yierdt  sollen  gedachter  Herr  Sigmundt  ynnd  Hanns  Hof- 
roan  Ku.  Mt.  (BL  101*.)  anzaigen»  wie  ynns  angelanngt  sey»  alls 
soll  ditz  Lannd  in  Ir  Ku.  Mt.  tragen  sein  9»  das  sy  POndtnuss  wider 
Ir  Ht.  gemacht  haben  sollten»  ynnd  darauff  Ir  pesste  enntschuldigung 
tbun»  ynnderthenigist  bittenndt»  das  Ir  Mt.  soKchem  khainen  glau- 
ben geb. 

Auch  sollen  die  gesanndten  sich  selbst  oder  ain  Ersame  Lanndt- 
schafll»  wo  sy  yon  anndern  Yemanndt  solich  beschuldigung  hörten» 
mit  pesstem  yleys  enntschuldigen. 

Zum  FQnfilen  sollen  die  Gesanndten  dises  Lannd  gegen  ynnsem 
genedigisten  herrn  enntschuldigen,  das  sy  so  lanng  mit  solicher  Pot- 
schaflft  yerzogen  haben.  Vnnd  nämblich  anzaigen»  das  soliches  darumb 
beschehen  sey »  damit  die  Lannd  Ir  Ku.  Mt.  Irer  Mt.  zw  sonndern 
Eern  samentlich  besuechten.  So  haben  sy  auch  auff  der  yon  Tyroll 
beschaid  gewart»  welichen  weeg  sy  ziehen  sollen.  Derselb  bschaid 
sey  Inen  aber  nicht  worden »  desshalb  sich  die  sach  so  lanng  yer- 
harrt  hat. 

(Bl.  101^.)  Zum  Sechsten  sollen  sy  Ku.  Mt.  anzaigen»  das  die 
Lannd  auch  ain  Potscbaffl  zw  Khunig  Ferdinannden»  nachdem  sy  baid 
Förssten  f&r  Ir  Erbherrn  erkhennen»  geschigkht  haben ,  damit  sein 
Ku.  Ht.  des  auch  wissen  hab. 

Item  so  yon  den  Gesanndten  begert  wurde»  yrsach  anzuzaigen» 
warumb  sich  die  Lanndsclmfft  des  Cammerguets  ynnderstannden  hab, 
sollen  sy  anzaigen,  nachdem  etwo  yill  trefflicher  anstossennder  Lannd, 
ynnd  nSmblich  der  Turgkh  in  solichem  laidigen  Fall  zu  besorgen» 
auch  wenig  yorrat  zw  dem  khrieg  yerhannden»  ynnd  nSmblich  in  dem 
Zeughaus  zw  Grätz  khaumb  sechtzig  Cennten  Puluers  gewest  sein»  wo 
auch  ein  zug  beschehen»  so  war  yon  noten  gewest»  das  yon  der  Ffirst^ 


')  „tragen  sein''»  so  viel  wie  denoneirt  Bein.  Sehmeller  I.  e.  1»  48%. 


158  m». 

wegen  erstlieh  ain  yoickh  aufgenomen  war  worden,  dann  wo  soliches 
nit  beschehen,  mdclit  die  LanndtsehaflR  aueh  dest  minder  darzne  thon 
haben,  (Bl.  102*,)  rnnd  allso  daraus  ain  mwiderbringlieher  scha- 
den erstannden  sein. 

So  m5cht  anch  das  Chammergnet  sonnst  vemickht  sein  worden, 
das  ynnsern  genedigisten  Herrn  aueh  zw  nachtaill  geraicht,  ynnd  ain 
Lanndtschafft,  vmb  das  sy  nit  selbs  darein  gesehen,  in  yngnaden 
fassen  hetten  mügen,  wie  dann  soliches  alles  die  benannten  Herr  Sig- 
mundt  vnnd  Hofman  mit  grundt  anzuzaigen,  fiirzubringen  mnd  zu 
hanndlen  wissen. 

Aus  solichen  mnd  anndern  beweglichen  yrsachen  haben  die 
Lanndtschafflt  das  Camerguet  arrestirt,  doch  nuerauffKw.  Mt.  yerrem 
beschaid. 

Item  die  gesanndten  dieses  Lanndts  sollen  sich  auch  in  anndem 
hanndlungen,  ausserhalb  der  Artid  so  in  der  gemainen  Instruction 
oder  in  Irer  sonndern  Instruction  begriffen,  neben  den  gesanndten 
(^Bl,  102^.)  der  anndern  Lannd  in  yeranntwortung  khainswegs  ein- 
lassen. 

Ob  auch  sonnst  die  sachen  etwo  hitziger  anzogen  wollten  wer- 
den, Ires  theills  darein  nit  yerhenngen. 

Item  die  gesanndten  dises  Lanndts  sollen  auch  nicht  gestatten, 
das  ainer  Burgersstanndts  red,  ee  sollen  ynnsere  gesanndten  sambt 
Khärnndten  ynnd  Crain  ain  sonndere  Werbung  thun. 

Die  obangezaigten  Articll  all  ynnd  Jed  sollen  die  gesanndten  mit 
pesstem  yleys  erwegen,  sich  darinn  der  anndern  Lannd  guetbe- 
dunckhen  erkhundigen,  ynnd,  souil  denen  sachen  diennstlich  ynnd  die 
notdurfil  eruordern  mill,  mit  grundt  anzaigen  ynnd  Erbringen,  wie 
sy  dann  zu  thun  wissen. 

(BL  103'.)  Herrn  Sigmunden  yon  Herberstain  ynnd 
Hannsen  Hofmanns  zw  Gruenpühl  phlicht. 

Auff  gemainer  Lanndtschafft  in  Steyer  fürnemen  in  jungst  ge- 
balltem Lanndtag  nach  Lichtmess,  in  sachen  belanngenndt  die  Pot- 
schaiR,  so  desselben  malb  zw  ynnsern  genedigisten  Erbherrn  ynnd 
Lanndtsfilrsten  erkhiest  ynnd  benennt  worden,  beschehen,  auch  nach- 
malls  durch  der  österreichischen  Lannde  ausschuss  zw  Prugg  in 
gemain  yon  neuem  ratifieiert  haben,  sein  die  gestrenngen,  Edlen, 


1519. 


1S9 


yessten  Herr  Sigmund  tod  Herberstain  mnd  Hanns  Hofman  zum 
GrfienpQhl,  alls  jetzgedachter  LaondtscbaiR  gesanndt,  mit  gelübd 
yerstrickbt,  nfimblich  das  sy  bey  den  Forsten  nichts  annders  hanndlen 
weUen»  dann  was  Inen  die  Instruetion,  Inen  dessbalb  (Bl.  109.) 
gegeben»  auflegt.  Das  haben  sy  auch  allso  mit  mundt  ynnd  hanndt 
angelobt  mnd  vergriffen,  doch  haben  sy  ettlicher  Articl  halben  erleut- 
terung  gebeten,«  wie  dann  dieselben  articU,  sambt  der  anntwort 
darauff^  von  dem  ausschass  gemainer  Lanndtschaffit  gethon  ynnd  geben, 
hernach  yolgen : 


Erstlich   lautten   der   gesanndten    fQrgelegt   Articcl 

also: 

Item  erstlich,  das  man  ynnss  yerfertigt  yberanntwort ,  was 
wir  geloben  sollen  ynnd  werden,  das  wellen  wir  hinwider  auch 
geben. 

Item  wie  man  sich  mit  dem  Lanndt  ob  der  Ennss  halHen  soll  im 
Stanndt? 

Item  ob  ainer  oder  baid  gefanngen,  geschätzt  ynnd  beraubt 
worden,  wie  man  ynnss  ledigen,  ynnd  ob  man  ynns  oder  ynnsem  Er- 
ben söliches  widergellten  welle? 

Item  nachdem  wir  allen  ynnsem  Nutz  mnderlassen  muessen  zu 
hanndlen,  ynnd  niemandts  (B/.  10^'*,)  waiss,  wie  lanng  wir  darinn 
steen  muessen,  ynnd  in  sorgclicher  Rabs,  zuuor  des  Suraers  yetzundt, 
der  grossen  hytz  halben,  so  daselbst  ist,  ziehen  sollen  etc.  was  man 
mnss  ymb  yonser  muee  ynnd  sorgfeltigkhait  thun  welle? 

Wir  haben  hincztheer  nun  gewarrt,  sollen  wir  noch  lennger 
warten?  Ist  ynns  schwir,  damit  ain  mass  in  demselben  gehallten 
werde. 

Item  damit  man  mnss  anzaig,  mit  wieuil  Phärden  wir  reitten 
sollen.  Zwelffe  Juat  man  ynns  zugesagt,  machten  wir  noch  zway  oder 
drey  gehaben. 

Item  das  man  ynns  gebe,  das  sich  ainer  khlaidte  mnd  rüsste; 
auch  ain  formb  angezaigt  werde  der  Claider. 

Item  was  man  sonnst  ausser  der  Reytelaider  haben  muess,  mnd 
die  dag,  aNs  gewondlich,  yon  den  Fürsten  abgenomen  wierdt,  wie 
man  sich  dann  khlaiden  soll? 


160  iKio. 

(BL  109*.)  Item  ob  der  FQrst  aines  oder  des  anndem  zw 
dieoner  begerte»  oder  annder  begern  thSte,  ob  wir  soliches  nit  torsten 
annemen  vond  vnnser  begern  dargegen  tbun? 

Item  ob  sonnst  yemanndts  was  von  ynns  haben  wollte  oder  be- 
gerte,  ob  wir  nit  hergegen  auch  bitten  törsten? 

Item  nachdem  vill  gesst»  alls  wir  yernemen,  ainen  rberlauffen, 
will  man  ain  mass  darinn  setzen,  steet  bey  den  herro. 

Item  nachdem  gross  gesehray  ist,  wie  das  brief  nach  Kay.  Mt 
abganng  gefertigt  sein,  nun  hab  Ich  der  ainen;  souerr  soliches  den 
herren  gefeilt  dem  Lanndtsf&rsten  anzuzaigen ,  damit  mir  auch  khain 
yngnad  daraus  enntstQende. 

So  lautt  der  Herrn  vom  Ausschuss  anntwort,  auffyetz- 
ermellt  articl  beratschlagt.  Auch  wie  hernach  yolgt: 

(BL  10S\)  Auff  den  Ersten  articll  will  man  Irem  begern  stat 
thun  ynnd  Ir  Erbieten  annemen. 

Auff  den  anndern  articll  soll  Herrn  Wilhalbmen  Schroten  be- 
uolhen  werden,  zw  Brugg  mit  den  gesanndten  von  den  anndern 
Lannden  zu  hanndlen,  ob  man  weeg  finden  m5cht,  damit  die  sach 
dissmalls  zu  Ruee,  doch  on  des  Lannd  yerkhlainung,  gestellt  wurde. 
Wo  aber  das  nicht  beschuhe,  sollen  die  gesanndten  ynnderweegen 
gleicherweiss  yleys  haben,  ynnd  auff  die  mainung,  wo  die  yon  Öster- 
reich ynnder  der  Enns  auch  darein  bewilligen  wollten ,  das  die  ge- 
sanndten all  durcheinannder  stQennden.  Vnnd  das  man  in  den  Reden 
oder  schrifilen  die  Lannd  nicht  sonnderlich  nacheinannder,  sonnder 
samentlich  die  Niderösterreichischen  Lannde  nennet. 

Wo  sy  auch  ynnderwegen  zu  den  Fürsten  khämen,  die  in  zw 
khirchen  oder  anndern  Ennden  stanndt  geben  wollten,  das  sy  dann 
nicht  geen  khirchen  gienngen,  sonnder  der  (BL  106*,)  Fürsten 
marschalchen  oder  hofmaistern  die  Irrung  in  gehaimb  anzaigten. 

Vnnd  wann  sy  nun  zw  ynnsern  genedigisten  Jui^gen  Herrn  kho- 
men,  soliches  auch  Iren  Marschalchen,  Hofmaistern  oder  wem  es  sich 
dann  fuegen  wollt,  anzaigen  ynnd  befleissen,  damit  khain  stanndt 
gegeben  werde. 

Wo  aber  die  yon  Österreich  in  soliches  nicht  bewilligen,  ynnd 
die  yom  Lannd  ob  der  Ennss  ye  den  yorstanndt  haben  wollten,  so 
selten  sy  ynnser  Gesanndten  sambt  jdenen  yonKhftmndten  ynnd  Crain 


1519.  Ißl 

soonderlich  Tor  oder  nachziehen,  rnnd  so  sy  .zw  vnnsern  genedigi- 
sten  herrn  khomen,  auOs  furderlichist  den  officiern ,  bey  welichen  es 
fueg  hat,  anzeigen,  vnnd  begern,  sy  sonnderlich  sambt  den  yon 
Kh^rnndten  rnnd  Crain  zuhdren.  Wo  auch  dieselben  vnnser  genedi- 
gist  herrn  den  vom  Lannd  ob  der  Ennss,  alls  ainem  sonndern  Lanndt, 
den  Stanndt  vor  den  von  Steyer  geben  wollten,  (Bl.  106*.)  es  wfir 
im  Rat  oder  zw  khirchen,  darinn  sollten  die  Gesanndten  khainsweg^ 
bewilligen,  sonnder  ee  ausgeen. 

Aber  khainen  enntlichen  Enntschidt  sollen  die  gesanndten  anne- 
men  noch  eingeen. 

Auff  den  dritten  articl,  wo  sy  gefanngen  wurden,  sey  billich  das 
man  sy  ledig,  aber  sollen  sich  in  khain  weiss  merckhen  lassen,  das  in 
ain  LanndschaflR  für  fennckhnuss  stee,  sonnder  sich  selbs  oder  Ir 
freundt  ledigen ,  auch  was  in  genomen  in  oder  Iren  Erben  wider 
bezallen. 

Auff  deu  vierten  articl  sollen  sy  zu  ainer  Lanndtschafil  setzen, 
wierdt  on  zweifl  Ir  muee,  arbait»  versaumbnuss  vnnd  vleys  erkhennen 
vnnd  sy  Erberlich  zufridenatellen. 

Auff  den  ninfften  Articl  wierdet  man  von  Brugkh  aus  denen  von 
Tyroll  schreiben.  Desselben  besehaidts  muessen  sy  erwarten. 

Auff  den  Sechsten  articl  will  man  Herrn  Sigmunden  sechs,  dem 
Uofman  filnff,  (Bl.  106^.)  vnnd  Ir  jedem  ain  Dross-ross  hallten. 
Wo  sy  aber  in  Hispanien  noch  ains  Boss  oder  mer  zw  dem  Dross 
notdurfftig  wurden,  mögen  sy  khauffen,  doch  ain  Lanndtschafil  souil 
muglich  vor  vberigem  vnchossten  verhüetten. 

Auff  den  Sibennden  articl  soll  Herr  Wilhalbm  Schrot  zw  Brugkh 
mit  den  gesanndten  der  anndern  Lannd  des  formbs  der  claidung  sich 
erinndern.  Allsdann  will  man  in  geben,  damit  sy  sich  vnnd  Ir  dienner 
khlaiden. 

Auff  den  achten  articl  will  nicht  dafür  angesehen  werde» ,  das 
not  thue,  vill  seydener  Clayder  hinab  zu  fuern,  sonnder  in  clag  clay- 
dem  zugeen.  Wo  in  aber  die  clag  abgenomen  wurde,  mugen  sy  sich 
wie  die  anndern  gesanndten  hallten. 

Auff  den  Neunten  articl  will  sich  Inen  khain  mass  zu  geben 
föegen,  sonnder  sollen  bey  dem  Puechstaben  bleiben.  Aber  der  Herrn 
guetbedunckhen  ist,  wo  dergleich  beger  in  (BL  107".)  sybeschähe, 
das  sy  Ir  gethon  Phlicht  anzaigten  mit  Erbiettung,  so  sy  haimb  vnnd 
Irer  Potscbafft  zw  Ennd  khomen,  das  sy  allsdann  in  Irer  Mt.  diennst 

Fontes.  VIII.  11 


162 


1519. 


wider  kheren  wollten.  Dessgleichen,  wo  die  Fürsten  sy  etwo  in  Pot- 
schafiten  oder  annder  Ennden  brauchen  wollten,  mochten  sy  solich  Ir 
gethon  Phlicht  auch  anzaigen ;  vnnd  wo  sy  darüber  begert  wurden, 
m&chten  sy  sich  allsdann  brauchen  lassen,  doch  darumb  nicht  begern 
noch  soUicitiern. 

Auff  den  zehennden  Articl  khan  man  Inen  auch  khain  mass  geben, 
sonnder  sollen  sich  darinn  treulich  vnnd  yngeuärlich  hallten. 

Auff  den  Aindiifften  Articl  khan  man  Inen  auch  khain  mass  setzen, 
dann  es  will  von  nöten  sein ,  das  sy  zw  zeyten  die  Personen ,  der  sy 
zugeniessen  wissen,  zw  gasst  laden.  So  khunnen  sy  die,  so  zw  Inen 
khomen,  auch  nit  ausjagen ,  darinn  wissen  sy  ain  Lanndtschafft  woll 
Tor  Yberigem  ynchossten  zuuerhüetten. 

(Bl.  107\)  Aber  ffir  guet  wurde  angesehen,  das  die  gesannd- 
ten  all,  oder  doch  etlicher  Lannd,  miteinannder  ässen.  Damit  möchten 
sich  die  Gesanndten  eerlicher  vnnd  on  grossen  ynchossten  hallten. 

Auff  den  zwelfften  ArticU  khan  man  Herrn  Sigmunden  khain 
sonndere  Erlaubnuss  thun,  aber  der  Herrn  guetbedunckhen  war ,  das 
herr  Sigmundt  soliches  den  gesanndteu  der  anndern  Lannd  anzaigte, 
vnnd  mit  derselben  Rat  die  sach  an  den  Khunig  gelanngen  liess,  doch 
darinn  nichts  begert  noch  soUicitiert. 

Des  zw  vrkhundt  sindt  zwo  schrifften  in  gleicher  lautt  aufge- 
richt,  die  ain  durch  den  ausschuss,  Ton  wegen  gemainer  Lanndtschafft, 
den  zwayen  gesanndten,  ynnd  die  annder  durch  die  gesanndten  hin- 
widerumb  dem  ausschuss,  mit  Iren  Petschafften  yerfertigt,  zuegestellt. 
Beschehen  zw  Gratz,  am  Phintztag  nach  Fioriani  Anno  etc.  xyiiijten. 

(Bl.  108^.)  Die  Lannd  hetten  sich  durch  Ire  schreiben  ver- 
glichen ynnd  yerainigt  zw  Bruckh  an  der  Muer  erschinen,  ynnd  Oculy 
beschlossen  im  1S19. 

Von  Österreich: 

Abbt  Sigmund  yon  Melckh; 

HerrHannss  yonPuechaimyonGellerstorff,Erbdruchsass  in  Österreich ; 

Herr  Hanns  Matzacher,  Ritter; 

Doctor  Mert  Sibenburger,  Bürger  zu  Wienn. 

Von  Steyer: 
Abbt  Valltein  yon  Sanndt  Lamprecht; 
Herr  Liennhardt  yon  Harrach,  Lanndtsyerweser ; 


1519.  163 

Herr  Cristoff  Herr  ron  Schfirffenberg; 

Herr  Hanns  von  Reiehenburg; 

(Bl  108".)  Herr  Wilhalbm  Sehrot; 

Herr  Sigmundt  von  Herberstain; 

Walthasar  Gleynntzer,  Vitzdomb  zw  Leybnitz ; 

Wolffganng  Sehrot,  Liceneiat,  Burger  zu  Grfitz; 

Dector  ,  Statriehter  zw  Leobm. 

Von  Khärnndten: 

Abbt  Ylrich  von  Sanndt  Paulis ; 

Veyt  Weltzer,  Lanndtsyerweser; 

Franntz  von  Thannhausen»  Haubtman  ?nnd  Vitzdomb  zw  Friesaeh; 

Philips  von  Wixenstain. 

Stainpeckh»  Burger  zw  Sännet  Veyt. 

Von  Crain  vnnd  Carst: 

Herr  Wernhardin  von  Raunach ; 
(BL  i09*.9  Paulis  Rasp; 
Felitzian  von  Petschach. 

Vom  Lannd  ob  der  Enns: 

Herr  Hanns  Herr  von  SchärSenberg; 
Caspar  Schallnberger. 

So   khamen    von    dem   Regiment  vnnd  Ausschus  aus 

Tyroll: 

Herr  Hainrich  von  Khnoringen,  Lannd  Comentheur  an  der  Etsch 

vnnd  im  GepQrg ; 
Herr  Oswold  Freyherr  von  Wolckhenstain; 
Doctor  Jacob  Frannckhfiirter,  von  des  Regimennts  wegen* 

Von  dem  Niderösterreichischen  Regiment: 
Herr  Sigmund  Weltzer. 

Von    der    Parthey,   so   bey  dem  Regimennt  zw  Oster- 
reich beliben: 

(Bl.  109^.)  Herr  Ruedolph  Herr  von  Hohenfeldt; 
Doctor  Johann  Khauffman. 


164 


1519. 


Von  Khaiser  Maximilians  Testamentarien  khamen: 

Herr  Johann  Geymaif,  Hochmaister  Sanndt  Georgenns  Orden; 
Herr  Liennhardt  Rauber  Freyherr  zw  Planekhenstain ,  etwo  Hofmar- 
sehalch. 

Da  zw  Prugg  warn  etliche  Articl  beschlossen ,  wie  die  Lannd 
miteinannder  hintzt  der  Fürssten  zaekhunfR  beleiben  möchten.  Vnnd 
haben  sich  für  ains  enntschlossen ,  Ire  Potschafilen  zw  Khunig  Carln 
in  Hispanien  zu  schicJchen,  darumb  ward  ain  Instruction  in  gemain 
gestellt. 

Dergleichen  zw  Ertzhertzog  Ferdinannden ,  hochgedachts  Khu- 
nig Carls  Brueder,  der  numalls  in  den  Niderlannden  ankhoroen  was. 
Dahin  ward  verordennt  (BL  110'.)  Herr  Georg  Winckhier,  der 
auch  an  derselben  Raiss  gestorben  ist,  vnnd  Doctor  Virich  von 
Lappitz. 

Die  ausserhalb  der  Tyroller  seindt  nit  im  beschlus  der  Sachen 
gewest,  noch  im  Rat  genomen  worden. 

(Bl.  110^.)  Instruction»  was  die  Gesanndten  der  fQnnflTNider- 
österreichischen  Lannde  bey  den  durchleuchtigisten ,  cristennlichen, 
grosmächtigisten  Fürsten  vnnd  Herrn ,  Herrn  Carolen ,  der  Hispani- 
schen Reich,  baider  SicilieUt  zw  Hierusalem  KhOnig  vnnd  Herrn  Fer- 
dinannden, gebruedern,  Ertzhertzogen  zw  Österreich,  Hertzogen  zw 
Burgundy,  zw  Brabannt  vnnd  Phalczgrauen  etc.  bayden  oder  Ir  yedem 
besonnder  werben,  handien  vnnd  ausrichten  soll. 

Erstlich  sollen  sy,  nach  vberanntwortung  Irer  Credenntzbrief, 
Irer  Ku.  Mt.  etc.  vnnd  fürstlichen  gnaden  Ir,  der  benannten  Lanndt- 
schaiFten,  vnnderthenigist ,  gehorsarob,  schuldig  ynnd  willig  dienst 
sagen. 

Vnnd  verrer  anzaigen,  Ir  Ku.  Mt.  vnnd  fürstlichen  gnaden  sey 
Tnuerborgen,  das  Got  der  Almechtig  vber  weillenndt  den  allerdurch- 
leuchtigisten,  grosmächtigisten  Fürsten  vnnd  Herren,  Herrn  Maximi- 
lian, Römischen  Khaiser ,  Irer  Ku.  Mt.  ynnd  fürstlichen  gnaden  Een 
ynnd  Vatter,  ynnsern  allergenedigisten  Herrn,  hochloblicher  gedecht- 
nuss  (Bl.  111'.),  der  zeitliche  Tod  layder  verhenngt  hat,  ynnd  so 
aber  dieselb  Kay.  Mt.  yon  anfanng  Irer  Mt.  Regierung  bis  in  Iren  Tod 
die  Lannd  in  guetem  frid  ynnd  Ruee  behallten,  auch  das  heillig  Reich 
ynnd  das  löblich  haus  Österreich  durch  sein  alls  ybermennschlich 


1519. 


165 


schickUichait«  vieis  mnd  muee  dermassen  erweittert  Yond  regiert, 
das  Er  oit  allain  sein  Tond  yetzbenannta  Reichs  rerwonndten  ynad 
rnnderthonen  in  gehorsamb,  frid  ynnd  Ruee  behallten,  sonnder  auch 
annder  grosmfichf ig  Khünig,  Fürsten  rnnd  Potentaten  durch  sein  vnnd 
seiner  Mt.  ynnderthonen  darstreckhung  Leibs  vnnd  guets  zw  seiner 
Mt  willen  ynnd  billicher  forcht  bezwangen,  ynnd  sonnderlich  ia 
grosser,  yleissigen  yebung  ynnd  hanndlung  gewesen  ist,  dem  Tyran- 
nischen erschreckhenlichen  ynnd  graussamen  ynnsers  heilligen,  cri- 
stenlichen  glaubenns  eewigen  Erbfeind,  den  Turggen,  zuuertreiben, 
auszutilgen  ynnd  allso  die  ganntz  Cristenhait  in  eewig  Ruee,  frid  ynnd 
ainigkhait  zu  setzen,  dem  (BL  IIP.)  allen  nach  nit  allain  seiner 
Kay*  Mt.  gelassen  Erblannd  ynnd  das  heilig  Reich ,  sonnder  billioh 
die  ganntz  Cristenhait  seiner  Kay.  Mt. ,  alls  Iren  getreuisten  Herren 
Vatters  yorgeer  ynnd  beschiermers  todtlichen  abganngs  mit  dem 
höchsten  belaidigen,  bewainen,  beschmertzen,  beclagen  ynnd  zuuoran 
der  lieben  Seel,  der  Got  der  abnechtig  die  eewige  ireid  ynnd  salig- 
khait  barmhertzigclich  mitzuthaillen  geruech,  mit  embssigem  ftrbete 
in  eewig  zeyt  nimmer  vergessen  wellen,  noch  sollen. 

Vnnd  dieweil  sich  jetz  angezaigter,  betrüeblicher  fallye  also  be- 
geben ynnd  laider  ynwiderbringlich  ist,  auch  die  Lannd  sich  nun  der 
benaEnten  ynnserer  genedigisten  Herren  ynnd  Lanndtsflirsten  mit  dem 
hdchsten  zw  erfreyen  ynnd  billich  zu  getrosten  haben,  angesehen  das 
der  ain,  benenntlich  Khunig  Carl,  yber  das,  das  Er  von  Got  dem  Al- 
mechtigen  mit  yernunfil,  weisshait,  mannhait  ynnd  anndern  Tugenn- 
den  vor  anndern  begabt  ist,  (BL  112\)  niünblich  die  Hispaniscbea 
Reich  glöckhlich  eingenomen,  ynnd  alda  in  ansehung  seiner  gerechfen 
ynnd  gueten  Regierung  von  sdner  Ku.  Mt.  ynnderthonen  mit  dem 
höchsten  geliebt,  bey  Inen  alle  gehorsamb  erlanngt,  ynnd  daselbst  mit 
gewalltiger  hannd  herrschet  ynnd  regiert,  darzue  den  benannten« 
cristenliehes  pluets  eewigen  Erbfeinden,  den  Turggen,  dessgleicben 
den  Hayden  in  etlichen  Streitten  glQckhlich  obgesigt,  ynnd  also  sein 
erstes  Ritterspill  alls  ein  grosser,  khunffliger  yorfechter  ynnd  be- 
schirmer  der  ganntzen  Cristenhait  wider  derselben  Veindt  in  seiiier 
Jugennt  glQckhlich ,  eerlich  ynnd  säligclich  geOebt ,  bewart  ynnd 
yolbracht  hat; 

Ebengleich  (^an)  seiner  Ku.  Mt.  Brueder,  Khunig  ynnd  Ertzhertzog 
Ferdinanden,  alls  eines  jungen  Fürsten,  all  yetzbemellt  Tugenndt 
ynnd  Mannhait  niildigclich  erscheinen; 


166 


1519. 


Demnach  sich  die  berürten  Lanndtschaffien  (BL  112^.)  ober- 
mellter  baider  ynnser  genedigen  Herrn  nit  vnbillich  hoch  ynnd  gros 
erfreyen,  vnnd  sy  flir  Ir  recht,  natürlich  Erbherrn  vnnd  Lanndtsftir- 
sten  wie  obsteet  erkhennen. 

Vnnd  dieweil  die  Lannd  ?on  Irer  Ku.  Mt.  ynnd  fürstlichen  gna- 
den voruordern,  hochloblicher  gedSchtnuss,  etwo  lanng  her  mit  sennffl- 
müetiger,  gerechter  vnnd  milder  Regierung  genedigclich  fürgesehen; 

Auch  sy  die  Lannd  hinwiderumb,  sambt  Iren  yorelltern,  bey  Irer 
Ku.  Mt.  ynnd  fürstlichen  gnaden  yoruordern,  mit  darstreckhung  Irer 
leib  ynnd  guetter,  sambt  manigfeltigen  Pluetyergiessen,  alls  die  ge- 
treuen ynnderthonen  beliben,  des  auch  nun  furon,  wie  Ir  Vorelltem 
gethon,  ganntz  ynnderthenigclich  genaigt  sein,  will  sy  die  Lannd 
nichts  begierlicher,  frölicher,  loblicher  noch  nutzlicher  ansehen,  dann 
dieselben  ynnser  genedigen  Herrn  bey  Inen  zu  haben ,  wie  dann  soll- 
ches  nit  allain  fBL  113^.)  diser  Lannd,  sonnder  auch  der  ganntzen 
Cristenhait  obligen  ynnd  not  merckhlich  eruordert. 

Dann  wiewoll  die  Lannd  biss  auflf  Ir  Ku.  Mt.  ynnd  Fürstl.  gnaden 
zuekhunfft  gegen  menigclich,  wer  sy  yon  Ir  Ku.  Mt.  ynnd  fCürstl. 
gnaden  zudringen  oder  sonnst  zubelestigen  oder  zw  yberziehen  yer- 
maint,  guet  Ordnung  ynnd  gegenwör ,  wie  das  die  gesanndten  anzu- 
zaigen  wissen,  f&rgenomen,  ynnd  sich  nach  Iren  höchsten  yermugen 
dabey  hanndtzuhaben  willenns  sein,  yedoch  khunnen  noch  mögen 
solich  Ordnung  ynnd  gegenwdr  wider  die  obgenannten  Tirannischen 
feindt,  die  Turggen,  so  dann  mit  Iren  behausungen  ynnd  haimbge- 
sässen  denen  Lannden  so  nahenndt  khomen,  das  sy  Irer  Ku.  Mt.  ynnd 
fürstlichen  gnaden  Erblannd  albegen  in  zwayen  Tagen  erraichen 
mugen,  auch  disen  Lannden  mit  Raub,  Pranndt,  hinfürung  yill  Tau- 
sennt  mennschen  ynnd  in  annder  weeg  ynsaglich ,  merckhlich  ynnd 
ynwiderCiB/.  ii3^Jbringlich  nachtaill,  schaden  ynnd  yerderbung 
zuegefuegt  haben,  zw  ainem  Tapffern  widerstanndt  nit  sonnders  er- 
schieslich  sein,  noch  gegen  Ir,  der  Turggen,  grossen  macht  sonnder 
frucht  bringen,  darzue  muessen  die  Lannd  yon  Hungern,  Behamen, 
Venedigern,  Schweitzern  ynnd  anndern  des  hauss  Österreich  wider- 
wärtigen sonnst  annder  täglich  aufruer,  empörung,  einzug  ynnd  yber- 
fall  besorgen. 

Vnnd  auff  das  alles  sollen  die  gesanndten  mit  yleiss  anzaigen, 
der  Lannde  ynnderthenigist,  diemuetigist  ynnd  höchstes  yleiss  bitten 
sey,  das  sich  die  benannten  baid  ynnser  genedig  Herrn,  oder  doch  Ir 


1M9. 


167 


ainer ,  wie  sy  sich  dann  des  zwischen  Inen  rnnd  selbs  bruederlich 
rnnd  woH  zuuergleichen  wissen,  in  dise  Lannd  verfuegen,  ynnd 
dasjben ,  so  Ir  Ku.  Mt.  ?nnd  f&rstl.  gnaden  Yoruordern  genedigclich 
gethon,  auch  der  Lannd  freyhaiten  ausCA/.  ii4*.^weisen»  genedigc- 
lich f&rnemen  ynnd  handien  wellen.  So  sein  die  LanndschaiTten  hin- 
widerumb  yrbittig  vnnd  willig,  Ir  Ku.  Mt.  ynnd  f&rstl.  gnaden  die 
Phlicht  ynnd  alle  gehorsamb,  wie  sy  des  schuldig  ynnd  yon  allter  her- 
khomen  zuthun,  abennalls  mit  dem  höchsten  bittendt,  Ir  Ku.  Mt.  ynnd 
fürstlich  gnaden  wellen  sich  der  yetzberflrten  zuekhunffl  ynuerzogen- 
lich  ynnd  genedigclich  enntschliessen,  ynnd  die  LanndtschafRen  in 
jetzermelltem  Irem  hochyleissigen  bitten  ynnd  begem  genedigclich 
zu  erhören  nit  yerzeihen,  ynnd  sy  alb^en  in  genedigen  beschütz, 
schiermb  ynnd  beuelch  haben  ynnd  nit  yerlassen.  Das  wellen  sy  in 
aller  ynnderthenigen  gehorsamb  ynnd  willigen  diennstberkhait  ynge*- 
spart  leibs  ynnd  guets,  alzeit  geflissen,  willig  ynnd  gern  yerdienen. 

Ynnd  nachdem  dise  obermellte  Werbung  on  zweifl  in  der  oiTenn- 
lich,  yor  yill  yolckhs,  beschehen  muess,  soll  denen  gesanndten 
(BL  llä^,)  yergonndt  ynnd  zuegeben  sein,  solich  Werbung  mit 
anndern  gegrundten  zierlichen  Reden  fUrzuziehen  ynnd  auszustrei- 
chen, wie  sy  sich  dann  des  ynnder  weegs  miteinannder  woU  ynnder- 
reden  ynnd  yergleichen  mugen. 

Item  ob  sich  zuetragen  wurd ,  das  die  gesanndten  ee  zw  Ertz- 
hertzog  Ferdinanden  alls  zw  Khunig  Carl  khumen  wurden,  so  sollen 
sy  obgemelte  Werbung  an  sein  filrstliche  gnaden  thun,  mit  yermel- 
dung,  nachdem  seiner  förstl.  gnaden  Brueder  Khunig  Carl  der  Ellter 
sey,  welle  sich  gebürn,  sein  Ku.  Mt.  mit  dem  furderlichsten  zu  besue- 
chen  ynnd  zu  bitten,  das  sich  sein  Ku.  Mt.,  alls  der  Ellter,  selbst  zu  denen 
Lanndenyerfueg,  oder  aber  Ine  Ertzhertzog  Ferdinanndenmitgenueg- 
samen  gwallt  heraus  yerordnen  welle ,  ynnd  furter  also  mit  dem  fur- 
derlichisten  Iren  abschied  zw  Khunig  Carolen  nemen. 

Ynnd,  so  sy  zw  Khunig  Carolen  khomen,  so  sollen  sy  seiner  Ku.Mt« 
anzaigen  (Bl.  115''.),  wie  sy  bey  Ertzhertzog  Ferdinanndeu  gewe- 
sen sein,  ynnd  wiewoll  sy  sein  Ku.  Mt.,  alls  den  EUtern,  ee  sollen 
ersuecht  haben,  yedoch,  dieweill  sy  des  weegs  so  nahenndt  khomen, 
hab  sich  nicht  gebQren  wellen,  sein  fürstlich  gnaden  nit  zu  besue- 
chen,  oder  desshalb  yon  Inen  baiden  yngnad  zu  besorgen,  dann  die 
Lanndtschafften  erkhennen  sy  baid,  nach  Irem  der  Lanndt  rechten 
gebrauch,  fQr  Ir  naturlich  recht  Erbherrn  ynnd  LanndtsfQrsten,  wieuor 


168 


1S19. 


bittenndt,  sein  Ku.  Mt.  wellen  das  also  getreuer  mainung  im  pessten  yer- 
steen  ?nnddesshalb  khainerlay  yngnadfiimemen,  wie  dann  die  gesannd- 
ten  solich  Enntschuldigung  auch  mit  dem  Pessten  ftirzutragen  wissen. 

Verrer»  so  es  stat  haben  khan ,  sollen  die  Potsehafflen  yetzbe- 
nannten  vnnsern  gnädigisten  Herren  Khunig  Carolen  anzaigen,  wie 
inbenannter  Kay.  Mt.  leben  an  Irer  (BL  115K)  Mt.  hof,  bey  etlichen 
Irer  Mt.  Camerdiennern ,  Secretarten  vnnd  Officiern ,  die  Finanntzen 
ynnd  Procureyen  so  gros  vnnd  gar  vberhanndt  genomen  haben,  das 
nit  allain  Ir  Kay.  Mt.  an  Irer  Kay.  Mt.  Camerguet,  sonnder  auch  die 
Lannd  darunder  in  mei*ckhlich  abfall  ynnd  yerderben  khomen  ynnd 
ganntz  erschöpfft,  auch  sonnder  zweifi  derselben  Finantzer  noch  etlich 
in  hanndlung  ynnd  yebung  sein»  sich  bey  Irer  Kay.  Mt.  auch  einzu- 
dringen ynnd  in  solichen  Iren  yorigen  Finanntzen  ynnd  Procureyen 
zu  beharren,  das  dann^  souerr  sy  es  erlanngten,  Irer  Ku.  Mt.  ynnd 
derselben  Lannden  nit  allain  nachtaillig,  sonnder  auch  hoch  ytind 
gross  schedlich  ynnd  ganntz  yerderblich  sein  wurde.  Vnnd  demnach 
abermalls  zu  bitten ,  das  Ir  Ku.  Mt.  an  Irer  Mt.  etc.  hof  ynnd  Regie- 
rungen solichen  Finantzen  ynnd  Procureyen  nicht  stat  geben,  noch 
gedulden,  wie  dann  (Bl,  IW.)  Ir  Ku.  Mt.,  alls  die  Lannde  yerhoffen, 
on  das  sonnder  zweifl  genedigclich  genaigt  ynnd  abzustellen  wissen. 

Item  anzuzaigen,  wie  die  Lanndtscbaffien  angelanngt  sey,  alls  sollen 
nach  abganng  der  Kay.  Mt.  Sigill,  Secret,  Cotschet  ynnd  Signet  yer- 
pedtschallR,  ynnd  nachmalls  widerumb  eröffnet,  ynnd  etwo  mer  brief 
damit  yerfertigt  sein.  Aber  was  brief  das  gewest,  wie  damit  ge- 
hanndlt,  oder  wo  die  Clainat,  auch  die  schlflssl  zw  der  Schatzcamer 
ynnd  anndern  gehaimen  sachen  hinkhomen  oder  yerwart ,  sey  denen 
Lanndtschaiften  yerporgen,  ynnd  zu  fiirchten,  es  möchte  Irer  Ku.  Mt. 
ynnd  Lannden  ynnd  Leuten  khunfftigclich  daraus  grosser  nachtail 
ynnd  schaden  erwachssen.  Es  haben  auch  die  Ausschüss  zw  Brugg 
desshalb  herrn  Liennharden  Rauber  (Bl  116^,),  alls  Hoimarschalch, 
angeredt,  aber  darinnen  khainen  beschaid  yon  Ime  gehaben  mugen, 
allain  das  Er  auf  die  anndern  sein  mityerwonndt  gewaigert  hat. 

Item  zu  bitten,  das  die  Ku.  Mt.  dem  Vice  Re  in  Neapolis  ernnst- 
lich  schreib  ynnd  beuelch,  ob  den  Lannden  ain  Not  furfiell,  ynnd  sy 
Ine  ymb  hilff  ersuechen  wurden,  das  er  allsdann  mit  solicher  hilff 
zeitlich  ynnd  ansehenlich  ankhome,  ynnd  sy  in  nöten  nit  yerlasse. 

Item  nachdem  die  Turggen,  wie  yernomen,  nuer  zwo  tagraiss  in 
dise  Lannd  haben,  auch  yetzo  in  Empörung  sein,  darzue  der  Baan  yon 


1519. 


169 


Crabaten  den  Lannden  zueschreibt,  alls  auch  sonnst  wissenntlich  ist, 
wo  man  Ime  nicht  zw  hilff  khome,  so  sey  Ime  ynmuglich  das  Lannd 
Crabaten  (BL  11*7\)  vor  Inen,  den  Turggen,  zu  erhallten.  So  be- 
dnrffen  auch  die  Ortfleggen  in  Friaul,  so  ?on  den  Österreichischen 
Lannden  bisher  mit  der  Jurisdiction  mnd  Obrigkhait  yersehen  wor- 
den, ainer  grossen  merckhlichen  behuet,  mnd  das  Camerguet  ist 
sonnst  mit  anndern  merckhlichen  ausgaben  derroassen  beschwärt  ynnd 
Terphenndt,  das  diser  zeit  nicht  woll  muglich,  dieselben  Ortflegkhen 
danion  zw  mnderhallten.  Vnnd  demnach  abermalls  zu  bitten,  das  Ir 
Ku.  Mt  benannten  Vice  Re  in  Neapolis  beuelch  geben  oder  sonnst 
genedig  fQrsehung  thun ,  damit  jetzermellt  ortflegkhen  rnnderhallten 
Ynnd  nämblich  die  Lannd  von  den  Turggen  enntschQtt  vnnd  verkchert 
werden,  biss  Ir  Ku.  Mt.  zw  Lannd  khumen;  vnnd  furter  bey  Bftbst- 
licher  Heyligkhait  vnnd  allen  cristenlichen  Khunig,  (BL  IIV.)  For- 
sten vnnd  Potentaten  vmb  ain  gemaine  austrfigliche  Expedition  wider 
dieselben  Turggen,  vnnd  zw  aufenthallt  der  Cristenhait,  fruchtberlich 
hanndlen  mug. 

Item  damit  die  Lannd  in  dest  merern  frid  vnnd  Ruee  bleiben 
möchten,  wollte  die  Lanndtschaflten  für  guet  ansehen,  das  Ir  Ku.  Mt, 
souer  es  inndert  mit  flieg  beschehen  khundte,  mit  den  Yenedigern 
ain  beständigen  frid  annSmen;  auch  die  Khunig  zw  Hungern.  Behaim 
vnnd  Polin,  alls  Irer  Mt.  gesippt  freundt,  durch  Potschafilen  oder 
schrifilen  ersuechet,  mit  Irer  Mt.  vnnd  derselben  Lannden  vnnd 
Leuten  in  gueter  vnnd  freundtlicher  nachtperschaffl  zu  bleiben;  das 
auch  die  Heuret,  noch  in  Kay.  Mi  leben  mit  der  jungen  Khunigin 
von  Hungern  beschlossen,  vnnd  darumben  die  von  Österreich  vnnder 
vnnd  ob  der  Ennss  (BL  118*.)  hoch  verschriben  sein,  mit  dem 
furderlichisten  volzogen  werde. 

Item  anzuzaigen,  wie  die  Lanndtschafften  von  wegen  der  sorg- 
feltigkhait,  die  sy  von  Iren  anstossern  vnnd  des  haus  Osterreich  wi- 
derwärtigen, wie  vernomen,  zu  besorgen  haben,  vnnd  aus  anndern 
merckhlichen  vrsachen  bewegt  sein ,  das  sy  Jedes  Lannd  fttr  sich 
selbs  von  stundan,  nach  obberflrtem  vill  laidigen  fall  gedachter  Kay^ 
Mt.  Todlichen  abganng,  Ordnung  förgenomen,  aufgericht  vnnd  furter 
durch  schrifilen,  hin  vnnd  wider  beschehen,  vergleicht  sein,  sy  durch 
Ir  aussehuss  zw  Brugkh  an  der  Huer  zu  besamblen,  vnnd  allda  ain- 
helligclich  miteinannder  fürzunemen,  zu  hanndlen  vnnd  zu  schliessen, 
damit  die  benannten  vnnser  genedigist  Herrn  bey  denen  Lannden, 


170 


1519. 


ynnd  hinwiderumb  die  Lannd  bey  Ku.  Mt.  (BL  118^)  ynnd  f&rsüichen 
gnaden  beleiben  möchten.  Auch  Ir  Mt  vnnd  ftlrstl.  gnaden  derselben 
hanndlung  aller,  dabey  dann  die  Lannd  bis  auffir  Ku.  Mt.  vnnd  ßirst- 
lichen  gnaden  zuekhuniR  zu  beharren  willenns  sein ,  vnnd  wie  Inen, 
den  gesanndten,  der  sachen  aller  Abschrifft  hieneben  zuegestellt  wor- 
den, nach  lenngs  vnnd  aigenntlich  berichten,  in  vnndertheniger  hoffnung, 
Ir  Ku.  Mt.  ynnd  fürstlich  gnaden  werden  daran  genedig  gefallen  tragen. 

Item  ob  sich  zuctrug,  das  die  gesanndten  zw  der  allten  Khuni- 
gin  von  Hispania,  der  Jungen  Fürsten  Muetter,  auch  Irer  Schwester 
vnnd  Frauen  Margaretn  khämen,  so  sollen  sy  denselben  Iren  gene- 
digisten  frauen,  nach  vberanntwortung  Irer  Credenntzbrief,  der  Lanndt- 
schafften  vnndertheaig  willig  diennst  sagen,  MitbeclagungCJ8/.  119\) 
des  obberürten  vill  laidigen  falls,  Bittenndt,  sy  die  Lanndtschafilen 
Irer  fürstlichen  gnaden  Sunen ,  gebruedem  vnnd  Neuen  genedigclich 
zu  beuelhen  vmid  mit  gnaden  zu  befurdern. 

Dessgleichen  sollen  sy  baider  Fürsten  Räten  vnnd  den  Lannd- 
schafilen  in  Hispanien  vnnd  Burgundi,  wo  sich  das  mit  fueg  zuetrug, 
diser  Lanndtschafilen  guetwilligkhait  vnnd  freundtschafil  anzaigen  ^, 
vnnd  bitten,  sy  bey  benamiten  vnnsem  genedigisten  Herrn  vnnder- 
thenigclich  zu  beuelhen  vnnd  guetwillig  zu  befurdern. 

Item  die  Fürssten  vnnder  weegen,  wo  es  mit  fueg  beschehen  khan, 
vmb  furderung  vnnd  beglaittung  zw  ersuechen,  vnnd  darnebeR  Iren 
fürstlichen  gnaden  die  Lanndtschafften  der  Turggen  halb  zubeuelhen. 

Item  die  gesanndten  sollen  in  khainen  weeg  noch  weiss  von  we- 
gen der  Lanndt^i?/.  ii9^.^schafften  annders  hanndlen,  dann  was  Inen 
dise  Instruction  auflegt  vnnd  in  sich  hellt. 

Vnnd  nämblich  bey  den  Khünigen  vnnd  Iren  Räten,  bey  glauben, 
Eern  vnnd  Trauen,  weder  Inen  selbs,  Iren  freunden,  noch  yemandts 
anndern  zw  aigen  Deren  oder  nutz  nichts  sollicitiern  noch  hanndlen, 
in  khain  weiss. 

Item  ob  sy  durch  die  Khunig,  Ir  Räte  oder  annder  in  obberürten 
Sachen  vmb  Rate  ersuechen,  oder  sich  yemanndts  mit  Inen  in  dispu- 
tation  einlassen  wurde ,  so  sollen  sy  von  wegen  den  Lanndtschafften 
allen  Hate  vnnd  disputation  gänntzlich  vermeiden,  vnndallain  auff  diser 
Instruction  beharren.  Aber  fiir  sich  selbs  mugen  sy  Ir  guetbedunckhen 
vnnd  das  jhen,  so  sy  für  die  benannten  vnnser  genedigist  Herrn  vnnd 


^)  ^anzuzaigen^  die  Handschrift. 


1K19. 


171 


far  Lannd  rnnd  Leute  am  (Bl.  120^.)  nutslichisten  vnnd  frucht- 
baristen  ansiecht,  woU  anzaigen. 

Soliches  alles  obbeschribenns  sollen  die  Gesanodten  obangezaigter 
mainong  mit  dem  allerpessten  yleys  werben  banndien  ynnd  soUicitiern, 
wie  sy  dann  zu  thun  wissen ,  mnd  sich  die  Lanndtschafflen  ganntz 
-  Tertreulich  zw  Inen  versehen.  Datum  Brugkh  an  der  Muer  etc. 

(Bl.  120".  leer.) 

(Bl.  121\)  Der  FOnff  Niderdsterreicbischen  Ge- 
sanndten  zw  Villach  Zusamenkhunfft  ynnd  Raiss  in 

Hispanien. 

Der  fiinff  Niederösterreichischen  Lannde  Gesanndten,  gleichwoU 
auch  die  Tyrollischen ,  betten  den  zwaintzigisten  tag  Juny  benennt 
gehabt,  in  Yillaeh  zusamen  zu  khomen,  ynnd  Iren  weeg  durch  Italiam 
geen  NeapoHs,  ynnd  yon  dannen  in  Hispanien  zenemen.  Dahin  dann 
die  österreichischen,  Steyrer,  Khärner  ynnd  Crainer  khamen.  —  Die 
Tom  Lannd  ob  der  Enns  schriben  ynnd  baten:  „nit  zu  uerargen,  das 
ire  Gesanndten  nit  sogleich  obbestimbten  tag,  sy  wurden  aber  palld 
khumen."^  Die  Tyrolischcn  schriben  ynnd  begerten :  „zuuerharren,hintzt 
die  waall  aines  Römischen  KhQnigs  ybergienng,  damit  man  sich  dester 
statlieher  khundte  in  allen  sachen  richten.  So  khunden  ire  Gesanndten 
auch  nit  so  palld  fertig  werden"^. 

Die  yon  Österreich  ynnd  Khärnner  warn  in  ainer  herberg,  auch 
gleich  gekhlaidt,  die  Crainer  khamen  yor  ynnser,  die  suchten  ynns, 
die  yon  Steyr,  haimb,  aber  die  Khftmner  nit,  in  der  (Bl  12V.) 
Lannd  wir  doch  alls  gest  khomen  warn.  Sy  empoten,  etlich  mall  zw 
ynns  zu  khomen,  geschach  aber  nit.  Also  hat  es  sich  da  angefanngen, 
ynnd  yasst  an  der  gantzen  Rais  ynnd  hanndlung  derroassen  yoUenndt. 

Wir  schickhten  ain  Poten  zw  dem  Statthallter  oder  Locote- 
nenten  der  Venediger,  geen  der  Weydn,  ymb  glait.  Vnnd  mitler  weill 
Hessen  wir  ynns  alle  gleich  lannge  Clagkhlaider,  mit  khappen  auffdie 
achsin,  machen. 

Allsdann  die  yon  Österreich  begertn  sich  mit  ynns  zu  bereden, 
ynnd  wir  zusamen  gienngen,  wardt  gehanndlt,  wer  die  Werbung  thun 
soll.  Gienng  der  Ratschlag  auff  herrn  Micheln  yon  Eytzing,  der  sich 
darzue  selbs  nit  tauglich  erkhenndte.  Gienng  die  Stimb  auf  Doctor 
Hertn,  des  wir  yon  Steyer  innhallt  ynnsers  beuelchs  nit  khunden 
zuegeben ,  das  ainer  minder  Stanndts ,  dann  ain  Ediman ,  yor  ainem 


172 


1519. 


solichen  herrn  ynnd  von  solichen  Lannden  die  Werbung  thun  sollt. 
Wir  hetten  auch  den  austruekhten  beuelch»  die  Werbung  Teutsch  zu 
thun.  Wiewiol  Ich  das  nie  gelobt,  vond  Ir  der  Lanndtschafil  nit  thorst 
hart  widerfechten,  (BL  122\)  damit  Ich  nit  verdacht  wurde,  soli- 
ches  von  meintwegen,  alls  ain  Lateiner,  thftte.  Hit  dem  hueb  sieh  der 
erst  zannckh  ynnd  ynwill  zwischen  vnnser. 

25.  Juni.  Am  f&nff  ynnd  zwaintzigisten ,  nachdem  die  vom  Lannd  ob  der 

Enns  so  lanng  nit  khomen,  yerruckhten  wir  geen  der  khlain  Teryis, 
vier  mein.  Ynnd  wie  woll  wir  beschlossen  hetten,  ain  gemain  Furier 
zu  hallten,  damit  wir  Jeder  zeyt  beyeinannder  beliben ,  so  ward  doch 
mir  ynnd  meinem  gesellen  khaineherberg  beschaiden.  Muesten  lanng 
auif  der  gassen  hallten,  hintzt  wir  vnnderkhamen.  Das  war  der 
Sambstag  nach  gotzleichnambstag. 

26.  Juni.  Am  Sechs  vnnd  zwaintzigisten,  Suntags,  namen  wir  das  Früe- 

mall  mit  den  Meichsnern.  Die  hetten  die  ambter  des  aufschlags  da- 
selbst. Gaben  vnns  nit  allain  zw  essen ,  sonnder  auch  zu  tringkhen 
genueg,  dermassen,  das  etlich  in  die  wasser  fiellen.  Dann  wir  ritten 
gegen  der  Pantafl  ^),  ist  ain  marckht,  dardurch  rindt  der  pach  Felaeh, 
ynnd  schaidt  Khärndten  vom  Fryaul  oder  dem  Venedigischen.  Sein 
zwo  meill.  Vnnd  fiirter  ist  ain  meill  an  der  Venediger  Clausen  *),  vnnd 
noch  ain  meill  in  marckht  Feiach  >) ,  da  wir  vbernacht  beliben.  Es 
was  durch  etliche  geredt  vnnd  treuer  mainnng  angezaigt:  „wann  man 
in  (BL  122''.)  Potschafft  zuge,  soll  man  sich  annderst  vnnd  tapffrer 
hallten*".  Dargegen  was  die  Anntwort:  „so  man  vber  die  Pruggen  (ich 
achtet  an  der  Pantafl)  khame,  dann  wollt  man  sich  recht  hallten'*.  Aber 
dieselb  Pruggen  haben  wir  nit  finden  khttnnen. 

27.  Juni.  Am  Siben  vnnd  zwaintzigisten  durch  Peischldorff  ^).   Zwischen 

Klamaun  ^)  vnnd  dem  Perg  Soph  •),  dazumall  ward  ain  grosser  Regn, 


^)  Pontebba,  hart  an  der  Grenze  des  Venezianischen. 

^)  Chiusa,  südlich  von  Pöntebba.  Der  Zug  der  Gesandtschaft  geht  durch  das 

Thal  Valle  di  Ferro,  längs  der  Fella. 
')  Wahrscheinlich  Villa  nova,  sudwestlich  von  Ohiusa. 
^)  D.  i.  Venzone  am  Tagliamento.   Vergl.  M.  ZeiJler*s  Teutsches  ßeyssbuch. 

Strassburg  1632.  Fol.  und  zwar  Bd.  2,  367. 
^)  Gemona,  südöstlich  von  der  Poststation  Ospedaletto. 
')  Die  Erhöhung  bei  Osoppo  am  Tagliamento.  Vergl.  Th.  Mairhofer  Tirols  An- 

theil  am  Venedigischen  Krieg  Maximilians.  Brixen  1852.  S.  27  und  Note  19 

auf  S.  28. 


1819.  173 

das  wir  darch  die  Fächer  nit  mochten.  Muesten  verharrn »  hiatzt  die 
yerlieffen.  Das  ist  der  Perg»  danror  Khaiser  Maximilians  yolckh  so 
lanng  gelegen  ist»  mnd  ain  Theil  geeu  Pordnaw  ^  vermckht  was, 
durch  Bartholomeo  Alyian  geschlagen,  dardurch  Soph  verlassen,  auch 
das  GeschQtz  in  das  wasser  gesennckht  Dieselb  niderlag,  wie  khlain 
die  was,  bracht  den  Khaiser  ymb  sein  glüekhliche  taiding,  die  be- 
schr3>en  aber  nit  gefertigt  was,  dann  die  Yenediger  auff  die  Verrich- 
tung Ires  haubtmanns  mit  der  fertigang  verzogen  haben,  vnnd  nach- 
malls  nimmer  in  soliche  hanndlungen  geen  wellen.  Wir  sein  densel- 
ben tag  geen  Sanndt  Daniel  *)  woll  nass  khomen,  vier  meill. 

Am  Neun  vnnd  zwaintzigisten  ritten  wir  ain  meill,  khamen  geen  29.  Jam*. 
Spenberg  oder  Spilberg  >),  (BL  12S*.)  man  nennts  bayderlay,  liegt 
an  dem  wasser  Tulment  genannt,  vnnd  dann  fiirt  geen  Zizeil.an  der  tziueui.  (h.) 
Ldguentz  ^). 

Am  Neunvnndzwaintzigisten  geen  Khflniglan  ^),  seind  drey  meill. 
Am  dreissigisten  zugen  wir  vber  zway  wasser,  die  wir  vberAiern,  30.  Juni. 

das  ain  genannt  Piana,  das  annder •),  vnnd  khamen  dann  geen 

Gros  Teruis  ''),  zwo  meill.  Ain  schöne  Stat,  dardurch  ain  fliessenndt 
wasser  «)  vill  mOlln  treibt,  dauon  die  Yenediger  das  maiste  mulberch 
haben.  Ist  österreichisch  gewest,  den  Yenedigern  auff  ein  zickhtag  •) 
verphenndt,  dermassen,  wann  man  die  auff  benenntem  tag,  ee  wann 
man  Maria  den  Ennglischen  grues,  das  Aue  Maria,  leydten  wurde,  nit 
löse,  so  dann  soll' Inen  die  Stat  vnabgelöst  bleiben.  Darumb  haben 
sy  auff  gemeltem  tag  das  Aue  Maria  zw  mittag  leydten  lassen,  vnnd  die 
Stat  behallten. 

Da  khamb  vnns  ain  khuniglicher  beuelch,  also  lauttenndt : 

„Carolus,  Dei  gracia  Rex  Hispaniarum,  utriusque  Siciliae  et 
„Hierusalem  etc.  etc.  Archidux  Austrie,  Dux  Burgundi^,  Brabanci^  et 


^)  Pordeoone. 
')  San  Daniele. 

')  Spilimbergo,  sfidwestlieh  Ton  San  Daniele  aro  rechten  Ufer  des  Flasses. 
^)  D.  i.  Sacile  am  Flusse  Livenza ,  etwa  fdnf  Meilen  südwestlich  von  Spilim- 
bergo. 
^)  Conegliano. 
')  Piaresella. 
')  Treviso. 
»)  Der  Fluss  Sile. 
^)  D«  i.  auf  Termin.  Vergl.  die  Naehweisungen  bei  Schmeller  1.  c.  4,  224. 


174 


1519. 


„Comes  Flandri^,  Tirolis  etc.  etc.  Honorabiles  etfidelesDobisdilecti. 
^Intelleximus  (BL  123^.),  tum  ex  Illu.  Don  Raymundo  de  Cordoua, 
„Vice  Rege  nostro  Neapolitano,  tum  ex  aliorum  litteris,  Vos  huc  a 
„statibus  prouincie  et  Principatus  nostri  Austrie  ad  nos  transmissos. 
^Et  licet  Vos  libenter,  tanquam  fideles  et  dileetos  subditos  nostros» 
^uideremus,  tarnen»  cum  iter  ad  Hispaniam  longum,  difBcile  et  inco- 
„modum  sit,  et  nos  deo  duce  propediem  in  Germaniam  venire  statui- 
„mu«,  Hortamur  uos  ut  nisi  magna  et  ingens  necessitas  esset»  non  huc 
„ad  nos  accedere»  et  tam  laboriosum  et  periculosum  iter  suscipere» 
„sed  ad  uestros  reuerti  debeatis.  Et  siquid  uobis  Nobiscum  agendum 
.  »,et  tractandum  est»  pro  eo  ad  Consilium  nostrum  supremum  et  priua- 
„tum»  et  quod  usque  in  aduentum  nostrum  ad  gubernacionem  prouin- 
„ciarum  nostrarum  Austrie  deputauimus»  adeatis  et  recurratis»  quia  a 
„Nobis  amplam  comissionem  habent»  interim  omnia  agendi  et  per- 
»,tractandi»  que  pro  bono»  comodo  et  quiete  dictarum  prouinciarum 
„nostrarum  et  illorum  subditorum  fieri  poterunt»  (BL  12 ii'.)  Quo- 
„niam  in  eo  facturi  estis  expressam  uoluntatem  nostram.  Datum  in 
18.  Mti  „ciuitate  nostra  Barchinona»  Die  xYÜi.  Mensis  Haji»  Anno  domini. 
„M.  D.  Decimo  Nono. 

„Carolns  (m.  p.)  »,Ad  mandatum  Catholicae 

„Honorabilibus»  fidelibus»  nobis  dilectis  Majestatis  proprium 

»»Oratoribus»  ad  nos  a  Ducatu  nostro  J.  Sannart  (m.  p.) 

»»Stirie  transmissis.^ 
Wir  raisten  aber  nuer  filr»  ynuerhindert  desselben  von  dann  zu 
raison.  Ward  bedacht»  Eernthalben  hintzt  geen  Haisters  ^  zureitten» 
Aber  vnnser  mitgesanndten  yersachen  sich  mit  wagnen.  Alls  wir 
morgenns  mitziehen  wollen»  alls  sich  auch  geburdt»  fuem  die  hin. 
Wir  betten  ynns  des»  vnnd  sonnderliehen  mit  den  wägnen»  nit  ver- 
sehen, darumb  hüben  wir  binden»  hintzt  wir  auch  ain  wagn  vberkho- 
men.  Die  Phärdt  Hessen  wir  all  daselbstn  zw  Teruis. 
1.  Jau.  Den  Ersten  tag  July»  alls  wir  geen  Masters  vnnd/jB/.  12V.) 

geen  Margera  ^)»  da  man  auff  das  mör  sitzt»  khomen»  fuem  die  gleich 
hin.  Wier  rueflften  denen »  damit  wir  miteinannder  in  die  ansechlich 
Stat  einkhämen»  man  wollt  vnns  aber  nit  h5rn.  Die  Herschafil  daselbstn 
schickhten  ansechliche  Personen,  vnns  auff  dem  Mör  zw  emphahen» 


^)  Mestre,  südlich  von  Treviso. 
*)  Das  berühmte  Fort  Malgliera. 


1519. 


175 


weül  wir  aber  so  zerstraet  fuern ,  haben  sy  nit  gewisst ,  weliche  sy 
ansprechen  selten.  Also  sein  wir  in  ain  gemaine  herberg  eingezogen, 
daselbstn  wir  all  zusamen  khamen.  Da  fannden  vnns  die  von  der 
Stat,  so  gegen  vnns  gesanndt  worden.  Enntschuldigeten  sich:  »dassy 
mns  nit  betten  ausser  der  Stat  betretten  vnnd  Iren  beuelch  yerricht*'. 
Mit  mererm  anzaigen :  „der  Fürst  rnnd  ganntzer  Senat  betten  vnnser 
ankhunfil  erinndert  vnnd  erfreyt  *)>  darumb  sy  auch  souerr  vnns 
enntgegen  verordennt  gewest  zw  empbahen ,  vnnd  in  die  Stat  zu  be- 
glaitten,  dann  die  Stat  bette  Jederzeit  gross  aufsehen,  lieb  vnnd 
freundtschaffl  für  all  annder  Nationen  mit  den  Teutschen,  vnnd  sonn- 
derlichen  mit  dem  haus  von  Österreich.  Besonnders  auch  yetzo  den 
Khünig  Carl  in  Hispanien  gros  vor  äugen  haben*'  etc.  mit  vill  zierli- 
chem vnnd  merern  werten.  Begertn  auch  wir  sollen  in  (BL  125''.) 
ain  annders  haus,  das  vnns  verordennt  was^  mit  Inen  ziehen  <). 
Darüber  wir  mit  geburlicher  Anntwort  Inen  begegneten,  vnnd  zugen 
auch  mit  Inen  in  das  verordennt  haus ,  das  gegen  dem  Fflrstlicben 
Palast  vnnd  Sanndt  Marxen  Platz  vber,  neben  Sanndt  Georgen  ala 
Judea  gelegen  was.  WoU  vnnd  zierlich  versehen,  mit  petten,  zimem, 
auch  schönen  gärtnen.  Gleicbwoll  mit  der  khuchl  khunden  wir  fneg- 
lichen  auff  so  khurtze  zeyt  vnns  nit  einrichten,  darumb  haben  wir  in 
der  gemainen  herberg  die  malzeytten  genomen,  vnnd  zw  nacht  in 
demselben  haus  gelegen.  Den  anndem  tag  schickhten  die  herrschafit 
in  die  gemain  vnnser  herberg:  khapauner,  huener,  Tauben,  Haluasier  t.  Jvii. 
vnnd  Muscatell  ain  zimbliche  Anzall.  Desselben  tags  khamen  die  vom 
Lannd  ob  der  Enns :  herr  Hanns  von  Starhenberg  vnnd  Lazarus  Aspan. 
Am  dritten  tag,  was  Sonntag,  khamen  ansechliche  Personen,  die  vnns 
f&r  den  Fürsten  vnnd  seine  gemaine  oder  ordennliche  Rftte  fuertn.  3.  jaii. 
Alls  wir  für  den  Fürsten  khamen,  Leonardus  Laureanus,  ain  seer 
allter  man,  der  numalls  sein  speys  von  ainem  weyb  wie  ein  khind 
namb,  Hess  sich  aufheben,  damit  er  vnns  steendt  emphienng.  Liess 
vnns  (Bl.  125^.)  neben  sich  nidersitzen,  auff  yegclicher  seitten 
funff.  Darnach  bin  ich  aufgestannden  vnnd  für  denHertzogengetretten, 
vngeuarlichen die mainung geredt:  „Nachdem wir vnnsern  allerliebsten 
herm  vnnd  vatter,  Khaiser  Maximilian,  verlorn  haben,  so  sein  wir 
am  zug,  suechennd  den  herm,  den  vnns  der  almSchtige  durch  seinen 


*)  D.  i.  erfragt. 

•)  »mit  Inen  zu  ziehen*"  die  Handschrift. 


176 


1519. 


aiprn,  dem  wir  nachraisen,^  zaigen  vnnd  geben  wierdet  So  dann 
Ynnsere  heirn  vnnd  freundt,  Ton  denen  wir  gesanndt  sein,  yeder 
zeyt  ynnd  lannge  Jar  gnete  freundtschafil  vnnd  nachperschafft  mit 
der  durchleuehtigen  herrschafTt  gehallten»  in  demselben  vertrauen 
sy  vnns  disen  weeg  zenemen  beuolhen»  Bittenndt  ynns  noch  fQro 
in  Irem  gebiett  yergunnen,  vnnsern  weeg  zuuerriehten.  Vnnd 
dannckhten  der  Eem,  vnns  hintzt  beer  erzaigt,  wollten  ynns  der 
bey  Kw.  Ht.  ynnd  bei  den  Lannden  berüemen.  Sonnder  zweifl 
wurden  sein  Kw.  Mt.  zw  sonnderm  gefallen  annemen,  die  Lannd, 
dauon  wir  gesehigkht  sein,  das  in  gleichem  ynnd  mererm  wider^ 
gellten.^  Der  Fürst  gab  Anntwort,  dermassen,  das  Ich  den  nit  hab 
yersteen  mugen,  so  gar  schwärlichen  ynnd  unuernfimblich.  er  redte. 
Aber  das  was  die  mainung,  das  er  auch  (BL  126''.)  die  lanng- 
wierig  freundtschafft  mit  den  Teutschen  erzeilt,  ynnd  wie  sy  Khü- 
nig  Carlen  gross  yor  äugen  hetten.  Bedannckht  sich  ynnsers  er- 
bittens,  ynnd  hatte,  ynnsern  herrn  Khünig  soliches  mit  dem  besstea 
anzuzaigen.  Alls  wir  yom  Fürsten  abgiengen,  tratt  ainer  am  geen 
zw  mir  ynnd  spricht:  „Ir  seyt  ynns  all  lieb,  aber  dw  der  liebste. ** 
Darnach  fuert  man  ynns  in  Sanndt  Harxkhirchen.  Im  Sagrer  da 
zaigt  man  ynns  yill  der  costlichen  Clainater  manicherlay. 

Am  yierten  fuertn  sy  ynns  gegen  Irem  Zeughauss,  das  sy 
den  Arzanall  nennen.  Daraus  zog  man  drey  gross  Galeen  mit 
4.  Juli,  grossem  geschray  ynnd  Ceremonien  woUberaidt.  Ersahen  dann  das 
ganntz  Arzonal,  ynnd  gaben  ynns  yon  eingemachten  ynnd  zuckher- 
ten  dingen  zu  essen,  darzue  cosstliche  trannckh.  Weill  wir  allso 
in  der  Stat  hin  ynnd  wider  zw  Schiff  gefuert,  sein  ynns  Eerliche 
personen  zuegeordennt  gewest,  ynnder  denen  ir  zwen  Nicolaus 
Venereus  ynnd  Hieronimus  Teyla  petra  9  warn.  Khamen  an  mein 
seitten,  mit  denen  Ich  yill  zureden  ynnd  zu  fragen  gehabt.  Die 
anndern  nachneten  sich  souil  Immer  muglich,  das  sy  ynnser 
(BL  126'^.)  gespräch  yernemen  möchten.  Dann  die  anndern  meine 
mitgesanndten  redt  khainer  mit  Inen  sonnders,  ynnd  Ich  sagte  Inen 
frembde  sachen  aus  Polin,  Litten  ynnd  Mosqua.  Desselben  tags 
namen  wir  allso  yrlaub  ynnd  ynnsern  Abschied, 
js.  u.  G.  Juli.  Am  ßinfflten  khaufft  yegclicher  was  er  bedorffl.    Am  sechsten 

alls  wir  yerruckhen  wollten,  khamb  vnns  die  zeittung,  das  ynnser 


^)  Nicola  Veniero  und  Giroiamo  Tagliapietra. 


•   151».  177 

Erbherr  Khflnig  Carl  zw  Römischem  Khönig  erwellt  w*as.  Alk  gros 
TDns  des  zw  freiden  khamb,  souill  anndem  zw  laide.  Woltemis  auch 
rill  in  Venedig  nit  glauben. 

Alls  wir  hieuor  beschlossen  betten»  in  die  grossen  Stet  samennt- 
liehen  ynnd  miteinannder  einzuziehen,  des  doch  zw  Venedig  nit  ge- 
hallten, ynnd  gleicbermassen  daraus  ziehenndt.  Hanns  Silberberger 
wollt  je  voran,  darfur  wir  Ine  yleissig  hatten,  aber  Er  mnd  Doctor 
Mert  zugen  dahin^  Er  bet  ain  Tammftst  khaufll,  den  namen  Ime  die 
Schergen  zw  Padua,  weill  er  khain  zaichen  verhannden,  des  er  den 
zw  Venedig  yermaut  bette.  Muest  zw  rill  Personen  oder  Ambtieuten 
mit  den  Schergen  hin  vnnd  wider  lauffen,  ee  wann  Er  (Bl.  127''.) 
den  Tammast  wider  yberkbamb.  Das  was  gleichwoU  ainer  Potschafil 
ziiuill.  Alls  wir  wider  aus  Venedig  ynnd  yber  das  M5r  kharoen,  seind 
wir  nach  dem  fliessennden  wasser  der  Brenta  vber  sich  gefaren.  Dann 

schlecht  man  sich  aoff  dieLinckh  hanndt  in  ain  Pach genennt 

daran  ist  ain  schliessen,  darein  man  die  Schiff  zeucht,  vnnd  schleuss 
dann  zue.    So  dann  wachst  das  wasser  ynnd  hebt  das  Schiff  yber 
sich,  damit  es  dem  rechten  pach  gleich  khurobt,  ynnd  nach  demselben 
Airauff  gar  geen  Padua  gezogen  wierdt. 

Daselbstn  zw  Padua  sein  wir  Eerlichen  emphanngen ,  ynnd  in 
ynnser  herberg  gef&ert  worden.  Dann  der  Potestat  mit  seinen  haubt- 
teilten  ynns  enntgegen  khomen,  ynnd  ynns  allso  emphanngen  ynnd  zw 
der  herberg  beglaitt.  Sich  erbotlen,  alls  morgen  ynns  die  Stat  zu- 
zaigen,  wir  aber  sein  morgenns  yerrugkht.  Hat  ynns  lerer  haubtieuth 
ainer  das  glaith  hinaus  geben ,  dann  ynnsere  Phärdt  haben  wir  aus 
Teruis,  da  sy  so  lanng  wir  zw  Venedig  warn  gewest  sein,  dahin  be- 
sehaiden  gehabt. 

Am  Sibennden  zugen  wir  bey  yier  meillen,  (Bl.  12V.)  khamen  an  7.  juu. 
ein  See,  der  sich  yon  der  Etz  yersambelli  Ritten  ain  gueten  weeg 
neben  demselben,  ynnd  khamen  dann  an  die  Etsch,  fuem  yber  ynnd 
dann  geen  Rudigo  <),  das  man  Lateinisch  nennt  Rodagium,  ist  etwo 
der  yon  Ferrär  gewest.  Der  Potestat  daselbstn  hiess  Johannes  de 
Corneliis.  Wir  schickhten  auch  yon  dan  zw  dem  hertzogen  zu  Ferr  jr 
ymb  glaidt,  der  ynns  sein  schreiben  scbickht,  wie  hernach  yolgt,  dar- 
zue  ein  Edlman,  der  mit  ynns  hintz  geen  Ferner  geriten  ist. 


*)  RoTigo. 

Fontes.  VIII.  4^ 


178  1519.   • 

^Magnifici  Domini  Oratores»  amici  mei  honorandi.  Accepi  iiteras 
„uestras,  quibus  a  me  petitis,  at  per  Jurisdielionem  meam  iter  factori 
^tnto  ac  libere  traiisire  possitis»  et  quoniam  Ego  Catholice  Majestatis, 
„ad  quam  uos  missi  estis*  sum  seruitor  ohseruantissimas,  uobis  eius- 
^dem  subditis  non  possem  quiequam  negare.  Mitto  igitur  ad  uos  rnum 
„ex  tabellariis  meis,  qui  vobis  erit  dux  itineris »  et  jnssu  meo  carabit, 
^ut  per  omaes  passus  et  loca  dictionis  meae  (Bl.  128^.)  Übet  yohis 
„pateat  transitus.  Si  qaicquam  e»t  aliud»  qnod  ego  animoniak  aestro- 
„rum  gratia  et  pro  commodo  uestro  possim  ef&cere »  me ,  at  predicte 
MCatbolice  Majestatis  seruitorem  et  amieum  uestrum  decet«  faeilem 
wimienietis,  et  uobis  ex  animo  me  offero  et  eommendo.  Ferrariae  yii 
»Julii  M.  D.  xviiii. 

„Magnifieis  Dominis,  Oratoribus  ^Catholici  Regis  domlDi  uestri 

„Inferioris  Austrie  Principatuum,  ^Serritor  et  Amicus  uester:  AI- 

^Amicis  meis  honorandis.*'  ^fonsus  Dax  Ferrariae^  m.  p. 

s.  Juli.  Den  Achten  namen  wir  ynnsern  weeg,  zugen  auffain  halbe  meil)» 

kbamen  aber  auff  ain  armb  der  Etc,  fuern  vber,  dann  warn  wir  in  des 
von  Ferrir  Lannd  oder  gebiet.  So  wir  vierthalb  meiil  geriten  betten» 
khamen  wir  an  ain  armb  des  fluss  Phad »  Lateinisch  Padus  genannt, 
fuern  da  vber  vnnd  dann  noch  ain  halbe  meill  geriten,  khamen  wir  in 
die  sch^n  ansechliebe  Stat  Ferir.  (BL  128^.)  Der  hertzog  hiess 
Alfonsus,  sein  gemahel  was  etwo  vor  zehen  tagen  gestorben,  des 
Babst  Alexanndor  Tochter  9*  Damit  enntschuldigt  er  sich  gegen 
vnns,  vnnd  schickht  doch  dreissig  glesener  Anngster  maluasier  vnnd 
weins  eingeflochteo,  auff  ainer  Stanngen,  die  Ir  zwen  truegen ,  mit 
grossem  erbieten  Tnnd  anzaigen ,  er  hette  sein  gross  aufsehen  auf 
Khünig  Carlen.  Alls  wir  aber  in  vnnserm  dannckhsagen  mnd  erbieten 
soliches  vnnserm  herm  KhQnig  Carlen,  Erwelltem  Römischen  Khönig, 
anzezaigen  erbuten,  ynnd  in  also  nennten,  da  Erstumbten  die  Pötten  ' 
darob,  dann  Ir  herr  Francösischer  Parthey  war.  Des  Fürsten  Brueder 
Hipolitus,  ain  Cardinall,  hat  den  Venedigern  im  1610  ain  grossen 
schaden  thon  auff  dem  Pfad,  dann  sy  wider  Ferdr  ausgezogen  warn. 
Vier  meil. 

9.  Ja]!.  Am  Neunten,  so  palld  wir  aus  der  Stat  Ferär  khamen ,  rouesten 

wider  yber  den  Phad,  der  gar  an  der  Stat  hinrindt  Zugen  drithalbe 


^)  Lucreiia  Borgia,  als  deren  Todesjahr  gewöhnlich  1520  angegeben  wird. 


1519.  179 

meil  geen  SaimdtProsp^o»  ain  Sehloss,  darbey  ain  gross  wiertshauss» 
darinn  wir  die  nacht  beliben. 

Am  zehenden  geen  Bononia^  ain  schöne»  grosse  Stat,  dem  Babst  lo.  juu. 
za^eh5rig,  darinn  ain  yniu^sitet  Da  beliben  wir  am  tag.  Ain  Bi- 
schoff» des  Babst  (Bl.  129*.)  Statthaliter»  yereerdt  mns  auch  mit 
Mardpänen  ynnd  etlichen  Anngstem  mit  wein. 

Am   zwelfllen   tag   ritten  wir   bey  acht  wälhiseh  meilln  in  n.  jaii. 
ainem  schonen  Tall»  das  yberig  muesten  wir  alles  geen  Perg  airff* 
reitten»  in  ain  khlains  flegkhle  Lugian  «)  genannt,  ligt  hoch  am 
perg  sechzehn  meill  wUhisch. 

Am  dreyzehennden  Tierzehen  wftlhisch  meill  ligt  Florentiola  *)  i3.  jnji. 
ynnd  weitter  zehen  wälhisch  meill  geen  Starperia  >).  Am  yier-  i4.  JqIi. 
zehennden  dann  geen  Florenntz»  die  mächtig  Stat»  yierzehen  wti- 
hisch  meill.  Man  sagt  das  diser  Stat  Ordnung  ynnd  Regiment» 
nach  allter  erfarnner  leuth  mainung»  nie  yber  sibenzehen  Jar  ge- 
wert. Hat  sich  Jeder  zeyt  yerftnndert»  ynnd  auch  guet  Französisch. 
In  der  Stat  wonndte  derselb  zeyt  der  Cardinall»  so  nachmalls 
Bd^st  Clemens  genannt  ward  *).  Bey  dem  was  auch  Bnieder  Niclas 
Schöfiberger»  Prediger  Ordenns  Munich.  Der  yerornndte  ain  Teut- 
sehen»  der  sich  zw  ynns  thette.  Der  fragt  mich:  „ob  ich  densel- 
ben nit  khente?''  Damach  sagt  er:  „wdre  zw  mir  khomen,  het 
(BL  129^.)  aber  sorg»  Ich  würde  Ine»  alls  ein  armen  mttnich»  Bit 
zw  guet  nemen.*'  Das  ist  der  Munich»  so  hieuor  zw  Hungern  ge- 
West»  dauon  ich  gesagt  hab.  Der  Cardinall  schiekht  ain  Bischoff 
zw  ynns  in  ynnser  herberg  ynnd  löst  ynns  aus»  glekhwoll  warn 
ynnsere  mitgesanndten  die  merern  yerritten. 

Von  dannen  haben  wir  den  weeg  auff  Senis  ^)»  Yiterb  yud 
geen  Rom  genomen.  Daselbstn  wir  des  erweltn  *)  Khayser  pot- 
schafft  fannden»  der  ynns  für  den  Babst  Leo  bracht»  dem  wir  nach 
gebrauch  die  Fuess  gekhOsst  haben.  Herwider  der  Babst  ynnser 
yegclichen  mit  baiden   hennden   bey  dem  haubt  genomen,  ynnd 


^)  D.  i.  LojtBO,  zwei  Poststationen  südlich  von  Bologna. 

')  Firenzuola,  ao  den  nördlichen  Abhftngen  des  Apennins. 

')  Scarperia  an  den  sadlichen  Abhftngeb  des  Apennins. 

^)  Cardinal  Julius  von  Medici,  nachmals  1823  Papst  Clemens  YH. 

*)  D-  i.  Siena. 

')  Gebessert  aus  ^khunfftigen.** 

12* 


180  1M9. 

darauff  gekhüsst.  Vor  dem  Ich  aach  khnieendt  die  mainung  geredt: 
„das  wir  an  dem  Zug  zw  ynnserm  naturlichen  Erbherrn  zugen»  vnnd 
so  ynns  der  weeg  hieheer  getragen,  haben  wir  seiner  heilligkhait  Fuess 
zu  khüssen  b^ert,  ynnd  die  Lannd»  dauon  wir  gesanndt,  auch  rnns 
selbs  seiner  heyligkhaitzubeuelhen^.Alis  der  Doctor  SibenbOrger  die 
Fuess  gekhüsst,  zohe  sich  mit  dem  leib  herdan,  so  Ine  aber  derBabst 
beym  haubt  zw  sieh  zohe,  wollt  er  gehorsamb  laisten,  Eyllt  wider 
hinzue,  mnd  siqasi  (Bl.  130*.)  den  Babst  woU  an  die  Nasen. 

Da  zw  Rom  seind  auch  zwen  gebrij^eder ,  Harggrauen  zu  Bran- 
denburg, in  des  Babsts  diennsten  gewest,  Hanns  Albrecht  ynnd  Garn- 
precht  Daselbstn  auch  bey  den  Fuggerischen ,  ynnd  zuuor  bey  den 
Khaiserischen  ynnd  anndern  orten,  haben  ynnser  ettlich  wol  geessen, 
auch  getrunckhen.  des  auch  ettlich  gepttesst  haben.  Möcht  woll  sagen. 
Ich  wäre  zw  Rom  gewest,  ynnd  hette  Rom  nit  gesehen,  nachdem  Ich 
mich  nit  wollte  erhitzen,  aoff  gehabte  khrannckhait,  dann  Ich  nuer 
aus  der  holtz  Ertzney  ^  mich  auff  die  Raiss  begeben  hab. 
3.  Aug.  Am  dritten  Augusty  sein  wir  yon  Rom  gezogen  geen  Billetri  *), 

darnach  geen  Sermoneta  >).  Warden  der  Vngnad  ynnd  Lazarus  Aspan 
khrannckh,  die  namen  Iren  weeg  nach  Caieta  ^),  am  nächsten  zw  dem 
Mör,  damit  sy  geen  Neapolis  gefaren  sein.  Wir  annder  zugen  nach 
Piperno,  Tarracen  ^),  das  gehört  noch  dem  Babstumb  zue.  Aber  zw- 
nächst  daruor  ist  ain  Thurn,  gehört  in  das  Khunigreieh  Neapolis. 
Darnach  geen  Fundy ,  ain  Stätte ,  gehört  dazumal  Signor  Prospero 
Colona,  ynnd  durch  Mola  geen  Traiect  *),  ist  ain  Schlos,  darinn 
Signor  Ascanio,  gemeüts  herrn  Prospero  Colona  Sun ,  krannckh  lag. 
Nichts  minder  hiellt  ynns  bey  sich  im  Schloss  zwen  (BL  i30*.)  tag 
ganntz  fürstlichen  woll.  Darunder  fleust  das  wasser  Garlian  ^),  latei- 
(ionMinnsFerdi-  nisch  Ligeris.  An  dem  wasser  hat  Ferdinannd  Khunig  zw  Hispanien 
dnbi."(HO  ^^'  ^^^^^  s®^"*  haubtman,  den  man  nennte  Gran  Capitan,  die  Franzosen 


^)  D.  i.  LigDuro  Guajaci. 
«)  Velletri. 


*)  Sermoaeta,  £wei  Posten  sfidSstlich  yon  Velletri,  in  der  Nfthe  der  Ponlhii- 

sehen  SQmpfe. 
4)  Gaeta. 

^)  Piperno,  eine  Post  von  Sermoneta ;  Terraeina  swei. 
•)  Pondi.  Mola,  Traetto. 
^)  Garigliano. 


1519. 


181 


TDiid  Sohweytser  gar  aus  dem  Lannd  geschlagai  <),  darzue  Khaiaer 
MaxiniiliaQ  etliche  hundert  Teutseher  Lanndtskhneoht  Ton  Triest  aus 
auff  Schiff  geechiekht  hette.  Damach  khamen  wir  geen  Suessa  >), 
ain  Stfttle,  geh5rt  des  yets  gemellten  Gran  Capitanns  Erben.  Daselbst 
was  ein  Hispanier  haobtman »  der  namb  ynns  zw  sich  in  das  Schlos* 
hat  ynns  gar  mennschlichen  ynnd  wolgehallten.  Da  was  auch  inynnser 
geselschafil  gleich  der  hochberuembte»  gelerte  mann  Augustinus 
Nyphus  *)>  mit  dem  Ich  khundtschaffl  gemacht,  ynnd  yillerlay  Reden 
miteinander  gehabt  Furtan  khamen  wir  geen  Capua ,  da  fleusst  der 
Vultumus. 

Am  zehennden  Augusty  sein  wir  zu  Neapolis  eingeriten.    Der  lo.  Aug. 
Vicere  schickht  ynns  enntgegen  grosse  ansehenliche  herm »  ynnder 
denen  warnSignorFabricioColona»  ain  allter  grosser  herr{^B/.  13  V.) 
ynnd  Haubtman,  der  yill  redlicher  sachen  seine  tag  yerricht  hat.  Vnad 
Ferdinandus  Danalus,  Marggraf  zw  Pisearia  *),  nit  allt,  aber  ain  hoch- 
beruembter  haubtman»  der  aus  yorigen  ynnd  hernach  yolbrachten 
Sachen  dermassenyetzo  benennt  wierdt,  alls  sollt  nach  den  Römischen  Ferdinandus  d«- 
seines  gleichenns  hintzther  nit  gewest  sein.  Durch  seine  anschleg  viaius    Marchio 
ynnd  thun  bt  Franciscus  Khflnig  in Frannckhreich  yor  Pauia  geschia-  ?*»«««•»«•  (H) 
gen  ynnd  gefanngen  worden  *).  Der  khamb  an  mein  seitten,  mich  am 
hineinziehen  hintzt  in  die  herberg  zubeglaitten.  Sagt  ynnder  annderm : 
„wann  er  zehen  Tauseunt  üan  hette»  halb  Teutsch  halb  Hispanier» 
so  wollt  er  mit  zwelff  oder  funfzeben  tausennt  Mannen  ainer  Nation 
die  Schlacht  annemen."*   Etwo  drey  Stundt  yor  ynnser  ankhunfil  ist 
Lazarus  Aspan  gestorben.  Wir  betten  muee  mit  der  Geistlichait,  der 
grebnuss  halben»  dann  die  der  haubtkhirchen  weiten  den  haben.  Wir 
beglaitteten  die  Leych  zw  der  nacht»  nach  Irem  brauch»  in  das  Pre- 
diger Closter. 

Des  morgenns  khamen  wir  für  den  Vicere»  der  sich  nit  minder  ii.  Aug. 
mit  seinem  Pracht  hiellt»  dann  wie  ain  Khunig.  Seine  zu^eordennte 
Rftt  sassen  auch  darbey.   Nach  tisch  ward  ain  Gestftch  (BL  13V.) 


0  Den  28.  April  1503. 
*)  Sessi. 

')  Der  berühmte  Philosoph  Agoatino  Nifo,  geb.  1473,  gest  1538. 

*)  Ferd.  d*AvaIo8»  Marchese  di  Pescana,    der  berOhmte  Feldhaupimann 

Karl  V. 
»)  1525. 


1 82  1519. 

rher  die  Plannckbeii.  Des  Hector»  Grauen  Montis  Leoats,  des  Vicere 
iD  Sieilia,  Sun»  herr  Camillos,  hieilt  das  Gestfieh  auff  sein  oossten,  dem 
KhQnig  in  Hispanien  ynnd  erwelltem  Romischen  Khunig  ynnd  khunff- 
tigem  Khaiser  zw  Eern.  Ain  grosse  Pön  ward  aufgerieht,  darauff  der 
Vicere,  sambt  seinen  zuegeordneten  Rfitn  ynnd  yilleai  Fraaenzimmer, 
ynnd  wir  auch  mit  warn.  Der  Vicere,  aneh  sein  Gemahel,  betten  lere 
Sessel  ynnd  Sitzstat  ynnder  annderm  alls  Kbünig  ynnd  KbQnigin. 
Vnnder  souii  Frauen  was  des  Vicere  die  scbönste»  doch  all  gemaldt. 
Des  anndern  tags  sein  wir  zw  der  hertzogin  yon  Maillanndt  ynnd  Bary 
khomen,  der  Khflnigin  Bona  zw  Polin  Mueter,  die  wir  auch  baimb- 
suecht 
13.  Aug.  Am  dreyzehennden  tag  hat  ynns  der  Vicere  morgenns  ynnd 

Abennts  in  des  Kbünigs  lustgarten,  do  dann  schöne  lustige  prQn  ennt- 
springen  ynnd  ain  schön  lusthaus  ist,  zw  gast  gehabt,  ynnd  Eys  zw 
khuellung  der  Wein  flirbracht,  das  dann  zw  der  zeyt  der  orten 
frembd  was. 
1$.  Aug.  Am  ftinffiiehennden  hat  ynns  H.  Spinelly  graf  Coreaty  f ,  der 

t  herr  Spinou  jem  Khaiscr  Maximilian  (JB/.ldS*.^  lanng  m  Khriegssichengediemit, 

gra     na !.(  .)  ^^^j^  j^^  ^^^  Malzcyt  gehabt, 

16.  Aog.  Am  Sechzehennden  der  SignorFabricius  Colona.  Darbey  ich  die 

besste  ynnd  Eerlichiste  malzeyt  geessen.  Hat  ynns  in  ainem  haus  ynd 
gwelb,  das  woll  tieflf  der  bytz  halben  gewest,  bey  sich  gehabt.  Dana 
so  hat  der  Vicere  ynns  geschickht:  sechs  yass  wein,  yier  khelber, 
zwelff  castraun  ynnd  etliche  yill  hnener.  Die  hertzogin:  yier  yass  wein, 
yier  khelber,  zehen  castraun,  hundert  huener,  yiertzig  harnen  ynnd 
Schulltern,  zwaintzig  grosser  Scatln  mit  confect,  zwaintzig  gros, 
lanng,  weiss  wachssene  Duplier  oder  tortzn,  wir  nennens  Windt- 
liechter,  ynnd  ein  grossen  Permasankhfiss.  Signor  Fabridus  Colona 
schickht  ynns  auch  yon  KhSsen,  Schultern,  huennern  ynnd  wiscotn, 
ynnd  ain  yassl  mit  Senifi^  alles  zw  notdurfft  auff  das  Schiff. 

Das  Lannd  möcht  woll  das  Irdisch  Paradeys  haissen,  so  oosstlich 
ynnd  guet  es  ist.  Ich  hab  mich  ebn  wie  zw  Rom  nit  thurn  in  die  bytz 
ergeben,  die  anndern  seind  zw  etlichen  haisswellenden  Prunnen  ynnd 
anndern  seitzamen  dingen  zueganngen  ynnd  besehen.  Im  Schlos,  das 
man  (Bl.  132^.)  das  New  Schlos  nennt,  darinn  dann  der  Vicere 
wonndt,  haben  wir  ain  Stainene  khugl  in  dem  eeren  oder  khupfferen 
thor  sehen  steckhen,  die  dazumalls,  alls  die  Franzosen  dasselb  Sehloss 
inngehabt,  aber  die  Hispanier,  so  gar  hinzue  khomen  warn,  ynnd  am 


1519. 


183 


thor  arbeitteto,  hat  bmq  aus  dem  Schlosa  durch  das  tbor  in  die  Hispa- 
nier  geschossen,  Tuod  ist  die  khogl  im  thor  beiibeD,  dasdenFraiu&oaeD 
ain  Foreht  Tond  auzaigeu  bracht,  kbain  giflkh  dazumall  su  haben. 

Mit  dem  Patron  des  SchiSs  rertruegen  wir  tods.  Muesten  Ime  pict  mH  dem  pa- 
dreyhundert  ducatee  geben,  danue  yergunnen,  khaufimansc^aft  ynnd  ^^^  ^**  '^^'^*- 
leuth  darein  nach  seinem  gefallen  ze  nemen ,  auch  in  Sardinieo  rier- 
zehen  tag  zu  bleiben,  sein  waar  zu  nerftndera.  Etliche  der  ynnsern 
fuerten  phärdt  zw  schiff.  Ich  khains.  Die  man  nit  feert,  die  rerkhauff- 
tei  wir  wolL  Vnnsar  seindt  wenig  gesundt  beliben,  rill  gneter  dienner 
Tnnd  khneeht,  alls  wir  noch  da  warn,  nftmbliehen  Sigmund  Leyninger 
ynnd  annder  seind  gestorben,  die  anndem  in  Spitalln  beliben,  mnd 
hernach  auch  gestorben.  Man  name  ynnser  khneeht  willig  ynnd  gern 
in  die  Spitäll,  die  gar  woU  yersehen  sein.  (BL  133*.) 

Yngmid  ynnd  Aursperger  muesten  aich  khrancfchajthalben  da- 
selbstn  bleiben.  *^  *"•    ^^^^ 

Am  letzten  Augusty  zw  nacht  gieni^n  wir  zw  Schiff.  Der  windt  ||  ^„^ 
yerännder t  sich,  das  wir  wider  zw  herberg  khamen.  Aber  morgenns, 
am  Ersten  Septembris,  sein  wir  im  namen  gottes  hin  {^aren.  Vnnser   i.  sept. 
Nikff  ward  Sanndt  Nicia  genennt.  So  fnem  noch  zwo  Nanen  aoeb  mit, 
ynnd  khmiden  den  ganntzen  tag  auch  nacht  das  Lannd  nit  yerlieren. 
Am  anndem  ynnd  dritten  tag  haben  wir  gar  sennfflen  windt  ynnd  ye  %. «.  8.  sept 
gar  kbain  gehabt,  das  man  an  dem  mör  Calma  haist,  ynnd  ist  yasst 
haiss  auff  den  mör,  so  es  also  Calma  ist  Die  Schiff  steen  still;  wann 
man  ain  Federte  fallen  lasst,  so  feilt  es  geradt  nider,  das  sich  auff 
kbain  seydten  wenndt 

Am  yierten  tag  khamb  ain  Sdiiffl  mit  sechs  Rnedem  zw  ynns,   4.  sept 
sagt :  „er  war  ain  Genneeser  kbauSman*'.  Man  achtet  in  aber  für  ain 
Speher.  Den  namb  man  in  ynnser  Schiff,  ymb  das  dassdb  mit  leyten 
ynnd  annd^rm  woU  yersehen  was.  Dann  schifll  er  wider  hin  zw  seinen 
ScUffen,  die  wir  nit  sahen. 

Am  fänfflten  tag,  alls  sich  mit  aui^ng  der  (BL  133K)  Sonnen   s.  sept. 
jeder  zeyt  der  windt  yerinadert,  sahen  die  pueben  yon  dem  khorb 
des  grossen  Seglpaumb  etliche  Schiff  herfaren,  die  schriom:  „Fela 
Fela!^  das  ist  »Segl  Segll^  Alls  die  zu  sehen,  warn  yier  Nanen,  zwo 
Galea  ynnd  zwo  Fustn  <),  die  strackhs  gegen  ynns  fuern.  Wir  rOssten 


^)  D.  i.  Reno-  oder  Kaper-Schiffe. 


184 


1519. 


vnns  zw  der  wör  aller  sacben.  Alls  wir  so  nahenndt  zusamen  khamen, 
begerten  wir  ain  zaicben  nach  der  Schiffleutb  monier»  obs  freundt 
oder  Veindt  warn.  8j  wollten  aber  kbain  zaichen  geben,  darnmb  so 
namb  die  kblainer  mnser  Naf  den  weeg  gegen  Inen,  vnnd  kbert  das 
binderthail  gegen  den  Veindtn,  do  dann  das  gesebfitz  ligt,  wollt 
schiessen.  Gleichwoll  Hess  sieh  der  anndem  Nafaine  auch  hergegen, 
doch  wenndetn  sich  alle  znmal  rnnd  fuernhinder  mns  hin,  wollten  gar 
khain  zaichen  geben,  noch  reden. 

6.  Sept.  Am  sechsten  tag  enntstuenndt  ain  gar  graussamer  windt,  der  die 

maisten  im  Schiff  erkhrennckhte.  Man  sach  die  Insel  Sardinia,  wir 
warn  aber  weyt  hinder  sich  geschlagen,  vnnd  prachen  der  rordw 

7.  Sept.  Seglpaumb  ynnd  der  khlain  ob  dem  haubtsegl.   Am  Sibennden  tag 

khamen  wir  wider  hin  zw  der  Innsl,  allso  das  wir  ain  trost  betten,  in 
ainer  khlainen  weill  in  Port  zw  Calaris  9»  der  haubstat,  (Bl.  139*.) 
zukhomen.  So  erhueb  sich  widerumb  ain  wQetennder  windt,  das  wir 
ferr  von  der  Stat  die  S^l  all  ablassen  muesten  vnnd  die  annckhem 
s.  Sept.  (H.)  werffen.  Die  zway  Schiff,  vnnsere  mitgeuerten,  anckherten  auch  ober- 
halb Tnns.  Dem  khlainem  hat  der  angkher  nit  recht  eingriffen,  vnnd 
der  windt  hat  das  Schiff  so  gewaltig  triben,  das  das  Sayl  am  anngkher 
brach.  Muest  sich  in  freyem  winndt  ergeben ,  spanndt  die  Segl  auff, 
vnnd  khumbt  die  nacht  geen  Panormo  *),  die  Stat  in  Sicilien.  Dem 
anndem  Schiff  brach  gleichermassen  das  Saill  am  angkher ,  warffen 
den  anndern  anngkher,  ynnd  beliben  also  hofften  an  anckhem.  Am 
achten  tag  starb  dem  von  Starhenberg  ain  Ediman  Fanstorffer.  Den 
panndt  man  an  ein  pret  ynnd  warff  den  inns  mör.  Der  schwamb  zwier 
oder  dreymall  ymb  das  Schiff,  mit  dem  khopff  ybersich,  alls  sy  sagtn. 
Ich  habs  nit  gesehen.  Ain  mor,  des  Patron  diener  ainer,  fiell  yom 
Schiff  inns  m5er.  Man  eyllt  zw  dem  khlainen  Schiffl,  so  am  grossen 
Schiff  hienng,  er  khnndt  der  hilff  nit  erwarten  ynnd  ertranngkh.  Die 
Raubschiff,  so  mit  Segl  ynnd  Ruedern  fam,  haben  sich  oft  der  Enndeo, 
do  wir  annckherten,  ymbgethon,  darumb  sich  etlich  seer  forchten. 
ii.  Sept.  (^^'  i^^^O  Darum  fuern  am  aindlifflten  tag,  was  der  Suntag,  herr 
Michel  yon  Eytzing,  Starhenberg,  Doctor  ynnd  mit  Inen  herr  Nicias 
yom  Thurn,  der  für  sich  selbs  mit  ist  gezogen,  mit  yiU  anndem  leyten 


*)  Cagliari. 
*)  Palermo. 


1519.  1 8S 

in  dem  Schiffl ,  das  man  im  grossen  Sehif  mit  ynnd  damit  zw  lannd 
fert»  damit  sy  am  Lannd  geen  Calaris  rber  ain  hochs  gepfirg  giean- 
^  gen.  Wer  sy  gesehen  hat,  ist  geflohen,  habens  fttr  mdrrauber  geaeht. 
An  demselben  tag  hat  sieh  der  windt  geändert.  Wir  sein  gefaren, 
das  wir  die  Stat  gesehen ,  ynnd  yber  zwo  wftlhisch  meill  darzoe  nit 
gehabt  haben.  Khonden  doch  nit  hinein,  muesten  wider  an  ainem 
Spytz  des  Erdtriehs  oder  gepOrgs  angkhern,  ynnd  daselbstn  yber 
nacht  bleiben.  Morgenns,  alls  sich  der  windt  gemainclichea  yeränn-  it,  sept. 
dort,  sein  wir  wider  hin  ynnd  her  gefaren,  khnndten  yor  Vesper  zeyt 
nit  hinein.   Alls  wir  hinein  khomen ,  ynnd  yom  Schiff  an  das  Lannd 
tretten,  ynnd  in  die  Stat  gaongen,  so  rejrtten  ynnsere  mitgeferten  yon 
ainem  anndem  thor  in  die  Stat.  Dann  der  Vicere  sehickht  Inen  ainen 
Ertzbischoff,  auch  sein  Sun  ynnd  annder  mer  e^lich  leoth,  sambt 
ettliehen  Rossen,  darauff  sy  sassen,  ynnd  beglaitt  sy  eerlich  in  die 
Herberg.  Warumben  aber  Ich  nit  aach  (Bl.  13S*.)  zw  Lannd  ge- 
fam  bin,  ist  die  yrsach:  Ich  wisste,  wann  man  allso  austritt,  so  will 
Jederman  mitfam,  so  gesehiecht  offt,  das  man  darmit  ertringkht.  Alls 
Ich  noch  acht,  wftr  Ich  darein  gesessen,  es  warn  yill  mer  darein  ge- 
tretten,  ynnd  betten  ynnsgetrenckht,  dann  die  wellen  gienngen  starckb. 
Herr  Hanns  Hofiman  war  schwach  in  Lennden,  den  behiellt  Ich  aoch, 
der  one  das  ye  mit  wollt.   Schnitzpftmer  onnd  Silberberger  beliben 
aach  allso  im  Schiff.  Die  yber  lannd  seind  beschwerlichen  ganngen, 
nicht  zw  Essen  gefanden.  Man  hat  sy  in  leren  Claidern  nit  khenndt, 
daramb  man  sy  nuer  geflohen  hat.  Nach  dreyen  tagen  khamb  ynnser  le.  sept. 
mitgefert,  das  khlainer  Schiff,  des  den  anngkher  yerlassen  het,  ynnd 
in  Sicilien  geen  Panormo  was  geworffen.   Der  Vicere  Angelas  de  yice  Re.  (h.) 
Villailona,  ain  eerlicher  man,  hat  sich  gar  woll  allennthalben  gegen 
ysns  gehallten,  mit  beglaitten,  laden  zw  khirchen  ynnd  Tischen.  Ofil 
wilprät  geschigkht,  seinen  Son  alle  tag  zw  ynns,  sehen  lassen,  ob  wir 
was  bedörfften.  Da  war  auch  herr  Michell  Mains  regent  daselbstn, 
ain  gelerter  man,  der  mit  mir  yill  khundtschafflt  ynnd  gesprftchs  bette. 
Gab  mir  auch  ain  puech:  „der  Grauen  yon  Barsalona  her  ynd  nach- 
khomen.«"  (Bl  13S\)  —  Alls  die  tag,  wie  mit  dem  Patron  des 
Schiffs  betaidingt  was,  die  er  daselbstn  bleiben  möcht,  yerschinen, 
ynnd  zway  anndere  Schiff  hiniuern,  warn  etliche  aus  ynns,  die  auch 
farn  wollten.  Der  Patron  sagte:  „es  gäbs  die  zeyt  nit.    Wollt  man 
dann  ye  faren,  so  welle  er  das  yor  dem  Vicere  bezeugen,  das  wider 
sein  Rat  ynnd  willen  er  faren  muess.""   Ist  also  yerbliben,  bintzt  auff 


186 


1519. 


26.sept.  (H.)  dea  Seehs  ynnd  swaintiigisten  tag,  gienngen  wir  nachts  zw  Schiff. 
Morgens  inern  wir  hin  aus  dem  Port  Muesten  denselben  tag  her- 
wider  in  Port,  beliben  da  hintzt  den  anndern  tag  Octobris.  In  mittler 
zeyt  khamen  des  Khaisers  Armada,  alls  bey  Sibentzig  Sdiiffen.  die 
khamen  nit  hinzue,  sonnder  angkherten  ferr  hindan,  also  das  wir  die 
Segipaumb  sehen  mochten,  nach  der  lenngs,  als  wäre  ain  zäun  da- 
selbstn  gesetzt.  Heffin  drey  tag  daselbstn.  Die  betten  in  beuelch, 
geen  Sicilia  zu  faren,  anff  weittern  beuelch  zuwarten.  Die  fuer  alls- 
dann  fär  Gerbes  in  Africam  9*  ^i^id  der  Khayser  gewann  denBselben 
«eggen. 
2.  oct  An  demselben  anndern  tag  Octobris ,  war  Suntag ,  giengen  wir 

aus  caiarb  ge-  in  ain  Capcllcn,  ausser  der  Stat,  haisst  nach  Irer  Sprach  »zw  ynnser 
schifft  (H.)  Frauen  vom  gueten  windt**,  hörten  da  mess,  gienngen  zw  (BL  136\) 
Schiff  ynnd  fiiem  hin.  Alls  wir  auff  drey  Teutseh  meill  mgeuarüeh 
gefaren  sein,  fannden  wir  die  zway  Schiff,  so  vor  mnser  ausgefaret 
waren,  am  anckher  hefflen,  an  dem  ort,  das  sy  nennen  „Cauo  de 
am  8.  ug.  (H.)  Puia^  *).  Daselbstu  muestn  wir  acht  tag  auf  windt  warten.  Die  weill 
tnieg  man  frisch  wasser  ynnd  holtz  in  das  Schiff.  Da  starb  auch  ain 
Hispanier,  den  begrueb  man  bey  ainem  5den  khirchlein,  des  die  mom 
entert  haben.  Am  zehenndoi  tag  erzaigt  sich  ain  windt,  vnnd  fuem 
Ton  dann  gegen  dem  abennt.  Muesten  wider  gegen  dem  Lannd  zw 
ainer  Innsl,  haisst  sannd  Petters  Innsl  >),  neben  der  roten  Innsl,  sein 
5d  ynnd  vnbesetzt  Die  seindt  yngeuärlichen  hundert  wälhisch  meill 
yon  der  Stat  Calaris.  GleichwoU  haben  wir  nit  geanngkhert,  sonnder 
von  Sand  peters  lauicften  hin  vnnd  wider  die  ganntz  nacht.  Vnnd  den  aindleSlen  tag, 
iDsi  an  11.  (u.)  hintzt  woll  gegen  dem  abennt,  da  khamb  ain  windt,  mit  dem  haben 
wir  ynns  in  das  hoch  m5er  gelassen.  Da  gegneten  ynns  wie  ain  gross 
höer  der  yisch,  die  man  Delphin  nennt,  die  lassen  sich  halb  über  das 
mder  auff,  ynnd  mit  dem  khopff  wider  ynnder  sich,  ynnd  dem 
Schwanntz  yber  das  wasser.  Des  emphienngen  (BL  136^.)  die 
Schiffleut  ain  trost,  dann  sy  sagten:  „wfir  ain  zaichen,  das  der  windt 
nach  ynns  sein  wierdt.^  Die  Delphin  khamen  yederzeyt  gegen  dem 
windt.  Alls  wir  den  geraden  weeg  nach  Barsalona  namen ,  ynnd  der 


*)  Die  Insel  Jerbi  ao  der  Küste  von  Tonis. 

*)  Capo  di  Pula,  an  der  weaftlichen  Seite  des  Golfo  di  Cagliari. 

')  Isola  di  San  Pietro^  an  der  Westküste  Sardiniens. 


1519.  «C^g 

wind  stündlich  sich  sterckhte»  gienngen  die  Schf 
die  SefaiffUiarten,  raittetn  aus  >  wienil  sy  stunde 
aiaer  Stundt  gefaren  warn»  mnd  wo  sieh  der  wiv 
in  wienil  Stunden  sj  geen  Barsalona  khomen  wnrdeti.-^ 
in  soliehem  wtlettennden  m5er  den  fOrgenomnen  weeg  nit  yoln»^^ 
sollen»  dam  enzwischen  warn  etliche  Velsen  in  möer,  die  man  in  der 
nacht  nit  sehen  khond.  Zw  dem  so  hat  Barsalona  khatn  port,  sonnder 
ain  Sanndt»  da  man  zw  gleichem  windt,  aber  sonnsten  nit  anngkhem 
mag«  —  Dammb  wenndten  sy  das  Schiff  gegen  der  Innsl  Hinorica, 
wollten  da  in  die  Port  fam.  Alls  wir  aber  nahenndt  hinzue  khamen» 
da  bedacht  sich  ainer  mnd  sagt:  ^der  Port  wftre  enng»  mnd  der 
windt  gros,  darzue  die  nacht  finster,  mOchten  ee  daselbsten  dann 
hemor  not  leiden. **  Derhalben  ward  beschlossen»  heruorzubleiben 
mnd  die  S^ln  abzulassen.  Das  geschaeh  aber  spat  Also  das  Schiff 
was  im  ganng,  der  windt  tribs  mit  (Bl  137\)  gwallt,  das  was  am 
zwelfften  tag  Octobris  mnd  zwo  stundt  in  der  nacht.  Hiamen  zu  !»•  oct 
dem  Lannd,  das  bette  ain  hohen  gerad  abgesehifften  Velsen,  da  was 
Jammer  ynnd  Not,  rillmer  yon  den  Schiffleuten,  dann  ron  anndem, 
weliche  Wlleicht  die  geferlichkhait  pass  rerstannden  betten.  Yegcli- 
eher  bewarb  sich  rmb  ain  hollts  oder  pret,  zugen  sich  ab,  richten 
sich  zu  schwimen.  Da  was  khain  gehorsamb,  was  man  ruefflte  ynnd 
thftte.  Da  sach  man  das  möer,  so  die  welln  zw  dem  Vells  gienngen, 
aines  grossen  Thurn  hoch  auflauffen,  mnd  dann  herabfallen.  So  die 
wellen  wider  hinwegg  sich  Hessen,  sähe  man  grosse  Stain  im  wasser 
ligen.  Da  gienng  es  an  ain  betten  mnd  khirchfart  rersprechen!  Ain 
hispam'scher  haubtman,  Sancte  Crueis  genannt,  der  stuennd  zw  hin- 
derst auf  dem  Schiff,  das  sy  nennen  Pupa,  der  het  auff  den  windt  sein 
aufmerckhen,  der  liess  auch  denselben  hindersten  Segl  aufspannen 
mnd  sehreyt:  „Via**,  das  ist  gerad  aus,  „mit  dem  Teman!**  das  ist 
der  SchlQssl  oder  Laydtrueder,  damit  man  das  Schef  wenndt,  wohin 
man  will.  Mit  dem  sein  wir  wieder  mn  dem  Lanndt  md  der  geuer- 
Uchkhait  (BL  13V.)  khomen,  wie  menigclichen  das  geurtaillt,  mit 
khaines  mennschen  vernunfft  noch  schickhlichait,  sonnder  aus  götli- 
eben  gnaden  mnd  ftirbit  vnnser  lieben  frauen,  dahin  sich  vill  ver- 
sprochen, Iren  Tempel  zw  Monserat  zu  besuechen,  soliehem  gewissen 
vngifickh  enntganngen  sein.  Der  Eewige  Got  sey  gelobt  in  Eewig- 
khaitl  Ich  mit  meinem  ainigen  Vetter,  herrn  Georgen«  beliben  in 
mnserm  Chäroerle,  sahen  die  Weonde  mnd  Stain  an,  khunden  nit 


l^ 


1510. 


26.  Sept.  (H.>  schwimen,  beualhen  nins  6ot  dem  herrn.  Dieselb  nacht  beliben  wir 
zwischen  den  zwayen  Innselh,  Minorica  vnnd  Maiorica,  liessen  das 
Schiff Twaggeb«   Die  Segln  warden  .all  abgelassen.    Morgenns »  den 

13.  Ocu  dreyzehennden  tag,  fuern  wir  zw  der  Innsl  Maiorica»  in  ainem  grossen 

Port  bey  der  Stat  Alcudi.  Da  khomen  zwen  perg  von  der  Stat  her 
vnnd  machen  ain  beschlus ,  das  rill  hundert  Schiff  darinn  mochten 
steen  ^.  In  die  Stat  wollt  man  niembt  lassen.  Die  so  heraus  khamen 
wollten  nit,  das  die  ynns^n  nahenndt  zw  Inen  khämen»  Sy  sorgten 
den  Sterb »  so  in  Hispanien  etlicher  orten  gestorben  hat  *).  Was  sy 
rerkhaufften,  setzten  das  nider,  ynnd  das  gellt,  so  man  daromb  gab, 
(BL  138^.)  namen  sy  erst,  wann  ynnser  Leuth  ferr  hindan  gienngen. 
Das  gellt  legten  sy  zaaor  in  Essich,  Ee  sy  das  in  Ir  henndt  namen. 
Ynnser  Patron  wollt  ain  brieff  zw  seinem  Brueder  schickhen ,  den 
wollten  sy  nit  annemen  annderst,  dann  das  Er  den  angab,  vnnd  der 
brieff  in  der  Stat  geschriben  wurde.  Dann  namen  sy  ynnd  schiekhten 
f  rastctn.  (H.)  den  hin.  Wir  raiseten  f  da  ain  ganntzen  tag  auff  die  gehabt  freyd. 

14.  Oct.  Den  anndern  tag  fuern  wir  wider  nach  Barsalona.  Der  windt  het 

sich  etwas  gemildert.  Sopalld  wir  aber  wider  in  das  hoch  m5er 
khamen,  da  erzaigt  sich  der  himel  alls  ein  yeindt.  Die  Pueben  im 
Schiff  stigen  gemaindich  auff  in  die  khörb  des  Mas,  oder  Segipaumb, 
die  Ersahen  die  Stat  oder  das  Lannd  darbey ,  die  schriern  „Terra 
Terra!**  das  Lannd  oder  Stat.  Sy  yermainten  es  wftrn  noch  flinff 
teutseh  meill  zw  der  Stat.  Vnnd  alls  es  zw  der  Nacht  nahenndte,  was 
die  sorg  wieuor  bey  der  nacht,  da  zu  faren  ynnd  hinzuezekhumen. 
Man  liess  die  Segln  widerumb  fallen ,  das  Schiff  allso  wagkhln.  In 
der  Nacht  da  wflettet  der  windt  alls  yor  nie.  Die  Schiffleuth  gienn- 
gen aber  zusamen,  beratschlagten,  es  war  khain  annders,  wir  muesten 
dem  windt  nachschiffen,  darzue  das  Schiff  ringem.  (BL  138^.)  Der 
Patron  fragte:  ,»ob  man  Ine  on  schaden  hallten  wollt,  so  möcht  er 
das  Schiff  ringern.*'  Etliche  der  ynnsem  bewilligten  söliches  palld. 
Ich  wollte  nichts  bewilligen,  Ich  wisste,  das  Ime  sein  leben  alls  lieb 
alls  mir  war.  Darnach  warff  er  aus:  allte  yerrote  püxen,  abgenützte 
schwäre  Sayll,  das  SchiffI,  so  man  im  grossen  Schiff  fuert,  Tartzn, 


^)  Die  beiden  Höhen  Capo  del  Pinar  und  Capo  Faruch  sind  wahrscheinlich 

gemeint,  welche  den  Hafen  von  AIcudia  schliessen. 
*)  Vielleicht  die  Pocken,  welche  die  Spanier  um  diese  Zeit  aus  Westindien  in 

die  Heimath  gebracht  hatten.  Yergl.  Schnurrer^s  Gesch.  d.  Seuchen,  2,  66. 


i»iö.  189 

die  am  wdtter  lanng  her  yerdorben  miid  nit  schwftr  warn»  ain  palln 
mit  hyttn  ynnd  ain  grossen  maspaumb,  den  er  auff  der  ain  Seitten  des 
Schiffs  mit  fuerte.  Zerhaekhte  den  zw  dreyen  Stugkhen,  mnd  warff 
die  auch  hinaus,  die  ynns  schaden  am  schiff  thetten»  dieweill  wir  die 
Segl  nit  auffgezogen  hetten»  stiessen  on  Tniiderlos  mit  den  Thnnnen 
oder  wellen  das  Schiff.  Da  zfindet  man  die  weissen  duplier,  so  ynns 
die  hertzogin  von  Maillanndt  in  Neapolis  geben  het,  mnd  tmeg  man 
ain  Crucifix  herumb,  alls  wfire  es  am  Sterben.  Dann  so  faem  wir  mit 
rollen  Segln  nach  Africa»  wie  der  windt  gienng.  Vnnd  betten  wir  die 
bmsl  Ibitza  9  ^^  antroffen ,  so  betten  wir  muessea  in  Afriea  faren. 
6ot  gab  gnad,  khamen  geen  Ibitza.  Alls  wir  neben  dem  Lannd  hin- 
fnem,  (BL  139* J)  hetten  nahenndt  ain  Stain  troffen.  Ist  nit  dreyer 
Spann  neben  hin  geiaren,  dann  Tor  den  Tonnen  haben  die  Schiffleuth 
den  nit  gesehen.  Seind  allso  in  ain  öden  port  eingeflohen»  mnd  ain 
tag  mnd  nacht  darinn  beliben.  Die  Schiffleuth  habenns  aosgerait, 
das  wir  in  sibenzehen  Stunden  zwayhundert  mnd  dreissig  wilhisch 
meiU  gefaren  sein.  Horgenns  fuem  wir  aus  dem  5den  port  zw  der 
Stat,  die  den  namen  der  Innsl  hat.  Daselbstn  trattn  wir  aus»  mnd 
muesten  flinff  tag  da  bleiben.  Wir  hetten  nit  gar  yberige  notdurfffc» 
dann  des  Khaiser  Armada»  so  geen  Gerwes  geschifft»  hat  zw  nacht 
daselbstn  bey  ainer  öden  Innsl»  Frumentera  *)»  zuegelenndt  mnd  ett- 
liehe  tag  daselbstn  stil  gelegen.  Ain  Munich  der  mindern  Brueder 
fuer  auch  mit»  der  gienng  daselbstn  zw  der  Oeistliehait»  zaigte  an, 
wie  der  Hispanier»  so  zw  Sardinia  gestorben»  on  geschafft  yerganngen 
wäre»  darumb  gehörte  sein  yerlassen  g^etder  Cruciata»  (also  nennen 
sy  die  Römisch  gnad).  Darumb  man  mnser  Schiff  wollte  pannen» 
wein  die  Hispanischen  haubtleut  sölich  guet  nit  dargeben  wollten» 
dann  der  abgestorben  hat  ain  Testament  gethon.  Allain  das  man  dem 
Munieh  dauon  nichts  geben  wollt,  so  rieht  er  ain  solich  Spill  an»  das 
die  zwen  haubtleuth»  (Bh  139*.)  Sancte  Crucis  ynnd  Carantza»  mit 
ainem  Secretary  yon  der  Cruciata  zw  werten  khomen.  In  dem  so 
khumbt  der  möerrichter  mit  ainer  rottigen  khetten»  weit  mnser  khlain 
Schifflcy  darinn  man  yom  Lanndt  in  das  gross  Schittffert)^  yerhefflten» 
dann  wir  an  demselben  zw  Schiff  faren  wollten.  Dem  grifherr  Nicias 


^)  Iriza,  die  nördliche  der  Pityasen. 
*)  Fonnentera. 


190 


1510. 


Tom  Thurn  in  die  khetten.  Palld  rerluer  sich  alles  Volekh  Tnnd  eil- 
lennd  herwider  mit  plossen  wörn»  dem  vom  Thurn  zue;  dann  die 
Hispanier  wissten  die  monier»  hetten  sieh  in  das  SehiffI  gemteht» 
fiiem  zum  Schiff.  Der  vom  Thurn  stuennd  wie  ain  Rys  ynnder  den 
Leutten.  Sy  wollten  khurtz,  er  soll  weichen,  er  aher  nit,  zuckht  auch 
nit.  Weerdte  ain  guete  weill.  Der  ynnsem  war  khainer  darbey , 
ausserhalb  mein  ynnd  meines  jungen  Vettern  herrn  Georgenns.  Ich 
wisste  nit  was  zu  thun  war.  Den  schlahen  zu  lassen  on  mein  bey- 
stanndt,  deicht  Ich  mir  schimpflich ;  hette  ich  dann  mich  hinzue  drun- 
gen»  war  alls  khain  hilfl^  sonnder  mer  des  Voickhs  enntzundung.  So 
namb  ich  mir  fOr  ynnd  gienng  neben  Inen.  Redt  Hispanisch,  wftlhisch 
▼nnd  Lateinisch  durcheinannder »  auff  die  mainung:  ,,wir  haben 
geacht,  weiU  wir  ain  herrn  hetten,  wir  khämen  in  sicherhait.  So  well 
(BL  l(tO\)  man  ynns  morden  !**  Dfe  Leut  yerstuennden  mich  nit» 
ynnd  wollten  die  seltzamb  sprach  hörn.  Ynnd  gienng  damit  yön  herrn 
Niciasen  yil  yoickhs»  yerliessen  Ine  ynnd  gienngen  mir  nach.  Mit  dem 
khamb  der  yom  Thurn  aus  der  not.  Palld  so  khamen  die  Hispanier 
wider  woll  gerüsst,  wollten  vnns  helffen »  es  war  aber  yill  zw  spat 
gewest.  Darnach  khamb  auch  des  Vicere  verwallter,  sambt  der  ann- 
dem  ynnser  geselschaffl  herab ,  dann  das  Stfttle  ligt  auff  ainer  höhe 
ynnd  seind  yasst  yill  geistliche  darinnen »  allso  ward  allennÜialben 
still.  In  der  Innsl  hab  ich  die  schönisten  ynnd  pessten  margrant  ^) 
gesehen  ynnd  geessen.  Darinn  ist  auch  ain  See ,  mitten  im  ertrich, 
der  macht  oder  gibt  Saltz»  wie  man  an  etlichen  anndern  orten  das 
möer  Saltz  macht,  darzue  hat  man  zeyt  im  Jar.  Moes  yederman  dar- 
zue,  das  dieselb  zeyt  nit  yersaumbt  werde.  Wir  fannden  da  ain  Schiff» 
das  hat  Saltz  geladen  ynnd  geen  Ancona  gefuert,  dabey  wir  brief 
geschickht»  die  seind  zw  Sannd  Veyt  am  Phlaumb  *)  geanntwort  wor- 
den. Nach  den  i&nff  tagen  sein  wir  zw  Schiff  ganngen,  was  gueter 
windt  So  palld  wir  aber  hinaus  auff  das  möer  khomen ,  ward  gleich 
wie  yor  wuettenndt.  Wir  sahen  bey  acht  Schiffen,  die  sich  auch  yon 
anndern  orten  hinaus  (BL  läO^J)  gelassen  hetten.  Dieselben  ynnd 
wir  muesten  in  Maiorica  zw  der  Stat  desselben  namens  fam  ynnd 
aber  aussteen»  acht  tag  da  bleiben.   Es  seind  in  denselben  yill  Schiff 


*)  Das  sind  GranatSpfel,  malum  granttuin.  Schmeller  1.  e.  2,  616. 
*)  Flame. 


an  dieseib  Iimsl  khomen  mit  z^rochen  Siglpämen,  etliche  on 
Segl,  Ton  ettiehen  leuth  ausgefallen  •  ains  gar  yerdorben.  Ea  was 
ain  graussamb  wesen.  Da  khamen  aaeh  zw  mos  die  Regennten 
ynnd  Räte»  betten  all  rotte  lannge  Röekh  an  mit  khappen,  wie 
mans  auff  den  hohen  schnelln  tregt»  mit  hftrmelin  gefuettert  Ist 
ain  sehdne  Stat  Von  dann  gab  mns  6ot  sein  gnad,  das  wir  am 
ersten  Nouembris  hinfoern  mnd  khamen  am  dritten  geea  Barsalona.  i.  «.  3.  Nor. 

Zw  Barsalona  ist  khain  port  oder  Hafen,  wie  die  Niderlennder 
Tnnd  Dennen  sprechen»  sonnder  nuer  ain  Sannd  mnd  seicht.  Wir 
khnnden  auch  mit  dem  khlain  SchiflTlein  nit  zw  Lanndt»  das  wir 
betten  mögen  aostretten.  Die  SeUffkhnecht  truegen  Tnns  auff  treu 
Ruggen  hinaus  auff  die  trOgkhen.  Das  mOer  schlug  noch  fttr  hin- 
aus an  der  Seiche.  Wir  zogen  in  ain  herberg.  —  Khunig  Carl» 
der  Erwellt  Römisch  Khunig  rnnd  khunfitiger  (Bl.  141\)  Khaiser» 
was  Sterbs  halben  tiit  in  der  Stat»  sonnder  bey  annderthalb  teut- 
scher  meill  dauon»  in  ainem  Flegkhen»  genannt  Molin  de  Re»  souil 
geredt  alls  des  Khnnigs  mQll.  Erbaten  wir  herrn  Nielasen  yom 
Thum»  dahin  zuraisen  ynnd  ymb  ain  stundt  ynnd  tag  zw  erinn- 
dern»  wann  wir  mdchten  oder  sollten  khomen.  Dazumal  ist  &t 
gefragt  worden»  in  was  sprach  wir  ynnser  Werbungen  wurden? 
Palld  darnach  khamb  dem  Doctor  ain  schreiben  yon  Maximiliano 
Transilnano»  des  Khunigs  Secretary»  alls  sey  Jederman  zuwider» 
in  annder  sprach  dann  in  Liatein  zu  werben.  Darüber  ist  in  der 
mer  befunden  0»  der  Doctor  soll  Lateinisch  die  Werbung  thun. 
Wir  fannden  selbs,  das  Teutsch  zw  werben  nit  fueglich  gewest» 
allain  das  wir  ynnserm  beuelch  nachkhomen  muesten.  Gaben  söli- 
ches  auch  nach.  Nichts  minder  zw  merer  ynnser  Enntschuldigung 
g^en  ynnsern  herrn  ynnd  freundten»  schriben  wir  marggraf 
Hannsen  yon  Brandenburg  derhalben  auch.  Darüber  gab  ynns  sein 
gnad  gleichmässige  anntwort.  So  khunden  wir  wider  der  anndern 
aller  mainung»  weill  sy  den  Doctor  auch  fttr  geschigkht  darzue 
erkbanndten»  in  dem  fall  auch  nit  streben.  (BL  UV.)  Allso  yber 
alle  yorgethone  beschlfls»  das  man  sich  ainer  Copey  yergleichen 
ynnd  die  zuuor  hörn  soll»  den  Doctor  des»  so  er  sich  das  zw 
Wienn  beschlossen  beruembt»  ynersehen  reden  lassen. 


^)  Das  heisst  darob  StiBimenmelirheit  beschlossen  worden. 


192 


4519. 


5.  Not.  Am  fQnSlen  tag  Nouembris  schickht  die  Khay.  Mt  Graf  Wolffen 

Ton  Montfort,  den  Brobst  Ton  Cassl  rnnd  Methenoj  0  '^  ^^^  ^^^^ 
Hess  ynns  genedigeliehen  emphahen.  Sein  Mt  betten  sieb  vnnser 
numals  verwegen.  Dann  etlicbe  Sebiff  nacb  mns  zw  Neapolis  aus- 
gefaren,  vnnd  zw  Barsalona  ankbomen  warn.  Am  seebsten  tag  be- 
glaitten  ynns  die  drey  berm  zw  Kay.  Mt.  geen  Molin  de  re.  Man 
beriebt  mns  des  Kbaisers  willen,  weill  der  braucb  in  Hispanien 
war,  seiner  Mt.  bennde  zw  kbdssen,  das  wir  vnos  aueb  damaeb 
riebten  sollen.  Sein  Mt  wurde  aber  sein  bannd  abzieben  ynnd  nit 
lassen  kbflssen.  Vnnd  alls  wir  für  sein  Mt  etc.  kbamen,  stuenndt 
auiT,  pot  ynns  die  banndt  steenndt,  vnnd  alls  wir  die  khüssen 
wollten,  bat  sein  Mt  die  bannd  abzogen.  Darnacb  setzt  sieb  der 
Kbaiser  nider.  Da  baeb  Doctor  Mert  an  sein  Werbung  zu  thun. 
Er  bet  sein  bar  mit  (BL  142\)  ainer  gestrickbten  bauben  ein- 
gepunden  gebabt,  die  Im  das  balb  baubt  kbaumb  ymbgeben.  Darzue 
bat  er  kbain  mass  gewisst  zu  ballten,  bat  sieb  puckbt  oder  ge- 
naigt  zw  ynzeiten,  vnnd  wann  er  sieb  naigen  bat  sollen,  ynnder- 
lassen,  vnnd  das  maiste  bat  er  im  grundt  mnser  Instruction  nichts 
gemäss  geredt  vnnd  vnnder  annderm  den  Kbaiser  ermonndt :  «die 
Teutscbe  lannd  zu  beballten,  mnd  seinem  Brueder  die  Hispani- 
scben  zu  lassen,  oder  sein  Mt.  soll  die  Hispaniscben  beballten  ynnd 
die  Teutscben  seinem  Brueder  lassen.  **  Wie  das  geredt  ward, 
stuend  Maximilian  Transiluan  neben  dem  Hofiman,  alls  sein  Scbuel- 
gesell,  der  spricbt  das  mal  auff  ain  annder:  „das  ist  nit  guet  ynnd 
Jederman  redet  warrlicben  scbimpflicben  daruon.*" 

(Zwischen  Bl.  141*  und  142*  befindet  sich  ein  Bildniss  in  zirkelninder  Form 
Ton  A.  Hirsch yogeFs  Hand  rtdirt,  mit  der  Umschrifl:  CAROLVS  QyiNTYS 
ROMANORVM  IMPERATOR.  AETATIS  SVAE  XXXn.) 


')  Einer  der  Hofedelleute  des  Kaisers.  Ich  finde  ihn  in.  dem  von  Bucholtz, 
Gesch.  Ferd.I.,  3,700  abgedruckten  Verzeichnisse  des  Gefolges  Karls  Y.  auf 
dem  Zuge  nach  Worms  1521,  als  'Metheney*  bezeichnet.  Vehse,  Gesch.  d. 
Ost.  Hofes  2,  67  nennt  ihn  'Uieronymus  von  M eteney*,  wfthrend  er  den  oben 
erscheinenden  'Wolffen  von  Montfort*,  den  ich  bei  Bucholtz  ohne  Taof- 
namen  als  ' Der  Graf  von  Montfort*  finde,  ebenda  S.  55  'Graf  Wilhelm 
von  Montfort*  nennt.  Wer  unter  dem  Probaten  von  Cassel  zu  verstehen  sei, 
wird  sich  schwer  entscheiden  lassen ,  da  bei  'Cassel*  wohl  an  'CasteP  zu 
denken  ist,  mit  diesem  Namen  allein  aber  ohne  nShere  Bezeichnung  bei  der 
grossen  Anzahl  ebenso  benannter  Orte  in  den  Niederlanden  wie  in  Spanien 
nicht  wohl  mit  Bestimmtheit  etwas  zu  entscheiden  ist. 


Ial9.  193 

Der  Canntzler  gab  Anntwort:  „das  die  Khay.  Mt.  mos  geue- 
digclichen  ynnd  gern  gesehen»  vnnd  der  Lannd  gehorsambs  ersüe- 
chen  mit  gnaden  yernomen.  Sein  Mt.  vnnd  derselben  Brueder  sein 
zwo  Person»  aber  im  gemueth  ains  vnnd  ynzertheillt.  Wellen  sich 
woll  vergleichen^,  vngeuärlichen  die  mainung.  Neben  mnd  vor 
dem  Khaiser  stuennden  rill  fQrsten,  grauen  vnnd  Herrn  in  grosser 
anxall.  Allain  (BL  li2^.)  der  Ertzbischoue  ron  Saragossa  sass 
auff  ainem  nidern  Stuell,  nachdem  er  auch  aines  Khunigs  San  war. 
Sein  Werbung  hette  ain  yngereiaibten  anfanng,  hebt  an:  „Primum 
omnium**.  Gab  dem  khaiser  khain  hohem  Titl,  dann  «lilustrissime**, 
der  vill  ringem  Personen  an  den  orten  g^eben  wirdt.  Hat  die 
Lannd  nacheinannder  genennt,  wider  den  lauttern  puechstaben  der 
Instructien.  So  hat  er  des  Khaisers  Titl  vnnd  Khunigreich  nit 
nacheinannder,  wie  die  steen,  ausgesprochen.  Nennt  Neapolis  neben 
baiden  Sleilien,  setzt  Burgundy  für  Österreich.  Gab  des  Khaisers 
Brueder  gleich  den  Tittl  Illastrissime,  wie  dem  Khaiser,  vnnd  gibt 
dem  Khaiser  mass,  wie  er  mit  seinem  Brueder  thaillen  soll! 

Alls  wir  von  dem  Khaiser,  gienngen  wir  in  Marggraf  Hannsen 
von  Brandenburg  herberg*  der  hiellt  vnns  zw  gast.  Zügen  dann 
wider  geen  Barsalona,  da  khumbt  der  von  Starhenberg  zw  ynns 
vnnd  spricht:  „Ich  bitt  Euch  ymb  Gottes  willen,  wellet  die  Sachen, 
des  Doctor  Red  halben,  nit  weitter  ausbreitten.  Es  ist  an  dem  zw 
Till,  das  annder  Leuth  souil  dauon  reden. ** 

Wir  khunden  vnns  nit  vergleichen,  vnnsem  f&rtrag  in  ainer 
Schrift  fiirzubringen.  Darumb,  (BL  liß*".)  so  wir  furkhamen,  da 
legt  der  Doctor  die  hanndlungen  von  Irenntwegen  ein. 

In  mitler  zeyt  so  khamen  auch  der  Vngnad  vnnd  der  von 
Aursperg  an  der  Post  von  Neapolis,  vnnd  wir  warden  in  ain 
schon,  gross  dorff,  Martorell  <)>  genannt,  glosiert,  ain  meill  vom 
Khaiser. 

Am   Neunten   tag    desselben    monats    warden  wir  widerumb    9.  Nov. 
eruordert.  Do  legt  Sibenbörger  ein  dieselb  Schrifilen  in  Teutsch 
vnnd  Latein.  Daneben  die  Libell  von  Prugg,  die  Ordnung  der  Lannd, 
vnnd  waiss  nit  was  alles.  Starhenberger  legt  auch  seines  Lanndts 


Ost.  o.  d.  en«. 


Osterreich    ob   der   Enns  Ordnung  ein.    Wir    muesten    zw   ainer  (h.) 


*)  Zwei  PosUlationen  nordwestlich  von  Bareelona. 
Fontes.  VIII.  13 


194 


1519. 


Enntschuldigung  die  nachuolgennd  Red  thun,  mit  zimblichen  Titln 
derRädt: 

„Das  Försstenthumb  Steyer  ist  mit  khainem  khriegs-  oder 
»waffen-zwanng  durch  die  Fürsten  erobert,  auch  nicht  aus  ainicheriay 
»forcht»  sonnder  aus  Lieb»  frey  vnnd  mit  eerlieher,  gueter  mainung 
„sich  der  Kay.  Mt.  voruordern  ynnderworffen ,  nämblichen  dem  R5- 
„mischen  Khunig  Ruedolff,  Grauen  zw  Habsburg.  Vnnd  hat  sieh 
„darüber  alzeyt  bey  denselben  vnnd  aHen  seinen  nachkhomen  hintzt 
„auff  (BL  1^3^.)  heuttigen  tag  getreulichen  gehallten,  ynnd  nit 
»khlaine  diennst  gethon.  Sy  haben  sich  des  khriegs  wider  Khunig 
„Ottockhar  von  Bchalm  thörn  vnndersteen,  den  fodt  geschlagen,  ynad 
„Irem  herrn  den  Syg  gegeben.  Dergleichen  dem  Rdmischen  KhQnIg 
„Adolffen  in  offnem  Streyt  obgesigt,  vnnd  den  enntleibt.  Dergleichen 
„Sachen  seindt  vill  mer,  die  wir  vnnderlassen,  das  wir  ganntz  Histo- 
„rien  zw  erzellen  nicht  geachl  mugen  werden.  Dann  wie  hoch 
„dasselb  Lannd  weillennd  baid  Khaiser,  Friderich  der  dritt  vood 
„Maximilian,  hoehloblicher  gedechtuus,  geacht  vnnd  Ir  vertrauen  io  es 
„gesetzt  haben,  soll  die  Kay.  Ht.  vnnd  Eur  gnaden  von  anndern  ver- 
„nemen,  damit  wir  nicht  verdacht  sein,  vnnserm  Vatterlanndt  zuuill 
„zuzumessen.^ 

„Nach  abganng  weillenndt  Khaiser  Maximilians,  ist  dassdb 
„Lannd  warrlich  mit  grossem  layd  belestigt  gewesen,  vnnd  in  solichem 
„layd  wider  getrost,  das  seiner  Mt.  durch  den  zeytiichen  todt  nichts 
„vblszuegefuegt  ist,  dann  er  ist  derroassen  gestorben,  das  Er  ewigc- 
„lichen  leben  wierdet.  Doch  ist  das  der  höchst  trost  gewesen, 
„(Bl  1M\)  das  tugenntlich  wesen  vnnd  gueter  Ruemb  Irer  rechten 
„Erbherrn  vnnd  LanndtsfQrsten,  die  dermassen  erscheinen,  das  sy 
„nit  allain  Iren  vorelltern  nachschlahen ,  sonnder  mit  allen  tugennden 
„die  hoch  vbertreffen  wellen.  .  Vmb  desswillen  dasselb  Lannd  alle 
„widerwftrtigkhaitvmb  Iren  willen  zw  vbersteen  nit  scheucht  Darumb 
„so  haben  sy,  die  Lanndleuth,  Inen  ain  grosse  purd  aufgeladen,  des 
„sy  sich  vnnderstannden  haben  nach  Iren  vermugen  vor  menigclich 
„zw  erhallten,  auch  in  Ruee  vnnd  frid  zu  stellen.  In  solichem  ist 
„Inen  wider  ain  grosse  beschwärd  vnnd  betruebnus  zuegestannden, 
„do  sy  bericht  seind  worden ,  wie  etlich  der  K-ay.  Mt.  sy  angetragen 
„haben,  alls  sollen  sy  mit  etlichen  anndern  Lannden  pflndtnuss  vnnd 
„verainigung  wider  Ir  Mt.  gemacht  haben,  das  sy  alls  ein  Jeden 
„frumben,  dem  man  die  gueten  vnnd  getreuen  sachen  zum  pdsisten 


liJio.  195 

«auslegt,  warrlich  hart  beiaidigt.  So  haben  sy  sieh  doch  getrösst,  die 

„Kay.  Mt  wäre  der  angebomnen,  mitsamb  9    guette  vnnd  aller 

„annder  Tugennden»  alls  von  Natur  Tond  nach  (BL  144^9  Iren  vor- 

„berm,  das  sy  on  genuegsamb  erkhanndtnus  nit  lid^lieh  glaubte. 

«Wir  wollten  gern  von  dem  ynuersehambten  antrager  rememen,  aus 

«was  Trsaeh  das  Lannd  solicbes  gehanndelt  solt  haben »  vnnd  auff 

«was  trost?  Ob  yielleieht  ein  mitsamer»  guettiger,  weiser  ynndgros- 

«mdehtiger  Ftlrst  vnnd  herre  sey,  weder  vnnserer?  Oder  ainer  der 

«von  hdhem,  Edlem  vnnd  mitsamem  gepiQet  gebom?  Sagt  derselb 

«Nain,  alls  er  sagen  muess,  so  muesten  wir  vnsinnig  sein ,  das  wir 

«die  freyhait  verlassen,  vnnd   die  diennstberkhait  darf&r  annemen 

«weiten,  das  doch  khain  vemunfftig  mennseh  thuet.   Wolte  got,  das 

«der  oder  dieselben  enntgegen  wfim ,  so  weiten  wir  mer  red  mit  Ime 

«daruon  haben.  Vnnser  volckh  ist  nit  begierig  neuer  ding,  will  nit 

«all  tag  ein  Neuen  herm,  vnnderballten  nit  Partheyen,  hanndlen  nit 

«in  winckUn,  Ir  hanndlung  ist  offennlich  vnnd  bestänndlich.   Alles 

«das  sy  nach  Khaiser  Maximilian  ableiben  gehanndlt,  versehen  wir 

«vnns  solicbes  alles  der  Khays.  Mt.  zw  hannden  khomen  sein.  Darumb 

«mag  sich  der  unwarhafil  antrager  woll  (BL  1^S\)  beschämen! 

«Vnnser  bith  ist  mit  aller  vnnderthenigkhait:  die  kays.  Mt.  welle 

«solicbes  nit  glauben  den  vngegrundten  leuten,  dann  in  warheit  wier- 

«det  das  widerspill  befunden.  Niembt  gedennckh,  das  man  so  vnuer- 

«stinndig  der  Fürsten  Natur  sey,  die  do  so  guet  ist,  alls  sich  gehört, 

«das  guet  zu  belonen,  vnnd  das  vbl  zu  straffen,  vnnd  sonnderlich 

«Jetzo  mit  Irer  grossen  macht.*« 

„Zum  anndem,  warumben  sy  Ire  poten  nit  vor  zw  Kay.  Mt.  etc. 
«geschigkht  haben,  sein  die  vrsachen :  Sy  haben  dieselben  Ir  poten 
«nach  Khaiser  Maximilians  absterben,  zw  nechsten  Liechtmessen 
«darnach,  aller  sachen  berait  gehabt,  vermainten  aber  Iren  Lanndts- 
«färsten  eerlicher  sein,  das  die  Lannd  allmiteinander  schickhten. 
«Also  zw  Prugg  an  der  Muer  haben  sich  die  Lannd  desselben  ver- 
«gleieht,  m  der  vassten.  Darnach  aber  warteten  sy  auff  der  von  Tyrol 
«anatwort,  die  do  anzaigten,  sy  betten  den  Khastlalter*)  zw  Kay.  Mt. 
«gesehickht,  sich  zw  erkhundigen,  wo  man  Ir  Mt.  finden  vnnd  welichen 


')  Das  ist  'mietsam*  =>  aflfabilis.  Schmeller  I.  c.  2,  650. 
')  Wahrscheinlich  Francesco,  den  letzten  seines  Stammes,  aus  dem  Ritter- 
geschlechte  der  Castellalto  in  Valsugana. 

13* 


106  1510. 

^weeg  man  nemen  vnnd  ziehen  soll.  Do  aber  lanng  khain  anntwort 
„khamb,  (BL  l^S^.)  schiekhten  die  Lannd  vnns  im  Monat  Junio 
„aufi.  Seindt  durch  wälsehlannd  in  Neapolis  gezogen,  am  ersten  tag 
^Septembris  auff  das  Mder  gesessen ,  vnnd  also  hintzt  her  durch  die 
^vngestöemigkhait  darauff  gehalten  worden.^ 

^Die  LanndtschaSt  in  Steyer  hat  trostlichen  gehofft,  die  Ku.Mt. 
n wurde  zw  Römischem  Khunig  vnnd  Khaiser  erwellt,  Alls  wir  dann, 
,,durch  das  wälhisch  Lanndt  ziehenndt,  mit  vnmasslichen  freiden  be- 
^schehen  vernomen  haben»  Darumb  auch  vnns  beuolhen,  daswir,mit- 
„  sambt  erbiettung  Irer  gehorsamen,  getreuen,  vnnderthanigen  ynnd  wil- 
«ligen  diennsten,  vnns  an  Irerstat  bey  der  Kay.  Mt  erfrejen  sollen ; 
„darzueauch  IrMt.  mitgeburlichenTittln,  alls  einen  wolwierdigen  Römi- 
„schen  Khunig  vnnd  Khaiser,  zieren,  eeren  vnnd  nennen  sollen;  vnnd 
,«das  (är  das  allerhöchst  vnnd  vordristes  zubitten ,  damit  sein  Mt  die 
„Lanndtschaffl  mit  dem  Durchleuchtigisten  angesicht  palld  erfreyen 
„vnnd  zw  Inen  khomen,  fiir  weliches  Inen  nichts  liebers  noch  ange- 
„nämers  beschehen  (BL  1^6".)  oder  zusteen  möcht.  Dann  so  haben 
„sy  vnns  khainen  beuelch  geben,  lerer  Mt.  ein  mass  zw  setzen,  wem 
„Ir  Mt.  Hispanien  geben  oder  beuelhen  soll,  noch  auch  annder  Irer 
„Mt.  Lannde.  Vnnd  was  wir  allso  in  beuelch  gehabt,  haben  wir  in 
„ain  Teutsche  sehrifft  verfasst.  Aber,  so  es  Icirer  Mt.  allso  gefeilig 
„gewest,  aus  villeicht  billich,  das  man  Lateinisch  die  sachen  hat 
„fiirbringen  sollen,  ist  die  sachen  ainem  anndern  on  vnnsem  willen 
„beuolhen  worden.  Wir  haben  des,  so  Er  geredt  hat,  khaines  nie 
„gesehen  noch  gehört,  aber  wir  haben  auff  etliche  anzaigen,  der  Kay. 
„Mt.  beuelch  nach,  muessen  dabey  steen  vnnd  beleiben.  So  dann 
„inndert  geirrt  ist  worden,  die  Kay.  Mt  welle  soliohes  dem  Lanndt 
„Steyer  nicht  zucmessen ,  dann  es  on  vnnser  Schuld  ist.  E.  Gnaden 
„bitten  wir  mit  dem  höchsten,  wellen  vnns  bey  Kay.  Mt.  vnnd  auch 
„bey  Euch  selbs  damit  enntschuldigen.** 

„Vnnd,  alls  vor  angezaigt  ist,  was  dises  Lannd  nach  ableiben 
„Khaiser  Maximilians  gehandlt  hat,  dasselb  alzeyt  auff  disen  hof  ge- 
„schigkht  (BL  1U6K)  worden,  ye  auff  Neapolis,  ye  auffs  Niderlannd 
„vnnd  durch  anndere  Lannd.  Wo  dann  dasselb  yetzmalls  nicht  ver- 
„hannden  ist,  so  geben  wir  dasselb  nochmalls  hiemit  in  Teutsch  vnnd 
„Latein.  Nit  das  die  Latein  alle  wort  nach  der  lenngs  innhellt,  sonnder 
„die  mainung  begreiffenndt;  dann  die  khurtz  der  zeyt  vnnd  mein 
„kklainer  vcrstanndt  khunden  es  nit  palld  ausrichten.  In  der  Teutsch 


iH19. 


197 


„findt  man  deo  grundt,  die  Latein,  ob  Icht  darinn  geirrt  war,  soll  dem 
^Lannd  khainen  naehti  machen.  Vnnd  das  zw  dem  vordem:  was  das 
„Lannd  gehanndit  hat»  wierdet  dasselb  filr  sich  on  annder  Lannd  hilff 
M?eranotworten,  wierdet  anch  anndem  Lannden  Ir  hanndlungen  nit 
„helffen  yeranntworten.  Das  ist  dammb  geredt,  das  Kay.  Mt.  sehe, 
„in  was  pOndtnnss  das  Lannd  mit  den  anndern  stee.** 

Der  Doctor  schwig  vnnd  redet  khain  wort  zw  sdlicher  Ennt- 
schuldignng. 

Dann  von  wegen  Silberbergers,  legt  Er  die  Lanndtsordnung 
in  Khimndten  ein,  Teutsch.  Schnitzenpämer  legt  nichts  ein ,  redet 
aoefa  zw  khainer  sachen. 

(BL  197\)  Mereurinns  Gatinaria,  Gross  Canntzler,  der  her-  fDesCroscanu- 
nach  ain  Cardinal  worden,  ain  weiser  vnd  hochberuembter  man,  namb  iergespraeh(H  > 
midi  zw  Molin  de  Re  an  einem  tag,  alls  wir  täglichen  von  vnnser 
herberg  zmn  diennst  geriten ,  vnnd  alls  der  Khaiser  mit  dem  palln 
spillte,  zw  sich  in  den  inndern  garten,  darinn  anch  anndere  Khaiser- 
liehe  Rftte  nmbgienngen,  auff  ain  sonndern  Platz  vnnd  spricht  latei- 
nisch dise  mainung:  (1)  „Ir  Teutschen  sacht  gern,  das  vnnser  Khaiser 
»Ear  hlingerin  (das  was  Khunig  Vladislay  zw  Hungern  vnnd  Behaim 
„Tochter)  Beliehen  näme.  Ir  sollt  aber  wissen,  das  der  Khunig  von 
„Frannckhreicfa  vorhat,  alls  sollt  der  Khaiser  innhallt  aines  Vertrags 
„sein  Tochter  nemen,  dabin  doch  der  Khaiser  nit  verpunden  ist.  So 
„erbeuth  sich  der  KhQnig  in  Enngellandt  vill  gellts  zw  seiner  Tochter 
„zQgeben,daniaeh  auch  der  Khunig  in  Portugal,  gleichermassen  mit  an- 
„btettongvill  gellts,  dem  Khaiser  zw  seiner  Tochter  zugeben.  Weillabcr 
„der Khaiser  mit  frid  hiheer  in  Hispanien  khomen,  vill  mächtiger  Khü- 
„nigreich  on  alle  Schwerdtschleg  vnnd  Pluetvergiessen  eingenomen 
„hat,  so  ist  man  noch  (BL197\)  zw  khainem  khrieg  gefasst.  Darumb 
„mnes  man  die  Nachbarn  in  guetem  willen  vnnd  hoffnung  erhallten, 
„damit  man  wider  mit  frid  in  Teutsche  Lannd  khome,  vnnd  daselbst n 
„den  fuess  vestne.  Sodann  wierdt  sich  der  Khaiser  seiner  heurath 
„enntschliessen.  Wann  sich  aber  der  Khaiser  yetzo  enntschlnss,  so 
„möcht  sein  Mt.  der  dreyer  ainen  zw  vnwillen  bewegen.  Der  Khunig 
„zw  FraneUireich,  auch  EnngeHanndt,  wo  sein  Mt.  am  vber- 
„farn  an  ier  gebieth  ains  khSme,  durch  vngewitter  oder  annderer 
„vrsachen,  so  stuennde  der  Khaiser  in  grosser  gefar.  Portugall 
„mochte  in  abwesen  des  Khaisers  vill  vnruhe  in  Hispanien 
„machen.*'  — 


198 


1519. 


(2)  Dann  so  sagt  der  herr  Gross  Canntzler:  „man  redte  yiH  vom 
Khaiser»  das  der  lanng  vnnd  vill  schlieff.  Dem  war  nit  allso.  Gleieh- 
woU  rietten  die  Ärtzte ,  lanng  im  peth  zu  rhuen ,  schlieff  aber  nit. 
Das  wäre  die  Ordnung:  was  gros,  wichtige  Sachen  warn,  die  beualeh 
sein  Mt.  etlichen  seinen  Räten,  der  zeyt  so  sein  Mt.  rhuete  zu  berat- 
schlagen. So  dann  was  darinnen  gehanndit,  gienngen  sy  zw  dem 
Khaiser  für  das  peth  ynnd  zaigten  dasselb  an.  Wie  dann  (Bl.  läS*.) 
gar  neulichen  ain  groswichtige  sachen  dermassen  furbracht  ward»  so 
zweiflig,  darymb  der  Rat  auff  zwen  weg  bedacht  ward,  darüber  der 
Khaiser  sprach:  „den  ain  weeg  mag  ich  nit  annemen,  bin  mit  gellt 
„darzue  nit  gefasst,  den  anndern  will  vnnd  mag  Ich  mit  Eem  vnnd 
,,gueter  gewissen  auch  nit  nachgeen,  sonnder  will  ain  drittel  f&r 
»mich  nemen^  ynnd  zaigte  denselben  den  Räten  an.  Darüber  die 
Räte  yasst  all  zäherten,  ymb  das  sy,  alls  allt  erfarn  ynnd  geuebte,  des, 
so  der  Jung,  nit  haben  khQnnen  Buden**.  Vnnd  sägte  ron  grossem 
weisthumb,  damit  Got  den  Khaiser  begabt  bette. 

(3)  Zum  dritten  khamb  er  auff  den  herm  yon  Tzeyerss  <).  Das 
die  Teutschen  denselben  beschuldigt,  alls  wäre  er  guet  französisch. 
Enntschuldigt  den  ynnd  spricht:  ,»wann  dem  also  war,  das  der  yon 
tzieyerss  dem  Franzosen  mer  dann  dem  Khaiser  gunte,  wer  wollt  Ime 
gewert  haben ,  das  Er  den  Khaiser  dem  Franzosen  in  seine  faenndt 
nit  geben  bette,  so  doch  der  Khaiser  so  lanng  zeyt  in  seinen  hennden 
allain  gewest  ist.  Aber  daher  fleusst  die  yrsach,  warumb  ain  solicher 
verdacht  oder  mainung  auff  Ine  (BL  li&J  istkhomen:  Khaiser 
Maximilian  hat  ain  eewige  Räch  wider  Frannckhreich  getragen ,  vmb 
das  sy  Ime  sein  versprochne  gemahel,  die  hertzogin  aus  Britania, 
genomen,  vnnd  haben  Ime  sein  Tochter,  fraw  Margareth,  die  dem 
Khunig  Carl  in  Frannckhreich  vermahellt,  vnnd  Ime  gleichwoU  noch 
nit  manpar  haimbzufiiren  gegeben  war,  wider  haimbgeschickbt. 
Darumb  suecht  der  Khaiser  für  vnnd  ain  vrsach  vnd  we^,  sich  an 
den  Franzosen  zu  rechen  vnnd  die  zu  bekhriegen.  Der  herr  von 
Tzeyerss,  alls  ein  hochweiser,  dem  nit  vill  leut  diser  zeyt  mit  ver- 
nunfft  gleichten,  zw  dem  so  hat  er  vill  freundt  vnnd  guetter,  alls  woU 
vnnder  dem  Franzosen,  alls  vnnder  dem  Khaiser,  mit  denen  Er  den  Khrieg 
alls  imer  muglich  verhindert;  vnnd  ob  er  ye  nit  annders  gemögt,  so 


*)  Wilhelm  von  Croi,  Herr  von  Chievres.  Ver^l.  Bänke,   Deutsche  Gesch.  im 
Zcifalt  d.  Ref.  3.  Ausg.  1,  355. 


1^19. 


199 


hat  er  doch  vleiss  filrkherdt,  den  khrieg  aus  seioem  Vatterlanndt  ui  ain 
aonder  Lannd  zolennden,  dann  er  woll  gewisst,  was  der  khrieg  mit 
sieb  bringt.  Derhalben  hat  man  gesagt»  der  von  Tzieyerss  muge  nit 
leiden,  das  (Bl.  199'.)  der  Franzoss  vertrieben  werd.**  Der  Fran- 
zoss  sey  aber  ein  grossmftchtiger  KhQnig,  ist  nit  so  zunertreiben. 

Mit  dem  muesten  wir  zum  diennst,  weUl  der  Khaiser  vom  Spill 
gienng. 

Am  funffvnndzwaintzigisten  tag  warden  wir  wider  geuordert.  25.  Nov. 
AUso  hiellt  vnns  der  Canntzler  ein  mainung  vor  in  gegenwurt  des 
Cardinak  von  Tortosa»  des  Schiefers,  Bischoffs  Mota,  herm  Carln 
von  Lanoy,  Winckhefall  Stalmaister»  N.  TechanndtvonPisanntz,  herr 
Johann  Hannort  *)  vnnd  Maximilians  f  Secretary,  die  dann  alle  in  f  TransUann.CH ) 
der  schriffl,  die  vnns  im  beschluss  geanntwort  ward»  begriffen  ist. 
Nftmblichen :  «die  Kay.  Mt  haben  der  Lannde  mundtlich  vnnd  schrifft- 
lich  anbringen  vemomen»  darüber  sein  Kay.  Mt  von  sein  selbs,  auch 
seiner  Mt  Brueders  wegen»  auffall  vnnd  Jegclich  derselben  anbringen 
diser  anntwort  enntschlossen  wie  volgt: 

»»Erstlichen»  das  seiner  Mt»  alls  allergenedigister  herr,  der 
Poten  ankhunffl  genedigclich  angenfimb  ist,  vnnd  sy  alls  seiner  Mt. 
liebe  vnnd  (BL  199^.)  getreue  vnnderthon  gern  gesehen,  alls  auch 
sein  Mt  Inen  soliches  hieuor  erclärt  haben.** 

«Zum  anndem»  so  sey  Ir  Mt.  volkhomenlich  erinndert  aller 
schrifilen  vnnd  Ordnungen»  auch  Instructionen»  durch  sy  fbrgebracht, 
aus  denen  khlftrlichen  angezaigt  war  durch  die  Lanndtschafiten,  (wie) 
nach  des  Khaisers  abganng  durch  dieselben  Lanndtschaflflen  be- 
schlossen, gesetzt  vnnd  geordent  worden »  das  dieselben  Lannd  biss 
zw  ankhunffl  lerer  herrn,  oder  Ir  aines»  in  guetem  frid  vnnd  Ruee 
sicher  erballten  möchten  werden.  Vnnd  wiewoll  sein  Mt  nit  zweifln, 
soliches  alles  zw  guetem  Ennde  vnnd  rechter  trew  gehanndit,  vnnd 
soliches  durch  sy  aus  rechter  Innigkhait  der  Trew  vnd  gehorsame, 
die  sy  jeder  zeyt  gegen  Iren  herren  gewonent  zu  haben,  —  begerenndt 
lerer  herm  Nutz  vnnd  aufnemen  vnnd  derselben  Lannde  sicherhait — 
das  also  die  Kay.  Mt.  solich  hanndlung  zum  pessten  anzunemen  acht. 
Aber  säliger  achtet  sein  Mt.,  das  man  in  die  Einkhomen,  Oberkhaiten, 
Hochaiten  vnnd  anudere  Recht  der  Regalien,  Iren  f&rsteu  vnnd  herrn 


*)  Haiinart,  ainer  ?on  den  Rithen  des  Kaisers  in  deutsehen  Angelegenheilen. 
Ranke  I.e.  2,  101. 


200 


1519. 


zuegebörig,  (BL  150^.)  on  derselben  Irer  forsten  vnnd  beim  wissen 
die  bennd  khainesweegs  angelegt  bette;  aaeb  die  Ordnung  des 
Regiments,  ron  weillennd  Kay.  Mt.  gesetzt,  vnnd  durcb  sein  Testa- 
mennt  bestätt,  aus  ettlieber  derselben  aigner  gwallt  nit  yeränndert. 
Dann  ob  gleicb  was  vnloblicbs  oder  Straffwierdigs,  wider  etliebe  des 
Regiments  Räte  befunden,  möebt  gesagt  werden,  so  bat  docb  nie- 
roanndt  gebflrt,  Ime  selbs  Reebt  zu  sprceben,  sonnder  soll  zw  den 
Obrem  angetragen  sein  worden,  vnnd  sein  Kay.  Mt.  sambt  Irem 
Brueder  ersuecbt  baben ,  die  betten  zw  abwendung  des  Posen  Ir  bilff 
bewisen.  Niebts  minder  getrost  sieb  sein  Mt.  der  treue  Irer  vnnder- 
tbonen,  vnnd  vermaint  von  den  gescbicbten  niebts  zw  vrtbaillen,  noch 
zw  widertreiben,  bintzt  sein  Mt.  Ir  Enntscbuldigung  v5lligclicben 
vemomen  babe.  Darumb  sein  Mt.  die  zwitraebt  auff  ain  anndere  zeyt 
vnnd  zw  seiner  Mt.  ankbunfil  anzustellen  enntschlossen,  allsdann  das 
(zu)  tbun,  welicbes  ainer  gueten  (BL  150^.)  Regierung  vnnd  zw 
Ruee  den  Lannden  nutzlicb  angesehen  wierdt.^ 

„Zum  dritten,  nachdem  sein  Mt.  vnnd  derselben  durchleucbti- 
gister  Brueder  aus  Eehafilen  geschäflnen  bintzt  her  verbindert,  lere 
Österreichische  Lännder  zu  besuechen ;  auch  sein  Mt.  noch  nit  so 
palld  wierdt  mögen  zw  denselben  sich  nächnen,  noch  auch  dermassen, 
wie  sein  Mt.  begierig  War,  derselben  Lannd  Regierung  obzuligen; 
vnnd  khainsweegs  flir  billich  angesehen  wierdt,  die  phlicbt  vnnd  den 
ayd  der  gehorsamb  lennger  anzustellen:  darumb  so  ist  von  seiner 
Mt.,  auch  derselben  Brueders  w^gen,  der  gwallt  geben  worden  Ett- 
lichen  itirsten  vnnd  grosses  ansebens  männem ,  die  da  in  abwesen 
vnnd  bintzt  zw  seiner  Mt.  ankbunfR  die  oberste  Regierung  aller 
seiner  Mt.  Lännder  (füeren)^  von  allen  vnnderthonen  in  seiner  Mt. 
namen  die  Erbphlicht  vnnd  den  ayd  der  gehorsame  annemen,  vnnd 
zw  der  Lännder  vnnd  vnnderthonen  Rhuee,  frid  vnnd  gueter  Regie- 
rung fQrsebung  zu  thun.  Alles  zw  sainer  Mt.  glQgkhsäliger  ankbunfil, 
die,  wills  got,  auff  Jüngsten  Frueling  khunfflig  sein  wierdt.*" 

(BL  ISl'.)  „Zum  Vierten,  so  seyKay.Mt  den  gesanndten  ge- 
ncdigcliehen  wider  anbaimbs  zuraisen  zw  vergunnen  bedacht,  also 
das  yegclicher  mit  kbayserlicber  gnad  vnnd  guete  in  sein  vatter- 
lanndt  mug  widerkhern,  denen,  dauon  sy  geschickht,  zw  erzellen 
seiner  Mt.  gemueth  vnnd  furnemen,  also,  das  sy  vnnd  die  ann- 
dern  all  sich  dermassen  schickben,  dem  obersten  Regiment,  durch 
sein  Mt.    vnnd   derselben    Brueder   geordennt   vnnd   gesetzt,    die 


1519.  201 

pblicht  viind  gehorsamb  nach  der  gewonhait  zuthun ,  vnnd  dem- 
selben Regiment,  bintzt  zw  seiner  Ht.  ankbunfft,  geborsarob  laisten, 
rnnd  was  durcb  dasselb  erkhenndt  oder  beuolben  wierdt,  alls  lanng 
seiner  Mt.  ab wesenbait  werdte,  erfüllen  vnnd  ballten.  Mit  anzaigen, 
das  sein  Mt.  will  in  dem  gwallt,  dem  obersten  Regiment  gegeben, 
der  Lannd  Freyhaiten  zu  ballten,  vnnd  in  seiner  Ht.  aueb  leres 
Bnieders  namen  zu  bestfitten ;  alls  aucb  sein  Mt.  zw  derselben  an- 
kbunSt  selbe  bestatten  ynnd  ballten  will.  Vnnd  will  mitier  zeyt  acbt 
baben,  mit  der  (BL  15 P.)  Lannd  Naebbarn  frid  zuballten,  ynnd  die 
Lannd  in  frid  vnnd  Ruee  zw  erballten.  Vnnd  ob  yemandt  ainicberlay 
kbrieg  wider  die  .ffteren  wollt,  will  sein  Mt.  Iren  vnndertbonen  ge- 
bnrlicbe  besebutzung  vnnd  bilff  verordnen.  Was  auebinden  Lannden 
nicbt  reehtlicb  oder  biliicb  gebanndit  war  worden ,  will  sein  Mt.  zw 
derselben  ankhunflft  mit  guetem  rat  reformiern,  vnnd  den  Lannden  mit 
dem  pessten  beraten,  seine  vnndertbonen  mit  seiner  sflessen  gegen- 
wertigkbait  trösten  vnnd  denselben  alles  das  eruolgen  lassen,  das 
ainem  Jegclieben  pessten  ßrsten  gebürt  zu  tbun.** 

„Zum  Amfilen  vnnd  letzten :  Nacbdem  die  Statballter,  Regennten 
vnnd  Rfite,  die  sein  Mt.  zw  dem  obersten  Regiment  der  Lennder  ver- 
ordent,  im  tbun  sein,  die  Lännder  zu  besueeben  vnnd  die  Erbpbliebt 
von  denen  anzenemen,  vnnd  alles  annders  zutbun,  das  zw  frid,  ruee 
vnnd  gneter  Regierung  gebflrt  förzenemen,  nacb  vermug  des  gwallts 
Inen  derbalben  gegeben,  vnnd  die  Pottn  von  ferre  wegen  des  weegs 
nit  mugen  so  (BL  152'.)  palld  dorten  sein,  der  Ku.  Mt.  gemQetb 
den  Lannden  anzuzaigen,  vnnd  den  Statballter  Regennten  vnnd  Räten 
beystanndt  zu  tbun,  begert  vnnd  beuilcbt  sein  Kay.  Mt.,  damit  die 
potten  aus  scbuldiger  pbliebt,  damit  sy  seiner  Mt.  verpunden  sein, 
von  stundan  durcb  die  posst  solicb  seiner  Mt.  anntwort  in  die  Lannd 
durcb  Ire  brieff  verkbünden ,  vnnd  das  sölicbes  alles  seiner  Mt.  mit 
gueter  wissenbait  vnnd  enntschlieslicben  willen  sey.  Das  sy  aucb  die, 
von  denen  sy  gescbickbt  sein ,  mit  Iren  briefen  ernnstlicb  bewegen, 
das  sy  demselben  obristem  Regiment  beystänndig  vnnd  geborsamb 
sein,  vnnd  auif  den  gwallt.  Inen  gegeben,  die  Erbpbliebt  tbun;  vnnd 
annders,  das  Inen  durcb  dasselb  Regimennt  aufgelegt  wierdet,  vol- 
zieben,  zw  der  Lannd  pessten  Ruee  vnnd  sicberbait,  alls  sieb  sein 
Mt.  des  in  der  gesanndten  treue  vnnd  geborsamb  versiebt,  denen  aucb 
sein  Mt.  vnnd  derselben  Brueder  vmb  Irer  trew  willen  yederzeyt 
allergenedigiste  berrn  sein  wellen.** 


202 


1M9. 


(BL  152^.)  Über  soliches  gienngen  wir  in  ain  Camer,  xw 
nächst  bey  den  Räten,  da  wollten  sich  die  anndem  all  darüber  be- 
dennckben  vnnd  dieselb  Anntwort  in  scbrifil  begeren.  Wiewoll  es  on 
ynnsem  willen  was,  lennger  euuerziehen,  doch  liess  mans  geschehen. 
Do  zaigten  vnns  die  Rät  an,  Sy  woUtens  an  Kay.  Mt.  bringen.  Hetten 
wir  dann  mer  zu  handien ,  so  solten  wiers  thnn.  Dann  Ir  Mt.  werde 
palld  von  hin ,  wollt  ynns  doch  Ter  hie  abfertigen.  Do  wollten  die 
anndem  nuer  Eylen,  ynnd  redten  lanng  von  ainer  aintrSchtigen  Annt- 
wort. Wir  lagen  an  dem,  das  wir  die  drey  Artiel  yeranntworten 
weiten.  Es  thäte  Ir  Jedweder  was  er  wollte.  Do  spricht  Starhen- 
berger  zw  mir  Sigmunden:  „Er  wollte  yon  mir  wissen,  warumben 
Ich  nit  neben  Inen  steen  wollt?  Ob  sy  nit  frumb  oder  sonst  mir  nit 
guet  genueg  wären?''  Darzue  Ich  sprach:  »das  mich  sein  nit  iuste,^ 
vnnd  wolt  mich  nit  weiter  mit  der  Red  gegen  im  einlassen.  Trat 
herdan  von  Inen,  liess  sy  reden.  Da  protestierten  sy  wider  mich 
zwischen  Inen,  da  Ich  von  in  (BL  153.*)  getretten  war  etc.  etc. 
Ich  hab  nit  darauff  gemerckht.  Dannocht  hanndleten  etlich  zwischen 
ynnser,  das  wir  vnns  des  yergleichten,  das  wir  anzaigen  liessen  in 
der  gemain,  wir  hetten  allen  ynnsem  beuelch,  den  wir  ron  den 
Lannden  gehabt  hetten,  f&rbracht,  ynnd  hetten  nit  in  beuelch»  aini- 
cherlay  yon  wegen  der  Lannd  zuueranntworten  oder  zw  disputiera. 
Aber  was  ynns  furkhtimbt,  wellen  wiers  gem  an  die  Lannd  bringen. 
Wir  behiellten  unns  aber  beuor,  ynnser  anntwort  auf  die  drey  Artiel 
zuthun. 

Do  dann  Troian  yon  Auersperg,  alls  yor  tlbeg  bey  ynns  in  allen 
hanndlungen  beliben,  ynnd  mit  ynns  ainträehtigclich  yon  w^^n  der 
von  Crain  gehanndlt  hat,  (hersuetrat),  do  muest  auch  sein  gesell 
herzue.  Es  khamen  auch  die  Khämner  ynnd  baten  ynns  gleichmäslich 
yon  Iren  wegen  zu  hanndlen.  Do  zaigten  wir  den  Räten  an,  was  die 
drey  Lannd  gehanndlt  haben :  „Das  haben  sy  daramb  gethon,  die- 
weill  Ire  fUrsten  souer  von  Inen  sein  gewest,  vnnd  damit  sy  die 
Lannd  erhallten,  vnnd  in  frid  vnnd  ainigkhait  behallten  möchten,  hintzt 
sy,  dieselben  Ire  f&rssten,  (BL  15^.)  besuechen  vnnd  erraichen 
khQnden,  alls  frumben  vnnd  getreuen  vnnderthonen  woU  gezimbt  hat, 
fbr  menigclich,  hintzt  auf  zuekhunfft  vnnd  weitterer  flQrsehung  der 
Fürsten.  Vnnd  haben  niembt  enntsetzt,  vnnd  sich  nichts  vnnderwun- 
den  für  sich  selbs  vnnd  das  in  nit  gebflrt  bette.  Vnnd  wiewoll  wir 
hierinn  khain  beuelch  haben,  die  Lannd  zuueranntworten,  dammb 


1519. 


203 


wellen  wirs  mit  khurtzen  wortten  beschliessen.  Sy  werdenns  der- 
massen  anzaigen,  das  die  Kay.  Ht.  etc.  mit  äugen  sehen  vnnd  mit  den 
bennden  greifen  wierdt,  das  sy  nit  annderst,  dann  alls  den  frumben 
ynnd  getreuen  woll  gezimbt  gehanndit  haben.  Vnns  hat  dennocht  für 
ynns  selbs  gezimen  wellen,  soliches  Kay.  Ht.  anzuzaigen.** 

„Zum  anndern,  von  wegen  der  zwitracht  mit  dem  Regiment  etc. 
die  drew  Lannd  haben  vnns  nicht  beuolhen»  Ichtes  wider  das  Regi- 
ment zuclagen.  Sy  sein  guete  freundt  miteinannder,  hallten  gemain- 
schaffl  mit  freundtlichen  Reden  ynnd  sehreiben,  ynnd  fOeren  khain 
clag  wider  sy.  Versehen  ynns  die  yom  (BL  15^'^,)  R^iment  clagen 
wider  ynns  auch  nichts;  wo  sy  es  aber  gethon  betten,  des  wir  nit 
boffien,  so  patten  wir  vmb  Copeyen,  die  wir  ynnsern  berren  ynnd 
freunden  haimbbringen  mugen.** 

,»Auff  den  dritten  Artid  sollen  E.  gnaden  wissen,  das  ynnsbaiden 
der  Kay.  Mt.  beuelch  ynnd  schreiben  zuekhumen  ist,  zw  Tarfiss  9 
in  Venediger  herrscbafll,  mit  dem  Innhallt :  «dieweil  der  weeg  sorge- 
lieh  ynnd  weyt  sey,  mugen  wir  wider  haimb  kberen  ynnd  all  sachen« 
die  der  Lanndtschafft  f&rfallen,  mflg  man  bey  den  Commissarien 
suechen  mit  mererm  Innballf  Dasselb  schreiben  wir  mit  aller  Er- 
wird ynnd  diemuet  emphangen,  aber  dieweill  ynns  angesehen  hat, 
das  dermassen  mit  den  Comissarien  zu  hanndlen  den  Lannden  schwär 
ynnd  wider  Ir  freyhait,  allt  herkhomen  ynnd  gewonhaiten  wäre, 
haben  wir  ynnsern  angefanngnen  weeg  yolzogen.  Soliches  sagen  wir 
nit,  das  die  Lannd  dieselben  Comissarien  nit  annemen  werden,  sonn- 
der  ynns  däucht  soliches  nuer,  alls  wir  die  Sachen  yetzmalls  erwogen. 
Will  aber  ye  die  Kay  Mt,  das  wir  (Bl  1S9\)  innhallt  des  Ersten 
begeren  schreiben,  so  sein  wir  die  gehorsamen.^ 

Auff  soliches  sagten  die  Österreicher  durch  den  Doctor :  „die 
drey  Lannd  haben  Ire  besonndere  Regiment  gehabt  ynnd  Ire  haubt- 
leut,  ynnd  haben  nichts  bey  disem  Regiment  zuthun  gehabt,  dann  was 
durch  Appellation  an  sy  gefallen  ist."*  Starhenberg  sagt:  „seinem 
Vatterlanndt  sey  umb  dergleichen  sachen  nicht  wissenndt  gewest, 
darumb  ist  Ime  hierinn  khainerlay  beuelch  gegeben  worden. ** 

Auff  soliches  Hess  man  ynns  herdan  tretten.  Do  ynnderredten 
sich  die  Rät  palld,  ynnd  ruefften  ynns  yon  den  dreyen  Lannden  wider 


*)  Treviso. 


204 


1519. 


zw  sich,  ynnd  mnesten  zw  in  nider  sitzen.  Also  spricht  der  Canntzler : 
,,Eure  Anntwort  gefeilt  den  herrnen  gar  woll.  Wellenns  auch  Kay. 
^,Mt.  anzaigen.  Dann  des  schreibenns  halben  ist  allain  darumb ,  das 
,,Ir  Euern  herren  mnd  freunden  anzaiget,  wie  genedigclich  Euch 
^Euer  herr  rnnd  Lanndtsf&rst  emphangen,  gehört  vnnd  mit  Euch  ge* 
Mhanndit,  damit  (^BL  15ß\)  die  Lannd  des  Forsten  genad  mnd  guete 
,,erkhennen,  ynnd  dester  begierlicher  sein,  gehorsamb  zu  laisten; 
Mvnnd  damit  sy  den  Commissarien  anhenngig,  beystSnndig  nind  ge- 
„horsamb  sein,  hintzt  auff  der  Kay.  Mt.  zuekhunffit.*"  Darüber  sagten : 
„wir  wollten  gern  schreiben ,  damit  die  Lannd  den  Commissarien 
hilfflich  vnnd  beystänndig  sein.  Aber  ynns  deucht  vill  fruchtberlicher, 
mit  Tu'nser  gegenwurtigkhait  soliches  anzutragen,  bittundt  vnnss  ynnd 
die  brief ,  so  man  die  haben  will,  auff  ain  tag  abzufertigen.  Wollten 
wir  eylln,  alls  yill  ynns  muglich  wfir,  ynnd  dann  gegen wurtigclich 
hanndlen,  alls  yill  an  ynns  wfir  ynnd  wir  yerstuennden,  das  Kay.  Mt. 
auch  Lannden  ynnd  Leuten  zw  guet  khomen  m5cht.**  Darfiber  namen 
in  die  Rät  ain  bedacht,  mit  Kay.  Mt.  weitter  dartnn  zu  hanndlen. 

Bischoff  Mota  vnnd  Hannort  warden  zw  den  yon  Österreich  ge- 
schickht.     Die  hanndletn   auch   in   demselben  gemach    mit  Inen, 
steender. 
27.  Not.  Am  Sibenvundzwaintzigistcn  tag  berufft  ynns  baid  ynnd  den 

yon  Auersperg  der  Gross  (Bl.  155^.)  Canntzler,  mit  Im  zw  dem 
fruemall,  ynnd  darnach  f&ert  Er  ynns  in  sein  Cammer,  fragt:  „wes 
wir  ynns  entschlossen  betten  des  schreibenns  halben?^  Do  wir  Ime 
erzellten,  warumb  ynns  schwfir  war  in  solichem  zu  schreiben,  (ynnd 
ynnder  yill  anndern  yrsachen  erclärten  wir  im  den  articl  ynnser  frey- 
hait,  das  ynns  ain  Fürst  zuuor  schweren  mueste  etc.).  Darüber 
spricht:  „Er  h5rte  solichen  Discurs  oder  Erleutterung  yasst  geren'', 
ynnd  schwuer  darüber:  „der  Khaiser  war  des  nie  bericht  worden. 
Hette  man  aber  soliches  yor  gewisst.  Es  wfir  warlichen  khain  solicher 
beschaid  ausganngen.  Des  sollen  wir  enntlich  glauben,  dann  Irer 
Mt.  gemüeth  wfir  enntlich  nit,  Irer  Vor  Elltem  brief  zuuernichten, 
sonnder  ee  zw  bekhrefftigen  ynnd  zu  meren.** 

Vnndter  anndern  bracht  wir  in  darzue,  das  er  vnns  anzaigte, 
wie  die  Lannd  in  Kay.  Mt.  tragen  wfirn  worden ,  wie  man  dann  soli- 
ches in  der  schrifft  aigenntlich  hat.  Vnnd  ist  khain  ynnderschaid  in 
den  Lannden  gehallten  noch  benennt  worden.  Vnnd  Ober  dieselben 
Articl  (BL  156",)  noch,  das  darzue  (ynns)  die  Potschafllen  yon  den 


1519. 


ao5 


Launden  all  in  Kay.  Mt.  etc.  Cossten  gesehickht  waren  vnnd  zugen. 
Er  bekhanndt  auch  zum  thaill,  das  man  gehanndit  hat»  das  ynns  der 
Khaiser  nit  soll  für  sich  gelassen  vnnd  nit  gehört  haben.  Vnnd  spricht 
darüber:  »glaubt  warlich,  bette  der  Khaiser  des  manns »  (yermaint 
den  Sibenburger),  gemueth  gewisst.  Er  bette  in  nit  ftlr  sich  gelassen."" 
Mit  Till  anndem  Reden.  Wir  zaigten  an  den  grundt  des  Cosstens  der 
Raiss,  daneben  eontschuldigten  die  Lannd  Ton  Articl  zw  articU  alls 
viU  muglich  war.  Daneben  sagten:  „ Betten  wir  allain  den  Yon  Aurs- 
perg  bey  vnns  gehabt,  dem  spot  mit  dem  Doctor  wollten  wir  allen 
fOrkhomen  sein.  Allain  khunden  wiers  nit  thun,  so  betten  wir  sonnst 
kbain  hilff  oder  beystennder.*' 

Alls  wir  aber  wider  zw  herberg  zugen,  namen  wir  das  wort 
gross  zw  hertzen,  das  rnnser  Khaiser  ymb  solich  vnnser  freybait  nicht 
gewisst  hat,  vnnd  wir  sollen  schreiben,  das  man  den  Commissarien 
gehorsamb  sein  sollt.  Ynnd  dachten,  wo  rnnsem  freybaiten  nit  ge- 
mäss gefaanndlet,  wurde  man  nit  gern  den  die  Phlicht  thun.  Dachten 
(BL  156^.)  auffall  weeg.  Doch  machten  wir  ain  Copey,  so  maus 
ye  haben  wollt ,  damit  wir  nit  lennger  aufgezogen  ynnd  in  vncossten 
gelait  wurden.  Dieseib  Copey  wir  den  von  Kbämndten  zuschickten 
zu  beschaid.  So  begerten  sy  mein  Sigmunden.  So  spricht  Yngnad: 
„Herberstainer,  Ir  habt  ain  Red  yor  den  Räten  thon  des  Regiments 
„halben.  Das  hab  Ich  nicht  yerstannden,  aber  sider  bericht  worden. 
„Nun  gestee  Ich,  noch  mein  gesell.  Euch  khainesweegs,  das  wir  Euch 
„ainicherlay  des  Regiments  halben  beyolhen  haben  zureden **.  Mit  den 
oder  dergleichen  ynnd  yill  Worten.  Dagegen  Ich  Ime  gesagt:  „es  war  mein  Erste  am- 
nun  zum  anndern  mall ,  das  mir  soliches  yon  im  beschäch.  Muest  es  ^^^'  ^"'^ 
auff  sein  geburliche  zeyt  steen  lassen.  Wolle  aber  sehen,  das  Ich  der 
hagkhen  ain  Still  mocht  finden.  Ich  welle  sy  gern  bereden  yor  den 
Räten,  das  Ir  mainung,  wie  Ichs  angezaigt  hab,  des  Regiments  halben 
nit  dermassen  sey.  Aber  das  sy  mich  erbeten  haben,  ynnd  Ich  ann- 
ders  yon  Irenntwegen  gehanndlet  soll  haben,  wollen  wir  es  auffein 
anndere  zeyt  anstellen  auszutragen.*"  Vnnd  gienng  yon  in  aus.   Do 
khamb  Silberberger  (BL  151^)  hernach  in  mein  Camer,  ynnd  zaigt  suberbergerent- 
mir  an,  wie  Starhenberger  ynnd  die  anndern  zw  Inen  gesagt  betten:  »chwJdigtdenVn- 
„Ich  soll  den  Räten  angezaigt  haben,  wie  das  Regiment  alzeyt  woll  ^"*  * 
gehandlt  bette;  wurde  sich  mit  warhait  nimer  annders  befinden,  oder 
dergleichen.  Das  war  die  yrsach  solicher  Red  die  Vngnad  thon  bette."  mein  andre  ani- 
Daruber  sagt  Ich  zw  Ime:  „wann  ich  es  dermassen  geredt  bette,  su  wurt.  (h.) 


206  i5i9. 

maess  leb  selbs  sagen»  das  Ich  vnrecht  getbon,  dann  sy  betten  mirs  nit 
beuolben.  Wann  mich  aber  ye  ainer  zw  ainem  Lugner  machen  will,  so 
sagt  im  trutzlicben  binwider  von  mir:  «wer  es  dermassen  von  mir 
redt»  der  lugs  in  balls,  alls  ein  verlogner  man!**  Mit  dem  belieb  es 
allso,  ward  nichts  mer  daraus.^ 
10.  Dec.  Am  zehennden  tag  Decembris  ist  vnns  ain  schrifil  zuegestellt 

vnnd  vnns  nit  mer  worden»  dann  ainst  zu  lesen.  Da  namens  die  Öster- 
reicher wider.  Nun  ward  es  spat  am  tag  vnnd  ritten  damit  in  vnnser 
herberg.  Am  morgenns  frue  warden  wir  beschiden,  anntwort  darauff 
zu  geben. 

Allso  bewegten  wir  am  maisten  des  Canntzlers  Red,  das  Er 
sagte:  „wo  Kay.  Mt.  vmb  vnnsere  freihalten  gewisst,  bette  warrlich 
khain  solichen  beuelch  (Bl  IST.)  ausgeen  lassen.*  Hetten  grosse 
sorg,  es  wurde  vielleicht  vnnsern  freihaiteii  gemäss  nit  gehanndlt. 
Darumb  suechten  wir  all  vrsach ,  damit  wir  solich  schreiben  zu  thun 
vmbgeen  möchten.  Do  es  aber  ye  nit  annders  sein  khunde,  do  schri- 
ben  wir  an  die  drey  Lannd.  Woll  zaigt  mir  der  Canntzler  ainst  her- 
nach grOndtlicben  an,  wie  die  Comissarien  alles  das  thun  wurden,  das 
der  Fürst  thun  soll.  Do  deucht  vnns  woll,  es  möchte  dermassen,  wie 
beschehen  ist,  gehanndlt  werden. 

Wir  warden,  nachdem  wir  vnns  bewilligten,  woll  dreymall  getagt 
zw  der  Abfertigung.  Am  letzten  fuert  man  vnns  in  des  Khaisers 
garten,  dabey  ist  ain  zimer  bey  der  Erden,  warden  darein  gelassen 
vnnd  beruefil  fbr  Kay.  Mt.  Vnnd  hette  Jbey  sich  den  von  Schifers, 
Phaltzgrauen,  Marggrauen  von  Brandenburg,  Canntzler  vnnd  annder 
vill  Forsten,  Grauen  vnnd  Herren.  Allso  redt  Canntzler:  „Die  Kay.Mt. 
hette  alzeit  sonnder  gross  vertrauen  zw  den  Lannden  gehabt,  vnnd 
sich  nie  annders  zw  Inen  versehen,  dann  aller  Trew  vnnd  gehorsamb. 
Will  sich  des  noch  vngezweiflt  versehen.  So  sollen  sich  die  Lannd 
binwider  nichts  annders  zw  seiner  Mt.  vnnd  Irem  Brueder,  dann  aller 
(BL  ISS^J)  gnaden  versehen.  Sy  mit  aller  Irer  macht  schOtzen, 
schirmen,  bey  Recht  vnnd  frid  zuhallten,  Ire  freybaiten  nit  zw  schwe- 
chen,  sonnder  hanndthaben  vnnd  zu  meren,  vnnd  alles  des  bey  gueten» 
frumben  Forsten  zu  hoffen  vnnd  gewarten  ist.  Zw  dem  begerte  Ir 
Kay.  Mt.  mit  ganntzem  Ernnst  beuelhenndt,  das  die  Lannd  Irem 
begeren ,  so  vnns  in  schrift  anntwortsweiss  durch  Ir  Rät  zuegestellt 
sey,  hintzt  auff  seiner  Mt.  etc.  vnnd  leres  Brueders  zuekhuniR  nach- 
khomen  vnnd  volziehen.  Soliches  alles  sollen  wir  Jegclicher  denen. 


1519. 


207 


dauon  er  geschickht  ist,  anzaigen,  daneben  Irer  Mt.  genad  vnnd  alles 
guets  zoesagen.**  Die  Kay.  Mt.  spricht  selbs:  „Ich  yersiech  mich, 
Ir  werdet  alls  vnnser  getrew  ynnderthon  bey  ynns  beleiben.  Ich  will 
allzeyt  Ear  genediger  Khunig  sein  vnnd  will  palld  zw  Euch  khomen.** 
Alls  wir  herdan  trattn,  zu  bereden  was  wir  wollten  anntworten, 
da  baten  sy  mich  soliche  anntwort  zugeben,  das  Ich  mich  lanng  setzte 
vnnd  sprach:  ,,wer  zuuor  geredt  hat,  der  rede  noch.^  So  spricht  der 
Silberberger :  „Ich  bitt  dich  vmb  gottes  f,  thue  vnns  die  Schanndt  f  willen,  (h.) 
„nit  auff,  das  wir  so  lanng  verziehen,  der  Khaiser  siecht  vnnsere 
„(BL  158^,)  hanndlung**,  alls  auch  der  Khaiser  vnnd  alle  beystSnn- 
der  gesehen  haben,  dann  das  zimmer  war  woll  enng.  Auff  das  namb 
Ichs  an ,  vnnd  gaben  auff  des  Canntzler  Red  widerumben  in  Latein 
anntwurt,  die  mainung:  „die  Kay.  Mt.  solle  khainen  zweifl  haben,  die 
Lannd  werden,  nichts  minder  dann  vor  ye,  sonnder  mer  mit  vnnd  bey 
Irer  Mt.  etc.  treulichen  thun,  vngespart  leibs  vnnd  guets.  Wir  wellen 
auch  Irer  Mt  etc.  beuelch  treulichen  ausrichten,  vnnd  soll  Ir  Mt.  etc. 
warbafftigclich  wissen,  das  die  Lannd  dasjhenig  betrachten  vnndalzeyt 
hanndlen  werden,  das  Irer  Mt.  etc.  Lannden  vnnd  Leutten  das  Eer- 
licbist  vnnd  nutzist  sein  wierdet  Wo  aber  die  Lannd  annders  in  Ir 
Mt.  getragen  wurden,  alls  vor  beschehen  ist,  welle  dem  khain  glauben 
geben ,  hintzt  auf  grundtlichs  vnnd  warhafflig^eriaren.  So  dann  Ir 
Mt.  befindet,  das  woll  vnnd  treulich  gehanndlt  ist,  welle  Irs  genedigc- 
lich  gefallen  lassen ,  wo  es  aber  von  Yemanndt  vbl  gehandlt  wurd, 
so  ist  E.  Mt.  etc.  herr  vnnd  Lanndtsfttrst,  mugen  straffen  nach  Irem 
gefallen.^ 

(BL  159*.)  Auff  seiner  Mt  etc.  seibs  Red  gaben  wir  f  in  +  ich  von  vnser 
Teutsch  anntwort:  „Sein  Mt  solle  khain  försorg  tragen,  nachdem  •"^''^^^m  (h.) 
wir  aln  genedigen  frumben  herm,  so  gezimbt  sich  gar  woll,  das  der- 
selb  herr  auch  getreu  vnnd  frumb  vnnderthonen  habe,  die  werde  Ir 
Mt  also  zw  aller  zeyt  in  den  Landen  befinden.  Seiner  genedigisten 
Vertröstung  vnnd  Irer  zuekhunffl  wellen  wir  in  khurtz  gewarten,  Got 
dem  almächtigen  mit  höchster  diemut  bitten,  das  er  sein  Mt.  mit  ge- 
sonndt,  freiden  vnnd  gelucksaligkhait  furderlich  zw  vnns  belaytt  vnnd 
bring,  vnnd  wellen  allso  die  Lannd  vnnd  vnns  Irer  Kay.  Mt  alls 
vnnserm  allergenedigisten  rechten  herm  vnnd  Lanndtsftlrsten  vnnder- 
thäm'gclichen  beuelhenn.^ 

Mit  dem  khert  sich  Ir  Mt.  wider  zw  den  Räten  vnnd  redte  frö- 
lichen  mit  Inen.  Vnnd  darnach  erlaubt  vnns  Ir  Mt.  also  mit  gnaden 


208  im 

anhaimbs  zu  ziehen.  Vnnd  noch  ainest  khert  sich  Ir  Mt.  etc.  zw  dem 
Canntzler,  beuilcht  Im:  „vnns  dannckh  zu  sagen,  der  muee  vnnd 
grossen  geferlichait»  die  wir  von  Irer  Mt  etc.  (BL  159^.)  wegen 
vberstannden  hetten,  mit  erbietten  wo  Ir  Mt.  inndert  von  vnns  ange- 
lanngt  wurde,  welle  soliches  gegen  Jegclichen  mit  gnaden  erkhennen.'' 
Darüber  wir,  alls  sich  gebflrt,  dannckhsagten.  Hit  dem  pote  vnns  Ir 
Mt.  Ir  hannd,  vnnd  schiden  von  dann. 

Gleich  alls  die  Kay.  Mt.  anhueb  zu  reden,  do  khert  sieh  Herr 
Michel  Eytzinger  gegen  Marggrauen  von  Brandenburg  vnnd  padt  den, 
das  er  die  Kay.  Mt  etc.  hätte  von  seins  Suns  wegen,  den  Er  mit  im 
herein  geftiert  hat,  vnnd  vnnderredte  gleich  dem  Khaiser.  Nachmails 
khnyet  er  für  Ir  Mt  vnnd' bat  von  wegen  seines  Suns,  der  also  ange- 
nomen  ward.  Nachdem  so  es  mallzeyt  ward,  fuert  man  vnns  zw  dem 
von  Schiffers,  der  vnns  dann  allzwsambt  dem  Phaltzgrauen ,  Bischoff 
Mota,  ain  anndern  Marggrauen  vnnd  sonnst  etlich  grauen  vnnd  gros- 
mächtig herm  geladen  bette,  vnnd  vnns  warrlich  Eerlich  gehallten, 
darzue  mit  freiden  das  (BL  160'' J  mall  verzerten.  Damach  fuert 
Er  vnns  in  sein  Camer,  da  pat  er  vnns  durch  herrn  Paulsen  von  Ar- 
mastorff:  »wir  sollen  vnns  alls  getrew,  frumb  vnnderthonen  hallten, 
gegen  Kay.  Mt,  mit  anzaigen  der  Tugenndt  vnnd  grossen  guete 
vnnsers  Fürstenns.  Nämblich,  begerte  der  Kay.  Mt.  beuelch  vnnd 
begeren,  den  Comissarien  die  phlicht  zu  thun,  wie  dann  die  schrifft 
vermag,  so  welle  Er  allzeyt  beflissen  sein,  die  Lannd  zubefurdern  bey 
Kay.  Mt.",  mit  vill  zierlichen  werten. 

Dagegen  wir  seiner  gnaden  dannckhsagten  mit  verhaissen: 
MSoUches  alles  mit  dem  treulichisten  an  die  Lannd  zubringen,  vnnd 
gebeten,  welle  vnnseren  höchsten  Trost,  die  Kay.  Mt.,  Ime  beuolhen 
lassen  sein.  Ynnd  wir  Erfreyten  vnns  sein  genaden  zw  erkhennen 
vnnd  souill  genedige  Vertröstung  zw  emphahen,  dieweil  sein  gnad  nit 
annders  alls  Kay.  Mt.  etc.  annder  Vatter  war,  vnnd  das  sein  gnad  die 
Lannd  auch  beuolhen  (BL  160^.)  welle  haben,  vnnd  den,  die  sich 
allso  mit  vngrundt  mit  antragen  der  Lannd  zuekhauffen  wellen,  der 
warrlich  khainer  seinem  herrn  trew  ist,  der  zwischen  sein  vnnd  der 
vnnderthon  zwitracht  säet  glauben  geben.  So  werden  sich  vngezweiflet 
die  Lannd  gegen  seiner  gnaden  hallten ,  daran  sy  on  zweifl  genedigs 
gefallen  tragen  werden.  **  Vnnd  allso  nach  vill  Reden  schieden  wir  ab. 

Zum  letzten  warden  vnns  die  brief,  an  die  Lannd  lauttundt,  zw- 
sambt  ainem  schwartzen  Samat,yegclichem  zw  ainemRockh,  geanntwort. 


\" 


1519.  209 

Vnns  ward  aia  Furier  zuegeordennt,  der  vnns  durch  das  Lannd 
hintzt  au  die  gränitzen  fuerte  ynnd  frey  hiellt ,  damit  man  ynns  in 
Steten  der  Maut  halben  nit  ymbzogen  hat,  alls  gewonhait  ist ,  das  nit 
YiU  anndern  mer  besehehen. 

Es  ward  auch  emnstlich  beuolhen»  das  man  ynns  die  zway  yesste 
guete  Schloss  Parpiniam  vnnd  Salsa  9  ^^^  ^H^Q  haimblichen  wören 
weisen,  zaigen  ynnd  durchfOren  soll. 

(BL  161\)   Joannes,  yon  Gots  genaden  Marggraue  zu 
Brandenburg  etc. 

Vnnsern  gunstlichen  gruess  zuuor.  Edlen,  Ersamen,  Lieben 
Besondern.  Wir  haben  Eur  schreiben  emphangen  ynnd  des  Inhalt 
yemumen,  ynnd  Ir  solt  Euch  genntzlich  zu  ynns  yersehen,  das  wir 
der  alten  freundtschaßl  halben,  damit  ynnsere  yorfordern  dem  lob- 
lichen hauss  yon  Österreich  yerwanndt  sein ,  Euch  geren  das  besst, 
ynnd,  das  wir  yermainen  Euch  eerlichen  zu  sein  ynd  R5.  Khey. 
Mt.  etc.  ynnserm  Allei^enedigisten  Herrn  gefellig,  raten  weiten.  Vnnd 
demnach  war  ynnser  Rat  ynd  guetbedunkhen,  das  Ir  Eur  Red  zu 
Latain  thet,  ynd  wenig  ynnderschaid  machet  wer  die  thuen  soll,  souer 
solich  person  ynnder  Euch  darzue  geschickht  war.  Wan  es  iat  an 
dem  hoff  der  gebrauch,  das  Teutsch,  Wallisch,  Frantzösisch ,  Enge- 
lisch Potschafft  Jedlicher  sein  Red  zu  Latein  (BL  161^.)  thuet,  ynnd 
solches  noch  zumal  inn  Teutsch  nit  gehdrt  ist  Dann  sein  Khey. 
Mt.  etc.  ynd  alle  sein  treffenliche  Rätt  sein  der  sprach  gar  nichts  be- 
richt.  Aber  dieweil  an  heut  Khey.  Mt.  zu  Euch  den  Graffen  yon  Mont- 
fort,  Brobst  yon  Cassel  ynd  Meteney,  Euch  morgen  hieheer  zu  fueren, 
geschikht  hat,  solt  Ir  in  allem  dem,  so  Euch  zufellt,  Ir  guetbedun- 
khen ynd  Rat  haben,  wann  es  sein  tapfer,  erlich  leut,  die  dises  hoffs 
gebreuch  wol  geyebt  sein ,  ynd  werden  Euch  gewislich  treulich  ynd 
was  Euch  eerlich  sein  wirdet  rathen.  Aber  ains  weiten  wir  Euch 
freundlicher  maynung  nit  yerhalten,  das  Ir  mit  allem  yleiss  yerhQetet, 
damit  zwischen  Euch,  weder  solcher  Oration  oder  Red,  weder  der 
Stftnndt  halben  khain  ynwil,  gespen  ynd  zwitracht  zwischen  Euch 


^)  Die  Yesten  zu  Perpignan  und  Salces  in  der  Grafsehafl  Roussillon,  welche 

damals  lu  Spaaieo  gehörte. 
Fontes,  yill.  14 


210  181». 

erwacbsse ,  wann  solich  wurde  Khey.  Mt.  vas&t  wider  sein ;  mecbt 
auch  nit  allain  Euch,  {BL  162"*.)  sonnder  der  ganntzen  Lanndsehaffit 
zu  schymbpf  ynnd  naebtail  raiehen.  Vnd  hiemit  wel  wir  auch  ain 
schreiben,  so  vnns  in  sunderhait  berr  SigmundtTon  Herberstaio  ynd 
Hanns  Hoffman  getban,  verandtwurt  vnd  gemaint  baben.  Welten  wir 
Eueb  genediger  ynnd  freundlicber  maynung  nit  yerbalten.  Datum  zu 
Molin  de  Rey,  am  5.  tag  Nouembris,  Anno  etc.  im  19»  die  Erst  stundt 
in  der  Nacbt. 

H.  M.  zu  Brandenbui^  etc. 
Den  Edlen  ynnd  Ersamen,  ynnsern  lieben,  besondern  N.  ynnd  N., 
den  Gesanndtben  zw  Rö.  Kbey.  Mt.  etc.  yon  denn  Niderösterreicbi- 
scben  Lannden  samentlicb  ynnd  sonnderlich. 

(Bl.  162^.)  Doctoris  Martini  Transyluani  Oratio  ad  Carolum 
Hispaniarum  et  eleetum  Romanorum  Regem,  futurum  Imperatorem, 
Barcbinone.  1519. 

,,Primum  omnium,  Illustrissime  Princeps,  ac  MagnificeRex  Carole, 
Prouinciae  Austriae,  Styriae,  Carinthiae  et  Camiolae,quarum  nos  Ora- 
tores  ad  tuam  Majestatem  agimus ,  salotem  optant  sempitemam  tibi 
tuisque,  tanquam  gloriosissimo  Hispaniarum  et  Neapolis,  tum  et  Jeru- 
salem et  Siciliae  utriusque  Regi,  Ducique  Burgundiae  ac  Austriae, 
felicissimo,  inuictissimo,  oflferentes  se  in  tuae  majestatis  iussa  promp- 
tissimos.  Atque  utinam  in  bonore  (?)  rerum  statu  tua  Sanctissima 
Majestas  nobis  adeunda  fuerit,  nostra  studia,  opera,  ofßcia  offerenda, 
animique  nostri ,  tum  in  Diuum  Maximilianum ,  Optimum  Imperatorem, 
tum  in  tuam  sacratissimam  Maiestatem  (BL  163*,)  declarandi,  ac 
non  tanto,  tam  communi  omnium  luctu.  Quem  si  atre,  si  lugubres 
yestes,  quantus  omnium  pectore  conceptus  est  satis  testari  possent, 
neminem  futurum  crediderim,  qui  bos  nostros  babitus  aut  mirari,  aut 
ridere  yelit.  Quandoquidem  sciunt  tuam  Majestatem  non  latere ,  que- 
madmodum  paulo  antea  magnanimus  Imperator  Maximilianus,^Princeps 
optimus  et  uictoriosissimus,  deque  Republica  Cbristiana  summe  meri- 
tus,  tuae  Maiestatis  fratrisque  Ferdinandi  Principis  ülustrissimi  pater- 
nus  auus,  immo  yero  et  parens,  ita  deo,  cuius  secreta  sunt  consilia, 
destinante,  ex  humanis  cesserit  et  fato  paruerit  suo,  quod  cum  aliae 
Romani  Imperii  Ciyitates  juge  dolere,  et  lachrjrmis  necdum  desinen- 
tibus  defleant,  suis  prouincialibus  maximedeflendum,  nemo  (BL  163\) 
est,  qui  non  facili  coniectura  intelligat.  Crede  igitur,  Princeps  maxime 


1519. 


211 


et  Inuicte  Rex  Carole,  nulluni  a  morie  magnanimi  aui  tui  per  multos 
menses  diem  transiisse,  quo  non  sununo  cum  desiderio  et  anxiis  suBpi- 
riis  immature  mortis  seuitiam  tota  Austria  cum  gemitu  luxerit.  Nam 
dum  yita  manebat,  ea  modern tione  in  Austria  usus  est,  ut  suis  cum 
primis  pacem  et  concordiam,  mox  dignitati  et  maiestati  suae  gloriam 
et  splendorem,  in  Imperii  tractandis  rebus  magnanimis  nunquam  non 
comparauerit  mitis  in  subditos,  clemens  in  poenitentes,  in  omnes  yero 
humanissimus,  iustissimus,  modestissimusque.  Addo,  quod  supra 
omnem  administrande  Justiciae  diligentiam  sne  (?),  maximas  guber- 
nandarum  Prouinciarum  suarum,  ipsiusque  Imperii  Romani,  labores. 
Illud  demum,  (Bl.  16ii\)  .magna  tocius  Christianitatis  expeetatione, 
moUtus  est,  publice  Principiim  Germaniae  Conuentu  indicto,  ut  atrox^ 
ut  nulUs  conditionibus  domabilis  hostis,  immanis  Tburca,  deserere 
Europam,  et  suis  armorum  insultibus  contra  Christianos  tandem  impo- 
nere  modum  fuerit  coactus.  Quae  res  ut  sola  in  causa  est,  ut  prouin- 
ciarum suarum  Austriae  coloni  nunquam  suam  mortem  non  possint 
non  aeerbis  et  magnis  lacbrymis  prosequi.  Dens  optimus  maximus,  in 
cuius  manu  tota  mortalitatis  ratio  est,  frequentissimae  memoriae  mag- 
num  et  Inuictissimum  Maximilianum  Caesarem,  ut  bic  gloria,  ita  alio 
in  seculo  pace  et  perennitate  felicitatis  donare  velit,  quod  unice,  se- 
cundum  Nepotum  suorum  salutem,  tota  Australium  terra  non  inter- 
missis  precibus  erat.  (BL  16 V".)  Habuimus  tamen,  lUustrissime  et 
potentissime  Romanorum  Rex  Carole,  in  tante  nunc  susceptae  calami- 
tatis  molestia,  quod  nobis  semper  ab  intime  merore  et  despondendo, 
ut  sie  dicam,  animo,  animum  reuocarit.  Nam  cum  illum  amissum  seuero 
fato  omnino  uoluerimus  Tiuere,  id  nos  solabatur,  quod  sciebamus, 
magne  stirpis  sue  Nepotes  superesse.  Non  aetate  tantum,  sed  et  vir- 
tute  omnifaria  florentissimos,  et  auitos  Austriae  Principes,  dementia, 
magnanimitate,  modestia,  prudentia  magnificentiaque  ad  unguem  refe- 
rentes.  Quibus  opulentissima  Hispaniarum  Regna  uel  seorsum  moueri 
illicique  poterant,  ut  tuam  Maiestatem  Regia  sede  et  apice  Domini  sui 
dignarentur.  Verum  enim  est,  quod  sapientes  tradidere,  illustrem 
indolem  maximarum  uirtutom  indicem  esse.  (BL  165'.)  Quapropter 
maxima  spe  rapimur,  futurum  aliquando,  ut  Maiestas  tua  in  Turcas, 
maxime  Prouintiae  Austriae  formidabiles  bestes ,  ea  arma  conuertas, 
quae  tibi,  ceu  beredi  rirtutum,  diuus  Caesar  Haximilianus  tractanda 
reliquit.  Quis  ambiget,  singulari  quodam  fato  factum ,  ut  tanta  moles, 
tarn  perpetuus  labor  in  eos  annos,  in  eas  yires  incumberet,  quibus  non 

14* 


2 I 2  1519. 

adeo  magno  sudore  sustineri  possit?  Denique  ea  est  tocius  Cbristiani- 
tatis  de  tua  Majestate  spes,  super  quod  tot  clarissima  et  florentissima 
Regna  te  sibi,  ambabus  quod  aiunt  manibus,  Regem  suseeperunt  Ro- 
man! Imperii,  quo  Christianae  Reipublieae  incolumitas  fulta  esse  non 
immerito  existimari  potest.  Huius,  inquam,  habenae  tuae  saeratissimae 
Maiestati  traetande  (Bl.  16S^,)  eommissae  sunt!  Quod  equidem 
yerbis  consequi  nulio  paeto  queam,  quo  gaudio,  quanta  laetieia  nos, 
tuarum  prouinciarum  Incolas,  expleuerit,  quum  nos  earundem  nomine 
non  solum  tuae  Maiestati,  uerumetiamrniuersae  Reipublieae  Christianae 
gratulemur,  et  iuste  quidem  gaudemus.  Nam  Maiestatem  tuam,  una  cum 
iliustrissimo  principe  domino  Ferdinando-,  pro  ueris  nostris  et  cum 
natura,  tum  etiam  Dei  prouidentia  nobis  destinatis  Principibus  domi- 
nisque  agnoscimus,  recipimus  et  exosculamur !  Imo,  ut  nostri  sitis, 
certatim  omnes  contendimus,  nostro  Oratorio  munere  ea  maxima  causa 
ad  tuam  Maiestatem  ordinato.  Cumque  constet,  omnes  nostros  pro- 
yinciarum  Austriae  cultores  optimis,  clementibus,  justissimisque  et 
generosissimis  Principibus  suis  omni  loco,  omni  tempore,  (BL  166"^.) 
ad  singulos  etiam  nutus,  non  rerum  tantum  suarum  dispendio,  yerum 
etiam  yitae  et  partim  periculo  et  sanguinis  fusi  exemplis  promtissime 
affuisse,  conandum  erit  nobis,  ut  posteritatis  syncero  testimonio  in 
tua  Haiestate  colenda,  in  fratre  Ferdinando,  Principe  nostro  iliustris- 
simo, tractando,  omni  tempore,  studio,  oflGcio,  obseruantia  nostra  ante- 
cessores  nostros  non  aequasse  solum ,  sed  superasse  merito  ludicari 
possimus.  Cum  firma  iam  apud  omnes  sit  sententia,  nil  esse,  quod 
yestri  causa  subituri  non  simus.  Tanta  illa  nobis  faelicitas  eyeniat, 
ut  in  terris  nostris ,  imo  verum  yestris ,  utrumque  haberemus  regna- 
torem,  quod  incredibili  desiderio  ab  omnibus  expetitur!  Quod  si,  ut 
speramus,  fieri  non  dubium  est,  in  incrementum,  ornamentum  et  salo- 
tem,  non  prouinciarum  solum  Austriae  et  Regnorum,  (BL  166^.)  que 
tuae  Maiestati  subsunt,  yerum  etiam  Christianitati  uniyersae  futurum 
esse.  Eam  ob  rem ,  Princeps  felicissime  et  magnanime  Rex  Carole, 
non  temere,  ut  ante  quoque  indicabam,  prouincialium  tuorum  id  supre- 
mum  desiderium  est,  ut  utrumque  yideant  Principem,  Carolum  inquam 
illum  et  Ferdinandum,  Principes  suos,  et,  si  pro  affectu  rationem 
dicere  liceat,  suissimos,  quos  nusquam  gentium  esse  malint,  quam 
apud  se,ut,  quanta  omnium  expectatio,  quod  officium,  quae  obseruantia 
foret,  coram  liceat  experiri;  aut,  si  ea  ipsis  beatitudo  ex  sententia 
contingere  non  potest,  saltem  alterum  excipere  et  coram  yenerari 


1519.  213 

liceai  Qaod  fiet  quando  rebus  omnibus  fraterne  coinpositis»  Hispaniae 
Ferdinandus  preficiatur»  res  Austriae  suae  Carole  proyidente;  aut 
(Bl  167\)  Austriacis  regnis  reddatur  Ferdinandus,  maxima 
Hispaniarum  regna  interim  rooderante  Carole.  Vtnim  futurum  sit» 
res  gratissima  et  longe  omnium  utilissima  prouincialibus  foret,  quum 
pro  incredibili  in  suum  sanguinem  amore»  materno  desiderio  rapta» 
utrumque,  orpfaana  iam  facta  Austria,  alere  et  yenerari  malet. 

Talern  yoluntatem  erga  Dlustrissimos  Principes  speramus  pro- 
batam  iri»  cum  a  Maiestate  tua,  tum  etiam  a  Ferdinando  fratre. 
Principe  Illustrissimo  colendissirooque.  Tantum,  maxime  Imperator, 
a  nostris  prouincialibus  mandatum  est,  quod  tuae  serenissimae 
Maiestati  palam  exponeremus.  Quicquid  autem  id  est,  quod  remotis 
arbitris  agendum  erit,  faoc,  ubi  tua  Maiestas  iusserit,  absolue- 
mus.  Dixi."" 


(Bl.  167^')  Edler,  gestrenger,  freundlicfaer  lieber  berr.  Mein 
freundlicb  willig  diennst  sein  Eucfa  zuuor  berait.  leb  bab  Eur 
scbreiben,  mir  yon  Barcelona  aus  getfaon,  yernomen,  ynd  wie  war- 
lich die  Redt,  yon  Eurm  mitgesellen  bescfaeben,  etwas  ynformblicb 
gewesen  ist,  seit  doeb  Ir  oder  die  andern  nit  yermainen,  das  Eucb 
desbalben  sein  Rö.  Kay.  Mt.  etc.  einig  yngnad  zumesse.  Wan  sein 
Mt.  etc.  woll  gedenkben  mag,  das  solcbes  nit  ausser  ganntzer 
Lanndtscbaffl  beuelcb ,  sonnder  aus  Unerfarenbait  der  person 
(geschehen).  Demnacb  nit  not  ist,  das  Ir  Eucb  dieselb  so  gros- 
licb  zu  bertzen  nemen  sollt  Nicbts  dest  minder  bab  Ich  Eur  endt- 
scbuldigung  meinem  herrn  yon  Cbieuers  antzaigt,  ynd  bat  darob 
ein  genedig  gefallen  gehabt.  (BL  IßS'.)  Ist  der  sach  wol  yon 
Eucb  zu  friden.  Weiter,  so  yermain  Ich,  muget  wol  gehen  Mons- 
serat,  ynnser  firawen  baimbsuchen,  wan  Khunig.  Mt.  wierdt  Euch 
noch  nit,  inderthalben  yier  oder  fünff  tag,  eruordern.  Ynd  biemit 
was  Eucb  lieb  ynnd  diennst.  Datum  zu  Holin  de  Re,  am  13.  No* 
uembris.  Als  Ir  geen  Monsserat  reyt,  mugt  im  durchreytten  mein 
gasst  sein,  ynd  yerguet  haben,   was  wir  hie  yberkbumen  mugen, 

Ewer  williger  Joann  Hannardt. 

Dem  Edlen  ynnd  gestrengen  herrn,  herrn  Sigmunden  yon  Her- 
berstain,  des  Fürstentbumbs  Steyr  potschaflft  etc. 


214  im. 

(BL  168^.)  Caesaris  responsum  Oratoribus  Inferiorum  Prouin- 
ciarum  Austriae.  Circa  expeditionem  Dratoruin,  a  Prouinciis  inferioris 
Austriae  transmissorum,  Maiestas  Caesarea  et  Catfaolica,  suo  ac  Sere- 
nissimi Ferdinand!  fratris  eins  nomine,  sub  quorum  Dominio  huiosmodi 
Prouinciae  sunt  constitutae,  super  omnibus  et  singulis  per  ipsos  Ora- 
tores,  tum  yerbo,  tum  seripto  exhibitis  ac  propositis,  ita  respondendum 
decreuit,  prout  sequitur: 

In  primis,  quod  sua  Maiestas,  tamquam  Dominus  gratiosissimus» 
gratum  faabuit  et  acceptum  aduentum  ipsorum  Oratorom ,  et  eos  yelut 
charissimos  et  fideles  subditos  suos  libenter  yidit,  prout  etiam  in  eorum 
primo  adyentu. 

Secundo,  quod  sua  Maiestas  plene  informata  fuit  de  omnibus 
scripturis  et  ordinationibus  ac  instructionibus  per  eos  exfaibitis.  Ex 
quibus  clare  (Bl.  169*.)  ostenditur,  quicquid  per  easdem  pronineias 
post  Diui  Caesaris  obitum  decretum,  statutum  seu  ordinatum  fuerit, 
ut  ipsae  Prouinciae  usque  ad  adyentom  Dominorum  suorum,  seu 
alteruis  eorum,  in  bona  pace,  quiete  et  tranquiilitate  tute  conseruari 
possent.  Et  licet  non  ambigat  sua  Maiestas,  baec  omnia  ad  bonos 
fines  et  bono  zelo  gesta,  eaque  sie  per  eos  fuisse  tentata,  ipsa  uera 
fidelitate,  synceritate  et  obseruantia ,  quam  semper  ad  suos  Dominos 
habere  consueuerunt  ipsi  subditi,  tanquam  cupientes  ipsorum  Domi- 
norum commodum  et  augmentum,  ac  earundem  prouinciarum  securi- 
tatem,  ita  ut  ipsa  Maiestas  Cesarea  buiusmodi  gesta  in  meliorem 
partem  summenda  censeat:  sanctius  tamen  putasset,  si  ad  redditus, 
prouentus,  juris^S/.  i69\^dictionem,  superioritatem,  aliaque  Jura 
Regalia,  ad  eorum  Principes  et  Dominos  pertinentia,  iis  inconsultis, 
nequaquam  manus  apposuissent,  nee  formam  Regiminis,  a  quondam 
Maiestate  Caesarea  felicis  memoriae  constituti,  ac  eins  testamento 
approbati,  propria  quorumdam  ex  eis  authoritate  immutassent  Quan- 
doquidefn  etiam,  si  quid  reprefaensione ,  seu  punitione  dignum  in  ali- 
quos  ipsius  Regiminis  Consiliarios  deprehensum  dicatur,  nemini  con- 
gruebat,  sibi  ipsi  Jus  dicere,  sed  ad  superiores  prius  recurrendum 
fuisse.  Priusquam  erat  consulenda  Majestas  ipsa  Caesarea  et  Catho- 
lica,  una  cum  fratre,  pro  oportuno  remedio,  qui  debitum  praesidium 
malorum  auersioni  praebuissent.  Confisa  (BL  HO*".)  nihilominus 
sua  Maiestas  de  ipsorum  subditorum  fidelitate,  nil  ex  buiusmodi  gestis 
eorum  prius  damnandum  seu  retractandum  censuit,  quam  plene  eorum 
excusationes  audierit.  Verum  huius  rei  disceptationem  in  aliud  tempus. 


1519.  215 

et  usque  ad  ipsius  Maiestatis  aduentum  suspendendum  seu  differendum 
decreuit»  tunc  factura,  quod  bono  Regimini  et  tranquillitati  ipsarum 
prouineiaram  conuenire  videbitur. 

TertiOy  cum  sua  Haiestas,  eiusque  serenissimas  frater  Ferdinan- 
dus,  aliis  urgentioribus  negotiis  praepediti,  non  potuerint  usquequaque 
huiusmodi  prooincias  suas  Austriae  yisitare,  nee  adhuc  Maiestas  ipsa 
tam  cito,  ad  ipsas  prouincias  proficisci  valeat,  nee  eo  quo  cuperet 
affectu  ipsarum  prouinciarum  Regimini  (Bl.  170^.)  intendere,  mini- 
meque  nideatur,  homagium  ae  iuramentum  fidelitatis,  a  subditis  omni 
iure  praest^ndum »  diutius  diiTerri  debere ,  data  est  potestas »  parte 
suae  Maiestatis  et  serenissimi  fratris»  nonnuliis  Prineipibus  ac  sum- 
mae  autboritatis  viris,  qui,  durante  suae  Maiestatis  absentia,  usque  ad 
ipsum  aduentum  supremum  obtineant  gubernium  omnium  prouinciarum 
suarum,  ab  omnibusque  subditis  dicto  nomine  faomagium  ac  fidelitatis 
juramentum  exigant  et  recipiant,  et  ipsarum  Prouinciarum  quieti  et 
seeuritati,  ac  bono  regimini  oportune  consulant  et  prouideant,  usque 
ad  iam  dictum  suae  Maiestatis  aduentum,  qui»  altissimo  fauente,  in 
vere  proxime  futurus  est. 

Quarte  Maiestas  sua  eisdem  oratoribus  (BL  11 V.)  gratam 
lieentiam  ad  patriam  redeundi  concedendam  censuit,  ut  cum  suae 
Maiestatis  gratia  et  benignitate,  unusquisque  ipsorum  in  suam  pro- 
uittciam,  yaleat  remeare,  referendo  bis,  a  quibus  missi  sunt »  eiusdem 
Maiestatis  mentem  et  propositum,  ita  se  ipsos  ac  alios  omnes  dispo- 
nendo,  ut  buiusmodi  supremo  gubernio ,  per  suam  Maiestatem  et  fra- 
trem  ordinato  ac  instituto ,  fidelitatis  iuramentum  simul  et  bomagium 
solito  möre  praestent,  ac  eidem  gubernio  usque  ad  aduentum  suae 
Maiestatis  pareant  et  obediant,  et  quicquid  per  eos  decretum  fuerit» 
buiusmodi  absentia  durante  impleant  et  obseruent;  iis  etiam  signifi- 
cando»  quod  Maiestas  sua  intendit,  reciproce  ipsorum  subditorum  pri- 
uilegia,  libertates  et  immunitates  (BL  17  V.)  per  ipsum  summum 
gubernium  obseruari,  ac  nomine  suae  Maiestatis  ac  fratris  confirmari, 
in  yim  potestatis,  eis  ad  id  attributae,  prout  etiam  ipsamet  Maiestas 
in  suo  proximo  adrentu  confirmabit  et  approbabit ,  curabitque  interim 
cum  yicinis  ipsarum  prouinciarum  pacem  habere,  ac  ipsas  patrias  in 
pace  et  tranquillitate  firmare.  Et  si  quispiam  in  ipsas  patrias  inuasio- 
nem  faceret,  aut  bellum  moueret,  omnem  praestabit  operam  sua 
Maiestas,  ut  eisdem  subditis  pro  eorum  tutela  debitae  praestentur 
suppetiae.    Quicquid  etiam  minus  recte  in  ipsis  prouinciis  gestum 


216  JM9. 

fuerit,  eadem  Maiestas  in  dicto  eius  aduentu  bono  eonsilio  refonnabit, 
ac  commodo  et  utilitati  ipsarum  prouinciarum  optime  consulet,  sub- 
ditos  (Bl.  172*^.)  sua  'dulci  praesentia  consolando,  eaque  omnia  eis 
exhibendo,  quae  cuiquam  optimo  Principi  eonuenire  noscuntur. 

Quinto  et  ultimo »  cum  iam  Locumtenentes ,  Regentes  et  consi- 
liarii  suae  Maiestatis,  qui  ad  ipsum  supremum  gubernium  ipsarum 
Prouinciarum  sunt  destinati,  sint  in  procinctu,  dictas  prouincias  uisi- 
tandi,  iuramentaque  fidelitatis  recipiendi,  ac  alia,  quae  bono  regimini 
et  tranquillitati  conueniunt,  disponendi,  iuxta  formam  potestatis  eis 
attributae;  et  quoniam  non  possunt  ipsi,  Oratores,  ob  longam  locorum 
distantiam,  ibidem  in  tempore  adesse,  ac  praemissa,  ut  decet,  referre, 
eisdemque  Locumtenentibus ,  Regentibus  et  Consiliaris  dicti  supremi 
gubernii  assistere»  (Bl.  172^.)  cupit  et  mandat  Maiestas  sua,  qua- 
tenus  ipsi  Oratores ,  pro  eo  fidelitatis  debito ,  quo  eidem  Maiestati 
obstringuntur,  ex  nunc  per  Postas  hane  suae  Maiestatis  responsionem 
transmittant,  suisque  litteris  eiusdem  Maiestatis  meutern  significent, 
Eaque  omnia  de  eius  certa  scientia  meraque  et  deiiberata  yoluntate 
procedere,  Eisdem  literis  borlantes  eos ,  a  quibus  missi  sunt,  quate- 
nus  ipsi  supremo  Regimini ,  nomine  eiusdem  Caesareae  et  Catbolicae 
Majestatis  ac  serenissimi  fratris  sui,  Principum  et  Dominorum  suorum, 
assistant;  faueant  et  pareant,  ac  eorum  nomine  et  in  yim  potestatis 
eis  concessae  homagium  ac  fidelitatis  iuramentum  exhibeant  et 
praestent^  ac  alia  exequantur,  quae  per  dictos  Commissarios  eisdem 
iniuncta  {ue(Bl.  173\)v\nU  pro  bono  ipsarum  prouinciarum  Regimine, 
quiete  et  tranquillitate,  et  prout  eadem  Maiestas  in  ipsorum  oratorum 
fide  ac  legalitate  confidit,  quibus  etiam  pro  ipsius  fidelitatis  merito 
Maiestas  ipsa  et  serenissilnus  Ferdinandus  frater  semper  se  gratiosos 
Dominos  exhibere  curabunt  etc. 


(BL  173''.)  Carolus  etc.  Erwirdigen,  Ersamen,  Geistlichen, 
Andechtigen,  Edlen  ynd  lieben  getreuen.  Vnser  getrew  lieben  Sig- 
mundt  von  Herberstain,  Ritter,  vnd  Johan  Hoflinan,  Euer  Gesandten, 
sein  sambt  andern  vnserer  Nid  erösterreichischen  FQrstentbumb  ynd 
Lannde  botschafflen  zu  ynns  khomen,  EurCredenntzbriefyberantwort, 
ynd  in  deren  khraflft  die  Lanndts  Ordnungen,  so  Ir  nach  absterben 
des  Allerdurchieuchtigisten  Fürsten ,  Herrn  Maximilian  Erwö.  R5m. 
Khey.  etc.,  ynnsers  lieben  herrn  ynd  anherm,  aufgerichtyndgmacht; 


i»l9.  217 

auch  weiter  Ir  werbuDg  ynd  ander  furbringen  anzaigt.  Vnd  nachdem 
Sf  Yon  Enr,  des  Fürstenthambs  Steyr,  wegen,  als  ynserm  loblichen 
hauss  Österreich  zuegeordennt,  daaon  wir  vnsern  raterlichen  ynd 
n9itaT(BL  IT^f'.^lichen  Stammen  bringen,  getreuen  mnderthanen 
erschinen  sein,  haben  wir  sy  geren  gesehen,  mit  freiden  emphangen, 
vnnd  mit  sonnderm  yleiss  ynd  embsigkheit  genedigclich  yernomen. 
Auch  Inen  darauf,  ynd  nemlich  wie  es  hinfUran  in  dem  FQrstenthumb 
Steyr  ?nd  anndem  ynsem  österreichischen  Lannden  biss  auf  ynnser 
persöndlicb  zukhunffl ,  -die  dann  mit  hilff  de»  almechtigen  gar  khurz- 
lich  sein  wirdt,  gehalten  werden  soll,  genedige  anndtwort  ynd  be- 
schaidt  geben,  wie  Ir  yon  Inen  yernemben  werdt.  Begeren  darauf  an 
Euch  mit  yleiss,  ernnstlich  beuelhendt,  Ir  wellet  yorgenanten  Eurn 
Gesanndten  irs  antzaigen  auf  ditzmal  glauben  geben,  ynsern  beuelch 
yoltziehen  ynd  nachkhomen,  ynd  Euch  des  gar  nit  widern  noch  setzen, 
sonnder  in  dem  nind  allen  (Bl.  i74^)  andern  filrfallenden  sachen 
guetwillig,  gehorsamblich  ertzaigen  ynd  beweisen ,  als  wir  ynns  des 
ynd  alles  guetten  zu  Euch  yngezweiuelt  yersehen.  So  wellen  wir  ynd 
der  durchleuchtig  FQrst  Herr  Ferdinandt,  Infenndt  zu  Hispanien,  Ertz- 
hertzog  in  Österreich  etc.  ynnser  freundlicher  lieber  brueder,  her- 
widerumb  Euch  alwegen  sanentlich  ynnd  Jeden  insonnderhayt,  alls 
ynnser  lieb  ynnd  -getrew  ynderthanen ,  in  genedigen  beuelch  haben, 
desselben  ynsers  FOrstenthumbs  ynd  Lanndes  Regierung,  zu  handt- 
habung  fryden  ynd  rechtens,  «deiTDassen  ordnen  ynd  bestellen,  auch 
sonnst  ob  Ehch  halten,  schützen  ynd  schirmen ,  damit  Ir  ain  ruebig 
leben  fueren ,  ynd  yon  menigclich  ynbeschwerdt  ynd  ynbeschediget 
beleiben  sollet.  Daran  thuet  Ir  ynnser  emnstliche  may-^B/.  17 5\) 
nung.  Geben  zu  Molin  de  Re,  am  sibentzehennden  tag  des  Monats 
Decembris,  anno  doroini  im  fQnffzehenhundert  ynnd  neuntzehennden, 
ynnserer  Reich  des  Römischen  im  Ersten,  ynnd  der  anndem  aller  im 
yierdten  Jaren. 

Ann  die  Stenndt  des  Fürstenthumb  Steyr  etc. 


(BL  115^,)  Carolus,  Diyina  fauente  dementia  electus  Roma- 
norum Rex,  futurus  Imperator,  semper  Augustus,  ac  Hispaniarum, 
utriusque  Siciliae  et  Hierusalem  etc.  Rex,  Archidux  Austriae  etc. 
Serenissimo  ac  Potentissimo  Principi,  Domino,  Francisco  Regi 
Franciae  etc.,  fratri  nostro  clarissimo,  salutero  et  fraterni  amoris 


218  1519. 

continuum  increroentom;  ac  uniTersis  et  singulis  Principibus»  eccle- 
siastieis  et  secularibus,  Archiepiscopis,  Episcopis,  Ducibus,  Marchio- 
nibus»  Comitibus,  Baronibos,  Capitaneis  Urbium  et  Arcium  Praefectu» 
Gubernatoribus  et  Yicedominis,  Judieibus,  Rectoribus,  Burgmagistris, 
Consulibus»  Ciuibus  et  aliis  quibuseonque  Officialibus,  et  nobis  ac 
sacro  Imperio  mediate  yel  immediate,  ac  quaeunque  ratione  subditis 
et  fidelibus,  dilectis,  cuiuscunque  Status  gradus  et  dignitatis  (Bl.  1 76' J 
existant,  ad  quos  presentes  peryenerint,  gratiam  nostram  cesaream 
et  omne  bonum.  Cum  inpresentiarum  Germaniam  reuertantur  fideles 
nobis. dilecti:  Sigismundus  de  Herberstain,  Eques  aureae  militiae»  et 
Joannes  Hoff  man ,  Oratores  Ducatus  nostri  Styriae ;  et  Ulis  cupiamus 
iter  tutum  et  securum  ubique  patere,  rogamus  Serenita tem  Vestram 
et  Yos  suprascriptos  hortamur  omnes,  subditis  vero  distriete  preci* 
piendo  mandamus,  quatenus,  sub  poena  indignationis  nostrae  et  aliis, 
arbitrio  nostroimponendis,  predictos  Oratores  die  noetuque  tute,  libere 
et  secure  per  omnia  et  quaecuoque  loca  terrestria  et  aquatiea  cum 
equis,  mulis  onerariis  et  pecuniis  et  aliis  rebus  suis  omnibus ,  absque 
alicuius  oneris  realis  yel  personaIisCtmpotthone)ire,  redire,  stare  et 
morari  permittatis  et  ab  aliis  permitti  faciatis,  (Bl.  176^.)  facturi 
in  eo  nobis  rem  gratam ,  subditi  vero  nostri  in  eo  expressam  yolun- 
tatem  nostram  executuri.  Harum  testimonio  literarum,  mi^nu  nostra 
subscriptarum  et  sigilli  nostri  a  tergo  manimine  roboratarum.  Datum 
(in)  Molendino  Regio,  die  xyii  Mensis  Decembris,  anno  Domini  Hille- 
simo  Quingentesime  Decimo  nono,  Regnorum  nostrorum  Romani,  ac 
Electionis  Imperii  primo,  aliorum  yero  omnium  Quarte. 

Ad  mandatum  Caesareae  et 
Carolus  m.  p.  Catholicae  Maiestatis  proprium : 

Joann.  Hannardt  m.  p. 

(BL  177*.^  Zug  aus  Hispanien. 

19.  Dec.  Am  Neunzehennden  Deeember  zogen  wir  aus  zw  Martorell,  ain 

flegkben  ligt  bey  ainer  Teutschen  meill  für  Molin  de  Re  hinaus ,  da 
wir  die  zeyt  her  gelegen  sein.  Khamen  geen  Roekha  ^  sechs  meil, 


^)  Lo  Raco,  etwas  nordöstlich  von  Martore!  an  der  Poststrasse,  welche  m 
einiger  Entfernung  von  der  Meereskfiste  nach  Norden  führt.  Die  n&chsten 
beiden  Orte  heissen  jetzt  St.  Seloni  und  Ostalrich ,  zwei  Poststationen ; 
Gerona  liegt  am  Flosse  Ter,  nördlich  ron  Ostalrich. 


1519.  21» 

Salsalona  vier  meill,  Castelrickb  zwo  meill  ynd  io  die  Stat  Gerona» 
lateiniseh  Gerundia.  Daselbstn  khamb  der  Patron,  der  ynns  vber  m5er 
gefuert  bette,  Ynnd  Tordert  des,  so  er  zw  ringerang  des  Scbiffs  aus 
bat  werffen  lassen,  das  Ime  dann  Ir  etlieb  ynnd  die  maisten  haben 
bewilligt  zu  bezallen.  Zw  dem  so  bat  Er  Ir  ettlieben  fuetter  auff  lere 
phärdt,  so  man  ybergefiiert,  gelihen.  Der  yon  Eytzing  ynnd  Doctor 
gaben  dem  guete  wort,  zw  Hitternacbt  raisten  sy  binwegkb.  Mor- 
gens frue  kbamb  der  Patron  zw  ynns,  beclagt  sieb  des.  leb  sagt: 
„bete  Ime  niebts  zuegesagt,  so  bet  Er  mir  niebts  geliben.*  Gienng 
also  mit  gaetem  willen  yon  ynns  hin.  Alls  wir  desselben  morgenns 
yon  Gerona  (Bl.  IIT.)  yerruckbten,  auffain  halbe  meill  an  ainer 
stainen  pruggen,  fannden  wir  berrn  Hannsen  yon  Starbenberg  zwi- 
seben  yill  Leuten,  die  mit  Irer  w5r  da  warn.  Hiellten  den  auff  yon 
geriebts  wegen.  Ich  wollt  mich  sein  nit  annemen,  sy  Hessen  mich 
auch  vngeirrt  reiten.  Die  anndem  aber  redten  souil  mit  denen,  das 
sy  auch  den  yon  Starbenberg  Hessen,  ynnd  stellten  die  sacben  auff 
das  nacbtleger.  Zu  Vogaros  *),  ain  kblains  Stfttle,  beliben  wir  yber 
Nacht.  Dabin  khamen  auch  yiertzig  pbftrdt,  die  hertzog  Fridericb 
Phaltzgraf ,  der  das  Decret  der  bewUligung  des  Römischen  Kbunigs 
detn  Khaiser  brachte,  wider  zw  ruckb  schickbte.  Am  morgenns  wollt 
man  die  Stattbor  nit  öilhen  ynnd  sagten:  „der  Patron  bette  ynns  yer- 
boten.**  Wir  warn  in  zwayen  berbergen.  Die  Kharnerischen  wollten, 
wir  soUtcfn  zusamen  kbomen,  yon  sacben  zu  reden,  sagt:  „Ich  bette 
khain  banndlung,  darumb  Ich  Rats  bederffte.  Wer  meines  Rats  he* 
dorflfl,  der  wurde  woU  zw  mir  kbomen.*'  Also  khamen  die  österrei- 
chischen in  ynnser  berberg,  do  niembt  khain  rat  wisste,  wie  d^n  zw 
tbun  war.  Schickht  Ich  zw  dem  Richter  (BL  178^.)  mit  anzaigen: 
„wir  wftrn  des  Römischen  ynnd  Hispanischen  Kbünigs  poten,  begerten 
das  Er  mit  ettlieben  seinen  Ratsfreunden  ynnd  Irem  Notary,  das  ist 
der  Statschreiber,  zw  ynns  kblUne.^  Das  geschach.  Also  sprach  Ich 
Ine  an :  „warumb  Er  ynns,  alls  khünigdiche  Poten ,  thörste  mit  soli- 
chen  schannden  yersperrt  hallten?^  Dargegen  sprach  er:  „Ich  bin 
hie  Khunig.*'  Darüber  Enntdeckht  Ich  mein  haubt,  puckht  mich  gegen 
Ime,  ynnd  sprach  :  y,So  seystu  Khunig  gegruesst!",  ynnd  sprach  dem 
Notary  zue,  bey  sein  ambtsphlichten ,  das  er  mir  ain  öder  mer 


^)  Wohl  Figueras,  swei  Poststationen  nördlich  von  Gerona. 


220  1519. 

Instrument  machte  ynnd  bezeugte»  das  sich  der  ain  Khflnig  offennli- 
chen  genennt  hette.  Vnnd  namb  den  Khunigclichen  Passbrieff  aus  dem 
Puesen,  ynd  liess  den  offennlichen  verlesen,  dann  so  sprich  ich:  „In 
craift  des  beuelchs,  so  gebiett  Ich  dier»  bey  yerlierung  deines  leibs 
vnnd  gnets,  das  du  demselben  gehorsamb  thuest,  ynnd  nit  weitter 
aufhaltest  !**  Palld  gienngn  die  zusamen  ynnd  erschrackhen  darob» 
hatten :  „ym  gottes  willen,  weill  sy  armb  leuth  wären ,  betten  khain 
Doctor  bey  sich,  wir  sollen  Ir  ain  fallt  ansehen  ynnd  in  gottes  namen 
(Bl.  nS^.)  hinziehen.  So  wir  geen  Parpinian  khftmen,  da  warn  yiU 
Doctores,  do  wurde  man  wissen  was  zu  thun  sey.**  Damit  erledigt 
Ich  die  leuth. 

Da  zw  Yogaros  soll  sich  anfahen  Russilian.  Von  dann  zwo 
meill  ist  lunckhera  ynnd  drey  meill  geen  Bolen  9 »  das  alles  ligt  in 
Russilian. 

Vnnser  ettlich  yerriten  ynns  in  ein  Stat  auff  die  recht  hanndt» 
24.  Dec.  haist  Elna  *),  darinn  ain  Bistumb.  Da  warn  wir  am  heilligen  weinacht 
abennt  khomen  ynnd  geen  Metten  ganngen.  Da  ist  der  brauch,  wann 
ainer  gespümder  in  die  khirchen  geet,  so  lauffen  die  Puebm  zue  ynnd 
gürten  dem  die  Sporn  ab,  alls  dem  Doctor  geschach. 
Pipioitn.  (H.)  ^m  Weihnachttag  ritten  wir  geen  Parpinian.  Den  nächsten  tag 

'  darnach  muesten  wir  wider  Ar  recht  mit  dem  patron.  Die  yon  der 
Stat  schickhten  ansechliche  ynnd  wolgeschiekhte  auss  Irem  mittl, 
bittenndt:  „nit  f&r  ybl  zu  haben,  dann  ir  freyhaiten  wären  also,  das 
sy  dem  Khünig  sein  guet  aufhiellten,  wo  yemanndts  yrob  schulden 
clagte.  Wir  sollen  ynns  nit  beschwärn,  Air  sy  zu  khumen''.  Das  thetten 
wir  ynnd  warden  Ich  sambt  Doctor  (BL  179''.)  Sibenbflrger  erbetten 
auflfdie  Stat,  da  sy  gemainclich  das  Recht  hallten,  zu  khumen.  Da 
setzten  sy  ynns  am  höchsten.  War  ymb  liechtzeyt  zw  abennt  Wir 
warn  ledig  alls  die  Gesanndten.  Wollt  Er  ynns  sprach  nit  erlassen. 
«Möcht  die  bey  ynnserm  ordenlichen  gericht  ersuechen.^  „Im 
geschach  doch  nit  aller  sachen  recht  Er  hette  auch  was  darge- 
lihen,  blib  auch  ynbezallt.^  Am  wider  haimb  geen  spricht:  „Er  hette 
sich  des  yber  die  gehabt  freundtschaffl  gegen  mir  nit  yersehen.** 


^)  Die  Poststation  La  Jungnera  diesseits  der  PyrenSen,  Bouloo,  erste  Post- 
station jenseits  derselben. 
*)  D.  i.  Eine,  nahe  am  Flösse  la  Tech. 


1510—1520.  221 

Darwider  sagt  Ime:  „Ich  bette  mieh  yill  minder  des  zw  im  versehen, 
das  Er  mich  gleich  mit  den  anndern  zw  Yogaros  yerboten  ynnd  jetzo 
jn  Recht  haissen  khomen»  so  Ich  Ime  doch  nie  nichts  schuldig  worden, 
noch  yerhaissen,  ynnd  mich  jeder  zeyt  erboten,  on  alles  rechtnen  mit 
Ime  zu  uergleichen.  Wo  Er  yermaint,  das  Ich  Ime  schuldig  wäre,  het 
Er  mich  yon  den  anndern  ausgesundert,  so  het  Ich  nit  yrsach  gehabt, 
wider  Ine  zu  hanndlen.  Die  sachen  wfiren  Ime  dermassen  gewisslichen 
nit  eruolgt.*^ 

Damach  zogen  wir  geen  Salsass,  das  yesste  Schloss  an  der 
gränitzen,  das  man  ynns  inwendig  ynnd  auswendig  allenthalben  durch- 
sehen liess. 

(Bl.  179\)  Frannckhreich. 

Lanngedockh. 

Darnach  khamen  wir  in  Frannckhreich  geen  Narbona,  ain  woll 
yestes  Stätle.  Da  klaidtn  wir  ynnss,  dann  ynnsere  dienner  betten  an 
der  Raiss  ynnd  sonnderlich  in  Schiffen  ire  Claider  gar  abtragen. 

1520. 

Am  ersten  January  zugen  wir  yon  Narbona.   Fuern  yber  ain  i.JSmier. 
Wasser,  Andy  genannt,   ynnd  dann  geen  Posiess  9  ^in  ^^^^  *  ^^' 
meUI.  Aber  yber  ain  wasser,  Eraw,  ynnd  geen  Lupian  *)  yier,  geen 
Honpolier  fönff ,  geen  Juns  acht  ») ,.  geen  Ayinian  yber  den  Khanen  Jom  wirdi  Nj- 
oder  Rhodanum,  gehört  dem  Babst  zue,  siben ;  geen  Carpentras  yier,  "**•  ?«>«iit  (h.) 
geen  Malcena  ^)  drey.  Damach  yber  ain  wasser,  hat  ain  seer  hohe 
Pmgkh  ^),  zwo  meill.    Daselbstn  soll  sich  das  Delphinat  anfahen. 
Ynnd  dann  geen  Boes  *)  ain  meill,  durch  yill  selb  gewachsnen  La- 
uenndl.  Dann  wider  yber  ain  hohen  Perg  mit  Lauenndl  geen  Fopera, 
sechs  meill,  geen  Tolar  sechs  meill,  geen  Zorses  yier  meil,  geen 


^)  Über  die  Aude  nach  Beziers. 

*)  D.  i.  fiber  den  Fluss  Herault  nach  Lonpian,  einem  Flecken  nftchst  der  Post- 

atation  Mese,  3  Posten  sfidwestlich  ron  Montpellier. 
•)  Nimes. 

*)  Malaucenne,  nördlich  von  Carpentras. 
^)  Wahrscheinlich  über  die  Onyese. 
*)  LeBuis. 


_J 


222 


1520. 


Ambron  Tier  meill,  ain  Bistumb  Eberden,  geen  Brianzon  sechs  meSll, 
an  den  Perg  mons  geneuer  *)• 

14.  jsoner.  Am  TJerzehennden  ain  meill  in  das  dorff»  da  die  Paurn  mit 

khlainen  Scblitlein  geriebt  sein»  die  Leuth  oder  herrn  yber  die  gross 
böcb  ynnd  stiekhel  abzufuern. 

Ainer  zeuebt  den  Strickb  oder  Scbliten ,  der  annder  steet  zwi- 
schen Khueffen,  die  Ime  gar  ynnder  die  yecbsen  geen»  der  dritt  hellt 
den  Scbliten  binden  an  ynnd  farn  gerad  ab»  alls  ab  ainem  Stickbein  *) 
dach. 

.Sonnst  geet  der  weeg  der  stickbl  halben  hin  ynnd  wider»  das 
man  lanngsam  hinabkhumbt»  sein  dann  zwo  meill  geen  sanndt 
Susanna  »).  (Bl.  180''.) 

15.  Jinner.  Am  funffzcbenden  in  des  bertzogen  yon  Sopboy  Lanndt,  in  ain 

Stätl^  Szussa  ^)  genannt»  sechs  meill.  Das  Lannd  nennt  man  Piomont. 
Wellen  nit  walhen  genennt  werden.  Da  khumbt  auch  die  annder 
Strassen  aus  Frannckhenreich  yber  den  Perg  mons  Senif  ^).  darnach 
geen  Viliana  *) ,  ligt  am  mitterspill  zwischen  Maylanndt  ynnd  Genua. 
Darnach  geen  Riuola»  Thurin»  yber  den  Phad  oder  Padum.  Man  zeuebt 
zwischen  zwayer  (BL  180''.)  gepflrg  bintzt  geen  Scbaba  ^).  Das  ain 
geet  nach  der  rechten  banndt  durch  das  ganntz  wälbiscb  Lannd »  das 
annder  lässt  sich  neben  dem  wälhischen  Lannd  ab.  An  der  linckhen 
seitten  yon  Scbaba»  auff  drey  wälbiscb  meill»  ist  Riuola.  Da  taillen 
sich  die  Strassen  nach  Maillannd  ynnd  Genua.  Darnach  yon  Sefaabay 
drey  meil  geen  Ciliana  &),  Sanndt  German  *) »  sibenzeben  wälbiscb 
sarniu  fl.  (H.)  m^iH  Bersce  am  Saruum  das  wasser  <<»).  Hintzther  Sopfadyer  ynnd 
Piemontisch  lannd. 


^)  Die  Orte  bis  an  den  Berg  Mont  Geftivre  bei  Brianzon  heiasen  jetzt:  Orpierre 
am  Flusse  Joyan ;  Tallard  an  der  Durance ;  Chorges  auf  der  Höhe  des  C 
des  Chabriers;  Eiubrun  abermals  an  der  Durance. 

»)  D.  i.  steil.  Schmeller  3,  611. 

')  Cesanne  an  der  Doire. 

^)  Susa,  ebenfalls  an  der  Doire. 

^)  Mont  Cents. 

*)  D.  i.  Ayigliana,  zwischen  Suza  und  Rivoli. 

'')  Chivasso,  nahe  am  Zusammenflusse  des  Orco  und  Po. 

^)  Cigliano,  jenseits  der  Doire,  nordöstlich  yon  ChiTasso. 

')  S.  Germano,  zwischen  Cigliano  und  Yercelli. 
^^)  Kann  nur  Yercelli  an  der  Sesia  gemeint  sein. 


1520.  223 

Am  aiD  ynd  zwaintzigisten  in  Maylännder  gebiet  geen  Nauaria  9»  %i*  ifinner. 
ain  Stat.  Geen  Bulfalor  *),  ynnd  dann  fert  man  am  wasser  geen  May- 
lanndt.  Da  zw  Nauaria  khamen  zw  ynnss  eerliche  personen  in  rnnser 
herberg,  brachten  ain  pollniscben  brieff  mit  sich ,  zw  ainer  yrsach» 
damit  sy  mit  ynns  zw  Red  khftmen.  Fragten :  «ob  yemanndt  wftr,  der 
Inen  den  lesen  khundt?  Ain  freundt  het  den  heraus  geschriben.^ 
Darnach  fragten  sy:  „ob  frid  oder  khrieg  werde?**  Sagt  ich  Inen: 
„es  wftm  zwen  grosmächtig  herrn,  Ir  Jegclicher  bedSchte  des  ann- 
dern  macht,  darumb  tröstetn  wir  mns  des  fridenns.**  Sy  sprachen: 
(BL  181*.)  „ain  grosser  thaill  des  wftlhiscben  Lanndts  war  mit 
mennschen  pluet  begossen,  der  yberig  thaill  muest  auch  begossen 
werden.""  Zw  dem  sagt  Ich:  »wens  Inst,  der  mags  yersuechen.  Wierdt 
seins  gleichens  finden.  **  Dieselb  zeyt  het  der  Franzoss  Maillanndt 
ynnd  dieselb  Stat  innen. 

Am  filnffynndzwaintzigisten  geen  Cassan  *),    zehen  wftlhisch  25.JiDDer. 
meill  an  der  Ada.   Hintzt  beer  ist  es  Maillendisch.  Geen  Cucaia  ^) 
flinff  ynnd  zwaintzig  meill;  f&r  Bressa  zwelff  meill,  ist  Venedigisch. 
Geen  Pontz  a  San  Marco ,  geen  Piskhera  am  Gardsee  »)  flinffzehen 
meill  wälhisch.  Vnnd  auff  die  Ferner  baidt,  geen  Fem  fUnfF  meill  *). 
Ain  mächtige  Stat,  die  Etz  rindt  dardurch.  Da  assen  wir  das  frue- 
malU  ynnd  fürt  geen  Monte  Bello  zwaintzig  meill.  Ettliehe  zugen  nach 
Innsprugg,  Ich  ynnd  annder,  alls  nämblich  Steyrer,  Khärnner  ynnd 
Crainer,  nach  Vincentz,  zehen  meil,  ynnd  Citadel  deBelun.  Am  letzten  31.  Jinner. 
January  yberritten  wir  die  Brenta  ynnd  zugen  geen  Lubodina  ^).  Am 
Ersten  February  geen  KhQniglon,  sechs  meil,  yber  den  Platen  oder    i.Febr. 
Placentz  ')  ynnd  geen  Ciceill  (BL  ISV,)  zehen  meil,  an  der  Lin- 
guentz.  Creen  Spenberg  oder  Spilberg  an  der  Tulment,  zwaintzig 
meil,  f&r  Sanndt  Daniel.    Zwischen   Asoph  ynnd  Clamaun,  durch 
Feischeldorff,  geen  Villach,    zwaintzig  meil  wälhisch.    Am  yierten   4.  Febr. 
erraichten  wir  wider  Khärnndten.  Got  sey  lob  ynnd  Eer  eewigclichen! 


*)  Noyara. 

')  Buffalora,  jenseits  des  Ticino. 

')  CasssDO,  Dordöstlieh  von  Mailand  an  der  Adda. 

^)  Coccaglio  fiber  dem  Oglio,  westlich  yon  Bresoia. 

^)  Ponte  S.  Marco  und  Peschiera. 

')  D.  i.  die  Ebene  um  Verona  und  Verona  selbst 

^)  Lofadina,  iwischen  Treyiso  und  Conegliano. 

^  D.  i.  der  Fluss  Piave. 


224 


1520. 


An  sannd  Anndrestag,  das  ist  der  letzte  Nouembris, 
hiellt  der  KhOnig  Carl  den  hochzeitliehen  tag  seines 
Orden,  des  gülden  Vlies  zw  Molin  de  Re  in  Cathalonia. 

Sein  Maj.  beruefil  alle  Brueder  des  Ordenns  morgenns  zeitlich 
in  Ir  Camer.  Alls  dann  zeyt  was  zw  khirchen ,  gienngen  zwen  ynnd 
zwen  die  Jungern  des  Ordenns  aus  des  KhOnigs  Camer  an  den  platz , 
da  zw  der  Mess  zuegerieht  was.  Dem  KhQnig  was  sein  Stanndt  Eer- 
lich  zuegerieht.  Annder  Stüel  warden  (Bl.  182\)  nach  der  lenng 
zuegerieht.  Zw  nächst  an  Khunig  stuennd  herr  Wilhalbm  von  Croy 
Harggraf  von  Schiefers,  alls  der  Elltiste  des  Ordenns.  Darnach  Don 
Emannel  etc.;  Phaltzgraf  Friderich;  Marggraf  Hanns  yon  Branden- 
burg; Graf  yon  Porsenna;  Don  Carl  von  Lanoy;  Winckhelfal,  Stall- 
maister;  Hertzog  von  Alba;  Don  Contestabel  von  Castilia;  Hertzog 
vonVesero;  Printz  von  Visiran;  Conto  de  Gauer;  de  Vienes;  Adrianus 
de  Croj;  Signor  de  Baray.  Auff  der  anndern  seitten  stunden :  Cardinal 
Ton  Tortosa,  der  nachmalls  Babst  Adrianus  was.  Des  Babsts  Nunetius, 
ain  Ertzbischoff. 

Der  Bischoff  yon  Terra  firma  Sanng  das  Ambt.  Alls  dann  zeyt 
was  zw  dem  Opfern,  Stuenden  alle  Ordenns  Brueder,  auch  der  Car- 
f  dientn.  (H.)  dinal  ynnd  Potschafflt,  aus  Iren  Stüelln,  deuttenf  dem  Khünig  geen 
Opffer.  Dem  Khönig  legt  man  ain  khüss,  darauff  (BL  182\)  er 
khniett.  Legt  sein  Opffer  in  ain  Schössl.  Der  Bischoue  gab  im  die 
Paten  zukhüssen,  ynnd  bestrich  Ime  seine  Augen  damit.  Darnach,  alls 
der  Khünig  in  sein  Stuel  getretten,  Tratten  auch  die  Ordenns  Brfleder 
Jegclicher  in  sein  Stanndt.  So  khumbt  der  Erhalld  9»  beruefft  allmall 
zwen,  die  Elitern.  Die  gienngen  geen  Opffer,  thetten  wie  der  Khönig. 
Nach  denen  aber  zwen,  die  Elltern,  ynnd  allso  nacheinannder  alls  yill 
der  warn. 

Ain  getaufiler  Jud,  wollgelerter  Briester,  thet  die  Predig.  Vnnder 
anndern  sagt  er,  wie  Hertzog  Philips  yon  Burgundy  disen  Orden 
sanndt  Anndres  gestifflt  bette ,  ynnd  Philipp  auff.  Kriechisch  hiesse 
'Streitpar ,  ynnd  Anndreas  'Manndlich  oder  khreffltig.^  Er  yermonndt 
den  Khönig  nicht  nach  der  Eisnen  oder  Silbern  Cron,  sonnder  nuer 
nach  der  golden  Cron,  Das  ist  der  Römischen,  trachten. 


^)  Das  ist  der  Herold. 


im,  22S 

(Bl.  183^.)  Nach  dem  Gotsdiennst  gienng  der  Khunig  wider- 
umb  in  sein  Camer,  Palld  darnach. zw  Tisch.  Da  sassen  die  Ordenns 
Braeder,  wie  die  nach  der  Ordnung  inderkhirchenf  gestannden  f  bey  dermets. 
sein.  Nach  dem  Tisch  gienngen  die  all  znsamen  in  Rat,  was  des  ^"^ 

Ordenns  notdurffl  bdangte  zubetrachten. 

Zw  Vesper  zeyt  gienng  der  Khunig  mit  sein  Ordenns  BrOedem 
widerumb  zw  dem  gotsdiennst  Nach  der  Vesper  hiellt  man  Vigilien 
den  abgestorbnen  Brfiedem. 

Nach  dem  allem  khamb  der  Khunig  an  den  Sali,  da  sein  Maj. 
Yuns  zuuor  gehört  bette,  ynnd  hört  auch  der  ChurfÜrsten  im  Ro.  Reich 
PotschaiR,  Hertzog  Fridrichen  Phalltzgrauen,  herm  Paulsen  yon  Ar- 
mastorff  ynnd  Doctor . . .  .Der  Phaltzgraf  sagt  den  diennst  oder  grues, 
wie  man  spricht,  finincesisch.  Damach  das  ybrig  der  Doctor  Latei- 
nisch. Die  Substanntz  was,  das  sy  das  (Bl.  ISS''.)  decret  (allso  nennt 
man  die  Wall  aines  Romischen  Khunigs  ynnd  khunfftigen  Khaisers) 
der  Ku.  Maj.  bracht  ynnd  yberanntwort. 


Zu  Aragon  in  Hyspanien, 
wan  die  ainen  Khunig  weelen. 
So  spreehn  Sy  zw  demselben : 
^  Wir,  die  so  guet  sein  als  ler,  Brwellen  euch  zw  Khunig,  der  ler 
nit  besser  seydt  dan  wier.**  (H.) 


(Hier  folgt  nach  einem  leeren  Blatte  das  radirte  Bildniss  König  Lud- 
wigs Ton  Ungern  und  Böhmen  in  kreismnder  Form  mit  der  Umschrift: 
Ludorieus  Hung.  et  Bohemtae.  Rex.  Aetatis  Sitae  XX.) 

(Bl.  185',)  Geen  Hungern. 

Desselben  Jars  im  Julio  zw  dem  Khunig  Ludwigen  geen  Hungern 
durch  die  obersten  des  Erwellten  Römischen  KhOnigs  vnnd  khOnff- 
tigen  Khaisers  Comissarien  oder  Regennten  geschickht.  Nachdem  der 
Khunig  in  Behaimb  raisen  wollt,  wichtige  sachen  zuhanndlen,  sambt 
herm  Jan  JJräii,  dahin  dann  des  Khönigs  zw  Polin  PottschalRen  auch 
derhalben  geschickht  warn,  ynnd  hienndlen  da  zw  Prespurg  gar  in 
September.  Wir  betten  auch  in  beuelch,  dem  Khunig  anzuzaigen,  das 
Khönig  Carl  auss  Hispanien  am  Ersten  Juny  im  Niderlanndt  ankho- 
men  was. 

Fontes.  VIII.  15 


226  mo. 

Lanndtagzw  Closterneuburg. 

Im  September  ward  ain  Lanndtag  in  Österreich  geen  Closter 
Neuburg,  auff  Michaelis,  ausgesehriben.  Dahin  warden  Comissarien 
verordennt:  Graf  Sigmundt  von  Hagg,  Kay.  Maj.  (BL  18S^.)  Camer- 
riehter,  Herr  Wilhalbm  Schrot  vnnd  Ich.  Da  wollten  etliche  weise 
herrn  mich  nit  zuelassen ,  ain  Comissary  sein ,  der  saehen  halben  in 
Hispanien  verloffen,  des  sy  mit  spot  muesten  absteen.  Vnnd  war  her- 
nach das  Erschreckhlich  gericht  nit  rber  sy  erganngen.  So  hette  Ich 
mir  doch  fQrgenomen,  wider  dieselben  zuhahdlen. 

Kharl,  von  gottes  genaden  Erwellter  Römischer^  Khflnig,  zw 
allen  Zeiten  merer  des  Reichs ,  zw  Hispanien ,  baider  Sicilien 
vnnd  Hierusalem  etc.  Khünig,  Ertzhertzog  zw  Österreich  etc. 
Instruction.  Auff  den  Edlen  vnnd  vnnser  getrew,  lieb  Sig- 
munden Grauen  zum  Hag,  vnnsern  KhOnigclichen  Camer  Richter, 
Wilhelbmeo  Schroten  vnnd  Sigmunden  von  Herberstain  etc.  ynnser 
Räte.    Was  sy   mit  den  Stännden  gemeiner  Lanndtschafilk  ynnsers 
Fürstenthumbs  Osterreich  vnnder  der  Ennss  auflf  yetz  khünfftigem 
Lanndtag 9  Michaelis  zw  Closter  Neuburg,  hanndlen  vnnd  ausrichten 
sollen. 

Sy  sollen  Inen,  nach  Vberanntworttung  vnnsers  Credenntzbrieffs, 
vnnser  gnad  vnnd  alles  guets  (^Bl.  186*.)  sagen ;  darnach  erzellen, 
das  wir  bericht  sein.  Was  gestallt  vnnser  Stathallter  vnnd  Regennten 
der  obristen  Regierung  aller  vnnser  Österreichischen  Lannd  auff 
Jüngst  gehallten  Lanndtag  zw  Closter  Neuburg  gemaine  Lanndtschafft 
angesuecht:  Etlich  aus  Inen  geen  Augspurg  zufertigen ,  der  Lannd 
Regiment,  auch  gemainer  Lannd  vnnd  sonnderer  Stannd  beschwärun- 
gen  halben,  hanndlung  mit  Inen  zuhallten. 

Vnnd  wie  darauff  ain  Lanndtschafft  die  Iren  geen  Augspurg  ge- 
schickht  haben,  die  sein  durch  vnnser  öbrist  Statthallter  anfenngclich 
erinndert  vnnser  genedigen  betrachtung  der  geprechen,  so  vnnsern 
Erblichen  Lannden  vnnd  Leuten  an  Regierung,  Rechten  vnnd  friden 
anligen  möchten,  dieselben  genedigclich  vnnd  gebfirlich  zw  erstatten, 
vnnd  damit  vnnser  Erblannd  vnnser  vill  vnnd  mächtigen  geschafft  nit 
Enntgellten,  noch  derhalben  verabsaumbt  worden,  wie  wir  darumb  die 
berört  Obrist  Regierung  vnnd  Stathalterey  vber  vnnser  Österreichi- 
sche Lannde  förgenomen  vnnd  gesetzt  Dieselben  vnnser  Obrist  Stat- 
halter  (Bl,  186''.)  haben    darauff  nit  allain  die  Gesanndten  von 


mo,  227 

Osterreich«  Sonnder  auch  die  von  den  anndern  Niderösterreichischeo 
Lannden  vmb  Ir  Rat  vnnd  guetbedunckhen»  ainer  Regierung  halben, 
vnnd  daneben  gemainer  LanndschaflFt  ynnd  sonnderer  Stannde  be- 
schwärungen  einzulegen  angesuecht,  die  auch  in  schriiRen  von  Inen 
emphanngen  vnnd  vernomen,  sambt  anndern  hanndlungen,  so  sy  zw 
Augspui^  mit  Inen  geuebt»  nach  Innhallt  vnnd  vermugen  der  schrifllen 
vnnd  Absehaidt»  so  die  Gesanndten  von  vnnsern  Obristen  Stafhalltern 
gehabt  haben.  Solicher  vnnser  Obristen  Stathallter  hanndlung  aller 
tragen  wir  ein  genedigs  benüegen  vnnd  gefallen. 

Vnnd  haben  darauff  vnnsere  Obrist  Stathallter  yetzo  von  Augs- 
purg  zw  vnns  auff  vnnsere  khünigclich  Chrönung  geuordert,  Nit 
allain  derselben  vnnser  Chrdnung  beyzusein»  Sonnder  auch  der  mai- 
nung,  das  wir  vnnser  vnnd  aller  vnnser  Lannd  vnnd  Leuth  treffenn- 
lich,  notdörfllig  Sachen  mit  Inen  bedennckhen  vnnd  Ratschlagen. 
Vnnd  nämblich  vnns  mit  sambt  Inen  in  (BL  187'.)  allen  der  Ge- 
sanndten Ratschlegen  eigennÜich  ersehen  vnnd  erfaren,  vnnd  daraulT 
verordnen  wellen,  ain  Regierung,  (die  ob  Got  will  vnns  vnnd  vnnsern 
Lannden  vnnd  Leuten  fruchtbar»  Eerlich,  alnsehenlich  vnnd  nOtzIich 
sein  sol),  furderlich  aufzerichten  vnnd  den  Lannden  zuuerkhunden. 

Demnach  sollen  vnnsere  Räte  an  gemaine  Lanndtschaffl  von 
vnnsern  wegen  Ernnstlich  begeren ,  Sy  wellen  der  berOrten  vnnser 
Obristen  Stathallter  hanndlungen  vnnd  filmemen  ains  Regiments 
halben  guet  versteen ,  Auch  aufrichtung  desselben  Regiments  gehor- 
samblich erwarten,  vnnd,  so  es  Inen  zu  erkhennen  geben  vnnd  ver- 
khQndt  wierdet,  dasselb  benuegig  vnd  zu  fridn  annemen  ^). 

.  Verrer  sein  wir  bericht.  Wie  die  Gesanndten  von  Österreich  an 
vnnser  Obrist  Stathallter  geworben  haben.  Miller  Zeyt,  biss  ain  Re- 
giment aufgericht  wurd,  den  Lanndtmarschalch  •  sambt  dem  Vnnder- 
Harscbalch  vnnd  von  yeglichem  Stanndt  ain  Person ,  zw  Ime  zuuer- 
orduen,  vnnd  dieselben  zimblich  zw  vnnderhallten,  die  in  täglichen 
zuefallennden  notdurfflen  vnnd  Sachen  hanndlen,  fursehung  vnnd 
ausrichtung  thun  möchten. 

(BL  18T.)  Daneben  auch  den  Burgermaistem,  Richtern  vnnd 
Räten  der  Stet  vnnd  Märckht  Pan  vnnd  Acht  zuuerleihen ,  vmb  vill 
vbls,  so  vorhannden  vnnd  täglich  zusorgen  ist,  zw  Rechtfertigen  vnnd 
auszureitten. 


')•  Die  letzten  sechs  Worte  von  Herberstein*8  Hand  hinzugefügt. 

15« 


228  1520. 

Wiewoll  nu  vnnser  Obrist  Stathaliter  für  billich  vnnd  not  bedacht, 
das  niitler  zeyt,  bis  ain  Regiment  aufgerieht,  yemannd  yerordennt 
werd,  der  in  täglichen  zuefallennden  notdurillen  ynnd  saehen  einsehen 
hab,  hanndel  ynnd  Fürsehung  thue.  So  haben  sy  doch  die  roitl  Re- 
gierung durch  den  Lanndtmarschalch ,  ynnd  die  zuegeordennten 
Lanndtleut  in  dem  formb,  wie  die  Gesanndten  begert,  aus  yrsachen 
gewaigert. 

Vnnd,  nachdem  sy  in  Crafft  ynnsers  gewallts  die  R^erung  nach 
dem  JOngsten  Lanndtag  zw  Closter  Neuburg  ad  sich  selbs  genomen» 
So  haben  sy  zw  solicfier  mitl  Regierung  yon  ynnsern  wegen  an  Ir 
stat  yerordennt  ynnsern  Khünigclichen  Camer  Richter:  Graf  Sigmunden 
yom  Hag,  ynnsern  Lanndmarschalch :  Caspam  yon  VolckherstoriT, 
ynnd  ynnsern  Haubtman  zw  Haimburg:  Wilhelbmen  (BL  18S^.) 
yon  Zelckhing.  Das  ynns  auch  wolgefallet. 

Darauff  sollen  ynnser  obgenannt  Räte  ynnd  Comissarien  an  ain 
Lanndtschafit  Emnstlich  begern ,  das  sy  der  genannten  Personen  zw 
der  mitl  Regierung,  bis  ain  Regiment  aufgericht  wierdet,  yon  ynnsern 
wegen  ynnd  anstat  ynnser  öbristen  Stathaliter  guetlich  benuegig  sein, 
ynnd  Inen  in  allen  hftnndeln  ynnd  Sachen  gehorsamb  ynnd  gueten 
willen  beweisen,  nach  yermfigen  ynnser  Instruction  ynnd  gehorsamb 
brieffs,  so  sy  yon  ynns  haben. 

Dann  antreffenndt  Pan  ynnd  Acht,  den  Stetten  ynnd  M&rckhten 
zuleihen.  Wie  ynnsere  obriste  Stathaliter  dasselb  fQr  notdurfflig  ynnd 
billich  angesehen  haben.  Also  lassen  wir  ynns  soliches  auch  gefallen. 
Nämblich:  Das  Burgermaister  ynnd  Rate,  wie  gewonhait  ynnd  yon 
AUten  herkhomen  ist,  yon  neuem  gekhiesst,  Confirmiert  ynnd  die 
Ausschuss  abgethon  werden.  Vnnd  so  das  beschehen  ist,  ynnd  die 
Stet  erscheinen  ynnd  gesehen  werden,  das  sy  Ir  ordennliche  Obrig- 
khait  in  gehorsamb  erkhennen,.  AUsdann  wellen  wir  yerordnen.  Inen 
Pan  ynnd  Acht  (BL  188^.)  von  ynnsern  wegen  zuleihen.  Dann  auflf 
Burgermaister,  Rat  ynnd  gemain,  wie  die  mit  den  Ausschfissen  neben 
dem  Rat  ain  zeitheer  gewest,  ynnd  noch  sein,  war  ynns,  Pan  ynnd 
Acht  zuleihen,  beschwärlich  ynnd  geufirlich. 

So  dann  solich  wesen  der  Ausschuss  yngewon  ynnd  wider  ynns, 
alls  herrn  ynnd  LanndtfÜrsten ,  Auch  wider  Allte  Statuta,  darzue 
scheinparlich  wider  guet  sitten  ynnd  gemainen  nutz  ist, 

So  sollen  ynnser  obgenannt  Räte  ynnd  Comissarien  nit  allain 
denen  yon  Wienn,  Sonnder  auch  gemainer  Lanndtschafft  yon  ynnsern 


1520.  ii9 

wegen  Ernnstlieh  ansagen  vnnd  benelhen»  das  sy  Ir  wesen  der  Lannd 
Räte  Tnnd  Anssehusst  Nftmblieh  die  bisheer  Ton  ainer  Lanndtschafft 
w^en  gewest.  Auch  die,  so  von  dem  Jüngsten  Lanndtag  dem  Lanndt* 
marschalch  zuegeordennt  sein »  desgleichen  die  yon  der  Stat  Wienn 
Tnnd  andern  Stetten,  souer  das  aof  ynnser  Obristen  Stathallter  hannd- 
long  ynnd  beueleh  noch  nit  beschehen  wftr,  Ton  stundan  ynnd  gänntz- 
Ueh  Terlassen  Tnnd  abthun,  Tnnd  Tunser  Obrist  (Bl.  189\)  Stat- 
hallter an  Tnnser  Stat,  auch  die  obgenannten  personen ,  so  sy  darzue 
T^rordennt  haben,  in  der  Regierung  nit  Irren,  noch  Terhindem,  Tnnd 
sich  nit  Termessen,  der  Regierung  oder  mitl  Regierung,  noch  annderer 
Sachen  halben,  weitter  aus  aignem  gwallt  zuhanndlen  oder  mass 
darinnen  furzenemen,  sonnder  soliches  alles  vnnss,  dem  das  alls 
R^erendem  herrn  Tnnd  Lanndtsftlrsten  zuesteet  Tnnd  gehurt,  Tnnd 
Tnnsem  Obristen  Stathalltem  an  Tnnser  stat,  in  CrafilTnnsers  gwallts, 
gehorsamblieh  Tnnd  treulich  haimbsetzen. 

Weitter,  alls  die  Gesanndten  ainer  Lanndtschafft  au  Tnnser 
Obrist  Stathalter  fürsehung  des  Lanndts  Rechten  begeil,  das  dann 
Tnnser  Obrist  Stathallter  för  not  angesehen  haben.  Desgleichen  wir 
auch  billich  bedennckben,  ain  Lanndtschafft  wie  anndere' Tnnsere 
Lannd  Damit  zw  f&rsehen,  darauff*  haben  Tnnser  Obrist  Stathallter, 
Lanndtmarschalch  Tnnd  Tunder  Marschalch,  auch  die  Lannd-Räte  an 
Tnnser  stat,  wie  soliches  Tnns  alls  herrn  Tnnd  Lanndtsftlrsten  gebort 
Tnnd  Ton  allter  herkhomen  ist,  filrgenomen  (Bl  189^.)  Tnnd  aufge* 
rieht.  Vnnd  so  balld  die  Torgesefariben  Tnnser  begern  Tnnd  beuelch, 
sambt  anndem  mainnngen,  so  durch  Tnnser  Obrist  Stathallter  mit  den 
Gesanndten  gehanndlt  sein,  Ton  ainer  Lanndtschafft  angenomen,  Tnnd 
nemblich  die  AusschQss  abgethon  werden,  Allsdann  sollen  Tnnser 
Obrist  Stathallter  Ton  stundan  das  Lanndtsrecht  dffnen. 

Dann,  alls  die  Gesanndten  an  Tnnser  Obrist  Stathallter  begert 
haben,  den  gerichten  auff  dem  Lannd  Pan  Tnnd  Acht  Tber  das  pluet 
zuleiben,  das  werden  Tnnser  Obrist  Stathallter  durch  Tnnsem  Lanndt- 
marschalch Terordnen, 

So  lanng,  bis  Tnnsern  Lanndleuten  die  Lehen  gelihen  werden, 
doch  solicher  gestallt,  das  alle  Lanndrichter  bey  gedachtem  Lanndt- 
marschalch erscheinen  Tnnd  Ime  gebfirlich  Ayd  thun,  das  Er  auch 
daneben  ainer  yeden  erlern  Tnnd  aufsehe,  damit  Er  ains  soKchen 
Torstanndts  Tnnd  Erberkhait,  dardurch  das  Recht  mit  Ime  filrsehen, 
ynnd  wo  Er  an  ainem  oder  mer  mangl  finden  würd,  das  er  denselben 


23(r 


1520. 


waigepQ  viind  veränndern  mag.  Dessgleichen  soll£r  2iixchfBl.t90*.) 
den  Lanndleuten  auflegen,  damit  sy  die  Lanndgericht  zu  yeder  Zeyt 
mit  Erbern,  verstänndigen  beysitzern  vnnd  yrtlsprechern  besetzen. 

Item,  alls  die  Gesanndten  vnnder  annderm  weitter  aft  vnnser 
Obrist  Stathallter  begert,  gemainer  Lanndtscbaffl  Ire  freyhaiten  vnrid 
Priuilegien  zw  Confirmiern ,  Darauflf  sieh  vnnser  Obrist  Stathallter 
bewilligt  haben,  so  sy  Ire  priuilegien  vnnd  freyhaiten  fürbringen,  <ias 
die  (wie  Inen  durch  Marggraf  Cassimiren  nach  yermögen  ynnserer 
Obristen  Stathallter  Instruction  zuegesagt.  Auch  yon  weillenndt  vnn- 
serm  lieben  herrn  vnnd  Anherren  Khaiser  Maximilian  beschehen  ist) 
Confirmiert  vnnd  bestätt  werden  sollen. 

Darüber  aber  die  Gesanndten  ainer  General  Confirroation,  biss 
ainer  Lanndtschafil  Priuilegien  vnnd  freyhaiten  stattlich  fQrbracht 
werden  möchten,  begert  haben,  die  soll  ainer  LanndtschaiR,  ob  Ir 
gemaint  ist,  in  gebarlichem  formb,  wie  vnnser  Obrist  Stathallter  den 
Gesanndten  abschrifft  vbergeben  haben,  gefertigt  werden. 

(Bl.  190^,)  Desgleichen  soll  gemainer  Lanndtschafil,  ob  Ir 
gemaint  ist,  ain  vrlaubbrief  Irer  Lehen,  biss  sy  zw  leihen  beruefft 
werden  in  zimblichem  formb,  wi<e  die  Gesanndten  des  auch  ein  Copey 
emphanngen  haben,  gefertigt  werden. 

Item,  berürenndt  gemainer  Lanndtschaflft  vnnd  sonndrerStennde 
eingelegt  beschwärungen :  Wiewol  vnnser  Obrist  Stathalter  der  Zeyt, 
alls  sy  mit  den  Gesanndten  zw  Augspurg  in  hanndlung  gestannden 
sein,  Sölich  besch wärungen  ersehen  vnnd  zum  thaill  geratschlagt. 
So  haben  sy  doch  dieselben  von  Irem  aufbruch,  annderer  vnnser 
genötigen  obligennden  geschafft  halben,  nit  zw  Ennd  hanndlen  mugen, 
desshalben  sy  die  mit  Inen  zw  vnnss  bringen,  Alls  auch  die  notdurfR, 
etlicher  Articl  halben,  dieselben  mit  vnnserm  wissen  vnnd  willen 
abzuschaiden,  eruordern  möcht.  Demnach  sollen  vnnser  obgenannt 
Räte  vnnd  Commissarien  an  gemaine  Lanndtscbaffl  begem,  damit  sy 
solicher  notdörfftiger  zeyt  vnnd  weill ,  biss  vnnser  Obrist  Stathallter 
wider  von  vnnss  (BL  19V,)  abgefertigt  werden  vnnd  darauff  in 
denen  vnnd  annderer  Lannd  beschwärungen  gebürlich  erledigung 
vnnd  beschaid  thun  mögen,  guetwillig  geduld  tragen. 

Das  alles  sollen  vnnser  Räte  vnnd  *Comissarien  mit  gemainer 
Lanndtschafft  mit  Pesstem  vleiss  hanndlen  vnnd  ausrichten.  Sonnder- 
lich  auch  die  Gesanndten ,  so  bey  vnnsern  Obristen  Stathalltern  zw 
Augspurg  gewest  vnnd  anhaimb  zogen  sein,  anreden,  wie  sy  von 


1520. 


231 


Tiinsern  Christen  Stathalltern  zw  Augspurg  angesuecht  sein.  Alle 
hanndlung  mit  getreuem  vleiss  an  gemaine  Lanndtsehafft  ynnd  die 
von  Wienn  zubringen,  zuitirdern  ynnd  zuhelffen»  dens^ben  gehor- 
samblich zugeleben,  nachzukhomen  ynnd  der  zwfriden  zu  sein. 

Vnnd  was  Inen  in  dem  allem  zw  Anntwurt  oder  in  annder  weeg 
begegnet,  vnns  des  förderlich  berichten.  Daran  thun  sy  ynnser  Ernnst- 
iiehe  mainung.  Geben  am  Achtzehennden  tag  des  monats  Septembris. 
Anno  etc.  im  zwaintzigisten,  Vnnserer  Reiche  des  Römischen  im 
Anndern,  (Bl.  19 P,}  vnnd  aller  annderer  im  f&nfften  Jare. 

Comissio  Domini  Regia  in  Consilio  supremo. 

Carl,  von  gottes  genaden  Erwellter  Römischer  KhOnig,  zw  allen 
Zeiten  merer  des  Reichs,  zw  Hispanien,  Sieilien  ynnd  Hierusalem  etc. 
Khunig,  Ertzherzog  zw  Österreich  etc. 

Getreuer  lieber.  Wir  haben  dich  auff  nächst  khunflfligen  Lannd- 
tag»  Montags  nach  Michaelis,  in  ynnserm  Fürsstenthumb  Osterreich 
ynnder  der  Enns,  zw  Closter  Neuburg,  neben  anndern  zw  Comissa- 
rien,  mit  gemainer  Lanndtsehafft  zuhanndlen  yerordennt,  Innhallt 
ynnser  Instruction,  so  wir  Euch  zueschickhen  werden.  Vnnd  Em- 
phelhen  dler  mit  Emnst,  das  dw  auf  den  gemellten  Lanndtag  ain 
Raiss  thuest,  ynnd  mit  sambt  anndern,  Innhallt  ynnser  Instruction,  zu- 
hanndlen yerhelfiest.  Doch  nachmalls  yon  stundan  wideruhib  in  dein 
Legation  zw  ynnserm  Rrueder  dem  Khflnig  yon  Hungern  ziehest. 
Daran  thuest  dw  ynnser  Ernnstliche  mainung.  Geben  am  zwelfften 
tag  (^BL  192'.)  Septembris,  Anno  etc.  im  zwaintzigisten.  Vnnserer 
Reich  des  Römischen  im  anndern,  ynnd  der  andern  aller  im  ftinfilen 
Jare. 

Comissio  Dominj  Regis  in  Consilio  supremo. 
Vnnserm  getreuen,  lieben  Sigmunden  yon  Herberstain,  ynnserm 
Rate. 

Carl  etc. 

Edlen  ynnd  lieben  getreuen.  Alls  wir  Euc  auff  nechster  Posst 
ynnser  Instruction  zw  dem  yetz  khunfftigen  Lanndtag,  Michaelis,  mit 
gemainer  Lanndtsehafft  zw  Osterreich  zuhanndlen,  zuegeschickht, 
vnnd  Euch'vnnder  annderm  in  derselben  Instruction,  auch  in  ainem 
sonndern  schreiben,  daneben  escbaid  gethon  haben,  aufrichtung  des 


232 


U20. 


Lanndts  Rechten  kalben,  Darauff  fuegen  wir  Euch  zunernemen,  das 
wir  der  Personen  des  Lanndtsreehten  enntsehlossen  sein.  Vnnd 
n&mblich  zw  ynserm  Lanndtmarschaleh :  Casparn  von  Volckhers- 
torff;  mnd  zw  beysitzern :  vom  Stanndt  der  herm :  Ruedolffen  von 
Höhenfelld;  Wilhalbmen  von  (Bl.  192\J  Zelekhing  vnnd  Cristoffen 
von  Puechaim.  Vnnd  vom  Stanndt  d^  Ritterschaffl:  Doctorn  Simon 
Geym,  Ambrosien  Wisanndt  vnnd  poppenperger.  Riss  auff  vnnser, 
oder  vnserer  Stathallter  vnnd  Regennlen  vnnser  obristen  Regie-. 
rung  wolgefallen.  Vnnd  weiter  Ordnung  ftirgenomen,  vnnd  vnnser 
Lanndtsreeht  damit  besetzt  vnnd  aufgericht  haben  wellen,  wie  wir 
dann  soliches  den  Stennden  der  LanndtschaflFt  hiemit  durch  vnnsern 
offen  brief  verkhünden,  dessgleichen  auch  daneben  die  ftirgenomen 
P^sonen  beschreilien*  Doch  ausserhalb  ains  vnndermarsehalchs, 
des  wir  auss  vrsachen  noch  nit  enntsehlossen  sein.  Aber  desselben 
in  khQrtz  beschaid  thun  wellen. 

Sölieh  brief  schickhen  wir  hiemit  zw  Euren  hannden,  Solicher 
mainung,  souerr  die  Lanndtschafft  der  hanndlung,  so  vnnser  obrist 
Stathallter  zw  Augspurg  mit  Iren  Gesanndten  geüebt,  vnnd  die 
wir  durch  Euch  in  vnnser  Instruction  auff  disem  Lanndtag  an  sy 
gesueeht  haben,  Nftmblich  aufrichtung  ains  Regiments,  auch  der 
mitln  Regierung,  dessgleichen  des  (BL  193^.)  Lanndtsreehten 
halben,  vnnd  alle  Ausschfiss  abzuthun,  zw  fnden  vnnd  benüegig 
annemen,  die  bewilligen  vnnd  allso  vor  vnns  vnnd  vns^n  Obristen 
Stathalltem  an  vnnser  stat  gehorsamb  beweisen.  So  Emphelhen  wir 
Euch  Emnstlich,  das  Ir  gemainer  Lanndtschafft  den  offen  brief 
der  Lanndtsreehten  halben,  dessgleichen  den  Reysitzernire  brief 
vberantwortet.  Vnnd  du  Graf  Sigmund  von  dem  Lanndtmarschaleh 
vnnd  beysitzern  hanndtgelübt  an  Ayd  stat  nemest,  das  Lanndts- 
reeht aufrichtig  vnnd  treulich  zuhanndlen,  gleichs  gericht  vnnd 
Recht  zufuem,  vnnd  nit  anzusehen  weder  Parthey,  gunst,  freundt- 
schafil  noch  feindtschaffl,  mueth  noch  gab,  noch  khain  annder 
Sachen,  sonnder  das  Götlich  Recht. 

Wo  aber  die  Lanndtschafft  die  obberürten  hanndlung  vnnd 
mainungen  nit  annemen,  sonnder  waigem  wflrden,  AUsdann  die 
brief  der  Lanndtsreehten  halben  vnnd  aufrichtung  desselben  bis 
auff  (BL  193^.)  weittem  vnnscäm  beschaid  verhalltet  vnnd  an- 
stellet. Daran  thu^  Ir  vnnser  ErnnsÜiche  mainung.  Geben  am 
Ain  vnnd    zwaintzigisten  tag   Septembris,    Anno  etc*   Im  zwain- 


1520. 


233 


tzigisten.    Vimser  Reich  des  Rdmischeii  im  aondero,   Tood  aller 
anndern  im  ftofflen. 

Comissio  Dominj  Regia  io  Consilio  Supremo. 
Dem  Edlen  ynod  vonsera  lieben,  getreuen  Sigmunden  Grauen 
zum  Hag,  Tunserm  Khfinigeliehen  Camer  Richter,  Wühaibmen 
Schroten  vnnd  Sigmunden  von  Herberstain,  vnnsern  Rfiten. 

(Das  letzte  Drittheil  dieser  Seite  ist  leer  gelassen,  dann  folgt :) 

{Bl.  1 99'.)  Rftmiseher  ynnd  Hispanischer  Ku.  Maj.  etc.  Comissarj, 
gflnstig,  lieb  herm  vnnd  auch  guet  freundt.  Nachdem  Ir  Ton  gemellter 
Ku.  Maj.  Obristen  Comissarj,  Tunser  genedigisten  vnnd  genedigen 
herm  ynnd  flreundt,  auff  disen  Lanndtag  mit  ainer  Ersamen  Lanndt- 
schafil,  so  hie  besambiet,  zuhanndlen  rerordnet ,  ynnd  wir  zum  thaill 
yersteen ,  das  Herr  Sigmund  *)  Herberstain  neben  Euch  in  solicher 
hanndlung  f&rgenomen  sein  mdchte  *),  dann  in  solichen  sachen  ynnd 
hanndlung  aus  yiU  yrsachen  ynnd  geschieht  durch  in  beganngen  zu 
haben,  ynnd  wir  yon  ynnsem  Gesanndten ,  so  in  Hispanien  gewesen, 
bericht  zugedulden  ynns  ganntz  beschwärlich  ynnd  ynleidltch.  Damit 
aber  Ku.  Maj.,  oder  derselbigen  Maj.  Obrist  Commissary  etc.  mainung 
ynnd  f&memen  nit  yerhindert,  disem  Lanndtag  ynnser  Beschwerung 
halben  khain  Zerrütlichait  zuegefttegt,  Wellen  wir  ditzmalls  (BL 1 94^^ 
ynnser  sprflch,  beschwftrung  ynnd  yordrung  gegen  gedachtem  Her- 
berstain zw  gebürlicher  zeyt,  wie  sich  zimbt,  zw  ersuechen  gemellt 
yorbehallten  ynnd  angestellt  haben.  Das  wir  hiemit  allso  bezeugen 
ynnd  Protestiern,  Euch  ynnser  günstig  lieb  herm  ynnd  guet  freundt 
bittenndt,  solicher  meldung  ynnd  Protestation  Ingedennckh  zu  sein, 
wann  wir  dieselben  ynnser  Eehafll  nach  Euch  im  Pessten  nit  haben 
khOnnen  yerhallten. 

Die  Vier  Stenndt  ainer  Ersamen  Lanndtschafft  in  Osterreich 
ynnder  der  Enns,  So  yetzundt  hie  yersamblet  sindt. 

Am  Mitwochen  zwischen  Acht  ynnd  Neun  Vhrn  haben  Herr  Caspar   3.  ocuber. 
yon   Volckherstorff  ynnd  herr  Wilhalbm  yon  Zelckhing  die  schrifil 


^)  Zwischen  'Sigmund*  und  'Herbersteia'  steht  ein  durchstrichenes  'von*. 
')  Hier  muss  nothwendig  einiges  fehl^,  denn  das  Folgende  ist  in  dieser  Ver- 
bindung nieht  xu  verstehen. 


234 


1520. 


Graf  Sigmunden  vom  Hag  vnnd  herr  Wilhalbm  Schrotten  zw  Closter 
Neuburg  in  des  Grauen  Zimmer  im  Closter  vberannti^ort»  (BL  19S\) 
den  Dritten  tag  Oetobris  im  fUnffzebenhundert  vnnd  zwaintzigisten 
Jar : 

Wolgebornner  Graf,  Gestrennger  Herr,  Römischer  vnnd  Hispa- 
nischer Ku.  Maj.  etc.  Rät  ynnd  Comissary.  Auff  die  zetl.  Euch  durch 
den  Lanndtmarschalch  an  gesstern  vberanntwort  rnnd  mir  zuge- 
stellt, khan  Ich  nach  aller  gelegenhait  hintzt  her  nit  finden,  das 
soliche  ynzeitige  vnnd  ynbedachte  Hanndlung  gegen  mir;  des  Rö- 
mbchen  Khunigs  Rat  ynnd  Commissary,  her  gesanndt,  durch  ain 
gemaine  Lanndtschaffl  f&rgenomen  vnnd  geOebt  sein  sollt  Welich 
aber  das  thon  haben,  die  hallten  sich  gleich  Iren  Gesanndten.  Wie 
die  Iren  Khttnig  vnnd  Lanndtsf&rsten  in  Hispanien  geEert»  Also 
thun  sy  seiner  Maj.  Gesanndten  alhie.  Soliches  setz  Ich  derselben 
Irer  Maj.  haimb,  Bittenndt  Ir  wellet  dasselb  derselben»  auch  dem 
Obristen  Regimennt,  wie  es  gehanndlt  ist,  anzaigen. 

(BL  19ß^.)  Was  aber  Ich,  alls  ain  Gesanndter  von  Steyer, 
an  der  Rayss  in  Hispanien  gehanndlt,  schamb  Ich  mich  nicht.  Mag 
alle  gebürliche  Recht  darumb  leiden.  Hab  mich  gehallten  alls  ein 
frumber,  nach  beuelch  meiner  herrn.  Wierdt  khainer  mit  grundt 
der  warhait  annders  fQrbringen  mügen.  Dieweill  aber  ain  Lanndt- 
schaffl mir  mein  Namen  vnnd  Titl  in  Irer  vberanntworten  zetl 
gemindert  vnnd  ausgethon  haben.  Ritt  Ich  soliches  zugedennckhen. 
Will  auch  darOber  bedacht  sein  zw  seiner  zeyt,  wie  sich  dann 
gebürt,  meiner  Eern  notdurfil  nach.  Darinn  Aber  yetzmalls  will 
mir,  alls  einem  Gesanndten,  nit  gebOm  mer  zuhanndlen. 

Sigmund  von  Herberstain  Ritter  etc. 

AUerdurchleuchtigister,  Grossmächtigister  Khunig,  Allergene - 
digister  Herr.  Mit  aller  Vnderthenigkhait  thun  wir  E.  Ku.  Maj.  etc. 
(BL  196\)  zu  wissen,  das  wir  gehorsamblich  auff  die  Beuelch 
1.  October.  vnnd  Instruction ,  vnns  zuekhomen ,  am  Monntag  nach  Michaelis 
geen  Closter  Neuburg  khomen.  Den  Lanndtag  besueeht,  vnnd  den 
2  0.3.  ,  Erchtag  da  gewart.  Am  Mitwochen,  alls  die  Lanndtschaffl,  souil 
der  darkhamb  versamblt,  -Haben  wir  nach  ynnserm  Pessten  ver- 
steen  vnnd  getreuisten  vieiss  gehanndlt.  Darüber  vnns  ain  Annt- 
wort  in  schriffi  zuegestellt,  die  wir  E.  Ku.  Maj.  hier  Inngeschlossen 
zueschickhen.     Alls   wir    aber    von    dem   leczten    Articl,    in   der 


1520. 


235 


Instruction  gestellt,  khain  meldung  in  der  Anntwort  befannden, 
Haben  wir  ainer  Lanndtschafft,  auch  Iren  Gesanndten,  so  wider  Ton 
Augspurg  anhaimbs  khomen  sein,  angeredt:  „Ob  sy  demselben 
Articl  volg  •  thon  betten  ?**  Darüber  sagten  die  Gesanndten :  „sy 
betten  solicbes  vor,  dieweil  kbain  Lanndtschaift  versambelt  was,  nicbt 
thun  mögen.  Aber  yetxmalls  betten  sy  es  nach  dem  Puechstaben 
alles  vollbracht,  vnnd  war  dem  allen,  (Bl.  196})  Innhallt  der  ge- 
gebnen Anntwort,  rolg  gethon.„ 

Dieweiil  wir  dann  khain  lautter  wissen  gehabt  haben,  was  soli- 
cbes alles  sy  in  beuelch  gehabt,  haben  wir  doch  vernomen,  das  den 
von  Wienn  durch  sy  geboten  soll  sein,  das  Hanndtsgrauen  Ambt 
abzutrotten.  Haben  darnach  gefragt :  „ob  demselben  auch  gelebt 
war?*'  Dargegen  zaigten  die  von  Wienn  an:  „wie  sy  das  Ambt 
eingenomen,  nach  Innhalt  Irer  freyhait  vnnd  alltem  herkhomen. 
Hiellten  das  nit  mit  gwallt.  Sy  betten  aber  von  gemainen  Stennden 
atn  fürschrifft  erlanngt.  Verhofilen  soliches  bey  E.  Maj.  zu  erlanngen. 
Wo  nit,  so  wellen  sy  desselben  absteen."  Zaigfen  wir  in  Rats  weiss 
vnnd  Treuer  mainung  an:  „das  sy  allain  dem,  das  nit  in  gescbfiffl  wftr, 
durch  Ire  Gesanndten  Volg  thetten.*'  Zw  dem  Sagt  auch  der  Lanndt- 
marschalch:  „Nachdem  sich  die  von  Wienn  yetzo  vor  vnnser  so 
gehorsamb  erzaigten,  wollt  in  gebflm  anzuzaigen.  Wie  Er  auff  E.  Maj. 
vnnd  der  Obristen  Stathallter  (Bl.  197\}  Beuelch  Emnstlicb  mit 
in  gehanndit,  vnnd  beuolben,  soliches  Ambt  abzutretten.*"  Das  sy  aber 
nie  haben  thun  wollen.  Herr  Hanns  von  Puechaim  erzeilte:  „wie 
Er  vnnd  annder  AussehQss  oder  verordennt  solich  Ambt  dem  Rinner 
betten  eingeanntwort,  vnnd  nachmalls  auffE.  Ku.  Maj.  etc.  beuelch, 
auff  filrbitt  E.  Ku.  Maj.  Schwester,  ainem  anndern  zuegestellt.  Vnnd 
die  von  Wienn  betten  soliches  nit  mit  gwallt  Innen.*'  Die  von  der 
Ritterschafil  haben  vnns  offennlich  angesagt:  „nachdem  sy  hörten, 
das  dickhermalls  mit  den  von  Wienn  verschafft  sey,  dasselb  Ambt 
abzutrotten,  vnnd  yetzmalls  aber  durch  vnns  erinndert  worden.  So 
wellen  sy  sich  derhalben  nichts  mer  darumb  bekhumern ,  vnnd  den 
von  Wienn  khainerlay  beystanndt  darinnen  thun.**  Dawider  aber 
herr  Hanns  von  Puechaim  sagt:  „Es  werde  niembt  widersprechen 
mögen ,  das  Inen  das  Ambt  durch  aller  Stfinndt  Ausschuss  oder  ver- 
ordennt (Bl.  19T.)  eingeanntwort  sey.**  HerEnntgegen  sagen 
die  von  der  Ritterschafft:  „dieweil  sich  Rinner  hat  boren  lassen: 
„wer  Im  das  Ambt  welle  nemen,  da  mOessen  wir  vor  aneinannder 


236 


1520. 


Stechen.  (H.)  durch  die  meuUer  stehen!^  vnnd  dergleichen,  darumb  wellen  sy  der 
Sachen  mOessig  geen.*< 

Do  wir  nun  yernomen«  das  ain  Lanndtschafil  allen  Articln  volg 
gethon»  haben  wir  Inen  E.  Maj.  offen  brief  der  Lanndtsrechten, 
auch  den  Beysitzern»  so  da  gewest,  Ire  brief  yberanntwort.  An 
demselben  sy  vnnderthenig  gefallen  tragen,  Allain  das  mndter- 
raarschalch  vnnd  Lanndtschreiber  nit  benennt  sein,  On  das  die 
Recht  Iren  Ganng  nit  haben  mügen,  Bitten  sy  mit  aller  vnnder- 
thenigkhait:  ,,sy  darinn  mit  gnaden  zubedennckhen.*' 

Eurer  Ku.  Maj.  etc.  khünnen  wir  auch  nit  yerhallten,  das  am 
Erchtag  zw  vnns  Commissarien,  Nftmblich  mir  Sigmunden  Grauen 
zum  Hag  ynnd  mir  Wilhalbmen  (Bl.  198^.)  Schrot,  khumen  sein: 
Herr  Caspar  von  Volkherstorff,  Lanndtmarschalch  in  Osterreich, 
ynnd  herr  Wilhalbm  yon  Zeickhing,  Haubtman  zw  Hainburg ,  ynnd 
zaigten  ynns  an:  „wie  ain  Lanndtschafft  yernomen  biet,  harr  Sig- 
mund yon  Herberstain,  sollt  neben  ynns  auch  in  der  Legation 
yerordennt  sein.  Das  beschwärt  ain  Lanndtschafft  nit  kUain.  Wären 
auch  desshalben  Ton  Inen  tw  ynns  gesanndt,  vnns  anzuzaigen, 
das  sy  herm  Sigmunden  yon  Herberstam  khainsweegs  gedulden 
möchten,  dann  Er  solt  auff  dem  we^  in  Hispania  Ire  Gesanndten 
hoch  geschwächt  ynnd  verletzt  haben.  Wollten  derhalben  mit  Ime 
nichts  zuthun  haben.  Ja  auch  in  sQjieher  Legation  nicht  leiden, 
noch  boren.**  Vnnd  baten  ynns  darauff:  ^wir  sollten  mittl  suechen, 
damit  Er  sich  solicher  L^ation  enntschlüeg.  On  das  betten  sy 
fUrsorg,  Es  wOrden  yon  der  Lanndtschafft  die  maisten  yom  Laond- 
tag  hinwegkh  Reyten.'' 

(Bl,  19&'.)  Darauff  zaigten  wir  Inen  an:  „E.  Ku.  Maj. 
betten  herrn  Sigmunden  von  Herberstain  neben  ynnser  zuhannd- 
len  verordnet  Demnach  war  vnnser  Rat  vnnd  guetbedunckhen : 
Nachdem  der  von  Herberstain  auff  beuelch  vnnd  nit  von  selbs 
wegen  alda  wäre,  sy  bedächten,  was  vngnad  In  daran  stQenden, 
wo  sy  etwas  vnbedächtlichs  anfienngen.  Liessen  in  den  beuelch 
neben  vnnser  auswarten,  vnnd  ob  sy  menicherlay  beschwär 
zw  Ime  hietten.  So  möchten  sy  in  vor  seinem  ordennlichen 
gericht  darumben  besuechen,^  Also  haben  die  Lanndtschafft  ain 
schrifil  eingelegt.  Desgleichen  hat  der  von  Herberstain  auch 
ain  schriffl  eingelegt,  weliche  oben  nach  lenngs  geschrieben 
steen. 


1520.  237 

Vnns  hat  auch  der  Hochwierdig  FQrst,  sanndt  Georgenns  Orden 
hoehmaister,  Herr  Hanns  Geyman  gebeten  anznzaigen :  »Wie  Ime  in 
etlichen  briefen  hincztheer  sein  gebOrlicher  Tyttl,  der  Im  durch 
weillennd  (Bl.  199*.)  Kay.  Maj.  hochloblicher  gedSchtnus  gegeben 
ist,  nit  Kuegeschriben  sein  soH,  das  er  mit  beschwSrd  annimbt  Ver- 
maindt  auch  soliehes  E.  Maj.  zw  naehtails  Raichen.** 

Eur  Ku.  Maj.  mit  allet  vnnderthfinigkhait  bitten  wir:  WeHe 
solieh  mnser  hanndlung  ynnd  anzaigen  genedigclichen  annemen. 
Hetten  wirs  Pass  yerstannden »  So  betten  wirs  gern  wellen  Pesser 
hanndlen.  Vnnd  wellen  mns  in  aller  rnnderthenigister  gehorsamb 
E.  Maj.  beuolhen  haben.  Geben  zw  Wienn  etc. 

AUergenedigister  Khaiser.  Mein  ganntz  gehorsamb  mnd  vnnder- 
thenigist  diennst  seindt  E.  Maj.  mit  ganntzeu  Treuen  allzeyt  berait. 
Alls  mir  E.  Maj.  beuelcb  zuekhomen  ist,  das  Ich  mich  auff  den  Lannd- 
tag  Michaelis  geen  Closter  Neuburg  yerfüegen  soll ,  vnnd  dann  zw 
stundt  wider  in  mein  Legation  (BL  199\)  geen  Hungern,  Bin  ich 
gehorsamblich  erschinen.  Doch  so  hab  Ich  E.  Maj.  Obristen  Stat- 
halltern  vnnd  Regennten  angezaigt ,  das  Ich  zuuor  in  Hungern  Absol- 
uiert  bin  gewest. 

Herwider  ist  E.  Ku.  Maj.  beuelcb  mir  zuekhomen,  das  Ich  in 
den  Sachen,  die  fraw  Ton  Weyspriach  betreffenndt,  mit  anndern  bey 
Kunigclicher  Wierd  in  Hungern  hanndlen  soll.  Bin  abermalls  gehor- 
samb, wo  nuer  die  anndern  auch  mitziehen,  dasselb  zuuolziehen. 

Alls  Ich  aber  geen  Closter  Neuburg  bin  khomen,  mit  sambt  der 
anndern  E«  Maj.  Comissarien ,  haben  etlich  aus  der  LanndtschaiR, 
die  herm  Micheln  ron  Eytzing  ynnd  Doctor  Merten  Sibenbflrger  an- 
henngig,  befreundt  ynnd  yerwonndt  seindt,  die  anndern  etlich  bewegt, 
in  ainer  Räch  gegen  mir  zw  erzaigen.  Bin  der  Zuuersicht,  Graf 
Sigmund  yom  (BL  200*,)  Hag  ynnd  herr  Wilhalbm  Schrot  zaigen 
E.  Maj.  die  sachen  auch  an. 

Vnnd  die  sachen  fliessen  her  yon  der  Raiss,  Alls  wir  yon  den 
Lannden  zw  E.  Maj.  in  Hispanien  geschickht  worden.  Wie  sich  die- 
selben, der  Österreicher  Poten,  am  Ein  ynnd  Auszug  gehallten,  wierdt 
E.  Maj.  noch  woll  Innen.  Wie  sich  aber  Sibenbürger  gegen  E.  Maj. 
gehallten,  glaub  Ich  gänntzlich  E.  Maj.  ynnd  Ir  R&t  haben  dasselb  in 
frischer  ged&chtnuss.  Wie  sy  auch  E.  Maj.  beuelcb  ynnd  annders 
yon  E.  Maj.  zuckhuniR  ynnd  anndern  der  gemain  geteutscht  ynnd 
förbracht  haben;  Wie  auch  die  Österreicher,  nämblich  Ir  Anhennger, 


238  i520. 

E.  Maj.  beuelhen  gehorsamb  sein  gewest    Wo  soliches  Eur  Maj. 
verporgen  ist,  verhoff  die  werd  doch  dasseib  palld  Inen. 

Hetten  mir  E.  Ku.  Maj.  getreuisten  vnnderthonen«  die  von  Stejer, 
beuolben,  oder  Ich  (Bl.  200^.)  aus  aigem  willen  thun  het  wellen, 
in  Irem  fiirnemen  volg  zuthun,  het  sy  nit  gestrafit  vmb  Ir  vnschiekh- 
lich  wesen.  So  wären  sy  mein  guet  freundt  beliben.  Hab  doch  s5liehes 
im  Pessten  thon.  Nachdem  sy  zw  E.  Maj.  Potsehafilen  warn,  das  sy 
sich  annders  dann  dahaimb  Im  Weinschennckhen  vnnder  den  Hauern 
vnnd  in  Trinckhstüben  hiellten. 

Eur  Kay.  Maj.  welle  genedigclich  gedennckhen  der  Österreicher 
Allt  vnnd  New  hanndlung,  ynnd  das  sy  Inen  auch  wellen  E.  M.  mass 
setzen  mit  den  Räten  ynnd  Poten  zw  in  zuschickhen,  was  doch  soli- 
ches auff  Imetregt,  vnnd  nicht  gedennckhen,  das  ein  ganntze  Lanndt- 
schafft  veraintlich.  Ja  auch  nicht  die,  so  am  Lanndtag  warn,  soliches 
fürgenomen,  gethon  vnnd  gehanndlt. 

Das  sy  mir  aber  meinen  Namen  gemindert  vnnd  ausgethon,  die- 
weil  mir  soliches  in  E.  Maj.  beuelhen  vnnd  diennsten  beschehen  ist, 
(BL  20V.)  Bitt  ich  cliemuetigclich  Eurer  Maj.  Rat  vnnd  hilff'.  Wolle 
mit  Inen  verschafften,  mich  wider  zw  Restituiern.  Das  will  Ich  mit 
aller  vnnderthänigkhait  befleissen  sein  zuuerdienen. 

Allerdurchleuchtigister,  Grosmächtigister  Khaiser,  Allergenedi- 
gister  herr.  Nachdem  Etlich  von  Osterreich  vnnder  der  Ennss  Ge- 
sanndten  zw  E.  Kay.  Maj.  in  Hispanien  mermallen  Sachen  an  mich 
gemueth,  die  mir  nit  beuolben  sein  gewest,  vnnd  Ich  den  Nit  volg 
thon,  darumb  in  Irrung  vnnd  Zwitracht  miteinander  khomen,  vmb 
desswillen  Jetzundt  etlich  derselben  verwonndten  vnnd  anhennger 
hanndlung  wider  mich  in  nächst  gehalltnem  Lanndtag  Michaelis  zw 
Closter  Neuburg  in  Österreich,  darauff*Ich  von  E.  Maj.  zw  Commissarj 
mit  anndem  verordennt  was,  fttrgenomen,  der  mainung  mir  ain  spot 
darmit  (BL  201^.)  zuezefilegen.  Bin  der  Zuuersicht,  Graf  Sigmundt 
vom  Hag  vnnd  herr  Wilhalbm  Schrot,  alls  mein  mitverornndt  Com- 
missary  auff  demselben  Lanndtag,  haben  E.  Maj.  der  Sachen  gründt- 
liehen  bericht  gethon  durch  ihren  aignen  brief,  den  sy  darumb  gefer- 
tigt haben.  Weill  dann  Eben  dieselben  gesanndten ,  so  in  Hispanien 
gewesen,  wider  zw  E.  Maj.  durch  etlich  Österreicher  geschickht 
worden  sein.  Bin  vngezweifelt  sy  werden  noch  merers  dann  Ire  ver- 
wonndten und  anhennger  wider  mich  practiciern,  vnnd  allerlay 
hanndlung  wider  mich  erdennckhen,  ob  sy  mir  vngnad  bey  E.  Maj.  etc. 


im  239 

machen  möehten.  Ich  hoff  aber  E.  Kay.  Maj.  mag  woll  durch  annder 
derselben  Personen »  auch  Irer  yorClltem  thun ,  herkhomen,  wesen 
vnnd  ftirnemen  erinndert  sein,  was  sy  auch,  sider  sy  bey  E.  Maj.  in 
Hispanien  gewesen ,  mit  Iren  verwonndten  (BL  202*.)  guets  ge- 
hanndlt.  Was  gehorsamb  sy  E.  Maj.  erzaigt.  Darumb  Ich  mich  tröst 
E.  Kay.  Maj.  werde  in  wider  mich ,  auch  in  anndern  Sachen  dest- 
weniger  glauben  geben.  Mit  aller  diemutigkhait  bittundt,  E.  Kay. 
Maj.»  alls  sy  das  von  angebornner  Natur  hat,  welle  denselben  Leutten, 
hintzt  auff  genflgsame  verhör,  khain  glauben  geben.  Ich  hoff  gftnntz- 
lich  zw  Got,  wo  es  darzue  khumbt  das  wir  gegeneinannder  verhört, 
werden  E.  Maj.  befinden,  das  Ich  mich  gehallten  vnnd  gehanndit 
hab,  als  ein  frumber  vnnd  aller  mein  Namen  sich  nie  annders  bey 
E.  Maj.  Voruordem  gehallten,  dann  das  sy  hintzther  vnnd  Ich,  alls 
der  Jöngsten  ainer,  in  Ire  Diennst  vnnd  höchste  Ambter  begert  vnnd 
eruordert  sein  worden.  E.  Maj.  werden  auch  finden,  wie  sich  annder 
Leuth  gehallten,  darumb  vill  POecher  gedruckht  vnnd  geschriben 
vnnd  noch  in  der  mennschen  (BL  202^.)  gedächtnuss  sein.  Will 
mich  allflo  mit  aller  Vnnderthänigkhait  derselben  E.  Maj.  beuolhen 
haben. 

Von  Lannckhowitz,  den  Achten  Nouembris. 
Anno  etc.  im  20. 
Ersamen,  Weisen  Herrn.  Allen  den,  die  sich  frundtlicher  vnnd 
gebOrlichermassen  gegen  mir  gebrauchen ,  Bin  Ich  berait  widerumb 
rreundtliehen,  gueten  vnnd  Nachtberlichen  willen  zubeweisen.  Die- 
weill  Ich  in  meiner  Jugennt  in  die  Stat  Wienn  gelassen  und  khumen 
bin ,  daselbs  tugenndt  vnnd  guete  sitten  vnnd  etwas  der  khunst  ge- 
lernnet,  vill  guets  dauon  Emphanngen,  dardurch  Ich  gross  Eerlich 
Stänndt  erlanngt,  in  den  ansehenlichisten  bündeln  gebraucht,  darumb 
Ich  alzeyt  der  Stat  Wienn  dannckhbar  gewest,  allen  Inwonern  nach 
meinem  vermugen  geraten  vnnd  geholffen,  vnnd  bette  das,  gleich 
alls  Phlichtig,  (BL  203".)  fQran  albeg  gern  gethon.  Aber  am  Jungst 
gehalltnem  Lanndtag,  Michaelis  zw  Cluster  Neuburg,  Ist  ain  hannd- 
lung  durch  etlich  fiirgenomen  gewest,  des  willenns,  mich  an  meinen 
glimpffen  vnnd  Eern  zubelaidigen.  Nämblich  mich  bezigen  etlicher 
Sachen  vnnd  hanndlungen,  durch  mich  beganngen,  dardurch  ainer 
Ersamen  Lanndtschafft  khainesweegs  well  gebflrn ,  die  Khaiserlichen 
beuelch  von  mir  anzunemen  oder  zuhören.  Mir  auch  mein  Namen 
vnnd  Titth  vber  mennschlich  gedächtnuss  gebraucht,  den  mir  auch 


240  1520. 

Khaiser  vnnd  Khunig  schreiben  vnnd  geben ,  zunündern  ynnd  auszu- 
thun  vnnderstannden ,  was  des  in  schlifft  verfasst  vnnd  vberanntwort 
ist,  gestellt  in  namen  der  vier  Stenndt  der  Lahndtschafil  in  Öster- 
reich ,  alls  vill  der  dasselb  mall  yersambelt  warn ,  vnnd  durch  den 
Lanndtmarschalch  (BL  203^.)  den  Khaiserlichen  Comissarien,  mein 
mitrerwonndten,  tberanntwort.  So  Ich  dann  der  sachen  nachfrage 
befind  Ich,  das  nicht  aller  der,  die  da  versambelt  waren,  willen,  zue- 
geben  oder  mainung  sey  gewesen,  soliches  derroassen  mbillichen 
gegen  mir  zuhanndlen.  Vnnd  hab  aus  den  dreyen  Stennden,  ynnd 
nicht  die  minderisten,  die  sich  soliches  nicht  angenomen,  noch  an- 
nemen  wellen.  Vill  wollen  sich  enntschuldigen  vnnd  sagen:  „die 
gelerten  haben  sy  darein  geredt.  **  Dieweill  aberüiembt  souill  gelerter 
hat,  dann  Ir,  vnnd  seyt  die  fumembisten  im  Burger  Stanndt»  hab  Ich 
in  Rat  gefunden.  Euch  auch  darumb  zu  besuechen  mnd  darinn  zu- 
uernemen :  Ob  Ir  auch  der  mainung  vnnd  die  vrsacher  seyt  gewest, 
wider  alle  Vemunfft  mich  vnuerhörten,  on  all  Redlich  vrsachen,  zw 
(Bl  20ir.)  Schimpfiern  vnnd  zuuerletzen.  Dann  Ich  will  mich  gegen 
allen,  die  soliches  wider  mich  gevebt  vnnd  des  vrsacher  sein,  Alb 
einem  frumben  Ritter  woU  gezimbt,  hallten.  Dabey  menigclich  ab- 
nemen  soll.  Das  mir  solich  vnbillich  schimpfierung  layd  vnnd  mein 
Eer  lieb  ist.  Bitt  desshalb  Eur  verschribne  Anntwort  etc. 

Die  von  Wienn  haben  sich  hernach  mit  mir  vertragen  vnnd 
gesagt :  „Die  gemain  Burgerschafll  habe  an  dem  khain  schulld*',  vnnd 
gebeten :  „khainen  vnwillen  derhalben  gegen  Inen  zutragen.^  Ynnd 
haben  mir  ain  StOckh  Tamaskh  verEerdt.  Weill  dann  die  straff  der- 
massen  nach  dem  vrti  gegen  den  vrsachem  fürgenomen,  hab  Ich  auch 
nicht  weitter  wider  sy  hanndlen  wellen. 

(Bl.  204*.}  Hochwirdiger  Fürst,  genediger  Herr,  Eerwirdigen, 
Wolgebornnen,  Oestrenngen  Herrn,  Edlen,  Vessten,  Ersamen,  weisen 
von  den  Stennden  ditz  Ertzhertzogthumb  Osterreich.  Alls  Khaiser 
Carl,  vnnser  Allergenedigister  Herr  vnnd  derselben  zejrt  LanndtsfQrst, 
weillennd  Graf  Sigmunden  vom  Hag,  herm  Wilhalbm  Schroten  vnnd 
mich  auff  den  Lanndtag,  zw  Closter  Neuburg  gehallten,  Verordennt 
vnnd  geschickht,  daselbst  etlich  mein  missgünner  souil  gehanndlt, 
das  mit  gemellten  meinen  mitverordennten  manicherlay  meinethalben 
gehanndlt  vnnd  am  letzten  dahin  bracht,  das  in  namen  der  vier 
StSnndt  der  Lanndtschaffl,  souil  der  dazumall  versambellt,  durch  ain 
schriffl  protestiert  meiner  gegenwürtigkhait ,  sich  nicht  begeben  der 


im.  241 

hanndlung  halben»  die  Ich  gegen  der  Lanndschaffl  Gesanndten  in 
Hispanien  (BL  205*,)  beganngen  oder  geOebt  soll  haben.  In  welicher 
schrifilen  mir  auch  mein  gebürlieher  Namb ,  wie  Ich  den  mit  meinen 
YorElltem  weit  yber  mennschen  gedennekhen  herbraeht,  von  Khai- 
sem,  KhQnigen,  Fürsten  ynnd  yasst  aller  menigelieh  also  genennt 
ynd  gebraucht,  ausgewischt,  abgethon  ynnd  yeränndert,  Dargegen 
Ich  mir  yorbehallten,  zw  gebarlicher  zeyt  mein  notdurffl  darinn  zu- 
hanndlen,  —  Dieweil  dann  die  gemainschafil  der  mennschen  khainer- 
lay  anspruch  abnimbt,  allain  die  InJurj  oder  Eernhändl,  —  ynnd 
nachdem  soliche  Protestation  beschehen ,  khan  Ich  nit  woll  annders 
abnemen.  Ich  sey  ainer  Lanndtschafft  ettlicher  Sachen  angeben,  durch 
mich  gehanndlt,  dardurch  Ich  pracht  sollt  werden,  nicht  Erberlich 
oder  woll  gehanndlet.  Wann  sonnst  war  khainer  Protestation  gegen 
mir  not  gewesen; 

(*£/.  20S^.)  Do  Ich  aber  der  sachen  nachganngen  ynnd  gefragt, 
hab  Ich  befunden  yill  yon  den  Stennden  allennthalben ,  die  mit  mir 
geessen^  Trunckhen,  hanndtgeboten,  freundtlichen  gehanndlt,  geredt 
ynnd  in  annder  weeg  erkhundigt,  das  soliches  alles  der  yon  den 
Stennden,  so  dazumall  yersambelt,  willen  ynnd  mainung  nit  gewesen. 
Ynnd  nachdem  Ich,  on  Ruemb  zureden,  all  mein  tag  warbafflig  mit 
khainer  Vnthat  beschriern ,  sonnder  neben  anndern  frumben  meniges 
stanndts  mein  guet  wesen  herbracht,  in  zwayer  Römischen  Khaiser 
ynnd  bey  etlichen  grossmechtigen  KhQnigen ,  Churfürsten ,  Fürsten, 
Grauen,  Herrn,  Ritter  ynnd  khnechten ,  in  Räten,  Potschafflen,  in 
schimpff  ynnd  Emnst  gewest,  gewonndt,  gehanndlt,  neben  denen 
gestannden,  (BL  206'.)  gesessen,  Alls  Ich  noch  anheut,  Wiewoll 
ynuerdiennter,  dermassen  gestellt.  Wollt  mir  gar  schwär  sein,  ain 
soliche  hanndlung  stilschweigenndt  f&rzugeen.  Möcht  manicher  Geist- 
lich, weltlich,  Edl  oder  ynEdl  gedennekhen,  Ich  bette  yill  arges  ge- 
fhon,  Darumb  will  mir  yon  nöten  sein,  zuwissen.  Wer  ynnd  welich 
die  sein ,  ynnd  wie  Ir  namen  haissen ,  ynnd  warumb  mir  soliches  die 
auff  demselben  Lanndtag  zuegeffiegt?  Bitt  Ich  darauff,  ein  Ersame 
Lanndtschafft  welle  alle  die,  so  yormalls  gemaint  oder  noch  yer- 
mainen  oder  wissen,  solich  sachen  wider  mich  darzubringen,  das  Ich 
nit  wirdig  sein  soll,  neben  anndern  in  Kay.  Haj.  etc.  oder  förstl. 
durchl.  beuelhen  oder  anndern  Eerlichen  sachen  neben  ynnd  gegen 
{BL  206K)  gueten  Leuten  zuhanndlen,  Oder,  das  Ich  den  namen 
„von  Herberstain**  ynbillich  hab  ynnd  mich  des  gebrauch;   darzue 

Fontes.  VIII.  16 


242  1520. 

yermügen»  das  der  oder  die  Ir Namen  rnnd  mainung  mir  in  schrifilen 
zuestellen.  So  waiss  Ich  vnnd  will  mich  dermässen  gegen  denselben 
yeranntworten»  daran  all  frnmben  ein  gefallen  sollen  haben. 

Wo  aber  khainer  war,  der  sich  des  ynndersteen  wollt,  vnnd 
ainicberlay  yormalls  angezeigt  war  worden,  Das  meinen  Eern  ynnd 
glimpffen  enntgegen  sein  möcht.  Will  Ich  all  menigclich  gebeten 
haben,  die  Sachen  darfiir  erkhennen  ynnd  achten,  mir  ynuerletzlich, 
ynnd  durch  dieselben  mir  ynrecht  beschehen  sein.  Yerhoff  auch,  mir 
werde  billich  abtrag  darinn  beschehen.  Bitt  auch  desshalb  forder- 
liche Anntwordt. 

(Fehlt  die  Seitenzahl.)  Die  yon  Wienn  hierlun  ausgeschlossen. 
Mit  den  Ich,  nach  gelegenhait  der  Zeyt,  mein  hanndlung,  wie  sich 
gebürt,  zuuerfüren  yerhoff. 

Sigmund  yon  Herberstain  Ritter  etc. 

Disse  schriift  Ist  durch  herr  Sigmunden  yon  Herberstain  in  dem 
Lanndtag,  so  zw  der  Newstat,  auff  Mittichen  nach  Erhardj  des  drey- 
ynndzwaintzigisten  Jars ,  gehallten.  Am  Sambstag  nach  Anthonj ,  in 
besamblung  der  dreyer  Stänndt,  offennlich  yerlesen  worden.  Aber 
derselben  Zeyt  yon  niembt  khain  yermeldung  oder  Anntwort  darauff 
geschehen. 

Am  Erchtag,  Sanndt  Sebastiannstag  <),  hat  herr  Cristoff  yon 
Puechaim,  Verweser  des  Lanndtmarschalchambts  in  Österreich,  in 
beywesen  Herrn  Pilgrambs  (fehlt  die  Seitenzahl)  yon  Puechaim, 
auch  herrn  Hannsens  von  Puechaim  zw  Hörn  ynnd  herrn  Manen 
Treytzsaurwein  geredt  in  der  Canntzley;  „Es  haben  die  yon  der 
Lanndtschaffl  Eur  schrifR  yemomen,  ynnd  waiss  Euch  niembt  nichts 
zubezeihen.  Vnnd  ist  beuolhen.  Euch  Eur  schriffl  wider  zuezestellen. 
So  Ir  aber  die  nit  habt  wellen  annemen ,  hab  Ich  die  yberschriben 
ynnd  zw  den  anndern  sachen  des  Lanndtags  gelegt.**  Darzue  Ich 
geredt:  „hab  es  vmb  desswillen  hie  ermellt,  das  Ich  die  Anntwort, 
in  beywesen  der  zwayen  herrn  ynnd  des  yerwallter  der  Canntz- 
ley, yon  Euch,  alls  yerweser  des  Marschalch  Ambts,  hör  ynnd 
emphach**  etc. 

So  dann  die  maisten  meine  Widersacher,  weliche  dermässen 
wider  mich  gehanndlt  ynnd  die  anndern  daran  beredt  haben,^J?/.  207'',) 


0  Das  ist  1523. 


i»ao.  243 

vmb  Ir  yerschullden  am  leben  gestrafft  seindt  worden ,  ynnd  die  ybe- 
rigen  mir  durch  den  yerwallter  des  Lanndtmarschalchen  Ambts  selbs 
gesagt:  „sy  bezeihen  mich  nichts,*'  hab  Ich  auch  nicht  weitter  wider 
die  yerfterten  ynnd  ynschaldigen  banndien.  Ja  auch  zw  dem  Anngst- 
lichen  meiner  widerwärtigen  gericht  zu  Räch  nit  geen,  noch  zue- 
sehen  wellen. 

^  (Folgt  eine  halbe  leere  Seite.) 

(BL  207\)  Wir  Carl  etc.  Embieten  den  Ersamen,  Weisen, 
ynnsern  besonndern  lieben  ynnd  getreuen  N.,  den  Verwesern,  Bür- 
germaistern ynnd  Rats ,  auch  den  genannten  yund  ganntzer  gemain 
ynnser  Stat  Wienn  ynnser  gnad  ynnd  alles  guets.   Wir  haben  Eur, 
der  genannten,  Waaln  aina  Burgermaister  ynnd  Rats  herrn  gemellter 
ynnser  Stat  Wienn  ersehen ,    ynnd  befinden  Doctor  Merten  Siben- 
burger  mit  den  maisten  Stymen  zw  Burgermaister  Erwellt,  nachuol- 
gund  die  nachbestimbten  Achzehen  Person  mit  den  merern  waaln  zw 
Rats  herrn  erkhorn,  mit  namen:   Friderich  Piesch,  Mert  Kheckh, 
Hannss  Aynner,  Hanns  Eekhl,  Virich  Schwager,  Wolfganng  Khirch- 
hofen,  Hanns  Khachler,  Hanns  Huettstockher,  Caspar  Reytter,  Steffan 
Sehlachindweyt,    Wolfganng   Schmidinger,    Graf   Fleischhackher, 
Hanns  Een,  Wolfganng  Aslabin,    Lorenntz  Httttndorfer,  Sigmund 
(BL  208*.)  Stayner,  Michel  Winter  ynnd  Hannsen  Schwartz,  Müntz- 
maister.  Vnnd  wiewoll  wir  etlicher  Personen,  yerganngner  hänndl 
halber,  beschwärung  tragen ,  die  wir  auch  hiemit  nit  begeben  haben, 
yedoch  auff  Eur  geOebt  Clag  ynnd  Vngeduld,  Alls  ob  Euch  bisheer 
Eur  Waaln  geftrlich  oder  ynnotdürfilig  yerkhert  sein  sollen,  ynnd 
ymb  das  wir  yernemen  ynnderfaren,  wie  Ir  Euch,  so  wir  Euch  die 
Waal  nach  Eurm  willen  lassen,  schickhen  ynnd  hallten  werdet.  So 
sein  wir  enntschlossen ,  Euch  ditzmalls  die  obgeschriben  Waal  in 
nichten  yerkhert  zubewUligen  ynnd  zw  Confirmiem.   Das  wir  auch 
hiemit  thun,  in  Crafil  ditz  brieffs.   Darneben  nennen  ynnd  setzen  wir 
Euch  zw  ynnserm  Richter  ynnsern  getreuen ,  lieben  Laslaen  Edlas- 
perger.  Vnnd  leihen  Im  ynnser  Pau  ynnd. Acht,  yber  das  Pluet  zu- 
richten. Alles  dertioS(Bl  208^.)nuj\g  ynnd  Zuuersicht,  Ir  werdt 
ynnser ,  alls  herrn  ynnd  LanndtsfÜrsten,  hochait,  fürstlich  Obrigkhait 
ynnd  aigenthumb,  mer,  dann  nach  abganng  weillennd  ynnsers  lieben 
herrn  ynnd  Anherrn  Khaiser  Maximilians,  loblicher  gedächtnuss, 
beschehen  sein  m5cht,  bedennckben  ynnd  yor  Augen  haben,  ynnsern 

16* 


244  1520. 

Tnnd  gemainer  Stat  nutz  betrachten  vnnd  fördern ,  aigen  nutz  ynnd 
willen  verlassen,  auffrichtig,  gleich  gericht  vnnd  Recht,  on  alle  Räch 
erganngner  Sachen,  auch  guete,  ordennliche,  Ersaroe  Policey  fttrne- 
men  ?nnd  hallten,  vnnd  Euch  alls  ain  ynnser  naoibhaffte,  beraembte 
Stat,  anndern  loblichen,  ta  ffern.  Erbern  Stetten  vergleichen,  dar- 
durch  ynnser  gefallen  ynnd  gnad  zw  Euch  zubewegen  vnnd  zu  mern, 
gemainer  Stat  zw  mer  Ruemb,  aufnemen  vnnd  guetem  zu  furdern, 
ynnd  vor  Zerrüttung  vnnd  Abfall  zviVier(Bl.  209". Jhüetien.  Dann  wo 
soliches  nit  beschäch,  vnnd  vnns  in  ynnser  fürstliche  hochhält,  Ober- 
khaiten  vnnd  aigenthumb.  Auch  in  ynnser  Stat  gemainen  nutz  weitter 
Besch wärung  begegnen.  Werden  wir  geursacht,  nit  allain  In  Eur 
Järlich  Waaln,  sonnder  auch  in  annder  weeg,  der  notdurfil  nach, 
solicher  gestallt  einzusehen,  einzugreifen  vnnd  zuhanndlen,  dardurch 
die  schuldigen  erkhenndt,  vnnd  ynnser  Stat  Irenthalben  dannocht  an 
wirden  bey  vnns  besteen  wtlrd.  Das  wollten  wir  Euch  zw  genediger 
Warnung  nit  verhallten.  Datum  Wormbs,  am  Sibenvnndzwaintzigisten 
January.  Anno  etc.  im  Ainsvnndzwaintzigisten. 
(Etwa  eioDrittel  dieser  Seite  und  die  folgenden  sieben  Seiten  sind  unbeschrieben.) 

(Bl.  213\)  Geen  Hungern. 
'  So  bin  Ich  in  Khay.  Maj.  namen  zw  Khünig  Ludwigen  geen 
Hungern,  mit  vnnd  neben  herrn  Johann  Schnaytpeckhen,  österreichi- 
schen Canntzler,  verordennt  vnnd  geschickht  worden.  Von  wegen 
aines  Angriff,  der  im  Lannd  ob  der  Ennss  einem  Behemischen  Khauff- 
man  geschach,  darumb  die  Behemischen  vnnd  Märherischen  droeten. 
Vnnd  von  wegen  der  Wamphy  zw  Niderlimbach  9  angriff,  den  sy  in 
das  Lannd  Steyer  gethon  hetten.  Der  Schnaitpeckh  khamb  nit.  Ich 
müest  die  Sachen  verrichten.  GleichwoU  die  von  Steyer  verrichten 
die  Sachen  selbs.  Schluegen  die  Hungerischen,  damit  was  diser 
Hanndl  verriebt. 

Römischer  vnnd  Hispanischer  Ku.  Maj.  etc.  Stathallter 
ynnd  Regennten  Irer  Maj.  Obristen  Regiments  aller 
österreichischen  Lannde. 


^)  Das  ist:  Banfi  de  Als6-Lendva.  Welche  von  den  damals  lebenden  Brfidem, 
Johann  V.i  Jakob  II.  und  Franz  II.  gemeint  sind ,  hfilt  schwer  zu  entschei- 
den. Ober  den  Einfall  selbst  yermocht  ich  dermal  nichts  aufzufinden.  Vergl. 
über  die  Familie  dieser  reich  begüterten  Grafen  C.  Wagner*s  Collect 
geneal.  Poson.  1802,  8.  1,  9 — 26  und  A.  Lehotzky*s,  Regni  Huogariae  Status 
et  Ordines.  Poson.  1796,  4.  P.  II,  40  ff. 


1520. 


245 


Besonnder  lieber  TDnd  gueter /reundt.  Wir  haben  dich  mit 
sambtDoctor  Johann  Sehnaitpeckhen,  Niderösterreichischen  Canntzler» 
(Bl  213*.)  in  etwas  benennter  Ku.  Maj.  vnnd  derselben  Bnieder  etc., 
ynnser  Allergenedigistenvnnd  lieben  genedigisten  Herrn,  Aach  Irer  Maj. 
ynd  fitrstl.  gnad.  Lannd  ynnd  Leutten  treffennlichen  geschafften  zw  der 
KhQnigclichen  wierd  zw  Hungern  zuziehen  vnnd  daselbst,  Innhallt  vnnser 
Instruction,  zuhanndln  förgenomen  ynnd  yerordennt.  Vnnd  ist  darauff 
ynnser,  in  namen  Irer  Kw.  Maj.  ynnd  gnaden,  begern,  mit  Ernnst  beuel- 
henndt,dw  wellest  dich  zw  stundanynnd  on  yerziehenmitfünffPhärdten 
berait  machen  ynnd  in  die  Neuenstat  zw  bertirtem  Schnait-Peckhen 
Reitten,  daselbst  dw  ynnser  Instruction  obuermellt,  darzue  auch  fänff- 
tzig  gülden  Reinisch  auff  dein  Zerung  finden  wierdest.  Vnnd  ob  dw 
hierüber  merers  notdürfftig  oder  ausgeben  wurdest,  desselben  wellen 
wir  dich  yon  Ku.  Maj.  wegen  auch  zuenntrichten  yerordnen.  Vnnd 
demnach  ^</u)solicheRaiss  nitwaigrest  noch  abschlahest.  Daran  thuest 
du  Ku.  Maj.  ynnd  derselben  Brueder  willen  ynnd  Ernnstliche  mainung. 
Geben  zw  Augspurg,  (Bl  21^*',)  am  Achtennden  tag  Juny.  Anno  etc. 
im  Zwaintzigisten. 

Vnnserm  besonndern  lieben  ynnd  gueten  freundt,  Sigmunden 
yon  Herberstain. 

In  demselben  Jar  widerumb  yon  wegen  der  Frauen  yon  Weis- 
priach,  die  herr  Juersickh  Tarnickho  im  Lannd  zw  Osterreich  ge- 
fanngen  ynnd  in  Hungern  geftiert  hat,  geen  Hungern  geschickht.  Inn- 
hallt des  beuelchs: 

Carolus. 

Getreuen,  lieben.  Wir  haben  auff  weillenndt  Vlrichen  yon 
Weispriachs  yerlassen  Wittib  ynnd  Khinder  freundtschafft  ansuechen 
ynd  begern  ain  Instruction  auff  den  Erwirdigen  ynnsern  Fürsten,  An- 
dächtigen ynnd  ynnser  lieb  getreuen  Johannsen  Geyroan,  hochmaister 
Sanndt  Georgen  Orden ,  Georgen  yon  Puechaim  ynnd  Euch  baid  ge- 
fertigt, was  Ir  samentlich  mit  der  Khönigclichen  wierde  zw  Hungern 
ynnd  Behaimb  hanndlen  sollet,  wie  Ir  yememen  werdet.  Vnnd  ist 
darauff  an  Euch  ynnser  beuelch,  das  Ir  also  solich  (Bl.  21^*.)  sachen 
nach  dem  Pessten,  Innhallt  bemelter  Instruction,  an  sein  khünigcliche 
wirde  bringen  ynnd  yerhelffen  wellet,  damit  die  fraw  ynnd  khind  Irer 
Fennckhnuss  also  geledigt  werden.  Daran  thuet  Ir  ynnser  Ernnst- 
liche mainung.    Geben  am  zwelfflten  tag  Septembris  Anno  etc.  im 


246  1520. 

zwaintzigisten ,  rnnserer  Reich  des  Römischen  im  anDdera  vand  der 

anndern  im  fünflfien. 

Ynnsern  getreuen»  lieben  Johann  Mraxy ,  ynnserm 
Phleger  zu  Drosendorff»  ynnd  Sigmunden  yon  Her- 
berstain,  ynnsern  Räten. 

Matheus,  yon  gottes  gnaden  Cardinal»  Ertzbischoue  zw 

Saltzburg. 

Vnnsern  gunstlichen  grues  zuuor.  Besonnder  lieber.  Wir  haben 
dein  schreiben,  des  Datum  steet:  am  Sibenynndzwaintzigisten  tag  des 
monats  Augusty,  empbanngen»  ynnd  yill  guets  beriehts  daraus  yer- 
stannden.  Ynnd  dannckhen  dier  desselben  deines  anzaigenns,  daran 
du  dann  rechts  gethon  hast.  Vnnser  mitStathallter  haben  d«s  auch 
yon  dier  ain  (Bl.  215*",)  sonnders  gefallen  gehabt.  Ynnd  wir  ynnd 
dieselben  ynnser  mitStathallter  schreiben  dier  hieneben  auff  all  Articl 
gueten  beschaid»  wie  dw  dann  sehen  wierdest.  Wir  begem  auch  an 
dich,  das  dw  ynns  hinfuron  ofil  schreibest,  yon  allem  das  sich  zue- 
tragen  wierdet.  Dw  machst  ynns  auch  daneben  dein  aigen  saehen 
ynnd  was  dier  anügt  auch  zueschreiben.  So  wellen  wir  allzeit  gern 
das  Pesst  Tür  Dich  yerheliTen  ynnd  genedigen  beschaid  darauff  schrei- 
ben. Dessgleichen  auch  herr  Jhan  Mraxy,  d^m  wellest  soUches  yon 
ynns  ansagen.  Wollten  wir  dier  genediger  mainung  nit  yerhallten. 
Datum  Augspurg,  am  dreyzehenndn  tag  des  monats  Septembris» 
Anno  etc.  im  zwaintzigisten« 

Ynnserm  besonndern  lieben  Sigmunden  yon  Her- 
berstain.  Römischer  ynnd  Hispanischer  Khw. 
Maj.  etc.  Rat. 

(BL  2iS\)  1521. 
Raiss  zw  Khay.  Maj.  etc.  geen  Wormbs. 

Der  Erwellte  Römische  Khayser,  Carl  der  Fönfft,  Ist  aus  Hispa- 
nien  geschifft  ynnd  in  Niderlannden  ankhomen  Am  Ersten  Juny  im 
1520.,  ynnd  dann  zw  Ach  gekhrönndt  alls  Römischer  Khünig.  Darnach 
hiellt  den  ersten  Reichstag  zw  Wormbs.  Daselbsthin  bin  Ich  yon 
seiner  Maj.  eruordert.  Darumb  mich  zw  Lanngkhabitz  in  Steyer  i)?  ii^ 

*)  Lankowitz  im  Grazer  Kreise.    Schloss  und  Amt  war  am  11.  August  1511 
Georgen  von  Herberstein  satzweise  übergeben  worden.   Schmutz,  Lex.  ?. 
teierm  2>  368. 


1521. 


247 


den  letzten  tagen  Janoary»  erhebt.  Den  weeg  genomen:  vber  die 
Alben  nach  Judenbnrg,  Pels»  vber  den  Tbanrn  geen  Rotenman, 
Schladning,  Rastat,  Saltzburg,  Lofers,  Sanndt  Johanns,  Wergl,  Radn- 
burg  *)>  Schwatz,  Innsprugg,  Telfs,  Reitta  »),  Khembten,  Mämmingen, 
Vlm,  yber  die  Thunaw,  Gepingen,  Esslingen,  Constat,  Maulprun, 
Speyer,  yber  den  Rein,  vnnd  dann,  an  dem  gesetzten  tag  Sanndt  u.  Febr. 
Mathias,  geen  Wormbs  ankhomen.  Die  yrsach  meiner  eruorderung 
was,denTertrag,  im  leben  Khaiser  Maximilians  aufgericht,  zuuolziehen. 
Nämblichen  hat  Georg  von  Egg  die  Haubtmansehaflfl  Gdrtz 

Martin  Luther  kham  geen  Wurmbs  am  Ertag  ror  Georgy 
(23.  April),  Am  mitwoch  (2i,  April)  ward  er  gehört.  Am  pflntz- 
tag  (2S.  April)  sein  antburt  gebn.  Am  Freitag  (26.  April)  wider 
Yerruckht.  (H.) 

(Bl.  21 6^^  sollen  Graf  Hoyem  von  Mannsfeldt  abgetretten  haben,  die 
soll  dann  herr  Franntz  Khastlallt  yon  des  Grauenwegen  mit  ettlichen  Con- 
ditionen  Inngehabt,  der  yon  Egg  soll  Tybein  *)  dargegen  eingenomen 
haben.  Hanns  Hofer  ffir  Tybein  dieGrafschafilMitterburg,ynnd  Hanns  yon 
der  Dürr  gegen  Mitterburg  Märnfells  in  Isterreich,  das  meiner  gebrüeder 
ynndmein  Erb  was,  darför  ynns  die  Herrschaffl  Neyperg  in  Steyer  mit 
anndem  gOettern  in  gleichem  werdt  Erblichen  gegeben  bette  sollen 
werden.  Die  sachen  hat  sich  lanng  yerzogen.  In  mitler  Zeyt  bin  Ich, 
alls  der  AUten  Räte  ainer,  in  des  Reichs  Camergericht  gesetzt 
worden,  neben  anndern  Räten,  die  gerichtlichen  sachen  helffen  zwyrtln. 

Aus  dem  obengemellten  yertrag  ward  nichts.  Der  Khaiser  yer- 
ornndte  mich  zw  ainem  Lannd  Rat  im  Fürstenthumb  Steyer,  gab  mir 
den  bestellbrieff;  yerschueff  mir  mein  Zerung  zubezallen ,  ynnd  ward 
damit  gefertigt. 

Voigt  der  bestellbrief : 

(BL  216\)  Wir  Charl,  von  gottes  genaden  Erwellter  Römi- 
scher Khaiser ,  zw  allen  zeiten  merer  des  Reichs  in  Germanien ;  zw 
Hispanien,  baider  Sicilien,  Hierusalem,  Hungern,  Dalmatien,Croatien  etc. 


^)  D.  i.  Rattenberg. 
«)  Reutte. 


*)  DniDo. 


248 


1521. 


Khunig;  Ertzbertzog  zw  Österreich»  Hertzog  zu  Burgundy»  zw  Bra- 
bannt;  Graue  zw  Habspurg,  zw  Flanndern  vnnd  TyroU  etc.  Bekhennen 
für  ynns  auch  den  Durchleucbtigeft  Fürsten,  Herrn  Ferdinannden» 
Infannten  zw  Hispanien,  Ertzhertzogen  zw  Osterreich»  ynnsern  lieben 
Brueder,  in  Crafft  ynnsers  yollkhomnen  gwallts,  so  wir  yon  seiner 
lieb  haben,  das  wir  vnnsern  getreuen,  lieben  Sigmunden  von  Herber- 
stain,  ynnsern  Rat,  zw  Tnnserm  Lanndtrat  in  vnnserm  ffirsstenthumb 
Steyer,  an  stat  weillenndt  Wolffganngen  von  Sauraw,  mit  hundert 
gülden  Reinisch  solldt  vnnd  dem  gewonndlichen  Lyfergellt,  zw  den 
Zeiten  so  Er  gebraucht  wierdet,  wie  annder  ynnser  Lannd  Rät,  auf- 
genomen  ynnd  geordennt  haben ,  wissennlich  mit  disera  brief.  Also 
das  er  nun  hinfür  ynnser  Lanndt  Rat  sein ,  sich  alzeyt  auflf  ynnserer 
Haubtmans  ynnd  Vitzdombs  eruordern  in  ynnsern  (Bl,  211*,) 
Lanndts  ynnd  Cammerguets  saehen  ynnd  geschäfllen  willigelich  brau- 
chen lassen,  getreulich  ynnd  yleissigclich  dienen,  in  albeg  ynnsern 
Nutz  ynnd  frumben  betrachten  ynnd  fördern,  schaden  ynnd  nachtaiU 
warnnen  ynnd  wennden,  ynnd  alles  das  thun  soll,  das  ain  getreuer 
Rat  ynnd  dienner  seinem  herrn  schuldig  ist,  alls  Er  ynns  soliches 
gelobt  hat.  Treulich  ynnd  yngeuarlich.  Bfit  yrkhundt  dits  brieflfs. 
Geben  in  ynnser  ynnd  des  Reichs  Stat  Wormbs,  am  Neunynndzwain- 
tzigisten  tag  des  Monats  Marty ,  Anno  etc.  im  Ainyndzwaintzigisten, 
ynnserer  Reiche :  des  Römischen  im  Anndern,  ynnd  aller  anndern  im 
Sechsten.     Carolus. 

Ad  Mandatum  Caes.  et  Catholice  Mai^.  proprium : 

Max.  Transiluan. 

Reg.  M.  PQchler. 

Reuers  darauff: 

Bekhenn  offennlich  mit  disem  brieflf:  Alls  (BL  21T.)  mich  die 
bemellt  Kay.  Maj.  für  sich  ynnd  Irer  Maj.  Bruedern,  Ertzhertzogen 
Ferdinanden,  meiner  genedigisten  herrn,  zw  ainem  Lanndtrat  in  Irer 
Maj.  ynnd  fürstl.  gnad.  Fürsstenthumb  Steyer,  ymb  ain  hundert  gülden 
Järlichs  soldts  ynnd  das  gewonndlich  Lyfergellt,  zw  den  zeyten, 
wann  Ich  in  Irer  Maj.  ynnd  fürstlichen  gnaden  diennsten  ynnd  ge- 
schaßten gebraucht,  wie  dann  anndern  Irer  Maj.  ynnd  gnaden  Räten 
auch  geben  wierdet,  aufgenomen  ynnd  bestellt  hat.  Das  Ich  darauflf 
Irer  Kay.  Maj.  bey  meinen  Eern  ynnd  treuen,  an  Aydts  Phlicht  yer- 
sprochen  ynnd  zuegesagt  hab,  in  Crafft  ditz  brieffs,  mich  alzeyt,  so 


i5Äi.  249 

lanng  ich  in  solicher  besoldung  bio»  in  Irer  Maj.  mnd  fQrstL  gnad. 
Lannd  ynnd  Cammergnetssacben  ynnd  geschtfilen  willigclichen  ge- 
brauchen lassen»  vnnd  auff  den  Haubtman  ynnd  Yitzdomb  daselbst 
mein  yleissig  aufsehen  haben»  auff  Ir  eruordern  geborsamblicb  erschein» 
ynnd  in  albeg  Irer  Maj.  ynnd  ftirsti.  gnad. ,  alls  Regierennden  herm 
in  Steyer»  nutz  ynnd  frumben  betrachten  ynnd  f&rdern»  schaden  ynnd 
nachtaill  warnnen»  wennden.  (Bl.  218*.)  Vnnd  sonnst  alles  das 
thun»  das  ain  getreuer  Rat  ynnd  dienner  seiner  herrn  zuthun  schuldig 
ynnd  yerpunden  ist.  Treulich  ynnd  yngeuftrlich.  Des  zw  yrkhundt  etc. 

Derselben  zeyt  ward  Ertzhertzog  Ferdinannd»  des  Khaiser  Brue- 
der,  aus  dem  Niederlanndtberuefil»  ynnd  khamb  geen  Wormbs,  do 
Ich  mich  seiner  Durchleuchte  alls  meinem  rechten  natürlichen  Erb- 
herrn ynnd  Lanndtsftirsten»  erzaigt  ynnd  beuolhen  hab.  Darnach 
namb  ich  mein  weeg  widerumb  yon  Wormbs»  am  Sibennden  May.  7.  Mai. 
Geen  Agersham  *)  drey  meill,  geen  Speyer  drey,  geen  Prüssl  ») 
drey»  geen  Pretta  zwo»  geen  Knüttlingen  ain  halbe.  Daselbstn 
sein  yor  gar  wenig  tagen  etliche»  auch  des  Khaiser  dienner»  gefanngen 
hingef&ert  worden.  Geen  Yahingen  *)  drithalbe  meill»  geen  Esslingen 
fQnff»  geen  Geislingen  itinff,  geen  Burgaw  ftinff»  geen  Augspurg  fQnff» 
geen  Innderstorff  fiinff»  geen  Freysing  drey»  geen  Lanndtshuet  yier» 
geen  Eggenfelden  Sechs»  geen  Pockhingen  f&nflflhalbe»  geen  Passaw 
drey»  geen  Aschaw  ^)  ftinff»  geen  Lynntz  yier  meill. 

(Bl.  218^.)  Ich  belib  da»  hintzt  Ertzhertzog  Ferdinannd  khame» 
dann  da  wartettn  seiner  Durchl.  Praut»  KhQnigin  yon  Hungern  Anna, 
ynnd  Schwester  KhQnigin  Maria.  AIlso  hiellt  sein  Durchl.  hochzeyt 
am  Suntag  der  heilligen  Driualtigkhait»  das  was  der  Sechsynnd- 
zwaintzigist  tag  May.  Bin  bey  solicher  hochzeyt  auff  mein  selbst  26.  Mai. 
Cossten  beliben.  Darnach  namb  Ich  den  weeg  nach  Steyer»  yier  meill» 
an  Cassten  ^)  yier»  in  das  Innder  EisenArtzt  sechs»  geen  Leobm  yier» 
ynnd  den  nächsten  weeg  Sechs  meill  geen  Grätz. 

Die  nirstl.  Durchl.  hiellt  ainen  Lanndtag  zw  Persenpeug.  Dahin 
waren  baide  Lanndt»  Österreich  ynnder  ynnd  ob  der  Enns,  beschiden» 


^)  Oggersheim. 

<)  Bruchsal. 

•)  Vachingen. 

^)  Aschach. 

')  Das  ist  Windisch-Garsteo. 


250 


1521. 


vrsach  der  widerspanigkhait  in  Österreich  ynnd  Wienn.  Namb  die 
Phlicht  von  denselben  an  ^.  Darnach  hiellt  man  den  Lanndtag  zw 
Grätz.  Da  schwuer  der  Lanndtsfurst  der  LanndschaiR.  Damach 
schwuer  ain  LanndtschaflFt  hinwider,  nach  alltem  gebrauch  etc. 

Nach  dem  Absterben  Khaiser  Maximilian  ain  yegclich  Lanndt  sein 
sonndere  Ordnung  fQrgenomen,  vnnd  hintzt  der  Forsten 

(Hier  ist  auf  einem  besondern  Blatte  das  Bildniss  des  K.  u.  E.  Ferdinand, 
in  kreisrunder  Form  mit  der  Umschrift:  Ferdinand.  Ro.  Hung.  Et.  Bo- 
hemie.  Rex.  Arehidux  Austrie.  Aetatis  XXXX,  eingelegt.) 

(Bl.  219"^.)  ankhunfft  gehallten.  Hat  ein  Lanndtschafft  in  Steyerlrer 
hanndlung  den  Fürsten  wellen  berichten,  vnnd  mir  nuer  ain  tag  zuuor  an- 
gesagt, solichen  bericht  offennlichen  in  Latein  zuthun.  D.esmirgleich- 
woll  khurtz  gnueg  gewest.  Hab  dannocht  dem  Vatterlanndt  soliches  zw 
guet  gethon,  so  guet  Ich  das  gekhundt.  Der  Articl  seindt  vill  gewest. 
Also  das  Ir  etlich  selbs  vermainten.  Es  war  zw  lanng  gewest.  So  ge- 
brauch Ich  mich  der  ynnotdurfftigen  wort  nit. 

Die  Raiss  in  das  Niderlanndt. 

Der  LanndtsfQrst  Eyllte  wider  zw  dem  Khaiser  in  das  Niderlanndt, 
sich  der  Erbschaiil  zuuergleichen.  Hat  dem  herrn  von  Simpy,  dem 
Obristen  Camerer  oder  Sumilier,  mit  mir  hanndlen  vnnd  begern 
lassen.  Ich  solle  seiner  Dnrchl.  dieselb  Rayss  dienen  vnnd  mitziehen. 
Das  Ich  mich  gleichwoll  bewilligt,  mit  bitt,  „weill  Ich  in  hanndlung 
stüenndt,  {Bl.  219^.)  mich  zubeheuratten.  Bäte  Ich  befiirderung, 
damit  Ich  ain  Enndt  darinn  erlanngte.''  Das  geschach,  vnnd  hab  mich 
7.  oct  am  vij.  Octobris  versprochen,  vnnd  zoch  mit  Am  Achzehennden  Octo- 
bris.  Durch  Khärnndten,  do  dann  auch  ain  Lanndtag  gehallten  wardt, 
vnnd  fürt  auflF  nach  Innsprugkh,  Vlbm,  durch  das  Lannd  Wirtemberg, 
das  der  Schwäbisch  Pundt  eingenomen  vnnd  dem  Khaiser  zuegestellt 
hette,  vnnd  nach  Speyer,  Wormbs,  Menntz,  Colin,  auffTeurn«),  Ach, 
Mastrich,  Leuen,  geen  Prüssl  vnnd  darnach  auch  geen  Gennt,  vnnd 
30.  Nor.  wider  nach  Prüssl.  Daselbstn,  an  sanndt  Anndres  tag,  hiellt  der 
Khaiser,  mit  seinen  gebrüedern  des  Ordenns,  des  gülden  Yliess,  ain 


*)  Das  heisst:  Hess  sich  huldigen. 
»)  Düren. 


1521. 


251 


hochzeitlichen  tag.  Ao  der  Raiss  verglichen  sich  die  gebruederKhaiser 
ynnd  KhQnig  Ir  Erbschafil  Bruederlich. 

Daselbstn  erlanngt  Ich  Pesserung  meines  namens  Wappen ,  zw 
gedachtnos  der  beschehen  diennst  ynnd  anraitzung  meinen  nachkho- 
men,  sich  auch  in  diennste  zw  ergeben.  Daher  der  Adl  ynnd  erhöhung 
der  geschlächt  bleibe»  ynnd  nit  anhaimbs  dem  wollust  obzuligen 
bleiben. 

(Bl.  220'.)  Wir  Kharl  der  FOnnfft.  yon  Gottes  genaden  Er- 
wellter  Römischer  Khaiser,  zw  allen  zeitten  merer  des  Reichs  in 
Germanien,  zw  Hispanien,  zw  Castilien,  zw  Arragon»  zw  Leon,  baider 
Sicilien,  zw  Hierusalem.  zw  Hungern,  Dalmatien,  zw  Croatien,  zw 
Nauarra,  zw  Granaten,  zw  Toleten,  zw  Yallenntz,  zw  Gallitien,  Maio- 
ricarum,  zw  Hispalis,  Sardinien,  Cordubie,  Corsice,  Murcie,  Giemis, 
Algaron,  Algetzire,  zw  Gibraltaris  ynnd  der  Insulen  Canarie,  auch  der 
Insulen  Indiarum  ynnd  Terrefirme,  des  Moers  Oceany  etc. ;  Ertzher- 
tzog  zw  Osterreich,  Hertzog  zw  Burgundy,  zw  Lottering,  zw  Bra- 
bandt,  zw  Steyer,  Khftmndten,  Crain,  Lymburg,  Lutzenburg,  Geldern, 
Wtrtemberg,  Calabrien,  Athenarom,  Neupatrien;  Graf  zw  Flanndern, 
zw  Habspurg,  zw  Tyroll,  G5rtz,  Barsilony,  zw  Arthoys  ynnd  Bur- 
gundy; Phaltzgraue  zw  Henigaw,  zw  Hollanndt,  zw  Seelanndt,  zw 
Phiert,  zw  Khyburg,  zw  (BL  220^.)  Namur,  zw  Rossilion,  zw  Ter- 
ritan  ynnd  Zutpffen;  Lanndtgraue  in  Elsftss;  Marggraue  zw  Burgaw, 
zw  Cristanj,  zw  Gotzianj;  ynnd  des  heilligen  RSmischen  Reichs  Fürst 
zw  Schwaben,  zw  Cathalonia,  Asturia;  Herr  in  Frieslannd,  auff  der 
Windischen  march,  zw  Portenaw,  zwBiscaia,  zw  Mouia,  zw  Salins, 
zw  Tripoly  ynnd  zw  Mecheln  etc. :  Bekhennen  fiir  ynns  ynnd  ynnser 
naehkhomen  am  Reiche,  oflfennlich  mit  disem  brief,  ynnd  thun  khundt 
aller  menigciich :  Wiewol  wir  aus  angebornner  guete  ynnd  Khaiser- 
lichen  mildigkhait  alzeyt  genaigt  sein,  allen  ynnd  Jegclichen  nn  em 
ynnd  des  Reichs,  auch  ynnser  Erblichen  FQrsstenthumb  ynnd  Lannde 
ynnderthonen  ynnd  getreuen  Eere,  aufnemen.  Nutz  ynnd  Pesstes  fiir- 
zuwennden  ynnd  zubetrachten,  yedoch,  so  werden  wir  mer  bewegt, 
die  yon  Adelichem,  Erbern  geschlächt  herkhomen  ynnd  geborn,  ynnd 
sich  gegen  ynns  ynnd  dem  heilligen  Reiche  ynnd  ynnserm  (BL  22  V.) 
Haus  Österreich  in  yleissiger  diennstberkhait  Embssig  erzaigen,  mit 
sonndern  gnaden  ynnd  gezierd  zw  försehen.  Wann  wir  nun  guetli- 
eben  angesehen  ynnd  betracht  haben  solich  Adelich,  Erber,  redlich 
Wesen,  darinn  das  geschlftcht  yon  Herberstain  herkhomen  ist.  Auch 


252 


i52i. 


die  geoemen  diennste ,  so  ynnser  ynnd  des  Reichs  lieben ,  getreuen 
Georg,  Hanns,  Sigmandt  ynnd  Wilhalbm  gebrnedern ,  vnnd  Wern- 
hardin  yon  Herberstain  Geyettern ,  ynns  ynnd  dem  heiliigen  Reiche 
ynnd  ynnserm  Haus  Osterreich,  ynnd  Insonnderhait  yorgemelter  Georg 
ynnd  Sigmundt  yon  Herberstain  weiilenndt  dem  Allerdurchleuchtigi- 
sten  Khaiser  Maximilian,  ynnserm  lieben  Herrn  ynnd  Anherrn,  löb- 
licher gedächtnus,  alls  Rats  yerwonndten  gedienndt,  ynnd  ihre  diennst 
nit  khlain  ersprossen ,  sonnderlich  so  Georg  yon  Herberstain  mer- 
mallen  die  yeldhaubtmanschaiRen  in  den  Niderösterreichischen 
Lannden  notdürfftigclichen  yersehen,  den  yeinden  roermallen  abge- 
brochen, ynnd  gemainer  Pauersehafft  (BL  22V.)  Empörung  durch 
sein  schickhlichait  ynnd  Redlichait  gedempfilt;  dann  Sigmund  yon 
Herberstain,  auch  durch  weiilenndt  sein  lieb,  in  treffennlichen  sachen 
zw  den  KhCinigen:  Dennenmarckht,  Hungern,  Polin  ynnd  demReussen 
in  die  Mosqua  geschickht;  zw  dem  das  sy  baid  ynnser  Rät  sich  auch 
in  ynnsern  diennsten,  dergleichen  Wilhalbm  an  ynnser  yberfart  aus 
Flanndern  in  Hispanien,  ynnd  Hanns  ynnd  Wernhardin  gegen  den 
TOrggen,  Hungern,  Venedigern  ynnd  anndern  ynnsers  lieben  Anherrn 
Veindten,  alls  redlichen  Ritterleuten  woll  gezimbt,  alzeyt  treulichen 
wolgehallten  ynnd  gethon,  auch  hinfüron  thun  sollen  ynnd  mugen ; 
Darumben  so  haben  wir,  alls  Römischer  Khaiser,  aus  yorgemelten 
ynnd  anndern  Redlichen  ynnd  bewegliehen  Vrsachen,  mit  wolbedach- 
tem  muete  ynnd  rechtem  wissen  denselben  yon  Herberstain  gebröe- 
dern  ynnd  yettern,  zw  ergetzlichait  (JBl.  222".)  obangezaigter  Irer 
getreuen  diennst,  ynnd  damit  sy  ynnd  Ire  nachkhomen  hinför  dester 
mer  geraitzt  werden,  darinnen  zuuerharren ,  dise  gnad  ynnd  freyhait 
gethon,  auch  gegonndt  ynnd  Erlaubt  Also,  das  sy  ynnd  Ir  Eelich 
leibs  Erben,  ynnd  derselben  Erbenns  Erben  in  Eewig  zeyt  Ir  Erblich 
Wappen  ynnd  clainat,  das  mit  namen  ist:  ein  Rotter  Schild,  darinn  in 
mitten  desselben  ein  weisser  Sparr,  den  Spitz  in  mitten  des  obem 
thaill  des  Schilides  kherenndt,  ynnd  auff  dem  Turniershelbm  ein  gul- 
din  khron  mit  Rotter  ynnd  weisser  helbmdeckhen ,  Enntspringenndt 
daraus  ein  Rote  aufgethone  flOg  yon  fünff  Roten  federn ,  in  mitten 
derselben  aber  ain  weisser  Sparr,  wie  im  Sehillt  geschickht,  nun 
hinfur  wie  hernachuolgt  yeränndert ,  yerkhert  ynnd  gepessert  haben, 
fueren  ynnd  gebrauchen  mugen.  Dergestallt :  ainen  ganntzen  Rotten 
sehillt,  quartiertweise  abgethaillt.  In  dem  obern  yordern,  auch  ynn- 
dern  hindern  Rotten  thaill,  yber  zwerehs,  Ir  yorbestimbt  Erblich 


1521. 


253 


Wappen  (BL  223\9  mit  der  weissen  Sparrn;  ynnd  dann  in  dem 
obern  hindern ,  auch  ynndern  vordem  halben  Roten  thaill ,  nach  der 
lenngs ,  ein  gelbes  oder  Golldfarbes  Schlos  mit  einer  offnen  Porten, 
ynnd  in  mitten  desselben  drey  Sehiesloeher ,  ynnd  in  der  hoch  ein 
runden  ymbganng  mit  Siben  Zinnen,  daraus  dann  drey  Runde  ThQrn- 
lein  mit  Zynnen  enntspringen ;  vnnd  in  dem  anndern  obern  hindern 
auch  ynndern  yordern  halben  Roten  thaill ,  in  mitten  yber  Zwerchs, 
ein  weissen  strich,  sieh  mit  der  prait  der  anndern  Jegclichen  yer- 
gleichenndt;  ynnd  auff  dem  Schillt  drey  Turniershelbm ,  auff  Jedem 
ein  guldin  Cron,  enntspringenndt  aus  der  mitler  guldin  Cron;  ein 
Khaiserlich  Prustpilldt  mit  ainem  grawen  bar  ynnd  grawem  Pardt 
mnd  ainer  weissen  Alb  ynnd  Rotter  stoU,  Enndris  khreutzweise 
yber  die  Alb;  ynnd  dann  ein  Khaiserlichen  Manntel,  Rot  ynnd 
golld  gefärbt,  daröber  yornnen  offen  bekhlaidt  habenndt;  auff 
dem  haubt  ain  Khaiserlich  Cron ;  ynnd  in  (BL  223"^.)  der  gerechten 
hanndt  ein  Khaiserlich  Zepter;  ynnd  dann  in  der  gelinckhen  ein 
Mayestat  Apfl  mit  ainem  gülden  Creutz;  ynnd  dann  aus  der  yordern 
Cron  ein  Prustpilldt  eines  gewappneten  geharneschten  Khünigs  mit 
Rotem  bar  mnd  Part,  habenndt  auff  dem  haubt  ein  guldin  Cron,  ynnd 
in  der  gerechten  hanndt  ein  Ploss  Schwert;  ynnd  in  der  gelinckhen 
yier  golden  Zepter  ;weitter  aus  der  hindern  gülden  Cron  ein  Prustpilldt 
eines  Reyssen  oder  Moscouitters  mit  ainem  lanngen,  färgespitzten 
grawen  Part,  habendt  auff  dem  haubt  ein  hohes  weiss  hüettle,  Col- 
packh  genennt,  ynnden  Rundts  herumb  mit  ainem  Zobelin  yberschlag, 
Präuinbt  ynnd  bekhlaidt;  mit  ainem  weissen  Claidt  mit  Enngen 
Ermbln;  das  goUer  Rundt,  hoch,  auch  yon  Zobelln,  ynnd  nach  der 
Prust  ab  mit  Rotten  khneiffeln,  wie  dann  söliches  der  gebrauch  bey 
Inen  ist;  habenndt  an  dem  gerechten  Armb  hanngen  ein  Flössen 
Sllbel,  ynnd  in  derselben  gerechten  hanndt,  an  dem  yngenannten 
(BL  22 3\)  finger,  ein  gelbe  Gaisel;  halltenndt  auch  in  derselben 
gerechten  hanndt  drey  gef&dert  Rot ,  weiys  vnnd  gelb  Pfeill  mit  ge- 
spitzten Eisen,  ynnd  in  der  gelinckhen  hanndt  ainen  gelben  hüemen» 
Tartarischen  Pogen ;  Inmassen  dann  solich  Wappen  ynnd  Clainat  in 
mitten  diss  gegenwurtigen  ynnsers  brieffs  mit  färben  aigenntlichen 
ausgestrichen  ynnd  gemalet  sein.  Verrer  gdnnen  ynnd  erlauben  yyir 
Inen  auch  yon  obberürter  ynnser  Khaiserlicher  macht  ynnd  aus  sonn- 
dern  gnaden,  das  sy  oder  Ir  yorgemellt  Eelich  leibs  Erben ,  ynnd 
derselben  Erbenns  Erben  in  Eewig  zeyt,  die  yorberQrten  drey  guldin 


254  1881. 

Tarnierhelbm  mit  Ireo  zaegethoDen  Clainaten  auff  soliehem  Iren 
Wappen,  oder  ir  Erblieh  wappen,  ye  zw  zelten  gar  zusamen,  wie  die 
sein,  oder  halb,  oder  etwan  ainen  daraas  allaio,  wie  8j  des  veriusst 
haben,  f&ern  vnnd  gebrauchen ,  Auch  mit  soliehem  Irem  wappen  all- 
zeyt  all  ynnd  Jegclich  offen  mnd  beschlossen  brief,  hanndtressten, 
Senndtbrief,  annder  brief  (BL  22i\)  Vnnd  geschrifil,  so  yon  Ir 
selbs  oder  annder  wegen,  vnnder  Iren  anhanngenden,  oder  aufge- 
truckhten  Innsigin  oder  Pedtschafften,  grosse^  mnd  khlainen,  aus- 
geen,  vmb  was  sachen  oder  gegen  wemb  das  ist  oder  sein  mag, 
nichts  noch  niemanndt  ausgenoroen,  mit  Rotten  oder  annderlay  färb 
Wachs,  nach  Irem  Erweüen,  yersigeln,  yerfertigen  vnnd  sich  des 
allso  gegen  menigclichen ,  geistlichen  ynnd  welltlichen,  zw  allen 
Eeren  ynnd  wierden  ynnd  an  allen  Ennden  yeben  ynnd  gebrauchen 
sollen  ynnd  mögen.  Thun  ynnd  geben  Inen  solich  obbestimbt  gnad  ynnd 
freyhait.  Auch  gönnen  ynnd  Erlauben  Inen ,  nun  hinfur  solich  yorbe- 
rurt  Ir  Wappen  ynnd  Clainat,  wie  obsteet,  in  aUen  ynnd  Jegclichen 
Eerlichen,  Adelichen  ynnd  Ritterlichen  sachen,  hanndlungen  ynnd  ge- 
schafften, zw  schimpff,  zw  Emnst,  veränndert,  yerkhert  ynnd  gepes- 
sert  zuhaben,  zuf&ren,  zugeniessen,  auch  Ir  Sigl  ynnd  Pedtschafften 
mit  Roten  oder  annderm  Wax,  wie  obsteet,  zugebrauchen  alls  annder 
(Bl.  22^^.)  ynnser  ynnd  des  heilligen  Reichs  ynnd  ynnser  Erblichen 
Fürsstenthumbe  ynnd  Lannde  yon  Adl  ynnd  Rittersleuth  ynnd  ynnder- 
thonen  soliches  alles  haben  ynnd  sich  des  gebrauchen  ynnd  gemessen 
yon  Recht  oder  gewonhait  yon  allermenigclich  ynuerhindert.  Vnnd 
gebietten  darauffallen  ynnd  Jegclichen  Churfiirsten,  Forsten,  Geist- 
lichen ynnd  Weltlichen,  Prelaten,  Grauen,  Freyen,  Herrn,  Rittern, 
khnechten,  haubtleuten,  Vitzdumben,  Vögten,  Phlegern,  Verwesern, 
Ambtleuten,  Sehulthaissen,  Burgermaistern,  Richtern,  Räten,  Khunigen 
der  Wappen,  Eernholden,  Perseuanten,  Bürgern  ynnd  gemainden, 
ynnd  sonnst  allen  anndem  ynnsern  ynnd  des  Reichs  ynnd  ynnser 
Erblichen  Försstenthumb  ynnd  Lannde  ynnderthonen  ynnd  getreuen, 
in  was  wierden,  stants  oder  wesenns  die  sein ,  Emnstlich  mit  disem 
brief  ynnd  wellen,  das  sy  Georgen,  Hannsen,  Sigmunden  ynnd  Wil- 
halbm  (BL  225''.)  gebrueder,  ynnd  Wemhardin  yon  Herberstain» 
geyettem,  ynnd  Ir  Eelich  leibs  Erben  ynnd  derselben  Erbenns 
Erben,  in  Eewig  zeyt  an  den  obbestimbten  ynnsern  Khaiser- 
lichen  gnaden,  Freyhaitten,  gönnung  ynnd  erlaubnus  der  obge- 
nennten    yerkherung,    yerännderung   ynnd    Pesserung   Irer  Erbli- 


1521—1522. 


255 


eben  Wappen  mnd  Clainat,  Auch  gebrauehnng  Irer  Sigl  rnnd 
Pedtschafflen  mit  Rotem,  vnnd  annderm  Wax  nicht  Irren,  noch 
hindern,  Sonnder  sy  der  aller  ynnd  Jegclicher  beruebliehen  ynnd  on 
Irrung  gebrauchen,  gemessen  ynnd  genntzlichen  dabey  bleiben 
lassen,  ynnd  sich  des  nit  setzen,  noch  widern,  auch  dawider  nit  thun, 
noch  Jemanndts  annderm  zuthun  gestatten,  in  khain  weise,  aus  lieb 
ainem  Jegclichen  sey  ynnser  ynnd  des  Reichs  schwäre  yngnad  ynnd 
straff.  Auch  ein  Peen,  Nämblich  yiertzig  marckh  löttigs  goldts  zuuer- 
meiden,  die  ain  Jeder,  so  offt  er  fräuenlich  hiewider  thuet,  halbs  in 
ynnser  ynnd  des  Reichs  Chamer  ynnd  den  anndern  halben  (Bl.  225^.) 
thaill  dem  obgenannten  yon  Herberstain,  gebruedern  ynnd  yettem, 
ynnd  Iren  Eelichen  leibs  Erben  ynnd  derselben  Erbenns  Erben  in 
Eewig  zeyt,  ynablässlich  zubezallen  yerfallen  sein  soll.  Mit  yrkhundt 
diss  brieffs,  besigellt  mit  ynnserm  Khaiserlichen  anhanngenden  Inn- 
sigl.  Geben  in  ynnser  Stat  Gennt  in  Flanndern,  am  yierten  tag  des 
monats  January.  Nach  Christ],  ynnsers  lieben  herrn,  geburd:  funff- 
zehenhundert  ynnd  im  zwayynndzwaintzigisten ,  ynnserer  Reich:  des 
Römischen  im  dritten,  ynnd  aller  anndern  im  Sechsten  Jaren. 

Geen  Nürnberg  auf  den  Reichstage 

1522. 

Dieweill  der  Erwellte  Khaiser  zw  Wormbs  im  Reichstag  etliche 
des  Reichs  hanndlungen  auff  ainen  Reichstag  geen  Nürnberg  zuhand- 
len  yerschoben.  Auff  denselben  Reichstag  schickht  mich  die  Fürstl. 
Durcbl.  in  der  yassten,  damit  Ich  den  Stanndt  ynnd  Session  des  Haus 
Osterreich  (Bl.  226'.)  yon  seiner  Durchl.  wegen  hallten  soll.  Alls 
Ich  ain  mall  da  in  des  Reichs  yersambliing  gesessen  bin ,  khamb  des 
Ertzbischoue  zwSaltzburggesanndter  ynndbegerte:  „Ich  soll  mitime 
ain  Session  ymb  die  annder  ymbwechsseln,  damit  seinem  Herrn  auch 
nichts  an  seinem  Rechten  genomen  wurde**.  Das  Ich  nitkhundt  bewil- 
ligen. Darumb  er  in  offner  yersamblung  Protestiert :  „will  Ime  sein 
Session  nit  gelassen,  das  er  in  nichte,  so  da  beschlossen,  möchte 
bewilligen,  noch  yolziehen  wollte.**  Dargegen  sagte :  „Ich  achtet  ye 
nit  f&r  billich,  wann  ain  Herr  seinen  diener  zw  sich  an  sein  seitten 
Züge,  das  sich  der  diener  soll  yber  den  herrn  ynndersteen  zusetzen.** 
Der  gesanndte  Doctor  gienng  damit  dauon.  Ich  bin  am  Achtynnd- 
zwaintzigisten  Marty  zw  Prüssel  ausgeriten.  Im  Mayo  khamb  mein 
Herr  selhs  zw  dem  Reichstag. 


256 


152%. 


Von  Nttroberg  namb  die  Försti.  Dorchl.  Iren  weeg  nach 
Escheo»  TinekheUpfihel,  Elbanogen,  Gmündt,  Scharndorff  vnnd 
geen  Stutgarten,  dann  dasselb  Hertzogthumb  Wirtenberg  hat  der 
Khaiser  seinem  Brneder  geben. 

(BL  226^.)  Zw  der  Hertzogin  von  Wirtemberg. 

Aus  Stutgarten  ward  Ich  zw  Hertzog  Ylrichs  gemahel  geen 
Aurach  geschickht,  Sy  zuuermonen,  sich  an  ein  annder  ort  zuthun. 
t.  Juni.  Des  sy  aber  nit  thet.  Das  geschach  am  anndern  Juny. 

Darnach  zohe  mein  heer  nach  Vlbm,  Tillingen,  Nach  Ingold- 
stat,  Arnstorff,  Regenspurg,  Teckhendorff,  Passaw  ynnd  der  Thunaw 
ab  in  die  Newstat. 

Zw  Khttnig  Ludwigen  geen  Prag. 

Aus  der  Newstat  schickht  mich  sein  Fürstl.  Durchl.  zw  KhQ- 
18.  (H.)  nig  Ludwigen  gen  Prag  im  Junio. 

Serenissime  et  excellentissime  Princeps,  Domine  mi  gratio- 
sissime.  Reuertens  ad  Serenitatem  Vestram  D.  Sigismundus  Her- 
berstainer,  eins  Orator,  referet  singula,  que  acta  sunt,  et  in  quo 
statu  sint  negocia,  circa  que  prudenter  versatus  est.  Et  Ideo 
literis  meis  non  molestabo  V.  Seren**".  De  (BL  227\)  bis  autem 
que  sequentur  continuo  monebo  V.  Seren*"",  in  cuius  bonam  gratiam 
me  humillime  comendo.  Datum  in  Castro  Pragae,  29.  Juny, 
Anno  1S22. 

Eiusdem  V.  Seren***. 

Humilis  Seruitor: 

Andreas  Burgus. 
Seren"*,  etc.   Excellentissimo  Principi   et   Domino,    Domino: 
Ferdinando,  Principi  Hispaniarum,  Archiduci  Austrie  etc.,  D.  gra- 
tiosissimo. 

(Bl  227K)  (Die  Rückseite  des  Blattes  ist  leer.) 

(Ä/.  22»".)  Das  Gericht  in  der  Newstat. 

1522. 

9.  Aug.  Alls  der  Ertzhertzog  Ferdinand  die  f&nff  Niderdsterreichische 

Lannd  eingenomen,  ynnd  sich  mit  seinem  Brueder,  dem  Römischen 


n%%. 


257 


Khaiser»  der  Erbschafflen  gar  yerglichen  bette,  yond  die  der  Neuen 
Lanndordnung  in  Osterreich  hart  vmb  Recht  wider  das  AUt  Regiment 
anruefften»  ynnd  aber  der  Ertzhertzog  annder  sacben  znuor,  die  auch 
gen&tiger  warn,  rerricht  bette,  vnnd  auff  annder  Zeyt  wollt  anstellen, 
die  aber  sagten:  „wo  sein  Durch!,  nit  Recht  ergeen  Hess,  werde 
khain  gehorsamb  haben  ,*^  Darüber  sagt  sein  Durchl.:  «Ergo  fiat 
Justicia.*^  Derbalben  sein  die  nacbuolgunden  Personen,  so  nit  am  hoff 
gewest,  beschriben  ynnd  yon  Iren  berrn  erbeten  worden,  das  Gericht 
helffen  zubesitzen.  Ynnd  ist  das  Gericht  besetzt  gewest,  damit  niembt 
ainem  oder  dem  anndem  theill  yerwonndt  wäre.  Also  ist  in  der  New- 
stat in  Österreich  ein  grosse  Pön  auf  dem  Platz  aufgeschlagen  wor- 
den, ynnd  seindt  am  Rechten  gesessen : 

Ferdinand,  Ertzhertzog  zw  Osterreich; 

Petter,  Bischof  yon  Triest,  Gross  Canntzler; 

Herr  Anthonj  yon  Croy,  Fürst  zw  Sympj,  Ffirstl.  Durchl.  Oberster 
Camerer,  oder  wie  man  in  auf  (BL  22&.)  Niderlenndiscb  nennt: 
Oberster  Sumilier; 

Doctor  Hieronimus  Ballus,  Brobst  zw  Prespurg; 

Philipp  Herr  yon  Hei  weiss; 

Herr  Hanns  yon  Bern ,  Pb  leger  zw  Scherdingen ,  yon  Hertzog 
Wilhalbmen  erbetten; 

Herr  Claudius  Buthon,  des  Ertzhertzogen  hofmaister; 

Herr Emericort,  au^h  ain  Niderlenndischer  Hof- 
maister; 

Doctor  Hainrich  Winckhelbofer,  Cantzler  zu  Wiertenberg; 

Doctor Weissenfelder,  Hertzog  Wilhalbms  yon  Bayrn 

Rat; 

Herr  Hanns,  Jacob  yon  Lanndaw,  Ritter,  Lanndyogt  zw  Noilenburg ; 

Doctor  Peter  Paungartner,  Hertzog  Wilhalbms  yon  Bayrn  Rat; 

Doctor  Cristoff  Scheurlein,  yon  Nürnberg  geschigkht. 

Darbey  sein  auch  die  nachbemelte  Seeretary  gewest : 

Marx  Treytsaurwein; 

Niclas  Rabenhaubt  yon  Suche; 

Hanns  öeder. 

Die  Partheyen  sindt  offennlichen  yerhört  worden.  (BL  229\) 
Des  Regimennts  sachen  hat  herr  Hanns  SchnayPegkh,  Herr  zw  Schdn- 
khirchen,  ynnd  dem  anndem  thaill  Doctor  Victor  Gamp  gethon,  ynnd  geredt  (u.) 
ist  die  nachuolgund  yrtl  erganngen : 

Fontes,  yin.  17 


258 


1522. 


Der  Durchleuchtigist,  Grosmechtigist  Fürst  vnndherr,  herrFer- 
dinannd,  Printz  in  Hispanien,  Ertzhertzog  zw  Österreich,  Hertzog  zw 
Burgundy  etc.»  ynnser  genedigister  herr,  sambt  seiner  f&rstl.  gnad. 
diser  saehen  halben  sonnderlichen  gesehwornnen  Rätn  ynnd  ver- 
ordnet Beysitzer »  haben  in  der  saehen  vnnd  Rechtfertigung ,  so  sy 
zwischen  Ir  furstl.  gnad.  lieben  herrn  vnnd  Anherrn,  Khaiser  Maxi- 
milian, hochlöblicher  ged&chtnass,  Lanndthofmaister,  Canntzler,  Stat- 
hallter  vnnd  Regennten  der  Niderösterreichischen  Lannde,  vnnd  denen 
von  Stennden,  so  Inen  beystänndig  vnnd  anhenngig  gewest,  alls  Cla- 
ger  an  ainem,  vnnd  N.,  dem  thaill  der  Lanndtschafft  des  Ertzhertzog- 
thumbs  Osterreich  vnnder  der  Ennss ,  so  ain  Neue  Lanndtsordnung 
aufgericht  vnnd  derselben  (Bl.  229^,)  Anhanngs  Anntwortes  anndrs- 
taills  gehallten,  auf  Clag,  Anntwort,  Red,  widerred,  verhorung  der 
eingelegten  schrifften,  brief,  aller  in  Recht  eingebrachter  vnnd 
geüebter  hanndlung,  beschehen  Rechtsacz,  genomen  bedacht,  vnnd 
genflegsamer  gründtlicher  erwegung  aller  saehen,  gehabten  zeitlichem 
vnnd  treffennlichem  Rat,  mitvrtailerkhanndt:  Das  dem  vorgemelten 
Regiment,  nach  Absterben  weillendt  Khaiser  Maximilian  etc.,  sich  der 
Regierung,  Verwaltung,  Administration  zw  vnnderziehen  vnnd  zw 
vnnderfahen,  auch  denen,  so  dem  Regiment  anhenngig  gewest,  bey- 
zusteen,  wol  gezimbt  hab;  vnnd  dasselbig,  alls  getrew  diener  vnnd 
vnnderthon,  schuldig  vnnd  Phlichtig  gewest,  laut  gedacht  weillendt 
Khaiser  Maximilians  Libells  zw  Augspurg  aufgericht,  zw  Innsprugg 
bestättigt,  vnnd  nach  Vermügen  Ir  Maj.  Testaments ;  vnnd  dem  vor- 
gemellten  thaill  der  Lanndtschaflft  der  vermainten  Lanndtsordnung 
vnnd  irm  (BL  230''.)  Anhanng  die  bedagten  hanndlungen  vnnd  vn- 
gehorsamb  mit  khainem  fueg  gebürt.  Vnnd  Insonnderhait  hab  Inen 
sament  vnnd  sonnder  nit  gezimbt,  sich  gegen  vorgenanntem,  weillendt 
der  Kay.  Maj.  verlassen  Regiment,  wider  obberOert  Libell  Confirma- 
tion  vnnd  Testament  in  Vngehorsamb  vnnd  Auffruer  zubegeben  vnnd 
aufzuwerffen,  die  gemainden  darwider  zu  erwegkhen,  sonnder  ver- 
samblung  zumachen,  Sy  der  Verwaltung  vnnd  Regierung  zw  ennt- 
setzen.  Neue  Lanndtsordnung  aufzurichten,  Kay.  Maj.  auch  Ir  fDrstl. 
gnad.  Camerguet  einzunemen  vnnd  die  haimblichait  Ires  einkhomen 
zw  erlemnen,  auch  Kay.  Maj.,  vber  seiner  Maj.  vilfeltigs  eruordern, 
das  Camerguet  vorzuhallten,  die  Phleger  vnnd  Ambtleut  in  Aydts 
Phlicht  zunemen,  sich  des  Müntzhauss  vnnd  zu  müntzen  gewaltigclich  zw 
vnndersteen,  vnnd  darzue  vber  gethoneverpot  vber  das  Pluet  zurichten. 


itin. 


259 


an  Paan  vnnd  Acht  zahanndleD »  merj  Impery  sich  einzulassen, 
(Bl.  230*.)  des  Regiments  offennlich  angeschlagen  brief  yilfeltig 
absureissen,  ynnd  Kay.  Maj.  brief»  darinn  Ire  May.  sy  zw  Erbhuldi- 
gung ermonndt  vnnd  eniordert,  nit  ausgeschickht»  noch  yerkhündt, 
weder  solchen  zuuerbieten  9»  den  Zeugmaister  auszutreiben,  vnnd 
der  Artollorey  sich  zw  vnnderwinden,  vnnd  in  annder  weeg  on  beuelch 
Tnnd  sonnst,  laut  der  Ciagen,  dermassen  zuhanndlen  vnnderstannden 
Besonnder,  das  sy  all  sament  vnnd  sonnder  damit  ynrecht  gethon  vnnd 
misshanndelt  haben.  Desshalben  sy  in  seiner  fiürstl.  gnad.  straff  vnnd 
Veen  gefallen  sein ,  ynnd  sollen  demnach  die  gedachten  Anntworten 
den  Torgenannten  Clagem,  die  erloffen  *)  Cossten  ynnd  schaden,  nach 
Ir  fOrstl.  gnad.  mftssigung  ynnd  Tax,  abzulegen,  widerzukhern  ynnd 
zobezallen  schuldig,  ynnd  nicht  dest  minder  seiner  fQrstl.  gnad.  ynnd 
derselben  Cammer  Procurator  all  ynnd  Jegclich  sprüch  diser  Sachen 
halben,  auch  anforderung  des  Cammerguets  ynnd  annders  yorbe- 
halltai  sein. 

(Bl.  231*.)  EröfEenndt  zw  der  Neuenstat,  am  xxiij.  tag  July  23.  juU. 
Anno  etc.  xxij. 

Nach  der  yerlesnea  Vrtl  Ist  durch  die  ftlrstl.  Durchl.  die  nach- 
uolgund  mainung  beuolhen  worden  anzuzaigen : 

Wiewol  auf  die  yerbör  ynnd  yrtl,  so  yetz  erganngen,  der  f&rstl. 
gnad.  woll  gebürt  ynnd  zuestuendt,  gegen  allen,  so  sich  also  firäfen- 
licb,  muetwillig  ynnd  yngehorsamb  erzaigt,  auch  sonnst  schwärlichen 
wider  Kay.  May.  ynnd  Ir  ftlrstl.  gnad.  gehanndelt,  mit  straff,  wie 
billich  yrtl  ynnd  Recht  geben  hat,  zuuerfaren;  dieweil  aber  ainem 
loblichen  Fürsten  wol  ansteet,  sich  gegen  seinen  ynnderthonen  der 
guetigkhait  ynnd  gnaden  neben  der  gerechtigkhait  zugebrauchen, 
Allsdann  bey  den  loblichen  herren  ynnd  Fürsten  yon  Osterreich  albeg 
die  sannfilmuetigkhait  neben  der  mildigkhait  stat  gehabt;  Demnach 
sein  fttrstJ.  gnad.,  alls  ein  genedigister  Lanndtsflirst  ynnd  herr 
(BL  23V.)  yon  Österreich,  seiner  Voruordern  fuessstapffen  nach- 
uolgenndt,  auss  bewegennder  güet  sich  auch  gegen  seinen  ynnder- 
thonen in  disem  gegenwürtigen  fall  genedigclich  finden  lassen  will; 
ynnd  besonnder  ingedennckhung,  das  sich  sein  fürstl.  gnad.  yersiecht. 


^)  Srerkhfindt  worden  sollten  umerbieten*  die  Handaebrift. 
*)  'erliiten*  die  Handschrift 

17' 


260 


1522. 


das  ain  grosser  thaill  der  Anntworfer  diser  handlung  auss  Ainfallf» 
ynuerstanndt  ynod  durch  annder  P&ss  Practigkhn  verfllert  worden  sein, 
demnach  aus  oberzelltea  yrsachen  ynnd  gOetiger  beweglichait,  Thuet 
hiemit  sein  fürstl.  gnad.  den  Jetzgemölteh ,  die  diser  sachen  nit 
Anfennger,  yrsacher,  beweger,  aufrOrer»  volzieher,  noch  hanndler 
gewest,  sein  f&rstliche  begnadung,  will  sy  derPeen  ynnd  straff,  darein 
sy  wiwol  schwärlich  gefallen,  begeben,  in  genediger  zuuersicht,  sy 
werden  sich  fiiran  woll.  Redlich,  aufrichtigdich  ynnd  getreulich  gegen 
Iren  herrn  ynnd  Lanndtsfdrsten  hallten  ynnd  erzaigen,  ynnd  zu  Zeit 
nit  mer  Temanndfs  anndern  dermassen  ynnd  so  hoch ,  (BL  232\) 
alls  beschehen  ist,  yerfören  lassen,  auch  Ire  khinder,  freundt  ynnd 
nachkhomen  daran  weisen,  das  sy  sich  ains  Erbern,  getreuen  ynnd 
gehorsamen  gemüets  gegen  Irem  herren  ynnd  Lanndtsfhrsten  ynnd 
fQrgesetzten  obrigkhaiten  befleissen,  des  sy  dann  Got  ynnd  Iren 
fdrssten  yon  Natur  zuthun  schuldig  sein.  Doch,  damit  das  ybel  nit 
yngestrafft  beleihe ,  ynnd  ye  frombe  aufrichtig  ynnderthonen  khQnff- 
tigclich  sich  yor  solicher  oder  dergleichen  yerf&erung  hQetten ,  ynnd 
Inen  weitter  yon  Jemanndts  yrsach  geben,  die  Posshait  ausgetilgt 
werde,  hat  sein  fQrstl.  gnad.,  derselben  Cammerprocurator  wider  die 
Jhenen,  so  diser  hanndlunng  ynnd  zwitracht  anfennger,  beweger,  yr- 
sacher,  auffrürer,  yolzieher  ynnd  hanndler  gewest,  nach  Irem  yer- 
dienen  ynnd  yerschulden,  wie  sich  gebürt  ynnd  Recht  ist,  nach  gele- 
genhait  solicher  misshanndlung,  anndern  zw  Ebenpild  zustraffen  ynnd 
zuuerfaren  (Bl,  232^.)  yorbehallten.  Das  hat  sein  fiirstl.  gnad.  der- 
selben ynnderthonen  lassen  anzaigen,  sein  ftlrstl.  gnad.  begnadung  so 
Inen  in  disem  fall  mittaillt,  wissen  zuhallten,  ynnd  sich  hinf&ran  be- 
dächtlicher  ynnd  gehorsamer  zu  erzaigen. 

Nach  yerlesung  gemelter  schrifilen  ynnd  yrtl ,  dieweill  nuer  die 
Irrung,  Zwitracht  ynnd  ynainigkhait ,  wie  die  ein  Zeit  beer  zwischen 
beden  thaillen  gewesst,  durch  seiner  flirstl.  gnad.  yetzige  yerhdr  ynnd 
yrtl  abgelaindt,  yergleicht,  auch  die  selbs  zwayung  yeraint  ynnd  hin- 
gelegt werden ,  Demnach  ist  seiner  gnad.,.bey  yermeidung  seiner 
förstl.  gnad.  yngnad  ynnd  straff,  ernnstlicher  beuelcb,  das  Jemanndts, 
wer  der  sey,  ainicherlay  disputation,  noch  sonnder  Red  diser  hannd- 
lung  halber  hab,  noch  treib,  ynnd  khainer  den  anndern  der  sach  hal- 
ben mit  Schmachworten,  noch  in  annder  weeg,  zwRed,  noch  Ynbil- 
lichait  zuefueg,  sonnder  genntzlich  (BL  233*.)  hierinnen  stilschweig 
ynnd  der  sachen  mOessig  gee,  damit  yillerlay  neu  aufruer,  ynainigkhait 


im.  261 

Yond  Widerwillen  verhüettet  vnnd  vermitten  bleib.  Das  ist  sein  förstl. 
gnad.  ernnstliche  mainung. 

Item  nach  yerlesung  diser  schrifften  ynnd  vrtl  ist  der  fürsst  in 
die  Burg  anhaimb  geritten»  ynnd  yon  stundan  herauss  gesanndt  sein 
f&rstl.  gnad.  haubtman  der  Hartschier,  mit  sambt  dem  Pronossen» 
ynnd  die  nachuolgenden  herm  yom  Adl  ynnd  Burger  yon  Wienn 
fennckhiich  annemen  lassen  ynnd  in  die  Burg  füren. 

Mit  namen: 

Herrn  Michel  yon  Eytzingen»  Hannsen  yon  Puechaim,  Lanndt- 
herr»  Doctor  Mert  Sibenbürger,  hannsen  Rinderer,  Caspar  Reytter, 
Harthin  Flaschner,  Steffan  Schlachyntweit,  hannss  Schwartz,  müntz- 
maister,  Hannss  Schmidtinger ,  Hannss  Lüngel,  Sigmundt  Stainer, 
Friderich  Pietsch. 

Item  auf  den  Neundten  tag  Augustj,  (Bi  233*.)  in  dem  Jar  9.  Aug. 
1522,  Ist  in  der  Newstat  zw  morgens  ymb  Siben  Vhr  herr  hannss 
yon  Puechaim  ynnd  herr  Michel  yon  Eitzingen  auss  der  Burg  in  der 
Newenstat  auss  Iren  gefennckhnfissen  an  den  marckht  auf  die  Bruggen,  pun.  (u.) 
darauff  yormalls  der  Ertzhertzog  Ferdinandus  die  yerhör  hat  gehalten, 
offennlich  fQr  der  Neuenstat  gericht  geßiert  ynnd  gestellt  worden^ 
daselbs  Ir  yrgicht  ynnd  bekhanndtnuss,  so  sy  bald  obgemellt  herren 
haben  ynnderschriben,  ist  offennlichen  yerlesen  worden. 

Von  Ersten :  das  herr  Hanns  yon  Puechaim  ynnd  herr  Michael 
yon  Eitzingen  zw  Wienn  in  Irem  hauss  sich  miteinannder  yerpunden 
ynnd  etlich  zu  Inen  eruordert,  daselbs  beratschlagt,  wider  das  Allt 
Regiment  zuhanndlen,  ynnd  allso  sich  ynnderfanngen,  den  Vitzdomb 
zu  Wienn  zunötten,  Inen  anzuzaigen  der  fSrstL  gnad.  Järlich  einkho- 
men;  die  Ambter  enntsetzt  ynnd  die  Ambtleut  in  gelObd  genomen; 
der  Kay.  Maj.  ynd  förstl.  gnad.  Ir  Cammerguet  nit  (BL  23^".)  yolgen 
lassen  wellen ;  der  Mflncz  zu  Wienn  (^aich  underatanden);  sich ynnder- 
fanngen^yber  das  Pluet  zurichten  onPan  ynnd  Acht;  der  Kay.  Maj.  ynnd 
des  Allten  Regiments  brief  herab  gerissen;  sich  in  geschähen  ynnd 
beuelhen ynnderschriben:  „Das  sey  der Lanndts Räte  ernnstliche  mai- 
nung ;  ^  ynnd  weill  sy  yormalls  herrn  Georg  yon  Rottall  ynnd  herrn  Johann 
SchnaitPegkh  yom  Allten  Regiment  nit  haben  leiden  wellen  in  Räten 
alls  beysitzer ,  so  haben  sy  sich  doch  yetz  an  Inen  ynnd  an  dem 
Allten  Regiment  gerochen,  wellen  die  auch  nit  bey  Inen  sitzen  lassen; 
den  Zeugmaister  hannsen  Hessen  enntsetzt,  ymb  das  er  Inen  nit  hat 
wellen  schwören,  ynnd  an  sein  stat  geordennt  den  Stargkhen;  ynnd 


262  im. 

strein.  (H.)  hePF  Veiten  Steyrer  zu  Obristen  Zeugmaister  gesetzt»  So  des  von 
Haselpach  offner  feindt  ist  gewesen;  vnnd  weiter  vor  ainer  Lanndt- 
schafR  offennlichen  geredt :  „des  sehwärlich  ain  (Bl.  239^.)  Lanndts- 
fllrst  in  das  Lannd  khomen  werd;''  auch  sich  aller  Arthollorey  vnn- 
derzogen;  der  fllrstl.  gnad.  Cammerguet  eingenomen,  auch  Ausgeben 
vnnd  Ordnung  darinn  gemacht,  das  denen»  so  in  Regierung  seyen, 
täglichs  geben  werden  soll  zwaintzig  khreutzer  auff  ain  Phärdt»  des 
sy  allso  eingenomen.  Auff  soliches  vnnd  dergeleichen  meer  verlesnen 
Vrgicht  fraget  sy  der  Richter:  „ob  sy  die  allso  bekhanndten,  wie 
verlesen  war,  vnnd  sy  mit  Iren  aignen  hennden  hettent  vnnderschri- 
ben?"  Da  sagten  sy:  „Ja.**  Darauff  der  Richter  Maister  Michel 
ZQchtiger  eruordert,  vnnd  fragt  in  auff  den  Ayd  der  vrtaill  auf  Ir  ver- 
lesen vnnd  bekhanndt  vrgicht.  Auff  soliches  ist  durch  den  Züchtiger 
zu  Recht  erkhenndt  vnnd  gesprochen  worden :  „das  sy  baid  herren 
der  förstl.  gnad.  leib  vnnd  guet  verfallen  seyen.  Vnnd  er  soll  sy  mit 
Pluetiger  hanndt  Richten  von  dem  leben  zum  Todt."  Von  (Bl.  23S\) 
stundan  seindt  sy  herab  von  den  Pünen  auf  den  Platz  geftlert,  vnnd 
von  Ersten  herr  Michel  von  Eytzingen,  vnnd  nachuolgundt  herr  Hannss 
von  Puechaim  vngepunden  ennthaubt  worden.  Got  welle  den  Seelen 
genedig  vnnd  Barmhertzig  sein.  Nachuolgundt  hat  man  sy  besungen, 
vnnd  von  dannen  wegg  gefQert,  da  sy  Ir  begrebnuss  habenndt. 

Alls  die  geen  Wienn  bracht ,  sein  die  am  Allten  fleischmarkht, 
bey  Sanndt  Lorenncz  auf  den  Wägnenvber  nacht  gelegen.  Das  voickh 
in  der  Stat  ist  ganntz  verzagt  vnnd  still  gewest,  mit  grossen  sorgen 
vnnd  Trauern. 

(Die  Seite  235^  ist  leer.) 


(Bl.  236\)  Zw  KhOnig  Ludwigen  geen  Prag. 

9.  Aog.  Zw  der  Newstat  ward  Ich  abgefertigt  auff  Cotschien  Wägnen, 

f  zwm  andern,  den  Neunten  Augusty.  Zwayen  f  malln  geen  Prag,  zw  Khönig  Lud- 
("0  ^gen.  An  der  Raiss  fiell  Ich  mir  ein  Achsl  aus.  Von  Prag  Rit  Ich 
selbannder  geen  Lynntz,  dann  daselbstn  hin  khamb  mein  Herr,  der. 
mainung,  das  der  Khunig  vnnd  sein  fürstl.  DurchL  zusamen  sollen 
khomen  sein.  Vnnd  von  Lynntz  auch  ain  mall  geen  Prag.  Von  Wienn 
nach  Prag  Raist  man  geen  HoUaprun  fiinff  meill,  geen  Znftemb  vier, 
geen  Wiscowitz  drey,  geen  Trewitz  vier,   geen  Polin  vier,  geen 


1022^1523.  263 

Teutschen  Prod  zwo»  geen  Habern  zwo,  geeii  Zaslaw  drey,  Kholen 
zwo,  goen  Pehemischen  Brod  zwo,  vnnd  geen  Prag  vier  meill. 

Geen  Nörlingen  aaf  den  pundtstag. 

Von  Lpntz  bin  Ich  Eillenndt  abgefertigt.  Am  Neunten  September,    9.  sept. 
geen  Nördlingen  auff  den  Pundtstag.    Mein  weeg  genomen  Nach 
Schärding,  Pharrkhirchen,  VilssPiburg,  Mosperg,  (Bl.  236*,)  Inn- 
derstorff,  Augspurg,  Tonawwerd.  Am  yierzehennden  desselbn  monats  14.  sept 
geen  Nörlingen  khoroen.  Am  Ainvnndzwaintzigisten  wider  yerritten  zi.  sept. 
nach  Weerd,  Augspurg,  Prugkh,  MQnchen,  Ebersperg,  Wasserburg, 
Stain,  Wdgingen,  Salitzburg,  Galin,  Werfen,  Rastat,  durch  die  Mänd- 
ling,  Schläming,  Auch  AUt  Iring.  Trfiebn  yber  den  Rottermanner- 
thaurn  auff  die  vnnder  zeyring,  Weissenkhirchen,  vber  die  Piber  Albn 
geen  Grueb  0*  da  Ich  Hocbzeyt  vnnd  mein  bey schlaff  gehallten  hab, 
Tnnd  dann  den  weeg  anff  Grfttz  rnnd  in  die  Newstat  genomen. 

In  die  Niderösterreichisch  Regierung  verordent. 

Die  Niderösterreichisch  Regierung  was  von  Grätz  in  die  New- 
stat gelegt,  dann  die  von  Wienn  noch  der  Newen  Ordnung  halben  in 
rngnaden  warn.   Bin  Ich  auch  in  die  Regierung  Terordent  vnnd  am 
zwenvnndzwaintzigisten   Septembris    in  Diennst  daselbsten   ange-  22.  sept. 
stannden. 

1523. 
(Bl.  237\)  Geen  Hunngern. 

Am  fönff^nndzwaintzigisten  February  bin  Ich  auff  Gotschien  zw  25.  Febr. 
Khunig  Ludwigen  geen  Ofen  geschickht.  Mein  weeg  aus  der  Newstat 
nach  Wienn,  vnnd  dann  geen  Prugg  an  der  Leytta,  Alltenburg,  Rah,  J^J  ^der^'viw 
Khotzi  »)  vnnd  geen  Ofen.  '""«^^^  ("•)    i 


^)  Vielleicht  Grab,  sädJich  ron  Weiz  gelegen  und  zur  Herrschaft  Herberstain 

gehörig,  ein  ganz  unbedeutender  Ort. 
>)  Koct. 


264  1523-1524. 

Ferdinannd,  von  gottes  gnaden  Printz  rnnd  Infannt 
in  Hispanien»  Ertzhertzog  zu  Osterreich,  Hertzogzw 

Burgundj. 

Getreuer  lieber.  Nachdem  yetzo  Trium  Regum  ein  Lanndtag  in 
Hungern  gehallten  wierdet,  haben  wir  dich  auff  solichen  Lanndtag 
Yon  ynnsern  wegen  zw  erscheinen  verordennt,  ynnd  darauff  die  bei- 
gelegten Instruction  vnnd  Credenntzen  auff  dich  gestellt  ynnd  yerfer- 
tigt»  wie  dw  sehen  wierdest.  Emphelben  dier  darauff  mit  sonnderm 
Emnst  vnnd  wellen ,  das  dw  dich  zu  stundan  vnnd  auff  das  Peldest 
erhebest,  vnnd  an  den  obbestimbten  (£anfiAap9  ^A/.2d7\}yerfte- 
gest.  Auch  die  Sachen  dermassen,  wie  ynnser  Instruction  yermag,  mit 
yleiss  hanndlest,  ynnd  darinnen,  in  ansehungder  khurtzen  Zeyt,  nit sau- 
mig erscheinest.  Daran  thuest  du  vnnser  gefallen  ynnd  Ernnstliche 
mainung.  Geben  zw  Nürnberg,  den  Aindlifften  tag  January,  Anno  etc. 
im  dreyynndzwaintzigisten. 

Vnnserm  getreuen ,  lieben  Sigmunden  yon  Herberstain, 

ynnserm  Rat. 

27.  April.  Am  Sibenynndzwaintzigisten  Aprillis  widerumb  nach  Ofen  zw 

dem  KhOnig.  Von  der  Newstat  nach  Wienn  ynnd  dann  geen  Prugg  etc. 

22.  Mai.   Am  zwenynndzwaintzigisten    May    Bin  Ich  wider  in  die  Neustat 

khomen. 

In  dem  Jar  hat  Suleyman  der  Tfirgg  Rodis  eingenomen. 
1523  kham  Khunig  Ludwig  zu  Hungern  gen  Odenburg.  Dahin 
khame  auch  Ertzhertzog  Ferdinand,  sambt  seinem  Gemachl.  Darnach 
die  baide  Herrn  tzugen  in  die  Neustat,  Im  Monat  October.  Der  Zusa- 
menkhunfft  halben  Ich  yill  Reittenns  thuen  müessen. 

1524. 

(Bl.  23»".)  Geen  Hall  in  Sachssen. 

24.  Cot.  Im  October,  den  yierynndzwaintzigisten,  muest  Ich,  wie  mir  an- 

gesagt ward,  zw  stundan  aufsitzen.  Namb  mein  weeg  durch  Bayrn 
auff  Regenspurg  ynnd  NQrnberg,  Babmberg,  Khoburg,  yber  den  ThQ- 
ringerwalld,  Grauentall,  Salfelld,  Jenn  der  Sali  nach  durch  die  Neu- 
burg für  Morsperg,  geen  Hall  zw  dem  Churförssten  (von)  Menntz, 


15:^4—1525.  265 

Marggraf  zw  Brandenburg.  Den  weeg  herwider,  wie  Ich  den  zuuor 
Terricht  hab. 

1525. 

(9/.  238^.9  GeenHnnngern. 

Am  dritten  Marty  bin  Ich  zw  Khünig  Ludwigen  geen  Hungern 
geschiekht,  belanngendtf  Graf  Cristoffen  von  FrangePain  Torhabenns   a.  BHn. 
halben.  In  dem  Monat  Eben  der  sachen  halben  hinwider.  f  FramtzotUche 

Am  fünfflen  Apriliis  wider  nach  Hungern,  auffb^er  der  Fugger.  PHdrieim  goq- 
Nachdem  herr  Alex.  Thurso  Irer  sachen  halben,  die  Arrennda  belann-  "^'  ^nd  (h.) 

am  oapnlu  aua- 

genndt,  ftnnckhlichen  angenomen  wardt.  Herr  Steffan  Pemphlinger  getzogo.  Am  is. 
was  auch  mit  geschigkht  (h.) 

Daruor,  am  vierzehennden  January,  haben  wir  Neyperg,  auch 
die  zway  Dörffer  Samerckha  vnnd  Partin  <)  f&r  vnnser  aigen  einge- 
nomen  Tnnd  Mamfells  dargegen  abgetretten. 

Franciscus,  Khünig  ron  Frannckhreich,  ward  am  fttnffVnndzwain- 
tzigisten  January  gefanngen.  Des  Jars  die  gross  auflruer  der  Paum 
in  Teutschen  Lannden  enntstannden.  i8.Jaij  die  gross 

prunst  zw  Wieo. 
(H.) 

(BL  239^.)  Raiss  geen  Hungern,  Polin  vnnd  Mosqua. 

Nachdem  Khaiser  Maximilian,  in  der  Zeyt  des  Widerwillens 
gegen  Khünig  zw  Polin ,  sich  mit  dem  Grosf&rsten  in  der  Mosqua 
rerainiget  mnd  yerpunden  hetfe,  vnnd  derselb  FOrst  vernamb.  Wie 
Carolus ,  des  Khaiser  Maximilians  Enenckhl,  zw  Römischem 
Khünig  gekbrönnt  rnnd  zw  Römischen  Khaiser  Erwellt,  schickht 
seine  Pötten  gar  in  Hispanien,  begert  dieselb  Verainigung  zw 
Temeuen  ynnd  zw  bestatten.  Derhalben  schickht  Khaiser  Carl 
Graf  Leonnhardten  von  Nugaroll  ynnd  Ertzhertzog  Ferdinanndt 
mich.  Erstlich  zw  Khünig  Ludwigen  in  Hungern,  damit  sein  Maj.  etc. 
die  Sachen  bey  Khünig  Sigmunden  in  Polin  bef&rderte ,  das  ain  frid 
ynnd  Ainigkhait  zwischen  seiner  Maj.  etc.  ynnd  dem  Moscouitter 
mdcht  gemacht  werden.  Wir  sein  am  yierzehennden  Decembris  geen  i4.  oec. 


^)  D.  i.  Samarko,  windisch  Samarkorje,  and  Hoden-,  Gorne-  und  Spodni- 
Partin,  zur  Herrtchaft  Gatenhag  im  Marbnrger  Kreise  gehörig,  bei 
St.  Leonhard. 


266  15^5—1526. 

Ofeo  khoraeo.  Warden  Palld  gefertigt,  vond  am  ftinIReii  January 
wider  geen  Wienn  khomeo. 

1S26. 

11.  janner.  (Bl  239^,)  Am  AindliffleQ  January  bin  Ich  aus  der  Regierung 

in  die  Niderösterr^ichiseh  Camer  yerordennt  worden. 

12.  jfiiiner.  Am  zwelfften  January  Sein  wir  von  Wienn  nach  Polin  yerruckht. 

Ich  hab  mit  mir  gehabt :  herrn  Ruepreehten ,  meines  Brueders  Herrn 
Georgen  Sun,  Cristoffen  RaumbschüssU  Hanusen  Wuechrer,  Frantzen 
Vicin,  Niclasen  Strachwitz,  Erasmen  Pranntner  ynnd  Matbesen  Zeller, 
ausserhalb  der  gemain  khnecht.  Ynnd  zugen  geen  Vlrichskbirchen, 
drey  meill,  geen  Mistelbach  drey. 

Niclspurg,  ligt  in  Härhern,  drey  meill.  Geen  Wisternitz  an  der 
Teya,  ain  meill.  Schäraditz  drey,  Wischa  zwo,  Prostowitz  zwo,  01- 
müntz  zwo,  das  Bisthumb  vnnd  der  Haubtstat  aine  im  Marggrafthomb. 
Da  fleusst  die  March  für.  Durch  Stemberg  geen  Parn  am  EisenPerg- 
werch  vier  meill  *)• 

Alls  man  yon  Parn  zwo  meill  zeueht,  khumbt  man  wider  an  die 
March,  ynnd  ist  der  Ennde  (Bl.  2W.)  die  Gränitz.  Dann  geen 
Jägerdorff,  ist  nun  vber  die  March  Schlesien  drey  meill ,  geen  Lub- 
schitz  ^)  zwo ,  geen  khlain  Glog  zwo ,  ynnd  geen  Cbrepitza  *)  zwo. 
Ynnd  yber  die  Oder  gezogen,  ynnd  geen  Opl  das  Fürstenthumb  kho- 
men,  drey  meill.  Yon  dann  Raisennd  khamen  wir  an  das  wasser  Hal- 
ponndt^),  was  vasst  ausgel offen,  ynnd  geen  Rosenberg,  das  auch 
Oleschno  genannt,  Siben  meill. 

Yon  Rosenberg  sein  dritthalb  meill  geen  der  AUten  Khrepitza  *). 
Das  ist  nun  Pollnisch.  Yon  dann  geen  Bresnitza  *)  fünff,  ynnd  geen 
Camesco  ')  funff,  ynnd  geen  Petterkhaw  »)  yier.  Wir  namen  yonsem 


^)  Das  ist  Baehrn,  nördlich  von  Olmutz,  zor  Herrschaflft  Sternberg  gehdrig. 
*)  Leobschfltz. 


'}  Krappitz  an  der  Oder. 

^)  Der  Fluss  Malapane. 

^)  Alt-Rfepice  an  der  Liszwarta. 

•)  Brzeznica  an  der  Warta. 

"^)  Karaiensko,  nordwestlich  von  Brzeznica. 

®)  Piotrkow,  nördlich  von  Karoiensko, 


152«. 


267 


weeg  Dach  Petterkhaw,  Nachdem  der  Khünig  seinLanndtda  yersamblt 
het  nach  gewonhait.  Aber  vnns  wardt  gesagt ,  der  Lanndtag  wäre 
beschlossen,  vnnd  der  Khunig  zuge  nach  Crackhaw.  So  betten  wir 
auch  ynnsere  Pötten  vnnd  brieff  gesanndt.  Warn  derhalben  geen 
Crackhaw  beschieden»  Tnnd  zugen  allso  yonAlltenCrepitza  geen  CIo- 
butzkho  9»  zwo  meilK  geen  tzestochaw  *)  drey.  Da  ist  ein  Closter, 
(BL  2W*.)  darinn  ein  MariaPilldt,  dahin  ein  grosser  Zuelauff  vnnd 
sonnderlichen  von  den  Reyssen.  Darnach  geen  Scharckhy  *),  fhnff, 
geen  Cremolow  *)  drey ,  geen  Ilkhusch  *)  yier.  Da  ist  ein  gross 
Pley  Pergwerch  gewest.  Vnnd  noch  fQnff  meill  geen  Crackhaw.  Dahin 
sein  wir  am  anndern  Febraary  khomen.  t.  Febr. 

Man  schiekhte  Ynns  niembt  nach  der  gewonhait  enntgegen.  Man 
gab  vnns  khain  Herberg,  vnnd  gestellten  sich,  alls  wfirn  wir  nit  an- 
genfimb  Gesst.  Die  Moscouittischen  Pötten ,  die  aus  Hispanien  waren 
khomen,  Ir  zwen«  Knes  Iwan  Posetzen  Jaroslawsky  ?nnd  Semen  Tro- 
phimor,  Secretarj,  zagen  mit  vnns.  Villeicht  was  der  verdacht ,  man 
bette  ain  Neuen  vertrag  mit  dem  Moscouitter  einganngen.  Alls  wir 
fbr  den  Khunig  am  Achten  Febraary  khamen,  vnnd  wie  vnns  Annt-  s.  Febr. 
wort  auiF  vnnsere  Werbung  gegeben  ward ,  gienngen  scharife  wort 
mit.  Vnnder  annderm  die:  „was  haben  Eure  Herren  mit  dem  Mosco- 
uitter? Ist  er  Ir  Nachtpar  oder  freundt?^  Alls  aber  der  Khunig 
(BL  29 1\)  die  Recht  mainung  vernamb,  was  Er  linder.  Vergundt 
vnns  vnnser  Raiss  zuuolbringen,  vnnd  vmb  das  wir  in  der  Herberg 
nach  Irem  brauch  nit  warn  frey  gehallten,  schickht  der  Khunig  vnnser 
JegcUchem  fQnfftzig  gülden  in  Müntz  darfdr. 

Der  Hertzogin  zw  Bary  Gesanndter,  so  zuuor  mit  mir,  in  leben 
Khaiser  Maximilian,  der  Heurath  halben  Irer  Tochter  Bona,  zw  dem 
Khunig  hintz  geen  der  Willd  in  Lytten  gezogen  ward ,  gab  mir  von 
seiner  FOrsstin  ainen  Schuldbrieff  vinb  Tansent  gülden,  wann  dieselb 
Heurath  für  sich  gienng  zubezallen.  Denselben  bfief  gab  Ich  in  des 
Khunigs  Hannd ,  vnnd  bat:  „mein  genedigister  Herr  zusein.^    Liess 


^)  Klobacko  an  der  Oxa. 

'}  Czestochow  an  der  Warta. 

*)  Zarki,  säddstlich  ?on  Czestochow. 

^}  Kromolow,  abermals  südöstlich. 

^)  Okuss,  zwei  Standen  nordwestlich  ron  Krakaa. 


268  1526. 

mir  sagen:  «wann  Ich  herwider  khämb»  wollt  mir  aia  genedige  Annt- 
wort  geben. *^  Alls  auch  geschach.  Schickht  mir  die  Tausennt  gülden 
in  guetem  goldt. 

Ferdinannd  von  gottes  genaden  Printz  vnnd  Infannt 
in  Hispanien,  Ertzhertzog  zw  Österreich,  Hertzog  zw 

Burgundj. 

(Bl.  2^1*.)  Getreuer  Lieber.  Dieweil  ynnser  Nider5sterrei- 
chische  Rait  Camer  bey  den  grossen  f&rfallennden  sachen  mit  ^)  ainer 
khlainen  Anzall  RSten  versehen  ist,  vnnd  wir  in  dein  Person  sonnd^ 
genedigs  Vertrauen  setzen.  So  haben  wir  dich  zw  ainem  Raitt  Rat 
auff  dieselbig  vnnser  Camer  fQrgenomen  vnnd  soliches  anndern  vnn- 
sern  Rait  Räten  verkhündt.  Hegern  darauff  an  dich  mit  Emnst,  dw 
wellest  dich  also  soliches  ynnsers  diennsts  beladen ;  mit  vnnd  neben 
anndern  ynnsern  Räten  ynnser  Cammersachen ,  Innhallt  ynnserer  In- 
struction, mit  Pesstem  Vleiss  Ratschlagen ,  hanndlen  ynnd  Tractiern 
yerhelffen.  Daran  thuest  du  ynnser  Ernnstliche  mainung.  Geben  zw 
Augspurg»  am  AindlefRen  tag  January.  Anno  etc.  im  Sechsynndzwain- 
tzigisten. 

Vnnserm  getreuen ,  lieben  Sigmunden  yon  Herberstain, 
Ritter,  ynnserm  Rat. 
!4.  Febr.  fßl.  292\)  Am  yierzchennden  February  zugen  wir  yon  Crac- 

caw,  ynnd  was  hintzt  derselben  zeyt  schier  khain  Schnee,  ynnd  hueb 
erst  an  zuschneiben.  Darumb  RQstettn  wir  ynns  auff  Schlitten,  zugen 
also  geen  der  Newstat  »),  Cortzin  »),  10  meil,  geen  Sandomiem  *). 
Daher  sein  Achzehen  meill.  Vnnd  geen  Sauichost  *)  nach  der  Weixl 
ab.  Daselbstn  fuern  wir  yber  ynnd  yerliessen  die  Weixel  an  d^ 
Linckhen  hanndt.  Darnach  geen  Lublin,  ain  Stätle,  darinn  etliche 
grosse  märckht  Im  Jar  gehalten  ynnd  yon  yilln  Nationen  besuecht 
werden,  mit  manicherlay  waren«  Aber  Achzehen  meill  yon  Sandomir. 
Von  dann  geen  Partzow,  ligt  noch  in  Polin,  Aber  gar^  an  der  Gränitz. 


<)  *oit  mit*  die  Handschrift. 

*)  Nowe  Brzesko,  erste  Poststation  nordöstlich  ron  Krakau. 

*)  Koszyce,  Eweite  Poststation. 

*)  Zandomirz  an  der  Weichsel. 

^)  Zawichost,  am  linken  Ufer,  etwa  eine  Stunde  nördlich. 


1526.  269 

Füraus»  nit  gar  ain  WSlhische  meilU  Rindt  ain  PSchle,  Jasonckha 
genannt,  ist  die  Gränitz.  Vnnd  fhr  aus  geen  Lamas  ynnd  geen 
Briesty  9  ^n  dem  wasser  Buh,  mnd  feilt  auch  darein  der  Muchouetz. 
(BL  2^2^.)  Fliessen  gegen  mitternaeht  in  die  WeixI.  Von  Lublin 
hieheer  seindt  Sechzehen  meill»  ynnd  yasst  mittl  zwischen  Crackhaw 
ynnd  der  Willd.  Von  Briesty  geen  Camenetz  •) ,  dann  geen  Schare- 
scheff  ynnd  Volkhouitza  *),  sein  drey  Tagreiss.  Da  thailln  sich  die 
Strassen.  Die  ain  nach  der  Wilde ,  dahin  Rait  man  Sibenynndzwain- 
tzig  meiK  die  annder  sein  wir  geraist  Ynnd  haben  ynns  yon  Mitter- 
nacht gegen  dem  aufganng  khert. 

Von  Volkhouitza  geen  Solun,  geen  Slonin  ^).  Neben  haben  wir 
gesehen  Nouogrodeckh »  das  der  gross  Vitold  gepawen  ^.  Vnnd  ist 
das  Schloss  öd.  Dann  geen  Moschat,  Zernig,  Oberno,  Otmüt,  Ka- 
deyenow  *)  ynnd  geen  Miensco  '').  Daher  yon  Briesty  Rait  man 
Sechtzig  meill.  Da  heben  sich  die  wasserflQss  zw  wenndten,  ynnd 
lauffen  all  gegen  dem  Mitten  tag  in  den  Nieper  oder  Boristenem.  Von 
hie  aus  Miensco  Rait  man  geen  der  Willd  Sibenynndzwaintzig  meil. 
Ist  nach  der  Lanndart  ain  grosse  Stat  ynnd  Schloss. 

(BL  293^,)  Von  Miensco  sein  wir  Achzehen  »)  meill  geraist 
geen  Borissow,  ain  Stat  an  dem  wasser  Beresina,  den  Ich  hallt,  der 
Rechte  Boristenes  sein,  nach  gelegenhait  des  Ptolomy  beschreibung 
ynnd  glaichait  der  Wörter.  Dasselb  wasser  feilt  in  Boristenem  oder 
Nieper  ynnder  Bobransco. 

Von  Borisow  sein  wir  nit  den  nachnern  weeg  gezogen,  der 
grossen  Wildnuss  halben.  Sonnder  sein  yiertzig  meill  hintzt  geen 
Khnesackh  *),  Herberg  halben,  gezogen.  Haben  die  Stat  Mogilew 
yier  meill  an  der  Rechten  Hanndt  ligen  lassen.  Darnach  khamen  wir 
geen  Schkhioff  <«),  ynnd  fort  sechs  meill  geen  Orssa  am  Nieper  ^9- 


^)  Brzesc-Litewski  bei  der  MaDdung  des  Macbawice  id  deo  Bug. 
*)  Kamieniec. 
»)  Wolkowisk. 

^)  Slonim,  etwas  sfidöstlich  ron  Wolkowisk. 

^)  Witold,  als  Christ  Alexander,  Grossherzog  ron  Litthaueo,  gest.  1430. 
*)  Kaydanow. 
7)  Minsk. 

®)  Soll  wohl  'acht  meil*  beissen? 
*}  Kniasyce,  nordwestlich  ron  Mobilew. 
^^)  Szklow,  nördlich  ron  Mobilew. 
*0  Orsza. 


270 


ili2&. 


Daselbst  vonder  dem  Sehloss  ist  ain  sehmaller  fürt  durch  das  wasser» 
wer  den  nit  Recht  trifft  dem  helff  Got! 

Von  Orssa  sein  vier  meül  ybersich  nach  dem  Wasser  geep 
Dobrowna  0*  Darzwischen  Rindt  ain  Pächel,  genannt  Copriwoa.  Alls 
die  Schlacht  im  1814.  Jar,  daselbst  vnnd  (BL  2^3^.)  nahenndt 
bey  der  Orssa,  zwischen  des  Khunigs  zw  Polin  ynnd  des  Moseo- 
uitter  beschehen ,  Ist  der  Fach  mit  leichen  erfüllt,  das  der  lanng  nit 
Rinnen  hat  mugen,  wie  man  sagt. 

Von  Dobrowna  sein  noch  Acht  meill  an  die  Gränitzen.  Da  haben 
wir  ynnder  dem  Himel  gehaust,  in  grossem  Schnee*  Nahenndt  bey 
Tnnserm  Leger  was  ein  Pmggen,  die  liessen  wir  Pessern,  damit  wir 
morgen  ybermdchten,  ynnd  gar  geen  Smolensco  geraichten.  Moi^enns 
aber  schickht  man  ynns  enntgegen  mit  anzaigen :  »Es  wäre  ain  an- 
sehenlieher  Man  ynns  enntgegen  geschickht,  ynns  zw  Emphahea  yniid 
beglaitten,  ynnd  wartet  ynnser.^  Alls  wir  zw  Ime  khamen,  hiellt  Er 
in  seinem  Schlitten  sitzenndt  an  der  tribnern  Strassen,  Allso,  das  wir 
nach  dem  Emphahen  neben  Im  hin  durch  den  getrettnen  Schnee 
faren  muessten.  Sein  nit  yber  Annderthalbe  Meill  geraist,  da  wardt 
ynnss  das  Nachtleger  ausgezaigt  an  ainem  PCihel.  Der  beglaitts 
(BI.  2^^*".)  Man  belib  in  ainem  nächsten  Pöhel  hindter  ynnser, 
betten  ain  khlains  Pächle  enntzwischen. 

u.  MSrz.  Den  anndern  Tag  luedt  Er  ynns  zw  Gaste,  ynnd  fueren  auch  nit 

yill  yber  ain  meill.  Das  was  am  Sambstag  yor  dem  Pallmtag,  alles 
ynnder  dem  Himmel. 

2S.  Mirz.  Am  Palmtag  Luedt  er  seines  Herrn  Potschafil,  die  mit  ynns 

zohe.  Darumb  beualhen  wir  ynnsern  Leuten:  »Wo  sy  ynns  abermall 
so  nahenndt  das  Leger  «uszaigten,  sollten  sy  nuer  f&r  auffarn.*'  Das 
ward  inen  nit  gestatt.  Alls  wir  aber  zw  gedachtem  Leger  khamen, 
säumbten  ynns  nit  lanng  ynnd  fuern  furauss.  Da  hueb  sich  ain  ge- 
leuff.  Da  Ritten  sy  hernach  mit  bitten  ynnd  dronussen:  „ob  ynns 
gezimbte  in  eines  frembden  Herrn  Lanndt  nach  ynnserm  willen  zu- 
raisen?*^  Da  enntgegen  sagt  Ich  Inen:  „Ires  Herrn  Poten  haben  nach 
Irem  willen  bey  tag  oder  nacht  in  ynnserer  Herrn  Lanndt  Raisen 
mugen.  Darzue  wären  (Bl.  2U^^.)  wir  bey  Leuten  in  Heosern  ynnd 
nit  bey  willden  Thiern  in  der  Willdnus  erzogen  ynnd  gewonndt  zw 
herbergen.**  Ynnd  sein  wider  Iren  willen  gen  Smolensco,  den  2S.  tag 

*)  Dabrowna. 


1J5Ä6.  271 

Harty  geraiat  Glekhwoll  hat  man  rnns  nit  in  die  Stat,  sonnder  woll 
herunden  in  gar  schlechten  Paurnheusern  die  nacht  herbergen  lassen. 
Von  Dobrowna  geen  Smcrfensco  sein  zwaintzig  meill.  Vasst  alles 
Walld  Toa  Linden. 

Smolensjco  Ist  ain  ansehenlieh  Fürsstenthumb,  das  der  Gros- 
f&rst  Basilius  dem  KhQnig  Sigmunden  zw  Polin ,  alls  Grosßirsten  in 
Lytten ,  genomen.  Ligt  am  Nieper.  Alles  hültzen.  Vnnser  Frauen 
khirchen  darinn  ist  gemauert.  Vill  Oder  gemeuer  steen  allennthalben 
in  demselben  Poden,  da  zuuor  Clöster  ynnd  sonnder  Zweifl  ain  grosses 
wesen  daselbst  ynd>  gewest.  Da  sein  wir  zehen  tag  aufgebauten 
worden,  ymb  das  wnr  zw  spat  zuuoran  geschickht,  ynnser  ankhunfft 
Terkhfindt.  Dann  soliches  zw  stundt  in  die  Mosqua  geschickht  rouess 
werden  Tnnd  (B.  2(iS\)  Besehaidt  genomen,  was  mit  den  Gesannd- 
iesk  znhansdlen  sey.  Zw  dem  so  ist  Eben  der  Schnee  allennthalben 
zerganngen,  die  wasser  rasst  angeloffen,  Darumb  die  Pötten  nit  so 
Palld  hin  rnnd  wider  khomen  mugen. 

Am  Vierten  AprilKs  sein  wir  Terruekht ,  ynnd  den  annd^n  tag  4.  April. 
khamen  wir  an  ein  khlain  Pächle,  das  war  aber  gross  angeloffen,  ynnd 
wiewol  man  die  Pruggen  bat  lassen  Pessern,  so  hat  das  wasser  stfits 
gewachssen  ynnd  die  Pruggen  gehebt.  Die  mit  müee  erhallten ,  das 
sy  nit  hingeschwumen ,  damit  wir  ynnser  Sachen  hinüber  bringen 
nragen.  Die  Phfirdt  sein  durchgeschwembt.  Der  Paeh  haist  Vopetz. 
Alls  Ich  an  der  Pruggen  gestannden  ynnd  die  sachen  geordnet,  fiell 
der  Graf  mit  seinem  Phärdt  mit  den  hindtern  Fflessen  in  Pach ,  dann 
das  Gestatt  nit  zusehen  was.  Ireanthalben  wftr  der  Graf  ertrungkhen. 

Auff  ain  halbe  meill  fiiro  gezogen,  sein  wir  aber  zw  ainem  Pach 
khomen,  genannt  der  mittl  Vopetz.  Daselbsten  machten  die  Paurn 
(Bl.  2äS^.)  Palld  Widen  ^  ^^>*  ^^^  Pach,  ynnd  dann  ain  anndere 
Widen,  daran  henngten  sy  ein  floss,  den  sy  gleich  gemacht  betten, 
danmff  Sechs  oder  Acht  mennschen  möchten  yberfarn. 

Alls  wir  zehen  meill  geraist  betten ,  khamen  wir,  do  der  Fluss 
Vopetz,  yon  der  Piela  her  rinendt,  in  den  Nieper felld,  bey  ainem 
Closter.    Am  morgenns  früe  fQert  ein  Armes  Münichle  den  Grauen 


^)  Das  ftind  Tloss-Widea',  tos  DammSyten  gedrehte  iossartige  Holzgeflechie, 
zur  leichteren  Obersetzung  auf  und  zum  Theile  in  das  Wasser  gelegt. 
Vergl.  Schmeller*s  bair.  Wörterbuch.  4,  31. 


272 


1K26. 


vnnd  micb  vber  ain  grosses  gewisser»  (dann  der  Nieper  was  seer 
ausgeloffen),  hintzt  wir  wider  zw  der  Strassen  khamen ,  darein  das 
Wasser  nit  schlahen  möeht.  Das  Schiflfle  mocht  nit  mer  ertragen.  Mit 
dem  hat  der  Münich  das  maiste  Gesindt  ynnd  Sftttl  allso  nacheinann- 
der  yberbracht.  Vnnsere  Truhen  ynnd  Fftles  ^  b^t  man  in  ainem 
Schiff  Tber  sich  geen  Drogobusch  *)  mit  Ruedcrn»  schieben  mnd 
ziehen  bracht.  Die  Phärdt  aber  rouesten  ainen  anndern  weeg ,  Allso» 
das  sy  drey  mall  yon  ainem  PQhel  zw  dem  anndern  schwimmen 
muesten. 

(BL  2M\)  Dann  widerumb  zwo  meill  geraist »  kham  wir  an 
ein  pach»  genannt  Vssche»  der  hat  ein  erhobne  Pruggen,  darftber  wir 
Zügen»  mnd  nach  ainem  lanngen  Wissmadt »  das  alles  Tberronnen 
was.  Dann  khamen  wir  an  ein  grossen  Walldt»  neben  dem  gienng 
die  Strass»  vnnd  der  Pach  Rann  dameben.  Gab  aber  sooill  wasser» 
das  wir  an  der  Strassen  nicht  möchten  bleiben.  Gaben  mns  in  Wald» 
ynnd  was  yasst  spat.  Der  Schoee  was  nahenndt  khnietieff»  ganntz 
waich»  darzue  das  Erdrich  darunder  auch  waich.  So  lagen  yill  grosse» 
dickhe  Pämb»  die  AUters  ynnd  Windts  halber  gefallen  waren»  darüber 
wir  dann  muesten.  Vnnd  woll  ferr  in  die  nacht  khamen  ynnser  Ettlich 
aus  dem  Walld  an  ein  plosse.  Da  beliben  wir  die  nacht ,  on  alle 
namng.  Etliche  beliben  im  Walld»  die  erst  am  morgen  zw  mns 
khamen.  Die  zu^eordennten  oder  Pristauen  betten  ynns  gar  nahenndt 
zw  Heusern  mugen  bringen»  wo  sy  gewollt  betten.  Es  Regnet  auch 
khlain  ynnd  netzet  woll. 

(BL  2M^.)  Morgenns  sein  wir  Palld  wider  an  ein  Wald  kho- 
men»  der  nichts  minder  dann  der  nächste  gewest.  Blit  dem  sein  wir 
gar  geen  Drogobusch  khomen.  Daher  sein  yon  Smolensco  Achzehen 
meill »  mnd  der  merer  thaill  geprOgkht.  Dieselb  pruggen  hat  der 
Moscouitter  lassen  legen»  Alls  er  selbst  geen  Smolensco  gezogen» 
ynnd  sein  Volckh  hin  mnd  wider  geschickht  hat.  Drogobusch  ligt 
am  Nieper.  Daselbst  haben  wir  ain  tag  auff  ynnsern  Plunder  gewart. 
Viesma  *)»  ain  Stat»  ligt  auch  am  Nieper.  Vnnd  feldt  daselbst  das 


^)  Das  ftiod  Felleisen ,  aus  dem  ital.  Valigia  entstellt»  und  in  Herbersteins 

Schreibweise  noch  die  Herleitung  Terrathend. 
*)  Doroghobush. 
*)  Wiazroa. 


1K26.  273 

Wasser,  auch  Viesma  genannt»  im  Nieper.  Daher  von  Drogobusch 
sein  auch  Achzehen  meill.  Hintzt  her  khumen  die  schwären,  geladen 
schiff.  Vnnd  nahenndt  ynnder  der  Stat  da  Ladt  Tnnd  Enntladt  man 
die.  Von  Smolensco  hintzher  haben  wir  Till  geförlicher  Raiss  gethon, 
wie  Temomen,  ynnd  vber  souil  iannge  Pruggen,  die  an  rill  orten  seer 
zerrütt  vnnd  die  (Bl  24i7^.)  Pämb  ye  gar  weit  yoneinannder  gelegen, 
das  nit  woll  glanblich],  das  die  Phärdt  dermassen  darüber  haben 
geen  khnnnen,  dann  ye  sein  die  Prugg  holtzer  in  den  wassern 
gelegen,  ynnder  ynnd  ybersich,  dann  schrerobs  ^  gelegen, 
darüber  wir  gerouest  ynnd,  6ot  lob,  on  allen  schaden  khomen. 
Bey  der  Viesma  haben  wir  das  gewisser,  die  holltzen  ynnd 
Schnee  erobert  *),  ynnd  fürt  ain  Ebnen  weeg,  hintzt  an  die  Mosqua 
geraist. 

Mosaysco  *)  ist  aoch  ain  Stat,  da  der  GrosfÜrst  Jftrlichen  sein 
lust  mit  Hetzen  der  Hasen  hat,  Sechsynndzwaintzig  meil  yon  der 
Viesma.  Das  wasser  die  Mosqua  Rindt  nit  ferr  neben  ab,  dann  die 
auch  yier  meill  oberhalb  Iren  yrspmng  hat  Von  dann  s«n  noch  Ach- 
zehen meill  geen  der  Mosqua  in  die  Stat  Dahin  sein  wir  am  Sechs-  zs.  Aprii. 
ynndzwaintzigisten  Apriliis  khomen. 

Mosqua,  das  Ftlrsstenthumb,  Stat  ynnd  wasser  aines  namens, 
darinn  der  Grosfürst  (Bl.  29T.)  hoff  hellt,  darzue  auch  der  Ertz- 
bischoff,  den  sy  Metropolita  nennen,  ain  grosses  wesen.  Die  Stat  ist 
weder  mit  grfthnen,  zeyn  oder  gemeurn  Eingefanngen. 

Der  Grosfürst  hat  Ainynndzwaintzig  Jar  seines  ynnderthon, 
genannt  Juan  Sapur,  Tochter  Salomea  ^)  Eelichen  on  khinder  gehabt, 
dieselb  Im  Jenner  yor  ynnser  ankhunfft  in  ain  Closter  gethon, 
ynndKnes  Basily  Linsky  Tochter  ^  genomen.  Hat  Ime  im  1828 
Jar  ain  Sun  Hannsen  gebom ,  der  nach  dem  Vatter  das  Regiment 
gehabt. 


')  Das  iftt  sehrXge,  sehief.  Schmeller  3,  810. 

*)  Das  heisst:  äberstanden. 

<)  Moskaiek  auf  halbem  Wege  ron  Wiaima  naefa  Moskau. 

*)  Salomeh,  die  Tochter  Jury  Ssaburow*s,  war  mit  dem  GrossfQrsten  Was- 

silii  IV.  Iwanowitsch  bereits  seit  dem  Jahre  1805  yerehlieht  Yergl.  Strahls 

Gesch.  yon  Rassland,  t,  427  und  3, 39. 
*)  Helena,  die  Nichte  des  bereits  zwölf  Jahre  im  Geftngnisse  gehaltenen 

Knfisen  Michael  Glinski.  Strahl,  I.  c.  3,  42. 
Fontes.  TIH.  Ig 


274  1526. 

Mit  grossem  Pracht  Tnnd  ansehen  sein  wir  ain  halbe  meill  von 
der  Stat  vber  das  wasser  Emphanngen,  auch  mit  Phärden  ?erEerdt, 

2«.  April,  ynnd  in  ynnsere  Herbergen  beglaitt  worden»  Am  SechsTnndzwaintxi- 
gisten  Aprillis. 
i.  Mai.  Am  Ersten  May  sein  wir  gehört  ynnd  bey  dem  Grosf&rsten  zw 

18.  Mai.  Gast  geballten  worden.  Am  dreyzehennden  haben  wir  ynnsere  Poten 
aus  zw  dem  Khünig  in  Polin  gefertigt,  (Bl.  2^8r,)  mit  Glaitbriefen, 
seine  Pötten  zuschickhen,  frids  halben  zuhanndlen.  Der  Graf  schickht 
Günthern  yon  Herberstain,  Ich  Hannsen  Wuechrer.  Die  muesten  geen 
Däntzkha  ^  ziehen,  dann  der  KhQnig  daselbst  hinkhamb,  etlicher 
aufruer  halben  *).  Namb  die  Stat  gleich  mit  gwallt  ein  ynnd  schlueg 
da  Ir  yill,  ynnd  die  zwen  auch,  zw  Ritter,  Aber  etlichen  BQrgern  die 
Khöpfab  «). 

In  roifler  Zeyt  warden  wir  zw  dem  Grosfttrsten  auff  die  Hasen- 
hetz  eruordert.  Da  was  auch  der  yertriben  Khünig  yon  Casan, 
Scheale  ^) ,  den  der  Grosfttrst  in  grossen  Eem  hiellt. 

20.  Juli.  Am  zwaintzigisten  July  khamb  des  Babsts  Potschafit,  Hanns 

Franciscus,  Bischoue  Schkharensis. 

23.  jnti.  Am  dreyynndzwaintzigisten  seind  ynnsere    zwen  Poten  wider 

yom  Khünig  zw  Polin  khomen,  den  sy  zw  Danntzkha  fannden. 

20.  Sept.  Am  zwaintzigisten  Septembris  ist  der  GrosfÜrst  geen  Mosaisco 

seinem  lust  nachgezogen. 

12.  Oct.  Am  zwelfilen  October  sein  wir  aus  der  Mosqua  (^BL  2^*.) 

geen  Mosaysco  werdts  gezogen.    Daselbsthin  sein  die  Lyttischen 
Pötten:  Herr  Petter  Schischkha,  Vaiuoda  zw  Pletzkho,  ynnd  Michel 

K.  Not.  Bohusch,  Schatzmaistcr  in  Lytten,  khomen.  Am  fünfften  Nouember 

s.  Not.  haben  wir  ainen  fünflQärigen  frid  beschlossen.  Am  Achten  die  Lytter 
abgefertigt.  Der  GrosfQrst  liess  ynns  anzaigen:  „wie  der  Türgg  in 
Hungern  ynnd  zw  Ofen  gewest.  Also  hat  Er  yon  seinen  Gränitzen 


^)  Das  ist  Danzlg. 

*)  Die  Stadt  hatte  1S25  gegen  den  Willen  des  Königs  Sigismund  1.  den  neuen 

Glauben  angenommen. 
*)  Vierzehn  der  Anfuhrer  wurden  geköpft,   die  übrigen  in  die  Verbannung 

geschickt.  Solignac,  Gesch.  Pol.  2,  115. 
*)  Scheale  war  durch  den  Czaren  Basilius  zum  Könige  der  Rasanschen  Tataren 

1520  eingesetzt  worden.  Er  war  grausam  und  wurde  durch  die  Tataren, 

welche  an  seiner  Statt  Sapgerei  zum  Könige  wählten,  yertrieben.  AUg. 

Weltgesch.  Bd.  XXIX.  Gesch.  Russl.  herausg.  v.  Semler,  Bd.  I,  178  u.  179. 


1526.  275 

huQdtschafft,  Aber  wisste  nit  was  der  ansgericht  hette.  Damit  wir 
YDns  wissten  mit  ynnserm  haimbzug  zuhallten. *" 

Am  AindlefilenNouember  sein  wir  ausgezogen  mit  ainem  grossen  ii.  not. 
sehneyben.  Am  vierzehennden  geen  der  Viesma  khomen.  Am  Siben-  |^*  ^^^* 
zehennden  geen  Drogobusch,  Am  Neunzehennden  zw  dem  Closter  19.  i^ov. 
SmeriLaInky.  Denselben  tag  vber  den  Nieper  gefam.  Am  zwaintzi-  20.  Not. 
gisten  zw  der  Khirchen  Cosme  vnnd  Damianj.  Am  zwenrnndzwain-  %%.  nov. 
tzigisten  sein  wir  geen  Smolensco  khamen.  Am  fiinff<-(^i3/.  299".)  25.  Not. 
ynndzwaintzigisten  ausgezogen  ynnd  vnnder  dem  Himell  gelegen  sambt 
den  Sibenynndzwaintzigisten  tag. 

In  Litten. 

Am  Achtynndzwaintzigisten  khamen  wir  geen  Dobrowna.  Da  zs.  Not. 
erinnderten  wir  des  Khünigs  Ludwigen  in  Hungern  niderlag  ynnd 
Todt.  Am  dreissigisten  geen  der  Orssa.  Da  Rueeten  wir  ain  tag.        30.  Not. 

Am  anndem  tag  Decembris  geen  Drutzeekh  9  Acht  meill.  Den    2.  Dee. 
dritten  in  ain  Dorff»  aber  Acht  meill.  Den  yierten  geen  Grodno ,  drey 
meill.  Dann  aber  in  ain  Dorff»  drey  meill,  ynnd  fürt  drey  meill  geen 
Borissaw  *)  an  der  Beresina.  Am  Sibennden  tag  geen  Lochoseckh  *),    7.  Dec. 

Am  Rande  des  Bltttes  248*.  tod  Herbersteins  Hand: 
Ad  Regem  Polonie. 
Maiestatis  V*^.  Oratores :   Magnificus  Dominus  Petrus  Gisca  Et 
dominus  Bohusius,  ThesarariuB,  yiri  optimi,  A  Magno  Moscoicum  Duce 
nunc  expediti  et  dimissi»  qui  forte  breui  apud  Mai^.  V*^.  apparebunt 
etemicabunt,  qu^  et  quomodo  per  eorum  dominaciones  et  nos  acta  sunt 
et  successerunt.    Nos  itaque  de  bis  omnibus  ad  suas  magnificencias 
remitentes,  ysque  Deo  dante  eos  subsequemur»  V^.  Mai^^  Nos  et  nostra 
seruicia  comendantes.  Ex  Mosaisco  TNouembris  1526. 
Leonardus  Comes  Nugarolis  Cesaris, 
Et  Sigismundus  ab  Herberstain,  Archiducis  Austrie» 
Oratores. 


3.  Dec. 

4.  Dec. 


^)  Druck,  sudlich  von  der  jetzigen  Strasse  von  Smolensk  nach  Minsk. 

')  Wieder  an  der  dermaligen  Strasse ,  wo  diese  durch  die  Berezina  gekreuzt 

wird. 
*)  H.  verlfisst  hier  die  jetzifre  Strasse  und  zieht  einen  kürzeren  Weg  gegen 

Wilna,  nach  welchem  er  bei 

18* 


276 


1526. 


0.  Dec.  Acht  ineiU.  Dann  annderthalbe  in  ain  Dorff»  vnnd  fürt  am  Neunten 
geen  Radechuosec  0  ^i^^*  I^^nn  sein  zwo  meill  geen  Oasnosello  *) 
▼nnd  aber  zwo  geen  Molodesch  *),  dahin  wir  des  tags  geraist.   Am 

n.  Dec.  zweURen  geen  Creua,  Sechs  meill,  ist  ain  Odts  gemaurts  Schloss  bey 

13.  Dec.  (Bl.  2^9^.)  dem  fleggen.  Am  dreyzehennden  geen  Mednigkh,  Siben 

meill.  Ist  auch  ain  gemaurts  schloss,  ganntz  öd,  bey  dem  fleggen. 

14.  Dec.  Vnnd  den  yierzehennden  tag  in  die  Wild ,  die  Haubtstat  in  Lytten. 

Da  Rindt  ain  gross  wasser  Tur,  genannt  Velia,  khumbt  in  die  MumbI, 
die  für  Cefno  ^),  so  yierzehen  am  Lannd  ynnd  Achzehen  meil  am 
wasser  yon  der  Wild  ist,  sein  fluss  nimbt.  Vnnd  ein  khlain  Pächle 
feilt  daselbst  ein,  genannt  Vilna,  wie  auch  die  Stat  nach  der  Lanndt- 
sprach  genennt  wierdt.  Da  sein  mir  erinndert,  das  Khünig  Ludwig 
in  Hungern,  am  Neunynndzwaintzigisten  Augusty,  in  der  Hanndlung 
gegen  dem  TQrggen  zw  Mohatsch  Todt  beliben  was  vnnd  mein  Herr 
zw  KhQnig  in  Behaim  worden. 

Von  der  WHd  geen  Khönigsperg  seind  Sechtzig,  geen  Ruga 
ftlnfftzig,geen  Khrowzway  Hundert  9*S^^i^  der  Lemberg  hundert,  geen 
Crackhaw  hundert  ynnd  Neun ,  geen  Warssa  yierynndsechtzig ,  geen 
Däntzkha  Achtzig  meill,  Teutsch. 

»7.  Dec.  (Bl.  2ßO\)  Am  Sibenynndzwaintzigisten  sein  wir  zw  der  Wylld 

ausgezogen.  Vier  meil  geen  Rudincky  •).   Dann  drey  geen  Volkha- 

29.  Dec.  mickh,  da  seindt  zwen  des  Khflnigs  Gejaidthoif.  Den  Neunynndzwain- 
tzigisten geen  Meretz  "^),  Siben  meill,  ligt  am  wasser,  das  auch  den 
namen  hat.  Damach  geen  Osze  >),  Sechs  meill. 

31.  Dec.  Am  letzten  tag  geenGrodno,  ain  grosse  Lyttische  Stat,  zwo 

meill,  ligt  am  wasser,  das  man  Teutsch  Muml,  nach  der  Lanndtsprach 
Nemen,  ynnd  Lateinisch  Cronon  nennt.  Fleusst  in  das  Teutsch  oder 
Preyssisch  Möer,  thaillt  Preyssen  yon  Sameitten. 


')  Radosikewicze    wieder    die    jetzige    Strasse    von    Minsk    ntch    Wilnt 

erreicht. 
*)  Krasnoie. 
')  Molodeczno. 

^)  Kowno,  an  der  Grenie  des  Königreichs  Polen. 
^)  Vor  diesem  Worte  zeigt  sich  das  Wort  *zway*  durchstrichen. 
*)  Rudniki  an  der  Mereczanka. 

^)  Am  Einflösse  der  Merecstnkt  in  die  Memel,  an  der  Grinze  Polens. 
")  Das  ist  Hoza,  nördlich  Ton  Grodno. 


mr  277 

1527. 

Am  Ersten  Januarjr  yon  Grodno  aus,  Ist  ain  Ploss  Lannd,  Sechs  i.  Jinner. 
meil  geen  Grinckhy.  Ist  so  khallt  gewesen ,  dann  der  Windt  scharff» 
ynnd  den  Schnee  gehebt  ynnd  gewäet,  das  (Bl.  260*.)  Ich  nahenndt 
dardurch  ymb  mein  Nasen  khomen.  war.  Ainem  des  Grauen  Phärdt 
seindt  grosse  Pietzen  aus  dem  Geschrott  9  gefallen.  Ainem  Windt- 
spill,  das  foUe  Tutten  gehabt»  dieselben  Erschwartzt  vnnd  abgefallen. 
Ainem  Han  auff  dem  Wagen  sein  grosser  Khamp  dermassen  Erfrorn» 
das  er  den  Khopf  henngen  Hess»  alls  wollt  Er  sterben.  Da  Ime  der 
aber  abgeschnitten.  Erhebt  den  khopff  ynnd  khräet  zw  stundan.  Der 
Khamp  was  foUer  Eiss.  Muesten  derhalben  ain  tag  da  bleiben,  dann 
es  betten  sich  etliche  yerritten.  Die  khamen  allso  müede  zw  Herberg. 

Am  dritten  tag  zwgen  wir  Acht  meil,  alles  durch  ain  Wald,  s.jinner. 
darinn  dann  khain  Hauss  an  der  Strassen,  hintzt  geen  Nareff  ^.  Da 
Rindt  auch  ain  wasser  des  namens.  Ynnd  den  anndern  tag  yier  meill 
geen  Bielseo  ^,  ain  guet  Schloss  neben  dem  flegkhen.  Vnnd  dann 
yier  meill  geen  Milenetz,  ain  Dorff,  ynnd  drey  oder  4  meill  geen 
Mellnickh,  ain  Schloss  bey  dem  flegkhen,  (^Bl.  26V,)  ligt  am  wasser 
Buh  genannt.  Vnnd  Siben  meill  geen  Lossitzy,  ist  die  Grfinitz  ^. 

Polin. 

Am  Achten  tag  zugen  wir  in  Polin  Acht  meill  geen  Lucow  ^.    8.  jinner. 
Ist  ain  Haubtmanschaffit,  nach  Irer  sprach  Starostey  genannt,  sollen 
drey  Tausent  Edln  darunder  sein.   Dann  Es  sein  etliche  yill  ddriTer, 
darInn  khain  Paur,  sonnder  Edl  sesshaflt.     Ligt    am  wasser  Oxy 
genannt.  Den  anndern  tag  fiinfl^meil  geen  Oxj  ^  ain  fleggen  an  dem-   9.  Jiooer. 
selben  wasser.   Am  zehennden  tag  aber  fOnff  meil  geen  Stesitza  ^.  lo.  Jinner. 


')  Das  ist  Stücke  aus  dem  Hodensacke  (scrotum). 

*)  SQdöstlich  Ton  Bialystock. 

')  Bielsk,  sfidlich  tod  Bialystock. 

*}  Heutiiitage  bildet  der  Bog  die  GrSnze«  und  Losice  liegt  schon  im  K5nig- 

reiche  selbst,  östlich  von  Siedice. 
^)  Lnkow  an  der  Zna. 
*)  Okraeja  an  der  Okrzeica. 
^)  Stezyca  an  der  Weichsel. 


278 


1527. 


11.  jinner.  Da  fleusst  das  Wasser  Viepers  in  die  Weyxel  9*  Den  Aindlefflen  sein 
wir  vbep  den  Viepers  vnnd  Weixel  fünf  meil  geen  Suolena»)  gezogen. 
Dann  aber  fOnff  meill  geen  Sanna  >) »  ynnd  Sex  meill  geen  Pelkhy , 
Sechs  geen  Schidlow  ^),  ain  ymbgemaurts  Stätle,  fllniF  meill  geen 
Vislitza  5),  (BL  261^.)  auch  ain  vmbgemaurts  Stätl,  ligt  vasst  in 
ainem  See.  Dann  geen  Prostwitz  ^,  Sechs  meill,  ynnd  geen  Crackhaw 
yier  meill.  Da  fannden  wir  den  KhQnig,  der  ynnser  hanndlung  mit 
gnaden  Annamb. 

81.  Jinner,  Am  letzten  Jannary  sein  wir  yon  Crackhaw  ausgezogen,  drey 

meill  geen  Cobilagora  '*). 

1.  Februar.  Am  Ersten  February  geen  Ukhusch  ^,  zwo  meill,  geen  Bensin  *), 

ligt  noch  in  Polin,  fttnff  meill. 

Schlesien. 

Ain  yiertl  meill  ausserhalb  Bensin  Rindt  ain  wasser ,  genannt 
Pietza,  da  schaidt  das  Pollniseh  ynnd  Schlesisch  gebiett,  das  geen 
Behem  gehört.  Vnnd  dann  geen  Piestonetz  oder  Pielstouitza  <<»)  fttnff 
meil,  yier  meill  geen  Kosslec  ^9»  ^^^  ymbgemaurt  Stätle,  ligt 
(Bl.  2S2\)  an  der  Oder.  Fönff  meill  geen  Biela  *«)  ynnd  Sechs 
geen  der  Neyss,  ain  guete  wolerpaute  Stat.  Da  wonen  gemainclichen 
die  Bischoue  yon  Breslaw.  Dazumall  ward  Bischoff  Jacob  ^^,  der 
ynns  woll  hiellt. 


^)  Ist  einirrthum,  dieWieprz  f&Ui  etwa  ein  %  Stunden  sQddstlich  ?onSteiyea 
in  die  Weichsel. 

')  Zwolin,  östlich  ?on  Radom. 

')  Sienno,  nördlich  yon  Opatow. 

*)  Szydiow,  sudwestlich  von  Opatow. 

*)  Wislica  an  der  Nidica,  nordöstlich  von  Rrakau. 

*)  Proszowice  an  der  Szreniawa. 

')  Nowa  Gora? 

8)  Okusz. 

')  Bendzin  an  der  Czarna  Przemza. 

*®)  Piskowice,  auch  Peiskretscham  genannt  an  der  Klodnitz,  an  deren  Einmün- 
dung in  die  Oder  die  Festung. 
^0  Koselligt. 
^')  Das  ist  ZOlz  oder  Biala. 
^*)  Jacob  von  Salza. 


1527.  279 

Am  Achten  tag  zug  der  Bischoff  mit  vnns  aus  geen  Othmachaw  ^t    ^-  Februar. 
auff  ain  Schloss»  da  wir  das  fruemali  namcD.   Ist  ain  meill,  vnnd 
Raisten  dennocht  drey  meill  geen  Wardt  *). 

Behaim. 

Am  Neunten  tag  khamen  wir  zw  dem  frueroall  geen  [Glatz »  ain    9.  Februar. 
schöner  Grauen  Sytz,  Schlos  ynnd  Statte.  Vnnd  darnach  geen  Rana- 
ritz  *)  Tnnder  dem  HumI,  ist  alles  vier  meil  vnnd  ain  halbe.  Dann 
geen  Jaromier,  auch  fünfilhalbe  meill.  Vnnd  vier  meil  geen  Bietschaw. 
Vnnd  Tier  meill  geen  Limburg  ^)  an  der  Elb,  ain  Khünigs  Stat. 

Am  dreyzehennden  Sechs  meill  geen  Prag,  (BL  2ß2\)  dem  13.  Februar 
Khflnigclichen  Stuell  zw  Beham ,  da  wir  ynnsern  Erwellten  Khünig 
fannden»  der  dann  am  yiervnndzwaintzigisten  tag  desselben  monats 
gekhrönndt  wardt.  Den  nächsten  tag  darnach  die  KhQnigin. 

Die  Moscouittische  Potschafil  khame  Palld  hernach.  Alls  Ich 
denen  Enntgegen  Bit,  aus  beuelch,  ynnd  wir  khamen,  da  sy  die  Stat 
ynnd  Schloss  woU  sehen  möchten,  spricht  der  Oberste:  «»das  ist  nit 
ain  Schloss,  das  ist  nit  ain  Stat»  sonnder  ein  Khünigreichl  Vnnd  es 
ist  was,  ain  s5lich  Khünigreich  on  Pluetyergiessen  zw  yberkhomenl^ 

Mir  ward  driuacher  Dannckh  gegeben:  ymb  yerrichtung  meines    ^^,^^  ^^.„g^ 
gehabten  beuelchs,  meiner  hanndlung  ausser  beuelchs,  ynnd  dann  ,,  ^*^,^/"?f"  . 

^  ,  o  '  khoecbt  sein  mit 

meines  erbiettenns,  noch  wo  not  gewest  zuraisen.  mir  geuogen: 

Nach  abfertigung  der  Moscouittischen  Potschafft  ward  mir  Er-  p^^b,  2^^  Her- 
laubt  haimb  zuziehen.   Bin  allso  yon  Prag  geen  Behemischen  Brodt,  ^®**^^^"  * 
yon  dann  geen  Khuttenberg,  geen  Habern  ^),  geen  Teutschen  Brodt  scbnsi; 
ynnd  Pollen  •),  ain  Stätl,  gezogen.  HansWuechrar; 

Franz  FiUien ; 
Nidns    Stracb- 

(B1.2S3'.)  Mar  her  n.  *"*' 

Erasni  Prantner; 
MaUies  tzoller. 

Vnnd  dann  geen  Znäemb.  Mit  craffa  Nu- 

garolis  izohe : 

Günther  Freih. 

zw  llerberstaio. 

^)  Ottmachiu.  ^"^ 

')  Wartha  an  deo  Ausläufen  des  Eulen-Gebirges. 

')  Das  ist  Reinerz. 

^)  Soll  heissen  Niroburg. 

^)  Das  ist  Haber,  zwischen  Deutsch  Brod  und  Czaslau. 

*)  Poina,  nordöstlich  ron  Iglau,  nahe  an  der  Grfinze  Mfihrens. 


280  1527. 

Osterreich. 

Geen  GuDderstorff,  Gellerstorff  ynnd  geen  Wienn  khomen. 

Da  bin  Ich  mer  dann  ain  Monat  krannckh  im  Holltz  gelegen  ^). 

In  dem  Jar  bin  Ich  in  die  Niderösterreichisch  Camer  yerordennt. 

DieMtintzenzw  Polin  etc. 

Groschen  die  seindt  nahenndt  alls  wie  dieKhreutzer  geschlagen. 
Der  zwen  machen  ain  groschen ,  dreissig  der  groschen  ainen  Zol- 
gulden  «). 

Für  ain  gnlden  Teutscher  MQntz  geben  sy  nuer  Achtmndzwain- 
tzig  Groschen. 

Für  ain  Hungerischen  gold  gülden  gemainclichen  f&nflPnind- 
yiertzig,  hernach  auch  Achtmudyiertsig. 

(Bl.  233^.)  Ain  Marckh  zellen  sy  Achtynndviertzig  groschen. 
Ain  Vierdung  nennen  sy  ain  Quart  (zwelf  groschen). 

Copa  haissen  sy  Sechtzig  groschen.  Schilling  gellten  drey  ain 
groschen  khlaine  Mflntz. 

Littisch 

Soll  Pesser  sein,  ynnd  geben  nuer  Viertzig  groschen  ymb  ain 
Hungerischen  gülden. 

Rubl  nennen  sy  hundert  Groschen, 
Copa  Sechtzig  etc. 

Moscouittisch. 

Denig  seindt  Ire  Silbere  Phening  genennt.  Der  seindt  hundert 
für  ain  Hungerischen  gülden  geschlagen.  Doch  so  sein  die  gülden 
minder  ynnd  mer  werdt 

Alltir  Seindt  Sechs  Dengin ; 

GriiTna  zwaintzig  Dengin; 

Poltina  hundert  Dengin ; 

Rubl  zwayhundert  Dengen  der  Moscouittischen.  fBL  239'.) 
Die  Neugartner  ynnd  Riger  Rubl  sein  mer  Denngen. 


^)  Dass  hier  lignum  guaiaci  und  die  Lustseuche  gemeint  ist,  lernt  man  aus  der 

oben  S.  136  besprochenen  Stelle. 
')  D.  i.  Zahlgnlden. 


1527. 


281 


Ain  Marekh  Wiennisch  gewicht  macht  Crackhauerischer  drey- 
Tnndzwaiatzig  Lot.  Ain  Phundt  Wiennisch  macht  annderthalh  Cra- 
ckhawisch  minder  zway  Lot. 

Khan  ig  Ferdinanden  swBehemH5erzugin  Hungern. 

Im  Julio,  Nachdem  dann  Khflnig  Ludwig  iw  Mohatz  wider  den 
TQrggen  ymbkhumen»  hat  sich  Graf  Hanns  in  Zyps  ^  mit  dem  Volckh, 
das  Er  alls  Yaiuoda ,  den  man  sonnst  gemainclich  nennt  Weyda ,  in 
Sibenhürgen  ynnder  Ime  het,  vnnd  denen»  die  sein  Muetter  *)  lannge    Kuaig  Ferdi- 
Jar  mit  Pronision  vnnd  in  annder  weeg  ynnderhallten  hat,  aHes  auff  wien      ausge- 
ainen  solichen  fall  zugewarten»  das  dann  alhie  eruolgt.  Wie  Er  des  ^'^^:      ..  . 
KhQnig  Ludwigs  C5rpel  geen  Stuelweissenhurg  (BL  2S9r.)  begra-  Hongern     kho- 
ben,  lassen  zw  Khfinig  wellen  ynnd  Cr5nen,  darhey  aher  weder  des  "9°J^„<jrn  ein- 
Königs Witwe»  noch  auch  der  Grosgraf,  die  *)  dann  im  fall  des  KhQ-  genomeD, 
nigs  abganng  das  Recht  haben  die  besamblung  yon  wegen  Erwellung    |^'  ^^^^* 
aines  Khünigs  zubeschreiben  ynnd  zuberueffen,  gewest,  ynnd  also    21.  sept  M«r. 
ynordennlich  gewellt.  Aber  dieselb  KhOnigcIich  Witbe  ynnd  Grosgraf  S^rbn"^"'*^  ^^" 
haben  Ertzhertzog  Ferdinanden  zw  Österreich,  in  ansehen  das  sein  zr.Eingedning- 
Gemahel  des   Khünig  Eeliche  Schwester  ynnd   Khflnig   Vlasdlay  J^^^Jj^^^r/n^ 
Tochter,  Auch  das  die  Allten  Vertrag  zwischen  Hungern  ynnd  Khaiser     Detueibn  tag 
Friedrichs  ynnd  Khaiser  Maximilians  alls  Ertzhertzogen  zw  Österreich  FningepaD^^^^r- 
soliches  mit  sich  bringen.  Erwellt.   Auff  soliches  sich  hochgedachter  '^^^"°- 
des  Jars  gekhrönter  Khfinig  zw  Behaim  ynnd  Ertzhertzog  zw  öster-  der  Kuog   ge- 
reich mit  höeres  Craffit  erhebt.  Marggraf  Casimirus  yon  Brandenburg,  ^"^*'.    .  .^ 
seiner  Maj.  etc.  Vetter,  alls  Oberster  Veldhaubtman  in  den  letzten  i6.yonWey88n- 
tagen  des  Monats  zw  Wienn  ausgezogen.  ^""^«  ""^^O*"* 

Am  Ersten  Augusty  ist  sein  Maj.  etc.  yber  die  (BL  255^.) 
Grftnitzen  aus  Osterreich  in  Hungern  gezogen.  An  demselben  tag 
gegen  der  Nacht  ist  seiner  Maj.  etc.  "Ertzhertzog  Maximilian  gebom. 
Zohe  nach  Ofen.  Das  yerliess  der  Eingedrungen  Khflnig  Hanns.  Nach 
Eroberung  Ofen,  des  Khflnigclichen  Stuells,  zohe  man  geen  Stuel- 
weissenhurg. Dahin  dann  auch  sein  Schwester  KhQnigin  Maria ,  des 


^)  'Vmbkhumen  mnd  Graf  Hanns  in  Zyps  hat  mit  dem*  u.  s.  w.  ohne  'sich*  die 

Handschrift. 
')  'Hedwigis  ex  illastri  Dnenm  Tessinensiam  sanguine:  in  lucem  edita  est 

patre  Przemislao,  Matre  Anna  Boleslai  Docis  Warsaviensis  filia*  C.  Wagner 

Annales  Sceposii  4,  26  zu  ?ergleiehen  mit  4,  33. 
')  'denen  dann*  die  Handschrift. 


282 


1S27— 1528. 


t«.Dec.  1527  bis 
11.  Jlnnerl$28. 


Khönig  Ludwigs  Witbe,  ynnd  seiuer  Maj.  etc.  Gemahel  khamen  ynnd 
also  baide  Conleuth  gekhrönndt.  Darnach  ward  Graf  Nicias  von  Salbm 
der  Ellter  mit  vill  Eerlichen  Leuten  ynnd  ansechlichem  Voickh  nach 
Tockhey  geschickht,  dasselb  zw  erobern.  Dahin  khamen  des  Einge- 
drungen KhQnig  Hannsen  Leuth  ynnd  yberfielln  Khünig  Ferdinandus 
hier  bey  der  Nacht  mit  Irm  grossen  schaden.  Mit  dem  ward  auch 
Tockhey  aufgeben. 

Zw  Prespurg  ynnd  Tyrna  yerliess  der  KhQnig  in  besetzungen 
etlich  wenig  fuesskhnecht  hinder  sein,  damit,  wo  der  Veindt  der 
orten  was  Hlrnemen  würde,  ain  gegenwör  wäre.  Alis  dann  beschach. 
Vnnd  des  Yeindts  leuth  khamen  (Bl.  255''.)  geen  Neytra  ynnd  Frey- 
stätl  an  der  Wag,  namen  die  ein.  Herr  Hanns  Catzianer»  <ler  Theur 
Ritter,  bewardt  nit  allain  die  zwen  fleggen,  sonnder  zohe  den  Veinden 
ynnder  Augen.  Namb  nit  allain  die  zwen  obgemellten  flegkhen, 
sonnder  yill  annder  mer,  die  des  Eingedrungen' Khönigs  Erbguetter 
warn.  Soliche  seine  thatten  waren  angenfimb,  vnnd  erlanngt  grossen 
Ruemb  ynnd  Lob. 

Bey  allen  den  sachen  bin  Ich  gleichwoll  nit  gewesen ,  dann  Ich 
schwärlichen  khrannckh  lag.  Vnnd  das  yerlanngen  mir  mein  krannck- 
hait  nit  wenig  beschwärt  hat. 

Die  Kü.  Maj.  etc.  eruordert  mich  zw  sich  geen  Graan. 

Aber  im  December  bin  Ich»  nach  eruorderung  zw  Wienn  auff 
Cotsehien  ausgezogen,  geen  Graan  zw  dem  Khünig  khomen,  der  Mos- 
couittischen  Potschaflfl  halben.  Vnnd  des  tags  (Bl  256'.)  Alls  Ich 
zw  Graan  yerrugkht,  ist  der  Khünig  auff  das  geJaid  aines  Auroxn, 
der  aus  dem  Thiergarten  khomen  was,  ausgezogen,  ynnd  allso  an  den 
Auroxen  khomen  ynnd  dem  so  begierlich  nachgehenngt.  Das  maist 
Gesindt  khamb  spat  geen  Graan.  Niembt  wesste  wo  der  Khünig 
wäre,  darumben  gross  Waynen,  Ciagen  ynnd  Trauren  hintzt  zw  Mit- 
ternacht, da  der  Khünig  wider  khomen  was. 

CBl.  256.')  1528. 

Zw  demKhüniginpolIngeenpeterkhaw. 

Zu  Gran  abgenertigt.  (H.) 

Am  Sechsvnndzwaintzigisten  Decembris  des  Eingeennden  Acht- 
ynndzwaintzigisten  Jars  Bin   Ich   zw   Wienn  ausgezogen  ynnd  am 


1528.  283 

aindleffiten  January  sambt  herro  Lorenntzen  Brobst  zw  Stuelweissen- 
burg,  den  Ich  zw  OlmflDtz  Tanndt,  zw  Petterkhaw  einkhomen.  Da- 
Selbsten  khanib  auch  zw  vnns  Herr  Georg  Ton  Loxaw»  Secretarj,  der 
ain  zeyt  lanng  yon  rnnserm  KhQnig  in  Polin  geschickht  was.  Da  ward 
ain  grosser  Lanndtag  oder  Reichstag,  dann  der  Platz  ist  darzue  ver- 
omndt  alls  ein  Mitterspill.  Es  waren  auch  da  ankhomen  Ton  Khünig 
Hannsen»  den  man  dazumal  Janusch  Weyda  nennte»  Potschaffiten :  Herr 
Franciscus,  gebornner  Graf  Ton  Frangepan,  genennt  Ertzbischoue  zw 
CoUitzan;  ain  ParAiesser  MQnich  Herr  Steffan  Prodericus,  der  dar- 
nach den  Tittl  des  Bisturob  Watzn  gehabt»  vnnd  N.  Valzekh»  ein 
Edlman. 

(Bl.  2Ä7*.)  Jegclicher  thaill  wollt  seines  Herrn  sachen  ver- 
fechten. Wir  sagten  ?on  vnnsers  Herrn  gerechtigkhait.  Die  Anndem 
sagten  von  des  Reichs  beschOtzung  mdglichait.  In  der  gmain  sagten 
Till  ansechlicher  Polin:  *man  vberkhSme  die  Reich  seilten  mit  der 
gerechtigkhait^  Aber  gemaindichen  mit  dem  Schwerdt.^  Bin  also 
Sechs  Wochen  daselbstn  gewesen.  Ich  het  ain  sonndere  Instruction 
mit  dem  KhQnig  zuhanndlen»  darumben  meine  mitgesanndten  zornig 
warden.  Alls  der  Brobst  soliches  dem  Khünig  Clagte»  warde  Ime  zw 
Anntwort:  'sein  Maj.  bette  mich  in  yill  sachen  bey  dem  KhQnig  zw 
Polin  gebraucht,  das  sein  Maj.  nit  wollt»  das  yill  darumb  wissen 
sollen.^  Darüber  khamb  der  Brobst  zw  mir»  sagt  mir  soliches  selbs, 
ynnd  bat  mich  Ime  zuuerzeihen. 

Am  Ainvnndzwaintzigisten  February  sein  wir  daselbstn  yerritten  ^i.  Ftbr. 
ynnd  nach  Crackhaw  geraist  ynnd  yier  Tag  daselbstn  still  gelegen. 

Am  dritten  Marty  geen  der  Pless  khomen»  (Bl  2S7K)  da  ynns  s.  Min. 
dann  etUche  leuth  hintzt  an  die  Weyxl  Pruggen»  wie  sich  die  gepiet 
oder  Grfinitzen  schaiden»  geschickht  warn.  Dann  zwen  Schlesisch 
Edimannen  mit  ynns  Ritten ,  die  zw  Peterkhaw  mit  etlichen  Polin  zw 
nachts  ain  gefacht  betten.  Derhalben  sy»  annderst  mit. ynns»  nit  gar 
sicher  aus  dem  Lannd  mochten.  Am  Aindleiften  khamb  Ich  geen  ii.  Mirz. 
Wienn. " 

Das  Ich  mein  weeg  yon  Petterkhaw  nach  Crackhaw  namb »  hat 
mich  gewisslichen  mein  Enngl  gef&ert»  dann  Niclas  tzaple  ^»  dauon 


*)  Nicolaus  Tsehaplitz  von  Altendorf,  der  sehn  Jahre  vorher  von*  einem  aus 
Herbersteins  Gefolge  war  vom  Pferde  geschossen  worden.  Man  sehe  oben 
S.  131,  Anmerkung  7. 


284 


1528. 


hieuor  melduDg  beschehen,  hat  mir  an  der  Strassen,  die  Ich  am 
nächsten  geritten  solle  haben,  mit  seiner  geselsehafilf&rgewart,  sieh 
an  mir  znrechen. 

Wie  Ich  zw  Wienn  am  Aindlefilen  Marty  einkhomen,  hab  Ich 
meines  lieben  ynnd  Treuen  Brueders»  Herrn  Geörgens  ableiben  mit 
grossem  Layd  yernomen,  der  zw  Graan  khrannckh  worden  ynnd  zw 
Prugg  an  der  Lejrtta  gestorben  rnnd  begraben  ligt. 
30.  Mai.  (BL  258*.)  Am  Phingst  Abennt  Bin  Ich  an  derselben  Hungri- 

schen  khrannckhayt  auch  erlegen  ynnd  in  grosser  gefar  meines 
lebenns  gestannden. 

In  dem  Jar  Ist  Herr  Hanns  Catzianer  zw  Obristem  Veldhaubt- 
man  in  Hungern  flQrgenomen,  zw  Gran  ausgeschickht,  den  Einge- 
drungen Khtinig  Hannsen  zusuechen.  Vnnd  hat  den  zw  Sina  >) 
antroffen  ynnd  geschlagen.  Ja  gar  aus  dem  Lannd  gejagt.  Der  dann 
in  Polin  zw  Tarnaw  etliche  zeyt  sich  ennthallten  ynnd  das  Hunger- 
lanndt  yerlassen. 

In  dem  Jar  hat  mir  der  KhQnig  die  naehgeschribne  gnad  thon. 
Ich  hab  nit  allain  dem  giiet,  sonnder  den  Eern  nach  dienndt  ynnd 
gesuecht. 

Vnserm  lieben  getreuen.  (H.) 

4.  December.  WirFerdinaund,  yon  gottes  genaden  Khünig  zw  Hungern 

ynnd  Behaimb«  Infannt  in  Hispanien,  Ertzhertzog  zw  Osterreich, 
Hertzog  zw  Burgundy  ynnd  Wirtemberg,  Graue  zw  Tyroll ,  R5.  Kay. 
Maj.  im  Reich  Stathalter,  (BL  238^.)  Bekhennen  für  ynns  ynnd 
ynnser  Erben  ynnd  nachkhomen  am  Haus  Osterreich  offennlich  mit 
disem  briefe,  das  wir  ynnsern  getreuen  lieben  Hannsen  Sigmunden, 
ynnserm  Rat,  Wilhalbmen,  ynnser  hertz  liebsten  Gemahel  Stftblmai- 
ster  ynnd  ynnder  Hofmaister,  ynnd  weillenndt  Georgen,  auch  ynnsers 
Rats,  Ires  Brtieders  gelassne  Sfine:  Georgen,  Rueprechten,  Gun- 
therm,  ynnserm  dienner  Georg  Anndre,  bemellter  ynnser  Cremahel 
dienner,  Ge5rg,  Sigmundt  gebrüedem  ynnd  Wernhardin  yon  Herber- 
stain,  Irer  aller  Vetter,  in  betrachtung  des  AUten,  Adelichen,  Idbli- 
chen  Herkhomens  des  geschlächts  Herberstain ,  Auch  ymb  Irer  aller 


*)  SEina  in  der  Aba-Ujrtrer  Gespanschaft,  Ewei  Meilen  unterhalb  Kaschau, 
heutzutage  ein  Dorf  in  einer  ausgedehnten  Ebene. 


1528—1529.  285 

Redlichen  ?nnd  nQtzlichen  diennst  willen,  so  Ir  voruordern  am  Haus 
Österreich  in  roenigfeltig  weeg,  in  khriegslenffen  vnnd  sonnst  in 
annder  weeg  getreulich  vnnd  vnuerdrossen  gethon  haben ,  tSglichs 
thun  ynnd  hieftir  inkhünfftig  zeyt  woll  (Bl.  259'*.)  thun  mdgen  vnnd 
sollen ,  mit  wolbedachtem  roneth  vnnd  Rechtem  wissen  dise  sonnder 
gnad  Ynnd  freyhait  gethon  ynnd  gegeben ,  Thun  ynnd  geben  Inen  die 
auch  hiemit  wissennlich  in  Crafft  ditz  brieffs,  AIlso,  das  wir  vnnd 
vnnser  nachkhomen  am  Haus  Österreich  Inen  vnnd  allen  Iren  Leibs 
Erben  ynnd  derselben  Erbenns  Erben  Manndlichs  stambs  in  Eewig 
Zeyt  in  Iren  Tittl  ynnd  Vberschrifilen  an  ynnsern  Hof  ynnd  annder 
Osterreichischen  Regierungen  Canntzleyen  nun  hinfüron  ,,ynnsem 
lieben  getreuen^  schreiben,  ynnd  sy  also  nennen  ynnd  haissen  sollen 
ynnd  wellen,  ynnd  sy  diser  ynnser  gnad  wie  annder,  die  dergleichen 
massen  yon  ynns  begnadt  sein,  geniessen  ynnd  freyen  mögen  yon 
menigclich  ynuerhindert  ynnd  on  geuftrd.  Mit  yrkhundt  ditz  brieffs, 
der  geben  ist  in  ynnser  Stat  Wienn,  am  yierten  tag  des  Monats 
Decembris.  Nach  Christy,  (^BL  259^.)  ynnsers  lieben  Herrn  geburde : 
fünffzehenhundert  ynnd  im  Achtynndzwaintzigisten,  ynnserer  Reiche 
im  dritten. 

(BL  260\)  1529. 

Nach  der  Wild  inLitten,  zw  dem  KhüniginPolln. 

Der  glQckhsälig  Türckhisch  Khayser  Suleyman  zohe  mit  macht  in 
Hungern  ynnd  nach  Osterreich,  darumb  schickht  mich  mein  Khünig 
zw  dem  Khttnig  zw  Polin.   Vnnd  bin  am  dritten  tag  Hornungs  zw   3.  Februar. 
Wienn  ausgeriten.  Nach  VIrichskhirchen  ^)  drey ,  ynnd  geen  Neu- 
dorff>)  fönffmeill. 

Marhern. 

Geen  Scharadiss  *)  fünff,  geen  Prostonitz  ^)  yier,  geen 
OhnQntz  zwo,  für  Sternberg  geen  Peru  «)  fUnff,  geen  Hof  ain  meill. 


*)  Nächst  Wolkersdorf. 

')  Östlich  von  Laa. 

')  Scharatitz  an  der  Littawa,  sudöstlich  rovi  Brunn. 

*)  Prosnitz,  eine  Poststation  von  OlmQtz. 

^)  Baehrn. 


286 


1529. 


Schlesien. 


Geen  Jägerdorff  vier  meill,  geen  Lubsehitz  (BL  260^.)  zwo, 
geen  Khossl  an  der  Oder  vier,  geen  Tuschkhy  ^  vier,  geen  Khe- 
seatin  <)  vier  meill. 

Nid«   feelt  xw 
negst  darpc^  lo  n     1 1 

dieweixi.  rolln. 

Von  der  Nea- 

5^efi*"  ^'"*®^  Geen  Tzestochow  vier  meill,  geen  Lellow  Sechs,  geen  Wladislaw 

Von   Tarnow  Sibcn,  geen  Vislitza,  ligt  am  wasser  genannt' Nida,  Sechs,  geen  der 

gen^  raccao  ^ewstat  Gortzin  zwo.  Die  Stat  ist  auch  an  der  Nida,  zehen  meill  von 
Von  der  Neu-  Crackhaw.  Geen  Schidlow  »)  filnff;  geen  Oppatow  Sechs  meill;  geen 

can  lomeii.      Schnflelaw  ^)  am  wasser  Camena,  gar  ain  wol  Erpaut  Schloss,  zwo 

*thMa7*sibeckh"  ™^*"*  ^®®°  Solctz,  ain  Schloss*,  ligt  an  der  Weyxel,  daselbst  vber* 

Der  Ssinpetzbj.  gefarn ,  Sechs  meill.   Geen  Curow  Siben  meill.    Enntzwischen  ligt 

vonLubiin?.    Vouolnitza,  ain  St&tl  zwo  meill.  Geen  Pretotzno  fönff  meill,  ligt  am 

Viepers.  Geen  Voiteskhow,  ain  dorff,  drey,  vnnd  geen  Luckhaw  drey 

16.'^  von  •»•»••  meill.  Ist  nuer  ain  Starostey  oder  Haubtmanschafft.  Hat  bey(B/.  261*.^ 
vonkunigsperg  jrey  Tauscnnt  Edl  vnnder  seinem  Gebiet.  Vill  dörflfer,  die  all  nuer 

40. 

Von  BrieaU  iK.  ^^^  Edlen  besetzt  sein.   Geen  Lositzy,  alls  man  von  Luckhow  zwo 
Von  Partiow  6  meill  gcraist,  ist  die  Littisch  Granitzen.  Siben  meill.  Soll  die  mitte 
des  weegs  sein  zwischen  Crackhaw  vnnd  der  Wildt. 

Litten. 

Geen  Melnickh,  ain  Schloss  vnnd  offen  Stätle  an  dem  wasser 
Buh  genannt,  vier  meill.  Geen  Milezitz  vier;  geen  Bielsco  vier;  geen 
Nareff,  ligt  am  wasser  auch  Nareff  genannt  vnnd  an  ainem  grossen 
Walld,  vier  meill.  Geen  Grinckhy  zeucht  man  Acht  meill  von  Nareff 
durch  ain  Walld.  Geen  Grodno,  ain  Schlos  vnnd  grosse  offne  Stat 
mit  schon  khirchen,  ligt  am  wasser  genannt  der  Nemen,  Teutsch  die 
Muml ,  Sechs  meill.  Geen  Preuelkha ,  ain  Stätl  vnnd  ain  Khünigs- 
gejädthaus,  auch  an  der  Muml,  vier  meill. 


^)  Toszek,  auch  Tost,  nordöstlich  von  Kosel. 

>)  Koschentin? 

')  An  der  Czarna. 

*)  D.  i.  Cmiclow  an  der  Kamiena. 


1529.  287 

(Bl,  261^.)  Geen  Moretz,  ligt  am  wasser  auch  Moretz  genant, 
daselbst  feilt  sy  in  die  Mumbl ,  vier  meill.  Geen  Voyteuackhretzma» 
ain  Ainschichtige  Herberg  wie  ein  grosser  Edlmanshof ,  Siben  meill. 
Geen  Vacca,  ain  grosses  Dorff,  darinn  die  Tartern  wonen,  ligt  am 
wasser  Vacea  genannt,  fQnff  meill. 

Den  zwaintzigisten  Marty  geen  der  Wylid,  die  Haubtstat  in  zo.Uwz. 
Lytten.  Da  fleusst  ain  Schifreieh  wasser  nir»  genannt  Valia.  Darein 
feilt  der  Fach  Vilna,  die  dann  baide  zwelff  meill  vnnder  der  Wildt  in 
die  Muml  fallen,  zwo  meill. 

Den  Sibennden  Aprillis  von  der  Willdt  geen  Trockhy,  sein  zway    7.  Apni. 
gemaurte  Sehloss  im  See  gelegen,  sollen  die  Teutschen  Ordenns  aus 
Preyssen  gepaut  haben,  vier,  vnnd  geen  Voyteuaekhretzma  fÜnlT 
meill. 

Von  dannen  nach  Meretz,  ain  anndern  weeg  wider  vor,  Anndert- 
halbe  meill  geen  Bobreskhj.  (BL  262*.)  Mer  Annderthalb  geen 
Voronow;  mer  Annderthalbe  geen  Prelay.  Da  khumbt  man  wider  auff 
die  gross  Strassen.  Von  Meretz  was  das  wasser  seer  gross.  Muesten 
vber  die  Meretz  faren  geen  Osse,  ain  flegkhen  oder  Stfttl  am  Nemen, 
grosser  meilin,  lautter  Waildt,  Siben.  Geen  Gredno  zwo  meill.  Geen 
Grinckhy,  NareiT,  Bielsco,  Melnickh,  Lositzy  wie  vor.  Von  dann  zwo 
meill  an  die  Pollnisch  Gränitz.  Darnach  Paldt  ain  dorff  genannt 
Veselkha.  Dann  vber  zwo  meill  ain  dorff  Trebeschow.  Vnnd  aber  ain 
meill  ist  ain  Dorff,  gleich  neben  der  Strassen,  darinn  alles  Edlleuth 
wonen.  Geen  Luckhow,  geen  Pretotzno,  da  Rindt  der  Viepers  vnnden 
fär,  hat  lannge  Pruggen,  zw  vierzehen  hundert  Schrit,  fQnff  meil. 
Geen  Vouolnitza  Sechs ,  von  dannen  geen  Opole  drey ,  geen  Soletz 
zwo,  geen  Samborsina  Siben  meill.  Ligt  an  der  Camena. 

Geen  Oppatow,  geen  Schidlow,  geen  der  Newstat  Gortzin.  Da 
zw  der  Newstat  (Bl.  262^.)  Ist  mir  gesagt  vnnd  durch  den,  so  soli- 
ches  zuegestannden,  der  on  geuard  daselbs  hin  khomen  was,  bezeugt, 
der  hiess  Piersinskhy,  vnnd  der  Khünig  vnnd  bey  drey  Tausent  menn- 
schen  gesehen  sollen  haben,  das  der  in  den  Nieper  oder  Boristhenes 
geharnischter  von  khnie  auff  alls  ein  Spiesser  geriten,  sein  Phärdt 
trinckhen  zulassen.  Das  sey  mit  Ime  hurtig  worden  vnnd  mitten  hin- 
eingesprungen, den  von  sich  geworffen.  Darauff  Er  sich  drey  mall 
vber  sich  geschupfft,  dann  bedacht,  so  er  drey  mal  khain  hilff  befun- 
den. Es  wftr  gethon.  Sein  Pratspiss  abgegört,  sich  damit  gegen  dem 
wasser  gesteurt,  vnnd  sein  haubtharnasch  oder  Schallern  auffgegürt. 


288  im. 

VOD  sich  geworffen»  die  aia  hanndt  fQr  vnnd  an  auffreckhenndt  gehabt» 
damit  Er  rodcht  gesehen  vnnd  Ime  geholffen  werden.  Vnnd  also  rnnder 
dem  wasser  zw  dem  gestatt»  wie  Er  hineingeritten  was,  khomen.  Der 
sagt  mir:  ^die  Stiffl  (BL  263''.)  foU  mit  wasser  warn  Ime  die 
beschwäristen/^ 
sworow.  (H.)  A>n  meill  Ennhalb  der  Newstat  ist ain  Sytz  Schworow,  dauon 

die  Edlleuth  haissen  Sworowskhy.  Geen  Prostouitz  Sechs  meill. 
s.  Apru.  I^en   Achtynndzwaintzigisten  geen    Crackhaw    khomen ,    ?ier 

meill  etc. 
15.  Mai.  ^^Q  flinffzehennden  May  von  Crackhaw  ausgeritten,  geen  Lipo- 

uetz  oder  schier  ain  guete  halbe  meill  darunder,  beherbergt,  fttnff 
meill.  Geen  Auschwitz ,  ain  Schloss  vnnd  Stat,  ligt  gleichwoll  in  der 
Schlesien.  Vnnd  die  daselbst  sitzen ,  gebrauchen  sich  Schlesischer 
Recht  Tnnd  gewonhait  Es  gehdrt  aber  dem  Khünig  zw  Polin  zue. 
Oberthalb  der  Weixl  Pruggen  bey  Auschwitz  Rindt  ain  wasser  in  die 
Weil],  genannt  Preyssa.  Schaidt  das  Polnbch  vnndSchlesisch  gebieth, 
nahenndt  Acht  meill  yber  sich,  das  ist  auff  die  Rechte  hanndt.  Aber 
an  der  Linckhen  geet  das  Polnisch  noch  ferr  nach  der  Weixl 
vbersich. 

(BL  263^.)  Geen  der  Pless,  Polnisch  Ptzina  genannt,  ist  ain 
Schlos  vnnd  Stäti,  ain  färsstenthumb.  Alls  man  von  Auschwitz  ain  Püien- 
schuss  geriten,  khumbt  man  an  die  Ssola.  Feilt  nahenndt  daselbsten 
in  die  Weyxel.  Vnnd  so  man  aber  ain  meill  geriten  ist,  khumbt  man 
an  die  Pruggen  an  der  Weixl.  Das  ist  auch  die  Gränitz  zwischen  der 
Polnischen  ynnd  Behemischen  Schlesien.  Drey  meill. 

Geen  Schwartzen  wasser ,  das  man  Behemisch  Strumen  nenndt, 
Ist  ain  guette  Herberg  nach  des  Lanndts  art,  zwo  meill. 

Geen  Freystätl ,  daselbst  hat  der  Hertzog  von  Teschen  der  zeyt 
hof  gehallten,  zwo  meill. 

Die  Elsa  Rindt  daselbst  für  ynnd  Rindt  zw  Oderburg  in  die 
Oder. 

Märhern. 

(BL  264*.)  Geen  der  Ostra,  ligt  hart  an  der  GräniU.  Das 
wasser,  das  daselbst  fbr  Rindt,  ist  die  gränitz.  Zwo  meill.  Uaist  auch 
Ostra  oder  Ostraua. 

Geen  Titzein,  ain  Stätl  vnnd  auff  dem  Perg  ain  schön  Schloss, 
Behemisch  nennt  mans  Ytzin,  vier  meill. 


iS29. 


289 


Mitten  zwischen  Ostra  ynnd  Tytzein  ligt  Peterswaiden»  ain 
Schloss  mit  ainem  Dorff.  Die  Edlleuth  nennen  sich  dauon. 

Geen  Weissenkhirchen,  das  man  Behemisch  nennt  Hrauitza,  ain 
guet  Stätl  mit  ainem  schloss.  Da  Rindt  ain  wasser  genannt  Wetzna. 
Von  Tytzein  ain  meil. 

Geen  Lypnickh,  auch  ain  Stätle.  Vnnd  Enntgegen  yber  ligt  am 
Perg  das  schloss  Helffenstain.  Die  baide  gehörn  dem  Hrn.  Yon  Pern* 
stain  zue. 

Geen  Olmuntz»  ain  Bissthumb »  ain  (Bl.  26V.)  schöne  resste 
Stat  an  der  March,  vier  meill.  Da  Rindt  die  March  ftir»  dauon  das 
Lannd  Märhern  den  namen  hat. 

Geen  Wischa»  ain  schönes  Stdtle.  Sein  zwo  Strassen  yon 
Olmüntz.  Die  ain  geet  auff  Prostonitz »  wann  die  Strassen  tieff  sein» 
die  annder  auff  Hradeckh.  Ligt  Jegcliches  zwo  meill  von  Olmüntz» 
ynnd  fürt  geen  Wiseha  zwo  meill. 

Geen  Scharadetz  zwo»  geen  gross  Nenntzitz  9  zwo»  geen  Wister- 
nitz  yber  die  Teya  aine.  Thuet  filnff  meill. 

Geen  Neudorff  in  Österreich  dritthalbe»  geen  Mistlbach  zwo» 
geen  Vlrichskhirchen  drey.  Geen  Wienn»  am  ftinffynndzwaintzigisten  25.  M«i. 
May,  drey  meil.  26.  Mig.  (h.) 

Aber  in   Polin. 

Im  Junio  den  anndem  tag  Bin  Ich  wider  (BL  265*.)  an  Hoff  geen    2.  joni. 
Lynntz  eruordert.  Von  Wienn  in  Anntzespach  fOnff»  geen  Sanndt  Pöllten 
drey»  geenMelckh  drey»  geen  Anstetten  filnff»  auff  den  Strenpcrg  zwo» 
geen  Enns  zwo ,  ynnd  geen  Lynntz  drey  meill.  Vnnd  daselbsten  ab-   5.  jau^.  (h.) 
gefertigt  in  Polin.  Vnnd  zw  Crackhaw  yom  zehennden  July  yillerlay  %%,  juny.  (h.) 
Sachen  daselbsten  in  abwesen  des  Khünigs  gehanndlt.  Der  was  aller- 
maist»  ymb  das  der  TOrggisch  Khaiser  im  anzug  gegen  Hungern  ynnd 
Österreich  gewest»  hinhinder  in  Lytten  gezogen.  Der  Türgg  namb 
Ofen  widerumb  ein»  gab  ynnserm  khriegsyolckh  sicherhait  Ires  lebenns.    $.  sept.  (h.) 
Aber  nit  gehallten»  Jämerlichen  Ermördt.  Prandt  die  Stat  Ofen  aus. 
Das  Schlos  belib  doch  ynuerwüest.    Gab  das  dem  Eingedrungen 

Zu  Anfang  der  Seite  265*: 
14.  Juny  Ferdinandus  ertzhertzog  geborn. 
19.  Kunig  yon  Lintz  nach  Regnspurg  yerruckht.  (H.) 


*)  D.  i.  Gross-Niemtschits. 

Footes.  VIII.  19 


3&0  1S29-1530. 

KhQnig  wider.    Setst  den  in  den  khünigellchen  Stuel.    Zobe  für 
f  24.  Sept.  (H.)  Wienn»  belegert  f  da«  drej  Wochen»  Tnndergrndis»  zersprenngt  das 
Gemeur.  Torst  doch  nit  Stfimen,  dann  Till  Eerlich  Ritterlich  Per- 
sonen darinn  waren  ynnd  gemames  diennst  rolckhs  in  yierzehen 
(BL  26S*,J  Tausennt.  Er  muest  yngethoner  Sachen  abziehen  wider 
i4.octobn8.(H.)  naeh  Hungern  ab,  neben  der  Steyrmarch  hin  iw  der  Traa»  ynnd  da- 
selbsten  yber  wider  nach  Grieekischen  Weiseenburg. 
12.  oct  Am  zwelfflen  Octobris  bin  Ich  wider  abgeuordert.  Ynnd  alls  Ich 

25.  Oct.  am  fÜnffVnndzwaintzigisten  auff  das  Schlos  zw  Craekhaw  geriten,  von 
etlichen  Herrn  erlaub  genomen»  (Es  warde  a«ch  dazumall  des  Khünigs 
Tochter  9  von  des  Eingedrungen  ynnd  ausgetribnen  KbQnigs  in  Hon- 
gern  Schwester  gebom»  in  den  Schloss.)  AHs  Ich  wider  am  Herab 
Reitten  was,  fiel  ain  gross  Zaegl  drumb  zwnftcbst  hinder  mein  auff 
den  weeg.   Von  der  (ßder  ist  dasselb  so  hoch  rbersicb  nit  getribea, 
j^««"  »«^»  ^<>'»  Darumb  glaub  Ich,  Es  sey  aus  dem  ScUsss  geworffen  etc.  Am  Neun- 
29.  Oct.  ynndzwaintzigisten  bin  kk  ans  Craekhaw  yerritten. 
ouem  ris^(^^)  Am  Ersten  Docembr IS  gee»  Wienn  khomen,  das  mir  gegen 

der  yorigen  gestallt  frembd  anzoseken  was.  AUe  yorstet,  die  nit  yill 
minder  geweet  sein  dann  die  Recht  Sttt,  warn  all  (Bl.  266'.)  ge- 
schlaipfll  ynnd  ausgeprenndt,  damit  der  Veindt  sein  bequemblicbait 
darinn  nit  haben  möcht,  ynnd  aller  maist,  damit  die  Wöm  in  ainEnnge 
eingezogen  worden.  Darzue  das  Lanndt  derselben  Ennden  alles 
dorch  den  yeindt  yerprenndt  ynnd  seltoL  yber  aines  Armbrust  »ebuss 
weit,  das  nit  ain  Todt  mennse^  Pbirdt,  Schwein  oder  Khue  gefanden 
gelegen.  Von  Wienn  bintzl  der  Newslat  ynnd  neben  ymb  aliennthal- 
ben.  Es  ward  Erbärmbbeh  zoseken. 
ankuoien2S.No-  Ritt  daruaek  Pald  wider  geen  Ljnntz  an  Hof  eruordert.  Mein 

uembris.  (H.)      ^^^^  genomea  geen  Ckm  ynnd  diffoh  da»  HueftzthaH  geen  Pnigg 
an  die  Muer,  geen  Leobn  ynnd  kaide  Eiseiärtzt,  des  yordern  ynnd 
Am  «chteo  De-  hindern  Pergs*  Geen  AttnmarcUit,  Losnstain,  die  Stat  Steyr  ynnd 

cembrisvonLintx 

verracUit.  (H.)    gCOA  LjAntZ. 


(BL266\)  1530, 

Geen  Rresslaw. 

KhOnig  Sigmundt  zw  Pollti  bemfleet  sich  alls  ein  Nachpar,  Auch 
alls  meines  herrn  gebomner  freundt  ynnd  des  Eingedrangen  KbQnigs 


mzo. 


Z^i 


in  Hangera  Schwager»  des  Sebwester  er  erstlichen  gebebt  9^  Aiiieti 

friden  zwisehen  den  zwayen  zubanndlen«  Vnnd  tuff  desselben  anstie- 

cben  was  zw  solicber  Hanndlung  zeyt  mnd  Malstat  g^en  B^esslaw 

benennt^  dabin  dann  nambbafte  Gesanndteii  vererdennt  warn.  Aber 

Es  kbamen  allain :  Biscboff  Jacab  zir  Bresslaw#  Herr  Sigmtindt  von 

Dietriehstain  Ffeyberr^  leb  mnd  Doctor  Beat  Widnan«  leb  bin  am 

Ersten  Augusty  zw  Wienn  ausgeriten.  Naeb  Misteibaeb  Sechs»  Wi*    i.  August. 

sternitz  vier,  Wiscba  fünff,  Olmöntz  yier,  geen  Fern  vier,  gein  Hoff 

aine,  Jägerdorff  zwo,  Neustätl  vier,  Neyss  drey,  Grottko  drey.   Geen 

derOlla  »)  yie/t(Bl.  267\)  vnnd  geen  Bresslaw  vier  meilK  Verharrten 

da  nlt  lainng.  Am  ninffizebenndeB  tag  des  monots  schreibt  der  Kbflnig 

zw  Pelfal  an  vnns  die  Gesanndteii ,  inii  anzaigen  vnnsers  gegentbaills 

gesanndten :  „wollten  lit  daher  khomen,  dann  sy  wä^n  iw  Olmflntz 

nit  wM  gehallten  worden  vnnd  in  sorgen  gestamiden^   Vnnd  der 

KbQnig  Pate  den  tag  geen  Posen  anff  Michaelis  zw  vberlegen/*  Sdliofaes 

schriben  wir  vnAserm  Herrn.   One  das  gaben  wir  khain  Anntwort. 

Vnod  wir  sein  am  Sibenvnndzwaintaigistea  wider  von  dann  vorritten,  27.  August 

vnnd  vnnsern  weeg  genemen  nach  der  OUa,  Grotky  *),  Neyss  vnnd 

vbw  den  ZuckhenmaiintI  auff  die  WiMe  grneb  ^)^  OhnQntz^  Wiscba^ 

Nielsptirg,  Wüfferstorff»  Wolkherstorff  vnnd  Wienn. 

Raiss  geen  Posen. 

Auff  solicb  freundtlich  bitt  vnnd  beger  (BL  26T.)  des  KbQnigs 
zw  Polin  bewilligt  meif»  Herr  deii  tag  aw  Pes^ff  an^uwemi^Df  vnnd 
zubesnechen«  Aber  nit  fridenns,  sonnder  Heurats  halben.  „Kbamen 
dann  Inndert  gleiohmftssig  vnnd  annemblicb  mittl  des  fridenns^  wollt 
die  aueb  vernemen  vnnd  beuelcb  g^ben,  nach  gelegenhait  darauff 
zabanndlen.''  Derhalben  Ich  vnnd  Doctor  Beat  Widman  den  Neun-  19.  sept 
zehennden  Septen^ris  den  weeg  nach  Bresslaw  namen.  Da  wir  auch 
den  Bischof  daselbsten  fannden,  mit  dem  wir  geen  Posen  Raisten, 
vnnd  am  vierten  Octebris  hin  khameb.  4.  oct. 

Von  Bresslaw  durch  Bruisehüz  &)  geen  Traebenburg^i  so  man 
PoUnisch  StrabctfkhA  nennte  sein  Sechs  meiU.  Da#naeh  seii^noob  zwo 


^)  Barbara,  Tochter  Stephans  Grafen  von  der  Zips,  f  2.  Ociober  1I>15 

>)  Ohlan. 

*)  Grottkau. 

*)  Nieder-Wildgmb,  IV4  Meile  von  FreudentlMK 

*)  Prausnitz. 

19» 


292  1530. 

meill  an  das  Pollnisch  geen  Schymonaw.  Ynod  fürt  durch  Ktzriuin  ^ 
Sechs»  geen  Gorckha  ^)  drey,  vnnd  geen  Posen  yier.  Thuet  alles 
Ainrnndzwaintzig  meill. 

Des  Eingedrungen  Khünigs  Potschafflen  khamen  auch  dar.  Graf 
Franciscus  Frangepan»  (Bl.  268^.)  Ertzbischoue  zw  Collitzan  *), 
Herr  Steffan  Verwetzy,  Canntzler»  Herr  Hieronimus  Lasky  vnnd  N. 
Humaney. 

Mitler   oder  Ynnderhanndler« 

Von  des  Khünigs  zw  Polin  wegen:  die  zwen  Biscboue  Herr 
Hanns  Letalesky  zw  Posen  vnnd  Herr  Anndre  Cricius  zw  Polotzkho ; 
Herr  Cristoff  Schidlovetzkhy,  Castellan  zw  Crackhaw»  Oberster 
Canntzler  in  Polin  etc.;  Herr  Anndre  Tantzinsky»  Vaiuoda  zw 
Crackhaw;  Herr  Hanns  Graf  zw  Tarnow»  Oberster  Veldhaubtman  in 
Polin;  Herr  Lucas  Graf  zw  Gorckhaw»  Castellan  zw  Posen  vnnd  Velld- 
haubtman  in  gross  Polin;  Herr  Hanns  Kheymbsky,  Oberster  des  Khü- 
nigs Secretary»  ansechliche  Personen. 

Von  Hertzog  Geörgenns  ron  Sachssen  wegen »  der  die  sachen 
am  maisten  getriben  hat:  Herr  Johann  Bischoue  zw  Meichssen; 
Doctor  Simon  Pistoris,  Canntzler.  Neben  Ime  allsCfi/.  268^,)  Junger 
oder  alls  ain  Secretary  Cristoff  Carlowitz. 


Am  Rande  der  Seite  267*  tod  der  Hand  Herbersteins : 
Am  6.  Nouembris  gar  spat  khumbt  herr  Andre  Tantzinskj,  ain 
gros  angesehner  rnd  auch  ain  weiser  man»  khumbt  selb  driter  In 
mein  herberg,  darin  ich  ain  tzimer  in  der  Hohe  gehabt,  rnd  Er 
schwars  leibs  gewest,  hat  khaim  athns  halbn  redn  mugen.  Spricht: 
y,wir  bahn  offt  yill  ynd  manigerlaj  miteinander  geredt,  Ee  wir  aber 
Jetzoredn  soUn,  so  schweign  wir.**  Nun  macht  man  nit  mit  schweign, 
sonder  mit  redn  frid.  Er  bäte  mich  auff  morgn  zw  der  CoUatzn ,  da 
Niembt ,  dann  herr  Hieronimus  lashj  bey  ms  sein  soll.  Ich  kham ,  da 
ward  beredt»  das  der  Laskj  soll  zw  meinem  Herrn  khomen»  fridens 
halbn  handb. 


M  Wohl  Kriewen  an  der  Obra  ? 
*)  Vielleicht  Gora  an  der  Warta? 
*)  D.  i.  Kolocsa. 


1530—1531.  293 

Wir  beschlossen  gleichwoll  die  Heurath  zwischen  Khünig  Sig- 
mundts  in  Polin  Sun  rnnd  meines  Herrn  Erstgebornnen  Tochter  Eli- 
sabeth, ynnd  yerbriefflen  solichen  heschluss  notdurfftigclichen. 

Fridenns  halben  haben  wir  Enntzwischen  auch  lanng  gehanndlt. 
Aber  nichts  beschlossen.  Dann  des  gegenthaill  gesanndten  brachten 
ain  Vidimus  aines  TQrggischen  brieffs »  den  der  TQrggisch  Khaiser 
Soleyman  .dem  Eingedrungen  rnnd  durch  in  Eingesetzten  Khünig 
Johannsen  geschriben  bette»  der  mainung,  das  Er  nit  ainer  hanndprait 
Erdtrichs  Yom  Hungerlanndt  wollte  gestatten  zuuerthaidingen. 

Auff  das  sein  wir  am  aindlifften  Nouembris  von  Posen  yerritten.  ü-  Nov. 
Am  t&nffzehennden  geen  Bresslaw  khomen ,  den  von  Dietrichstain  da  15.  Not. 
gefunden.  Am  letzten  Nouembris  wider  zw  Wienn  einkhomen.  3o.  Not. 


CBl.269\)  1531. 
Zw  Freyhern  bewilligt. 

Ferdinannd,  Von  gottes  gnaden  Römischer»  zw  Hunn- 
gern  ynnd  Behaim  etc.  Khünig. 

Lieber  getreuer.  Vnnser  Rat  ynnd  Secretary  Anndre  Adler  hat 
ynns  die  roainung»  Welicher  gestallt  dw  dich»  dein  Gebrüeder, 
geyetter  ynnd  namen  Herberstain  mit  ainer  freyhait  zubegnaden  ge- 
betten  hast,  ynnd  wie  ain  brief  yon  ynns  derhalben  gefertigt  werden 
möcht»  angezaigt.  Die  haben  wir  yernomen  ynnd  gehört ,  ynnd  warn 
woll  mit  gnaden  genaigt,  dier  ynnd  deinem  Namen  zw  gueten  soliche 
freyhait  ynnd  gnad  zubeweisen.  Wir  bedennckhen  aber  genedigclich^ 
das  soliches  In  etlich  weeg  beschwärlich  ynnd  Irrung  bringen  möeht. 
So  finden  wir»  das  solich  ynnd  dergleichen  freyhait  ynnd  brief  yon 
ynnsern  Voruordern  nicht  gegeben  noch  gefertigt  gewest  sein.  Die- 
weil  wir  aber  dier  ynnd  deinem  geschlacht  mit  gnaden  genaigt»  ynnd 
warinnen  wir  Euch  mit  gnaden  erscheinen  khünnen  des  genaigt 
(^BL  269^.)  sein »  Wo  dw  dich  dann  sambt  demselben  deinem  ge- 
schlacht Freyen  ynnd  in  den  Freyherrn  Stanndt  erheben  lassen  willst. 
So  wellen  wir  nit  abschlaben ,  Sonnder  genedigclich  bewilligt  haben 
dir  soliches  zw  gnaden  zuthun  ynnd  bemellter  massen  zw  freyherrn 
zw  erheben  ynnd  zumachen»  solicher  gestallt  Wie  yon  weillenndt 
ynnserm  Herrn  ynnd  Anherrn  Khayser  Maximilian  Löblicher  gedächtnuss 


894  1531. 

für  sein  miiderthonefi  im  braucb  gekauten  i3t-  Pas  wollten  wir  dier 
genediger  rnaiaung  nit  ynaqgezaigt  lassen.  Geben  in  ynnser  Stat 
Lynntz»  den  Achzebennden  February  Anno  ete.  im  Ainynnddreissi- 
gisten.  Vnnserer  Reiche  der  Rdmiscben  im  Ersten  rnnd  der  anndern 
aller  im  Fünfiten. 

Ynnserm  lieben  getreuen  Sigmunden   ven  Herberstain, 
ynnserm  Rat 

25.  Mfirz.  Am  fttnffvnndzwaintzigisten  Marty  geen  prQnn  in  Märbern  zw 

Kü.  Maj.  auff  denselbea  (Bi  270*,}  beuelch  erhebt.  Daselbstn  in 

4.  Apru.  PoUq  zuraisen  abgefertigt.    Am  vierten  Aprillis  bin  leb  wider  zw 

15.  AprU.  Wienn  ankhomen.  Den  fünffzebennden  mich  nach  Polin  erhebt.  Zw 
Freystätl  in  der  Schlesien  hat  mich  ain  Pot  erritten  ynnd  mit  ainem 

u,  April,  beuelch  abgeuordert.  Am  Sechsynndzwaintzigisten  zwischen  Stätz 
ynnd  Neudorff  mir  wider  ain  Pot  mit  ainem  beuelch  zuekhomen ,  das 
Ich  mit  anndern  in  Hungern  Raisen  soll.  Ynnd  derhalben  mich  zu- 
stundan  yon  Wienn  Erbebt. 

Anstanndtsbandtunng. 

6.  Hai.  Am  Sechsten  May  aambt  Herrn  Wilhalbmen  yon  Rogendorff, 

Obristen  Hofmaister  ynnd  Obristen  Yeldbaubtman,  Herrn  Lienharden 
yon  Fells»  Hofmarschalcb ,  ynnd  Ich  zw  RUndenpurg  i)  ankhomen. 
Daselbstn  khamen  auff  ynnser  glaitt,  die  yon  Gran  ausgeschigkht 
warn,  (Bl.  270^,)  zw  ynns:  Graf  Pranntz  yon  Frangepan,  Ertz- 
bischoue  zw  Collitzan;  Herr  Hieronimua  Lasky  ynnd  Raskay  Caspar, 
des  Eingedrungen  Khünig  Hannsen  Gesanndten.  Reschlossen  da  ain 
Anstanodt  mit  etlichen  ynnderschaiden.  Etlich  derselben  waren  an 
KhOnig  zw  Polin  gestellt  zuuergleichen. 

25.  Mai.  Am  flinffnindzwaintzigisten  khumht  mir  ain  beuelch,  das  Ich 

eillenndt  geen  Polin  Raisen  mflest. 
14 'jani*  ^^  Sechsten  Juny  zw  Wienn  ausgeritten.  Am  Yierzehennden 

geen  Crackhaw  khomen.  Mir  wardt  auf  mein  beger  Doctor  Khneller 

26.  Juni,  nachgeschickht,  ynnd  hienndlen  yor  dem  Khfinig  am  Sechsynndzwain- 

tzigisten. Wir  baid  sassen  dem  Khilnig  zw  der  Rechten,  Herr  Hiera- 
nimus  Lasky,  des  gegenthaill  gesaandter,  zw  der  Linckhen  hanndt 


^)  D.  L  YisegHid  an  4er  Denan. 


1531. 


295 


Der  Herr  Jeronimus  Laskj  was  ain  arbaitsam  Man  nit  allain  mit 
dem  Leyb,  sonnder  auch  mit  seinem  khopff»  sueebt  manicherlay  weeg. 
Alls  er  dann  rill  grosser  geßrlieher  Rayss  ron  seines  Herrn  wegen 
thon  bat  on.glayt  (BL  27 1\)  sw  dem  TOrggen.  Dann  in  Frannckh- 
reieb,  zw  yill  Teutseben  Fürssten.  Zw  Posen  begert  er  an  mich»  Ime 
glait  iw  erlanngen,  zw  meinem  Herrn  zukhnmen,  das  nach  Till  hannd- 
Inngen  beschacb.  Vnnd  wollte  zway  Olaitt  haben,  ain  Lateinisch  ynnd 
ain  Teutscbes,  das  Ich  Ime  dann  geen  Crackhaw  bracht  Das  Latei- 
nisch gab  Er  dem  Khflnig  zw  Polin  zubehallten,  mit  dem  anndern 
Rit  er  mit  mir.  Ich  Erbueb  mich  am  Sibenaden  July.  Er  khamb  mir  7.  juii. 
Palld  nach.  Der  Weeg  was  nach  Auschwitz,  Pless,  Freystätl,  Ostr«, 
Titzein,  Crembsier,  Wiseba  ynnd  Prün,  Bieless,  Trigla  9»  Potzateekb, 
Neubaus ,  ynnd  am  Vierynndzwaintzigisten  geen  Budweiss  in  Behaim  u.  Juii. 
zw  dem  KbOnig  khomen.  Alls  Er  sein  Sachen  da  yerriefat  hat ,  zoben 
wir  bald  miteinansder  nach  Kbrembs  ynnd  Wienn.  Am  fUnfilen  Augusty  5.  August. 
ist  Er  am  wasser  zw  Wienn  aus  nach  Ofen  gefarm. 

Am  Aindlefften  bin  Ich  nach  Clam,  durch  (Bl.  27 P.)  Steyer  11.  August. 
geen  Pettau  ynnd  dann  geen  Wolfsporg  zw  meinen  gflettern  geraist 

leb  bin  wider  an  Hof  eruordert  ynnd  iw  Clam  ansgeritten.  Geen  An  Hoff  gen  in 
Kbruegla  yier,  geen  Leobm  Sechs,  KhcichlwanDg  yier,  Yisebam  p**"^^^*  ^'^ 
ßnfl^  Schladning  f&nfi;  Sanndt  Johanns  an  der  Saltza  fttnf,  Khitzpflhl 
ftnff»  Rottnburg  f&nff,  geen  Imisprugg  fllnff.  Da  ward  kb  Palld  geen 
Pre^urg  in  Hang em  wider  abgefertigt. 

So  dann  der  Arbait  des  Raysen  seuill  gewest,  hab  Ich  dasselb 
meinem  Namen  ynnd  zw  Eeren  yermaindt  Darumben  auch  die  naeh- 
uolgundt  freybait  genomen. 

Den  Freyen. 

Wir  Ferdinannd,  yon  gottes  genaden  Römischer  KbOnig, 
zw  allen  Zeiten  merer  des  Reichs,  in  Gennanien,  zw  Hungern,  Behaim, 
Dalmi^n,!  Croatien  ynnd  Sciauonien  ete«  Khtnig,  Infamit  in  Hispa- 
nie»,  Ertzhertzog  zw  Österreich,  Hertzog  zw  Burgundy,  zw  Brabannt 
IW  Steyer,  zw  KhdmiMHeo,  zw  Crayn,  (Bl.  373^.7  Marggraue  zw 
Mftrhern,  zw  Lvtzenburg,  in  Ob^  ynnd  nider  SeUesien,  zw  Wirtem- 
berg  ynnd  Teekh  Hertzog  ete.  Ffirst  zw  Sehwaben,  Geffirster  Graue 


V  Iglao. 


296 


1531. 


zw  Habspurg,  zw  TjroU,  zw  Pfierdt  Khyburg  vnnd  zw  Gdrtz  etc., 
Lanndtgraue  in  Elsass,  Marggraue  des  heilligen  Rdmischen  Reichs  zw 
Burgaw,  Ober  rnnd  Nider  Lausnitz,  Herr  auff  der  Windischen  Harch, 
zw  Portnaw  ynnd  zw  Salins.  Bekhennen  offennlich  mit  disem  brief 
ynnd  thun  khundt  aller  menigclieh,  das  wir  angesehen  haben  das 
Allt  Adelich  herkhomen  des  namens  ynnd  geschlächts  der  von  Her- 
berstain,  in  ynnserm  Herzogthamb  Steyer  gesessen.  Auch  die  annemb- 
lichen,  getreuen»  nützlichen  ynnd  ansechlichen  diennst,  die  yon  dem- 
selben namen  ynnd  Stamen  weillenndt  ynnsern  Voruordem  Rdmischen 
Khaisern,  KhOnigen  ynnd  Ertzhertzogen  zw  Osterreich,  zw  fridlichen 
ynnd  ynfridlichen  zeitten,  in  yilfeltig  weeg  erzaigt  ynnd  gethon  sindt, 
ynnd  Insonders  (BL  272^.)  ynnser  lieber  getreuer  Sigmundt  yon 
Herberstain,  ynnser  Rat,  sich  zw  allen  ynnsern  diennsten,  allzeyt 
willig,  ynuerdrossenlich  ynnd  gehorsamblich  gehallten,  ynnd  in  meni- 
gen  ferren,  weitten  ynnd  sorgclichen  Raison,  in  poUn,  Lytten,  Reussen 
ynnd  Mosqua  ynnd  annder  ort  alls  ynnser  Potschaffl  in  treffennlichen 
ynnsern  Hänndln  ynnd  geschafften  Eerlich  ynnd  woU  gedienndt,  dauon 
wir  billich  bewegt  sein.  Ine  ynnd  sein  geschlächt  mit  ynnser  sonndem 
gnaden  anzusehen  ynnd  mit  freyhaitten  zubegaben;  Sodann  auch  nicht 
weniger  sein  Brueder  Wilhalbm  yon  Herberstain,  ynnser  Rat,  in 
ynnser  ynnd  ynnser  freundtlichen  liebsten  Gemahel  diennsten  Alls 
derselben  Oberster  Stählmaister  lannge  Jai-  gewesen;  Auch  Ir  yetter 
Rueprecht  yon  Herberstain  sich  zw  ynnsern  diennsten  in  khriegs- 
leuffen  in  ynnsermKhünigreich  Hungern  alls  ain  Hauhtman  treulichen 
gebrauchen  lassen,  sich  darinnen  allzeyt  Eerlichen,  aufrichtig 
(BL  373^9  ynnd  Ritterlich  gegen  ynnsern  Veindten  gehallten;  Sich 
auch  hinfür  nit  weniger  zw  ynnsern  diennsten  gehorsamblich  erbietten, 
auch  woll  thun  mugen  ynnd  sollen.  So  haben  darumben,  ynnd  das 
annder  auch  zw  dergleichen  Eerlichen  Tatten  geraitzt  ynnd  bewegt 
werden.  Wir  mit  wolbedachtem  muet,  zeitigem  Rat  ynnd  Rechtem 
wissen.  Auch  aus  aigner  bewegnus  denselben  yon  Herberstain  obge- 
nennt,  auch  anndern  Iren  Brüedern  ynnd  Vettern,  Nämblichen :  weil- 
lendt  Leonharden  yon  Herberstain  Sün  Hannsen,  Sigmunden,  Wil- 
halbmen  ynnd  weillenndt  Friderichen  yon  Herberstain  Sun :  Bemhar- 
din,  Auch  weillenndt  Geörgn  yon  Herberstain,  ynnsers  Rats,  Welicher 
zw  erlanngung  ynnsers  Khünigreichs  Hungern  mit  ynns  darein  geraist 
ynnd  daselben  in  ynnsern  diennsten  abgeleibt,  ynnd  obgenennter 
Hannsen,  Sigmunden  ynnd  Wilhalbmen  Brueder  gewest  ist,  gelassen 


1K31.  297 

Sünen:  Georgen,  Rueprechten,  Georg  Anndreeo  rnnd  Georg  Sig- 
munden dise  sonnder  gnad  gethon  ynnd  freyhait  gegeben»  das  sy  all 
ynnd  Ir  Eelich  Leibs  Erben  vnnd  derselben  Erbenns  Erben,  ftir 
(BL  273^,)  ynnd  f&r  zuraitten,  zw  sambt  lerem  vorigen  zuenamen 
,,von  Herberstain**  Auch  den  Tittl  haben  sollen  „die  Freyen".  Geben 
Inen  auch  soliche  gnad  vnnd  freyhait  von  Römischer  Khünigclicher 
machfyolkhomenhait.  Auch  alls  Ertzhertzog  rnnd  Regierennder  Herr 
ynnd  Lanndtsfllrst  ynnser  Erblichen  österreichischen  fürsstenthumb 
ynnd  Lannde ,  hiemit  wissennlich  ynnd  in  Craffl  dits  brieffs.  Hainen 
ynnd  wellen  aus  yetzbemellter  ynnser  Khünigclichen  ynnd  Lanndts- 
fiirstlichen  macht,  das  nun  hinf&ran  die  obbenannten :  Hanns,  Sigmündt, 
Wilhalbm,  Bernhardin,  Gedrg  Rueprecht,  Georg  Anndre  ynnd  Georg 
Sigmündt  yon  Herberstain  gebrfleder  ynnd  geyettem.  Auch  all  Ir  ynnd 
Ir  Jegclichs  Eelich  leibs  Erben  ynnd  derselben  Erbenns  Erben ,  f&r 
ynnd  für  zuraitten,  zw  sambt  lerem  zuenamen  „yon  Herberstain** 
Auch  den  Tittl  „der  Freyen**  haben,  ynnd  ein  Jegclieher  yon  Herber- 
stain „der  frey"  gehaissen,  genennt  ynnd  Inen  auch  also  aus  ynnsern, 
ynnserer  Erben  ynnd  nachkhomen  Canntzleyen,  auch  sonnst  yon 
(BL  21i*J)  menigcllch,  Geistlichs  ynnd  Weltlichs,  hohes  ynnd  ni- 
ders  Stanndts,  Also  der  Tittl  „Herberstain  der  Frey**  oder  „den 
Freyen**  geschriben,  gegeben  ynnd  sy  allso  genennt  werden.  Sy 
sollen  auch  darzue  haben  all  ynnd  Jegclich  gnad,  freyhait,  Eere,  wirde, 
yorthaill  ynnd  gerechtigkhait,  in  Geistlichen  ynnd  Welltlichen  Sachen, 
Stannden ,  Wierden ,  Lehen  ynnd  Ambtern.  Darzue  wir  sy  dann  also 
hiemit  sonnderlich  erbeben,  wirdigen,  begnaden  ynnd  freyen,  die  alle 
zuhaben,  zw  emphahen,  zuleihen  ynnd  zugebrauchen,  die  annder 
ynnser  ynnd  des  heilligen  Römischen  Reichs,  Auch  ynnserer  Erblichen 
FOrsstenthumb  ynnd  Lannde  ynnd  ynnsers  Haus  Osterreich  Freyherrn 
haben,  sich  der  gebrauchen  ynnd  gemessen  yon  Recht  oder  gewon- 
hait  ynnd  sonndem  ynnsern  gnaden  yon  menigclich  ynuerhindert, 
Vnnd  gebietten  darauff  allen  ynnd  Jeden  ChurfQrssten,  Fürsten,  Geist- 
lichen ynnd  Welltlichen,  Prelaten,  Grauen,  Freyen,  Herrn,  Rittern, 
khnechten,  Lanndthaubtleutten ,  Lanndtmarschalchen ,  Canntzlern, 
Canntzley  yerwalltern ,  yerwesern,  Vitzdomben,  yogten,  Phlegern^ 
Burggrauen,  Ambtleutten,  Schulthaissen ,  Börgermaistern ,  Lanndt- 
richtern ,  Richtern ,  Bürgern ,  gemainden  ynnd  sonnst  allen  anndern 
ynnsern  ynnd  des  (Bl  27U\J  Reichs,  auch  ynnserer  Khünigreich, 
Fürsstentbumb  vnnd  Lannde  ynnderthonen   ynnd  getreuen ,  in  was 


298 


1$31^1531 


wierden»  Stanndt  oder  wesen  die  sein»  von  obbestimbter  ynnser  Kbfi- 
nigclichen  ynnd  Lanndtsftirstlichen  macht  Enmstlich  TDDd  yesstigclich 
mit  disem  brief  mnd  wellen,  das  sy  die  obgeoannten:  Hannsen,  Sig- 
munden» Wiihalbmen»  Wernhardin»  Georgen  Ruepreebten»   Ge5rg 
Anndreen  ynnd  Georg  Sigmunden,  Ir  Eelicb  leibs  Erben  ynnd  der- 
selben Erbenns  Erben,  für  ynnd  f&r  zuraitten,  bey  solieber  ynnser 
gnad  ynnd  gegebnen  Freyhait,  Eeren,  wirden,  yortaill  ynnd  gerecb- 
tigkhait  berueblich  bleibe,  der  gemessen  ynnd  gebrauchen  lassen, 
Sy  auch  also  nennen,  schreiben,  Eeren,  Achten  ynnd  hallten,  daran 
nit  Irren  noch  hindern  ynnd  dawider  nit  thun.  Noch  des  yemanndts 
anndem  zuthun  gestatten,  in  khain  weiss ,  Alls  lieb  ainem  Jegdichen 
sey  ynnser  schwftre  yngnad  ynnd  straff  ynnd  darzue  ain  peen,  Nftmb- 
lich  f&nflftzig  Marekh  I5ttigs  golld,  zuuermeiden,  die  ein  Jeder,  so  offt 
Er  fräfenlich  hiewider  thätte ,  ynns  halb  in  ynnser  Camer  ynnd  den 
anndem  halben  thaill  den  yorgemellten  yon  Herberstain  (Bl.  27S*.) 
ynnd  Iren  Erben  Eegemellt  ynablöslich  znbezallen  yerfallen  sein  soll. 
Das  mainen  wir  Ernnstlieh.  Mit  yrkhundt  dits  brieffs,  besigellt  mit 
ynnserm  khOnigclichen  anhanngenden  losigl.  Der  geben  ist  in  ynnser 
Stat  Innspmgg,  den  Aefazehennden  tag  des  Monats  Nouembris,  Nach 
Crbtj  ynnsers  lieben  Herrn  geburde  im  fünffiehenhundert  ynnd  Ain- 
ynnddreissigisten,  ynnsearer  Reich  des  Römischen  im  Eisten,    des 
HuBgerischen  im  Fünnflften   ynnd  des  Behamisehen  im  Sechsten 
Jaren. 

ngern. 
(H.) 

7.  Dec.  Am  Sibensden  Decembris  bin  Ich  yon  Innspmgg  yerraekht,  nach 

Schwatz,  Elbmaw,  Vnckhn.  durch  Saltzburg  geen  Hendorff,  Yeckbla- 
pmgg,  Marehtrennckb,  Lynntz,  Mathaosen  ynnd  nach  der  Thunaw  ab 
16.  Dec.  Am  Sechzehennden  geen  Wienn. 

1532. 

Die  yrsaeh,  wammb  Ich  sambt  anndem  in  Hungern  geschickht 
worden:  die  Hungern  baider  thaill  ynnderthonen  betten  ynnder 
(BL  275^.)  Inen  selbst  ain  zusamrakhmifil  beschlossen,  Iren  sachen 
Rat  zusuechen,  damit  aber  Pöss  Practickhn  yerbflett  möchten  werden, 
schickht  man  anseehKcfae  Pötten  daselbst  hin. 
2,  Jinner.  ^^^  ^^^  ^^  Anndem  Jannary  sambt  Herrn  Harxen  Beckh  yon 

Jjeopoldstorff,  Yitzdomb  in  Österreich,  geen  Prespurg  khomen. 


im.  299 

Von  des  Babsts  wegen  khamb  dar  sein  Nuncius  Herr  Yincenntz 
Pinpinella,  Ertzbischoue  Rosanensis. 

Von  des  Khaisers  wegen  khamb  Graf  Wolff  Ton  Monntfort. 

Wir  all  namen  vnnsern  weeg  Yon  Prespurg  geen  Hungerisehen 
Alltenburg,  Das  was  am  f&nfiten  des  monats.  Alls  ynns  aber  daselbsten   5.  jinner. 
^uwbsen  warde,  das  aus  der  ZusamenkhuniR  nichts  werden  würde» 
sehen  wir  am  Sibennden  geen  Prespurg  vnnd  am  zehennden  geen   J-  ]^^J^' 
Wienn^ 

Passaw. 

Mir  kham^n  drey  beueloh  nacheinannder  zue,  (BL  276\)  Ee 
Ich  geen  Wienn  ankhame»  das  Ich  Eillenndt  nach  Passaw  Raisen  solle. 
Bin  derhalben  am  Fünffynndzwaintzigisten  zw  Wienn  ausgeritten  nach  2$.  jinner. 
Stookheraw,  Khrembs»  Spytz,  Emerstorif,  Persenpeug,  Greyn,  Mat- 
hausen»  Lynntz.  Zw  Athenshaim^  ybergefarn»  zw  Aschach  widw 
Tbergefam  an  Kasten  rnnd  geen  Passaw. 

Am  Ersten  February  bin  Ich  geen  Passaw  khomen  vnnd  da  ge-   1.  Febr. 
fiinden  Herrn  Weittich  von  Pernstain,  der  auch  dahin  mit  mir  be- 
schiden  was. 

Von  dem  Römischen  Khayser  khamb  dar:  Herr  Philips  von 
Flerscham»  Bisehoue  zw  Speyer. 

Von  Hertzog  Georgenns  yon  Sachssen  wegen  khamb:  Herr 
Julius  Phlueg,  Ge5rg  Tumerstat,  Doctor,  ynnd  Cristoff  Carlowitz. 

Daher  sollen  auch  khumen  sein:  des  Khflnig  yon  Polin  ge- 
sanndten ,  Alls  mitler »  ynnd  dann  des  Eingedrungen  KhOnig  Hannsen 
Leuth»  yon  ainem  friden  zuhanndlen.  Alis  aber  derselb  eingedrungen 
Khfinig  yernamb,  das  der  Türggisch  Khaiser  im  anzug  was  nach 
Österreich  y  ward  aus  der  Fridshanndhmg  (BL  27 6\)  nichts.  Wir 
die  benennten  yerharrten  das  ganntze  Monat  daselbstn. 

Am  Ersten  Marty  Bin  Ich  wider  geen  Wienn  khomen.  Da  yer-  1.  Mira. 
sambU  sich  meines  Herrn  Volckh  ynnd  Richtet  sich  zw  der  belege- 
rung.  Vnnd  was  khain  annderer  gedannckhen»  dann  der  Tfirgg  wollte 
sich  wider  ymb  Wienn  annemen.  Herr  Hanns  Catzianer  hette  die 
Oberst  Veldhaubtmanschafft,  schickht  sich  alls  ein  erfamner  khriegs- 
man,  hiellt  guete  Ordnung,  zucht  ynnd  khundtschafft.  Mir  ist  yill  Ar- 
bait  yederzeyt  Inn  ynnd  ausser  der  Stat  zuegestannden. 


^}  Ottensheim,  ly^  Heile  ober  I^inz  an  der  Donau. 


300  im. 

Der  Türgkh  fQr  Ofinnss. 

Im  September  hat  der  Türgkh  gewisst»  das  der  Römiseb  Khayser 
in  Teutschen  Lannden  gewest  mit  ansechlichem  hispanischen  ynnd 
Wälhischem  khriegsYolckh»  ynnd  das  Reich  ist  nan  im  anzug  gewest. 
Sich  flir  Gönnss  gelegert.  Hat  das  mit  gwallt  nit  gewunnen  rber 
vil  ge(BI.  JJ77*.Jthone  Stflrmb  ynnd  erfüllung  der  Graben»  gleich- 
woll  zwletzt  betaidingt»  Aber  ynueränndert  gelassen. 

Prespurg. 

2.  Sept  Den  Anndern  tag  des  Monats  bin  Ich  geen  Prespurg  geschickht 

worden  sambt  herrn  Erasm  yon  Obertzan,  der  Babstlichen  Hussarn 
halben»  die  dazumall  aufgenomen  warden. 

Des  Reichs  Volckh  khamb  zeitlich^  legert  sich  bmhalb  der 
Pruggen. 

In  dem  so  zeucht  der  TOrgg  yor  GQnss  ab»  neben  der  Eisnen 
Stat»  ynnd  fQr  die  New^tat  yber  den  Hartperg. 

Dem  Törgkhen  nachgezogen. 

8.  Sept.  Am  Achten  tag  Ist  Herr  Hanns  Catzianer  mit  Tausennt  phärden 

des  Reichs  yolckh,  das  Ennhalb  der  Thunaw  lag,  ynnd  mit  ain  Tau- 
sennt Hussärn  ynnd  bey  zwayhundert  Anndern  Phärden  (Bl.  21V.) 
aus  Wienn  dem  TQrggen  nachgezogen  ynnd  in  die  Newstat  khomen. 

9.  Sept.  Den  Neunten,  Alls  man  Ratschlagte,  Wollte  der  Backhy  Pauli 

nit  Ratten,  dem  Türggen  am  Fuess  nachzuhenngen.  Darumb  zohen 
wir  denselben  tag  geen  Schadwienn. 

10.  Sept.  Den  zehennden  geen  Khimberg. 

11.  Sept.  Den  Aindlifflen  geen  Prugg.     Da  belib  man  auff  morgen  ymb 

zehen  Vhr. 

12.  sept  Den  zwelfften  zugen  wir  ymb  zehen  Vhr  yon  Prugg,  den  ganntzen 

tag  ynnd  die  ganntz  Nacht,  geen  Grätz.  Wir  wissten  nit  annders,^  der 
Türgkh  lag  yor  Grätz ;  wir  wollten  in  der  Nacht  mit  gwallt  hinein  in 
die  Stat. 

13.  Sept.  Den  dreyzehennden  khamen  wir  ymb  f&nff  yhr  morgenns  frue 

geen  Grätz.  Der  Türgkh  war  des  Tags  daruor  hinweg.  Wir  fuettertn 
die  Phärdt,  zugen  yber  zwo  Stundt  hinaus  ynnd  stiessen  drey  hallt, 
dann  wir  betten  auch  zway  Fänndl  khnecht  am  weeg  zw  ynns  bracht. 
Die  hallten  warn  zw  nächst  ynnder  Strasganng.  Der  Niclas  Ostrositz 


1K32.  301 

ward  hin  geschickht,  die  yeind  zw  Raitzen  (BL  27 S'.)  yond  zw 
logkheo.  Es  wollt  aber  khainer  khomen.  Darumb  bliben  wir  drey  tag 
SEW  Grätz»  dann  der  Baekhy  Pauli  zoch  des  tags  geen  Wildan,  vnnd 
stall  sieh  bey  der  Nacht  nach  dem  gepürg  geen  Leybnitz  zw  den 
Schlossern.  Daselbst  fanndt  Er  fUnfftzig  geringer  ynnd  gerasster 
Phfirdf.  Die  TOrggen  lagen  im  Leybnitzer  Yeld*  Alls  die  am  Hansteg 
yber  die  Sulbm  ^  ^nnder  die  Puechl  zogen  *),  hat  er  die  hindersten 
angriffen  ynnd  yill  khöpf,  auch  annders  yon  gueten  Rossen  ynnd  gueten 
geschmeidt,  mit  sich  geen  Grätz  bracht. 

Der  TQrgg  zoch  auff  Marpurg.  Ynnd  oberhalb  prugkht  Er  yber 
die  Traa,  zohe  wider  durch  das  Windischlanndt  ab  geen  Griechischen 
Weissenburg.  Es  sein  der  Tfirggen  yill  an  der  Traa  ertrunckhen. 
Nachdem  das  Geschray  ynnder  sy  khamb,  wie  die  Irigen  binden  warn 
angriffen  ynnd  geschlagen  worden,  Eillenndt  seer  yberzukhumen. 

Den  Sechzehennden  zugen  wir  yon  Grätz  nach  dem  weeg ,  wie  16.  Sept. 
der  Türgg  daselbst  hin  gezogen  (Bl.  278^.)  was.  Man  wisste  auch, 
das  der  Tfirgkh  ain  grossen  Hauffen  hinder  sein  yerlassen  bette,  die 
durch  das  gepürg  yon  der  Newstat  in  das  Lanndt  ob  der  Enns  zugen, 
Allain  darumb,  das  man  yon  derselben  wegen  Inen  nit  soll  nachziehen. 
Sy  yerhofften  durch  das  Gepürg  etwo  ain  Strassen  zufinden  in  Steyer 
ynnd  Khärndten  zukhumen ,  das  sy  aber  nit  fannden.  War  alles  be- 
setzt. Darumb  muesten  sy  wider  gegen  der  Newstat.  Desshalben 
dann  die  Reichischen  all  herüber  die  Thunaw  ynnd  denen  zuegezogen 
warn.  Wir  khamen  den  tag  geen  Gleysdorff  den  xyij^"'  geen  Gra-  17.  Sept. 
fendorf. 

Den  Achzehennden  geen  Neunkhirchen.   Des  Abennts  ward  Ich  is.  Sept 
wundt.  In  derselben  Nacht  khamen  khundtschafflen :    „Die  yeindt 
warn  yerhannden.^   Ist  herr  Hanns  Catzianer  in  der  Nacht  aufge- 
wesen ynnd  neben  der  Newstat  auff  die  Luckhen  *)  ynnd  gegen  Yischa^) 
gezogen. 

Am  Neunzehennden  khamen  die  Türggen  her  nach  dem  gepürg  19.  sept 
ynnd  ynnsers  Yolckhs  (Bl,  279\)  yill  binden  nach,  das  man  nit 


^)  Die  Salm  yereioigt  sich  unterhalb  Leibnitz  mit  der  Mur. 

'}  Die  windiscben  Bühel,  ein  Gebirgszug  sOdlich  von  Leibnitz,  sind  gemeint. 

*)  Das  sind  die  Yorstfidte,  deren  Neustadt  damals  yier  hatte.  Auch  in  Wien 

hiessen  sie  Lucken. 
^)  Fitchau,  nordwestlich  von  Neustadt  am  Abhänge  des  Gebirges. 


302 


lS3!^-iS33. 


woll  wlsst  obs  freundt  oder  Veindt  warn.  Wie  löÄn  die  Vetodt  an- 
greiffen  woIH,  fiel  ain  grosser  Nepl  an.  Mit  dem  sein  sy  fttrgeruckht. 
Sopalld  der  Nebl  sieh  »nfgesehwungen,  da  ist  es  yber  das  Stainfeldi 
anganngen.  Also  das  der  nit  rill  daaon  kbomen  sein,  Ausserball^ 
Secbsbfmdert  die  sieb  Obertbalb  Neunkbircben  f&rgestraifft  kaben. 

23.  Sept.  Den  dreyrnndzwainttigisten  ist  Kbaiser  Carl  vnnd  sein  Bmeder 

der  Römisch  Khfinrrg  zw  Wienii  mit  seinem  Volckk  ankhomen,  im 
der  Tfirgg  gewisliehen  geflohen  hart.  Da  warn  Bispanier,  Itftlian^r^ 
Teutseher  in  grosser  anzall. 

z$.  Sept.  Den  FünfiVnndzwaintzigisten  kfaamen  wir  auch  geen  Wieml.  Da 

hueb  sieh  der  Sterb.  Dann  da  warn  von  allertay  Nation  >ill  yolekha  i 
Hangern,  Behaim  rnnd  Hftrhern,  auch  Schlesier  TOnd  Lansnitzer. 
Warn  all  im  Yelldt,  nahenndt  gegen  Wienn^  Auch  etlich  hundert 
Poläggen.  Nftmblichen  Herr  (Bl,  279^.)  StSntzl  Graf  to»  Tantzin, 
auf  sein  aigen  Cossten,  mit  zway  hundert  Pbdrden.  Der  Romisch 
Khaiser  sambt  seinem  Brueder. 

Ynnd  des  Kbaiser  Hispanisch  mmd  ItiHaniseh  Voickh  namb  Iren 
abzug  rber  den  Semering  durch  Steyer  ynnd  Khlrnndl^ft  in  Italien. 
Etlich  Italianer  namen  ain  vrsach  ainer  ynbezallung  halben.  Rucklitetf 
flir  gegen  Italien.  Verwüesten  vin  yolekh  am  Zug,  khamen  ynge^ 
schlagen  durch. 

(BL280\)  1533. 

An  Hof  ynnd  geen  Saltzburg. 

Im  January  hat  die  Kü.  Maj.  mfch  zw  sich  an  Hof  geen  Inns«« 
prugg  eruordert,  InnbalK  naebnolgunder  zwayer  sehreiben  ynnd 
beuelch : 

Ferdinannd,  yon  gottes  gnaden  Römischer,  auch  zw  Hungern 
ynnd  Behaim  etc.  Khünig  etc. 

Edler,  lieber ,  getreuer.  Ynns  sein  trefflieb  saehen  flQrgefallen, 
die  wir  zuhanndlen  yorhaben,  weliche  auch  fQrderung  bedflrffen,  dar- 
zue  wir  dich  zugebrauchen  ynnd  hinein  in  Polin  zuschickhen  fürge- 
nomen.  Ynnd  darumben  ist  ynnser  gnedigs  begern  an  dich,  mitfirrhist 
luuielbenndt,  das  dw  dich  zum  aller  f&rderlichisten  erhebest  ynnd  zw 
ynns  an  ynnsern  Hof  hieheer  oder  wo  wir  sein  werden  yerfliegest, 
ynnd  dein  saehen  zw  s^Kefaer  Raiss  ynnd  auf  JN.  2S§K}h$iaiba  auch 


1^33. 


303 


richtest»  das  dw  ein  weill  vnnd  Zeitlanng  aus  Tnad  Ton  haimb  sein 
mOgsty  dano  sieh  bemellt  Tnnser  sacbeo  etwas  yerzielieii  m&chteD« 
Daran  tbuest  dw  yniisern  gefeiligen  willen  vnnd  mainung.  Geben  in 
Ynnser  Stat  Ynnsprugkh,  am  Anndem  January  in  dreyynnddreissigi-  2.  jinner. 
sten.  Vniserer  Reicbe  des  Rdmiseken  im  Anndern,  vnnd  der  Anndern 
im  Sibeaden  Jaren. 

Dem  Edlen»  moserm  lieben,  getreuen  Sigmunden  yon  Herber- 
stain,  dem  Frejre»,  ynnserm  Rat 

Ferdinannd  etc. 

Edler,  lieber,  getreuer.  Diser  tftg  haben  wir  dich  durch  die 
Posst  erinndert,  das  wir  dich  in  Polin  zw  khflnigclicher  wird  daselbst 
zufertigen  ynnd  zugebraueben  willenns  gewest.  Vnnd  desshalb  an 
dich  begert,  das  dw  dich  damadi  zw  der  Rayss  auch  anhaimbs  richten 
ynnd  forderlich  zw  ynns  yerfilegen  (BL  281\)  sollest,  des  willenns 
ynnd  gemüets  wir  dann  noch  sein.  Vnnd  weill  dann  dieselb  sach,  wie 
wir  yetzo  yerrer  sehreiben  emphanngeo,  grosser  Eyll  ynnd  fdrderung 
bedürflfen.  So  haben  wir  desshalb  widerumb  ain  aigen  Pötten  zw  dier 
schickben  wellen.  Vond  ist  nochmallen  ynnser  genedigs  begem  ynnd 
beudeh  an  dich,  das  du  dich  yon  stundan  erhebest  ynnd  zw  yrots  mit 
dem  aller  fihrdetUchisten  hieher  kbumest  ynnd  dich  gar  nit  säumest. 
Auch  anhoimbo  dein  sachen  zw  obbemellter  Rayss  ynnd  sonnst  dich 
selbst  mit  diemiem  richtest,  das  dw  dieselb  on  Hinderung  yerbringen 
ynad  die  ausrichten  »Ogst.  Daran  erzaigsl  dw  ynns  gehorsambs  ge- 
fallen ynnd  ynnser  mainung.  Geben  in  ynnser  Slat  Tmisprugg,  am 
Sechsten  January,  im  dreyynnddreissigisten,  ynnserer  Reiche  des  R5-  6.  Jinner. 
mischen  im  Anndern  yrnkl  der  Amideni  im  Sibennden  Jam. 

Dem  Edlen,  ynnserm  Lieben,  getreuen  Sigmunden  yon  Herber" 
stain,  dem  fireyen,  ynnserm  Rat 

(BL  28V,}  Darnach  mir  ahi  Beuekh  ymider  Augen  geschiekht, 
mit  aniaigeB:   „d»s  sein  liaj.  etc.  sich  nach  Osterreich  durch  Saltz- 
bürg  zu  ziehen  erbebt,  darumb  wo  mich  derselb  bduelch  betritt,  da- 
selbst soU  kb  seiner  Haj.  warten.^   Bin  zw  Lamigfchabita  am  Ainr  21.  jinner. 
ynndzwaiatzlgisteii  aosgeriten.  Am  Aobtynndzwaintzigisteß  geeft  Sdtz*'  28.  janner. 
bürg*  khooMii.  H«b  allso  dasdbsten  Irer  Maj\  Erwart. 
Ferdinannd  ete. 

BcHet ,  lieber,  getremr.  Wir  yerkktaden  «er  gdnedigtlicl^  im 
wir  ynns  auflP  yetzkhMienden  Mitticb  yon  hie  erheben  ynnd  auff 


304 


12(33. 


Osterreich  zueziehen»  ynnd  Yonsern  weeg  auff  Saltzbarg,  Tnnd  dar- 
nach Terrer  auff  Lynntz  nemen  wellen.  Desshalben  wellest  dich ,  wo 
dich  diser  vnnser  brief  antrifft,  daselbst  Enntballten,  ynnd  vnnser  Er- 
warten, damit  dw  der  vergebeniiehen  Raiss  ynnd  weegs  yberhaben 
sein  rougst.  Wollten  wir  dier  genedigclich  nit  yerhallten.  Geben  in 
27.Jinner.  (Bl.  282\)  ynnser  Stat  Ynnsprugg,  den  Sibenynndzwaintzigisten 
tag  January,  Anno  etc.  im  dreyynnddreissigisten,  Vnnserer  Reiche  des 
Römischen  im  Dritten  ynnd  der  anndem  im  Sibennden. 

Dem  Edlen»  ynnserm  Lieben,  getreuen  Sigmunden  yon  Herber- 
stain,  dem  freyen,  ynnserm  Rat. 

Geen  Hunngern    Fridts   halben. 

1.  Febr.  Am  Ersten  tag  February  ist  der  Khfinig  geen  Saltzburg  khomen. 

Von  dannen  hat  sein  Msg.  etc.  Herrn  Sigmunden  yon  Dietrichstain 
ynnd  mich  abgefertigt.  Sein  am  Anndem  tag  nach  der  Saltza,  Ihn 
ynnd  Thunaw  ab,  hintzt  geen  Prespurg  gefarn. 

7.  Febr.  Den  Sibennden  ist  der  tag  geen  Alltenburg  gesetzt,  frid$  halben 

zuhanndlen.  Alls  sich  aber  der  Sterb  daselbst  erhebt,  sein  des  KhQnig 
(Bl.  282^. J  HannsenLeuthgeenSanndt  Marein  in  die  Schutt  geruckht. 
Zu  denen  aber  herr  Marx  Beckh,  Yitzdomb,  Nach  Ime  herr  Franntz 
yom  Thurn  geschigkht,  damit  sy  geen  Prespurg  khämen.  Darnach 
herr  Hanns  Catzianer  ynnd  Ich  zw  Inen  auch  derhalben  gezogen. 
Nichts  annders  ausgericht,  dann  das  Herr  Hieronimus  Lasky  mit  ynns 
khumen.  Mit  dem  souil  yber  nacht  gehanndlt,  das  Er  gewilligt,  mit 
seinen  mityerwonndten  zukhumen.  Darumben  Ich  wider  zw  Inen  ge- 
zogen, ynnd  bewegt,  das  sy  gewilligt  zukhomen  auff  glaitt,  das  Inen 
dann  geschigkht  ward.  Weliches  Inen  aber  nit  annemblich.  Darumb 
herr  Lasky  wider  khamb.  Zohe  yngethoner  sacben  hin.  Darnach 
schrib  der  yon  CoUitzan  den  Catzianer,  bittundt,  das  Er  zw  Ime  khärob. 
Das  er  gethon,  ynnd  haben  sich  des  Glaidts  in  der  Schott  zw  Pyskow 
yerglichen,  ynnd  miteinannder  geen  Prespurg  khomen.  Von  Kw.  Maj. 
etc.  HoS  (BL  283*.)  waren  Comissary  benennt:  Herr  Sigmund  yon 
Dietrichstain,  Herr  Hanns  Catzianer,  Ich  ynnd  Herr  Marx  Beckh,  yitz- 
domb. Aus  Hungern:  Herr  Alex.  Turso,  Stathallter,  Thomas  Bi- 
schoue  zw  Erla,  Canntzler  etc. ;  Paulus  Backhich.  Aus  Behaim :  Herr 
Albrecht  oder  Woitich  yon  Pernstain;  Herr  Hanns  Phlueg,  Canntzler; 
Niclas  Litoworsky.  Aus  Märhern:  Herr  Stänntzl,  Bischoue  zw  01- 
mOntz ;  Herr  Jan  yon  Khunabitz  ynnd  Wilhalbm  Prosonowsky.   Von 


1K33. 


305 


Khünig  Hannsen  wardeo:  Herr  Fraontz  Graf  vod  FrangePan,  Ertz- 
bischoue  zw  Colitzan;  Herr  Steffan  Prodericos,  Bischoue  zw  Sinichen; 
Herr  Steffan  Verwetz,  Canntzler;  vnnd  Herr  Hieronimus  Lasky  etc. 
Von  der  Kay.  Maj.  ward  geschickht:  Herr  Johannes,  Bischoue  von 
Lunden,  ynnd  Cornelius  Duplicius  Seeperus. 

Alls  wir  lanng  gehanndlt  hetten ,  Schrib  Hieronimus  Sara ,  den 
mein  Herr  zw  (BL  28^,)  dem  TQrggen  geschickht :    ,,hette  ain 
gueten  frid  gemacht.**  Sopalld  das  der  gegenthaill  vernarob,  wollt  nit 
weitter  hanndlen,  mnd  also  vngethoner  verruckht  am  zehennden  ^^j  j^j^^ 
Marty. 

Geen  Prag. 

Die  Kü.  Maj.  hat  mich  an  Hoff  eruordert,  Innhallt  nachuolgundes 
beuelchs: 

Ferdinannd  etc. 

Edler,  lieber,  getreuer.  Wir  geben  dir  genedigclich  zw 
erkhennen,  das  wir  des  Stritts  vnnd  Irrthumb  halben  zwischen  vnnser 
auch  ynnserer  Lanndtschafft  in  Khärnndten,  vnnd  was  demselben 
anhanngt,  ynnd  dem  Eerwirdigen  Weiganndt  Bischouen  zw  Bamberg, 
ynnserm  Fürsten  ynnd  (Bl.  28^*.)  lieben  Andächtigen,  schwebenndt, 
gfletliche  Hanndlung  zubeschehen  lassen,  ynnd  zw  derselben  etlich 
ynnser  Rät  zuuerordnen  yerwilligt.  Auch  darzue  ain  Zeyt,  Nämblich 
den  Sibenzehennden  tag  Nouembris  nächst  khumendt,  an  ynnsern 
Hof,  wo  wir  dazumal  sein  werden,  angesetzt.  Demnach  haben  wir 
dich  JfÜr  ainen  neben  anndern  ynnserer  Rät  zw  berürter  güetlichen 
Handlung  zugebrauchen  ynnd  zuuerordnen  fürgenomen.  Vnnd  be- 
uelhen  dier  demnach,  das  dw  dich  auf  obbestimbten  Sibenzehennden 
Nouembris  zw  ynns  an  ynnsern  Hoff,  wo  wir  derselben  Zeyt  sein 
werden ,  gewisliehen  yerfQegest,  nit  aussen  bleibest,  noch  waigerung 
darinn  gebrauchest  ynnd  dann  zw  deiner  Ankhunfil  yon  ynns  weitters 
berichts  ynnd  beschaidts  gewartest.  Daran  erzaigst  dw  ynns  gehor- 
sambs  (^BL  28i^.J  gefallen  ynnd  ynnser  mainung.  Geben  in  ynnser 
Stat  Wienn,  den  Sechsynndzwaintzigisten  July,  Anno  etc.  im  drey- 
ynnddreissigisten,  ynnserer  Reich  des  Römischen  im  dritten  ynnd  der 
anndern  im  Sibennden. 

Dem  Edlen,  ynnserm  lieben,  getreuen  Sigmunden  yon  Herber- 
stain,  dem  freyen,  ynnserm  Rat. 

Fontes,  yill.  20 


306 


1593. 


21.  Nov.  Vnnd  sein  Maj.  ist  geen  Prag  geraist  vnnd  Ich  mit.  Den  xxj.  No- 

22.  Not.  ucmbris  geen  Siedehdorff  *)  vnnd  Stockher air  vier  meill.  Den  xiij. 

23.  Nov.  geen  WulderstorflF«)  drey  meil.  Den  xxiij.  geen  Ret«  zwo  MeiH. 

Märhern. 

24.  u.  25.  Nov.  Den  xxiiij.  far  Znämb.  Geen  Wttdowftt »)  fiinff  meill.  Den  xxv. 

durch  Igla  vnnd  vber  die  Märherisch  Gränitz  geen  Piernitz  *).  Zw 
nächst  (Bl  28S\)  vor  der  Stat  %la  oder  Trigla  an  der  Pruggen 
ist  die  Gränitz. 

Beharo. 

26.  u.  27.  Nov.  Den  xxvj.  geen  Teutschen  Prot.   Den  xxvij.  geen  Tzaslaw,  da 

28.  Nov.  Schiskha  ligt  &).  Den  xxvüj.  für  Köln,  Behamisch  Coh'n,  sm  der  Elb. 

29.  Nov.  Vnnd  neben  dem  Khuttenperg  geen  Behemisch  Brod.   Den  xxviiij. 

geen  Prag. 

December. 

3.  Dec.  Den  dritten  tag  December  haben  wir  mit  den  Bambergischen 

angehebt  zuhanndlen,  der  dann  vill  grosser  hochait  Im  FOrsstenthumb 
Khämndten  haben  wollt,  neben  anndern  Bischonen,  Prelaten,  Grafen 
vnnd  herrn  nit  gleichmässig  dem  Lanndtsfth*sten  ei^hennen  vnnd  mit- 
leiden. Darumb  ward  ain  tag  an  KhünigcKchen  Hof  benennt,  vnnd 
ward  auch  vertragen. 

Die  Khünigclichen  verordenten  vom  Hof:  Herr  Joseph  von  Lam- 
berg;  Herr  Gaudenntz  (Bl.  285^,)  von  Modratz;  Doctor  Hanns 
Khneller.  Annder  Räte:  Herr  Erhard  von  Polham;  Ich;  vnnd  herr 
Erasm  von  Trautmanstorff. 

Bambergerisch  Gesanndten :  Herr  Caspar  von  Perg;  WolflT 
Dietrich  Marschalch  von  Poppenhafm,  Thumbherr;  Doctor  Pauli 
Neydegger,  Brobst ;  vnnd  Hanns  Rabnstainer. 


^)  Das  ist  Sierndorf,  nordwestlich  von  Stockerau,  das  wohl  voranstehen  sollte. 

')  Wullersdorf  am  Göllersbach. 

»)  Budwit«. 

*)  Pirnits  liegt  südöstlich  von  Iglau  und  zwar  in  Mfihren,  so  dass  sich  schwer 

begreift,  warum  Herberstein  zurück  statt  vorwärts  geht.  Vielleicht  ist  hier 

eine  Namensverwechslung  anzunehmen. 
*)  Der  Taboriten-Anführer  Jobannes  Äizka  von  l'rocnow,  f  11.  Oct.  1424, 

liegt  in  der  Dechanteikirche  zu  S.  Peter  und  Paul  begralien. 


1533—1534. 


307 


V^  Khärimdten:  Herr  Horitz  Weltzer;  Augustin  Paradeiser 
TBDd  A4Midre  tob  Silberberg.  Denen  was  zuegeben  Joachim  Mar- 
sebaleh  zw  Reieheoaw. 

1534, 

Beuelch  an  Hof. 

Am  jMhenpdeB  January  hat  die  Kfl.  Maj.  zw  Prag  Herrn  Ueon-  lo.  jinner. 
harden  tob  Vells»  Hofmarschalch »  berrn  Gaudeotzen  von  Madnitseh, 
herrn  Josephen  Yon  Lamberg,  mich,  berrn  Wolffen  Grftswein,  berrn 
Achatzen  Schrott  (BL  286\)  vnnd  berrn  Johann  Zott,  Alle  Stet 
des  Hoffs,  der  Regierungen  vnnd  aller  Ausgaben  Ordnung  zugeben 
vnDd  zusetzen  Tcrordendt.  Kj^-Vic! 

mit    dem    Petei 

Geen  Lynntz  auf  den  Lanndtag.  Kh. Khegiowitz 

•'  ^  auch    mit     den 

Den  Ainrnndzwaintzigisten  February  Yon  Prag  nach  Lynntz  auff  hind*L*'^.)  ^^ 
den  Lanndtag  alls  Comissary,  sambt  berrn  Lassla  von  Prag,  freyherrn  21.  Febr. 
etc.»  ynnd  Georgen  von  Perekham  gezogen.  Geen  Weneschaw  fÖniT 
meill. 

Den  zwenynndzwaintzigisten  geen  Melenitz  drey,  geen  Täber  22.  Febr. 
zwo»  vnnd  geen  Zobesehlaw  zwo  meill. 

Den  23.  geen  Budweiss  vier,  geen  Stainakbirchen  aine«  ynnd  23.  Febr. 
geen  Caplitz  zwo  meill. 

Den  xxiiij.  geen  Niderbaidt  aine,  geen  Oberbaidt  ain  halbe,  geen  u,  Febr. 
LoBfeLdeo  Annderthalbe,  geen  Wildperg  Annderthalbe»  ynnd  geen 
Lynstc  AnnderdMilbe  meill. 

(BI.  286^.)  Den  anndern  tag  Marty  yon  Lintz  gefarn ,  ynnd   2.  MSrz. 
am  Vierten  geen  Wienn  kbomen.  4.  Mirz. 

Ferdinannd  etc. 

Edler,  lieber,  getreuer.  Wir  haben  neben  der  yeriibOndung  dein 
ynnd  deiner  mit  Comissarien  ausrichtung  bey  dem  Jüngst  gehalltnen 
Lanndtag  bey  den  Stennden  ainer  Ersamen  Lanndtscbafil  ob  der 
Enns  aus  deinen  Insonnderhait  Eingelegten  scbrifiten  yerstannden, 
mit  was  beschwärung  deins  Leibs  du  zw  Lynntz  suikboioien  bist,  ynnd 
tragen  deiner  ^horsame  genedigs  wolgefallen.  Wellen  auch  mus  den 
durch  dich  eriellten  yrsacben  fcönfilrigenedigclioh  bedacht  sein,  dein 
souil  möglich  ist  mit  beschwärlicben  Raysen  luueffSQhonen.  Dann  .^Us 

20  • 


308  1534. 

du  meldest,  wie  dw  in  zwayen  sachen  hieuor  an  ynns  Suppliciert, 
sindt  ynnds  dieselben  hanndlungen  bisher  von  ynosern  Camer  R&ten 
(BL  287"*.)  nit  furbracht  worden.  Wir  wellen  sy  aber  darurob  an- 
sprechen vnnd  Ordnung  geben,  das  darinn  zw  f&rderlicher  erledigung 
gehanndlt  werde.  Das  wollten  wir  dier  genediger  mainung  nit  ver- 
hallten. Sehiekhen  dier  darauff  deinem  begern  nach  die  Zeittungen 
aus  Constantinopl  vnnd  Polin ,  weliche  wir  genedigclich  vnnd  gern 
gehört,  widerumb  zue.  Geben  zw  Prag,  den  xj.  Marty.  Anno  etc.  im 
xxxiiij^^  vnnserer  Reiche  des  Römischen  im  Vierten  vnnd  der  Ann- 
dern  im  Achten. 

Dem  Edlen ,  vnnserm  lieben ,  getreuen  Sigmunden  von  Herber- 
stain,  dem  freyen,  vnnserm  Rat. 

Wider  von  Wienn  geen  Prag. 

u.  Mir*.  Am  Viervnndzwaintzigisten  Ist  mir  der  (BL  287^.)  beuelch 

zuekhomen,  in  angesicht  mich  zw  erheben. 

Ferdinannd  etc. 

Edler,  lieber,  getreuer.  Ynns  sein  sonnder  genötig  sachen  vnnd 
hanndlungen  flirgefallen ,  darzue  wir  deiner  person  zuhaben  vnnd  zu- 
gebrauchen eillenndts  bedürffen.  Demnach  auff  das  sonnder  genedig 
vertrauen,  so  wir  in  dich  setzen,  Ist  vnnser  genedigs  ansinnen  vnnd 
begern  hiemit,  du  wellest  dich  in  angesicht  ditz  brieffs  erheben  vnnd 
auffs  Ehest  so  dir  möglich  ist  zw  vnns  alher  verfliegen  vnnd  dein 
Sachen  darnach  richten,  das  dw  ain  Monat  lanng  von  deinem  Haus- 
wesen also  aussein  mögest  vnnd  hierauff  khainsweegs  aussenbleibest. 
Darauff  wellen  wir  vnns  genedigclich  verlassen.  Vnnd  du  thuest  daran 
vnnsern  Ernnstlichen  vnnd  gefeiligen  willen  vnnd  mainung ,  g^en 
dier  mit  sondern  gnaden  zw  erkhennen.  Geben  in  vnnserm  Schloss 
zw  Prag,  den  Neunvnndzwaintzigisten  (Bl.  288^.)  tag  Marty, 
Anno  etc.  im  34,  vnnserer  Reiche  des  Römischen  im  vierten  vnnd 
der  anndern  im  Achten. 

An  herrn  Sigmunden  von  Herberstaiu,  den  freyen  etc. 
(0.  u.  31.  März.  D^Q  30.  vou  Wienn  geen  Gunderstorff  Sibeu  meill.   Den  31. 

geen  Drosendorff  fünf  meill  etc. 


1K34.  309 

Den  Ersten  Aprillis  geen  Neuhauss  Siben ,  den  anndern  geen    i.  u.  2.  Apn'i. 
tzobesslaw  *)  zwo,  geen  Täber  zwo ,  geen  Melentzin  *)  zwo  meill. 
Den  dritten  geen  Weneschaw  »)  drey.  Vber  das  Holtz  drey.  3.  Aprii. 

Den  vierten  geen  Prag,  am  Oster  Äbennt,  zwo  meill  etc.  4.  April. 

Den  Sechzehennden  hat  mir  die  Kü.  Maj.  etc.  erlaubt.  Bin  wider  le.  Apn'i. 
geen  Wienn  gezogen.  Am  Ainvnndzwaintzigisten  daselbst  ankhomen.  21.  Apni. 


Wider  von  Wienn  geen  Prag,  Wirtemberg  halben. 

Ferdinannd  etc. 

Edler,  Lieber,  getreuer.  Ynns  sein  trefflich  vrsachen  (^A/.  288\) 
vnnd  geschafft  f&rgefallen,  Darumb  wir  dein  Person  bey  vnns  zum 
Eeisten  zugebrauchen  notdürfilig  seyen.  Demnach  eropfelhen  wir  dier 
hiemit  vnnd  wellen^  das  dw  dich  von  stundan  berait  machest,  vnnd 
damit  dw  dest  Pelder  von  stat  khomen  mflgst ,  ongerüsst  vnnd  auffs 
geringest  zw  vnns  alher  zum  allerfürderlichisten  verfQegest,  Allso 
gehorsamblich  erscheinest,  vnnd  dich  an  solichen  nichts  Irren  noch 
verhindern  lassest.  Darauff  wollen  wir  vnns  also  genedigclich  vnnd 
gewislich  verlassen.  Vnnd  wiewoll  wir  des  genedigen  willenns  seyen, 
fürohin  dein  mit  vberigen  Raison  zuuerschonen ,  vnnd  dich  aber  so 
khurtz  vnnd  offt  nacheinannder  eruordert.  So  wellest  doch  diser  ge- 
genwärtigen eruordrung,  in  ansehung  das  es  wie  gemellt  vnnser  hohe 
notdurfil  eraischt,  khain  beschwärung  tragen.  Das  wellen  wir  gegen 
dier  in  gnaden  erkhennen.  Geben  in  vnnserm  Schloss  zw  Prag,  den 
ixiiij.  Aprillis.  Anno  etc.  im  VierfÄ/.  289".^vnnddreissigisten, 
vnnserer  Reiche  des  Römischen  im  vierten ,  vnnd  der  anndern  im 
Achten. 

.    An  Herrn  Sigmunden  von  Herberstaiu,  den  Freyen  etc. 

Den  Achtvnndzwaintzigisten  von  Wienn  mit  Herrn  Philipsen  2S.  ApHi. 
Preyner  auff  gar  genedigs  begern  geen  Hollaprun  Siben  meil. 

Den  Ersten  tag   May   geen  Drosendorf  durch  Pulckha  fQnff   1.  Mai. 
meill. 


^)  Sobieslaw  an  der  Lnschniti* 
*)  MilUehia. 
*)  Beneschaa. 


310  1534. 


Behaim. 


2.  Mai.  Den  anndern  tag  geen  Slafnitz  9  drey  roeitl.    Ain  meil  geen 

Ruedolfs  *).  Geen  Weidenschlag  *)  ain  halbe,  geen  Kunsegkh  ^)  ain 
halbe,  geen  Hossasehlag  *)  ain  halb ,  geen  Neuhauss  Annderthalbe 
meill. 

Da  fannd  Ich  die  Tyroller:  Herrn  Cristoflf  Philipsen  Granen  yon 

Liechtenstain,    Herrn   Georgen  yon    Firman    ynnd    berrn    Carlen 

(BL  289^,)  Trappen.  Mit  dem  sein  wir  geen  Prag  geraist. 

3.  a.  4.  Mai.  Den  dritten  geen  Täber  yier  meill.   Den  yierten  geen  Melentzin 

5.  Mai.  zwo,  geen  Weneschaw  drey.   Den  Fünfflen  geen  Prag  ftlnff  meill. 

des  Wirtenbergerischen  khriegs  halben. 

Die  Rayss  geen  Gaelhausen. 

Auff  den  angesetzten  tag  durch  Kü.  Maj.  etc.  ynnd  die  Chwrf&r- 

10.  Maj.  (H.)  sten,  Montag  nach  Exaudy  (18.  Mai),  Bin  Ich  den  zehennden  Maj  zw 

Prag  ausgeritten  mit  Herrn  Johann  yon  Talhaim.    Geen  Weran  •) 

drey,  geen  Pzrebrach  ^)  oder  Petlern  zwo,  geen  Czirrawetz  *)  aiu 

halbe  meill. 

11.  Mai.  Den  xj.  geen  Rockbentzan  *)  zwo,  geen  Pilsen  zwo,  geen  Clo- 

deraw  ^<^),  ain  Closter,  zwo  meill,  zw  nächst  dabey  ain  Stätl. 

12.  Mai.  Den  zwelfften  neben  der  haidt  ^0  zwo,  ynnd  geen  Fraunperg  >*) 

ain  meill.  Darnach  yber  den  Walld  zw  Sanndt  Cathreinkhirchel  *'). 
Da  Rindt  ain  wasser,  die  Rftchling.  Yermainen  (BL  290*.)  die 
Teutschen  sey  die  Gränitzen,  Aber  die  Behaim  wellenns  füraus  haben. 


<)  D.  i.  Zlabings. 

*)  Böhmisch-Rudoletz. 

»)  Wohl  Wtlterschlag  an  der  Thayt. 

*)  Königsegg. 

*)  Hosterschlag. 

•)  Beraun. 

')  SchebraL 

^)  Czerhowitz,  alles  an  der  Prag-Pilsner  Poststrasse. 

•)  Rokitschan. 
<o)  Kladraa. 

^*)  Hayd,  an  der  von  Pilsen  nach  Baiem  fahreo4ea  Peltst^tee. 
")  Pfrauenberg. 
^')  An  derselben  Strasse. 


1534. 


311 


Darnach  geen  Pleistain  drithalbe,  vnnd  geen  Vodra  *)•  ain  Stätl  •  ain 
halbe  meill.  Nahenndt  darbey  ligt  Leichtenberg,  das  Schloss,  Lanndt- 
graffschafR. 

Den  xiij.  an  die  Sehmidhütfen  zwo  meill.  Geea  Werdenberg  >)»  13.  Mai. 
geen  Hierschau  zwo ,  geen  Sulltzpach  zwo  meill.  Da  ist  ein  Costli- 
cher  Prun. 

Den  xiiij.  geen  Harsprugkh  <)  drey  meiK  ain  Stätl,  ist  NQmber-  i^-  Mai. 
gisch.  Geen  Lauffen  zwo,  vnnd  geen  Nürnberg  zwo  meill. 

Den  XY.  geen  Neustat,  des  Marggrauen  Stätl,  Sechs  meill.  Geen  12».  Mai. 
Lenngenfeldt  ^)  aine,  vnnd  geen  Ernsham  &)  zwo  meill. 

Den  XTJ.  geen  Khitzingen  am  Maen  zwo  meill ,  darnach  durch  i^*  Mai. 
Iphofen  •)  geen  Wirtzburg  drey,  geen  Carlstat  drey  meill. 

Den  xyij.  geen  Gmöndt,  da  die  ain  Sali  in  Maen  feit,  zwo.  Geen  i*^*  Mai. 
Lorhaidt '')  dritthalbe  meill.  Vber  aiu  holtz  geen  Pibergrundt  ®) 
(Bl.  290^.)  Annderthalbe,  gepürgig.  Geen  Galhausen  *)  ain  meill. 
Ist  sich  woll  Tmbzusehen.  Aber  die  gesellen  waren  all  hey  dem 
Lanndtgrauen  in  Wirtenberg,  darumb  wir  auch  vnangaritten  durch- 
khamen. 

Namen  der  gesanndten  zw  Galhausen  versamblt. 

M  e  n  t  z. 

Johann  Yon  Weschausen^   Doctor  ynnd  Canntzler;  Wolf  von 
Merlen,  genannt  Beham,  Marschalch. 

Tryer. 
Doctor  Johann  von  Ennstringen,  Canntzler;  Diettrich  vonStain. 


^)  D.  ].  Vohenstraas. 

■)  Wernberg. 

•)  Bertbraek. 

♦)  Langenfeld. 

^)  Eioer^beim. 

*)  Die  Namen  Kitzingen  und  Iphofen  sind  vertauscht. 

^)  Lohr. 

^)  Bieber. 

*)  Gelnhausen. 


312  1534. 

Colin. 

Doctor  Johann  Grapicer,  Schkholasfer  zw  Sanndt  Gereon  etc. 
Degerhart  Hass,  Doctor  etc. 

(Bl  29V.)  Phaltz. 

Herr  Wolflf  von  Affenstain,  Ritter;  Wolff Khemrer  von  Wurmbs^ 
genannt  Dalburg. 

Branndenburg. 

Melchior  Barfuess»  Chumentheur  zw  Qaanten,  Sanndt  Johanns- 
orden. 

Georg  Ton  Schiern. 

22.  Hai.  Den  22.  von  Galhausen  rerritten  geen  Aschaburg  ^)  rier  meill. 

Ain  schdn  Eben  Lanndt,  des  von  Mentz,  ligt  am  Maen. 

23.  Mai.  ^^"^  ^3.  geen  Rotenpurch ,  des  von  Menntz  gejadt-Haus.  Yber 

den  SPesshardt,  dann  geen  Rotenfelss ,  ain  Schlos  vnnd  Stat  des  von 
Wirtzburg,  d rithalbe  meill. 

Aschaburg  ynnd  Rotenfelss  ligen  am  Maen.  Vnnd  zwischen  der- 
selben ist  der  NambhaflR  Walld  ainer  in  Teutschen  Lannden,  Speshart 
genannt.  Stosst  an  Ottnwaldt  vnnd  an  die  (BL  291K)  grossen 
Wälder,  die  zwischen  Gmundt  vnnd  Galhansen  sein. 

24.  Mai.  Den  24.  geen  Wirtzburg  vier,  mnd  geen  Khitzingen  drey  meill. 

Alles  am  Maen. 

25.  Mai.  Den  xxY.  gccn  Pernam  ain  meill  mnd  auf  ain  halbe  meill.  Ligt 

zw  nächst  neben  der  Strassen  Iphofen.  Dann  geen  Eurshaim  ain  halbe 
meill,  gehört  dem  Schennckhen  von  Limburg,  Semper  Freyen.  Geen 
Piber  ain  meill.  Ist  ain  Stätl  des  von  Wirtzburg.  Geen  Lanngenfeldt 
ain  meill.  Gehört  ainem  Edlman.  Darzwischen  ligt  Schwartzperg, 
Schloss  ynnd  Stätl,  den  Freyherrn  daselbst  gehörig.  Geen  der  Neu- 
stat aine,  ynnd  geen  Emskhirchen  ain  meill. 
27.  Mai.  Den  xryij.  geen  LauiTen  zwo  meill,  Schloss  ynnd  Stat  der  yon 

Nflrnberg,  die  sy  im  Bayrischen  khrieg  erobert.  Dises  sambt  Sultz- 
pach  ynnd  dem  Schloss  Rotenperg,  das  auflf  ain  meill  dauon  ligt,  Soll 
Khaiser  Carle  der  Vierte  alls  KhOnig  yon  Behaim  (BL  292\)  yon 


^)  Aschi^ffenburg^. 


1K34.  313    . 

den  Bayrischen  Fflrssten  ymb  zway  mal  hundert  Tausent  gülden  hun- 
gerisch ichauiR  rnnd  alles  mit  Behamischen  groschen  bezallt  haben 
vnnd  das  Lannd  hintzt  an  die  Etsch.  Ist  ain  Fach,  Rindt  durch  die 
Newstat  lennthalb  Nürnberg  fünff  meill.  Also  steet  es  in  ainem  Puech 
zw  Lauffen  im  Schloss  verschrihen.  Dasselb  Schloss  ligt  im  wasser, 
Ton  Quaderstainen  ynnd  dickhen  gemeurn.  Soll  derselb  Khaiser  zw 
ainem  lust  oder  gejädthaus  gepauen  haben.  Man  siecht  noch  daselbst 
Sanndt  Wenntzels  Pildnus  im  Stain  gehauen»  Behamisch  Schult  vnnd 
helbm  mit  den  Clainaten  an  Thorn  ynnd  gemeurn.  Darzue  aller 
FQrsstenthumb,  der  Geistlichen  ynnd  Weltlichen  Herrn  Yon  Behaim 
in  ainer  Camer  eingebaut.  Khflnig  Wenntzl  soll  das  wider  yerphenndt 
haben.  Darnach  sein  geen  Hiersprugkh  zwo  meill. 

Den  xxyiij.  geen  Sultzpach  drey  meill,  ynnd  geen  Hierschaw  28.  Mai. 
yier  meill.  Ist  alles  Phaltzgrauisch  etc. 

(Bl.  292^.)  Den  xxyiiij.  für  Vodras,  Pleystain,  ynnd  das  dorflf,  29.  m!u. 
so  zw  nächst  yor  dem  Walld  ligt,  Weydhausen  genannt.  Darnach  ist 
ain  khlaine  halbe  meill  an  dem  Pach  Rachling,  dahin  dann  die  Behaim 
yermainen  zubeglaitten.    Dann  über  ain   halbe  meill  an  den  Pach, 
Pfrembt  genannt,  mitten  im  Walld,  ynnd  dann  geen  Fraunberg. 

Den  30.  für  Gloderaw  geen  Pilsen.  Den  31.  geen  Pzrebrackh  3o.  11.31.  Hai. 
oder  Petlern.    Die  Raiss  ist  sorgdich  durch  die  gegennden.   Aber 
dazumall  was  alle  Reyterey  in  Wirtenberg,  dasselb  zu  erobern. 

Den  Ersten  Juny  sein  wir  geen  Prag  wider  ankhomen.  Vnnd  in    1.  Junins.  (h.) 
derselben  Stundt  was  mir  yerkhflndt  Aber  ain  anndere  Raiss  zuthun. 

DieRaissaufSanntAnnaperginMeissen,  Kha  den  ynnd 
sanndt  Joachims  Tal  1. 

Den  Fünfflen  tag  hat  die  Kü.  Maj.  etc.  herren  (Bl.  293\)   5.  Juni. 
Hannsen  Phlueg  ynnd  mich  abgefertigt.  Vnnd  allso  yerruckht  geen 
Slan  9  ▼ier  meill,  ain  Stätl,  gehört  Kü.  Haj.  zue. 

Den  Sechsten  geen  Laun  drey  meill,  auch  Stätl,  ynnd  geen    6.  Juni. 
Kbumattaw'),  ain  Schloss  ynnd  Stätl  des  yon  der  Weitmfll,  yier 
meill.  Zwischen  Laun  ynnd  Khumattaw  Rindt  die  Eger. 


0  Schlan. 
*}  Comrootan. 


314 


1534. 


7.  juui.  Den  Sibennden  vber  das  gepurg  Tond  Walder  iwo  meiU.  Riudt 

ain  kblains  PächeK  ist  das  geEnerckb  zwiscben  Bekaim  jübA  Meisseiu 
Darnach  aber  zwo  meil  rill  gepOrgs  geritten  hintzt  geen  Sanndt 
AnnaPerg.  Da  fannden  wir  Hertzog  Georgen  von  Saebssen.  In  wenig 
stunden  kbamb  der  Cardinal  von  Mentz.  CbnrfQrst  Yon  Saebssen  lag 
am  Puecboltz  ^).  Da  ward  des  abgetrungnen  Hertzogthumb  Wirten* 
berg  halben  gebanndlt. 

17.  jani.  Den  xTij.  Sein  wir  vmb  die  zebennt  Standt  vor  mittag    nach 

beuelch  geen  Khaden  *)  ankboroen.  Die  Kü.  Haj.  etc.  ist  ain  halbe 
stondt  zunor  eingeritten.  Ynnd  nadi  gehallten  (Bl.  293^.)  Rat  sein 
wir  baid  wider  geen  Presnitz  »)  rerritten. 

IS.  Jani.  Den  xviij.  sein  wir  wider  auff  Sanndt  AnnaPerg  khomen,  ymb 

die  Sibennd  rbr  vor  mittag.  Wir  haben  da  das  fruemall  eingenomen, 
ynnd  wider  geen  Khaden  geritten. 

19.  Jani.  Den  xvüij.  sein  die  zwen  vnnderhanndler  Mentz  ynnd  Hertzog 

Georg  zw  Khaden  eingeritten. 

20.  Jani.  Den  zwaintzigisten  der  KhQnig  Rat  geballten.  Im  Rat  waren : 

Cardinal  yon  Trienndt;  herr  Wilhalbm  yon  Rogendorff,  Hofmaister; 
berr  Hanns  Hoiman  ynnd  Ich.  Von  Behemen:  herr  Stislaw  yon  der 
Leyp,  Lanndhofinaister ;  herr  Jeroslaw  yon  Schellenberg,  Camerer; 
herr  Hanns  Pflueg,  Canntzler;  Graf  Albrecht  Sehlickh,  HofCamerer; 
Wolfhart  Planckhner,  ynnder  Camrer;  Peter  Retzin,  der  Khflnigin 
ynnder  Camerer  etc. 
27.  Juni.  Den  27.  Ist  Hertzog  Hanns  Friderich  ChurFürst  zw  Saebssen 

geen  Khaden  ankhomen. 

(Bl.  299*.)  Die  sachen  Wirtemberg  halben  Ist  da  yerthaidingt 
worden. 

29.  Joni.  Den  29.  ist  die  KO.  Maj.  yerriten,  auch  die  Chur-  ynnd  Fürsten 

nach  dem  mall.  Ynnd  gleich  yor  dem  Statthor  haben  sy  sich  geschai- 
det.  Die  Forsten  all  haben  Iren  weeg  nach  Sanndt  AnnaPerg  geno- 
men.  Die  Kü.  Maj\  etc.  aber  in  das  Joacbimsthall.  Dahin  sein  Vier 
meill. 

30.  Juni.  Den  Dreissigisten  der  Khfinig  wider  nach  Khaden  etc. 


^)  Buchholzy  südlich  ron  Anntberg. 

*)  Kaaden  an  der  Eger,  am  Fusse  des  Ersgebirges,  auch  Cadan  gnaiMU^. 

')  Presnitz,  jenseits  des  Erzgebirges,  südöstlich  7on  Annaberg. 


1S34. 


31S 


Am  Ersten  July  ist  die  Kfi.  Maj.  wider  naeh  Prag  gezogen.  Vand    i.  joUus.  (h.) 
drey  (»eil  von  Kbaden  ligt  ain  fein  Stfttl,  auck  an  der  Eger»  aber  an 
der  anndern  seitten,  haist  Satz.  Ist  auch  ain  Khünigs  Stat.   Vnnd 
dann  aber  drey  meill  geen  Lawn»  ist  aaeh  an  der  Eger. 

Den  anndern  tag  sein  Maj.  zum  früeroall  geen  Slan,  drey  meill,    t,  Juii. 
geritten.  Vnnd  darnach  rier  meill  gar  geen  Prag  ete. 

Den  10.  bin  Ich  Ton  Prag  geritten  hintzt  geen  Weneschaw,  5  lo.  JaU. 
roeBI.  Herr  Philip  Preyner  mit  mir. 

(Bl.  294K)  Den  Aindlefilen  geen  Tftber,  f&nff  meill.  n.  JnU. 

Den  lij.  geen  Neuhauss,  vier  meilU  gros.  Die  herrn  yon  Neuhaus  it.  JnU. 
sein  geborn  von  Rosenberg,  Aber  nach  der  Herrschaflft  ist  der  Zuenamb 
veränndert. 

Den  xiij.  zw  Slawnitz*geessen,  rier  meill.  Vnnd  dann  noch  drey  13.  Juii. 
meill  geriten  geen  Drosendorff.  Aber  ain  guete  halbe  meill  Ee  man 
geen  Drosendorff  khumbt,  oder  ain  khlaine ,  meilU  ist  ain  dorff  ge- 
nannt Lunden  <}»  gehört  geen  Drosendorff,  vnnd  zw  nächst  vor  dem 
dorff  ist  ain  gar  khlains  Pftchl  die  Gränitzen  zwischen  Österreich  ynnd 
Märhern.  Drosendorff  ligt  an  der  Teya  in  Österreich. 

Den  Vierzehennden  tag  ain  meill  geen  Gerass,  ain  Abbtey.  Mer  14.  Jaii. 
ain  halbe  meill  geen  Kockitz  >),  ain  Sitzl  in  ainem  Dorff.  Vnnd  dann 
geen  Egenburg  auch  Annderthalbe  meill.  Da  geessen.  Damach  Reit 
man  zwo  meill  geen  Weickherstorff,  sein  aber  woll  gross  ynnd  yer- 
geen  sich  fttr  drey.  Aber  der  weeg  ist  Eben.  Darumb  (Bl  295"*.) 
hallten  die  Fuerleuth  dise  Strassen  von  Wienn  geen  Drossendorff  flir 
die  Pesser. 

Den  FOnffzehenden  tag  geen  Stockheraw  zwo  gross  meill.  Vnnd  is.  jaii. 
dann  geen  Wienn  drey  meill  gleichmässig. 

Raiss  geen  Schinta. 

Am  Ersten  tag  September  hat  mir  die  KQ.  Maj.  etc.  selbst,    i.  sept 
Abennts  woU  spat»  beuolhen,  morgenns  Eillenndts  geen  Schinta  zw 
dem  Hongerisch^  Stathallter  Graf  Alexien  Turso  zuraisen. 

Am  Anndern  tag,  morgens  yor  vier  vm,  der  Khfinig  nach  mir   2.  sept 
gesehickht,  vnnd  erzeilt,  was  Ich  mit  dem  Turso  hanndlen  soll.  In 


^)  Laden,  zwischen  Fratting  and  Rabesreui 
')  Goggitseh,  tOdäeli  voa  GerM. 


316 


1534—1535. 


zwayen  Stunden  darnach  bin  Ich  auff  die  Cotschien  gesessen  ynnd 
geen  Prespurg  zehen  meill  gefarn.  Daselbst  gef&ettert  ynnd  noch  drey 
meill  geen  Wardtperg  gefarn. 

3.  Sept.  Den  dritten  tag  geen  Schinta  9  ▼ier  meill  khomen.  Ee  der  Turtzo 

aufgestannden  was  ynnd  yor  (Bl,  295^  J  der  Malzeyt  mein  beuelch 
yerricht,  Anntwort  Emphanngen ,  ynnd  wider  geen  Prespurg  gefarn. 

4.  Sept.  Am  Vierten  bin  Ich  wider  geen  Wienn  khumen.  Der  Kfi.  Maj.  etc. 

mein  Hanndlung  ynnd  ausrichtung  angezaigt.  Hat  mit  genedigen 
Worten  gesagt:  „woli  ynnd  weislich  gehanndlt.** 

(Bl.296\)  1535. 

Hertzog  Virich  yon  Wirtemberg 

Hat  am  dreyzehennden  February  dem  Khaiser  ynnd  Khflnig 
khnieendt  abgebetten  Alles  das  Er  wider  Ire  Majesteten  gehanndit 
hette. 

AmNeundten  Augusty  das  FOrsstenthumb  Wirtemberg  yon  KhOnig 
Ferdinando,  Alls  Ertzhertzogen  zw  Osterreich  in  Wienn,  Innhallt  des 
yertrag  zw  Khaden  aufgericht,  emphanngen,  dabey  Ich  auch 
gewest. 

Potschafften  aus  Polin. 

Im  October  sein  yon  Khflnig  Sigmundt  zw  Polin  zw  der  R5.  Kfl. 
Maj.  etc.  geschigkht  warden:  Herr  Stanislaus  Tarlo,  ain  Thumbherr 
zw  Crackhaw  •  ynnd  Ludouicus  Aliphius,  der  Khflnigin  Bona  Secre- 
tarius.  Vnnd  am  Sechs  ynnd  Sibenynndzwaintzigisten  Octobris  sein 
sy  nacheinannder  khomen.  (BL  296^.)  Den  baiden  Ich  Enntgegen 
geschickht  ynnd  Einbeglaitt  hab.  Die  haben  beuelch  gehabt  der  heurat 
halben  ynnd  etlicher  angriff,  in  der  Schlesien  beschehen,  zuhanndlen. 
Mit  denen,  ausserhalb  der  offnen  ynnd  gar  gehaim  yerhörung,  Ist 
Graf  Leonhardt  Nugarolis  ynnd  Ich  yerornndt  gewesen,  mit  denen 
zuhanndlen. 
6.  Not.  Am  Sechsten  Nouembris  sein  sy  wider  yerruckht  ynnd  durch 

mich  ausbeglaitt. 


')  Sempthe  an  der  Waag,  Ssered  gegenQber,  slar.  Sfintawa. 


1536. 


317 


(Bl  291\)  1536. 

Geen  Innspruckh. 
Die  Kü.  Maj.  etc.  eruordert  mich  an  Hoff,  Lautt  des  beuelchs : 

Ferdinannd  etc. 

Edler,  lieber,  getreuer.  Alls  wir  dier  yetzo  Jüngst  zw  rnnserm 
Aufbruch  zw  Wienn  zuuersteen  geben ,  das  wir  in  etlichen  rnnsern 
Sachen,  so  vnns  zuefallen,  deiner  Person  an  vnnserm  Hofe  notdürfilig 
sein  werden,  ynnd  so  rnns  nun  dieselben  sachen  numer  allso  fürge- 
fallen sein,  Beuelhen  wir  dier  mit  Ernnst,  das  dw  dich  nach  yber- 
anntwortung  dits  vnnsers  brieffs  ynuerzogenlich  anhaimb  Erhebest 
Tnnd  den  nächsten  hieheer  geen  Innsprugkh  an  ynnsem  Khflnigcli- 
chen  Hof  yerfüegest.  Auch  den  Stat  ynnd  annders,  was  wir  ynnserer 
Nider5sterreichischen  Camer  in  schrifft  zuuerfassen  beuolhen,  mit  dir 
bringest.  Wir  (^BL  297*.)  zaigen  auch  soliches  ynnserer  Nider- 
österreichischen  Camer  durch  ynnser  schreiben  auch  an.  Mit  beuelch, 
dich  obangezaigter  ynnserer  notdurfft  nach  diser  Zeyt  yon  der  Camer 
ziehen  zulassen ,  ynnd  dier  den  Stat  zuezestellen,  oder  ob  derselb 
noch  nit  yerfasst  ynnd  aufgericht  wäre,  solichen  Stat  forderlich  her- 
nach zufertigen.  Das  wollten  wir  dier  nicht  yerhallten.  Vnnd  daran 
beschiecht  ynnser  Ernnstlicher  willen  ynnd  mainung.  Geben  in  ynnser 
Stat  Ynnsprugkh,  den  dritten  tag  February,  Anno  etc.  im  xxxyj**% 
ynnserer  Reiche  des  Römischen  im  Sechsten,  ynnd  der  anndern  im 
zehennden. 

Dem  Edlen,  ynnserm  lieben,  getreuen  Sigmunden  yon  Herber- 
stain,  dem  Freyen. 

Am  Sechsten  tag  Marty  bin  Ich  auff  Kü.  Maj.  etc.  Eruordern  zw    6.  MSrz. 
Wienn  ausgeriten.  Geen  Stockheraw  yier  khlain  meill.  DenSibennden    7.  Mir«, 
geen  Stain  Sechs,  den  Achten  geen  Persenpeug  Acht,  den  Neunten    s.  n.  9.  Min. 
(Bl.  298*.)  zw  Greyn  geessen.  Ynnd  geen  Enns  auff  das  Nachtleger 
Siben  meill.  Den  Zehenden  9  g^^n  Marchtrennckh  zw  dem  fruemall 
f&nff,  Geen  Lambach  auf  das  nachtleger  drey  meill.  Den  Aindlefften  ii.  MSrx. 
geen  Frannckhenmarckht  zw  morgenns  yier,  ynnd  geen  Strasswalhen 
zw  Nacht  zwo  meill.  Den  Sechzehennden  in  die  Elmau  morgenns  16.  Mirz. 


^)  Die  Handschrift  hat  'Sibenndeo*. 


318  1K36-1S37. 

17.  März.  Arej,  vnnd  geen  Wergl  auffdie  Nacht  zwo  meill.  Den  Sibenzehennden 

geen  Innsprugkh  Siben  meill. 

Zw  Innsprugkh  beliben.  Alle  Ambter  der  oberösterreichischen 

Regierung  ynnd  Camer  ynnderworffen»  ybersehen  ynnd  yberlegt»  damit 

Ordnung  ynnd  guete  WhrtschaiR  möcht  f&rgenomen  werden. 

28.  Aug.  Den  28.  Augusty.  Ist  die  Kü.  Maj.  wider  yon  Innsprugkh  yer- 

stainach.  (H.)  ruckht  geen  Matram  *)  drey.  29.  geen  Stertzing  yier,  vnnd  30.  geen 

31.  Aug!  Brychssen  yier  meill.  Vnnd  dann  den  31.  geen  Putzen.  Da  hat  die 

KQ.  Maj.  etc.  ainen  Lanndtag  gehallten. 

(BL  298^.)  Geen  Trienndt. 

Damach  zoeh  die  KG.  Maj.  etc.  sambt  seinem  Gemahel  von 
u.a.  12. Sept.  Potzn  den  AindlifRen  Septembris  geen  Sanndt Michael.  Den zwelfftea 

18.  Sept.  geen  Trienndt.    Vnnd  blib  da  hintzt  den  Achzehennden  desselben 

19.  Sept.  monats.  Vnnd  yernickht  desselben  tags  geen  Tramin.  Den  19.  geen 
20.— 23.  Sept.  Kaltem,  20.  geen  Potzn,  22.  geen  Brixen,  23.  geen  BraunecUMn» 

^.  u.  25.  Sept.  24.  geen  Inichen,  25.  geen  Lüenntz,  Traburg,  Spitall  ynnd  ViUach. 
9.  Oct  Am  Neunten  Oetobris  geen  Sanndt  Veyt  in  KhiU'nndten.  Da  hielU 

sein  Maj.  auch  ain  Lanndtag,  vnnd  dannen  naeh  Friesaeh»  Judenburg. 

Der  KhOnig  zoch  yber  die  Pyber  Albm  geen  Greisenegg  yimd  auff 

TobI  zw  dem  gejädthaiiss.  Aber  die  Khünigin  avff  Khnitlfeldt,  Letinn, 
15.  Oct.  Pmgkh  ynnd  Grätz.    Am  fttnffzehennden  hiellt  daselbsit  auch  au 

Lanndtag. 
5.  Not.  Am  filnfflen  Nonembris  bin  Ick  wider  geen  Wienn  khomen. 

(BL  299\)  1537. 

Alls  der  weit  ynnd  der  Höfe  lauff  ynnd  brauch  ist,  nit  allain 
ymb  geyttes  willen  des  guefs«  sonnder  auch  der  Eern  ynnd  erhdhung 
willen  des  Namens  ynnd  Stanndts,  wie  dann  gemaincliehen  alle 
Herren,  Grauen  ynnd  Fürsten  durch  Eerliche  diennst  den  Khfinigen 
ynnd  Khaisern  aus  nidern  Stännden  zw  solicher  Eere  ynnd  wirde 
erbdoht,  hab  Ich  demselben  weeg  auch  nacbganngen  ynnd  alUo  ymb 
meiner  «oh wären,  sorgclichen  diennst  wiUen  vnnd  nit  ymb  gellt  nack- 
uolgunde  gnad  mir  ynnd  meinem  Namen  'Erworben. 


»)  Matrey. 


1B37. 


319 


Freyhern.  (H.) 
WirFerdinannd,  Von  Gottes  genadenR&miseher  Khünig»  zw 
allen  eeiten  merer  des  Reichs,  in  Grermanien ,  zw  Hungern ,  Behatm, 
Daimatien,  Croatien  ynnd  Sclauonien  etc.  Khßntg ;  Infannt  in  Hispa- 
nien;  E>tzheKzog  zw  Österreich;  Hertzog  zw  Burgundy,  zw 
(BL  299^  J  Brabannt,  zw  Stey«r,  zw  KhÄrnndten,  zw  Crain;  Marg- 
graue  zw  Md>rhem;  zw  Lntzenburg,  in  ober  ynnd  nider  Schlesien,  zw 
Wirtemberg  ynnd  Teckfaen  Hertzog;  Fürst  zw  Schwaben;  6e- 
fürsster  Graue  zw  Habspurg,  zw  Tyroll»  zw  Phierdi,  Khyburg  ynnd  zw 
65rtz  etc.  Lanndtgraue  inElsass;  Marggraue  des  heilligen  Römischen 
Reichs  rw  Burgaw,  ober  ynnd  nider  Lansnitz;  Herr  auif  der  Windi- 
schen imarch»  zw  Portenaw  ynnd  zw  Salins  etc.  Bekhennen  offennKch 
mit  di&em  briefe  ynnd  thnn  khundt  allermenigelich :  AHs  wir  yor 
etlich  yerschinen  Jaren  die  Edlen,  ynnsere  lieben,  getreuen  Sigmun- 
den, Wilhatlmien,  Wernhardin,  Georg,  G«5rg  Aflvndre,  Georg  Sig- 
mundt  yntid  weiNenndt  Hannsen  ynnd  Rueprechten  yon  Herberstain, 
gebrOeder  ynnd  yetter,  aus  genuegsamen,  beweglichen  yrsachen,  filr- 
nembKchymb  Ires  AUten  Adelichen  herkhomens  ynnd  geschläohts,  auch 
Irer  VorElltem  ynnd  Irer  (Bl,  300^.)  selbs  sonndern  schickhiichait 
angenemen ,  erschieslichen  ynnd  yngesparten  yerdienenns  ynnd  wol- 
haltenns  willen,  mit  dem  Namen,  das  sy  ynnd  Ire  Eeliche  leibs  Erben 
in  Ewig  zeyt  „die  yon  Herberstain,  die  Freyen"*  haissen  ynnd  sein 
sollen,  ynnd  darzue  mit  allen  freyhaiten,  gnaden  ynnd  Priuilegien, 
wie  die  annder  ynnser  ynnd  des  heilligen  Reichs,  Auch  ynnser  Erb- 
lichen Khttnigreich,  FQrsstenthumb  ynndLannde,  auch  ynnsers  hauss 
Österreich  freyherm  haben,  gleich  ynnd  gemäss  begabt  ynnd  erhebt, 
nach  lautt  ynnd  Innhallt  ynnsers  Khünigclichen  brieffs ,  Inen  darüber 
gegeben  ynnd  gefertigt,  der  am  Datum  steet  ynnd  ausganngen  ist: 
„in  ynnser  Stat  Ynnsprugkh,  den  Achzehennden  tag  des  Monats  No- 
uembris.  Nach  Christi  ynnsers  lieben  herrn  gebnrdt  im  flinffzehen- 
hundert  ynnd  Ainynnddreissigisten ,  ynnserer  Reiche  des  Römischen 
im  Ersten,  des  hungerischen  ivtk  filnSten  ynnd  des  Behemischen  im 
Sechsten  Jaren  ;**  (BL  300^.)  Das  wir  demnach  weitter  angesehen, 
wargenomen  ynnd  betracht  haben  der  obgenannten  yon  Herberstain 
wolhallten  ynnd  yerdienen.  So  sy  ynns  siderher  in  yill  weeg  bewisen 
ynnd  erzaigt  haben,  ynnd  sich  khünfiligclich  noch  mer  gegen  ynns 
gnetwillig  erbietten,  auch  woll  thim  sollen  ynnd  mügen;  Ynnd  darumb 
mit  wolbedachtem  inueth,  gnetem  Rat  ynnd  rechtem  wissen  den 


320 


1537. 


genannten  Yon  Herberstain  dise  besonnder  gnad  gethon  ynnd  sy  vnnd 
alle  Ir  Eeliche  ieibs  Erben  ynnd  derselben  Erbenns  Erben  EewigcHch» 
Manns  vnnd  Frauen  Person»  zw  Rechten  Freyherrn  ynnd  Freyin 
declariert»  erelärt  ynnd  benennt,  declariern,  Ercläm  ynnd  benennen 
sy  also  zw  Freyherrn  ynnd  Freyin  aus  Rd.  Kü.  Maehtyolkhomenhait 
hiemit  wissennlich  in  CraflUt  diss  brieffs.  Vnnd  mainen,  ordnen»  setzen 
ynnd  wellen  yon  Jetzgeinellter  ynnser  khanigclichen  macht,  Das  nun 
hinf&r  die  offtgenannten  Sigmundt,  Wilhalbm,  (Bl.  30V.)  Wern- 
hardin,  Georg,  Gedrg  Anndre,  Georg  Sigmundt  ynnd  weillenndt 
Hannsen  ynnd  Rueprechten  yon  Herberstain  gebrfieder  ynnd  yetter. 
Auch  all  Ir  ynnd  Ir  yetweders  Eelich  Ieibs  Erben  ynnd  derselben 
Erbenns  Erben,  fttr  ynnd  für  in  Eewig  zeyt,  Manns  ynnd  Frauenperson, 
Recht  Freyherrn  ynnd  Freyfreulein  gehaissen  ynnd  sein  ynnd  sich 
„die  yon  Herberstain,  Freyherrn  ynnd  Freyin, **  haissen,  nennen  ynnd 
schreiben.  Auch  Inen  derselb  Tittl  aus  ynnsern  Canntzleyen  yon  ynns 
ynnd  ynnsern  nachkhomen  Romischen  Khaisern,  Khünigen  ynnd  Ertz- 
hertzogen  zw  Österreich  also  gegeben  ynnd  sonnst  yon  menigclichen 
dermassen  gehaissen,  geballten  ynnd  geacht  werden;  Ynnd  solichem 
allem  all  ynnd  Jegclich  gnad,  Eer,  Stanndt,  Freyhait  ynnd  Recht 
haben,  sich  der  freyen  ynnd  gebrauchen,  die  wir  Inen  den  Freyherrn 
gemäss  in  (^BL  30V.)  obbemelltem  ynnserm  yorausganngen  Priui* 
legium  gegeben  haben,  in  aller  massen  ynnd  gestallt,  Alls  betten  wir 
sy  derselben  zeyt  mit  ausgetruckhten  Worten  in  dem  gemelten  Pri- 
uilegio  „Freyberrh**  benennt,  freyen,  gebrauchen  ynnd  gemessen, 
wie  annder  Freyherrn  ynnd  Freyin  haben  ynnd  gebrauchen  yon  Recht 
oder  gewonhait  yon  aller  menigclich  ynuerhindert.  Vnnd  gebieten 
darauif  allen  ynnd  Jegclichen  Churftlrsten,  Fürsten,  Geistlichen  ynnd 
Welltlicheu  Prelaten,  Grauen,  Freyen,  Herrn,  Rittern,  khnechten, 
Lanndtshaubtleuten,  Lanndtmarschalchen ,  Canntzlern,  Canntzleyyer- 
walltern,  Verwesern,  Vitzdomben,  Vögten,  Phlegem,  Burggrauen, 
Ambtieutten,  Schultbaissen,  Burgermaistern,LanndRicht6rn,  Richtern, 
Burgern,  gemainden  ynnd  sonnst  allen  anndern  ynnsern  ynnd  des 
heilligen  Reichs,  Auch  ynnserer  Kbönigreich,  (Bl.  302*.)  Förssten- 
thumb  ynnd  Lannde  ynnderthonen  ynnd  getreuen,  in  was  wirden, 
Stanndts  oder  wesenns  die  sein,  yon  obbestimbter  ynnser  KhQnigcli- 
chen  ynnd  Lanndtsförstlichen  macht  Ernnstlich  ynnd  yesstigclich  mit 
disem  brief  yund  wellen,  das  sy  die  obgenannten  Sigmunden,  Wil- 
halbmen,  Wernhardin,  Georg,  Georg  Anndre,  Georg  Sigmunden  ynnd 


1537.  321 

weillenndt  Hannss  ynnd  Ruepreehten  yon  Herberstain  gelassen  SQn 
Tund  Tochter  rnnd  Ir  Eelich  leibs  Erbea  ynnd  derselben  Erbenns 
Erben  für  ynnd  für  Eewigclich  zuraitten ,  bey  obbestimbter  ynnser 
gnad»  freyhait,  Eern,  wierd  yortaill  ynnd  gereehtigkhait  berublieh 
bleiben»  der  geniessen  ynnd  gebrauchen  lassen»  Sy  auch  fttr  „Frey- 
herrn ynnd  Freyin*<  nennen»  schreiben»  Eern»  Achten  ynnd  ballten» 
daran  nicht  Irren  noch  hindern  ynnd  darwider  nit  tbun»  noch  des  ye- 
manndts  annderm  zulhun  gestatten,  (^BL  302^.)  in  khain  weiss»  Alls 
lieb  ainem  Jegclichen  sey  ynnser  schwäre  yngnad  ynnd  straff  ynnd 
darzue  die  Peen»  in  obbemelltem  ynnserm  Priuilegy  begriffen,  zuuer- 
meiden.  Das  mainen  wir  Ernnstlich  Mit  Yrkhundt  ditz  brieffs,  Besiglt 
mit  ynnserm  Khönigclichen  anhanngunden  Innsigl,  der  geben  ist  in 
ynnser  Stat  Wienn ,  den  yienrnndzwaintzigisten  tag  des  monats  Ja- 
nuary »  Nach  Christy  ynnsers  lieben  herm  geburd  ein  Tausennt» 
fQnffhundert  ynnd  Sibenynnddreissigisten»  Ynnserer  Reiche  des  R5- 
mischen  im  Sibennden  ynnd  der  anndem  im  Aindlefften  Jarn. 

Zw    dem  Stathalter»    Ertzbischoue   ynnd   Räten   geen 

Hunngern. 

Den  Fünffynndzwaintzigisten  tag  May  Ist  (Bl,  303*.)  mir  ain  25.  Mai. 
Khünigclicher  Beuelch  yon  Prag  zuekhumen»  das  Ich  mich  geenPres- 
purg  ynnd  Tierna  yerftlegen  soll »  den  Stathallter  ynnd  Räte  yon  9 
Hungern  geen  Prespurg  zusamen  zubringen.   Bin  dem  nachkhomen» 
aber  nichts  ausgericht.  Der  Stathallter  wollt  dem  Ertzbischof  nit  nach- 
ziehen; der  Ertzbischof  wollt  nit  geen  Tierna  yon  wegen  ainer  Rumor, 
die  sich  zuuor  wider  die  seinen  daselbstn  erhebt  bette.  Ich  muest 
wider  hinab»  die  zwen  zuuergleichen.  Ynnd  den  29.  May  yon  Wienn  29.  Mai. 
geen  Prespurg  am  wasser  gefarn.  Den  anndern  tag  geen  Tierna  zw  3o.  Mai. 
dem  Stathallter  khomen.    Abermails  yergebenns  geraist»  ynnd  am 
xiij.  Juny  wider  geen  Wienn  khomen.  13.  Jani. 

Am  Aindlifften  July  wider  yon  Wienn  geen  Prespurg  geritten,  ii.  Joii. 
Den  anndern  geen  Posing.  Da  mit  etlichen  der  merem  gehanndlt.  12.  Juu. 
Am  lyij.  geen  Sanndt  Gedrgen  ynnd  (BL  303^.)  geen  Prespurg.  17.  Jaii. 
Den  24.  wider  geen  Sanndt  Gedrgen.  Ynnd  abermalls  da  gehanndlt.  24.  JuU. 
Ynnd  die  hochfart  blib  da  in  Irem  wesen.  Bin  Am  xxyiij.  geen  Pres-  28.  juii. 
purg  ynnd  am  dreissigisten  geen  Wienn  khomen.  so.  juii. 


9  *geen  Hangern'  die  Handschrift. 

Fontef.  yUI.  21 


322  1S37— 1B39. 

14.  Aog.  Am  yierzehennden  Augasty  durch  ain  sonndern  beuelch  in  khriegs 

Rat  yerordent. 


(Bl.  309ro  1538. 

Auf  den    tag  geen   Schielle,   dahin  sich   die  Hungern 
vertagt  hetten. 

Die  Hungern,  so  der  Rö.  Kö.  Maj.  vnnderthonen  gewest,  hetten 
sich  zusamen  betagt  in  ain  Marckht,  an  der  Wag  ligenndt,  Schelle 
genannt  9 »  zwo  meill  vnnder  Schinta.  Dahin  bin  Ich  yerordennt 
16.  Aug.  worden  zuraisen.  Bin  am  Sechzehennden  Augusty  zw  Wienn  ausge- 
22.  Aug.  zogen.  Ynnd  mit  den  Hungern  gehanndlt.  Den  zwenrnndzwaintzigisten 
desselben  monats  wider  zw  Wienn  ankhumen.  Daselbstn  zw  Schelle 
sein  die  maisten  khriegsieuth  am  wasser ,  genannt  die  Nassadisten, 
mit  wonung  gewest.  Dahin  bringt  man  die  Schiff  von  der  Thunaw 
ybersich  mit  Saltz  ynnd  annderer  Waar. 

(B1.30UK)  1S39. 
In  Polin. 

22.  Aug.  Ich  bin  wider  in  Polin  zuziehen  yerordennt.   Ynnd  den  zwen- 

ynndzwaintzigisten  Augusty  yon  Wienn  aus  den  weeg  auff  Closter 
Neuburg  genomen,  daselbst  ybergefarn,  dann  die  gross  Pruggen  war 
zerbrochen,  ynnd  denselben  tag  geen  Ladndorff*)  geraist.    Den 

23.  Aug.  anndern  tag  das  fruemall  genomen  zw  Wisternitz  •)  ynnd  zw  Schara- 

24.  Aug.  ditz  *)  yber  Nacht  beliben.  Geen  Wischa  ynnd  zw  der  Nacht  geen 

Crembsier.  Geen  Wistritz  »)  zw  dem  fruemall ,  ynnd  zw  Nacht  geen 
Tytzein  •).  Geen  der  Ostra  ')  zum  fruemall,  ynnd  zw  der  Nacht  geen 


^)  Sellye,  südlich  von  Sempthe  an  der  Waag. 

»)  Bei  Mistelbaeh  V.  U.  M.  B. 

')  Unter- Wistritz  bei  Nioolsborg. 

^)  Bei  Obrowits,  4  Stunden  von  Brunn. 

»)  Gross-Wistritz  bei  Olmüt». 

•)  Nen-Titschein. 

')  Ostrau. 


1539-1540.  823 

Freystätl.  Geen  der  Pless  zw  morgenns»  ynnd  zw  Nacht  geen 
Auschwitz.  Morgenns  zw  dem  Satur  ^  (BL  305*,)  ynnd  zw  der 
Nacht  geen  CracUuiw.  Palld  vor  der  Stat  Satur  «in  wasser  Scaua. 

Den  Ersten  tag  Septembris  bat  die  Kw.  Maj.  mich  in  meinem 
Abwesen  in  der  Niderdsterreichisehen  Camer  den  Obristen  Rat 
Terordennt. 

D«n  AindlifRen  Septenbris  bin  Ich  ¥om  Khftnig  zw  Polin  wideromb  li-  Sept. 
abgefertigt  ron  Crackbaw  yerrittea  geen  Satur.  Bjn  Im  SehloM  be- 
haust worden  durch  herrn  Seuerin  Bonar.  Geen  der  Plesa.  Es  ist 
yasst  Pöss  Regenwetter  gewest  yand  die  wasser  angeloffen.  Gees 
FreystitI  ynnd  da  bleiben  mOesAen  Vngewitters  halben.  Geen  der 
Ostra.  Abermalis  bleiben  müessen.  Geen  Titzein;  geen  Olmöntz;  gar 
bey  der  Naebt  hinzue  khoraen.  Mue^t  yor  (BL  30S^.)  der  Stat 
bleiben.  Geen  Prostnitz  zw  dem  fruemall  ynnd  g»eo  Wiseha  zw  der 
Nacht  Geen  Scharaditz  *);  ynnd  zw  der  Naebt  geen  Wisternitz. 
Geen  Mistibach;  geen  Vlrichskhircbea  ynnd  den  zwaintzigisteB  tag  so.  Sept. 
geen  Wienn  etc. 

(Bl.306\)  1540. 

Zw  dem  Stathalter  in  Hunngern. 
Im  Mayo  Bin  Ich  geen  Preipurg  zw  dem  Stathailter  in  Hungern 
auff  Kfi.  Maj.  etc.  beuelch  geraist»  dreyer  dörffer  halben»  herrn 
Uieronimus  Laskby  iw  erlanngen. 

Geen  Hunngern. 

Den  Achzeheümden  tag  Juny  Bin  Idi  aber  geen  Prespurg  auf  is.  Joni. 
Kfi.  Maj.  etc.  heuelch  geraist »  mit  dem  Stathailter  ynnd  anndern 
Räten  zuhanndlen,  der  Yaiuoden  in  SibenbOrgen»  auch  des  Perinj 
Petter  halben  etliche  Verschreibungen  aufzurichten.  Am  dreyynnd-  w.  J«»». 
zwaintzigisten  widerkhomen. 

(Bl.  306^.)  Aber  geen  Hunngern. 

Im  Martio  (?)  widerumb  zw  Prespurg  mit  dem  Stathailter  ynnd 
Räten  Etlicher  Dörffer  halben,  dem  Hieronimo  Laskhy  (behSrig?), 
gehanndlt. 


*j  Zator. 

')  SQdiich  Ton  Austerlitz. 

21  • 


324  1540. 

In  Polin  ynnd  Lytten  auf  Wägnen  geraist 

1.  Sept.  Ich  bin  am  Ersten  Septembris  ew  Wienn  ausgeraist  geen  Yl- 

richskhirchen.  Geen  Neudorff  zw  dem  fruemall,  ynnd  zw  Nacht  zw 

gros  Nemtzitz  ^  in  Märhern.   Geen  Wischa  ynnd  yon  dann  geen 

Crembsier.  Geen  Titzein;  geen  Freystätl;  geen  der  Pless;  ynnd  dann 

7.  sept  geen  Auschwitz.    Den  Sibennden  geen  Crackhaw»   ynnd  mich  da 

weitter  zuegericht. 
10.  Sept.  Den  zehennden  yon  Crackhaw  ausgezogen  nach  der  Wildt  in 

Litten.  Geen  Khursitza  *)  Sibenthalbe  meiil. 

(Bl  30T.)  Von  Khursitza  geen  der  Newstat  Gortzin »).  viert- 
halbe meill. 

Von  der  Newstat  geen  Polonitza  *).  Da  feeht  man  die  Laxen. 
Das  Pftchel,  so  da  Rindt,  haist  tzema  >)•  Sechs  meill. 

Von  Polonitza  geen  Osseckh  *),  ain  Stätl  ynnd  schöner  Hof  des 
Herrn  yon  Tornaw,  da  er  dazumail  was,  zwo  meill.  Geen  Pock- 
zweuitza  "^),  da  sich  der  Sanndig  tieff  weeg  Enndet,  zwo  meill.  Geen 
Sandomier  ^) ,  ain  gemaurt  Schlos  ynnd  die  Stat  mit  gemeur  yrab- 
fanngen,  ain  Vayuodschafft,  zwo  meill.  Geen  Souichost  *)»  ain  Stätl» 
zwo  meill.  Da  fert  man  yber  die  Weyxl. 

Von  Sauichost  geen  Gostirada  >*),  ain  dorff»  zwo  meill.  Geen 
Vsrendow  i<)  ain  beschlossen  Stätl  drey  meill.  Geen  Lublin»  ain 
zimblich  guet  StätU  ymbgeroaurt  ynnd  mit  gemaurten  Heusern,  ain 
Vayuodschafft,  da  grosse  marckht  gehallten  werden  yon  (^Bl.  307*.) 
Reyssen,  Moscouittern  ynnd  anndern  yill  Nationen.  Siben  meill. 

Von  Lublin  geen  Partzow.  Vnnd  Eeman  drey  meill  khomen ,  ist 
ain  gar  lannge  Pruggen,  ob  Sechs  Tausennt  schrit  yber  ain  gemöss. 
Neun  meill. 


^)  Gross-Niemtschitz  an  der  Schwarza. 

^)  Koszyce  an  der  Szreniawa,  nordöstlich  von  Krakau. 

«)  An  der  Nida. 

*)  Polaniec  in  der  Nfihe  der  Weichsel. 

^)  Die  Czarna,  ein  Fluss. 

•)  Osiek. 

')  Koprzywnica  an  der  Wrona. 

^  Zandoniirz  an  der  Weichsel. 

•)  Zawichost 

^*)  Goscieradow,  jenseits  der  Weichsel. 
*0  ürzedow. 


1540.  325 

Litten. 

Von  Partzow  ain  khlains  hinans  Ist  ain  Pach,  Jassoniea,  die 
Gränitzen.  Oeen  Polobitza ,  nahenndt  an  der  ianngen  Pmggen »  drey 
mein.  Geen  Rostowsze ;  geen  Pesitzateitz  drey  meill.  Geen  Briesty» 
ain  Schloss  ynnd  grosse  Lyttisehe  Stat,  ligt  am  wasser  Buh  genannt» 
Tier  roeill. 

Von  Briesty  geen  Camenetz,  ain  Schloss»  darlnn  ist  ain  geniaurter 
Runder  Tburn,  ynnd  (Bl.  308*.)  ain  guette  littiscbe  Stat  Von  Ca- 
menetz  aus  sein  zway  wasser  Osehna  rnnd  Veschna.  FOnff  meill.  Von 
Camenetz  geen  Sclieresehowa,  ain  ganntzNewStätl,  hatdieKhfinigin 
dasselb  guet,  (ist  aines  Edlmans  Hof  gewest,)  Erkhanfil  ynnd  das 
Stfttl  yon  neuem  Erbawen,  fönff  meill. 

Von  Camenetz  aus  ist  ain  Waldt ,  zehen  meill  lanng  ynnd  das 
Stätl  ist  darlnn  gepawen ,  darbey  rindt  aueb  ain  Paeb»  Listoa.  Rindt 
auch  jfHr  Camenetz. 

Von  Scberesebowa  geen  Nouidwor  fQnff;  geen  Porosona  9  zwo ; 
geen  Volkbowitza  *)  yier  meill.  Die  schönest  berberg  an  dem  weeg. 
Von  Porosoua  zeucht  man  nuer  ybersich  in  die  Hoch  ynnd  ist  doch 
khain  Perg. 

Von  Volkhowitza  geen  Piesky  *),  ist  ain  schlecht  StitI ,  ist  ain 
Scbloss  dabey,  yier  meil.  Da  Rindt  ain  zimblicb  wasser,  genannt 
Selua»  kbumbt  aus  Wolin  in  Reissen  ynnd  feilt  in  Nemen. 

(Bl.  308^.)  Von  Piesky  geen  Moscu,  ain  Stätl,  da  Rindt  der 
Nemen  für»  ain  yasst  schöne  Pruggen,  guet  yon  holtz,  yber  den  Nemen, 
das  Stfitle  hat  yon  der  Pruggen  den  namen,  ain  meill.  Von  Moscu 
oder  Pruggen  geen  tzutziua  drey;  geen  Basilisky  drey;  geen  Radowj 
fttnff;  geen  Hestlitzkbain  zwo;  geen  Rudnickj  ^)  fänflP;  ynnd  yon  dann 
zw  der  Wildt  yier  meill. 

Die  Hanndlung  was  nach  Khünig  Hannsen  in  Hungern  Todt. 
Daselbstn  mit  KhOnig  Sigmunden  mein  sach  oder  beueleh  yerricht 
ynnd  wider  abgefertigt. 


*)  Rosawa. 

•)  Wolkowisk. 

*)  Bielica  am  Niemen. 

^)  Rudniki  an  der  Mereczanka. 


326  IMO. 

5.  Oct.  Den  FünSlen  October  von  der  Willd  ausgezogen  geen  Rudnickj, 

vber  nacht,  vier  meill.  Zwischen  Rudnickhy  ynnd  Radonj  Rinnen  die 
Meretz,  Vischnitza  ynnd  Saltza. 

Von  Rudnickhy  geen  Radonj  Siben  meill;  darnach  sein  geen 
Yasilisky  fttnff.  Von  dann  geen  tzutziua  drey  meill.  Darnach 
{BL  309^.)  geen  Moscu  ist  die  schön  gross  Pruggen  vber  den 
Nemen,  oder  wie  es  die  Preyssen  nennen  die  Muml.  Drey  meill. 

Von  dann  geen  Piesky  ain  meill.  Da  ist  ain  Schloss  bey  mnd 
Rindt  das  wasser  Selwa.  Darnach  geen  Volkhouitza »  ist  ain  guet 
Littisch  StfitI»  ain  schöne  herberg  bey  ainem  Edlman,  vier  meill. 

Von  dann  geen  Parosoua,  ain  Pollnischer  wiert,  yier  meill. 

Darnach  geen  Nouidwor,  ligt  gar  am  Waldt,  zwo  meill. 

So  man  ausferdt  khumbt  man  in  Waldt  auff  lanngen  Prüfen» 
nahenndt  ain  halbe  meill.  Dann  im  Wald  ain  ansechlicher  Kretzin 
oder  herberg.  Hat  holti  mnd  wasser  genueg,  das  annder  bring  mit 
dier.  Der  Waldt  haist  Trosna,  vierthalbe  meill. 

(Bl.  309*.)  Von  dem  geraöss  Enntspringt  der  Nareff  fluss  etc. 
Rindt  in  Mittenacht. 

Darnach  geen  Schereschow»  das  Newstutl,  so  die  Khfinigin  im 
Wald  angefanngen  zu  Pauen,  Annderthalbe  meill. 

Dariwischen  Rinnen  zway  wasser,  die  Biela  vnnd  die  Ilsna. 

Von  Schereschow  geen  Camenetz  fünff  meill ;  ligt  nun  ausser- 
halb des  Waldts. 

Von  Camenetz  geen  Briesty  fiinff  meill. 

Von  Briesty  geen  Piestotzetz  drey;  yondann  geen  Laraasch  zwo; 
ynnd  geen  Polowitz  ain  meill.  So  man  yon  Polowitz  aus,  zeucht  man 
auch  yber  grosse  Pruggen,  ist  ain  gross  gemoss,  ynnd  khumbt  geen 
Partzow,  drey  meill. 

Polin. 

Die  Stat  Partzow  ist  eingefanngen  mit  kh\en(BL  310\)werg «). 
Ee  man  yon  Litten  in  die  Stat  khumbt,  Rindt  das  wasser  Jassonicka. 
Ist  die  Littisch  Gränitzen,  ynnd  Partzow  ist  in  Polin. 

Von  Partzow  gen  Polechowitza  drey  meill.  Von  dann  geen  Khien, 
so  am  Viepers  ligt,  drey.  Darnach  geen  Lublin  drey  meill. 


^)  Wohl  Maaern  aas  Lehm.  Vergl.  Scbmeller  2,  357. 


154a.  327 

Lublin»  ain  Tmbgeinaarte  Stat  mit  gemaurta  Heusern,  hat  ain 
Schloss  gegei  der  Stat  yber  auffainem  sondern  PQhel  Da  sein  grosse 
märekht. 

Von  Lublin  geen  Rabin  zwo  meill.  Von  dann  geen  Vrsendow, 
ain  Eingefanges  Stätl,  das  ain  Thor  gegen  Lublin  ist  gemaurt»  drey 
meill.  Geen  Sauichost,  ligt  das  Schlos  an  der  Weyxi  am  Lannd  gegen 
Vrsendow,  das  Stätl  mit  ainem  Cioster  herüber  an  ainem  Puhel,  auch 
an  iem(Bl.  diO^^seiben  wasser,  fttnff  meill.  Geen  Sandomier,  ist 
ain  zimblich  erpaut  ynnd  gemaurt  Schloss  mit  etlichen  Zimern  fQr 
den  KhOnig,  die  Stat  hat  auch  ain  Maur,  ligt  an  der  Weixl,  zwo  meill. 
Von  Sandomier  geen  Podkhzreeuitza  zwo;  geen  Oseckh  zwo  meill; 
geen  Polowitza  am  wasser  tzerna  (oder  Schwartza) ,  bey  dem  Stätl 
fecht  man  zw  seiner  Zeyt  die  Laxen,  zwo  meill. 

Von  Polouitza  geen  der  Neustat  Gortzin,  ain  gemaurt  Schloss 
mnd  zimbliche  Stat,  Sechs  meill. 

Von  der  Neustat  sein  yill  Khretzin  hintzt  geen  Crackhaw ,  thuet 
zehen  meil.  Dahin  bin  Ich  am  Achzehennden  Octobris  khomen.  is.  Oct. 

Den  Ainvnndzwaintzigisten  zw  Crackhaw  ausgezogen  vnnd  zw  21.  Oct 
Galitz  bey  dem  herrn  Seuerin  Bonar  beliben.  Daselbst  (BL  31 V.) 
hin  herr  Petter  Khmita  Sabinskhy,  Vayuoda  zw  Crackhaw  ynnd  Gross- 
marschalch,  zw  dem  fruemall  khamb,  sich  yasst  enntschuldigte,  Weill 
Er  all  Sachen  wider  mein  herrn  gehanndlt.  Annderthalbe  meill. 

Darnach  geen  Satur,  Schloss  ynnd  Stat,  ligt  yon  Crackhaw 
zuraitten  Sechs  meill.  Von  dann  geen  Auschwitz  zwo  meill. 

Schlesien. 

Damach  geen  der  Pless  drey  meill.  An  das  Schwartzwasser 
zwo,  vnnd  geen  Freystätl  zwo  meill. 

Märhern. 

Geen  der  Ostra  zwo ;  geen  AlltendorflP  Annderthalbe  meill ;  geen 
Peterswaiden  (BL  Sll^.J  ain  halbe;  geen  Sedlitz  aine;  geen  Titzein 
ain  meill.  Von  Titzein  sein  zwen  weeg.  Der  Erst  nach  Olmüntz 
khumbtman  geen  Weissenkhirchen  zwo  meill,  geen  Lipnickh  aine, 
dann  geen  Olmüntz  drey  meill. 

So  man  aber  nach  Cremsier  zeucht,  khumbt  man  geen  Husta- 
petz  9»  ist  ain  Stätl  ynnd  Edlmanns  Sytz  an  ainem  grossen  Teicht, 


^)  Hustopetseb. 


328 


1S40-1B41. 


ain  meill ;  von  dann  geen  Kholitz  ^) ,  ain  khlain  Stdtl  mit  ainem  zer- 
rissnen  Schloss ,  des  von  OlmOntz ,  ain  (?)  meiil.  Darnach  geen 
Wistritz»),  ain  Stätl  ynnd  Sehtos,  Annderthalbe  meill.  Von  dann 
geen  Cremsier  an  der  March  dritthalbe  meilK 

Von  OlmQntz  geen  Prostowitz,  ain  New  Stätl  des  Herrn  von 
Bernstain,  zwo ;  geen  Wischa  zwo.  Von  Cremsier  sein  geen  Wiscba 
auch  vier.  Wischa ,  ain  guet  Schloss  ynnd  Stätl  des  herm  von  01- 
mtintz.  Von  dann  geen  Scharaditz  zwo  meill ;  geen  gross  Nemtzitz 
zwo;  geen  Wistemitz  an  der  Teya  aine ;  (Bl.  312*".)  geen  NewdorflF 
zwo;  geen  Mistlbach  zwo;  geen  Vlrichskhirehen  drey.  Vnnd  geen 
28.  Oet.  Wien,  den  28.  Octobris,  khomen,  drey  meill.  Denselben  tag  zw  KO. 
Maj.  in  die  Newstat  gefaren. 

IndemJar  hat  sich  das  Erdtrich  in  Österreich,  in  Polin  ynnd 
Lytten  angezündt.  Bin  an  yill  orten  durch  die  Pranndt  geraist.  Hat 
yngeuarlichen  ain  twerche  hanndt  ynnder  sich  geprenndt. 

Geen  Rab   zu   dem   Obersten. 

13.  Dec.  Den  dreyzehennden  Decembris  hat  mich  die  Kü.  Maj.  etc.  durch 

Franntzen  Vicin  eruordert.  Bin  desselben  tags  von  Wienn  in  die 
Newstat  gefarn  ynnd  in  der  Nacht  eingelassen  worden. 

14.  Dec.  Den  yierzehennden  abgefertigt  ynnd  nach  Prugkh,  Alltenburg, 

geen  Rab  zw  dem  Obersten,  {BL  312*.)  herrn  Leonharden  von  Vells. 
Dann  der  khrannckhait  halben  abziehen  mueste,  zuhanndlen ,  wie  die 
Oberst  haubtmanschaffl  versehen  werde.  Zwen  tag  daselbst  bliben 
ynnd  wider  in  die  Newstat  gezogen.  Vnnd  darnach  wider  geen  Wienn. 

(B1313\)  1541. 

An  Hof. 

13.  jsnner.  Den    drcyzehennden    Januar}'    bin    Ich    an    hoff  in  die 

Newstat  eruordert,  der  Saltz  Staigerung  ynnd  annderer  hanndlung 
halber. 


')  KelUch  an  der  Juchina. 
«)  Bystmts. 


i84i.  329 

Geen  Comorn 
zw   dem   Obersten. 

Im  Februario  Bin  icb  zw  dem  Obersten  yelldhaubtman ,  herm 
Wilhalbmen  tod  Rogendorff»  geen  Comorn  gesebickht  worden.  Am 
Acbtrnndzwaintzigisten  ausgeraist  zw  Wienn  ynnd  zw  vischamindt  2S.  Febr. 
yber  Nacht  beliben. 

Am  Ersten  Marey  geen  Preinkhirehen.  Dann  geen  Raekhendorff,    i.  Mirz. 
Sannd  marein  *).  Am  Anndern  tag  geen  Heger  *)  vniid  Comorn.    2.  MSrx. 
Mein  benelch  yerrieht.    Ynnder  anndern  beclagt  sieh  der  Oberste : 
^Naehdem  Er  numaiis  (BL  313^.)  Allt,  gftchzornig,  vergessen,  bey 
den  khriegsleotten  yerhasst  ynnd  zw  solichen  Sachen  ganntz  ynge- 
schickht,  darumb  begerte  an  mich,  der  Kü.  Maj.  etc.  nochmalls  soll* 
ches  anzuzaigen.  Zubitten  Ine  des  Ambts  zw  erlassen.  Er  welle  aber 
nichts  minder  im  yeldt  auff  sein  aigen  Cossten  bleiben,  ainem  Jegcii- 
chen  Obersten  gehorsambzulaisten,  ailain  ainen  ausgenomen :  Niciasen 
Jurischitz,  mit  dem  Er  aus  yrsachen,  die  er  mir  nennte,  f  nichts  fnent  den  ainen 
zuthun  haben  wollte.**     Den  Ftinfflen  tag  wider  yon  Comorn  geen  ^^^^      (h.) 
Meger  ynnd  Rackhendorff,  Vischamindt,  ynnd  am  Sibennden  wider   ^'  ^^^' 
geen  Wienn. 

Mit  Graf  Niciasen 
von  Salbm  zw  dem  Turso. 

Den  dreyynndzwaintzigisten  Aprillis  hat  mich  die  KQ.  Maj.  etc.  23.  ApHi. 
Graf  Niciasen  yon  Salbm  znegeben,  zw  seinem  Stief  Schweher  herm 
(BL  314*.)  Alexy  Turso,  Stathallter  in  Hungern,  seiner  Gemahell 
Erbschafil  halben  zuhanndlen.   Zw  Schinta  gehanndlt,  das  ganntz 
Monat  ansbliben. 

In  das  Veidleger  ynnder  Ofen. 

Am  Ersten  Augusty  hat  mich  die  KO.  Maj.,  neben  der  R5.  Kay.    i.  Aog. 
May.  etc.  Orator  herrn  Johanns  Thomas  Picus  *  Grauen  zw  Mirandula, 

*  Graf  Galeotus  zw  Concordia  hat  seines  yaters  brueder  Johan- 
nem  Francisoum  picum  graffn  zw  Mirandula  jn  seinem  haus  yberfalln 


')  Ragendorf  am  rechten,  St.  Maria,  d.  i.  Somorja  am  linken  Donanufer. 
*)  Nagy-Megyer  auf  der  grossen  Schütt-Insel. 


330  iMi. 

in  seiner  KQ.  Maj.  Yeldleger,  So  ynnder  Ofen  an  Sanndt  Gotiiarts 
Perg  ynnd  im  Cronfeldt  gelegen,  gesehickht,  mit  beueleh  vnnd 
gwallt,  mit  Khönig  hannsen  Witwen  ynnd  Iren  Räten  in  Ofen  auff  all 
Eerlicb  ynnd  zimblieh  mittl  zuhanndlen,  damit  der  TOrgg,  der  nun 
sein  beer  gegen  dem  ynnsem  gelegert  ynnd  Er  mit  seiner  maebt 
bemacb  Eilltn,  nit  in  Ofen  kbäme.  Aber  da  wollte  (BL  31ä^.)  man 
nicbts  boren.  Reden,  nocb  banndien.  Darumb  wir  baid  yngetboner 
sacben  abzieben  muesten. 

Der  Oberste  wart  mit  ainer  kbugl,  so  nunmalls  anganngen  ynnd 
müedt  was,  am  Ärmb  besebedigt,  die  Roren  Proeben  <)•  Die  Veindt 
naebneten  sieb.  Er  ligenndt  beelagf  sieb  wie  yor  seiner  Ynsehiekh- 
licbait  ynnd  geprestang.  „Also  (spriebt  Er)  bringt  micb  mein  berr 
ymb  mein  Eer,  leib  ynnd  leben  I**  Hatte  nocb  ainem  anndern  an  sein 
stat  zusebickben. 

Abzug  yon  Cronfeld  ynnd  sannd  Gotbartperg. 

Vnnser  b5er  wollt  des  Türckbiscben  Kbaisers  bör  ankbunfR  nit 
Erwarten.  Namb  den  Abzug  am  Ainynndz waintzigisten ,  muest 
(J?/.  315'.)  yber  die  Tbunaw.  Das  VnglQckb  was  mit  gwallt  da,  der 
Windt  bat  yilmallen  die  Scbifpruggen  zerrissen  ynnd  sein  in  sSlieben 
Abzug  yberfallen  worden.  Vill  gueter  Leutb  sambt  allem  gesebütz. 
des  yill  gewest,  sambt  Munition,  Profanndt,  Scbiffungen  ynnd  was  zw 
solicbem  notdurfltig  im  Leger  ynnd  zwPesst  yerbannden,  ain  Vberfluss 
yerlom  ynnd  yerlassen. 

Daselbsten  sein  zwen  meines  namens  beliben:  berr  Cristoff, 
meines  Brueder  berrn  Hannsen  Sun,  ynnd  berr  Franntz,  meines  Vetter 
berm  Wernbardins  Sun. 

Raiss  zw  dem  Türgkben. 

Der  TOrggisch  Kbaiser  kbamb  berzue  ynnd  legert  sieb  Oberbalb 
Ofen:  ynnd  weill  alles  yolckb,  so  yberbliben,  in  der  flucbt,    was 

ynd  yor  ainem  Crueifix  kbnieenden  sambt  desselben  Sun  Albertum 
Ermordt  ynd  die  grafscbafft  eingenomen.  Der  obn  yermeldt  Jobannes 
Tbomas  picus  graff  yon  Mirandula  ynd  eoncordia  was  des  Albrecbtn 
brueder.  (H.) 


^)  D.  1.  die  Armrdhre. 


iMi.  331 

kbain  (Bl.  815^.}  annder  g^dannekhen,  dann  derTQrggwürdseiüem 
8jg  DOoh  fOr  aus  yernickhen.  Daramb  bat  die  Kfi.  liaj.  etc.  micb  mit 
sonndern  gnaden.  Am  SibenTnndzwaintzigisten  Aagusty,  zw  der  New-*  n.  Ang^. 
stat  angesprocben,  damit  Ich  die  Raiss  zw  dem  Tflrggen  in  PotschaiH- 
weiss  annftme.  Wiewoll  es  mir  bescbwftrlicb,  in  solicber  flacht  mnd 
sorgen  Weib,  baab  ynnd  guet  zuuerlassen  ynnd  meines  leibs  halben 
ganntz  gefärlicb ,  zw  dem  das  allennthalben  hOfftig  ^  gestorben ,  So 
bab  Ich  doch  aus  mein  Treuen  gegen  meinem  Herrn  ynnd  meines 
Vatterlanndts  micb  bewilligt»  die  Raiss  zutbun.  Die  Kfl.  Maj.  nennt  GraffNicUsoTon 
mir  zwen»  welieben  Ich  wollt  zw  ainem  mhComissarien.  Stellt  mirs  MarxnBekn  ron 
in  meinen  willen.  Allso  bin  Ich  auff  die  Raiss  khomen.  LeopoidsUrff.^ 

Am  dreissigisten  Augutty  bat  die  KbQ.  Haj.  mich  zw  Schadwienn  so.  Aug. 
gar  abgefertigt.  Am  31.  bin  leb  geen  Wienn  khomen.  si.Aug. 

(Bl.  316*.)  Am  anndern  tag  September  Bin  Ich  yon   2.  Sept. 
Wienn  geen  Prespurg  am  wasser  gefarn,  auff  ainem  Bregentin  *), 
mit  ainer  Eerlichen  geselschaffl  yon  Teutschen,  Walhen,  Bebamen 
ynnd  Härbern.  Da  fannden  wir  Graf  Niclasen  yon  Salbm. 

Am  dritten  tag  bin  Ich  weitter  yon  Prespurg  abgefarn  bintzt  3-  Sept 
Sannd  Marein  in  die  ScbQtt.  Daselbst  fannd  Ich  berrn  Lienbarden 
yon  Velss,  der  das  zertrennte  Voickb  wider  souil  müglicb  zusamen 
bracht.  Wenig  tag  daruor  was  berr  Wilhalbm  yon  Rogendorff  da- 
Selbsten  gestorben.  Graf  Nicias  von  Salbm  khamb  auff  den  Cotschien 
wägnen  zw  der  Nacht  hernach.  Man  schreibt  berrn  Wilhalbm  yon 
Rogendorff  scbftnndtlich  nach,  mit  ganntzer  ynwarhait.  Er  hat  Treu- 
lieb ynnd  frumbkhlich  gehanndit,  nach  seinem  Pessten  yersteen. 

(Bl.  816*.)  Am  Vierten  sein  wir  am  Wasser  ab,  ynnd  ynnder-    4.  Sept. 
wegen  die  Wälhischen  schiffung  ankhumen,  die    zwRQckh  aufzohen, 
dauon  wir  noch  ein  Bregantin  namen  ynnd  fuern  geen  Comorn. 

Am  Fünfiten  fuern  wir  geen  Graan.    Da  wartet  ynnser  des    5.  Sept. 
Tflrgkben  lebendigs  glaitt,  Cassum  Beckh.  Der  gienng  mit  ynns  am 
Sechsten  tag  in  ynnser  Schiff,  fuern  geen  Plintenpurg  »).  Da  namen    6.  Sept 
wir  auch  ain  Nassarn  Schiff  *)  zw  den  anndern.  Vnnd  noch  des  tags 


^)  D.  i.  htaflig  ».  sahlreieh. 

')  Brigantina  =>  ein  leichtes,  zweimaatigea  Schiff. 

»)  Viseghid. 

*)  Wachschiff.  Yergl.  Stephan  Gerlachs  Tagebach  der  tfirkischen  Gesandt- 
schaft Kais.  Maxiinih'an*s  n.  und  Rudo1ph*s  II.  1573  ff.  FrkfH.  a.  M.  1674* 
Fol.  S.  7  und  531. 


332 


1841. 


in  des  Tfirggen  leger,  was  am  Erichtag  oder  tzinsstag.  Ee  wann  wir 
zw  Lannd  khomen»  khumbt  der  TenUch  Thulmatz.  Thfirckhisch  haist 
Dolmetsch  Dragamen.  Sein  Namen  was  Machmut,  (Der  bt  zw  Wienn 
geborn,  aines  Khramer  Sun,  Jacoben  yon  Plbrach,  (Bl.  317*,)  Sein 
Tauffnamen  was  Sebold)  in  ainem  khlain  schifflein  zw  ynns,  der  ynns 
Jeder  zeyt  gedolmätscht  hat.  Redt  ynnd  erzaigt  sich  guet.  Got  wesste 
sein  hertz. 

Desselben  Abennts,  was  es  etwas  spat,  aber  nichts  minder  kha- 
men  vnns  enntgegen  hintzt  an  das  wasser  der  Zausch  Bassa  mit  ann- 
dern  vill  Türggen.  Man  brachte  vnns  auch  Phärdt,  darauff  wir  in  das 
Leger  Ritten  zw  mnserm  gezellt  oder  höer  hatten,  die  Eerliehen 
aufgericht  vnnd  mit  grossen  Tebiehen  das  Erdtrieh  bedeckht  ynnd 
zuegericht  was.  Ain  Pogenschuss  yon  des  Russtam  Bassa  hotten, 
darzwischen  nichts  dann  ain  grosser  Platz  was.  Wir  speisten  ynns 
desselben  Nachts  yon  ynnsem  Scbiffen.  Vnnd  der  Russtam  Bascha 
liess  sich  derhalben  Enntschuldigen ,  weill  man  ynnser  ankhunfit  nit 
gewislichen  gewisst  bette. 
7.  s«pt.  (Bl.  317*.)   Am  Sibennden  tag  warn  wir  fdr  den  Rustam 

Bascha  bracht,  der  auff  ainem  nidern  Sessel  sass  ynnd  gegen  ynns 
aufgestannden,  die  hanndt  Pote,  dann  ynns  auch  gleichmftssige  Sessel 
oder  Stfiel  liess  bringen.  Hört  ynns  also  sitzenndt  Der  Dolmetsch 
khniet  neben  ynns  ynnd  setzt  sich  dann  auff  seine  f&ess  nach  Irer 
gewonhait.  Der  Rustam  Bascha  sprach:  „wü*  sollen  Ime  alle  sachen 
anzaigen.  Er  wäre  der  Obreste  herr.**  Das  wir  dann  thatten.  Darnach 
muesten  wir  zw  dem  Mechmet  Bascha ,  so  ynnser  Voickh  yberfallen 
ynnd  geschlagen,  geen,  den  auch  zuuerEern  ynnd  zubitten,  das  Peste 
zuhanndlen. 

Dann  weitter  zw  dem  Husram  Bascha.  Vnnd  wieweit  wir  khain 
wissen  gehabt,  das  Suleyman  zw  Bascha  erhöcht  ynnd  zw  Innhaber 
Ofen  fQrgenomen ,  ynnd  khain  Eerung  fUr  in  bracht  betten ,  Nichts 
minder  haben  wir  in  auch  besuecht. 

Vor  ynnser  ankhunflFt  hat  der  Khaiser  beuolhen,  (BL  3 18*.)  des 
Khünig  hannsen  khindt  zw  sich  zubringen.  Mit  dem  sein  auch  alle 
Räte,  der  Brueder  Georg  MQnich  ^),  ynnd  annder  mit  khomen. 
Indem  hat  der  Turgkh  die  Janitschärn  zw  der  Stat  geschickht,  Alls 


^)  Der  Pauliner  Eremit  Georg  Martinuzzi. 


1541.  333 

sollten  sy  das  khindt  Tnnd  Räte  vor  ybl  behfiettea.  Alls  die  mit  dem 
khiodt  aus  der  Stat,  gienngen  die  Jänitzarn  hineia.  Also  ist  Ofen  ein- 
genomen.  GleichwoU  das  khind  ynnd  Rate  wider  hinziehen  lassen. 
Ausserhalb  Valentin  Tdreckh,  den  behiellt  er  verwarten.  Also  ist 
Ofen  in  des  Torgkhen  hanndt  khomen. 

Am  Achten  tag  warde  vnns  khürtzlich  angesagt.  Wir  sollen  för  s.  sept 
den  Khaiser.  Wir  Ritten  palld  hin.  Alls  wir  lanng  dureh  das  hör 
zugen,  khamen  dann,  da  lannge  zeylln  Reitter  hiellten  an  baiden 
seitten.  Den  thetten  wir,  nach  des  Tnlmätsch  leer,  mit  naignng  ynnser 
khöpf  die  Eer,  vnnd  sy  dergleichen  rnns  herwider  sittigclichen.  Wir 
warn  gefflrt  zw  ainem  (Bl.  316^.)  schönen  gezellt,  das  stundt  alls 
zwen  hanndtpfichssen  schuss  Ton  des  Khaisers  gezellt.  Dazwischen 
auch  khain  anndere  gezellt  gesetzt  was.  Da  stunden  wir  ab  vnnd 
bliben  mit  ynnserm  gesindt. 

Neben  disem  gezellt  ward  ain  yasst  gleichmassig  nahenndt  ?nnd 
neben  dem  ynnsern,  dahin  worden  wir  beruefft.  Darinn  warn:  der 
Rustam  Bascha,  Mechmet  Bascha  ynnd  Hechmet  weg^,  so  auch 
ynnser  Volckh  am  abzug  hat  helffen  yberfallen.  Sy  sassen  neben- 
einannder  auff  nidern  Sesseln.  Gegen  dem  Thor  der  Hütten,  so  man 
zw  dem  Khaiser  gienng,  Sassen  zwen  Oberste  Richter  woll  hindan 
ynnd  etwas  hinder  den  Baschaen.  Bey  dem  anndern  thor,  wie  wir 
Einganngen  sein,  Sass  ainer  auf  ainem  yierfachen  Tehich  aufF  der 
Erden.  Ist  der  Canntzler  gewest.  Die  stunden  all  gegen  ynns  auf. 
Dann  warden  ynns  auch  (BL  319*.)  gleichmässige  Sesseln  bracht, 
ynnd  sassen  gegen  den  dreyen  Baschaen  yber.  Redten  allerlay.  In 
dem  bringt  man  noch  ain  sölichen  Sessel,  Setzt  den  zwischen  ynnser 
ynnd  den  Bassa.  Darüber  deckht  man  ain  weiss  tuech,  dann  setzt 
man  ain  weittes  Zinplat  ynnd  lannckhlets  Prot,  Rings  neben  dem 
RaniR  des  Plats  herumb.  Man  gab  den  Bassaen  ynnd  ynns  Jegclichem 
ain  schön  Tuech,  yber  die  schoss  zudeckhen ,  darzue  Jegclichem  ain 
Seruett,  nit  weiss,  aber  gleichwoU  sauber.  Dann  so  bracht  man  die 
Speiss  in  ainer  Erden  grüenen  SchQssl,  die  setzt  man  in  die  mitt  des 
Fiats.  Daraus  namb  Jegclicher  mit  den  fingern  was  er  wollt.  Wir 
brauchten  khain  messer.  Es  warn  bey  Acht  oder  Neun  Rieht.  Assen 
forderlichen  hin.  Zwletzt,  da  alle  sachen  aufgebebt  waren,  bracht 


*)  D.  i.  Mechmet-Bey. 


334 


1S41. 


man  Jegclichem  ain  khlainere  schflssl  Ton  Erden  mit  Sflessem  Wasser, 
(BL  319\)  auff  ainem  Zyn  alls  ainem  Tdller,  sutrinekhen.  Den 
zwayen  Richtern  was  gleichermassen  auff  ainem  Sessel  die  Speiss 
gegeben,  auch  dem  Canntzler  auff  der  Erden.  Nach  der  Malieyt 
gienngen  die  drey  Bassa  zw  dem  Khaiser,  Hessen  ynns  in  der  hütten. 
Dann  warn  wir  auch  beruefft»  gienngen  hin  yber  den  Platz  zwischen 
den  hotten.  An  baiden  seitten  sassen  ynnd  stunden  die  Janitzarn 
ynnd  annder,  aines  gemainen  Pogen  schuss  weitt  yon  einaander,  den 
wir  auch  Eer  erzaigten,  ynnd  sy  ynns  herwider.  Es  khamb  ye  ainer 
gegen  ynns,  yermonendt  mit  der  hanndt  zaigenndt,  Alls  sollen  wir 
förderliehen  geen.  Wir  aber  behiellten  ynnsem  zimblichen  ganng. 
Khamen  allso  in  die  Erste  des  Khaisers  hdrhütten,  darinn  seine  Ver- 
schnittue  stunden.  Es  was  ain  Tueeh  in  mitten  durch  dieselb  hütten 
gezogen  für  den  Pamb,  Also  das  (BL  320*.)  niembt  durch  die 
Hütten  sehen  m5cht  Alls  wir  durch  dieselb  hütten  khaoien,  sein 
ettlich  wenig  Schritt  (in  die  Hütten)  9  darinn  der  Khaiser  was. 
Alls  wir  ynnder  dieselb  hütten  khamen,  fanden  wir  den  Khaiser  sitzen 
an  ainem  Stuel,  den  Ich  Gk  ain  Petstat  hallt  der  leange  ynnd  Praite 
nach.  Ist  gülden  zusehen  gewest.  Vor  sein  stunden  die  zwea  fiustam 
ynnd  Machmet  Bassa.  Der  dritte  was  yor  nmser  ausganngen.  Es 
stunden  noch  Ir  zwen,  auff  yegelicher  seitten  ainer,  mit  laimgen  Ste- 
hern. Die  zwen  Bassa  khamen  ynnd  namen  den  Grauen  *)  Jegclieher 
bey  ainem  Armb,  ynnd  f&erten  den  zw  dem  Khaiser,  damit  Er  Ime  die 
Recht  hanndt,  so  Er  am  khnie  hallten  het,  khüste.  Mich  hiellt  man 
dieweill  ynnder  der  Thur  der  hätten,  hintzt  der  Graf  khame.  Dann 
föerten  sy  mich  gleichermassen  hin  zw  dem  Khaiser,  die  haudt 
zukhüssen. 

(Bl.  320\)  Alls  wir  da  stunden,  spricht  4er  Khaiser  •):  „Was 
sagen  sy?  was  wellen  sy?**  das  getolmetscht  der  Rustam  Bassa. 
Spricht:  „sagt  nun  alles  dem  Khaiser,  was  Ir  mir  gesagt  habt.^  Dann 
sagt  Ich  den  grues.  Darnach  benennt  leh  die  yerEerung,  die  stundt 
an  der  anndern  hütten,  das  der  Khaiser  die  sitzenadt  mdcht  seilen. 
Zum  dritten  erzeilt  Ich  die  Sachen  darumben  wir  geschiekht  warn. 


^)  Aas  der  Pestlier  Handschrift  ergfinzt. 

')  N&mlich  den  Grafen  Nicias  Salm. 

')  Diess  und  alles  Folgende  zu  Rustem-Bascha. 


mi.  338 

Auff  etliche  meine  Reden  spricht  der  Khaiser :  „Haben  sy  nit  mein 
Bassa  gesehen  ?*"  Zaigt  mit  der  hanndt  an  Meehmet  Sascha.  So  Ich 
darauff  Anntwort  gab,  spricht  der  Khaiser:  »»Haiss  das  steen  lassen 
ynnd  das  sy  fttrbas  Reden. **  Nach  Tolbrachter  Red  spricht  der  Khaiser: 
„Haben  sy  nicht  mer?**  Sagt  Ich:  „Yetzo  nit  mer.""  AlUdann  spricht 
der  Khaiser:  „Haiss  geen.*'  Mit  de«  wir  ynnser  Reuerentz  thfttten 
vnnd  zugen  hin. 

(BL  321\)  Am  Nennten  tag  haben  wir  auch  mit  dem  Russtam    9.  sept. 
Bassa  lan^g  gehanndlt. 

Den  Zebennden  hat  man  ynns  in  vnnser  hütten  bracht  yegclichem  io-  ^p^ 
zwen  Türggisch  Rockh  ynnd  fönff  khiaine  stückhl  gemainer  Seiden, 
vnnd  Jegclichem  Fflnff  Tausenn t  Asper,  darzue  etliche  stQckhl  geringer 
Seiden  flir  vnnsere  leuth,  so  mit  vnns  gezogen  sein.  Desselben  tags 
sein  wir  wider  in  den  yerEerdten  Türggischen  Röckhen  filr  den 
Khaiser  bracht,  in  massen  wie  ror,  Allain  das  wir  mit  den  Bassaen 
nit  geessen  haben,  ynnd  in  der  hatten,  darein  wir  Erstlichen  gefüert, 
mnesten  lanng  warten,  hintzt  der  Khaiser  geessen  hette.  Wir  sahen 
in  gnldea  oder  yergflUten  schflssebi  das  Essen  in  die  Hütten  tragen. 
Ynnd  alls  wir  darnach  ynnder  des  Khaisers  hotten  khamen,  ynnd 
der  Graf  hinzue  geAlert,  die  hanndt  gekhüsst,  ynnd  Ich  hinaeh  zw 
dem  Khaiser  khanA,  (Bl.  321^.)  Mocht  Ich  mich  so  tieff  nit  nider- 
lassen, damit  Ich  die  hanndt  het  mtgen  khQssen,  ymb  das  mir  zuuor 
ain  grosser  Weetagen  in  die  Lenndt  khumen  was,  darumb  sprach  Ich 
zw  dem  Rustam  Bascha  in  Windischer  sprach,  (dann  Er  in  derselben 
Zungen  geborn  was) :  „Ymb  gottes  willen,  hilf  mir.  Ich  mag  nit  !^ 
Er  thet  mir  khain  hilff.  Aber  der  Khaiser  yerstundt  das  ynnd  hebt 
sein  hanndt  nahenndt  ain  spann  hoch  yon  dem  khnie ,  damit  Ich  die 
mit  dem  mundt  erraichen  möcht.  Das  Ich  Ime  ye  zw  amer  gOete  ynnd 
Barmbhertzigkhait  Raitten  ynnd  auslegen  muess. 

Alls  wir  umn  stunden,  spricht  der  Khaiser:  »Was  sagen  sy? 
was  wellen  sy?**  darauff  Ich  Anntwort  gab  nit  annderst,  dann  das  wir 
ainer  gueten  Anntwort  auff  ynnsers  herm  Khünig  begem  gewartenndt 
sein.  (Bl  322\)  Darfiber  spricht  der  Khaiser:  „Haiss  geen.'^  Mit 
dem  schieden  wir  ab  yon  dem  Khaiser  ynnd  in  ynnser  gezollt. 

Denselben  tag  liess  ynns  der  Bassa  durch  das  h5r  fliern,  ab  ynnd 
neben  der  Thunaw,  die  schiffungen,  die  sy  brachten  ynnd  die  sy  yon 
yuks  erobert,  sambt  rill  ynnsers  genomen  geschfltz  zusehen,  ynnd 
ganntz  ynnder  der  Stat  ynnd  dem  Schloss  an  dem  Wasserthurn  f&em. 


336  1S41. 

da  Er  dann  auch  stunde  auff  der  Erden,  vnnd  Hess  ain  gross  Allts 
stüekfa  Füchsen  mit  ainem  lanngen  dickhen  Puluersackh  in  den  wasser- 
thurn  ziehen,  daran  allain  das  khriegsyolckh  zohe.  Alls  Er  vnnss  ma- 
nicherlay  fragte  ynnd  schier  wider  lassen  wollte,  spricht  Er  Windisch 
zu  mir:  ,,Was  hastu  gesehen?*  Sagt  Ich:  „Aines  grossmechtigen 
herrn  grosmächtigkhait.**  Das  Im  seer  woll  gefiell. 

Darnach  fürt  man  ynns  wider  durch  das  (BL  322*.)  höer  nach 
der  lenng  auff,  ynnd  dann  yber  ain  hohen  POhel,  darauffich  nit  möcht 
meiner  oben  yermellten  schwachhait  halben  Reitten,  Aber  der  Graf 
mit  der  Geselschafft.  Die  haben  in  ainen  anndem  Poden  auch  ain 
grosses  h5er  gesehen.  Darnach  khamen  wir  zw  etlichem  seinem 
Yeldgeschütz.  Das  lanng  ynnd  geringist  stundt  zw  Obrist  gegen 
ynnsern  Lanndt. 

11.  Sept.  Den  Aindlefilen  tag  beruefft  ynns  aber  der  Rustam  Bassa.  Nach 

yill  Reden  hat  Er  zwen  brief,  in  gülden  säckhelln  eingemacht  nach 
Irer  Art ,  daran  Zettln  stunden.  Die  besach  Er ,  ynnd  nimbt  den  ain 
nach  der  lenngs,  druckht  den  an  sein  mundt  ynnd  dann  an  sein  Thum- 
backh,  ynnd  Raicht  den  dem  Grauen  ynnd  spricht:  ^Gib  den  brief 
niembt  dann  deinem  Khünig.*'  Mit  dem  warn  wir  abgefertigt. 

(Bl.  828'.)  Ynns  war  ain  tzausch  zuegeomndt,  der  für  ynnd 
an  bey  ynns  in  ynnser  hütten  belib.  Thet  ynns  khain  beschwärdt.  So 
bracht  man  ynns  auch  am  morgenns,  nachdem  wir  zw  nachts  khomen 
warn,  ain  yässl  wein,  etliche  Casti*aun ,  Auch  etlichs  Rindtfleisch, 
darzue  auch  ettliche  Zuckherhäet.  So  Assen  auch  annder  Türggen, 
ynnser  ynnd  annder  Dolmätsch  täglich  mit  ynns.  Warn  gueter  Ding. 
Aber  des  tags,  alls  wir  morgenns  yon  dem  Khaiser  solten  ynnsern 
Abschied  nemen,  khamen  die  ynns  die  speiss  betten  geben,  begerten 
gellt,  ymb  das  sy  ynns  gedienndt  betten.  Alls  wir  Inen  das  gaben, 
khamen  darnach  Nymmer,  gaben  ynns  auch  nichts  mer.  Wir  haben 
yill  leuten  geben  müessen,  die  ynuerschambt  darumb  angehallten 
haben. 

12  Se  t  ^^^  zwelfflen  tag  sein  wir  widerumb  (BL  823*.)  auff  ynnsere 

Schif  ganngen.  Ynns  niembt  dann  der  tzausch  ynnd  der  Dolmätsch 
beglaitt,  ynnd  allso  ybersich  gefarn.  Den  tag  nit  gar  geen  Plinten- 

13.  Sept.  purg  raichen  mügen.  Aber  am  dreyzehennden  daselbst  ankhomen, 

ynnd  furter  geen  Graan  gefarn. 

14.  Sept.  -^™  Yierzehennden  bin  Ich  auff  ainem  Nassade  schiff,  ynnd  herr 

Anndre  Graf  zw  Gorckha,  des  Khünigs  zw  Polin  Potschafft,  der  auch 


im.  337 

daselbsfn  im  leger  bey  dem  Törggen  gewest,  mit  mir  geen  Comorn 
gefarn. 

Am   Fünffzehennden   auf  Cotzien   Wägnen    geen   Sammarein  15.  sept. 
khomen,  da  Ich  den  Graf  Anndreen  gelassen.  Graf  Niclas  ist  fiiraus 
nach  Prespurg  gefarn. 

Den  Seebzehennden  hab  Ich  zw  Prugkh  an  der  Leytta  geessen.  16.  Sept. 
Da  es  dann  gestorben  bat  *),  yerhoiR  leb  ain  Pesser  leger  zu  haben, 
vnnd  bin  geen  Trautmanstorff  (Bl.  32i\)  kbomen.  Fanndt  da  herrn 
WoliTganngen  Pranntner,  hoehmaister  Sanndt  Georgen  Ordenns;  heiTn 
Wilbalbmen  Ton  Pueebaim,  Lanndtmarsebaleh  in  Osterreich»  vnnd 
sein  Gemahel,  der  dann  solicb  herrschafit  von  dem  hoehmaister  Inn- 
gebabt  hat  Die  Emphienngen  mich  woll.  Blib  yber  nacht.  Es  warn 
bey  zwaintzig  Person  aus  dem  Schloss  gestorben.  Nit  vill  weniger 
lagen  noch  khrannckh,  des  alles  mir  nit  wissenndt  was,  hintzt  mor- 
gens frue.  Den  Sibenzehennden  fuer  Ich  geen  der  Newstat.  Des  tags 
ward  die  Fraw  zw  Trautmanstorff  kbrannckh,  baid  herrn  palld  dar- 
nach. Dieselben  zwen  sein  auch  gestorben.  Es  starb  desselben  Nachts 
auch  Yeyt  von  KhQnigsperg,  Yerwallter  der  haubtmanschafft  vnnd 
Schloss  daselbstn  zw  der  Newstat.  Ich  muest  da  bleiben,  mein  Cotschy 
mocht  nit  weitter. .  Am  Achzehennden  (Bl.  ^24^J  wollt  Ich  zw  is.  Sept 
Neunkhirchen  das  frueraall  nemen.  Alls  Ich  zw  der  Herberg  khamb, 
war  ainer  erkhrannckht,  darumb  Ich  hinauss  geen  Glockhnitz  fuer 
Tnnd  dann  geen  Clam,  da  es  allennthalben  nahenndt  ausgestorben 
hette.  Blib  zwen  tag  da ,  vnnd  dann  yber  den  Semring.  Mocht  nit 
Reitten,  bin  hart  gefarn.  Vnnser  Ausgeber  oder  Schaffer ,  Balthasar 
Burger,  starb  an  der  Raiss  zw  Wienn,  vnnd  ain  Canntzleyschreiber, 
der  mir  nachgezogen,  starb  zw  Neunkhirchen. 

Am  dreyvnndzwaintzigisten,  an  ainem  freytag,  geenGrätz  kho-  m.  Sep» 
roen,  da  Ich  ain  khlaine  sicherhait  fannde.  Vnnd  bin  allso  die  ganntz 
Raiss  hin  ynnd  wider  in  grossem  sterb  gewest.  Der  Almechtige  hat 
mir  sein  gnad  mitgethaillt,  ynnd  hab  allso  zw  Grätz  wider  ausgerasst, 
damit  Ich  hab  mOgen  Reitten,  (Bl.  32S'.)  ynnd  Got  Lob,  die  Sachen 
dermassen  yerricht,  das  der  TOrgkh  dazumall  khain  weittern  schaden 
gethon,  des  man  sich  ye  nit  yersehen  het. 


^)  Die  Pest  raffte  in  diesem  Jabre  fast  ein  Dritibeil  der  Bevdlkerun^ir  Wiens 

hinweg.  Mitterudorfer  Historia  univers.  Yindob.  2,  162. 
Fontes,  yill.  22 


338 


1542. 


(Bl.325\)   1542. 

Geen  Comorn 
2W  dem  Marggrauen  Halignan. 

28.  Mirs.  Am  Achtynndzwaintzigisten  tag  Harty  bin  Ich  sambt  herrn  Otten 

von  Tischkha  ynnd  herrn  Blasien  khuen  geen  Comorn  zw  herr  hanns 
Jacoben  Medices»  Marggrauen  zw  Malignan,  Obristen  des  kbriegs- 
Yolckhs  in  Gran,  ausgefam. 

(Bl  326".)  In  Honngern  zw  dem  Tursso. 

30.  AprU.  Den  30^""  tag  Apriiis  Bin  Ich  zw  dem  Stathalter  in  Hungern,  das 

tzypser  haus  belanngendt,  geen  Schinta  gefam. 

(Bl.  326\)  Befreyungfur  veldtzug. 

Wir  Ferdinannd,  Von  gottes  genaden  Römischer  KhQnig, 
zw  allen  zeiten  merer  des  Reichs;  in  Germanien,  zw  Hungern,  Behaim, 
Dalmatien,  Croatien  vnnd  Sclauonien  etc.  Khünig;  Infannt  in  Hispa- 
nien ;  Ertzhertzog  zw  Österreich ;  hertzog  zw  Burgundy,  zw  Brabannt, 
zw  Steyer,  Khämndten,  zw  Crain,  zw  Lutzenburg,  zw  Wirtenberg, 
in  Obern  ynnd  nidern  Schlesien;  Fürst  zw  Schwaben;  Marggraf  des 
heiiiigen  Römischen  Reich  zw  Burgaw,  Märhern,  Ober  vnnd  nider 
Lausnitz;  Geßirster  Graf  zw  Habspurg,  zw  Tyroll,  zw  Pbierdt,  Khi- 
bürg  vnnd  zw  Görtz ;  Lanndtgraf  in  Elsass ;  herr  auif  der  Windischen 
march,  zw  Portenaw  vnnd  zw  Salins  etc.  Bekhennen  offennlich  mit 
disem  brief  vnnd  thun  khundt  ailermenigclich,  das  wir  genedigclichen 
angesehen,  wargenomen  vnnd  be(BI.  327^9tracht  haben  die  Eer- 
liche,  ansechliche,  nützliche,  getreue,  vleissige  diennst.  So  der  Edl, 
vnnser  lieber  getreuer  Sigmundt  von  Herberstain,  freyherr  etc.,  Tnnser 
Rat,  weillenndt  vnnserm  lieben  herrn  vnnd  Anherrn  Khaiser  Maximi- 
lian, löblicher  gedächtnuss,  dergleichen  der  yetzigen  Rö.  Kay.  Maj.  etc., 
vnnserm  lieben  Brueder  vnnd  herrn,  vnns  vnnd  rnnserm  löblichen 
Haus  Osterreich  gehorsamblich  vnnd  mit  Pessten  treuen  erzaigt  ynnd 
bewisen,  ynnd  furnemblich,  das  er  sich  Erstlichen  bey  ermelltem 
Khaiser  Maximilian  in  den  yeldtzOgen ,  so  Ir  Kay.  Maj.  etc.  in  Hun- 
gern, dergleichen  auch  gegen  den  Venedigern  gethon,  Jederzeyt 
Eerlich,  Ritterlich  ynnd  wollgehallten;  Auch  sich  yon  Irer  Kay.  Maj.  etc. 
alls  derselben  hofrat  ynnd  dienner  in  ansechlichen  Legationen  ynnd 


im.  339 

Potschafilen  zw  den  KhQnigen  von  Hungern,  Denmarckht»  (BL  32V.) 
Polin,  auch  den  GrosfQrsten  in  die  Mosqua ,  dergleichen  zw  anndern 
Cburfilrssten  Tnnd  Fürsten  des  heilligen  Römischen  Reichs  ynnd  in  die 
AydgnosschafR,  Auch  annderer  ort,  rnnd  volgenndt  nach  absterben 
vnnsers  lieben  Anherrns  Khaiser  Maximilian  neben  anndern  ynnserer 
Niderösterreichischen  Lannde  Gesaondten  von  ainer  Ersamen  Lanndt- 
schafft  vnnsers  FQrstenthumbs  Steyer  zw  obgemelltem  vnnserm  lieben 
Brueder  vnnd  herrn,  Khaiser  Carln,  in  Legationweiss ,  auch  guetwil- 
ligclieh  sehickhen  ynnd  gebrauchen  lassen,  daneben  Er  neben  anndern 
sein  Raison  auff  Venedig,  Rom ,  Neapolis ,  Tolgenndts  vber  Möer ,  da 
Er  dann  nicht  mit  khlainer  geuerlichait  leibs  ynnd  lebenns  durch  ynge- 
stflemigkhait  des  Mors  auff  Sardinia,  Maiorica,  Minorica  ynnd  ybitza 
geworffen,  ynnd  yon  dannen  in  Hispanien  (BL  328*.)  ankhomen; 
Nachmallen  wie  wir  ynns  ynnser  österreichischen  Lannde  Regierung 
ynnderfanngen  ynnd  angenomen  ,  sich  in  ynnser  diennst  an  ynnsern 
hof  begeben  ynnd  mit  ynns  yill  ansechlich  Raison  in  die  Niderlannd, 
Brabannt  ynnd  Flanndern,  zw  hochgemellter  Kay.  Maj.  etc.  ynnd  sonnst 
yolbracht,  ynnd  nachgeenndts  sich  ynns  zw  ynnderthenigem  gefallen 
in  ynnsern  Niderösterreichischen  Lannden  Alls  ynnser  Rat  bey  ynnser 
Regierung  ynnd  Camer  daselbst  in  ynnsern  hochwichtigen  ynnd 
treifenlichen  Sachen  gehorsamblich  gebrauchen  lassen;  Auchhiezwi- 
schen  yill  ansechlicher  Raison  ynnd  Legationen  zw  den  Khünigen  in 
Hungern,  Behaim,  Polin,  Lytten,  Moscouia,  Auch  Churitlrsten  ynnd 
Farssten  des  Reichs,  ynnd  fQrnemblichen  Jungstiich  (BL  328''.) 
nechstyerganngen  Ainynndyiertzigisten  Jar  zw  dem  Turggischen 
Khaiser  Suleyman,  nach  dem  laidigen  abzug  ynnsers  Cristlichen 
khriegsyolckhs,  wie  der  Turgkh  den  KhQnigclichen  Stuell,  Schloss 
ynnd  Stat  Ofen  eingenomen,  on  allen  scheuch  yorsteennder  geuär- 
lichait  gehorsamblich,  guetwilligclich  yolzogen  ynnd  yolbracht  hat, 
ynnd  noch  täglichs  thuet  etc. ;  Vnnd  derhalben,  in  betrachtung  solicher 
lanngwierigen,  statten  ynnd  getreuen  diennste,  so  gemellter  yon  Her- 
berstain  angeregter  massenweillenndtynnserm  lieben  Anherrn  Khaiser 
Maximilian,  dergleichen  der  yetzigen  R5.  Kay.  Maj.,  ynns  ynnd  ynn- 
serm  löblichen  Haus  Osterreich  yon  Jugennt  auf  ansechlich,  nQtzlich 
ynnd  mit  getreuem,  Embssigen  yleis  gethon  hat,  ynnd  in  solichen 
(BL  329''.)  ynnsern  ynnd  ynnsers  haus  Österreich  diennsten  zw 
seinen  yerlebten  tagen  khomen  ynnd  dermassen  darinnen  Eraltet,  das 
Er  yon  wegen  seiner  Muee,  Arbait  ynnd  schwären  Raison  dermassen 

22» 


340 


1542. 


mfled  worden,  das  Er  sich  seiner  gedSchtnuss,  gesichts  mnd  gehörs 
zw  mermallen  vor  ynnser  beclagt,  Haben  wir  bemellten  Sigmunden 
von  Herberstain,  Freyherrn,  alls  ynnserm  wollverdiennten,  AlUen  Rat 
▼nnd  dienner,  genedigeliehen  bewilligt,  zuegesagt  ynnd  versprochen, 
das  wir  Ine  nan  hinfliro  zw  khainem  Velldzug  noch  ainichen  weitten 
vnnd  schwftren  Raisen  gebrauchen  sollen  noch  wellen,  auch  Ime 
daneben  dise  sonndere  gnad  gethon  vnnd  Freyhait  gegeben,  Thun 
auch  soliches  hiemit  wissentlich ,  in  Craift  ditz  brieffs ,  das  Er  nun 
hinfliro  weder  von  vnns  noch  yemanndt  anndern  mit  (Bl.  329^,) 
ainichen  beschw&rlichen  Ämbtern:  Alls  yolziehungder  geschdflft  ynnd 
letzten  willenns,  Gerhabschafften  vnnd  dergleichen  Sachen  beschwort 
noch  bedranngt  werden  soll,  Sonnder  yon  solichen  beschw&rden 
gänntzlichen  Ennthebt  ynnd  Exempt  sein.  Vnnd  wir  sollen  ynnd  wellen 
ynns  nun  hinfliro  an  seinen  Diennsten,  das  er  ynns  alls  ynnser  Rat 
bey  ynnser  Niderösterreichischen  Camer  diene,  genedigeliehen  be- 
nOegen  lassen,  Vnnd  gebieten  darauff  allen  ynnd  Jeden,  ynnsern  ?nn- 
derthonen  ynnd  getreuen ,  Geistlichen  ynnd  Welltlichen,  in  was  wir- 
den,  stanndts  oder  wesenns  die  sein,  Ernnstlich  ynnd  yessfigclieh  mit 
disem  brief,  ynnd  wellen,  das  sy  bemellten  yon  Herberstain  etc.  bey 
diser  ynnser  begnadung  ynnd  Exemption  berueblich  beleihen  lassen. 
Ine  dawider  nicht  (Bl.  330*.)  dringen  noch  beschwärn ,  noch  des 
yemandt  anndern  zuthun  gestatten ,  in  khain  weiss ,  alls  lieb  ainem 
yeden  sey  ynnser  schwäre  yngnad  ynnd  straff  zuuermeiden.  Das 
mainen  wir  Ernnstlich.  Mit  yrkhundt  ditz  brieffs,  besigit  mit  ynnserm 
khönigclichen  anhanngenden  Innsigl ,  Der  geben  ist  in  ynnser  Stat 
Wienn,  den  Sechzehennden  tag  des  Monats  Juny,  Nach  Christj  ynnsers 
lieben  herren  geburd  Tausennt  Fflnffhundert  ynnd  im  zwayynndyier- 
tzigisten,  ynnserer  Reiche  des  Römischen  im  ZweliRen  ynnd  der 
anndern  im  Sechzehennden. 
Ferdinannd. 

Ad  mandatum  Dominj  Regis  proprium. 
H.  Weisperger. 
(Bl.  330^.)  Die    Raiss   yon  Wienn    geen   Craccaw,    So 
Ich   sambt  herrn  Adam  Carl  yon   wegen  yergleichung 
des  tags  ynnd   maistat  der  Hochzeit,  der  Heurat  ver- 
zieht ynnd  annder  notdurfftiger  brief  etc. 
20.  Joni.  Den  zwaintzigisten  tag  Juny  zw  Wienn  mit  Kü.  Maj.  etc.  aus- 

geritten. Die  Muster  des  ReichskhriegsVoIckh  gesehen,  so  zw  nächst 


1542.  341 

Ennhalb  der  Thunaw  Prugkhen  gelegen»  darüber  Marggraf  Joachim 
Yon  Brandenburg,  Cburf&rst,  haubtman  gewest.  Darnach  geen  Woi- 
ckherstorff  zw  dem  frustuckh  geriten ,  rnnd  zw  Nacht  zw  Vlrichs- 
khirchen  beliben.  Geen  Newdorf  fttnfF  meill ,  geen  Scfaaraditz  f&nff, 
geen  Przeraw  Sechs,  geen  Titzein  flQnff ,  geen  FreystatI  Sechs  meil. 
Geen  Vota,  ain  Wirtshaus  an  der  Weyxl,  zwnächst  disshalb  der 
Pruggen,  Sechs  meill.  (Bl.  38V.)  Für  Lipouetz  auf  ain  Krätzin 
Tier  meill.  Den  Achtynndzwaintzigisten  in  grossem  gewftsser  aus  dem  23-  Jum. 
Rechten  weeg  müessen,  mit  grosser  Arbait  vnnd  beschwärd  vber  die 
khlainen  Pfichel  khumen  geen  Crackhaw;  bey  Sechs  meilin  geraist. 

Am  widerzug  yon  Craccaw  wasser  halben. 

Den  20.  tag  July  geenRabnstain,  neben  Ilkusch  9»  ßlnff  meill.  Geen  20.  juii. 
Wendin  *),  ist  die  Gränitz  gegen  Schlesien  zw  nächst  vber  den  Pach 
aus,  fünff  meil.  Damach  geen  Peutten  in  Schlesien,  zwo  meill;  geen 
Leibitz  ')  drey.  Damach  geen  Rudnitz  ^)  in  das  Closter  drey  meill. 
Geen  Rotber '),  ?asst  Posen  weeg,  drey  meill.  Von  Rotber  soll  Ich 
geen  Troppa  ynnd  (BL  88V.)  dann  geen  Olmflntz  gerad  gezogen 
sein.  Aber  sterbenns  halb  weichen  müessen.  Darnach  geenHelschin  <), 
des  Swolsky  Stfttl ,  drey  meill.  Ain  halbe  meill  von  dann  Rindt  ain 
Wasser  Oponitza,  das  Blärherisch  gemerckh.  Geen  Khünigsperg  "^), 
des  herrn  hinckho  yon  Freydentall,  Annderthalbe  meill.  Darnach  geen 
Wagstat,  herrn  Wenntzls  yon  Fulnstain,  haubtmans  in  Troppen 
khralss,  Ain  meill.  Dann  geen  Fulneckh,  herm  Virichs  tzetteritz,  ain 
meill.  Den  Fünffynndzwaintzigisten  für  Weissenkhirchen  geen  Leip-  25.  JuU. 
nickh  yier  meill.  Den  Sechsynndzwaintzigisten  wollten  wir  nachta.Joit 
Przerow  ^),  Aber  wassers  halben  muesten  wir  geen  Cremsier  ab, 
grosser  meill  zwo.    Geen  Wischa  yier  meill ,  geen  Wisternitz  (Ünff 


')  Okuss,  nordwestlich  yod  Knikau. 

*)  Bendzin  an  der  Czama  Przemza. 

')  Gleiwitz,  südwestlich  ron  Beathen. 

^)  D.  i.  Randen  am  Radabach,  Cisterzienserkloster,  gestiftet  1252  ron  Hersog 

Wladislaw  ?on  Oppeln. 
^)  Ratibor. 

*)  HalUchin,  nicht  weit  von  der  Oppa. 
"^)  Königsberg,  sfidlich  ron  Hultschin. 
*)  Prerau. 


342 


1542. 


80.  Jnu.  meiU,  geen  Mistelbach  rier  meill.  Dea  dreissigisten  geen  Wieno 
Sechs  meill  etc. 

(BL  332*.)  Weill  dann  Ich  durch  meine  Hebe  freundt  so 
hoch  Ersuecht  worden,  damit  wir  der  herrschafften,  der  wir  Innhaber 
alls  ynnsers  Erbenns  sein ,  Namen  ynnd  Wappen  vnns  gebrauchen 
ynnd  dauon  schreiben  mögen,  vnnd  die  Raiss  in  polin  verhannden, 
da  dann  auif  rill  Tittl  ynnd  Ambter  gross  geachtet  wierdt,  hab  Ich 
nachuolgunde  gnad  abermalls  erlanngt. 

Neyperg  wappn.  (H.) 

Wir  Ferdinannd,  yon  Gottes  gnaden  Römischer  Khü- 
nig,  zw  allen  Zeiten  merer  des  Reichs ,  in  Germanien ,  zw  Hungern, 
Behaim,  Dalmatien,  Croatien  ynnd  Sclaoonien  etc.  Khönig;  Infannt  in 
Hispanien;  Ertzhertzog  zw  Osterreich ;  Hertzog  zw  Burgundy,  zw 
Brabannt,  zw  Steyer,  zw  Khärnndten,  zw  Crain,  zw  Lutzenborg,  zw 
Wirtemberg,  Ober  ynnd  Nider  Schlesien;  Färst  zw  Schwaben; 
(Bl  332^.)  Harggraue  des  heilligen  Römischen  Reichs  zw  Bui^aw, 
Ober  ynnd  nider  Lausnitz;  Gefdrsster  Graue  zw  Habspurg,  zwTyroU; 
zw  Phierdt,  zw  Khiburg  ynnd  zw  Görtz;  Lanndtgraue  in  Elsass;  herr 
anif  der  Windischen  march ,  zw  portenaw  ynnd  zw  Salins  etc.,  Be- 
khennen  offennlich  mit  disem  brief  ynnd  thun  khundt  allermenigcli- 
chen:  Das  för  ynns  khomen  sein  die  Edlen,  ynnser  liebe  getreuen, 
Sigmundt  ynnd  Wilhalbm,  gebrOeder,  ynnd  Ir  Vetter  Georg  yon  Her- 
berstain,  Freyherrn,  ynnsere  Rät,  ynnd  gaben  ynns  ynnderthenigclich 
zw  erkhennen.  Wie  der  namen  ynnd  das  geschieht  der  herrn  yon 
Neyperg  in  ynnserm  Fflrsstenthumb  Steyer  abganngen,  ynnd  dardureh 
derselben  Wappen  ynns  alls  herrn  ynnd  Lanndtsf^rsten  ledig  worden, 
ynnd  dieweil  die  Herrschafil  Neyperg  numalls  Erblichen  leres  na- 
mens yon  (Bl.  333''.)  Herberstain  wäre,  Ratten  sy  ynns  diemQetigcIi- 
chen,  Das  wir  Inen  ynnd  Iren  gebrOedern  ynnd  Vettern  des  namens 
yon  Herberstain  ynnd  allen  derselben  Erben  solich  Wappen  aus  gna- 
den zuuerleihen,  dessgleichen  auch  den  Tittl  ynnd  namen  neben  Her- 
berstain yon  derselben  herrschaift  Neyperg  ynnd  darzne  der  herr- 
schafft Gutenhag,  die  dann  auch  Ires  namens  Erblich  sein,  sich  zu- 
schreiben ynnd  die  zuhaben ,  zuuergünnen  ynnd  sy  damit  zubegaben 
genedigclich  geruechten. 

Des  haben  wir  angesehen  die  manigfeltigen ,  getreuen  Diennst, 
so  ynnss  bemellter  Sigmundt  in   yilfeltigen  Raisen  ynnd  in  ynnser 


1542.  343 

Niderösterreichischen  Camer,  ynnd  Wilhalbm,  alls  vnnser  liebsten 
Gemahel  Stäbimaister,  yond  Georg,  alls  ynnser  Lanndtsverweser  in 
Steyer,  tftglicheD,  rngespart  leibs  mnd  yermögenns,  thoen  (BL  333*.) 
ynnd  beweisen.  Auch  hinfOro  thun  mügen  ynnd  sollen,  ynnd  darumb, 
auch  yon  sonndem  gnaden  wegen ,  ynnd  aus  Römischer  Kü"*  macht 
yolkhomenhait,  mit  wolbedachtem  muet,  guetem,  zeitigem  Rate,  ynnd 
Rechtem  wissen  dise  gnad  gethon,  ynnd  den  gemelten  Sigmunden 
ynnd  Wilhalbmen,  gebrfledern,  ynnd  Georgen  lerem  Vettern  yon 
Herberstain,  Freyberrn,  ynnsem  Räten,  ynnd  allen  ynnd  Jegclichen 
des  namens  yon  Herberstain,  Manns  ynnd  Weibsgeschlächt,  ynnd  allen 
Iren  Erben,  solich  der  herrn  yon  Neidperg  abgestorben  wappen  ynnd 
Clainat,  N&mblichen :  ain  schwartzer  Schillt,  darinn  ain  weisser,  auf- 
steigennder  Wolf ,  mit  yergQlIten  Claen  ynnd  Roter,  ausgeschlagner 
Zungen,  ynnd  auff  dem  Helbm  ain  gflldene  KhQnigcliche  Cron,  daraus 
ain  schwartze  AdiersflOg  ausgebraitt,  mit  gülden  geflinder,  in  Formb 
(BL  dSd''.^  der  hertz  gesprenngt  ynnd  geziert,  genedigclich  yer- 
lihen.  Verliehen  Inen  die  auehhiemit  wissenntlieh,  in  Crafil  ditz  brieffs, 
Allso,  das  sy  nun  hinf&ro  in  Ewig  Zeyt  solich  der  herrn  yon  Nejrperg 
Wappen  ynnd  Clainat  haben,  fQern,  ynnd  sich  deren  in  allen  ynnd 
JegcHehen  EerUehen  ynnd  Redlichen  Sachen  ynnd  geschafften,  zw 
schimpff  ynnd  Emnst,  in  Streitten,  khempffen.  Gestochen,  Gefechten, 
Auf  Paniern,  gezellten.  Aufschlagen,  Innsigln,  ynnd  allen  anndern 
Sachen,  zw  schimpff  ynnd  Ernnst,  nach  Iren  notdurfiten,  willen  ynnd 
wolgefallen  ftteren,  sich  deren  freyen  gebrauchen  ynnd  geniessen 
sollen  ynnd  mflgen.  Des  auch  all  ynnd  Jed  Mann  ynnd  Frauenge- 
schlächt  des  namens  ynnd  Stamen  yon  Herberstain,  auch  Ir  aller 
Erben  ynnd  Erbenns  Erben  sich  nun  hinfQro  in  Eewig  zeyt:  »Frey- 
herrn  ynnd  Freyin  zw  Herberstain,  Neyperg  ynnd  (BL  339:\)  Gue- 
tenhag*'  schreiben,  nennen.  Inen  auch  der  Tittl  aus  ynnsem  ynnd 
ynnserer  Erben  ynnd  nachkhomen  Römischen  ynnd  österreichischen 
Canntzleyen  gegeben,  ynnd  yon  menigclichen  also  genennt,  gehaissen 
ynnd  geschriben  werden  sollen,  yon  menigclichen  ynuerhindert.  Vnnd 
gebietten  darauff  allen  ynnd  Jegclichen  CurfÜrsten ,  Fürsten,  Geistli- 
chen ynnd  welltlichen  Prelaten,  Grauen,  Freyen,  herrn,  Rittern, 
khnechten,  Lanndtshaubtieuten,  Lanndtmarschalchen,  haubtleuten, 
Vitzdomben,  Vögten,  Phlegern,  Verwesern,  Khündigem  der  Wappen, 
EemhoUden,  Perseuannten,  Schulthaissen,  Burgermaistern,  Richtern, 
Räten,  Burgern,  Gemainden  ynnd  sonnst  allen  anndern  ynnsem  ynnd 


344 


1542— 1Ö43. 


des  heilligen  Reichs,  auch  (31.335*".)  annderer  ynnser  Khflaigreich, 
Fürsstenthumb  vond  Lannde  ynnderthoaeD  vond  getreuen,  in  was 
wirden,  Stanndt  oder  wesenns  die  sein,  Ernnstlieh  vnnd  yestigclieh 
mit  disem  brief  vnnd  wellen,  das  sy  gemelltn  gebröeder  vnnd  vettern 
die  von  Herberstain  vnnd  all  Ir  Eelieh  leibs  Erben  vnnd  derselben 
Erbenns  Erben  die  obgeschriben  Wappen  gerueblich  gebrauchen, 
Sy  auch  bey  vnnserer  genedigen  erlaubung  vnnd  vergonung  des  Na- 
mens vnd  Tittls  obgemellt  vnuerhindert  bleiben  lassen,  dawider  nicht 
dringen  noch  beschwärn,  noch  des  yemanndts  annderm  zuthun  ge- 
statten, in  khain  weise,  Alls  lieb  ainem  Jeden  sey  vnnser  schwäre 
vngnad  vnnd  straff  vnnd  darzue  ain  Peen,  benanntlich  fönfftzig  Harckh 
löttiges  golldts,  zuuermeiden,  die  ain  Jeder,  so  offt  Er  (BL  335^.) 
fräfenlich  hie  wider  thette,  vnns  halben  in  vnnser  Camer  vnnd  den 
anndern  halben  thaill  obgemellten  gebrQedern  vnnd  vettern  Freyherrn 
von  Herberstain  Neydperg  vnnd  Guetenhag  vnnd  allen  Irea  Erben 
vnabl5slich  zubezallen  verfallen  sein  soll  Ongeuarde.  Mit  vrkhundt 
ditz  brieffs,  besiglt  mit  vnnserm  khunigclichen  anhanngenden  Innsigl. 
Der  geben  ist  in  vnnser  Stat  Wienn,  den  Fünffzehennden  tag  Decem- 
bris.  Nach  Christj  vnnsers  lieben  herrn  geburd  filnffzehenhund^ 
vnnd  im  zwayvnndvierzigisten,  Vnnserer  Reiche  des  Römischen  im 
Zwelfflen,  vnnd  der  anndern  im  Sibenzehennden  Jarn. 

(BL336\)   1543. 

Mit  der  Khünigin  Elisabeth  in  Polin. 

Ist  des  Römischen,  Hungerischen  vnnd  Behemischen  KhOnigs, 
Ertzhertzogen  zw  Österreich  etc.  Tochter,  Khünigin  Elisabeth  zw 

21.  April.  Irer  hochzeyt  von  Wienn  den  Ainvnndzwaintzigisten  Aprillis  ausge- 

zogen. Vnnd  Ich,  alls  derselben  hofmaister.  Mit  der  Römischen  Khu- 

22.  April,  nigin  geen  Cornneuburg.  Den  anndern  tag  mit  schwärem  wainen  ge- 

23.  Aprii.  schieden  vnnd  geen  Mistlbach.    Den  dritten  geen  Wisternitz,  den 
a4.  u.  25.  April,  vierten  geen  Wischa ,  den  fUnfften  geen  Olmflntz.  Da  sein  des  Khü- 

nigs  von  Polin  Potschaffl  Eerlich  ankhomen,  vnnd  die  Khünigin  Em- 
phanngen,  auch  verEerdt  etc. 

(BL  336\)  Von  Olmüntz  geen  Weissenkhirchen ,  Titzein, 
Ostra,  Freystätl,  Pless,  Auschwitz  vnnd  geen  Balytz,  in  des  herrn 
Seuerin  Bonar  hültzen  schön  hauss,  da  auch  die  Khünigin  mit  des 


1543. 


345 


Khaisers  Potschaift,  Harggraf  Georgen  von  Branndeaburg,  deu  zwayen 
Bisehoiien  zw  OlmOntz  vand  Bresslaw»  dem  Hertzog  Friderich  von 
Lygnitz  dem  JQngern,  Yund  Hertzog  Hanosen  Yon  Munsterburg,  sarobt 
seiner  Fürstin  vnnd  allem  Hofgesindt,  mit  Reittunden  Behamen, 
Härhem ,  Shlesiern  ynnd  Hungern  rber  naeht  beliben»  behaust  ynnd 
ynnderhallten  worden. 

Am  Fönfften  tag  Mayo  zw  Craekhaw  eingezogen,  am  Sechsten    5.  u.  6  Mai. 
gekhrönndt.  Am  Sibennden  bey geschlaffen.  7.  Mai. 

(Hier  folg^  auf  einem  beeonderen  Blatte  das  radierte  BildnifsSigitmuDd's  II. 
TOD  Polen  in  kreisrunder  Form  mit  der  Umschrift:  „Sigismondas  2.  Rex 
Polonie  Mag.  Dux  Lithuanie  aetatis  soe  Xl**). 

(Bl.  337'.)  Inuentary,   was   ynnser  genedigiste  Fraw 

KOnTgln^Elisabeth  für  Claidung,  so  Ir  Kü.  Maj.  etc.  zw 

derselben   Raiss  ynnd   fertigung    in  Polin  yon  newem 

gemacht  worden,  mitgenomen. 

Schauben. 

Erstlieh  ain  Schauben  yon  guldem  Tnech,  mit  Erhebten  Silberen 
Rosen,  mit  Zobl  ynnderfttettert. 

Her  ain  Schauben  yon  Rotem  Carmasin-Samat,  mit  Zobl  ynnder- 
füettert. 

Mer  ain  Schauben  yon  Silbrem  Tuech,  mit  Zobl  ynnderf&ettert. 

Mer  ain  Schauben  yon  Praunem  Carmasin-Tamaschkh ,  mit  Z5bl 
ynnderf&ettert. 

Mer  ain  Schauben  Schwartz  Atlassen,  mit  Mftder  <)  ynnder- 
faettert 

Mer  ain  Schwartz  Taroaschkhene  Nachtschauben,  mit  Zobl 
khelln  *)  ynnderfUettert. 

(BL  33T.)  Ain  Schauben  mit  Erbebtem  golden  Tuech ,  mit 
Härmbl  ynnderf&ettert. 

Mer  ain  Praun  Carmesin-Samatene  Schauben,  mit  härmbl  ynn- 
derf&ettert. 


^)  D.  i.  Marderfellen. 

*)  Wohl  der  zarteste  Theil  des  Zobelfelles,  jener  um  die  Kehle.    Vergl. 
Sehmeiler  %  289. 


346  1543. 

Jängkher. 

Ain  Jängkher  yon  Rotem  Charmesin-Samat»  mit  ainem  gestickh- 
ten  Prärob  Ton  gOldem  Tuech»  allennthalben  mit  Perln  ymblegt. 

Mer  ain  Ainfacher  Jängkher  von  doppelten  gülden  Tuech ,  mit 
ainem  gelben  Poden  vnnd  Silbren  Rosen. 

Her  ain  gfildener  Jängger  von  doppelten  gülden  Tuech,  aussen 
Rauch  mit  erhebten  Pluemen,  vnnd  Inwendig  mit  ainem  Praun  Poden 

Mer  ain  Jängkher  von  Praunem  Carmasin-Samat,  mit  ainem  ge- 
styckhten  Prämb  von  gQldem  Tuech. 

(BL  338*.)  Mer  ain  Jängger  von  Rotem  Carmasin- Atlas,  mit 
ainem  gestickhten  Prämb  von  vnntz-goldt  etc. 

Her  ajn  Rot  Carmasin-Samater  Jängger  mit  gülden  P&rtln,  drey 
mall  verprämbt. 

Mer  ain  Rot  Carmasin-Samater  Jängger  mit  Prajrten  gestickhten 
Prämen  von  guldem  Tuech. 

Mer  ain  praun  Carmasin-Atlasser  Jängger  mit  khleckhelten  ^ 
golden  Pertln,  drey  mall  verprämbt. 

Mer  ain  Schwartz  Samater  Jängkher. 

Mer  ain  Schwartz  Atlasser  täglicher  Jängger,  mit  schwartzem 
Samat  verprämbt. 

Her  ain  Leberfarber  Atlasser  Jängger,  mit  Leberfarbem  Samat, 
drey  mall  verprämbt,  vnnd  das  Prämb  mit  gülden  Schniem  vmb- 
wunden. 

Mer  ain  Leberfarber  Tamaschkhener  (BL  338^.)  täglicher 
Jängger,  auch  mit  Leberfiarbem  Samat  verpraumbt. 

Mer  ain  vnausgemachter  Leberfarber  Tamaskhener  Jängger. 

Enng  R5ckh. 

Item  ain  ganntz  guidiner  Ennger  Rockh ,  mit  ainem  Perl  Prämb 
gestickht. 

Mer  ain  guidiner  Ennger  Rockh,  mit  ainem  grfienen  poden.  Die 
Ermbl  vnnd  Prämb  ausgeschnitten,  vnnd  das  Prämb  mit  Silbrem  Tuech 
vnnderfiiettert. 


*)  So  viel  wie  'geklöppelt*.  Yergl.  Schmeller  2,  92. 


1543.  347 

Mer  ain  weissen.  Erhebten,  Silbren  Enngen  Rockh.  Die  Ermbln 
mit  gülden  Steiften  gekhnüpfft. 

Mer  ain  Roten  Carmasin-Samaten  Enngen  Rockh,  mit  ainem 
gestiekhten  (BL  339\)  Prämb  von  guldem  Tuech.  Die  Ermbl  mit 
gOUden  khnöpffen  zusamen  khnQpfft. 

Her  ain  Praun  Carmasin-Samaten  lanngen  Rockh.  Die  Ermbl 
vnnd  Präro  ausgeschniten  ynnd  mit  gülden  Tuech,  so  auff  baid  Seitten 
gerecht  vnnderzogen.  Mit  drey  Eggeten,  geschmelczten  khnöpffen 
khnüpfft. 

Mer  ain  Näglfarber,  Tamaschkhener  Ennger  Rockh,  durch  aus 
mit  ynntz-gold  gestickht 

Mer  ain  Praun  Tamaschgener  Ober  Rockh,  mit  Rauhem  gollden 
Tuech,  von  Erhebten,  Silbren  Pluemen  verprämbt. 

Mer  ain  Rot  Carmasin-Tamaschkhener  Ober  Rockh.  Die  Ermbl 
rnnd  Präm  mit  Rauhem  Silbrem  Tuech  vnnderfiiettert  ynnd  darüber 
zerschniten,  ynnd  mit  Silbren  Pertln  vmblegt,  rnnd  die  Ermbl  mit 
gülden  khnöpffen  gehefft. 

(BL  339^,)  Mer  ain  schwartz  Samater  Rockh,  mit  gflldem 
Tuech,  mit  Esten  verpraumbt. 

Mer  ain  Ascherfarber  Ennger  Rockh  yon  Atlass,  mit  guldem 
Tuech.  Mit  ainem  Praunen  Poden,  mit  geradten  Strichen  verpraumbt. 

Her  ain  leberfarber  Atlasser  Ennger  Rockh,  mit  guldem  Tuech 
verprämbt. 

Vnnder  Röckh. 

Item  ain  guldener  vnnder  Rockh,  von  guldem  Tuech  mit  ainem 
Praun  Poden. 

Mer  ain  vnnder  Rockh  mit  Rauchem  gülden  Tuech,  mit  erbebtem 
Silberem  Prämen. 

Mer  ain  Silberer  vnnderrockh. 

Her  ain  Praun  Carmasin-Samater  vnnder  Rockh,  mit  ainem 
gestiekhten  Prämb  von  göldem  Tuech. 

Her  ain  Rot  Carmasin-Samater  vnnderrokh.  (BL  3U0*.)  Das 
Prämb  ausgeschniten  vnnd  mit  guldem  Rauhen  Tuech  vnnderzogen. 

Her  ain  Praun  Carmasin- Atlaser  vnnderRockh.  mit  Silbrem 
Tuech  spitzweiss  verprämbt. 

Her  ain  Roter  Atlasser  vnnderrockh  mit  guldem  Tuech,  mit 
erhebten  Silberen  Rosen  verpraumbt. 


348 


1543. 


Her  ain  Schwartz  Samatter  ynoder  Rockh,  mit  dreyen  Schwartzen 
Pertln  rerprämbt. 

Mer  ain  Leberfarber  Atlasser  ynnder  Rokh,  mit  Samat  verprSmbt 
vnnd  das  Prämb  mit  gülden  Schniern  Tmbwonden. 

Mer  ain  Leberfarber  Taroasebkhener  ynnderrockb ,  mit  Leber- 
farbem  Samat  verprämbt. 

Mer  ain  Schwartz  Atlasser  vnnderrockh»  mit  Schwartzem  Samat 
verprämbt. 

(Bl.3M\)  Wames. 

Itenj  ain  guldes  Wammas  von  Rauhem  guldem  Tueeh,  mit 
Erhebten  gQlden  Rosen  mit  Wälsteln. 

Mer  ain  gülden  Wamas  von  gfildem  Tuech,  mit  ainem  Prauu 
Poden,  mit  schwartz  geschmelczten  Steflften  khnupfll. 

Mer  ain  Silberen  wamass,  mit  gfiUden  Stefften  khnOpffl. 

Mer  ain  Praun  Carmasin-Tamasehkhe  Wamass,  mit  güldem 
Tuech  gestickht. 

Mer  ain  Plab  gekhnQpffts  wamas  mit  goldvnnd  Silbern  Stefften, 
Wftlhische  Arbait. 

Mer  ain  Rot  Carmasin-Samatin  Wamass  mit  aufgeschnitnen  Stern 
vnnd  Rauchen  (BL  3äl*,)  gülden  Tuech,  mit  Silbern,  Erhebten 
Pluemen  vnnderzogen  vnnd  mit  Rot  vnnd  weiss  geschmeltzten,  gülden 
khnöpffen  gehefll. 

Mer  ain  Praun  Carmasin- Atlassen  Wamass,  mit  Silbrem  Tuech 
spitzweiss  verprämbt. 

Mer  ain  Schwartz  Samaten  Wamass,  mit  Perl  verprämbt. 

Mer  ain  Leberfarb  Atlassen  Wamass ,  mit  Leberfarbem  Samat 
mit  gülden  schnüem  vmbwunden,  verprämbt 

Mer  ain  Leberfarb  Tamaskhen  Wamass. 

Mer  ain  Schwartz  Atlassen  Wamass,  mit  Schwartzem  Samath 
verprämbt  etc. 

Pireth. 

Item  zway  Silbere  Pireth  mit  Stefften,  vnd  das  ain  mit  ainem 
geschmelczten  Zaichen. 

(RL  3äl^.)  Mer  zway  Rot  Carmusin-Samate  Pireth,  auch  mit 
gülden  Stefften,  vnnd  das  ain  mit  ainem  geschmellezten  Zaichen. 


1543. 


349 


Mer  zway  Leberfarbe  Samate  Piretb  mit  gflideo  Steiften.  Das 
ain  mit  ainem  geschmelczten  Zaiehen. 

Mer  zway  Scbwartz  Samate  Piretb  mit  Steiften.  Das  ain  mit 
ainem  gescbmelczten  Zaieben. 

Mer  ain  Leberfarb  Samaten  Piretb. 

Mer  ain  Ascbefarb  Samaten  Piretb. 

Hernacb    volgt    was    in    der    Kbünigin  Silber-Camer, 
Capein,  Kbuebin,   Kbeller    ynnd    in    anndere    Officio 
gebörig  gelassen  wierdt.  Nun  Tolgt  erstlicb  die  Silber- 
Camer: 

Silber-Camer. 

CBl  342«.9  Item  in  der  Sylber  Camer  sein  Erstlicb  Secbs 
bocb,  glat  rergullt  boipecber.  Die  wegen  zw^aintzig  Marckb ,  zway 
lot,  drey  Quintet. 

Item  Tier  vergüllt,  glat  Scballen.  Die  wegen  zweliTMarckb,  vier 
lot,  zway  Quintet,  drey  pbening. 

Item  Tier  weiss,  glat  Schallen.  Die  wegen  Aindlif  marckb, 
Aindlif  lot,  drey  Pbening. 

Item  Secbs  gross  Silbere  Scbtissl.  Die  wegen  AcbtvnndfQnftzig 
Marckb,  Tierzeben  Lot,  zway  Quintet. 

Item  mittere  Silber  Scbüssln ,  weiss.  Sein  Secbzeben  StOckb. 
Die  wegen  ZwayTnndSibentzig  Marckb,  füniTzeben  Lot,  drey  Quintet. 

Item  zwo  kblainer  Sort.  Secbzeben  weiss  Silbren  ScbOssl.  Die 
wegen  AcbtTnnddreissig  marckb.  Neun  lot. 

Item  zwo  Tcrgtillt  gross  Scballen.  Die  (BL  392^.)  wegen  zwelff 
Marckb,  Acbt  lot,  zway  Quintet. 

Item  ain  gross  weiss  banndtpeckb  Tnnd  Kbanndl.  Die  wegen 
dreyzeben  marckb,  drey  Lot 

Item  mer  die  annder  Sort.  Acbt  weiss  Silbren  ScbOssl.  Die 
wegen  Neunvnndilinfilzig  Marckb,  ain  Lot,  zway  quintet. 

Item  mer  ain  TergQllt  giesspekb  Tnnd  Kbanndl.  Wigt  Fünff- 
zeben  marckb,  zway  Quintet. 

Item  Acbt  weiss  Silbren  Leicbter.  Die  wegen  SibenTundzwain- 
tzig  marckb,  ain  Lot. 

Item  Acbzeben  weisse  Täller.  Die  wegen  AcbtTundzwaintzig 
marckb,  dreyzeben  Lot,  drey  Quintet. 


350 


1543. 


Item  aber  ain  weiss  Peekh  Tnnd  Khanndl.  Wigt  Neun  Marckb» 
zehen  Lot,  ain  quintet. 

Item  Tier  vergfillte  Salltzfass  mit  teckhen.  (BL  343\)  Die 
wegen  zehen  marckh,  Aindlif  Lot,  Zway  Quintet 

Item  yierynndzwaintzig  weiss  Silbren  Ldffl.  Die  wegen  drey- 
zehen  Marckh,  Acht  Lot.  Sambt  zwelf  Gäpeln. 

Item  Sechs  yergüUte  teblet  <)•  Die  wegen  FfinflVnndf&nfilzig 
Marckh,  rierzehen  Lot,  zwen  Phening. 

Item  zwo  weiss  Silber  Flaschen.  Die  wegen  zwaymndzwaintzig 
marekh,  ain  Lot,  drey  quintet. 

Silbergeschierr,  in  den  Kheller  gehörig. 

Erstlichen  zwo  Silbren  yergüllt  Schalln.  Die  wegen  Sechs 
marckh,  Zway  Lot,  ain  Phening. 

Item  zwo  webs  Silber  flasehen.  Die  wegen  Zwayvnndzwaintzig 
Marckh,  ain  Lot,  drey  quintet. 

(BL  3ä3\)  Item  zwo  weiss  Silbren  Shalin.  Die  wegen  Funff 
marckh.  Neun  Lot,  ain